12 Monate Januarbaby

Mein Räuberkind,

du bist heute 12 Monate alt. Ein Jahr! Ist das zu fassen?!

Gestern erst lagst du noch nackt auf meiner Brust und heute tobst du durch unser Leben.
Ich kann mir ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen.

Es fällt mir schwer diesen Bericht zu schreiben, alles einzufangen, was dich ausmacht. Dich noch ein bisschen größer werden zu lassen. Du bist so viel mehr als deine Fähigkeiten. Dein Wesen zu erfassen erscheint mir schier unmöglich, du bist so facettenreich.
Und auch wenn ich versuche all deine Entwicklungsschritte und Eigenheiten zu erfassen und festzuhalten, bleibt es doch nur ein Versuch. Es sind die Feinheiten, die dich ausmachen.

Du bist nun offiziell ein Kleinkind. Inoffiziell bist du schon lange kein Baby mehr, für mich und mein Herz wirst du das aber wohl für immer bleiben.
Ich staune jeden Tag über dich. Du bist so groß geworden!

Du wiegst knapp 9,5 kg und bist 74 cm groß. Du trägst Größe 74. Obenrum ist es teilweise auch noch eine 68, während du an den Beinen auch schon gelegentlich Größe 80 trägst. Du hast die schönsten blauen Augen und eine blonde Stubbelmähne. Die Zotteln reichen dir bis ins Gesicht, aber noch bringe ich es nicht übers Herz dir die Haare zu schneiden. Wir bürsten sie dir deshalb immer in deinen natürlichen Seitenscheitel.
Soviel zu den körperlichen Gegebenheiten.

Es sind die kleinen Dinge, die mich staunen lassen. Du bist so selbstständig geworden. Du schnappst deinen Trinkbecher, so selbstverständlich als hättest du nie etwas anderes getan. Wie du deine Umwelt wahrnimmst, wie verständig du schon bist! Das überrascht mich wirklich immer wieder! Als ich dich vor kurzem fragte, ob du müde bist, riebst du dir die Augen. Ich erwiderte, dass du ja schon mal ins Schlafzimmer gehen könntest, da krabbeltest du los, schobst die Tür auf (das machst du sehr gerne!) und wartetest vor dem Bett auf mich. Ich hab vielleicht Bauklötze gestaunt! Du hast „Füße zuerst!“ verinnerlicht und kletterst selbstständig vom Bett, aber nur, wenn ich dabei bin. Sonst wartest du und rufst mich.
Deine Nachtschlaffunktion ist kaputt. Du gehst gegen 19 Uhr ins Bett. Entweder wachst du sehr früh auf oder du bist nachts 1-2 Stunden wach. Es gab wirklich wenige gute Nächte in diesem Lebensmonat, die waren dafür richtig, richtig super! Einmal schliefst du 8 Stunden! Leider war das die große Ausnahme. Das ist aber vielleicht auch deiner Entwicklung geschuldet. Ich kann dir richtig zusehen, wie du dazu lernst.
Die Abstände zwischen deinen Schläfchen werden immer größer. Schläfst du morgens „länger“, kann es sein, dass du auch mit nur einem Schläfchen über den Tag kommst. Meist hängst du dann ab 17 Uhr in den Seilen, hinlegen ist dann aber auch keine Option. Du feilst da noch dran. Ich habe Hoffnung, dass sich da wieder einpendelt.

Du schläfst gerne auf dem Bauch. Seit neuestem ziehst du dabei deine Beinchen an dich heran und streckst den Po in die Luft. Oder du schläfst alle Viere weit von dir gestreckt unter meiner Decke, nachdem wir – wie immer zum Einschlafen– ausgiebig gekuschelt und gestillt haben. Das ist meist der ruhigste Schlaf.

