Sommer

Wer hier eine Weile mitliest, weiß dass ich kein Freund großer Hitze bin. Nicht mehr.
Früher konnte es nicht heiß genug sein, jetzt lechzt mein Körper nach Schatten und Abkühlung. Vielleicht ist es das Alter, wer weiß.

Aber als ich auf dem Spielplatz saß und meinem kleinen Jungen zusah, wie er von oben bis unten durchnässt mit beiden Händen im Matsch wühlte, da zog ein Hauch meiner eigenen Kindheit an mir vorbei und ich spürte das Glück durch meinen Körper rauschen.

Das ist es, was ich als Kind liebte. Die Freiheit, ohne viele Schichten Kleidung einfach draußen zu toben. Wie verrückt mit Wasser zu plantschen und wenn es daneben geht und man patschnass ist, ist es egal, denn innerhalb kürzester Zeit ist alles wieder trocken.
Es gibt süßes, eiskaltes Obst zu naschen und ab und zu ein Eis. Es riecht nach Sonnencreme und Schwimmbadpommes.

Ich habe den Sommer lange nicht mehr so genossen wie diesen – obwohl ich mit der Hitze zu kämpfen hatte und alles jenseits der 30 Grad einfach zu viel für mich ist. Ich stehe nicht so sehr auf Matsch und Sand überall und dennoch oder vielleicht gerade deshalb war es der schönste Sommer seit langem.

Ich verbringe viel Zeit an der frischen Luft und beobachte mein Kind beim Glücklichsein. Dieses Strahlen auf seinem Gesicht lässt mich manchmal sprachlos zurück. Ich sauge alles auf wie ein Schwamm: die kleinen Zehen, die im Sand versinken. Die Gießkanne, die ihm so viel Freude bereitet. Sein Lachen. Das klebrige Gesicht und die noch klebrigeren Finger. Sand überall. Und ich meine überall, egal wie oft man alles ausgeschüttelt hat. Und abends ein nach Sonne riechendes, kaputt gespieltes Kind im Arm, das selig vor sich hin schnorchelt.

So habe ich mir den Sommer mit Kund vorgestellt. Aber in echt ist es sogar noch viel besser.

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KiTa-Update

Das letzte Mal als ich davon berichtete, ist schon eine Weile her. Seitdem hat sich einiges getan, deshalb wird es Zeit für ein letztes KiTa-Update.

Die Eingewöhnung ist komplett abgeschlossen.
Der kleine Mann hielt zuverlässig bis zum Mittagessen durch. Ich holte ihn ab und legte ihn Zuhause hin. Nach ein paar Tagen wagten wir den ersten Schlafversuch. Wir vereinbarten, dass sie versuchen ihn hinzulegen, sollte es bis 12 Uhr klappen, rufen sie mich an.
Ich glaubte nicht so recht, dass es klappt und war schon auf dem Weg in die KiTa als das Smartphone klingtelte. Er schlief! Wahnsinn!
Und von da an lief es.
Er wird in seinem Kinderwagen in den den Schlaf geschunkelt und schläft dann meist zwischen 1,5-2 Stunden je nach Müdigkeit und wie viele Kinder wach sind. Ich staune wirklich jedes Mal, wenn ich das höre. Wenn er wach wird, steht meistens M., ein Mädchen der Gruppe, bereit uns macht Späße mit ihm. Ehrlich, das ist einfach zu schön anzusehen.

An manchen Tagen schläft er sogar noch, wenn ich ihn abhole und schläft auch weiter. So ein KiTa-Alltag ist anstrengend.

Der Kleine geht wirklich gerne in die KiTa. Jeden Morgen wird er von den Erzieherinnen begrüßt und auch die anderen Kinder freuen sich ihn zu sehen. Besonders der kleine A. hat den kleinen Mann ins Herz geschlossen und freut sich sehr ihn morgens zu sehen. Auch wenn wir spazierengehen, wird er immer öfter erkannt und aufgeregt begrüßt.
Die Erzieherinnen sind so herzlich und freuen sich ebenso wie die Kinder über jeden noch so kleinen Entwicklungsschritt.

