15 Monate kleiner Mann

Mein kleiner Mann,

du bist nun 15 Monate alt.

Du bist ein richtiger, kleiner Junge geworden und ich erwische mich immer wieder staunend, darüber wie groß du geworden bist. Es ist unglaublich wie schnell die Zeit vergeht.

Du hast 4 Zähnchen. Das verleiht dir einen ganz anderen Ausdruck. Die oberen Schneidezähne taten dir weh, die sind aber auch ordentlich breit. Richtige kleine Bieberzähnchen sind das! Du glaubst nicht, wie frech du damit grinsen kannst! Der erste Backenzahn steht schon in den Startlöchern, du sabberst ganze Sturzbäche und kaust immerzu auf deinen Fingern herum. Du verweigerst Beißringe und auch Zahnungsgel und Öl halfen dir nicht. Ich hoffe, er quält dich nicht allzu sehr!

Du sagst „date“ (danke), „Nane“ (Banane) und „wowo“ (Wauwau). Ich hatte schon einige Male den Eindruck, dass du gerade nachzusprechen versuchst, was wir sagen. Einmal glaubte ich „lecker“ zu hören.

Du grunzt (Schwein) und fauchst (Tiger) und kannst Tiere auch außerhalb deiner Bücher zuordnen. So fauchtest du einmal beim Einkaufen wild los, ich dachte erst, du meinst vielleicht Vögel, aber bei genauem Hinsehen, erkannte ich einen orangenen Husky! Da war ich echt baff!

Du stehst frei, tust es aber selten und hast deine ersten 3 freien Schritte gemacht. Das war ein ganz besonderer Moment, den wir alle drei zusammen erlebt haben. Dein Papa und ich haben dich so gefeiert! Unser Baby läuft! Du stakst mit steifen Beinchen umher. Das ist dir etwas zu aufwändig, weshalb du lieber auf den Knien rumrutschst. Dafür kletterst du wie verrückt. Vor kurzem saßt du plötzlich im zweiten Fach des Expeditregals, für meine Nerven ist das nix!

Du spitzt die Lippen und verteilst die süßesten Küsschen, die ich je bekommen habe.

Du reckst die Arme über den Kopf, um uns zu zeigen, wie groß du bist und winkelst dann die Arme an, damit wir auch wissen, wie stark du bist.  Du winkst nun, indem du die offene Hand hin und her bewegst, statt die Finger zu öffnen und zu schließen und du bist vom Klatschen für „mehr“ zum Babyzeichen übergegangen. Dafür tippst du mit deinem Zeigefinger auf die offene Handfläche und guckst mich mit großen Augen an.

Aber am meisten erstaunt mich, wie viel du schon verstehst. Du verstehst solche Dinge wie „Geh schon mal ins Wohnzimmer, ich komme.“ und setzt sie um. Und genauso deutlich zeigst du, was du möchtest. So zeigst du ins Schlafzimmer oder kletterst auf das Bett, wenn du schlafen möchtest.

Ich staune wirklich immer wieder Bauklötze, weil du schon so groß bist. ­­­Das ist noch nicht so richtig bei mir angekommen. Apropos Bauklötze: Du fädelst deinen Stapelturm auf, puzzelst und spielst mit den Schleichtieren. Morgens schnappst du als erstes deine Robbe und wirfst dich noch mal in meinen Arm bevor wir aufstehen und dich wickeln. Ja, wir! Du möchtest nämlich helfen und reichst mir die Tücher, mit denen ich deinen Po trocken tupfe. Oder du schüttelst beherzt die Ölflasche darüber, wie du es bei mir abgeschaut hast.

Du bist ein kleiner Monk. Jeden Morgen begrüßen wir gemeinsam auf dem Weg zur KiTa die Vögel und auf dem Heimweg müssen wir an den Büschen und Gartenzäunen anhalten, damit du sie berühren kannst. Wage ich es, an einem vorbeizugehen, wird das mit Gezeter kommentiert. Aber singen beruhigt dich ungemein und holt dich aus vielen Situationen wieder heraus.

Du hast den Mehrwert von Zähnen entdeckt, das führt dazu, dass du viel mehr isst. Ja, wenn sie denn mal da sind, sind Zähne schon echt toll! Du beißt beherzt in Äpfel, Birnen und auch sonst in alles, was in deine Finger kommt. Wenn ich dich ließe, würdest du dich ausschließlich von Banane und Naturjoghurt ernähren. Aber auch zu einer Scheibe Lyoner oder Forelle sagst du selten nein.

Was das Schlafen angeht, bleibst du dir treu. Wir bringen dich gegen 19 Uhr ins Bett, spätestens um 20 Uhr bist du im Land der Träume. Was dann folgt, unterliegt einem ständigen Auf und Ab. Aber wir können auch ein paar Erfolge verbuchen! Du bist abends tatsächlich einige Male zu stillen eingeschlafen. Wir haben noch gestillt, aber du turntest noch ein wenig herum bis du dann ruhig wurdest und einschliefst. Einfach so. Das Einschlafen selbst dauerte dadurch deutlich länger, aber das ist so großartig, dass es mir nichts ausmacht.

 

Manchmal durchfährt es mich wie ein Blitz, wenn ich dich ansehe. Da kribbelt es ganz doll in meinem Bauch. Du bist mein kleiner Junge. Ich wünsche mir, dass ich deinen Anblick, wild, rotzfrech, zuckersüß und so kuschelig, für immer in meinem Herzen bewahren kann.

