KiTa & Alltag

Der kleine Mann geht richtig gerne in die Kita. Er fühlt sich sichtlich wohl und kommt immer mehr an. Selbst nach dem langen Wochenende zog er gleich los. Als ich in eine dreiviertel Stunde später abholte, saß er zusammen mit A. in der Sandkiste und schenkte mir ein dickes Grinsen als er mich sah.

Am Freitag blieb der Kleine schon 1,5 Stunden und damit zum ersten Mal zum Frühstück und Morgenkreis.

Das Abgeben klappt bisher super. Ich ziehe den Kleinen um, nehme ihn auf den Arm und gehe in die Gruppe. Dort wird er sofort begrüßt, ich telle seine Trinkflasche bereit und verstaue den Rucksack, solange lässt der kleine Mann noch die Blicke schweifen und checkt die Lage.

Dann gehe ich in den Raum und verabschiede mich. Ich wünsche ihm viel Spaß und sage ihm, dass ich ihn nach dem Spielen wieder abholen, dann lasse ihn entscheiden, ob er runter oder noch kurz auf den Arm seiner Bezugserzieherin möchte. Das wollte er am 8. Tag zum ersten Mal. Manchmal zieht es ihn schon nach dem Betreten des Raumes nach unten. Dann sage ich ihm Tschüss, gebe ihm einen Kuss und gehe. Manchmal sieht er mir noch nach, aber es kommt auch vor, dass er gar keine Zeit hat, sich zu verabschieden, weil er ganz dringend spielen muss. Tränen gab es bisher keine.

Dann beginnt meine Auszeit.
Währenddessen erkundet der Kleine seinen Gruppenraum und spielt, am liebsten in der Sandkiste.
Wenn ich ihn abhole, ist er meistens ganz vertieft in sein Spiel. Wenn ich ihn dann rufe oder zu ihm gehe, grinst er mich an und krabbelt auf mich zu. Er möchte dann auf den Arm und zusammen verstauen wir die Trinkflasche und gehen in die Garderobe. Während ich ihn anziehe und immer wieder dicke Umarmungen bekomme (♡), berichtet mir seine Bezugserzieherin jeden Tag wie es lief und bespricht das weitere Vorgehen mit mir.

Sie ist sehr begeistert vom bisherigen Verlauf. Wir machen das toll, sagt sie und der Kleine blühe immer mehr auf. Er findet sich in den Räumen zurecht und spielt auch schon konzentrierter und länger. Er hat großen Spaß daran, wenn die anderen Kinder mit ihm Quatsch machen und ist gerne mit dabei. Am liebsten spielt er aber mit A.
A. ist nach dem kleinen Mann der Jüngste in der Gruppe. Es scheint als würde ein erstes zartes Band der Freundschaft gesponnen werden, denn immer wenn ich den Kleinen abhole, treffe ich sie zusammen an.
Er zeigt aber auch deutlich, wenn er etwas will oder braucht. Nähe zum Beispiel. Am 7. Tag waren morgens schon fast alle Kinder da, dadurch war es auch recht wuselig. Eine kurze Nacht und Zahnungsschmerzen sorgten dafür, dass es ihm etwas zuviel wurde. Dann zeigte er, dass er auf den Arm möchte. Seine Erzieherin nimmt ihn dann hoch, sodass er das Geschehen aus sicherem Abstand beobachten kann. Einmal habe er sich sogar an sie geschmiegt. Er liebt seine Bezugserzieherin jetzt schon! Und ich auch, ehrlich gesagt! Sie ist einfach wunderbar.
Am 8. Tag der Eingewöhnung wollte er sogar mit ihr in den Gruppenraum! Das freut mich so, so sehr!

Nach der KiTa ist der Kleine müde und hungrig. Meistens kuschelt er sich in der Trage an und die Äuglein werden schwer bis wir Zuhause sind. An manchen Tagen hopste er aber wütend in der Trage umher, warf den Kopf nach hinten, zeigte mit dem Finger wild umher und untermalte das Ganze mit einem motzigen „Ähähäh!“. Ich schob es auf die Müdigkeit, versuchte es dann aber Mal mit dem Toast aus seiner Frühstücksdose und siehe da, das Kind, das momentan äußerst wenig isst, knuspert auf den wenigen Metern bis nach Hause sein Frühstück weg. Du bist nicht du, wenn du hungrig bist! Ganz mein Kind.
Zuhause frühstückt er dann fertig, ich ziehe mich um und verräume die Sachen und dann geht es auch schon ins Bett

Und ich? Mir geht super damit. Die ersten Tage fiel es mir sehr schwer. Ich wollte lieber mit ihm Zuhause sein, mein Baby bei mir habe. Ich horchte immer, ob er nicht doch weinte. Und als er es nicht tat, war ich verunsichert, ob bei uns etwas nicht stimmt. Verrückt!
Inzwischen genieße ich die Stunde im Ruheraum. Dank fehlender Internetverbindung verplempere ich meine Zeit nicht sinnlos, sondern bin bei mir und nehme mir die Zeit für ein gutes Buch. Und Ruhe! Gott, ist das herrlich! Ich habe Vertrauen und weiß, dass man mich holen würde, sollte der Kleine weinen oder stark nach mir verlangen. Das lässt mich entspannen.

Ich freue mich jeden Tag auf die KiTa. Sie gibt uns einen Rhythmus und Routine. Das mag ich sehr. Wir haben inzwischen einen Ablauf, der ganz gut funktionert. Natürlich wir der sich in den nächsten Wochen noch verschieben, weil er länger bleiben wird und ich bald wieder arbeiten gehe, aber die ersten feinen Züge sind erkennbar und das tut mir unheimlich gut. Das locker in den Tag leben war schön, keine Frage, aber für einen Menschen, der Struktur braucht, ist so ein halbstrukturierter Tag schon auch schön. Und ich sehe, wie sehr es dem Kleinen gefällt. Er liebt Kinder und kann sich dort frei entfalten.

Der erste Trennungsversuch der länger andauert und in die Zeit fällt, in der der kleine Mann müde wird bzw. wenn er bis zur Schlafenszeit bleibt, bereiten mir noch etwas Bauchschmerzen, aber vielleicht kommt er auch damit wunderbar zurecht. We’ll see.

Nach 10 Tagen Eingewöhnung kann ich also bisher sagen: läuft.

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