Ich hätte nicht für möglich gehalten, dass er plötzlich so richtig dort ist. Es winkt morgens allen Erzieherinnen zu, bewegt sich so selbstverständlich im Raum. Er lernt täglich dazu. Der kleine Mann hat unheimlich viel Energie und ich habe den Eindruck, dass es ihm wirklich gut tut dort zu sein. Ich kann den ganzen Tag mit ihm spielen und draußen unterwegs sein, aber er liebt Kinder! Es ist etwas völlig anderes, ob er mit 9 anderen Kindern umhertoben kann oder mit mir. Und es macht mich glücklich, dass es so ist. Dass wir beide beides genießen können.

Mittlerweile können sogar andere Erzieherinnen die Mittagsschicht übernehmen ohne dass sich der kleine Mann daran stört. Freitags arbeitet seine Bezugserzieherin nicht und auch das kann ihn nicht mehr irritieren. Auch das erleichtert mich ungemein.

Ich mag die Kita. Der Kleine auch. Das ist großartig!

Nur das Abschlussgespräch steht noch auf, das kam wegen Personalengpässen noch nicht zustande.

15 Monate kleiner Mann

Mein kleiner Mann,

du bist nun 15 Monate alt.

Du bist ein richtiger, kleiner Junge geworden und ich erwische mich immer wieder staunend, darüber wie groß du geworden bist. Es ist unglaublich wie schnell die Zeit vergeht.

Du hast 4 Zähnchen. Das verleiht dir einen ganz anderen Ausdruck. Die oberen Schneidezähne taten dir weh, die sind aber auch ordentlich breit. Richtige kleine Bieberzähnchen sind das! Du glaubst nicht, wie frech du damit grinsen kannst! Der erste Backenzahn steht schon in den Startlöchern, du sabberst ganze Sturzbäche und kaust immerzu auf deinen Fingern herum. Du verweigerst Beißringe und auch Zahnungsgel und Öl halfen dir nicht. Ich hoffe, er quält dich nicht allzu sehr!

Du sagst „date“ (danke), „Nane“ (Banane) und „wowo“ (Wauwau). Ich hatte schon einige Male den Eindruck, dass du gerade nachzusprechen versuchst, was wir sagen. Einmal glaubte ich „lecker“ zu hören.

Du grunzt (Schwein) und fauchst (Tiger) und kannst Tiere auch außerhalb deiner Bücher zuordnen. So fauchtest du einmal beim Einkaufen wild los, ich dachte erst, du meinst vielleicht Vögel, aber bei genauem Hinsehen, erkannte ich einen orangenen Husky! Da war ich echt baff!

Du stehst frei, tust es aber selten und hast deine ersten 3 freien Schritte gemacht. Das war ein ganz besonderer Moment, den wir alle drei zusammen erlebt haben. Dein Papa und ich haben dich so gefeiert! Unser Baby läuft! Du stakst mit steifen Beinchen umher. Das ist dir etwas zu aufwändig, weshalb du lieber auf den Knien rumrutschst. Dafür kletterst du wie verrückt. Vor kurzem saßt du plötzlich im zweiten Fach des Expeditregals, für meine Nerven ist das nix!

Du spitzt die Lippen und verteilst die süßesten Küsschen, die ich je bekommen habe.

Du reckst die Arme über den Kopf, um uns zu zeigen, wie groß du bist und winkelst dann die Arme an, damit wir auch wissen, wie stark du bist.  Du winkst nun, indem du die offene Hand hin und her bewegst, statt die Finger zu öffnen und zu schließen und du bist vom Klatschen für „mehr“ zum Babyzeichen übergegangen. Dafür tippst du mit deinem Zeigefinger auf die offene Handfläche und guckst mich mit großen Augen an.

Aber am meisten erstaunt mich, wie viel du schon verstehst. Du verstehst solche Dinge wie „Geh schon mal ins Wohnzimmer, ich komme.“ und setzt sie um. Und genauso deutlich zeigst du, was du möchtest. So zeigst du ins Schlafzimmer oder kletterst auf das Bett, wenn du schlafen möchtest.

Ich staune wirklich immer wieder Bauklötze, weil du schon so groß bist. ­­­Das ist noch nicht so richtig bei mir angekommen. Apropos Bauklötze: Du fädelst deinen Stapelturm auf, puzzelst und spielst mit den Schleichtieren. Morgens schnappst du als erstes deine Robbe und wirfst dich noch mal in meinen Arm bevor wir aufstehen und dich wickeln. Ja, wir! Du möchtest nämlich helfen und reichst mir die Tücher, mit denen ich deinen Po trocken tupfe. Oder du schüttelst beherzt die Ölflasche darüber, wie du es bei mir abgeschaut hast.