Ich liebe dich.

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Der erste Geburtstag – wie der kleine Mann 1 wurde

Eigentlich wollte ich den Geburtstag ohne Motto bestreiten, je näher er rückte, desto falscher fühlte es sich aber an, einfach nur einen Kuchen auf eine weiße Tischdecke zu stellen. Also besorgte ich einen „Flugballon“, bunte Ballons, Luftschlangen sowie Pappteller (wir haben nicht genug Teller für alle Gäste) und Servietten in den Farben des Regebogens. Und Kerzen.
Das fühlte sich so sehr rund an. Unser kleiner Mann ist ein Regenbogenbaby und macht unser Leben so viel bunter. Was könnte da passender sein? Außerdem darf es gerne bunt sein, das mag er sehr gerne.

Der kleine Mann wurde nach einer sehr unruhigen Nacht ganz schlimm weinend wach. Hätte er gewusst, dass er Geburtstags hat, wäre das vielleicht anders gewesen. Es dauerte eine Weile bis er sich beruhigen ließ. Wir kuschelten dann noch ein bisschen im Bett. Die Männer blieben dort noch ein bisschen länger und ich hatte Zeit den Kuchen auf den Geburtstagstisch zu stellen und die Kerze anzuzünden. Alles andere hatten wir am Abend zuvor schon erledigt.

Dann schnappte sich der Freund das ahnungslose Kind und kam ins Wohnzimmer. Der kleine Mann machte ganz große Augen, zeigte mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf die Kerzen und den Luftballon (ja, das ist ganz große Liebe!) und kommentierte alles mit erstaunten „Oh!“s.
Bei dem Anblick, musste ich doch schon sehr an mich halten.
Ich kann es noch immer nicht fassen, dass es ein Jahr her sein soll, dass dieser wuderbare Stubbelkopf das Licht der Welt erblickte.

Wir sangen ein Geburstagsständchen, machten ein paar Fotos und dann durfte der kleine Mann den Kuchen probieren. Ich hatte einen einfachen Biskuitboden mit einer Mascarponecreme bestrichen und mit Heidelbeeren verziert (die bekam der Kleine nur zerteilt), kein Hexenwerk. Ich dachte ja, er würde sich da voll drauf stürzen, aber er schob den Kuchen angewidert aus dem Mund. Die Creme aß er aber voller Genuss.
Das Konzept „Geschenke“ hat er noch nicht so richtig verstanden und so packten wir für ihn seine Puppe aus, die er sofort fest an sich drückte. Gott, war das niedlich! Das interessanteste Geschenk war jedoch die Brotdose für die KiTa, die er sicher 15 Minuten lang auf und zu, auf und zu, auf und zu klappte.

Nach dem ersten Schläfchen packten wir unsere sieben Sachen und fuhren los zum Geburstagsausflug. Ich hatte ja schon öfter erwähnt, dass der kleine Mann eine ausgewachsene Wasserratte ist, so lag es auf der Hand, dass wir den Tag im Thermalbad verbringen würden. Es gibt hier in der Nähe eins, das super schön ist. Man fühlt sich zwischen Palmen ein bisschen wie in der Karibik, es lädt also auch zum Rumlümmeln ein. Perfekt!
Der kleine Mann fühlte sich so pudelwohl. Wenn er nackig sein kann, geht es ihm gut. Da saß er auf der Liege, mümmelte an seinem Brötchen herum und grinste so breit wie es nur ging. Ich glaube, wenn man ihn ließe, würde er im Wasser wohnen. Er hat ganz fasziniert im Blubberbad die aufsteigenden Blasen beobachtet, ganz wild geplantscht und sich manchmal eng an uns geschmiegt durchs Wasser tragen lassen. Es war ein wunderschöner, super entspannter Ausflug. Ganze 4 Stunden waren wir dort und obwohl er irgendwann sehr müde war, aber nicht schlafen wollte, war der Kleine wahnsinnig gut drauf. Auf dem Heimweg schlief er dann den Schlaf der Gerechten und zum Abschluss des Tages gab es Pizza.

Weil unsere Familien weiter weg wohnen, stieg die eigentliche Party erst am Samstag.
Dienstag besuchte uns meine Mama, weil sie am Wochenende nicht konnte. So hatte der kleine Mann noch eine Geburtstagsparty mehr. Auch hier verweigerte er die Schaumkusstorte meiner Mama (meine absolute Kindheitserinnerung!), was die Vermutung nahe legt, dass er die Konsistenz von Biskuitböden nicht mag. Der Kleine bekam ein Duplo Set mit Tieren geschenkt und spielte voller Begeisterung damit. Er kletterte auf seiner Oma herum, ließ sich die Tiere wieder zusammenbauen und deren Laute vormachen. Ich liebe es zu sehen, wie offen er im Umgang mit anderen ist, auch wenn er sie nicht oft sieht. Da ist so eine Leichtigkeit drin, das lässt es mir ganz warm ums Herz werden.