Du krabbelst! Ich habe ehrlich gesagt nicht mehr damit gerechnet, nachdem du nach deinen ersten Tappsern sämtliche Krabbelversuche wieder eingestellt hattest. Plötzlich unternahmst du dann aber doch ein paar Versuche und seit du erkanntest, dass du damit noch schneller vorwärts kommst, machst du nichts anderes mehr.
Bei jeder erdenklichen Gelegenheit stellst du dich hin und hangelst dich an den Möbeln entlang. Mittlerweile machst du das sehr souverän. Du versuchst auch größere Lücken zu überbrücken, manchmal löst du dabei für den Hauch einer Sekunde beide Hände. Sobald du das merkst, klammerst du dich sofort wieder an deine Laufhilfe. Du setzt dich aus dem Stand wieder hin, indem du dich auf die Knie fallen lässt. Verlierst du das doch das Gleichgewicht, was wirklich selten vorkommt, rollst du dich mit einer gekonnten Bewegung über die Schulter ab oder fängst dich auf.

Dass du noch nicht frei stehen kannst, hält dich aber nicht davor ab erste Kletterversuche zu unternehmen. Du liebst den Nervenkitzel! Ich für meinen Teil bekomme einen kleinen Herzanfall, wenn ich sehe wie du auf deine Wippe kletterst, hinstellst und freihändig an sie angelehnt versuchst irgendwelche Dinge zu erreichen. Ist dein Ziel zu weit entfernt, versuchst du noch ein paar Zentimeter rauszuholen, indem du dich auf die Zehenspitzen stellst und ganz lang machst.

Du wirfst den Ball und flitzt hinterher, so kannst du dich eine ganze Weile beschäftigen. Rollt er dabei unter das Sofa, legst du dich ganz flach hin und schaust darunter, statt dich fragend umzusehen wie bisher. Aber auch mit deinem Motorikwürfel, der Waschmaschine oder leeren Wasserflaschen kannst du dir ausgiebig die Zeit vertreiben. Du kletterst in jede Kiste und den Wäschekorb und lässt dich darin durch die Gegend ziehen. Dabei grinst du wie ein Schneekönig und brabbelst aufgeregt vor dich hin.

Du bist sehr gesprächig und kannst dich wirklich gut verständigen. Du sagst „Mamamama“ und meinst mich. Und du sagst „nai“.
Neben dem hohen „dadada“, mit dem du dich durch die Wohnung bewegst, hast du auch die tiefen Töne entdeckt und erkundest sie voller Hingabe. Dein mit innen gerichtetem Ton gebrummtes „Wawawa“ mit ganz breitem Mund und geschäftigem Gesicht, das dich wie ein kleines Murlock klingen lässt, ist dabei dein Favorit.
Du zeigst mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf etwas, rufst „Da!“ oder siehst mich fragend an.
Ich erkläre dir dann, was du siehst, was du dann ganz leise vor dich hinmurmelnd in deiner bezaubernden Sprache wiederholst. Neulich war es „oben“ und „unten“, das mit „dat“ und „dadadat“ immer und immer wieder hochkonzentriert wiederholt und mit Gesten untermalt wurde. Du glaubst gar nicht, wie sehr es mich fasziniert dich beim Lernen zu beobachten.

Neben deinem Fingerzeig, schüttelst du ganz vehement den Kopf, wenn du etwas nicht willst. Dabei fliegen deine Haare wild hin. Du glaubst gar nicht, wie putzig das aussieht! Passt dir etwas ganz und gar nicht oder ich verstehe nicht schnell genug, kannst du auch sehr ungehalten werden. Du schimpfst dann wie ein kleiner Rohrspatz mit mir, ziehst die Nase kraus, formst eine Schnute und ziehst entrüstet die Augenbrauen zusammen. Richtig wütend, schüttelst du deine Fäustchen.

Du isst fast alles, was man dir zu Essen gibt. Du liebst den Linsencurryaufstrich, Erdnussmus und Frischkäse mit Obstmus. Heidelbeeren, Naturjoghurt, Mozzarella, Brokkoli, Karotten und Schmetterlingsnudeln. Wurst und Käse werden augenblicklich vom Brot gefummelt und zuerst verspeist, Aufstrich leckst du ab. Manchmal isst du das Brot mit, oft wirfst du es dann auf deinen Teller oder streckst es mir hin. Halte ich das Brot und lasse dich abbeißen, isst du es fast immer komplett auf. Du teilst dein Essen mit uns.