Du bist ein kleiner Monk. Jeden Morgen begrüßen wir gemeinsam auf dem Weg zur KiTa die Vögel und auf dem Heimweg müssen wir an den Büschen und Gartenzäunen anhalten, damit du sie berühren kannst. Wage ich es, an einem vorbeizugehen, wird das mit Gezeter kommentiert. Aber singen beruhigt dich ungemein und holt dich aus vielen Situationen wieder heraus.

Du hast den Mehrwert von Zähnen entdeckt, das führt dazu, dass du viel mehr isst. Ja, wenn sie denn mal da sind, sind Zähne schon echt toll! Du beißt beherzt in Äpfel, Birnen und auch sonst in alles, was in deine Finger kommt. Wenn ich dich ließe, würdest du dich ausschließlich von Banane und Naturjoghurt ernähren. Aber auch zu einer Scheibe Lyoner oder Forelle sagst du selten nein.

Was das Schlafen angeht, bleibst du dir treu. Wir bringen dich gegen 19 Uhr ins Bett, spätestens um 20 Uhr bist du im Land der Träume. Was dann folgt, unterliegt einem ständigen Auf und Ab. Aber wir können auch ein paar Erfolge verbuchen! Du bist abends tatsächlich einige Male zu stillen eingeschlafen. Wir haben noch gestillt, aber du turntest noch ein wenig herum bis du dann ruhig wurdest und einschliefst. Einfach so. Das Einschlafen selbst dauerte dadurch deutlich länger, aber das ist so großartig, dass es mir nichts ausmacht.

 

Manchmal durchfährt es mich wie ein Blitz, wenn ich dich ansehe. Da kribbelt es ganz doll in meinem Bauch. Du bist mein kleiner Junge. Ich wünsche mir, dass ich deinen Anblick, wild, rotzfrech, zuckersüß und so kuschelig, für immer in meinem Herzen bewahren kann.

Ich liebe dich.

Weiter geht’s!

Es geht weiter. Inzwischen sind nun zwei weitere Wochen der Eingewöhnung vergangen. Zeit für ein kleines Update.

Die erste Woche verbrachte ich wieder zusammen mit dem Kleinen in der Gruppe. Ich erzählte ja schon, dass der kleine Mann sich am ersten Tag etwas schwer tat und sich nicht so recht lösen wollte.
Mir brach das ein kleines bisschen das Herz. Nach einigen Minuten sammelte er seinen Mut und zog dann doch wieder los, aber ich spürte sein Zögern und sah seine Blicke, die sich immer wieder versicherten, dass ich auch wirklich in der Nähe bin. Das kannte ich bisher nicht in diesem Umfang. Und es machte mir schmerzlich bewusst, was wir in der Woche zuvor kaputt gemacht hatten. Weil nicht offen kommuniziert wurde, weil wir dachten er sei schon weiter und weil, als ich es mir erstmals dachte, dass es so nichts wird, ich nicht auf mein Bauchgefühl gehört und bestanden habe, sondern auf die Erzieherinnen hörte. Das soll kein Vorwurf sein, sie sind die mit der Erfahrung und es hätte ja klappen können. Aber es zeigt mir eben, dass ich mein Kind am besten kenne. Das lässt sich nun nicht mehr ändern.

Aber es sind nun alles sehr bedacht, den Kleinen ruhig ankommen zu lassen. Hinter dem breiten, frechen Grinsen und dem Schalk im Nacken, steckt eben auch ein sensibler Kern. Jeden Tag taute der Kleine wieder ein bisschen mehr auf. Er zog früher los und größere Kreise, suchte weniger Blickkontakt. An einem Tag konnte ich ihn nicht begleiten, dort übernahm der Freund und das klappte ganz wunderbar. Da zog der Kleine sogar direkt los. Er nahm immer mehr Kontakt mit seiner neuen Bezugserzieherin auf und genießt es sichtlich sich von ihr begleiten zu lassen.