Und dann war da Samstag. Full house.
Es waren mein Papa mit seiner Frau, die Eltern des Freundes, mein Bruder samt Freundin und liebe Freund mit ihren Kindern zu Besuch. Wir hatten eigentlich gar nicht genug Platz, aber ich wollte auf niemanden verzichten. Alle wichtigen Leute sollten da sein. Es war so voll und laut und wuselig. Es war grandios! Der kleine Mann flitzte durch die Gegend, ließ sich auf den Arm nehmen, bespielen und bespaßen. Zwischendurch aß er ein Stückchen von meinem Karottenkuchen (der scheint geschmeckt zu haben). Es war wirklich ein ganz wunderbarer Tag. Die Kinder hatten super viel Spaß zusammen und der kleine Mann bekam das wohl grandioseste Geschenk – eine Kugelbahn! Ich glaube, mehr muss ich dazu nicht sagen. Er liebt sie! Ich könnte ewig schwärmen. Ich fand es so schön wie gut sich alle verstanden, obwohl sie sich teilweise gar nicht kannten. Die Eltern des Freundes spielten mit dem kleinen Wirbelwind unserer Freunde und ach, es war einfach so harmonisch. Es wurde viel geredet, gelacht. Nach und nach verabschiedete sich die Familie und es blieben noch unsere Freunde. Die Kinder spielten noch ein bisschen und gegen 17:30 Uhr brachen auch sie auf.

Das Wohnzimmer sah am Ende des Tages aus wie auf einem Handgranatenwurfstand, der Tisch war voller Krünel, wo kurz zuvor noch ein köstlicher Marmorkuchen stand. Mein Kopf brummter von der Geräuschkulisse und der kleine Mann war völlig erledigt. Wer den halben Tag wie aufgezogen durch die Gegend flitzt, spielt und klettert, ist am Abend auch platt. Innerhalb weniger Minuten schlief er tief und fest (und schenkte uns seit Wochen eine richtig gute Nacht!).

Genau so habe ich mir das gewünscht. Wir hätten den ersten Geburtstag des kleinen Mannes nicht schöner feiern können.

12 Monate Januarbaby

Mein Räuberkind,

du bist heute 12 Monate alt. Ein Jahr! Ist das zu fassen?!

Gestern erst lagst du noch nackt auf meiner Brust und heute tobst du durch unser Leben.
Ich kann mir ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen.

Es fällt mir schwer diesen Bericht zu schreiben, alles einzufangen, was dich ausmacht. Dich noch ein bisschen größer werden zu lassen. Du bist so viel mehr als deine Fähigkeiten. Dein Wesen zu erfassen erscheint mir schier unmöglich, du bist so facettenreich.
Und auch wenn ich versuche all deine Entwicklungsschritte und Eigenheiten zu erfassen und festzuhalten, bleibt es doch nur ein Versuch. Es sind die Feinheiten, die dich ausmachen.

Du bist nun offiziell ein Kleinkind. Inoffiziell bist du schon lange kein Baby mehr, für mich und mein Herz wirst du das aber wohl für immer bleiben.
Ich staune jeden Tag über dich. Du bist so groß geworden!

Du wiegst knapp 9,5 kg und bist 74 cm groß. Du trägst Größe 74. Obenrum ist es teilweise auch noch eine 68, während du an den Beinen auch schon gelegentlich Größe 80 trägst. Du hast die schönsten blauen Augen und eine blonde Stubbelmähne. Die Zotteln reichen dir bis ins Gesicht, aber noch bringe ich es nicht übers Herz dir die Haare zu schneiden. Wir bürsten sie dir deshalb immer in deinen natürlichen Seitenscheitel.
Soviel zu den körperlichen Gegebenheiten.

Es sind die kleinen Dinge, die mich staunen lassen. Du bist so selbstständig geworden. Du schnappst deinen Trinkbecher, so selbstverständlich als hättest du nie etwas anderes getan. Wie du deine Umwelt wahrnimmst, wie verständig du schon bist! Das überrascht mich wirklich immer wieder! Als ich dich vor kurzem fragte, ob du müde bist, riebst du dir die Augen. Ich erwiderte, dass du ja schon mal ins Schlafzimmer gehen könntest, da krabbeltest du los, schobst die Tür auf (das machst du sehr gerne!) und wartetest vor dem Bett auf mich. Ich hab vielleicht Bauklötze gestaunt! Du hast „Füße zuerst!“ verinnerlicht und kletterst selbstständig vom Bett, aber nur, wenn ich dabei bin. Sonst wartest du und rufst mich.
Deine Nachtschlaffunktion ist kaputt. Du gehst gegen 19 Uhr ins Bett. Entweder wachst du sehr früh auf oder du bist nachts 1-2 Stunden wach. Es gab wirklich wenige gute Nächte in diesem Lebensmonat, die waren dafür richtig, richtig super! Einmal schliefst du 8 Stunden! Leider war das die große Ausnahme. Das ist aber vielleicht auch deiner Entwicklung geschuldet. Ich kann dir richtig zusehen, wie du dazu lernst.
Die Abstände zwischen deinen Schläfchen werden immer größer. Schläfst du morgens „länger“, kann es sein, dass du auch mit nur einem Schläfchen über den Tag kommst. Meist hängst du dann ab 17 Uhr in den Seilen, hinlegen ist dann aber auch keine Option. Du feilst da noch dran. Ich habe Hoffnung, dass sich da wieder einpendelt.

Du schläfst gerne auf dem Bauch. Seit neuestem ziehst du dabei deine Beinchen an dich heran und streckst den Po in die Luft. Oder du schläfst alle Viere weit von dir gestreckt unter meiner Decke, nachdem wir – wie immer zum Einschlafen– ausgiebig gekuschelt und gestillt haben. Das ist meist der ruhigste Schlaf.

