Neustart

Wir beginnen das Abenteuer KiTa ganz von vorne.

Das Erlebnis letzten Freitag zeigte mir ganz deutlich, dass hier erst wieder Vertrauen aufgebaut werden und ein neues Kennenlernen stattfinden muss. Ich will nicht lügen, ich war sehr nervös vor diesem neuen Versuch und wünschte mir kurz es einfach aufschieben zu können. Aber wohin?
Also verbrachten wir ein schönes Wochenende miteinander und erzählten dem kleinen Mann immer Mal wieder von der KiTa und dass wir dort am Montag gemeinsam bleiben werden. Das kann man jetzt für unnötig halten, aber ich erzähle meinen Kind ständig, was wir tun. Nur so lernt er – meiner Meinung nach – die Dinge zu benennen und ich glaube fest daran, dass er sich auch jetzt schon weniger überfallen fühlt. Wir gehen auch nie zum Arzt, ohne ihm vorher davon zu erzählen und zu erklären, was dort passieren wird. Für mich hat das auch mit Vertrauen zu tun. Aber gut, darum soll es gerade gar nicht gehen.

Mit pochendem Herzen lief ich heute Morgen zur KiTa. Ich wollte gar nicht so nervös sein, konnte es aber nicht ändern. Trotzdem gab ich mich betont positiv, was ich ja auch war, nur eben auch nervös, und dann ging es los. In der Garderobe schaute sich der Kleine neugierig, aber verunsichert um. Es war wenig los. Die Hälfte der Gruppe ist krank, ein Teil war draußen, so dass nur zwei weitere Kinder in der Gruppe waren. Wir gingen rein und die neue Bezugserzieherin begrüßte den Kleinen gleich.

Er kuschelte sich an mich, entspannte sich aber als er merkte, dass ich nicht gehe. Ich setzte mich auf meinen Platz und wollte ihn absetzen. Das wollte er nicht, hielt sich fest und so blieb er eben bei mir auf dem Schoß sitzen. Ein Mädchen aus der Gruppe brachte ihm ein Spielzeug und er spielte die ersten 10 Minuten auf meinem Schoß und beobachtete alles ganz genau. Danach bewegte er sich zwischen meinen Beinen, aber immerhin schon mit Bodenkontakt.
Ich konnte richtig sehen, wie er immer mehr auftaute. Nach 20 Minuten begann er wieder ohne mich zu spielen und nahm ersten Kontakt mit der Erzieherin auf. Als er sich dann durch den ganzen Raum von mir entfernte und vergnügt in der Sandkiste saß, musste ich schon wieder kniepern. Mir fielen ganze Felsbrocken von der Brust. Da war er wieder – mein kleiner Entdecker. Als er dann mit der Kette der Erzieherin spielte und sie angrinste, machte sich auch sichtliche Erleichterung bei ihr breit. Er versicherte sich sehr oft, dass ich noch da bin und suchte meinen Blick, dann drehte er sich wieder um und spielte weiter. Das wird. Und es wird auf einem möglichst sanften Weg.

Das macht mich heute sehr glücklich.

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