Diese Woche fand die erste Trennung statt. Nach 20 Minuten holte ich einen kleinen Mann ab, der geweint hatte, sich aber beruhigen ließ. Die Erzieherinnen hatten beschlossen, dass so ein guter Abschluss wäre, weil er nicht in Tränen aufgelöst abgeholt wird. Am Tag darauf blieb er schon 45 Minuten und jetzt zum Ende der Woche schon wieder eine Stunde. Sobald ich die Gruppe betrete und seinen Namen rufe, schenkt er mir sein bezauberndes Lächeln. Manchmal kommt er aufgeregt auf mich zu gekrabbelt, aber oft zeigt er mir, was er gerade Tolles zum Spielen hat und widmet sich dieser Sache dann wieder. Das macht mich sehr glücklich!

Nur das Abgeben, das fällt mir schwer. Ich gehe jeden Morgen ganz positiv gestimmt mit ihm in die Gruppe. Schon in der Garderobe zeigt er mit spitzem Zeigefinger, begleitet von „Da! Da!“-Rufen, auf den Gruppenraum. Auch wenn wir ihn betreten ist alles super, aber sobald ich mich verabschiede, ich ihn absetzen oder der Erzieherin geben möchte, klammert er sich an mich. Das ist der Moment, an dem auch ich innerlich versteife. Das ist doof, denn das merkt er natürlich, aber ich weiß auch, dass ein langer Abschied eben auch nichts bringen würde. Ich übergebe ihn dann und manchmal sehe ich noch die zuckenden Mundwinkel wenn ich gehe. Herzbruch!
Aber ich höre ihn nie weinen! Seine Erzieherin nimmt ihn sofort an sich, geht mit ihm in die Sandkiste oder begleitet den Abschiedsschmerz. Jeden Tan versichert sie mir, dass es sich nur um Sekunden handelte. Abschiedsschmerz eben und das sei völlig in Ordnung und normal.

Das weiß ich auch, aber bisher war es eben nicht so. Da konnte er es kaum erwarten, dass er spielen konnte. Seitdem sind natürlich auch schon ein paar Wochen vergangen, er hat sich weiterentwickelt. Vielleicht wäre dieser Punkt auch bei der anderen Erzieherin gekommen, wer weiß das schon.
Ich freue mich jedenfalls, dass sich der Kleine wieder gefangen hat und gerne in die KiTa geht.

Mit Zahn

Vorgestern war mir als blitzte da ein weißer Punkt auf dem Zahnfleisch des kleinen Mannes. Das tat ich aber schnell als Hirngespinst ab, immerhin dachte ich ja schon seit September immer wieder, dass da ein Zahn käme. Aber die Monate zogen ins Land und nichts passierte.

Wirklich böse war ich darum nicht. Ich liebe diese blanke Kauleiste. Und außerdem hört man ja immer wie furchtbar zahnen sein soll. So richtig fiese, kleine Scheißerchen sollen das sein, da sehnte ich mich jetzt nicht gerade danach.

Gestern beim Stillen dachte ich dann aber doch, dass sich das anders anfühlt. Und siehe da: der erste Zahn ist tatsächlich durch.

2 Wochen nach seinem ersten Geburtstag hat mein Baby also einfach so seinen ersten Zahn bekommen. Das darf dann gerne weiterhin so sein.

12 Monate Januarbaby

Mein Räuberkind,

du bist heute 12 Monate alt. Ein Jahr! Ist das zu fassen?!

Gestern erst lagst du noch nackt auf meiner Brust und heute tobst du durch unser Leben.
Ich kann mir ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen.

Es fällt mir schwer diesen Bericht zu schreiben, alles einzufangen, was dich ausmacht. Dich noch ein bisschen größer werden zu lassen. Du bist so viel mehr als deine Fähigkeiten. Dein Wesen zu erfassen erscheint mir schier unmöglich, du bist so facettenreich.
Und auch wenn ich versuche all deine Entwicklungsschritte und Eigenheiten zu erfassen und festzuhalten, bleibt es doch nur ein Versuch. Es sind die Feinheiten, die dich ausmachen.

Du bist nun offiziell ein Kleinkind. Inoffiziell bist du schon lange kein Baby mehr, für mich und mein Herz wirst du das aber wohl für immer bleiben.
Ich staune jeden Tag über dich. Du bist so groß geworden!

