Status: müde & sentimental

Ich bin so unfassbar müde.
Ich fühle mich in die Minibabyzeit zurückversetzt. Wir hatten sehr viel Glück mit den Nächten, seit einigen Monaten jedoch ist der Wurm etwas drin, seit letzter Woche schlafe ich in einem Schweizer Käse. Ich glaube, solche Nächte hatten wir wirklich nur in der Minibabyzeit und daran kann ich mich nur noch dunkel erinnern. Ein Hoch auf Hormone, die geilen Scheißcherchen!

Der kleine Mann verlangt oft nach mir, stillt nachts häufig und ist wach. Ganz und gar wach.
Seit 8 Nächten in Folge macht er die Nacht zum Tag und turnt 1-2, in üblen Fällen auch mal 3 Stunden umher, nachdem er vorher in der Regel weinend aufwachte (und mich mit Schreck aus dem Schlaf reißt). Er weint oft auf und lässt sich dann kaum beruhigen, nicht einmal mit der Brust. Versuchen wir ihn hoch zu nehmen, windet er sich oder streckt sich durch. Erst wenn wir herumlaufen oder das Licht anmachen beruhigt er sich. In guten Nächten, wird er einfach nur wach und klettert an uns herum.
So oder so fällt es mir da schwer ruhig zu bleiben. In den ersten Nächten ging das noch, aber mittlerweile macht sich die Müdigkeit deutlich bemerkbar. Der Freund übernimmt auch, aber er muss arbeiten und kann daher nicht immer einspringen. Außerdem braucht auch er Schlaf.

Ich versuche ihn dann in den Schlaf zu stillen, summe und streichle ihn. Ich versuche Licht zu vermeiden und spreche eigentlich nicht viel mit ihm. Er darf ruhig wissen, dass wir gerade nicht zum Spielen aufgelegt sind. Es lässt sich aber nicht immer vermeiden, denn das Kerlchen ist ganz schön mobil. 
Diese nächtlichen Aktivitäten führen dazu, dass er morgens „länger“ schläft. Üblicherweise ist er zwischen 6 und 7 Uhr wach, jetzt entsprechend etwa 2 Stunden später. Das hat zur Folge, dass sein erstes Schläfchen zeitlich in etwa auf das eigentlich zweite Schläfchen fällt. Somit kommt er auf nur einen Tagesschlaf der eben nur so lange wie eines der Schläfchen, wenn nicht sogar kürzer ist.

Nicht nur ich bin also müde, sondern auch der kleine Mann. 50 Minuten – 2 Stunden Schlaf sind für ihn einfach noch zu wenig. Er ist mittlerweile oft von ca. 14 Uhr bis 19 Uhr wach. Er wird da schon deutlich müde ab 17:30 Uhr, aber da hatte er dann auch gute 2,5-3 Stunden Schlaf und nachts 11 Stunden. Ich merke schon, dass er auch morgens länger wach ist und sein Schlafverhalten umstellt, aber nicht mehr zu schlafen, ist keine Alternative.
Unterm Strich steht: er schläft zu wenig und wenn, dann auch noch schlecht.

Gestern war ganz übel. Ab 22:30 Uhr wurde er alle 15 Minuten bitterlich weinend wach. Manchmal schreiend, das ist besonders krass. Er beruhigte sich nur  an der Brust und schlief  auch nur solange  er sie im Bund hatte. Zuletzt half auch das nicht und wir haben ihm um Mitternacht ein Schmerzzäpfchen. Dann war er gut aufgelegt, grinste, kuschelte und plapperte herum, bis er um kurz nach 1 einschlief und mich schreiend um kurz vor 5 weckte. Puh. Für uns alle.

Er tut mir so unsagbar leid. Ich weiß nicht, was los ist,wie ich ihm helfen kann. Sind das Nebenwirkungen der Impfung? Träumt er schlecht oder hat plötzlich Angst im Dunkeln (bei Licht kommt er aber schlecht zur Ruhe)? Sind es die Zähne? Es wird mir keiner sagen können. Er lernt gerade jeden Tag dazu und ich hörte sich schon, dass es um den ersten Geburtstag wohl oft schwieriger werde. Dennoch fühle ich mich hilflos.

