Sommer

Wer hier eine Weile mitliest, weiß dass ich kein Freund großer Hitze bin. Nicht mehr.
Früher konnte es nicht heiß genug sein, jetzt lechzt mein Körper nach Schatten und Abkühlung. Vielleicht ist es das Alter, wer weiß.

Aber als ich auf dem Spielplatz saß und meinem kleinen Jungen zusah, wie er von oben bis unten durchnässt mit beiden Händen im Matsch wühlte, da zog ein Hauch meiner eigenen Kindheit an mir vorbei und ich spürte das Glück durch meinen Körper rauschen.

Das ist es, was ich als Kind liebte. Die Freiheit, ohne viele Schichten Kleidung einfach draußen zu toben. Wie verrückt mit Wasser zu plantschen und wenn es daneben geht und man patschnass ist, ist es egal, denn innerhalb kürzester Zeit ist alles wieder trocken.
Es gibt süßes, eiskaltes Obst zu naschen und ab und zu ein Eis. Es riecht nach Sonnencreme und Schwimmbadpommes.

Ich habe den Sommer lange nicht mehr so genossen wie diesen – obwohl ich mit der Hitze zu kämpfen hatte und alles jenseits der 30 Grad einfach zu viel für mich ist. Ich stehe nicht so sehr auf Matsch und Sand überall und dennoch oder vielleicht gerade deshalb war es der schönste Sommer seit langem.

Ich verbringe viel Zeit an der frischen Luft und beobachte mein Kind beim Glücklichsein. Dieses Strahlen auf seinem Gesicht lässt mich manchmal sprachlos zurück. Ich sauge alles auf wie ein Schwamm: die kleinen Zehen, die im Sand versinken. Die Gießkanne, die ihm so viel Freude bereitet. Sein Lachen. Das klebrige Gesicht und die noch klebrigeren Finger. Sand überall. Und ich meine überall, egal wie oft man alles ausgeschüttelt hat. Und abends ein nach Sonne riechendes, kaputt gespieltes Kind im Arm, das selig vor sich hin schnorchelt.

So habe ich mir den Sommer mit Kund vorgestellt. Aber in echt ist es sogar noch viel besser.

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Stimmungswechsel

Die ersten kühleren Tage seit der Hitzewelle.
Ich genieße es, wieder atmen zu können. Ich bin kein Freund großer Hitze, auch wenn ich den Sommer dank meines Kleinkindes deutluch mehr genieße. Ich freue mich über sonnige, weiterhin warme Tage, aber auch über die kühlen Temperaturen in der Nacht, die mich am Morgen noch frösteln lassen.

Ich wickle mich ein bisschen enger ein, hole tief Luft. Ich kann den Herbst spüren, er ist so greifbar, obwohl doch noch ein Stückchen Sommer vor uns liegt .
Mein Tagebuch verrät mir, dass sich letztes Jahr zu exakt der gleichen Zeit die Vorfreude auf den Herbst breit gemacht hat. Es wird wieder Zeit für Kerzen und Kürbis. Etwas mehr Ruhe, Behaglichkeit.
Ich freue mich so auf die Farben und darauf dieses Naturspektakel mit meinem Sohn teilen zu können.

Doch, ich bin dann bereit.

#MakingMemories

Du läufst durch das Wasser, mit jedem Schritt spritzt du es vor dir her. Du hast so viel Freude daran und läufst noch ein kleines bisschen schneller. Wasser ist dein Element. Du wirst nicht müde, deinen Eimer zu füllen und wieder auszukippen. Dazwischen beobachtest du die anderen Kinder, die genauso viel Spaß haben wie du.

Du sitzt auf meinem Schoß. Eingemummelt in deinen Badeponcho, kuschelst du dich an mich. Ich spüre deine Wärme und du lehnst deinen Kopf an meine Schulter. Es riecht nach Chlor, Pommes und Sonne. Du mümmelst hingebungsvoll an der Wassermelone und stippst zwischendurch deine Brezel in den Quark. Es interessiert nicht, dass du Ohr zu Ohr verschmiert bist, denn du strahlst und das ist alles, was ich gerade sehe.

Das ist der Stoff aus dem Erinnerungen sind. Das, was ich mit dir erlebe, erinnert mich an meine Kindheit und ich wünsche mir, dass es auch deine werden.

