Glühwürmchen (WMDEDGT 2/18)

Frau Brüllen will es wieder wissen: #WMDEDGT.
Von mir mit etwas Verspätung (und zurückdatiert, damit ich ihn auch finde), warum lest ihr gleich.

Die Nacht ist etwas unruhiger als die letzten Nächte. Der kleine Mann hustet plötzlich und wird jedes Mal vom Kratzen im Hals wach.
Wir stehen um halb 7 etwas verknickt auf. Ich ziehe mich an und mache mich soweit fertig, währenddessen wickelt der Freund den kleinen Mann. Der Kleine findet das recht öde und so ziehen wir alle Register, um ihn im Anschluss auch angezogen zu bekommen.

Der Freund ist heute lange weg, daher spielen die beiden Männer und ich bereite das Frühstück vor. Noch sind wir gut in der Zeit. Ich esse mein Marmeladenbrot und der kleine Mann verputzt ein paar Löffel Haferlocken und zerpflückt nebenbei ein Stück Brot. Danach werden die Zähne geputzt und wir machen uns bereit zum Aufbrauch. Der zweite Tag der Eingewöhnung! Ich bin ganz gespannt wie es dem kleinen Mann heute gefallen wird.
In der KiTa angekommen, spielt er gleich drauf los. Ich mache es mir auf meinem Stuhl bequem und nach einer Stunde ziehe ich den müden kleinen Kerl an und laufe nach Hause. Kaum in der Trage, kämpfte er schon mit schweren Augen. So ein Kindergartenalltag ist aber auch anstrengend. Ich husche schnell nach Hause, packe uns aus und dann geht es auch schon ins Bett, wo der Kleine innerhalb von wenigen Minuten stillend einschläft.

Nach ein paar Minuten schleiche ich mich raus, mir knurrt der Magen. Das tut er in letzter Zeit gefühlt ständig. Ich beschließe schnell ein Brot zu essen und dann meine tägliche Yogaeinheit zu machen. Das mache ich nun seit Anfang des Jahres und es tut mir unheimlich gut! Nach nur 45 Minuten wird der Kleine hustend wach. Das klingt richtig fies. Als ich ihn aus dem Bett hole, schmiegt er sich an mich und ich spüre sofort, dass hier etwas nicht stimmt.
Beim Wickeln, messe ich kurz Fieber und ja, er hat erhöhte Temperatur. Hat mich mein Gefühl nicht getrügt. Sonst ist er aber gut drauf.
Wir kuscheln und spielen. Schauen ein paar Bücher an und dann wird e auch schon Zeit fürs Mittagessen.

Der Kleine rührt fast nichts an. Nach einem erneuten Windelwechsel wechseln wir ins Schlafzimmer und ich stille ihn noch ein bisschen. Ich ahne schon, dass da etwas im Busch ist und bleibe direkt bei ihm. Plötzlich übermannt mich die Müdigkeit und ich schlafe einfach ein Ründchen mit. Vielleicht schläft er ja so etwas ruhiger.
Nach einer Stunde wird der Kleine brüllend wach. Sofort stehe ich senkrecht im Bett. Egal, was ich versuche, er lässt sich nicht beruhigen. Sein kleiner Körper glüht. Und er weint und weint und weint. Es dauert eine halbe Stunde bis ich es schaffe ihn soweit zu beruhigen, dass ich Fieber messen und ihm ein Zäpfchen geben kann. Innerhalb von 2 Stunden ist seine Temperatur auf über 39 Grad gestiegen. Mein armer Hase!
Es geht ihm wirklich elend. Er liegt wimmernd auf mir, windet sich hin und her, dämmert zwischendurch immer wieder kurz weg, um dann wieder aufzuweinen. Der Freund vereinbart einen Arzttermin. Wir sollen Wartezeit mitbringen. Mir ist das irgendwie nicht geheuer. Der Kleine hatte schon mal ein bisschen Schnupfen oder leichten Husten, aber mittlerweile röchelt er sehr deutlich.
Bis zum Termin bleiben wir liegen. Zwischendurch nuckelt er eines der Notfallquetschies aus und stillt. Immerhin! Aber mehr geht nicht. Wie ein kleines Häufchen Elend liegt er da auf mir und weiß nicht wohin mit sich. Das sind die ersten Male auf die ich gerne verzichten würde (und eine Wiederholung brauche ich auch nicht!).