Du wiegst knapp 9,5 kg und bist 74 cm groß. Du trägst Größe 74. Obenrum ist es teilweise auch noch eine 68, während du an den Beinen auch schon gelegentlich Größe 80 trägst. Du hast die schönsten blauen Augen und eine blonde Stubbelmähne. Die Zotteln reichen dir bis ins Gesicht, aber noch bringe ich es nicht übers Herz dir die Haare zu schneiden. Wir bürsten sie dir deshalb immer in deinen natürlichen Seitenscheitel.
Soviel zu den körperlichen Gegebenheiten.

Es sind die kleinen Dinge, die mich staunen lassen. Du bist so selbstständig geworden. Du schnappst deinen Trinkbecher, so selbstverständlich als hättest du nie etwas anderes getan. Wie du deine Umwelt wahrnimmst, wie verständig du schon bist! Das überrascht mich wirklich immer wieder! Als ich dich vor kurzem fragte, ob du müde bist, riebst du dir die Augen. Ich erwiderte, dass du ja schon mal ins Schlafzimmer gehen könntest, da krabbeltest du los, schobst die Tür auf (das machst du sehr gerne!) und wartetest vor dem Bett auf mich. Ich hab vielleicht Bauklötze gestaunt! Du hast „Füße zuerst!“ verinnerlicht und kletterst selbstständig vom Bett, aber nur, wenn ich dabei bin. Sonst wartest du und rufst mich.
Deine Nachtschlaffunktion ist kaputt. Du gehst gegen 19 Uhr ins Bett. Entweder wachst du sehr früh auf oder du bist nachts 1-2 Stunden wach. Es gab wirklich wenige gute Nächte in diesem Lebensmonat, die waren dafür richtig, richtig super! Einmal schliefst du 8 Stunden! Leider war das die große Ausnahme. Das ist aber vielleicht auch deiner Entwicklung geschuldet. Ich kann dir richtig zusehen, wie du dazu lernst.
Die Abstände zwischen deinen Schläfchen werden immer größer. Schläfst du morgens „länger“, kann es sein, dass du auch mit nur einem Schläfchen über den Tag kommst. Meist hängst du dann ab 17 Uhr in den Seilen, hinlegen ist dann aber auch keine Option. Du feilst da noch dran. Ich habe Hoffnung, dass sich da wieder einpendelt.

Du schläfst gerne auf dem Bauch. Seit neuestem ziehst du dabei deine Beinchen an dich heran und streckst den Po in die Luft. Oder du schläfst alle Viere weit von dir gestreckt unter meiner Decke, nachdem wir – wie immer zum Einschlafen– ausgiebig gekuschelt und gestillt haben. Das ist meist der ruhigste Schlaf.

Du krabbelst! Ich habe ehrlich gesagt nicht mehr damit gerechnet, nachdem du nach deinen ersten Tappsern sämtliche Krabbelversuche wieder eingestellt hattest. Plötzlich unternahmst du dann aber doch ein paar Versuche und seit du erkanntest, dass du damit noch schneller vorwärts kommst, machst du nichts anderes mehr.
Bei jeder erdenklichen Gelegenheit stellst du dich hin und hangelst dich an den Möbeln entlang. Mittlerweile machst du das sehr souverän. Du versuchst auch größere Lücken zu überbrücken, manchmal löst du dabei für den Hauch einer Sekunde beide Hände. Sobald du das merkst, klammerst du dich sofort wieder an deine Laufhilfe. Du setzt dich aus dem Stand wieder hin, indem du dich auf die Knie fallen lässt. Verlierst du das doch das Gleichgewicht, was wirklich selten vorkommt, rollst du dich mit einer gekonnten Bewegung über die Schulter ab oder fängst dich auf.

Dass du noch nicht frei stehen kannst, hält dich aber nicht davor ab erste Kletterversuche zu unternehmen. Du liebst den Nervenkitzel! Ich für meinen Teil bekomme einen kleinen Herzanfall, wenn ich sehe wie du auf deine Wippe kletterst, hinstellst und freihändig an sie angelehnt versuchst irgendwelche Dinge zu erreichen. Ist dein Ziel zu weit entfernt, versuchst du noch ein paar Zentimeter rauszuholen, indem du dich auf die Zehenspitzen stellst und ganz lang machst.

