9 Monate Januarbaby

Mein kleiner Mann,

du bist heute 9 Monate alt. Das sind genau 39 Wochen!

Wenn ich für diesen Monat in nur einem Wort beschreiben müsste, wäre es „Bewegung“.
Du hast dich nicht lange mit dem Zurückdrehen aufgehalten, kaum hattest du den Dreh raus, ging es weiter und du versuchtest nach vorne zu kommen. Nur wenige Tage danach begannst du mit einem Affenzahn durch die Wohnung zu robben. Dabei hebst du deinen Popo an, was dir den Fortbewegungsstil einer Raupe verleiht. Untermalt wird das Ganze von deinem Dadadadada, das wie ein Düsenantrieb zu wirken scheint. Du sitzt annähernd stabil, manchmal fällst du noch um, weil du vergisst, dass du dich nicht einfach so drehen kannst, aber du sitzt da und spielst ganz seelig oder schaust dir mit mir Bücher an, ohne dass ich dich stützen muss.

Du magst es Menschen um dich zu haben. Du beobachtest deine Umgebung ganz genau und wenn du soweit bist, nimmst du Kontakt auf. Womit du gar nicht zurechtkommst, ist, wenn Babys weinen. Du drehst sofort den Kopf suchend herum und kurz darauf füllen sich deine Augen mit Tränen und die Mundwinkel zucken bedrohlich. Man sieht richtig wie du mit dir kämpfst, erst wenn ich dir versichere, dass das andere Kind gut versorgt ist, lässt du dich beruhigen. Ähnlich verhält es sich, wenn die Kinder um dich herum sehr laut sind.

Wenn du etwas tust und merkst, dass es die Aufmerksamkeit deines Gegenübers erregt, wiederholst du es immer wieder. Wirst du dann angegrinst, ziehst du alle Register, quietschst, brabbelst und ziehst Grimassen. Du bist ein richtiger, kleiner Entertainer.
Apropos Brabbeln. Das machst du im großen Stil. Ganz egal, ob uns oder deinen Spielsteinen, du hast viel zu erzählen. Laut und leise. Du quietschst und brummst. Da gibt es ernste Dadadas, ein ganz geschäftiges Jajajaja und verträumte Hattahattahattas. Du bist eine kleine Kichererbse. Ich kann von deinem Lachen nicht genug bekommen.
Besonders lustig findest du es, wenn ich die Lippen schnalzen lasse. Seit kurzem machst du das auch! Du fährst dir mit deiner Faust oder deinem Finger über die Lippen und lässt dein niedliches Brbrbrbrbr ertönen. Das ist so lustig!

Mein kleiner Räuber, du bist gleichzeitig ganz ruhig und unheimlich wild. Du hast einen Hundeblick, damit könntest du jeden noch so großen Stein erweichen. Wenn du deine Unterlippe dann noch nach vorne schiebst, ist es wirklich ganz vorbei. Aaaawww! Ist das einzige, das ich da noch denken kann. Ach, wie oft ich das denke. Wenn du mir diesen intensiven Blick mit deinen wunderschönen blauen Augen schenkst, könnte ich zerspringen vor Liebe und Glück. Du hast mir mein Herz gestohlen.

Du hast einen sehr ausgeprägten Entdeckungsdrang. Wenn du wach bist, bist du in Bewegung oder hast etwas in deinen Fingern, das du erkunden kannst. Du liebst Luftballons, Bändel, Reißverschlüsse und Kabel jeder Art. Du kannst unglaublich wütend werden, wenn wir dich mal wieder von den Fernsehkabeln pflücken. Es ist eben nicht nur Sonnenschein. Du möchtest alles haben und erkunden, das geht leider nicht und das wiederum findest du überhaupt nicht lustig. Das kann auch mal in Tränen enden.

Wickeln findest du langweilig und möchtest am liebsten sofort weg. Das versuchst du auch, was das Ganze einem Ringkampf gleichen lässt. Ich muss schon alle meine Überredungskünste aufbringen, um dich dazu zu bewegen still zu halten, während du dich wie eine Brezel nach allem verbiegst, was in dein Blickfeld kommt. Alternativ zerpflückst du auch gerne ein Kosmektiktuch in seine Einzelteile und lässt mich in der Zeit gewähren.