Ausnahmezustand

Als Erinnerung an einige Tage in gefühlten einen Rekordsommer:

Die letzte Woche war es hier – wie im restlichen Deutschland auch – heiß. Brüllend heiß.
Ich liebe den Sommer, meine damit etwa 28 – 30 Grad. Alles deutlich über 30 Grad macht mich, auch dank niedrigem Blutdruck, bewegungsunfähig. Ganz zu schweigem vom akut eintretenden Zustand der Verflüssigung. Ich hasse es zu schwitzen! Beim Sport kann ich es ertragen, in allen anderen Situationen ist es mir unangenehm.
Bei 35° halbnackt im Schwimmbad, war es auch noch irgendwie erträglich, aber dummerweise mussten wir arbeiten, was das ganztägige Herumdümpeln im Wasser deutlich erschwerte und zusätzlich trieb die Sonne die Temperatur bis über 40° hinauf. Ächz.

Nachts kühlte es kaum merklich ab, aber man freut sich ja auch über 25° statt 26° in der Wohnung. Die kleinen Dinge! Die Hitze hatte bei mir extrem wenig Schlaf zur Folge. Spätestens um 4.00 Uhr war ich wach. So richtig. Mit etwa 4-5 Stunden Schlaf und denen nicht am Stück, fällt das Denken schwerer. Die Zeit nutzte ich, um die etwas kühlere Luft einzufangen und rechtzeitig zur die Schotten dicht zu machen. 

Das waren die guten Nächte. Es gab aber auch die, in denen ich ganze 2 Stunden in Häppchen schlief und diese im Grunde genommen auch nur dösend am Ranfe meines Bewusstseins verbrachte. Denken fällt da eher aus. Schlecht, wenn es bei der Arbeit gerade etwas kniffelig ist. Aber ich will mich nicht beschweren. Yay, es ist Sommer! “Und irgendwann kühlt es sicher noch ab“, dachte ich.

Es zogen 3 angekündigte Gewitter ungesehen an uns vorbei, die andernorts deutliche Abkühlung brachten. Ich hingegen begann selbst zu glühen. Ich habe nie, wirklich nie Fieber oder erhöhte Temperatur, außer jetzt.
Montag begannen die Halsschmerzen. Abends gesellten sich Gliederschmerzen und allgemeines Unwohlsein hinzu. Dienstag erwachte ich mit erhöhter Temperatur. Was man bei vorhergesagten 36° eben so brauchen kann.
Interessanterweise schwitze ich nicht. Im Gegenteil, mir war zwar innerlich heiß, aber mein Körper fühlte sich kühl an. So lag ich also den ganzen Tag in unserer abgedunkelten Wohnung (eine Sache, die ich gar nicht mag. Ich hasse es bei heruntergelassenen Rollläden im Dunkeln zu hocken, emwenn es draußen hell ist.) und wartete auf Besserung. Ich hatte den Eindruck zu verdursten, konnte aber kaum schlucken. Erst abends setzte das große Schwitzen ein. Ekelhaft!

Und dann kam es, die lang herbeigesehnte Abkühlung. Es begann endluch zu regnen, die Natur hatte das bitter nötig. Und ein Wind zog auf. Wir nutzten die Gunst der Stunde und rissen alle Fenster auf. Wer weiß schon wie lange es anhalten wird, das letzte angekündigte Unwetter brachte 5 Tropfen Regen.

Nun liege ich im Bett. Immer noch mit Temperatur und Schmerzen, aber mit einer angenehme Brise, die über meinen Körper hinweg fegt und beobachte den wolkenverhangener Himmel, der heute mildere Temperaturen verspricht. Danke.

Tagebuchbloggen VII/2015

Mein Tag beginnt früh.
Sirenengeheul reißt mich aus dem Schlaf. Es schwillt an und ebbt ab, imerzu. Es hört sich an als fahre die komplette Feuerwehrkolonne kreuz und quer durch den Ort.
Der Blick auf die Uhr verrät, es ist kurz vor 3.
Um 6 Uhr stehe ich auf und mache die Schotten dicht. Die Nacht war wenig erholsam. Nach 4 Tagen in Folge, an denen ich um 4 Uhr wach war, bin ich unheimlich müde. Ich mag einfach noch nicht aufstehen und döse auch tatsächlich noch mal weg.

Gegen 8 halte ich es im Bett nicht mehr aus. Es ist so warm! Der Freund schläft noch etwas und ich bereite das Frühstück vor und schaue Videos auf youtube.
Wir frühstücken in Ruhe und trinken einen erfrischenden Smoothie mit gefrorenen Früchten.