Ich weiß, dass es noch schlimmer sein könnte und für manch einen mag das lächerlich klingen, aber für uns ist das eine ungewöhnliche Situation, die wir nicht gewöhnt sind und an die ich mich auch nicht gewöhnen möchte. Ich werde teilweise alle 30 Minuten aus dem Schlaf gerissen und finde dann nicht so leicht zurück, trotz enormer Müdigkeit. Ich kann es letztlich nicht ändern und nehme es an wie es ist, ändert aber nichts, dass ich allmählich nicht mehr geradeaus denken kann. Mittlerweile habe ich seit über einem Jahr nicht mehr durchgeschlafen und nur wenige Nächte mehr als 4 Stunden am Stück.

Die Tage gestalten wir eher ruhig. Wir sind an der frischen Luft und spielen viel. Der Kleine klebt an mir wie gekochte Spaghetti an Küchenfliesen. Wir kuscheln viel und ich genieße die Nähe, die er einfordert. 

Dazu bin ich wahnsinnig sentimental. Mein Baby wird bald eins. Ständig kullern die Tränen wenn ich ihn beobachte. Mein großer Junge. Er ist so bezaubernd! Das Babyhafte hat er schon lange abgelegt, nun wird er auch offiziell zum Kleinkind.
Immer wieder huschen die Gedanken zurück. Dann halte ich inne, atme durch und versuche bewusst festzuhalten, was jetzt gerade stattfindet. Nächstes Jahr sind es diese Momente, an die ich zurückdenkn werde.

Meine Erinnerungen katapultieren mich immer wieder zurück in das vergangene Jahr, aber dieser Tage sind es die Tage rund um die Geburt, die mich immer wieder einen dicken Kloß schlucken lassen. Kann das wirklich schon ein Jahr her sein?

Ganz großes Hormongefühlschaos in mir. Schon. Erst. Ich bin nicht soweit.

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Schlaflos

Es fing schon am Ende der Schwangerschaft an, dass ich nachts nicht mehr durchschlafen konnte. Wie das halt so ist, schlich ich erst einmal, dann öfter zur Toilette. Das wusste ich vorher schon, aber ich schlief problemlos wieder ein. Damit war die Woche vor der Geburt Schluss. Mein Körper war müde, aber ich lag wach. Über Stunden.

Wie man sich vielleicht denken kann und der Titel vermuten lässt, hat sich das mit dem Baby nicht gerade geändert.
Was aber nicht mal dem Baby zuzuschreiben ist!

Bis auf wenige Ausnahmen schläft er nachts ganz gut. Er hat eine längere Schlafphase und kommt danach alle paar Stunden für einen kurzen Stop an der Milchbar. Und schläft dann, bis auf ein paar wenige Male, wieder ein.
Die ersten Wochen schlief ich abends, sobald er schlief. Ich wartete geradezu darauf, denn ich war meist noch vor ihm müde. Jetzt gehe ich gegen 22 / 22:30 Uhr ins Bett. Mit dem Schlafrhythmus komme ich wunderbar klar und die Müdigkeit hielt sich wirklich sehr in Grenzen.

Der kleine Mann möchte meist zwischen 3 und 4 Uhr noch einmal trinken. Kaum beginnt er zu schnorcheln, liege ich neuerdings wach. Manchmal über Stunden.
Ich finde einfach nicht zurück in den Schlaf. Bewusst atmen, die Augen geschlossen halten, Schafe zählen – nichts hilft. So drehe ich irgendwann meine Internetrunde oder mache lautlose Dinge, zu denen ich tagsüber nicht komme. Bloggen zum Beispiel. (Wobei mich dabei dann doch irgendwann die Müdigkeit überfällt und deshalb zig unfertige Posts in den Entwürfen schlumnern.)
Zwischen 5 und 6, kurz vor dem nächsten Stillen, schlafe ich ein. Das ist reuchlich ungünstig.
Besonders, wenn der kleine Mann den Tag mal ganz früh beginnen lassen möchte.

Ich habe dieses Jahr nicht einmal länger als 5 Stunden am Stück geschlafen. Das ist ok, aber diese Wachphasen machen mich fertig. Ich bin verspannt, habe Kopfschmerzen, kann mich schlecht konzentrieren und bin müde. Geistig wie körperlich. Ich muss echt aufpassen, dass ich mir nicht selbst auf die Augenringe trete.