Wie es wäre

Als ich heute Morgen noch im Halbschlaf im Bett lag, dachte ich darüber nach wie es wohl sein wird, wenn ich irgendwann meine Schwangerschaft bekannt geben werde. Ich stellte mir vor, wie wir die tollen Neuigkeiten überbringen und unsere Familien reagieren werden.

Meine Eltern wären gern schon lange Großeltern. Und auch die Eltern des Freundes scheinen inzwischen darauf zu warten.
Werden sie erstaunt sein? Sich freuen? Wie wird Opa reagieren? Wird der ihm ein Urenkelchen ein bisschen mehr Lebenswillen und Freude bringen? Ich wünsche mir so sehr, dass er wieder mehr sieht als die scheinbar – für ihn mit Sicherheit – blöde Lebenssituation, in der er sich befindet.

Sie werden da sein, Teil dieses neuen Lebens werden und es (hoffentlich) bereichern.

Und dann dachte ich an die, denen ich nicht mehr davon erzählen kann. Wie es wäre, wenn sie noch da wären. Wenn alles noch so wäre wie früher.

Oma, die so unheimlich nah am Wasser gebaut war. Ich sehe ihre Reaktion genau vor mir. Sie würde die Augen und Mund aufreißen, die Hände vor den Mund halten und weinen – dieses Mal vor Freude. Sie würde mich mit Fragen löchern und sich so sehr auf dieses Urenkelchen freuen. Der Kater wohl eher weniger. Ich kann mir vorstellen wie unser kleines Menschlein krabbelnd hinter dem Kater herjagt, der einfach nur seine Ruhe haben möchte.

Uromi, der Mensch mit dem reinsten Herzen, den ich kenne. Sie würde ihre Hände erst an mein Gesicht, dann eine auf sanft auf den Kopf gelegt, mit ihren klaren, blauen Augen in meine blicken und mir Kindchen, Gott segne euch! zu flüstern. Da wäre Liebe, Glück und Freude. Ich würde ein Stück meiner Kindheit durch mein Kind erneut erleben, wenn es durch den Garten fegt und sich mit dem Obst all der Sträuche den Bauch vollschlägt, wie verrückt mit dem Fußpedal der Nähmaschine wippt oder mit den Filzstiften malt, die so vertraut nach Essig riechen.

Und ein Kind, immer begleitet von diesen wunderbaren Frauen, die neue Kindheitserinnerungen erschaffen als wäre es das leichteste der Welt. Nichts davon wird jemals Realität werden. Und trotzdem lässt mich die Gewissheit, dass es genau so wäre, wenn es nur ginge, ein Lächeln über mein Gesicht huschen und mich dankbar zurückblicken auf die wunderbare Zeit, die ich mit ihnen verbringen durfte.

Werbeanzeigen

Träumereien

Wenn ich mich mal wieder meinen Träumereien hingebe, versuche ich mir immer wieder vorzustellen wie es wohl sein wird, wenn wir endlich loslegen.
Werde ich ruhig sein oder ein kleines Nervenbündel?
Ich hoffe ja, dass ich mich täusche und die Sache total entspannt angehen kann, vermute aber das Gegenteil. Wie wird es für den Freund sein?

Wie wird es sein, wenn da plötzlich ein zweiter Streifen auf dem Test erscheint?
Werde ich alleine testen? Wie werde ich dem Freund sagen, dass er Papa wird? Wie wird er wohl reagieren?
Oder werden wir gemeinsam über dem Test sitzen und auf das Ergebnis warten?

Heimlich träume ich ja davon, dass es der Freund ist, der mir sagt, dass er jetzt versuchen möchte ein Kind mit mir zu bekommen. Das wäre einfach unglaublich!

Ich habe auch schon öfter überlegt, wie ich es hier verkünden werde, wenn es endlich soweit sein sollte.
Werde ich es sofort erzählen, weil ich gar nicht weiß wohin mit all den Gefühlen? Werden nur ein paar Leute eingeweiht? Oder werde ich unsicher sein und deshalb erst mal schweigen?
Wie werde ich den Blogeintrag nennen? Und welchen Inhalt wird der Tweet haben, mit dem ich mich outen werde?

Wie werden wir es unseren Familien sagen und wie werden sie reagieren? Wann werden wir es ihnen sagen? So viele Fragen, die ich mir jedes Mal in anderen Farben ausmale. Man kann es nicht voraussehen und das ist auch gut so. Wo wäre da denn die Überraschung? Aber Gedankenschlösser kann ich mir bis dahin bauen.