Du krabbelst! Ich habe ehrlich gesagt nicht mehr damit gerechnet, nachdem du nach deinen ersten Tappsern sämtliche Krabbelversuche wieder eingestellt hattest. Plötzlich unternahmst du dann aber doch ein paar Versuche und seit du erkanntest, dass du damit noch schneller vorwärts kommst, machst du nichts anderes mehr.
Bei jeder erdenklichen Gelegenheit stellst du dich hin und hangelst dich an den Möbeln entlang. Mittlerweile machst du das sehr souverän. Du versuchst auch größere Lücken zu überbrücken, manchmal löst du dabei für den Hauch einer Sekunde beide Hände. Sobald du das merkst, klammerst du dich sofort wieder an deine Laufhilfe. Du setzt dich aus dem Stand wieder hin, indem du dich auf die Knie fallen lässt. Verlierst du das doch das Gleichgewicht, was wirklich selten vorkommt, rollst du dich mit einer gekonnten Bewegung über die Schulter ab oder fängst dich auf.

Dass du noch nicht frei stehen kannst, hält dich aber nicht davor ab erste Kletterversuche zu unternehmen. Du liebst den Nervenkitzel! Ich für meinen Teil bekomme einen kleinen Herzanfall, wenn ich sehe wie du auf deine Wippe kletterst, hinstellst und freihändig an sie angelehnt versuchst irgendwelche Dinge zu erreichen. Ist dein Ziel zu weit entfernt, versuchst du noch ein paar Zentimeter rauszuholen, indem du dich auf die Zehenspitzen stellst und ganz lang machst.

Du wirfst den Ball und flitzt hinterher, so kannst du dich eine ganze Weile beschäftigen. Rollt er dabei unter das Sofa, legst du dich ganz flach hin und schaust darunter, statt dich fragend umzusehen wie bisher. Aber auch mit deinem Motorikwürfel, der Waschmaschine oder leeren Wasserflaschen kannst du dir ausgiebig die Zeit vertreiben. Du kletterst in jede Kiste und den Wäschekorb und lässt dich darin durch die Gegend ziehen. Dabei grinst du wie ein Schneekönig und brabbelst aufgeregt vor dich hin.

Du bist sehr gesprächig und kannst dich wirklich gut verständigen. Du sagst „Mamamama“ und meinst mich. Und du sagst „nai“.
Neben dem hohen „dadada“, mit dem du dich durch die Wohnung bewegst, hast du auch die tiefen Töne entdeckt und erkundest sie voller Hingabe. Dein mit innen gerichtetem Ton gebrummtes „Wawawa“ mit ganz breitem Mund und geschäftigem Gesicht, das dich wie ein kleines Murlock klingen lässt, ist dabei dein Favorit.
Du zeigst mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf etwas, rufst „Da!“ oder siehst mich fragend an.
Ich erkläre dir dann, was du siehst, was du dann ganz leise vor dich hinmurmelnd in deiner bezaubernden Sprache wiederholst. Neulich war es „oben“ und „unten“, das mit „dat“ und „dadadat“ immer und immer wieder hochkonzentriert wiederholt und mit Gesten untermalt wurde. Du glaubst gar nicht, wie sehr es mich fasziniert dich beim Lernen zu beobachten.

Neben deinem Fingerzeig, schüttelst du ganz vehement den Kopf, wenn du etwas nicht willst. Dabei fliegen deine Haare wild hin. Du glaubst gar nicht, wie putzig das aussieht! Passt dir etwas ganz und gar nicht oder ich verstehe nicht schnell genug, kannst du auch sehr ungehalten werden. Du schimpfst dann wie ein kleiner Rohrspatz mit mir, ziehst die Nase kraus, formst eine Schnute und ziehst entrüstet die Augenbrauen zusammen. Richtig wütend, schüttelst du deine Fäustchen.

Du isst fast alles, was man dir zu Essen gibt. Du liebst den Linsencurryaufstrich, Erdnussmus und Frischkäse mit Obstmus. Heidelbeeren, Naturjoghurt, Mozzarella, Brokkoli, Karotten und Schmetterlingsnudeln. Wurst und Käse werden augenblicklich vom Brot gefummelt und zuerst verspeist, Aufstrich leckst du ab. Manchmal isst du das Brot mit, oft wirfst du es dann auf deinen Teller oder streckst es mir hin. Halte ich das Brot und lasse dich abbeißen, isst du es fast immer komplett auf. Du teilst dein Essen mit uns.

Die Mengen, die dabei in deinem Magen landen, werden immer größer und sind nun bei nennenswerten Größe angelangt. Ich habe aber auch das Gefühl, dass du neben dem Einschlafstillen öfter und expliziter Milch einforderst. Da reißt du plötzlich wie verrückt an deinem Lätzchen, drehst den Kopf weg und stemmst dich gegen deinen Stuhl bis ich dich rausnehme. Stille ich dich dann, trinkst du ganz gierig und zeigst dabei das Babyzeichen für „Milch“. Ich finde es wirklich beeindruckend wie kompetent du bist.

Du fremdelst nicht und hast es bisher auch nicht getan. Im Gegenteil bist du sehr kontaktfreudig. Du bist sicherer und selbstbewusster geworden. Zwischen anderen Kindern bewegst du dich völlig selbstverständlich. Du versicherst dich mit einem kurzen Blick, ob ich noch da bin, setzt dann aber deine Erkundungstour fort. Zwischendurch kommst du angeflitzt, kletterst auf meinen Schoß und schmiegst dich an, um in Windeseile deinen Akku aufzuladen und weiterzumachen.
Zuhause bist du gerne bei mir. Eigentlich verfolgst du mich überall hin und fühlst dich am wohlsten, wenn du auf meinem Arm sein kannst oder ich neben dir auf deiner Spieldecke sitze.

