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„Tock, tock, tock.“ ertönt es aus dem Raum um die Ecke. Sofort schnürt sich ein Band um meinen Magen. Ich stehe am Tresen der Frauenarztpraxis, möchte die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen und werde übermannt von meinen Gefühlen. Ich fühle mich zurückversetzt und spüre die Sehnsucht in mir aufsteigen wie bisher noch nie. Ich wünsche mir ein zweites Kind.

Ich konnte es nie nachvollziehen, dass Frauen kurz nach der Entbindung geplant erneut schwanger wurden. Ich finde es schön, jeder soll wie er möchte und es für ihn passt, aber ich konnte mir das für mich nicht vorstellen. Und jetzt stehe ich da und merke, dass ich es mir doch vorstellen könnte. Ja, wirklich wünsche. Dabei wird es vorerst aber aus verschiedenen Gründen bleiben wie es ist, allen voran der Kaiserschnitt.

Ich habe gerade erst mein absolutes Wunschkind bekommen, aber ich spüre deutlich, dass da noch Platz in meinem Herzen ist. Ich habe noch mehr Liebe zu geben.

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Boom Boom!

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Weil mein Account geschützt ist, kann es den Tweet leider nicht in hübsch anzeigen. Deshalb gibt es nur einen Screenshot davon. Das schmälert den Inhalt aber nicht im Geringsten.

Mir schlägt das Herz bis zum Hals und alles nur wegen dieses einen kleinen Klicks, der gleichzeitig so viel mehr bedeutet.

Loch im Herzen

Heute spüre ich wieder das Loch in meinem Herzen, das ausgefüllt werden möchte. Wenn möglich sofort.
Es ist ein Name eingebrannt, den ich noch nicht lesen kann.
Es zwickt und zwackt da drinnen in meiner Brust. Es macht mir immer wieder deutlich, dass da jemand fehlt.

Dieser unbändige Wunsch ein Kind zu haben nagt an mir. Ich sehne mich nach dem Tag, an dem es losgehen kann. Alles eine Frage der Zeit, ja, aber ich kann einfach nicht aufhören daran zu denken.

Ich liebe Kinder wirklich sehr, aber dennoch dachte ich mir:
Naja, machst die Ausbildung, arbeitest ein bisschen, lebst dein Leben noch so ganz ohne
Verantwortung für jemand anderen.
Klar, es ist auch schön spontan zu sein, auch wenn es nur um kleine Dinge geht. Aber diese “Freiheit“ wiegt den Wunsch nicht im Geringsten auf.
Es fühlt sich mehr an als würde ich auf etwas verzichten. Mir etwas verbieten, anstatt es auszuleben.

Es fehlt jemand. Jemand in meinem Bauch, unter meinem Herzen.

Bald.

In Modegeschäften ziehen mich Babyabteilungen geradezu magisch an. Ich hachze und seufze zwischen Söckchen und Stramplern vor mich hin. Ich muss mich sehr zügeln, um nicht schon den ein oder anderen Body einzupacken. Zu groß ist die Sehnsucht. Es kribbelt im Bauch und gleichzeitig zieht sich mein Magen ein wenig zusammen. Es ist ein bittersüßes Gefühl. Zwischen all diesen Niedlichkeiten kommt es mir noch so unendlich lang vor. Doch während ich genauer darüber nachdenke, wird mir plötzlich bewusst, dass bereits 1/12 des Jahres verstrichen ist. Die Zeit läuft unaufhaltsam. Sie in Momenten der Sehnsucht Freund und Feind zugleich. Aber der Gedanke daran, dass es vielleicht dieses Jahr schon so weit sein könnte, lässt mich geradezu euphorisch werden. Es wird immer greifbarer. Mit einem warmen Gefühl und einer fast greifbaren Vorfreude verlasse ich das Geschäft. Ohne etwas gekauft zu haben. Noch.

Neuigkeiten

Was eine wage Vermutung war, bestätigte sich nun.
Die Cousine des Freundes wird nicht nur heiraten, sondern auch Mutter.

Diese Neuigkeiten weckte mir bislang unbekannte Wünsche.
Aber sie öffneten auch die Schleusen. Ich war einige Tage völlig durch den Wind.
Ich hatte ja damit gerechnet und trotzdem traf mich diese Nachricht mit voller Wucht.
Ich freue mich unheimlich für die beiden.
Aber dennoch krampfte sich mein Herz zusammen und ich musste eine Sekunde nach der richtigen Reaktion in mir forschen.
Die Sehnsucht übermannte mich einfach.
Es war nicht geplant und ich wünsche es mir so sehr. Das hat mich durcheinander gebracht.

Ja, ich bin voller Sehnsucht.

Noch nicht.

Immer öfter ist da dieser Drang.
Der Drang die Vernunft mit ordentlich Schwung über Bord zu werfen. Mich von meinem Gefühl leiten zu lassen.
Manchmal muss ich mir selbst erklären, warum wir noch warten. Ich fühle mich bereit.
Aber es ist noch nicht soweit. Ich warte nicht auf einen perfekten Zeitpunkt, denn ich weiß, dass es den nie geben wird.
Die Gründe weshalb wir warten sind für mich verständlich. Aber eigentlich will ich nicht mehr warten.