Wir wollen am Mittag zum Kirchenfest gehen. Bis dahin verbummeln wir die Zeit in unserer Höhle. Normalerweise ich bin ich echt eine Memme, aber an solchen Tagen dusche sogar ich kalt! So erfrischend!
Mittags machen wir uns auf den Weg zum Kirchenfest. Es ist ganz nett und wir müssen nicht kochen / Weil es Freund nicht besonders gut geht, bleiben wir nicht allzu lange. Er hat seit Tagen Halsschmerzen und fühlt sich schlapp. Das ist so fies! Da ist endlich Sommer und er wird krank..
Wir beschließen den Kuchen auf den ich von Anfang an scharf war (Kuchen geht nämlich immer), einfach mitznehmen.
Eigentlich wollte ich auch warten bis er richtig kühl ist, aber tja. Ich wäre nicht ich, wenn ich das,wirklich geschafft hätte.

Den Mittag verbringen wir dann mit Schlafen und Füße kühlen. Leider ist unser Balkon viel zu klein für ein Planschbecken, so bleibt für uns nur das Kühlen mittels Eimer übrig. Abends bereite ich Couscoussalat für morgen vor und schwinge mich wieder zurück aufs Sofa. Mehr ist heute einfach nicht drin.

Und nun liege ich im Bett und seufze über jeden Windhauch, der mich berührt, während ich auf das Gewitter warte, das hoffentlich ein bisschen Abkühlung bringt.

Wie andere diesen Tag verbracht haben, könnt ihr bei Frau Brüllen lesen.

Glücksmomente 27/2015

Wieder eine Woche um. Und wie jede Woche sammelt Pia wieder Glücksmomente.

Ich erhielt diese Woche eine Nachticht von meinem ehemals besten Freund. Ich hatte ihm bereits vor Wochen geschrieben und nicht mehr mit einer Antwort gerechnet. Seine Antwort rührte mich zu Tränen und machte mich sehr, sehr glücklich. Er war eine lange Zeit ein sehr wichtiger Mensch für mich. Wir gingen durch dick und dünn. Mir fehlt seine Anwesenheit in mein Leben und trotzdem ist er immer noch kleiner Teil davon.
Außerdem unterhielt ich mich mit zwei Freundinnen aus der Teeniezeit. Ich finde es sehr spannend zu sehen wie sich das Leben der anderen entwickelt hat und gemeinsam in alten Erinnerungen zu schwelgen.

Schon am Montag hatten der Freund und ich großen Sushihunger. Lustigerweise hatten wir zeitgleich die Idee, dass wir unser liebstes „all you can eat“-Suhsi-Restaurant mal wieder aufsuchen könnten. Leider ging es nicht sofort und ich musste mich noch bis Dienstag gedulden. Das hat sich wieder sehr gelohnt und ich bin wie fast immer aus dem Lokal gerollt!

Freitag nutzten wir das Sommerwetter und fuhren spontan in die Stadt. Dort aßen wir lecker zu Abend und schlenderten bei einer sommerlichen Brise mit einem Eis durch die Stadt. Das Leben meint es gut mit uns!

An dem Stadtfest, an dem meine Zumbagrupoe tanzte, nahmen der Freund und ich am Gewinnspiel teil. Letzte Woche flatterten zwei Briefe ins Haus – wir haben beide gewonnen! So ein Zufall! Der Freund gewann einen Rauchmelder und eine Drehleiterfahrt bei der Feuerwehr. Und ich darf mich über einen Sodastream mit Glaskaraffe freuen.

Samstag räumten wir die Küche etwas um. Dabei wurde ich fast von meiner Auflaufform aus Glas erschlagen. Als der Schock überwunden war, führen wir zu Ikea, um weitere Fachböden zu kaufen.IMG_20150629_084300
Dort stellten wir fest, dass die Eröffnung der neuen Markthalle gefeiert wurde. Das führte dazu, dass wir bei einem gepflegten Stück Kuchen im Ohrensessel sitzend vom geilsten Ikea-Hack überrascht wurden, den ich je sah – die Ikea Band on tour! Das war soso cool!

Auf dem Weg zu unseren Fachböden gab es für uns noch Cupcakes und Hugo, ein Urlaubsfoto sowie für mich eine Hand- und den Freund eine Nackenmassage. Nach über zwei Stunden verließen wir Ikea fast schon erholt, jedoch ohne passende Einlegeböden, denn die gibt es nicht mehr.

