Mit Zahn

Vorgestern war mir als blitzte da ein weißer Punkt auf dem Zahnfleisch des kleinen Mannes. Das tat ich aber schnell als Hirngespinst ab, immerhin dachte ich ja schon seit September immer wieder, dass da ein Zahn käme. Aber die Monate zogen ins Land und nichts passierte.

Wirklich böse war ich darum nicht. Ich liebe diese blanke Kauleiste. Und außerdem hört man ja immer wie furchtbar zahnen sein soll. So richtig fiese, kleine Scheißerchen sollen das sein, da sehnte ich mich jetzt nicht gerade danach.

Gestern beim Stillen dachte ich dann aber doch, dass sich das anders anfühlt. Und siehe da: der erste Zahn ist tatsächlich durch.

2 Wochen nach seinem ersten Geburtstag hat mein Baby also einfach so seinen ersten Zahn bekommen. Das darf dann gerne weiterhin so sein.

Advertisements

Status: müde & sentimental

Ich bin so unfassbar müde.
Ich fühle mich in die Minibabyzeit zurückversetzt. Wir hatten sehr viel Glück mit den Nächten, seit einigen Monaten jedoch ist der Wurm etwas drin, seit letzter Woche schlafe ich in einem Schweizer Käse. Ich glaube, solche Nächte hatten wir wirklich nur in der Minibabyzeit und daran kann ich mich nur noch dunkel erinnern. Ein Hoch auf Hormone, die geilen Scheißcherchen!

Der kleine Mann verlangt oft nach mir, stillt nachts häufig und ist wach. Ganz und gar wach.
Seit 8 Nächten in Folge macht er die Nacht zum Tag und turnt 1-2, in üblen Fällen auch mal 3 Stunden umher, nachdem er vorher in der Regel weinend aufwachte (und mich mit Schreck aus dem Schlaf reißt). Er weint oft auf und lässt sich dann kaum beruhigen, nicht einmal mit der Brust. Versuchen wir ihn hoch zu nehmen, windet er sich oder streckt sich durch. Erst wenn wir herumlaufen oder das Licht anmachen beruhigt er sich. In guten Nächten, wird er einfach nur wach und klettert an uns herum.
So oder so fällt es mir da schwer ruhig zu bleiben. In den ersten Nächten ging das noch, aber mittlerweile macht sich die Müdigkeit deutlich bemerkbar. Der Freund übernimmt auch, aber er muss arbeiten und kann daher nicht immer einspringen. Außerdem braucht auch er Schlaf.

Ich versuche ihn dann in den Schlaf zu stillen, summe und streichle ihn. Ich versuche Licht zu vermeiden und spreche eigentlich nicht viel mit ihm. Er darf ruhig wissen, dass wir gerade nicht zum Spielen aufgelegt sind. Es lässt sich aber nicht immer vermeiden, denn das Kerlchen ist ganz schön mobil. 
Diese nächtlichen Aktivitäten führen dazu, dass er morgens „länger“ schläft. Üblicherweise ist er zwischen 6 und 7 Uhr wach, jetzt entsprechend etwa 2 Stunden später. Das hat zur Folge, dass sein erstes Schläfchen zeitlich in etwa auf das eigentlich zweite Schläfchen fällt. Somit kommt er auf nur einen Tagesschlaf der eben nur so lange wie eines der Schläfchen, wenn nicht sogar kürzer ist.

Nicht nur ich bin also müde, sondern auch der kleine Mann. 50 Minuten – 2 Stunden Schlaf sind für ihn einfach noch zu wenig. Er ist mittlerweile oft von ca. 14 Uhr bis 19 Uhr wach. Er wird da schon deutlich müde ab 17:30 Uhr, aber da hatte er dann auch gute 2,5-3 Stunden Schlaf und nachts 11 Stunden. Ich merke schon, dass er auch morgens länger wach ist und sein Schlafverhalten umstellt, aber nicht mehr zu schlafen, ist keine Alternative.
Unterm Strich steht: er schläft zu wenig und wenn, dann auch noch schlecht.

Gestern war ganz übel. Ab 22:30 Uhr wurde er alle 15 Minuten bitterlich weinend wach. Manchmal schreiend, das ist besonders krass. Er beruhigte sich nur  an der Brust und schlief  auch nur solange  er sie im Bund hatte. Zuletzt half auch das nicht und wir haben ihm um Mitternacht ein Schmerzzäpfchen. Dann war er gut aufgelegt, grinste, kuschelte und plapperte herum, bis er um kurz nach 1 einschlief und mich schreiend um kurz vor 5 weckte. Puh. Für uns alle.

Er tut mir so unsagbar leid. Ich weiß nicht, was los ist,wie ich ihm helfen kann. Sind das Nebenwirkungen der Impfung? Träumt er schlecht oder hat plötzlich Angst im Dunkeln (bei Licht kommt er aber schlecht zur Ruhe)? Sind es die Zähne? Es wird mir keiner sagen können. Er lernt gerade jeden Tag dazu und ich hörte sich schon, dass es um den ersten Geburtstag wohl oft schwieriger werde. Dennoch fühle ich mich hilflos.

Ich weiß, dass es noch schlimmer sein könnte und für manch einen mag das lächerlich klingen, aber für uns ist das eine ungewöhnliche Situation, die wir nicht gewöhnt sind und an die ich mich auch nicht gewöhnen möchte. Ich werde teilweise alle 30 Minuten aus dem Schlaf gerissen und finde dann nicht so leicht zurück, trotz enormer Müdigkeit. Ich kann es letztlich nicht ändern und nehme es an wie es ist, ändert aber nichts, dass ich allmählich nicht mehr geradeaus denken kann. Mittlerweile habe ich seit über einem Jahr nicht mehr durchgeschlafen und nur wenige Nächte mehr als 4 Stunden am Stück.

Die Tage gestalten wir eher ruhig. Wir sind an der frischen Luft und spielen viel. Der Kleine klebt an mir wie gekochte Spaghetti an Küchenfliesen. Wir kuscheln viel und ich genieße die Nähe, die er einfordert. 

Dazu bin ich wahnsinnig sentimental. Mein Baby wird bald eins. Ständig kullern die Tränen wenn ich ihn beobachte. Mein großer Junge. Er ist so bezaubernd! Das Babyhafte hat er schon lange abgelegt, nun wird er auch offiziell zum Kleinkind.
Immer wieder huschen die Gedanken zurück. Dann halte ich inne, atme durch und versuche bewusst festzuhalten, was jetzt gerade stattfindet. Nächstes Jahr sind es diese Momente, an die ich zurückdenkn werde.

Meine Erinnerungen katapultieren mich immer wieder zurück in das vergangene Jahr, aber dieser Tage sind es die Tage rund um die Geburt, die mich immer wieder einen dicken Kloß schlucken lassen. Kann das wirklich schon ein Jahr her sein?

Ganz großes Hormongefühlschaos in mir. Schon. Erst. Ich bin nicht soweit.