Die Sehnsucht brennt. Ich genieße mein Leben wie es ist und dennoch erscheint es mir als sitze ich meine Zeit ab. Ich warte darauf endlich zu hibbeln. Ich kann es kaum abwarten.
Ich möchte es so gern erleben mit allem was dazu gehört.

Mir fehlen die Worte. Ich sehne mich einfach so danach dieses Wunder zu erleben. Immer öfter träume ich davon. Wache auf und fühle mich so leer. Als hätte mir etwas genommen, das ich nie hatte, aber doch so vermisse. Die Träume lassen mich hilflos zurück und begleiten mich manchmal den ganzen Tag. Es kam schon vor, dass ich nach dem Aufwachen richtig verzweifelt war.

Nichts kann dieses Gefühl beruhigen. Es ist mein allergrößter Wunsch. Mein Traum. Ich vergehe fast vor Sehnsucht. Will nicht mehr warten und doch sehe und verstehe ich die Gründe. Hören möchte ich sie aber nicht. Denn immer mehr kämpft sich mein Herz nach vorne. Ich höre es laut und deutlich rufen und ich würde nichts lieber tun als dem nachzugeben.

Aber es ist noch nicht soweit.

Träumerei

Immer öfter denke ich mir „Das will ich auch mal mit meinen Kindern machen!“. Schreibe es auf meine imaginäre Liste.
Aber das reicht nicht. Ich möchte es erleben. Sofort!
Immer öfter träume ich schwanger zu sein oder mein Neugeborenes in den Armen zu wiegen. Und wenn ich aufwache, blutet mein Herz ein bisschen.
Ich möchte doch so gerne Mama werden. Mama sein. Von ganzem Herzen wünsche ich es mir.
Irgendwann wird es soweit sein, aber bis dahin bleibt mir nichts anderes als davon zu träumen.
Mir vorzustellen, wie ich mein Kind beim Ausfwachsen begleiten kann.

Beim Gang durch den Möbelschweden stoppe ich immer kurz in der Kinderabteilung und verliere mich kurz in Tagträumen.
Ich stelle mir vor wie ich das Kinderzimmer einrichten könnte. Wie ich das kleine Bündel Leben auf dem Wickeltisch bespaße.
Wie ich diese Menschlein auf dem Arm halten werde.

In so vielen Situationen übermannen mich die Gefühle.
So viele Dinge. Ich träume. Davon Burgen zu bauen und Sandkuchen zu essen. Backen, malen. Die Welt erkünden und mein Kind dabei zu begleiten. Im Sommer im Freibad plantschen. Wirst du es genauso lieben im Wasser zu sein?
Ich möchte gemeinsam durch Pfützen springen. Ich träume von Laternenumzügen, Weihnachten und Geburtstagsfeiern mit dem Herzenskind.

Ich sehne mich danach ein Kind aufwachsen zu sehen. Es im Leben zu begleiten. Ihm alle Liebe zu geben, die ich nur habe. Ich möchte es lachen sehen und Tränen trocknen, wenn sie einmal fließen.
Ich kann es gar nicht in Worte fassen. Es gibt so viele Situationen, in denen ich mir denke, dass ich das gerne als Familie erleben möchte.
Selbst jetzt. Wie schöne wäre es, wenn neben mir auf dem Sofa nicht ein Kissen liegen würde.
Wenn ich nicht nur von den Träumereien schreiben, sondern es wirklich erleben würde.

Ich habe solche Sehnsucht nach etwas, das ich gar nicht kenne.
Wie kann man etwas so schmerzlich vermissen, ohne es je gehabt zu haben?

Ich genieße die Zeit mit dem Freund sehr. Endlich bin ich in der Wohnung angekommen und merke, dass ich viel entspannter bin, sobald ich zu Hause bin. Unser Nest ist fertig. Es ist ein tolles Gefühl und vor allem ist auch endlich Zeit für andere Dinge. Wir müssen nicht mehr die Wochenenden für Streicharbeiten reservieren. Zeit für Zweisamkeit.

Es ist schön. Ich genieße es in vollen Zügen.
Und so wunderschön es auch gerade ist, ich fühle mich unvollständig.
Hier fehlt Spielzeug auf dem Boden und ein Bettchen neben unserem.

Wir reden viel darüber. Immer wieder aus heiterem Himmel höre ich „Wenn wir mal Kinder haben…“.
Es ist so schön gemeinsam Pläne zu schmieden. Mir ist bewusst, dass es nicht so laufen muss und vermutlich auch nicht wird, aber es ist schön gemeinsam einen Blick in die Zukunft zu werfen.
Und immer, wenn wir darüber reden, tut es ein bisschen weniger weh. Und es macht mir Hoffnung, dass auch ich irgendwann das Unvorstellbare erleben darf.