Die Mengen, die dabei in deinem Magen landen, werden immer größer und sind nun bei nennenswerten Größe angelangt. Ich habe aber auch das Gefühl, dass du neben dem Einschlafstillen öfter und expliziter Milch einforderst. Da reißt du plötzlich wie verrückt an deinem Lätzchen, drehst den Kopf weg und stemmst dich gegen deinen Stuhl bis ich dich rausnehme. Stille ich dich dann, trinkst du ganz gierig und zeigst dabei das Babyzeichen für „Milch“. Ich finde es wirklich beeindruckend wie kompetent du bist.

Du fremdelst nicht und hast es bisher auch nicht getan. Im Gegenteil bist du sehr kontaktfreudig. Du bist sicherer und selbstbewusster geworden. Zwischen anderen Kindern bewegst du dich völlig selbstverständlich. Du versicherst dich mit einem kurzen Blick, ob ich noch da bin, setzt dann aber deine Erkundungstour fort. Zwischendurch kommst du angeflitzt, kletterst auf meinen Schoß und schmiegst dich an, um in Windeseile deinen Akku aufzuladen und weiterzumachen.
Zuhause bist du gerne bei mir. Eigentlich verfolgst du mich überall hin und fühlst dich am wohlsten, wenn du auf meinem Arm sein kannst oder ich neben dir auf deiner Spieldecke sitze.

Du kleiner Mensch, du machst mich unheimlich glücklich. Alles an dir fasziniert mich.
Ich wünschte, du könntest dich durch meine Augen sehen und diese Emotionen fühlen, die durch meinen Körper rauschen, wenn ich dich beobachte. Du bist das Glück in seiner reinsten Form.

Es ist so schön, dass du da bist.

Ich liebe dich!

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Vorgeburtstagscheckup

Letzte Woche war es nun wieder soweit. Die u6 und damit die letzte Untersuchung im ersten Lebensjahr stand an.

Ich war schon richtig neugierig darauf wie sehr der Kleine gewachsen sein würde. Diese Neugier wurde auch gleich zu Beginn gestillt.
Der gar nicht mehr so kleine Mann ist nun 74 cm groß und 9.460g schwer. Damit hat er seit Bewegung in das Kind kam 400g zugenommen, was aber völlig in Ordnung ist. Und auch der Kopf ist ein bisschen gewachsen und hat nun einen Umfang von 45,5 cm.

Während wir auf den Kinderarzt warteten füllte ich noch einen Fragebogen darüber aus, was der Kleine so kann und beantwortete die Fragen der Arzthelferin zum Stillen und sonstigen Dingen. Das war insoweit nichts besonderes. Allerdings sollte ich mir merken, gerade was das Stillen und die Beikost angeht, einfach mal zu schwindeln. Dann erspare ich mir nämlich Ratschläge nach der Art „Stillen Sie einfach 2-3 Tage nicht, dann fangen die Kinder meistens an ordentlich zu essen.“ Ich lache immer noch. In diesem Fall, war ich gar nicht böse, denn es war freundlich formuliert und sie meinte, wenn ich an der Situation etwas ändern wolle, könne ich es so machen.
Ein paar Tage gar nicht stillen sind aber keine Option, das fände weder mein Körper noch das Baby besonders lustig. Außerdem möchte ich ja nicht abstillen und habe auch sonst nichts dergleichen geäußert. Es ist für mich völlig in Ordnung, dass der kleine Mann sich noch nicht komplett satt isst oder nicht Onkel Hipps Portionsvorgaben vertilgt. Der weiß schon was er macht. An manchen Tagen bin ich total überrascht wie viel er isst, an manchen möchte er fast nur stillen. Das wird sich mit dem KiTa-Start ohnehin alles nochmal neu einpendeln, bis dahin gebe ich ihm das gerne. Außerdem bin ich nicht bereit ein schreiendes Kind in den Schlaf zu tragen oder jetzt noch mit Fläschchen anzufangen.