Du kleiner Mensch, du machst mich unheimlich glücklich. Alles an dir fasziniert mich.
Ich wünschte, du könntest dich durch meine Augen sehen und diese Emotionen fühlen, die durch meinen Körper rauschen, wenn ich dich beobachte. Du bist das Glück in seiner reinsten Form.

Es ist so schön, dass du da bist.

Ich liebe dich!

Happy 1st birthday

Mein kleiner Mann,

seit einem Jahr bereichert du nun unser Leben.
Du hast es müder, aber auch so viel bunter, lauter, leiser, kuscheliger, anstrengender, aufregender und intensiver gemacht.
Du hast mir die Augen geöffnet und zeigst mit dir Welt jeden Tag aufs Neue aus deinem ganz besonderen Blickwinkel.

Du hast mir meinen allergrößten Wunsch erfüllt und mich zur Mama gemacht.
Ich erinnere mich genau daran wie es begann – unser Abenteuer. Erst als zarter zweiter Strich, dann mit dieser verheisungsvollen Winternacht, die dich in unsere Arme brachte.

Dieses Jahr verging wie im Flug. Ich würde so gerne noch einmal deine Stupser spüren, deinen Neugeborenenduft einatmen.
Ich möchte manchmal die Zeit anhalten, vor und zurückspulen, um manche Momente immer und immer wieder erleben zu können. Aber die Zeit möchte nicht stillstehen und du ebenso wenig.
Du bist nun kein Baby mehr und wirst es für mich wahrscheinlich doch immer ein Stück bleiben. Wenn du neben mir liegst, ich deine Wärme spüre, deinem leisen Atem lausche, während deine Gesichtszüge völlig entspannen und deine Lippen zucken, dann sehe ich dieses zarte kleine Wesen, das mir vor einem Jahr auf die Brust gelegt wurde. Dann bist du noch immer ganz klein.

Und dann bist da Du. So wunderbar, kuschelig und wild. Laut und leise. Ein richtiger kleiner Charakter. Mit eigenen Vorstellungen und dem schönsten Lachen, das es gibt. Du bist mein Räuberkind, meine Krawallhummel. Mein Herz.

In mir wickelt sich die gesamte Gefühlspalette ab. Ich bin glücklich, sentimental, traurig, stolz, verliebt bis über beide Ohren, ungläubig und überrumpelt. So richtig bin ich noch nicht bereit, die groß werden zu lassen. Aber mich fragt ja keiner! Du willst die Welt entdecken

Wenn ich dich ansehe, kann ich mein Glück kaum fassen. Danke, dass du uns ausgewählt hast.
Ich freue mich so sehr auf dieses neue Jahr mit dir!

Ich liebe dich so sehr!

Happy birthday, Babybär!

11 Monate Januarbaby

Mein Räuberkind,

du bist heute 11 Monate alt. Das sind genau 47 Wochen und 5 Tage.

Nur noch einen Monat bis wir deinen ersten Geburtstag feiern! Ist das nicht unglaublich? Es ist als wärst du erst gestern geboren und doch schon immer bei uns. Du hast ganz selbstverständlich deinen Platz in unserer Mitte gefunden.
Du trägst Oberteile in Größe 68/74, bei Hosen darf es 74/80 sein.
Pünktlich zu deinem 10. Monatsgeburtstag begannst du dich auf die Knie zu ziehen. Das war wie ein Startschuss, denn von dort an ging es Schlag auf Schlag. Man konnte dir richtig zusehen, wie du täglich dazugelernt hast. Innerhalb von einer Woche gingst du in den Vierfüßlerstand, setztest dich hin, begannst dich in den Stand zu ziehen und krabbeltest sogar deine ersten Tapser.

Danach hast du die Krabbelversuche wieder eingestellt als hättest du uns sagen wollen „Na, habt ihr das gesehen? Ich kann es! Ich hab nur keine Lust dazu!“. Ab und zu gingst du mit den Armen nach vorne und zogst deinen Popo dann nach. Ich dachte ja, dass du das Krabbeln einfach auslässt, weil du so flink mit deiner Robbtechnik vorankommst – bis gestern. Du warst ganz vertieft in dein Spiel und beim Versuch an deine Robbe zu erwischen, bist du wirklich hingekrabbelt. Danach hast du es noch ein paar Mal getan, immer nur ein paar Tapser bis du gemerkt hast, was du da tust und dann doch lieber weitergerobbt bist. Möglicherweise bin ich ein bisschen ausgeflippt vor Freude und Stolz.

Du beginnst nun dich überall hochzuziehen und das Stehen zu üben. Noch bist du etwas instabil, aber du stehst schon deutlich sicherer. Nur, wenn du gerade in etwas vertieft bist und vergisst, dass du noch stehst, verlierst du das Gleichgewicht. Du versuchst auch dich aus dem Stand hinzusetzen, dazu reicht die Kraft in deinen Beinchen aber noch nicht ganz aus und du lässt dich die letzten Zentimeter auf den Po plumpsen.

Du bist mein kleiner Hauself. Du bekletterst die Spülmaschine, kaum habe ich sie geöffnet. Du hast einen Narren an unserem Staubsauger gefressen. Sobald ihn anstelle, quiekst du vor Freude auf und robbst ihm überall hinterher und untersuchst ihn ganz genau. Du hilfst mir die Wäsche zu sortieren und du sorgst dafür, dass der Tupperschrank immer ordentlich eingeräumt ist.