Du wirfst den Ball und flitzt hinterher, so kannst du dich eine ganze Weile beschäftigen. Rollt er dabei unter das Sofa, legst du dich ganz flach hin und schaust darunter, statt dich fragend umzusehen wie bisher. Aber auch mit deinem Motorikwürfel, der Waschmaschine oder leeren Wasserflaschen kannst du dir ausgiebig die Zeit vertreiben. Du kletterst in jede Kiste und den Wäschekorb und lässt dich darin durch die Gegend ziehen. Dabei grinst du wie ein Schneekönig und brabbelst aufgeregt vor dich hin.

Du bist sehr gesprächig und kannst dich wirklich gut verständigen. Du sagst „Mamamama“ und meinst mich. Und du sagst „nai“.
Neben dem hohen „dadada“, mit dem du dich durch die Wohnung bewegst, hast du auch die tiefen Töne entdeckt und erkundest sie voller Hingabe. Dein mit innen gerichtetem Ton gebrummtes „Wawawa“ mit ganz breitem Mund und geschäftigem Gesicht, das dich wie ein kleines Murlock klingen lässt, ist dabei dein Favorit.
Du zeigst mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf etwas, rufst „Da!“ oder siehst mich fragend an.
Ich erkläre dir dann, was du siehst, was du dann ganz leise vor dich hinmurmelnd in deiner bezaubernden Sprache wiederholst. Neulich war es „oben“ und „unten“, das mit „dat“ und „dadadat“ immer und immer wieder hochkonzentriert wiederholt und mit Gesten untermalt wurde. Du glaubst gar nicht, wie sehr es mich fasziniert dich beim Lernen zu beobachten.

Neben deinem Fingerzeig, schüttelst du ganz vehement den Kopf, wenn du etwas nicht willst. Dabei fliegen deine Haare wild hin. Du glaubst gar nicht, wie putzig das aussieht! Passt dir etwas ganz und gar nicht oder ich verstehe nicht schnell genug, kannst du auch sehr ungehalten werden. Du schimpfst dann wie ein kleiner Rohrspatz mit mir, ziehst die Nase kraus, formst eine Schnute und ziehst entrüstet die Augenbrauen zusammen. Richtig wütend, schüttelst du deine Fäustchen.

Du isst fast alles, was man dir zu Essen gibt. Du liebst den Linsencurryaufstrich, Erdnussmus und Frischkäse mit Obstmus. Heidelbeeren, Naturjoghurt, Mozzarella, Brokkoli, Karotten und Schmetterlingsnudeln. Wurst und Käse werden augenblicklich vom Brot gefummelt und zuerst verspeist, Aufstrich leckst du ab. Manchmal isst du das Brot mit, oft wirfst du es dann auf deinen Teller oder streckst es mir hin. Halte ich das Brot und lasse dich abbeißen, isst du es fast immer komplett auf. Du teilst dein Essen mit uns.

Die Mengen, die dabei in deinem Magen landen, werden immer größer und sind nun bei nennenswerten Größe angelangt. Ich habe aber auch das Gefühl, dass du neben dem Einschlafstillen öfter und expliziter Milch einforderst. Da reißt du plötzlich wie verrückt an deinem Lätzchen, drehst den Kopf weg und stemmst dich gegen deinen Stuhl bis ich dich rausnehme. Stille ich dich dann, trinkst du ganz gierig und zeigst dabei das Babyzeichen für „Milch“. Ich finde es wirklich beeindruckend wie kompetent du bist.

Du fremdelst nicht und hast es bisher auch nicht getan. Im Gegenteil bist du sehr kontaktfreudig. Du bist sicherer und selbstbewusster geworden. Zwischen anderen Kindern bewegst du dich völlig selbstverständlich. Du versicherst dich mit einem kurzen Blick, ob ich noch da bin, setzt dann aber deine Erkundungstour fort. Zwischendurch kommst du angeflitzt, kletterst auf meinen Schoß und schmiegst dich an, um in Windeseile deinen Akku aufzuladen und weiterzumachen.
Zuhause bist du gerne bei mir. Eigentlich verfolgst du mich überall hin und fühlst dich am wohlsten, wenn du auf meinem Arm sein kannst oder ich neben dir auf deiner Spieldecke sitze.

Du kleiner Mensch, du machst mich unheimlich glücklich. Alles an dir fasziniert mich.
Ich wünschte, du könntest dich durch meine Augen sehen und diese Emotionen fühlen, die durch meinen Körper rauschen, wenn ich dich beobachte. Du bist das Glück in seiner reinsten Form.