So, genug davon. Im Anschluss an das Wiegen, wurden die Augen des Kleinen gecheckt. Da ausnahmslos alle in unseren Familien Brillenträger sind, lag mir das besonders am Herzen. Ich habe online vom Amblyopiescreening gelesen und dann mit Freude festgestellt, dass unser Kinderarzt ein entsprechendes Gerät hat und unsere Krankenkasse sogar die Kosten dafür trägt. Das ging super schnell und das Ergebnis war unauffällig. Da fiel mir direkt ein Stein vom Herzen.

Dann folgte der körperliche Teil. Der Kinderarzt checkte Augen, Ohren und Lunge. Alles da, alles dran. nur Zähne sind noch keine in Sicht. Sämtliche Reflexe, machte ein paar Beweglichkeits- und Reaktionstests und bescheinigte uns ein quietschfideles, rundum gesundes, zeitgerecht entwickeltes Kind. Das war schon in der Schwangerschaft das schönste, was man mir über mein Kind sagen konnte.
Kurz vor Schluss folgte dann der unangenehme Teil: die Impfung. Ich hatte dem kleinen Mann wie immer schon erzählt, was so passieren würde und dass es vielleicht weh tun würde.
An dieser Stelle muss ich direkt mal ein Lob an unseren Augenarzt aussprechen. Der kann Spritzen setzen wie kein Zweiter, die merkt man wirklich kaum. Ich machte mich trotzdem auf Tränen gefasst, denn bisher fand der kleine Mann das nicht besonders lustig. Zu meiner großen Überraschung ersten Piekser schaute der Kleine ganz interessiert zu uns verzog keine Mine. Ich war sowas von baff! Mit Krokodilstränen hatte ich gerechnet, aber damit nicht. Bei der zweiten Spritze weinte er ganz kurz auf, beruhigte sich aber quasi sofort wieder. Es reichte nicht einmal für eine Träne, so schnell war es vorbei. So ein tapferer kleiner Mann!

Und damit es nicht so unfair ist, habe ich meinen Impfschutz auch direkt noch vervollständigen lassen.
Am Tag der Impfung war er etwas müde und -anhänglicher, aber die Reaktion auf die MMR-Impfung tritt laut Kinderarzt üblicherweise 7-10 Tage nach der Impfung auf. Ich hoffe sehr, dass er davon verschont bleibt.

11 Monate Januarbaby

Mein Räuberkind,

du bist heute 11 Monate alt. Das sind genau 47 Wochen und 5 Tage.

Nur noch einen Monat bis wir deinen ersten Geburtstag feiern! Ist das nicht unglaublich? Es ist als wärst du erst gestern geboren und doch schon immer bei uns. Du hast ganz selbstverständlich deinen Platz in unserer Mitte gefunden.
Du trägst Oberteile in Größe 68/74, bei Hosen darf es 74/80 sein.
Pünktlich zu deinem 10. Monatsgeburtstag begannst du dich auf die Knie zu ziehen. Das war wie ein Startschuss, denn von dort an ging es Schlag auf Schlag. Man konnte dir richtig zusehen, wie du täglich dazugelernt hast. Innerhalb von einer Woche gingst du in den Vierfüßlerstand, setztest dich hin, begannst dich in den Stand zu ziehen und krabbeltest sogar deine ersten Tapser.

Danach hast du die Krabbelversuche wieder eingestellt als hättest du uns sagen wollen „Na, habt ihr das gesehen? Ich kann es! Ich hab nur keine Lust dazu!“. Ab und zu gingst du mit den Armen nach vorne und zogst deinen Popo dann nach. Ich dachte ja, dass du das Krabbeln einfach auslässt, weil du so flink mit deiner Robbtechnik vorankommst – bis gestern. Du warst ganz vertieft in dein Spiel und beim Versuch an deine Robbe zu erwischen, bist du wirklich hingekrabbelt. Danach hast du es noch ein paar Mal getan, immer nur ein paar Tapser bis du gemerkt hast, was du da tust und dann doch lieber weitergerobbt bist. Möglicherweise bin ich ein bisschen ausgeflippt vor Freude und Stolz.