Mit deinem Spiegelbild und damit kannst du dich nämlich sehr ausgiebig beschäftigen. Seit dir dein Papa gezeigt hat, wie man einen Trichter zu einem Musikinstrument macht, trötest du immer in den Trichter. Das ist so lustig! Am schönsten ist aber einfach deine eigene Freude darüber.

Du räumst aber nicht nur aus! Nein, seit ein paar Tagen räumst du deine Holzklötze auch wieder in die Kiste. Vorher gab es immer nur einen Weg. Ich könnte dich ewig beobachten wie du da hochkonzentriert sitzt und dein Klötzchen vorsichtig in die Kiste legst, um sie dann kurz darauf schwungvoll wieder nach draußen zu befördern. Überhaupt bist du ausdauernder in deinem Spiel seit du dich selbstständig hinsetzen kannst. Ich glaube, das ist DIE Errungenschaft dieses Monats für dich.

Darüber hinaus hast du so viele „kleine“ Dinge gelernt.

Du gibst High-Five und du klatschst! Meine Güte ist das niedlich! Diese neue Fähigkeit feierst du so sehr, dass du es sogar im Halbschlaf tust. Du hast dein Nikolausgeschenk ganz alleine ausgepackt, nicht einmal eine Ecke mussten wir dir lösen. Ich weiß nicht, wer von uns stolzer war.
Deine Liebe für Bücher ist ungebrochen. Sobald ich ein Buch raushole, kletterst du auf meinen Schoß und beginnst darin zu blättern. Du fegst den Stapelturm meistens mit einer lockeren Handbewegung um, aber manchmal nimmst du die Becher auch ganz behutsam herunter.
Du spielst gerne Ball und schleuderst ihn mittlerweile auch wieder zurück.

Manchmal bin ich erstaunt wie viel du verstehst. Du reagierst schon eine ganze Weile auf deinen Namen, aber wenn ich dich z.B. bitte, deine Stifte zu holen tust du es oder drehst dich zumindest nach ihnen um.
Ich binde immer mehr Babyzeichen in unseren Alltag ein, sofern ich daran denke. Ich glaube, das hilft dir. Du verwendest sie zwar noch nicht aktiv, aber beim Zeichen „Milch“ drehst du deinen Kopf zu meiner Brust, wenn du stillen möchtest. Du hast eben deine eigenen Zeichen. Ziehst du am Lätzchen oder wirft dein Essen auf den Boden (oder reibst es in deine Haare), bist du satt. Du haust auf den Tisch und forderst damit mehr ein. Und du sagst schmatzend „Mam-mam“, wenn du stillen möchtest.

Wo wir gerade beim Thema Essen sind. Es kommt vor, dass du nicht mehr selbst essen magst, nach meiner Gabel greifst und gefüttert werden möchtest. Du übst aber auch selbst mit Löffel und Gabel zu essen. Meistens lade ich dir das Essen auf, du führst es zum Mund und nimmst es kurz davor dann doch in die Hand. Sonst hat sich an deinem Essverhalten nicht viel verändert. Du isst nach wie vor bei uns mit, bekommst aber auch gelegentlich Brei. Du isst mal mehr, mal weniger, aber nach wie vor eher überschaubare Mengen. Du fährst total auf Nudeln mit Tomatensauce, Naturjohurt, Himbeeren bzw. Obst allgemein, Frischkäsebrot und Wiener ab. Letztere durftest du mal probieren, nachdem du sie uns fast vom Teller gestarrt hast. Und du liebst Gemüse, ja sogar Rosenkohl hast du verschlungen!

Auch was das Stillen angeht, hat sich im Grunde nichts verändert. Wir stillen morgens, zu deinen zwei Schläfchen, manchmal nachmittags, zum Einschlafen und nachts aktuell recht häufig. Wenn wir unterwegs sind und keine Ruhe findest, hältst du auch länger ohne aus.

Unsere Nächte sind immer noch eher unruhig. Schon kurz nach dem Einschlafen verlangst du öfter nach mir, ich glaube nur 2 oder 3 mal musste ich nicht nach dir sehen, ehe ich ins Bett ging. Das zieht sich durch die Nächte. Es gab ein paar Nächte, in denen wir nur 2 Mal stillten, meistens zähle ich aber nicht mit. Immerhin wirst du nicht mehr so oft schreiend wach, sondern mopperst nur ein bisschen.
Du kuschelst zum Einschlafen. Man merkt richtig, wie du auch versuchst so in den Schlaf zu finden, aber das letzte Fünkchen fehlt noch. Auch nachts kuschelst du dich an. Manchmal legst du deinen Kopf auf meinen Bauch oder kletterst komplett auf mich, wo du du dann mit Rückenstreicheln wieder in den Schlaf findest. Es kommt so selten vor, dass du auf mir schläfst, da genieße ich diese Momente noch mehr.
Ich habe herausgefunden, dass du wach wirst, wenn du länger als 5 Stunden am Stück schläfst. Du scheinst dann genug Energie zu haben, um dann ein bis zwei Stunden im Bett herumzuturnen. Mit etwas Glück kann ich dich durch stillen, wiegen und streicheln doch noch dazu bewegen weiterzuschlafen.