Es ist so schön, dass du da bist.

Ich liebe dich!

Happy 1st birthday

Mein kleiner Mann,

seit einem Jahr bereichert du nun unser Leben.
Du hast es müder, aber auch so viel bunter, lauter, leiser, kuscheliger, anstrengender, aufregender und intensiver gemacht.
Du hast mir die Augen geöffnet und zeigst mit dir Welt jeden Tag aufs Neue aus deinem ganz besonderen Blickwinkel.

Du hast mir meinen allergrößten Wunsch erfüllt und mich zur Mama gemacht.
Ich erinnere mich genau daran wie es begann – unser Abenteuer. Erst als zarter zweiter Strich, dann mit dieser verheisungsvollen Winternacht, die dich in unsere Arme brachte.

Dieses Jahr verging wie im Flug. Ich würde so gerne noch einmal deine Stupser spüren, deinen Neugeborenenduft einatmen.
Ich möchte manchmal die Zeit anhalten, vor und zurückspulen, um manche Momente immer und immer wieder erleben zu können. Aber die Zeit möchte nicht stillstehen und du ebenso wenig.
Du bist nun kein Baby mehr und wirst es für mich wahrscheinlich doch immer ein Stück bleiben. Wenn du neben mir liegst, ich deine Wärme spüre, deinem leisen Atem lausche, während deine Gesichtszüge völlig entspannen und deine Lippen zucken, dann sehe ich dieses zarte kleine Wesen, das mir vor einem Jahr auf die Brust gelegt wurde. Dann bist du noch immer ganz klein.

Und dann bist da Du. So wunderbar, kuschelig und wild. Laut und leise. Ein richtiger kleiner Charakter. Mit eigenen Vorstellungen und dem schönsten Lachen, das es gibt. Du bist mein Räuberkind, meine Krawallhummel. Mein Herz.

In mir wickelt sich die gesamte Gefühlspalette ab. Ich bin glücklich, sentimental, traurig, stolz, verliebt bis über beide Ohren, ungläubig und überrumpelt. So richtig bin ich noch nicht bereit, die groß werden zu lassen. Aber mich fragt ja keiner! Du willst die Welt entdecken

Wenn ich dich ansehe, kann ich mein Glück kaum fassen. Danke, dass du uns ausgewählt hast.
Ich freue mich so sehr auf dieses neue Jahr mit dir!

Ich liebe dich so sehr!

Happy birthday, Babybär!

Status: müde & sentimental

Ich bin so unfassbar müde.
Ich fühle mich in die Minibabyzeit zurückversetzt. Wir hatten sehr viel Glück mit den Nächten, seit einigen Monaten jedoch ist der Wurm etwas drin, seit letzter Woche schlafe ich in einem Schweizer Käse. Ich glaube, solche Nächte hatten wir wirklich nur in der Minibabyzeit und daran kann ich mich nur noch dunkel erinnern. Ein Hoch auf Hormone, die geilen Scheißcherchen!

Der kleine Mann verlangt oft nach mir, stillt nachts häufig und ist wach. Ganz und gar wach.
Seit 8 Nächten in Folge macht er die Nacht zum Tag und turnt 1-2, in üblen Fällen auch mal 3 Stunden umher, nachdem er vorher in der Regel weinend aufwachte (und mich mit Schreck aus dem Schlaf reißt). Er weint oft auf und lässt sich dann kaum beruhigen, nicht einmal mit der Brust. Versuchen wir ihn hoch zu nehmen, windet er sich oder streckt sich durch. Erst wenn wir herumlaufen oder das Licht anmachen beruhigt er sich. In guten Nächten, wird er einfach nur wach und klettert an uns herum.
So oder so fällt es mir da schwer ruhig zu bleiben. In den ersten Nächten ging das noch, aber mittlerweile macht sich die Müdigkeit deutlich bemerkbar. Der Freund übernimmt auch, aber er muss arbeiten und kann daher nicht immer einspringen. Außerdem braucht auch er Schlaf.

