Zurück

Wir sind wieder zurück aus unserem ersten Familienurlaub.

Mittlerweile ist das After-Urlaub-Chaos beseitigt und ich derWäsche und dem anderen Kram Herr geworden. Alles ist wieder an seinen angestammten Platz. Sobald ich Zuhause angekommen bin, muss ich auch sofort alles aufräumen und verstauen. Ich kann es nicht haben, wenn es noch ewig in der Gegen rumfliegt. Aber nun ist endlich alles erledigt. Unglaublich wie viel Zeug man mitschleppt! Ungelogen die Hälfte haben wir nicht gebraucht, aber ich muss auch dazu sagen, dass ich von Strandwetter bis saukalt für alles gewappnet war.

Ok, fast alles. Natürlich habe ich mit Regen gerechnet, aber nicht damit, dass meine frisch imprägnierte Regenjacke doch etwas dichter sein oder meine Schuhe von unten (!) undicht sein könnten. Aber egal!

Mir war vor der Fahrt doch ein bisschen mulmig. Ich erwähnte ja schon ein paar Mal, dass der kleine Mann nicht gerade der begeistertste Autofahrer ist. Es war also schon mutig ein Ziel in mehreren Kilometern Entfernung zu wählen, aber er hat das ganz grandios mitgemacht. Wir haben auf der Hin- und Rückreise einen Übernachtungszwischenstop eingelegt. Wir fuhren morgens los, sodass der Kleine sein erstes Schläfchen während der Fahrt machen konnte. Das klappte auch echt gut und er 2 und einmal sogar 3 Stunden. Sonst ließ er sich vom Freund bespaßen und machte Quatsch. Leider schrie er aber auch lange Strecken, das war ganz schlimm. Mir tut das richtig leid! Er vergießt dabei bittere Tränen und brüllt so richtig. Dann half aber auch keine Pause oder Stillen zwischendurch. Irgendwann schlief er auf einer Fahrt erschöpft ein, das bricht mir echt das Herz, oder wir waren kurz vor dem Ziel. Es lief aber alles in allem viel, viel besser als erhofft und ich bin mächtig stolz auf meinen kleinen Jungen.

Am Ankunftstag regnete es fürchterlich. Es war kalt, ekehalft und die Wettervorhersagen genauso. Ich war müde und hatte richtig Probleme anzukommen. Ich hatte mich so auf den Urlaub gefreut, aber in dem Moment wollte ich am liebsten einfach wieder nach Hause. Auf dem Weg zum Einkaufen, gerieten wir in den Regen, meine Schuhe waren undicht, der kleine Mann hatte auch keine Lust und ach, alles Käse. Ich hatte richtig Heimweh. Ich fühlte mich ein bisschen verloren. Das war ein ganz komisches Gefühl.

Nach ein paar Tagen wurde das aber besser. Mir fehlte immer noch meine gewohnte Infrastruktur. Das gibt mir mit dem Kleinen einfach Sicherheit. In Deutschland weiß ich, wo ich ihn wickeln kann und solche Dinge. In Holland war das alles anders und dank der doch kühlen Temperaturen kam wickeln im Freien nicht in Frage.

Jetzt wo ich wieder Zuhause bin, merke ich aber wie gut mir diese Auszeit tat. Kein Alltag, kein „Ich müsste noch schnell..“. Wir lebten in den Tag, taten was uns gut tat. Wir waren viel an der frischen Luft, verbrachten viel Zeit miteinander. Das war richtig schön. Der kleine Mann genoss die Aufmerksamkeit sichtlich. Vor allem, weil er viel mehr Zeit mit seinem Papa verbringen konnte als sonst.