Du wirst gegen 19 Uhr müde. Wir bringen dich nach wie vor gemeinsam ins Bett, Papa liest dir eine Geschichte vor, während ich versuche dich zu bändigen und in den Schlaf zu stillen. Das brauchst du nach wie vor. Allerdings schaffst du es nicht immer ruhig zu werden und kugelst weiter hin und her. Neu sind deine Stillversuche in Bauchlage. Hierbei möchtest du aber nicht gemütlich auf dem Bauchliegen, sondern hältst den Kopf oben, das sieht ziemlich unbequem aus und du drückst so mit der Brust die Nase zu. Aber dennoch versuchst du es immer wieder. Du möchtest mehr kuscheln und brauchst aktuelle eine intensive Kuscheleinheit bevor du zur Ruhe finden kannst. Ich genieße diese Minuten ganz besonders.

Tagsüber schläfst du immer öfter ohne zwischendurch stillen zu wollen. Du brauchst tagsüber etwa 3-3,5 Stunden Schlaf, um richtig ausgeschlafen zu sein. Obwohl deine Schlafdauer momentan zwischen 1,5 und 4 Stunden schwankt, bist du wie ein kleines Uhrwerk, wenn es um deine Müdigkeit geht. Immer öfter klappt das Schlafen ohne zwischendurch stillen zu müssen, trotzdem hast du mich gerne in deiner Nähe.
Seit etwa 2 Wochen schläfst du abends schlechter. Normalerweise meldest du dich nach etwa 4 Stunden, zurzeit kann es aber auch sein, dass ich schon nach 30 Minuten das erste Mal nach dir sehen muss.

Das könnte aber auch an dem Schnupfen liegen, der dich erwischt hat. Du schnodderst und röchelst vor dich hin und bekommst auch beim Stillen schlecht Luft. Alles, was dir Linderung verschaffen könnte, ist allerdings des Teufels und du wehrst dich mit all deiner Kraft dagegen. Ich versuche dir zu erklären, was ich tun werde und warum. Lasse dich die Salzwassertropfen probieren und mit dem Sauger spielen. Du lehnst die Behandlung natürlich trotzdem ab, aber beruhigst dich immerhin sofort wieder, wenn der Spuk vorbei ist.

Wir haben die Babyschale durch den Sportaufsatz ersetzt. Es gefällt dir, dass du nun besser sehen kannst, was um dich herum passiert. Bei unserem ersten Ausflug bist du sogar darin eingeschlafen. Außerdem kannst du so ganz bequem die Füße hoch legen.

Du trinkst nicht viel, aber du hast großen Spaß daran. Am liebsten trinkst du aus deiner Strohhalmflasche. Ich wollte ausprobieren, ob du das kannst und staunte nicht schlecht als du einfach losgetrunken hast, als hättest du nie etwas anderes getan.
Du liebst Obst in jeglicher Form. Es ist bisher noch nichts auf dem Tisch gelandet, das du verschmäht hättest. Birnen, Himbeeren und Zwetschgen sind besonders beliebt. Aber auch sonst probierst du alles. Sobald dein Papa oder ich uns etwas zu essen in den Mund stecken, streckst du deine Händchen danach aus und formst ein Mäulchen. Die Mengen, die in deinem Magen landen, sind nach wie vor sehr überschaubar, aber sie werden mehr.
Du verstehst die Babyzeichen für „Essen“, „Trinken“, „mehr“ und „Milch“. Bei letzterem drehst du den Kopf zu meiner Brust. Das finde ich richtig cool. Ich bin schon sehr gespannt, ob du die Zeichen irgendwann selbst verwenden wirst.

Du bist zum ersten Mal Karussell gefahren und geflogen. Von beidem hast du keine besondere Notiz genommen. Das Karussell war dir etwas suspekt, das versuchen wir einfach noch einmal, wenn du größer bist.

Du bist mein Herz, mein kleines,großes Wunder. Du bist so groß geworden, ein richtig kleiner Junge. In drei Monaten feiern wir deinen ersten Geburtstag, ich kann es nicht fassen.

Ich liebe dich.

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