Ich versuche ihn dann in den Schlaf zu stillen, summe und streichle ihn. Ich versuche Licht zu vermeiden und spreche eigentlich nicht viel mit ihm. Er darf ruhig wissen, dass wir gerade nicht zum Spielen aufgelegt sind. Es lässt sich aber nicht immer vermeiden, denn das Kerlchen ist ganz schön mobil. 
Diese nächtlichen Aktivitäten führen dazu, dass er morgens „länger“ schläft. Üblicherweise ist er zwischen 6 und 7 Uhr wach, jetzt entsprechend etwa 2 Stunden später. Das hat zur Folge, dass sein erstes Schläfchen zeitlich in etwa auf das eigentlich zweite Schläfchen fällt. Somit kommt er auf nur einen Tagesschlaf der eben nur so lange wie eines der Schläfchen, wenn nicht sogar kürzer ist.

Nicht nur ich bin also müde, sondern auch der kleine Mann. 50 Minuten – 2 Stunden Schlaf sind für ihn einfach noch zu wenig. Er ist mittlerweile oft von ca. 14 Uhr bis 19 Uhr wach. Er wird da schon deutlich müde ab 17:30 Uhr, aber da hatte er dann auch gute 2,5-3 Stunden Schlaf und nachts 11 Stunden. Ich merke schon, dass er auch morgens länger wach ist und sein Schlafverhalten umstellt, aber nicht mehr zu schlafen, ist keine Alternative.
Unterm Strich steht: er schläft zu wenig und wenn, dann auch noch schlecht.

Gestern war ganz übel. Ab 22:30 Uhr wurde er alle 15 Minuten bitterlich weinend wach. Manchmal schreiend, das ist besonders krass. Er beruhigte sich nur  an der Brust und schlief  auch nur solange  er sie im Bund hatte. Zuletzt half auch das nicht und wir haben ihm um Mitternacht ein Schmerzzäpfchen. Dann war er gut aufgelegt, grinste, kuschelte und plapperte herum, bis er um kurz nach 1 einschlief und mich schreiend um kurz vor 5 weckte. Puh. Für uns alle.

Er tut mir so unsagbar leid. Ich weiß nicht, was los ist,wie ich ihm helfen kann. Sind das Nebenwirkungen der Impfung? Träumt er schlecht oder hat plötzlich Angst im Dunkeln (bei Licht kommt er aber schlecht zur Ruhe)? Sind es die Zähne? Es wird mir keiner sagen können. Er lernt gerade jeden Tag dazu und ich hörte sich schon, dass es um den ersten Geburtstag wohl oft schwieriger werde. Dennoch fühle ich mich hilflos.

Ich weiß, dass es noch schlimmer sein könnte und für manch einen mag das lächerlich klingen, aber für uns ist das eine ungewöhnliche Situation, die wir nicht gewöhnt sind und an die ich mich auch nicht gewöhnen möchte. Ich werde teilweise alle 30 Minuten aus dem Schlaf gerissen und finde dann nicht so leicht zurück, trotz enormer Müdigkeit. Ich kann es letztlich nicht ändern und nehme es an wie es ist, ändert aber nichts, dass ich allmählich nicht mehr geradeaus denken kann. Mittlerweile habe ich seit über einem Jahr nicht mehr durchgeschlafen und nur wenige Nächte mehr als 4 Stunden am Stück.

Die Tage gestalten wir eher ruhig. Wir sind an der frischen Luft und spielen viel. Der Kleine klebt an mir wie gekochte Spaghetti an Küchenfliesen. Wir kuscheln viel und ich genieße die Nähe, die er einfordert. 

Dazu bin ich wahnsinnig sentimental. Mein Baby wird bald eins. Ständig kullern die Tränen wenn ich ihn beobachte. Mein großer Junge. Er ist so bezaubernd! Das Babyhafte hat er schon lange abgelegt, nun wird er auch offiziell zum Kleinkind.
Immer wieder huschen die Gedanken zurück. Dann halte ich inne, atme durch und versuche bewusst festzuhalten, was jetzt gerade stattfindet. Nächstes Jahr sind es diese Momente, an die ich zurückdenkn werde.

Meine Erinnerungen katapultieren mich immer wieder zurück in das vergangene Jahr, aber dieser Tage sind es die Tage rund um die Geburt, die mich immer wieder einen dicken Kloß schlucken lassen. Kann das wirklich schon ein Jahr her sein?

Ganz großes Hormongefühlschaos in mir. Schon. Erst. Ich bin nicht soweit.