Wir hatten echt eine schöne Zeit. Wir waren jeden Tag am Stand. Ich hatte mich so darauf gefreut dem kleinen Mann das Meer zu zeigen. Sobald ich das Salz auf der Haut spüre und das Rauschen höre, fühle ich mich viel freier. Ich werde ruhig und könnte es stundenlang beobachten. Strand brauche ich nicht. Aber einfach da zu sitzen und den Wellen zu lauschen. Hach.
Mit großen Augen beobachtete er die Wellen, wie sie an den Strand schwappten. Er schaute neugierig den Möwen hinterher und hielt etwas irritiert den spitzen Finger in den Sand. Leider war es entweder regnerisch oder sehr windig, sodass wir den Kleinen nicht in den Sand legen konnten, ohne, dass er vom Wind paniert oder weggeweht worden wäre.
Auf den kleinen Mann hatte das Meer leider nicht die erhoffte einschläfernde Wirkung. es schien ihm trotzdem gefallen zu haben, er versuchte zumindest einige Male sich von Papas Arm in die Wellen zu stürzen. :D

Vor dem Urlaub hatten wir lange überlegt, ob wir den Kinderwagen mitnehmen sollten. Wir haben uns letztlich dafür entschieden, den Kinderwagen dann aber umsonst einmal quer durch die Republik gekarrt. Wir haben ihn nicht einmal aus dem Auto gepackt. Es war einfach so viel praktischer ihn zu tragen und so taten wir das einfach. Meistens fand er das auch echt toll, schaute sich neugierig um oder schlief. Aber manchmal wurde er auch richtig wütend, brüllte und wehrte sich. Das ist neu. Oft schlief er kurz darauf einfach ein, manchmal half es nur ihn herauszunehmen und auf dem Arm zu tragen. Da wäre der Kinderwagen dann doch nett gewesen. Es war windig und eher kühl, perfektes Tragewetter. Ich packte ihn unter die Kumja und musste ihn so auch nicht besonders dick anziehen. Er hatte es so warm und wir konnten kuscheln. Ich liebe es so sehr, wenn er sich an mich schmiegt und sein Atmen immer ruhiger wird, bis er dann einschläft.

Wir waren jeden Tag unterwegs. Manchmal machte der Kleine seinen Morgenschlaf in der Trage, manchmal gingen wir erst danach los. Meistens waren wir aber vormittags unterwegs, waren dann über den Mittag wieder in der Wohnung, damit der kleine Mann in Ruhe Essen und Mittagsschlaf und wir eine Pause machen konnten und gingen dann nachmittags nochmal los. Wir hatten einen Streichelbauernhof um die Ecke, das war richtig toll. Dort gab es Schafe, Kühe, Hühner und Hasen. Das Kälbchen hat es mir richtig angetan. Das war so niedlich!

Wir liefen viele Kilometer am Stand entlang, liefen durch die Dünen, statteten Den Haag einen Besuch ab und wir waren im Sealife. Die Preise sind meiner Meinung nach völlig überrissen für das, was man bekommt. Für mich alleine, hätte es sich nicht gelohnt, aber für den kleinen Mann war es toll. Er war völlig fasziniert von den Fischen. Die Pinguine und Otter fand er eher uninteressant, dafür konnte er im Tunnel seine Augen überhaupt nicht abwenden. Ich konnte gar nicht aufhören ihn anzusehen. Es war einfach zu schön meine beiden Männer zu beobachten. Der Freund erklärte dem kleinen Mann, was er da sah. Das war so, so schön!

Wir waren ein paar Mal Essen. Einmal bei Oma Toos. Dort gab es unglaublich leckere Pannekoeken. Ich aß einen mit Früchten, Vanileeis, Keksstückchen, Sahne und Erdbeeroße! Moah! Der Freund wählte die extra klebrige Variante mit Stropwaffel, Karamel und Sahne. Und dazwischen saß der kleine Mann in seinem Ikea-Stuhl und machte Quatsch. Er ist so ein neugieriges kleines Kerlchen. Er beobachtete die Umgebung, flirtete mit allerhand Männern und Frauen. Grinste man ihn an, strahlte er zurück. Oder er Wawawawawa!-te und fröhlich umher. Meistens bekam er einfach ein bisschen Brot in die Hand, auf dem er herumlutschte oder er bekam vorher etwas zu Essen oder ich stillte ihn. Das macht so Spaß! Ich liebe das wirklich sehr. Noch vor ein paar Monaten wäre das für mich undenkbar gewesen. Jetzt wo er im Stuhl sitzen kann, ist es dann auch noch entspannter.

Alles in allem war es wirklich ein schöner, erholsamer Urlaub als ich mich dann endlich darauf einlassen konnte. Und beim nächsten Mal, wird der Kleine dann schon richtig im Sand buddeln können. <3

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