Den.Sonntag verbrachten wir im Schwimmbad. Eigentlich mag ich das nicht so sehr, aber ich habe das Bedürfnis am Wasser zu sein und das Wetter war einfach zu genial, um drinnen zu versauern.
Ich ließ mir die Sonne auf den Bauch scheinen, las und plantschte ein bisschen herum. Und beobachtete den Freund bei Arschbomben vom 5er. Mich würde man ja nicht mal für Geld da hoch kriegen. Zuhause gab es dann Joghurteis mit Erdbeeren und Kirschen. Nur am Meer hätte es schöner sein können.

Glücksmomente 20/2015

Am Montagmorgen schickte mir der Freund ein Bild per Whatsapp. Erst beim zweiten Blick verstand ich was er mir damit sagen wollte: er hat eine Gehaltserhöhung bekommen! Besser kann der Start in die Woche nicht beginnen! Ich freue mich riesig für ihn! Es ist so schön, dass seine Arbeit anerkannt und wertgeschätzt wird!

Die Woche zog nur so an mir vorbei. Das liegt auch daran, dass ich zusätzlich zu meinem normalen Sportprogramm für die nächsten Wochen zusätzlich zwei Stunden tanzen darf. Und das kam so:
Meine Trainerin suchte vor unserem Urlaub noch Mädels, die bereit sind an einem Auftritt mitzumachen. Leider hatte ich völlig vergessen mich bei ihr zu melden und dann waren wir ja im Urlaub. Ich habe mein Glück versucht und einfach mal nachgefragt und konnte noch einen Platz ergattern! Ich werde jetzt zwar nicht in meiner Wunschgruppe tanzen, aber das ist auch nicht so wichtig. Ich bin nur etwas nervös, weil ich das bisher noch nie gemacht habe. Nach dem Lob meiner Trainerin und der ungläubigen Frage „Du machst das aber nicht zum ersten Mal, oder?!“ einer Mittänzerin bin ich sehr zuversichtlich, dass das klappen wird! Was so ein paar Worte ausmachen! Ich bin direkt ein paar cm gewachsen und ganz fröhlich und beschwingt nach Hause gegangen!

Glücksmomente gab es in dieser Woche so viele für mich!

Da war das Gefühl wieder Zuhause angekommen zu sein und sich wohlzufühlen. Nach dem Urlaub habe ich mich Fehl am Platz gefühlt und die Wohnung kam mir kalt und fremd vor. Immer wieder drängte sich die Frage „Und hier soll ich bleiben?“ in meinen Kopf. Mittlerweile hat sich das gelegt und ich empfinde die Wohnung wieder als mein Zuhause. Ich vermisse die USA dennoch ganz schrecklich!
Dem Freund ging es übrigens genauso!
Wir arbeiten nun daran es uns noch gemütlicher zu machen und so gingen wir endlich die Balkonplanung an. Unser Balkon ist recht klein, wir wollen ihn trotzdem gerne für mehr als den Grill oder den Wascheständer nutzen. Gemütlich soll es werden, damit man abends schon draußen rumlümmeln kann. Es ist toll, wenn sich der Freund von meinen Ideen anstecken lässt!

Ich ließ mir die Sonne auf den Bauch scheinen, kochte seit Wochen das erste Mal wieder und es war verdammt lecker! Ich aß die ersten deutschen Erdbeeren und Spargel! So schmeckt der Sommer!
Wir tranken Eistee wie wir ihn in den USA immer tranken – ungesüßt und mit Zitrone, und schwelgten dabei in Erinnerungen. Es fühlt sich schon wieder so weit weg an. Wenn ich das so aufschreiben, werde ich sofort wehmütig. Das war eine so unglaubliche Zeit für mich. Und es war wichtig, dass wir diese Reise unternommen haben.

Wenn ich es genau nehme, war ich die ganze Woche glücklich.
Ich hatte gute Laune, die selbst Regen und eine dicke Wolkenschicht nicht trüben konnten. Ich fühle mich leicht und glücklich bis in die Haarspitzen. So unfassbar glücklich.

Und statt zu träumen wie das Leben sein könnte, genoss ich das es einfach wie es ist. Das ist ein sehr erfüllendes Gefühl.

Weitere Glücksmomente findet ihr hier bei Pia.