Alltag 

Samstags fahren wir in die Stadt, um auf dem Markt Obst und Gemüse für die Woche zu besorgen.
Da der kleine Mann ja immer recht früh und aktuell noch vor dem Hahn in der Nachbarschaft wach wird, fahren wir ganz früh los. So ist es in der sonst so wuseligen Stadt noch gähnend leer und wir können ganz entspannt über den Markt schlendern, ohne uns durch die Menschenmassen zu drücken.

Meist ist das auch in etwa die Zeit, zu der der kleine Mann wieder müde wird. Seit einer Weile fällt es ihm schwerer in der Trage einzuschlafen. Es ist alles so furchtbar spannend. Wir hatten unseren Markteinkauf erledigt, einen Abstecher zu DM gemacht (Windeln!) und waren gerade auf dem Weg zum Auto als der kleine Mann sich aufhörte gegen die Trage zu stemmen und einschlief. Die letzten Male fuhren wir einfach Heim. Heute entdeckten wir, dass dem Freund jemand in der Tiefgarage ins Auto gefahren sein musste und weil er jetzt Ablenkung brauchte, ich Hunger hatte und das Baby schlief, schlug ich vor frühstücken zu gehen.

Das hatten wir seit der Schwangerschaft nicht mehr gemacht. Wir begaben uns also ohne Umwege direkt in das niedliche Café, bekamen den letzten Platz in einer Nische und bestellten uns ein großes Frühstück. In dem Moment wurde der kleine Mann nach viel zu kurzen 30 Minuten wach, wollte von Schlaf aber nichts mehr wissen. Ich schälte ihn aus der Trage, nahm ihn auf den Schoß, von wo aus er ganz

neugierig umher schaute.

Wir saßen also zusammen in einem Café frühstückten Croissants, Brötchen, Wurst, Käse, Aufstrich und Rührei. Ich mit Chai Latte, der Freund mit Kaffee. Und dazwischen saß unser kleiner Junge, mümmelte an Gurke und Melone herum. Als er keine Lust mehr darauf hatte, stillte ich ihn und dann machten wir uns auch schon wieder auf den Weg. Das fühlte sich so perfekt an.
Das war das erste Mal seit der Geburt, dass wir auswärts gegessen haben. Ich habe das sehr genossen!

Ich freue mich einfach riesig über diese Entwicklung, die wir gemacht haben. Ich bin viel entspannter und routinierter geworden. Wenn er wach wird, wird er eben wach. Wenn er Hunger hat, stille ich ihn. Die Nische war da natürlich schon komfortabel, aber mittlerweile klappt das diskret Stillen ganz gut.
Vor ein paar Monaten war das noch ganz weit weg. Da hätte das Baby in der Trage wahrscheinlich alles verschlafen, aber allein der Gedanke, es könnte wach werden und stillen wollen, stresste mich so, dass ich gar nicht auf die Idee kam auswärts Essen zu gehen.

#Meilenstein } Babyschlaf

[Der kleine Mann ist 29 Wochen alt.] 

Gerade ist etwas ganz Besonderes passiert. Mein „Ich kann nur schlafen,wenn ich stille“ Baby ist gerade zum ersten Mal einfach eingeschlafen.

Nach dem Baden zog der Freund den kleinen Mann um und wir gingen ins Schlafzimmer. Dort pustete der Papa das Licht aus und wir machten es uns gemütlich. Und während der kleine Mann seinen Appetit stillte, las uns der Freund eine Geschichte  von Pu dem Bären vor.

Danach zappelte er wie immer noch ein bisschen rum, erzählte mir auch eine Geschichte. Stillzeit ein bisschen und arbeitete sich weiter rotierend durchs Bett, während ich da lag und ihn machen ließ.
Und plötzlich war es ruhig. Es kam schon oft vor, dass der Kleine kurz ganz hypnotisiert an die Decke starrt und nach einer kurzen Verschnaufpause nochmal alles gibt. Aber dieses Mal nicht.

Die Augen waren zu. Einfach so. Ohne meine Hilfe, ohne zu stillen oder andere Hilfsmittel. Keine Tränen. Ich bin gerade richtig von den Socken.
Mein Baby ist allrine eingeschlafen!!! Das ist bisher genau ein einziges Mal passiert, irgendwann um das Wochenbett herum und da schlief er dann 5 Minuten.

Wahnsinn. Ich bin echt völlig durch den Wind gerade. Das ist fantastisch! Und vielleicht muss ich gerade auch ein bisschen kniepern vor Freude und weil mein Baby so schnell groß wird.