Du beginnst nun dich überall hochzuziehen und das Stehen zu üben. Noch bist du etwas instabil, aber du stehst schon deutlich sicherer. Nur, wenn du gerade in etwas vertieft bist und vergisst, dass du noch stehst, verlierst du das Gleichgewicht. Du versuchst auch dich aus dem Stand hinzusetzen, dazu reicht die Kraft in deinen Beinchen aber noch nicht ganz aus und du lässt dich die letzten Zentimeter auf den Po plumpsen.

Du bist mein kleiner Hauself. Du bekletterst die Spülmaschine, kaum habe ich sie geöffnet. Du hast einen Narren an unserem Staubsauger gefressen. Sobald ihn anstelle, quiekst du vor Freude auf und robbst ihm überall hinterher und untersuchst ihn ganz genau. Du hilfst mir die Wäsche zu sortieren und du sorgst dafür, dass der Tupperschrank immer ordentlich eingeräumt ist.

Mit deinem Spiegelbild und damit kannst du dich nämlich sehr ausgiebig beschäftigen. Seit dir dein Papa gezeigt hat, wie man einen Trichter zu einem Musikinstrument macht, trötest du immer in den Trichter. Das ist so lustig! Am schönsten ist aber einfach deine eigene Freude darüber.

Du räumst aber nicht nur aus! Nein, seit ein paar Tagen räumst du deine Holzklötze auch wieder in die Kiste. Vorher gab es immer nur einen Weg. Ich könnte dich ewig beobachten wie du da hochkonzentriert sitzt und dein Klötzchen vorsichtig in die Kiste legst, um sie dann kurz darauf schwungvoll wieder nach draußen zu befördern. Überhaupt bist du ausdauernder in deinem Spiel seit du dich selbstständig hinsetzen kannst. Ich glaube, das ist DIE Errungenschaft dieses Monats für dich.

Darüber hinaus hast du so viele „kleine“ Dinge gelernt.

Du gibst High-Five und du klatschst! Meine Güte ist das niedlich! Diese neue Fähigkeit feierst du so sehr, dass du es sogar im Halbschlaf tust. Du hast dein Nikolausgeschenk ganz alleine ausgepackt, nicht einmal eine Ecke mussten wir dir lösen. Ich weiß nicht, wer von uns stolzer war.
Deine Liebe für Bücher ist ungebrochen. Sobald ich ein Buch raushole, kletterst du auf meinen Schoß und beginnst darin zu blättern. Du fegst den Stapelturm meistens mit einer lockeren Handbewegung um, aber manchmal nimmst du die Becher auch ganz behutsam herunter.
Du spielst gerne Ball und schleuderst ihn mittlerweile auch wieder zurück.

Manchmal bin ich erstaunt wie viel du verstehst. Du reagierst schon eine ganze Weile auf deinen Namen, aber wenn ich dich z.B. bitte, deine Stifte zu holen tust du es oder drehst dich zumindest nach ihnen um.
Ich binde immer mehr Babyzeichen in unseren Alltag ein, sofern ich daran denke. Ich glaube, das hilft dir. Du verwendest sie zwar noch nicht aktiv, aber beim Zeichen „Milch“ drehst du deinen Kopf zu meiner Brust, wenn du stillen möchtest. Du hast eben deine eigenen Zeichen. Ziehst du am Lätzchen oder wirft dein Essen auf den Boden (oder reibst es in deine Haare), bist du satt. Du haust auf den Tisch und forderst damit mehr ein. Und du sagst schmatzend „Mam-mam“, wenn du stillen möchtest.