Ich wickle den Kleinen noch einmal und mache uns fertig. Im Keller hänge ich die Wäsche ab und besorge auf dem Weg zum Kinderarzt noch Brot für heute Abend und eine Brezel für den Fall, dass wir lange warten müssen und der Kleine doch Hunger bekommt. Überraschenderweise dürfen wir nach 10 Minuten ins Untersuchungszimmer. Noch ehe wir richtig im Raum sind, fragt mich der Kinderarzt wie lange sich der Kleine schon so anhöre, man könne ihn ja über den ganzen Gang röcheln hören. Mittlerweile klingt er wie Darth Vader persönlich, dabei hatte er heute Morgen noch fast nichts. Die Untersuchung geht ganz fix und schnell ist klar, das ist eine Bronchitis, die sich der Kleine eingefangen hat.
Ich bin unheimlich froh auf mein Gefühl gehört zu haben, wer weiß wie es ihm morgen gegangen wäre. Man kann jetzt schon die Einziehung an den Rippen sehen. Er soll nun inhalieren. Der Arzt erklärt mir, was ich tun soll, gibt uns ein paar Rezepte mit auf den Weg. Sollte es trotz Inhalation schlimmer werden, sollen wir wiederkommen. ER bestätigte, was ich mir schon dachte. Diese Woche soll er aber auf jeden Fall Zuhause bleiben. Damit ist die Eingewöhnung erstmal gelaufen. Ich bin echt froh, dass wir 6 Wochen eingeplant haben, allerdings bleiben so durch diverse Schließtage nur noch 4 Wochen. Das bereitet mir etwas Bauchschmerzen, denn ich wollte ja, dass er die Zeit zum Eingewöhnen hat, nicht zum Auskurieren. Natürlich muss er gesund werden und er bleibt so lange Zuhause bis er wieder richtig fit ist.! So würde ich ihn auf keinen Fall in die KiTa bringen! Trotzdem doof.

Zuhause stille ich das kleine Glühwürmchen, das völlig erschöpft in meinem Arm einschläft. Ich lese den Beipackzettel und telefoniere nochmal mit der Arztpraxis, weil ich mir plötzlich mit der Dosierung nicht mehr sicher bin. Waren es jeweils ein Sprühstoß und dann 2 Mal oder häh? Und wie oft? Man kennt das. 2 Minuten später bin ich schlauer und das Kind wieder wach.

Gegen halb 7 kommt der Freund nach Hause. Ich erzähle ihm vom Arztbesuch und dem heutigen Tag.
Der erste Versuch zu Inhalieren endet in infernalischem Geschrei. Selbst kurze Videos können ihn nicht ablenken. Er wehrt sich mit aller Kraft und ich muss sagen, dass unser Kind sehr kräftig ist. Sämtliche Bestechungsversuche schlagen fehl, aber es hilft ja alles nichts. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie leid mir der Kleine tut.

Anschließend ziehen wir ihn um. Ich mache ein paar Brote und mümmle meine auf dem Sofa weg, während der Freund das kleine Glühwürmchen auf dem Arm umher trägt. Er schläft auch tatsächlich völlig erschöpft auf Papas Arm ein. Als ich fertig bin, tauschen wir, sodass auch der Freund essen kann. Ich kuschle mein Baby auf dem Sofa, so wie damals, als er noch ganz mini war.
Kurz darauf wird der Kleine wieder wach. Ich stelle mich innerlich auf deine unruhige Nacht ein. Der Freund übernimmt und ich ziehe mich um und präpariere das Bett, sodass ich aufrechter liege und der Kleine so hoffentlich besser Luft bekommt.

Der Kleine schlief auch sofort an mich gekuschelt ein. Er war furchtbar unruhig, wälzte sich hin und her und weinte immer wieder kurz auf. Um 22 Uhr wurde er wieder wach und ließ sich durch nichts beruhigen. Der Freund schnappte sich das Baby, muckelte es in die Trage und lief 2 Stunden in der Wohnung umher, damit ich ein bisschen schlafen konnte und etwas Kraft für die Nacht schöpfen kann.

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