Ich glaube, die Babykurse tun dir gut. Beim Schwimmen klammerst du dich zu Beginn immer noch an mich, aber wenn du dann aufgetaut bist, plantschst du auch fröhlich umher. Selbst der Wasserstrahl der Dusche stört dich nicht nennenswert.
Mittwochs besuchen wir einen freien Spielkurs, das gefällt dir sehr. Und es macht mich unheimlich glücklich zu sehen, wie du auftaust! Du gehst nun auch selbst auf andere Kinder zu und fängst nicht mehr sofort an zu weinen, wenn dich eines der anderen Babys ansieht oder berührt. Das tat mir immer im Herzen weh. Inzwischen bist du gerne mit dabei. Du wirfst dich mit Gebrüll auf das Spielzeug und scheust auch keine körperlichen Kontakte. Hast du, was du willst, ziehst du dich aber auch gerne wieder zurück.

Du bist meine kleine Kichererbse. Schalte ich das Radio ein, wirbelst du den Kopf herum und schenkst mir dein breitestes, noch immer zahnloses Grinsen. Dabei kräuselst du die Nase, wirfst den Kopf in den Nacken und untermalst es mit einem „hihi“.
Du lachst und grinst so viel. Das ist für mich eines der schönsten Geräusche überhaupt. Und wenn du nicht grinst, sorgst du dafür, dass wir es tun. Neuerdings rümpfst du die Nase, schürzt ganz dramatisch die Lippen und prustest los. Das machst du oft, wenn dir langweilig ist oder um dein Missfallen auszudrücken. Wenn du dann merkst, dass wir das lustig finden, grinst du breit und wiederholst es nochmal.

Wirklich jeden Tag, denke ich mir, was für ein Glück ich habe, deine Mama sein zu dürfen.

Ich liebe dich.

Krachbumm

Das Tal der Tränen. Dort befinden wir uns. Der Kleine ist äußerst aktiv. Er hat seinen Bewegungsradius nun deutlich ausgeweitet und folgt mir durch die komplette Wohnung. Das ist schon ziemlich cool. Wenn ich kurz aus dem Raum muss und er beginnt zu meckern, rufe  ich ihn und meistens robbt er mir dann hinterher.

Daneben brachte diese Entwicklung auch mit sich, dass er sich besser selbst beschäftigen kann. Ich beobachte ihn gerne wie er ganz konzentriert den Wäschekorb (mit gewaschener Wäsche) ausräumt, den Tupperschrank ausräumt und am Ende nur noch der Windelpop aus  dem Schrank lugt oder er das Bücherregal unsicher macht. Er strebt nun aber auch immer mehr nach oben. Meist nur kniend, immer öfter versucht er sich nun aber auch auf die Füße zu stellen. Wenn er dann das Objekt der Begierde erreicht hat, ist er wieder so darauf fixiert, dass er vergisst sich festzuhalten und das Gleichgewicht verliert. Krachbumm. 

Ein Geräusch, begleitet von dicken Krokodilstränen. Oft ist es nur der Schreck, wenn er vor lauter Zielstrebigkeit an etwas zu knapp vorbei robbt, manchmal aber eben auch echte Stürze mit dem Kopf auf den Boden. Zum Glück sind die Kleinen so robust. Mir wird ja manchmal ganz anders, wenn ich sehe, wie er sich an jeder noch so unmöglichen Stelle hochzieht, an Tischecken zum Beispiel, statt der langen Seite oder am Staubsauger, der dann gerne auch wegrollt. Er kennt da ja nix, immer drauf. Ich versuche natürlich ihn vor gefährlichen Stürzen zu bewahren und erkläre und zeige, wie er sicher zu Boden kommt, aber vor allem kann ich ihn auch nicht bewahren. Dass er sich festhalten muss oder das Gleichgewicht zu halten, lernt er nur durchs Üben und da gehört wohl auch dazu, dass er mal umplumst und merkt, dass man sich nicht einfach rücklings umwerfen sollte. Und wo er überall rankommt! Wie lang er dich machen kann, wenn er was richtig will! Krawumm. Fällt nicht das Kind, dann eben was anderes.

Gehört dazu, tut mir trotzdem leid. Und für meine Nerven ist es auch nicht ohne, den ein oder anderen Herzkasper hat er schon verursacht, dabei befinden wir uns ja gerade erst am Anfang. 

Krawumm.

10 Monate Januarbaby

Mein kleiner Mann,

du bist heute 10 Monate alt. Das sind 43 Wochen und 3 Tage.

Du faszinierst mich. Dein Wesen hat sich so stark entwickelt. Du bist ein eigener kleiner Mensch mit eigenem Charakter, das zeigst du immer deutlicher und es so toll dich bei dieser Entwicklung zu  beobachten. Du bist voller Entdeckungsdrang, spielst und kasperst herum. Aber du brauchst auch ganz viel Nähe und Kuscheleinheiten, um dich aufzutanken. Du zeigst deutlich, wenn dir etwas zuviel wird oder du etwas möchtest. Du bist mein Sonnenschein.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass du deine zauberhaften blauen Augen behalten wirst. Um deine Iris zeichnet sich ein heller Ring ab, der äußere Rand ist ganz dunkel. Je nach Stimmung sind deine Augen fast grau.
Deine Haare haben manchmal einen leicht roten Schimmer und beginnen sich zu kringeln, wenn sie feucht werden. Ob du noch ein Lockenköpfchen wirst?