Wo wir gerade beim Thema Essen sind. Es kommt vor, dass du nicht mehr selbst essen magst, nach meiner Gabel greifst und gefüttert werden möchtest. Du übst aber auch selbst mit Löffel und Gabel zu essen. Meistens lade ich dir das Essen auf, du führst es zum Mund und nimmst es kurz davor dann doch in die Hand. Sonst hat sich an deinem Essverhalten nicht viel verändert. Du isst nach wie vor bei uns mit, bekommst aber auch gelegentlich Brei. Du isst mal mehr, mal weniger, aber nach wie vor eher überschaubare Mengen. Du fährst total auf Nudeln mit Tomatensauce, Naturjohurt, Himbeeren bzw. Obst allgemein, Frischkäsebrot und Wiener ab. Letztere durftest du mal probieren, nachdem du sie uns fast vom Teller gestarrt hast. Und du liebst Gemüse, ja sogar Rosenkohl hast du verschlungen!

Auch was das Stillen angeht, hat sich im Grunde nichts verändert. Wir stillen morgens, zu deinen zwei Schläfchen, manchmal nachmittags, zum Einschlafen und nachts aktuell recht häufig. Wenn wir unterwegs sind und keine Ruhe findest, hältst du auch länger ohne aus.

Unsere Nächte sind immer noch eher unruhig. Schon kurz nach dem Einschlafen verlangst du öfter nach mir, ich glaube nur 2 oder 3 mal musste ich nicht nach dir sehen, ehe ich ins Bett ging. Das zieht sich durch die Nächte. Es gab ein paar Nächte, in denen wir nur 2 Mal stillten, meistens zähle ich aber nicht mit. Immerhin wirst du nicht mehr so oft schreiend wach, sondern mopperst nur ein bisschen.
Du kuschelst zum Einschlafen. Man merkt richtig, wie du auch versuchst so in den Schlaf zu finden, aber das letzte Fünkchen fehlt noch. Auch nachts kuschelst du dich an. Manchmal legst du deinen Kopf auf meinen Bauch oder kletterst komplett auf mich, wo du du dann mit Rückenstreicheln wieder in den Schlaf findest. Es kommt so selten vor, dass du auf mir schläfst, da genieße ich diese Momente noch mehr.
Ich habe herausgefunden, dass du wach wirst, wenn du länger als 5 Stunden am Stück schläfst. Du scheinst dann genug Energie zu haben, um dann ein bis zwei Stunden im Bett herumzuturnen. Mit etwas Glück kann ich dich durch stillen, wiegen und streicheln doch noch dazu bewegen weiterzuschlafen.

Ich glaube, die Babykurse tun dir gut. Beim Schwimmen klammerst du dich zu Beginn immer noch an mich, aber wenn du dann aufgetaut bist, plantschst du auch fröhlich umher. Selbst der Wasserstrahl der Dusche stört dich nicht nennenswert.
Mittwochs besuchen wir einen freien Spielkurs, das gefällt dir sehr. Und es macht mich unheimlich glücklich zu sehen, wie du auftaust! Du gehst nun auch selbst auf andere Kinder zu und fängst nicht mehr sofort an zu weinen, wenn dich eines der anderen Babys ansieht oder berührt. Das tat mir immer im Herzen weh. Inzwischen bist du gerne mit dabei. Du wirfst dich mit Gebrüll auf das Spielzeug und scheust auch keine körperlichen Kontakte. Hast du, was du willst, ziehst du dich aber auch gerne wieder zurück.

Du bist meine kleine Kichererbse. Schalte ich das Radio ein, wirbelst du den Kopf herum und schenkst mir dein breitestes, noch immer zahnloses Grinsen. Dabei kräuselst du die Nase, wirfst den Kopf in den Nacken und untermalst es mit einem „hihi“.
Du lachst und grinst so viel. Das ist für mich eines der schönsten Geräusche überhaupt. Und wenn du nicht grinst, sorgst du dafür, dass wir es tun. Neuerdings rümpfst du die Nase, schürzt ganz dramatisch die Lippen und prustest los. Das machst du oft, wenn dir langweilig ist oder um dein Missfallen auszudrücken. Wenn du dann merkst, dass wir das lustig finden, grinst du breit und wiederholst es nochmal.

Wirklich jeden Tag, denke ich mir, was für ein Glück ich habe, deine Mama sein zu dürfen.

Ich liebe dich.