#Meilenstein

[Der kleine Mann ist 24 Wochen & 5 Tage alt]

Der kleine Mann erwachte mit prächtiger Laune und so beschloss ich gleich ganz früh schon mit ihm raus zu gehen, ehe er müde wird. Und weil der Freund etwas bummelte und deshalb mit dem späteren Zug zur Arbeit fuhr (ein Hoch auf Gleitzeit!), konnte er mir den Kinderwagen aus dem Keller holen und ich ohne Baby vor dem Bauch spazieren gehen.
Das gute Stück setzt dort unten nämlich Spinnweben an, weil es mir alleine einfach oft zu kompliziert ist den Kinderwagen aus dem Keller nach oben zu wuchten. Vor allem, wenn ich nur mal eben kurz was erledigen muss.

Als Kind geschnappt, die Trage zur Sicherheit eingepackt, etwas zum Spielen unter den Arm und ab dafür. Wir brachten den Papa zum Bahnhof und spazierten dann zum Wald. Dort lief ich mal wieder an dem wunderschönen Spielplatz vorbei und kam direkt ins Träumen. Ich freue mich so sehr dort mit dem Kleinen zu toben. Aber keine Eile, Kleiner! Nach 30 Minuten wurde der Kleine etwas nörgelig, es war auch schon fast wieder Schlafenszeit. Ich setzte mich in den Wald, genoss den Wind und stillte das Kind, das den raschelnden Blätterwald beobachtete.
Ich hatte ja die Hoffnung, dass er vielleicht beim Stillen einschlafen und ich ihn dann in den Kinderwagen legen könnte. Das hat ja immerhin schon einmal geklappt. Insgeheim rechnete ich aber mit Gebrüll, deshalb die Trage als Backup.

Ich legte ihn zurück, schlug das Verdeck zurück, sodass er weiterhin die Blätter beobachten konnte und ging los. Zwischendurch reichte ich ihm seinen Schnuller, auf dem er, wie immer, kurz herum kaute und ihn dann wieder ausspuckte. Gut, dann nicht. Mittlerweile war es 8 Uhr und mein eigentliches Ziel, das Bürgeramt, geöffnet. Da wollte ich auf jeden Fall noch hin und dann nach Hause ins Bett.
Ich stand dann vor verschlossener Tür, da heute der Betriebsausflug stattfand.

Auf dem Weg nach Hause wurden die Augen des kleinen Mannes immer Kleiner. Ich breitete das Sonnensegel aus und dachte einfach, ich versuche mal mein Glück und laufe weiter. Vielleicht klappt es ja. Es wurde ruhiger im Kinderwagen. Beim Blick hinein, öffnete er wieder seine Augen. Ich rechnete jederzeit mit Gebrüll und dann passierte es einfach. Er schlief ein.

Das hört sich vielleicht lächerliche an. Aber für mich ist das so eine große Sache. Der Kinderwagen war bisher eher geduldet als geliebt. Seit er greifen und sich beschäftigen kann, ist das auch ganz ok, aber wenn er müde wird, will er raus. Er schläft wirklich nie, nie, nie im Kinderwagen ein. Es kam genau drei Mal vor, dass wir ihn schlafend in den Kinderwagen legen konnten. Sonst war immer Alarm, sobald er müde wurde. Das heißt jetzt natürlich nicht, dass das immer klappt. Aber es ist toll! Denn es zeigt mir, dass er es kann. Und es verschafft mir mehr Freiheiten.

Denn wenn es warm wird, ist es hier gleich immer richtig heiß. Bereits um halb zehn schwitzte ich wie ein Schwein überm Grill. Zugegeben, das ist seit der Geburt auch echt viel mehr, aber boah! Das ist heiß. Zu heiß für mich. Da macht es uns beiden keinen Spaß mehr zu tragen, auch wenn ich es wirklich sehr liebe. Und ich kann und will eben doch nicht immer nur in der Wohnung sitzen. Dass er den Kinderwagen akzeptiert und dann sogar darin einschlafen kann, das ist wie eine Offenbarung für mich. Ehrlich, ich bin ganz euphorisch!

Er wird groß, der Kleine.

1. Meilenstein

[12 Wochen und 0 Tage]

Heute beginnt die 13. Schwangerschaftswoche. Der 4. Monat und damit auch das 2. Trimester.

Noch immer kann ich es nicht fassen, dass du dich auf den Weg gemacht hast. Dass du entschieden hast, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist.
Wenn ich die Bilder von dir sehe, ist es noch immer unglaublich, dass du da in meinem Bauch sein sollst. Denn nichts deutet darauf hin. Und gleichzeitig bist du schon so sehr Teil meines Lebens. Am Montag sahen wir dich und wir waren wieder einmal ganz verzückt.

Du bist absolut zeitgerecht entwickelt. Wir konnten einen Blick auf dein Gehirn und deine Rippen werfen. Und wir wissen nun, dass du zehn Finger und zehn Zehen besitzt. Es ist so unglaublich, dich in mir zu beobachten, wie du dich bewegst und dein kleines Herzchen wild puckert. Du vollkommener, kleiner Mensch!

Ich bin so vernarrt in dich.