Du bist eine richtige Wasserratte, weshalb wir nun auch einen Babyschwimmkurs besuchen. In deiner Badewanne strampelst du ganz wild herum und setzt unter freudigem Quietschen alles unter Wasser. Im Hallenbad bist du etwas zurückhaltender, dir scheint die Begrenzung zu fehlen, aber du fühlst dich trotzdem sehr wohl.

Du und der Staubsauger, das ist eine ganz besondere Beziehung. Sobald ich ihn raushole, rufst du schon freudig „Ah!“. Du robbst hinterher und versuchst auf ihn drauf zu klettern. Von Angst keine Spur! Ich muss eher aufpassen, dass du dich nicht selbst wegsaugst.

Du kannst sitzen. Noch bringst du dich nicht alleine in diese Position, außer du lagst vorher angelehnt bei mir, aber du hast große Freude daran. Du übst aber fleißig, dich wieder zurück in die Bauchlage zu bringen. Das klappt mal ganz gut, hat aber auch schon für Tränen und die wildesten Verrenkungen gesorgt. Es ist unglaublich wie beweglich du bist!

Du kannst dich sehr ausdauernd damit beschäftigen Kataloge in ihre kleinsten Teile zu zerpflücken oder über alles zu klettern, was dir in den Weg kommt. Dabei robbst du wie ein geölter Blitz hin, ziehst dich mit deinen Oberarmen hoch. Seit du herausgefunden hast, dass es noch viel einfach ist, wenn man dann die Hüfte nach hinten schiebt und die Knie mitbenutzt, klappt es noch viel besser. Wir müssen wirklich aufpassen, denn auf dem Weg zu dem Objekt deiner Begierde gibt es kein Halten und du würdest dich dafür auch in die Tiefe stürzen. Seit heute gehst du sogar richtig auf die Knie und richtest den Oberkörper auf. Ich schwöre, du bist auf der Stelle um 3 cm gewachsen!

Wir haben jetzt „Füße zuerst!“ eingeführt. Ich zeige dir, wie du dich sicher auf den Boden bringen kannst und schon nach ein paar Tagen hast du auch verstanden, wie es funktioniert. Du robbtest im Bett auf mich zu und noch bevor ich etwas sagen konnte, hast du die Füße zur Bettkante gedreht und dich runterplumpsen lassen. Ich bin fast geplatzt vor Stolz und dir ging es ganz genauso! Du hast so gestrahlt. Mein Herz, wie liebe ich dein Lachen!

Du brauchst noch etwas Hilfe, denn unser Bett ist etwas hoch und du stehst noch nicht, aber ich glaube, das dauert auch nicht mehr lange. Auf unserem Schoß stößt du dich nämlich auch schon mit den Füßen ab. Das ist ganz neu.

Du weißt genau, wenn du etwas nicht darfst. Ich glaube, niemand kann so wunderbar ertappt gucken wie du! Ich muss mir sehr oft ein Grinsen verkneifen, weil du so unheimlich niedlich dabei aussiehst. Du bist eh ein wahrer Gesichtskasper. Über deine Grimassen könnte ich mich wirklich ewig amüsieren. Ganz neu ist dein überraschter Gesichtsausdruck. Du reißt die Augen ganz weit auf, ziehst deine Augenbrauen nach oben, formst den Mund zu einem „o“ und manchmal sagst du auch genau das noch dazu. Ich könnte dich auffressen vor Niedlichkeit! Das hast du natürlich gemerkt, aufmerksam wie du bist, und wiederholst das immer wieder, weil ich mich so darüber freue.

Oder dein Gesichtsausdruck, wenn du Stücke im Mund hast oder satt bist. Da kneifst du die Augen zusammen, nimmst die Händchen vor den Mund, öffnest diesen, schiebst die Zunge heraus und schabst dann mit den Lippen alles von der Zunge. Wo wir auch gleich beim Thema „Essen“ sind.
Du liebst Nudeln mit Tomatensauce, da sind Stücke auf überhaupt kein Problem, kommen die eher unerwartet im Bei daher, reagierst du etwas pikiert. Schmeckt dir etwas nicht, ist es schneller wieder draußen als ich gucken kann. Meistens isst du einfach bei uns mit, aber ab und zu bekommst du auch Brei. Du greifst immer öfter nach dem Löffel, nicht bereit ihn wieder herzugeben. Du führst ihn selbst zum Mund und hast auch schon versucht selbst Brei darauf zu löffeln. Manchmal klappt das sogar. Du probierst alles und bisher konnte gab es nichts, das du komplett abgelehnt hast.

Ich würde sagen, wir stillen noch voll. Da du nie zu geregelten Zeiten getrunken hast, kann ich es gar nicht so genau sagen. Ich biete dir nach dem Essen die Brust an, aber meistens trinkst du dann nur kurz, obwohl du nach wie vor eher wenig isst. Auch sonst hast du tagsüber nicht mehr die Ruhe, um ordentlich zu trinken, außer du hast richtig Hunger. Wir stillen weiterhin beim Einschlafen und morgens nach dem Aufstehen.

Du brauchst über den Tag noch 2 Schläfchen. Aber bitte Zuhause oder im Auto, denn unterwegs ist alles zu spannend. Die liegen zeitlich zwischen 30 Minuten und 2,5 Stunden. Insgesamt schläfst du an schlechten Tagen 1,5 oder bis zu 3,5 Stunden. Je nachdem, wann du schläfst, bist du auch mal bis zu 6 Stunden wach bis du abends um 19 Uhr ins Bett gehst. Dann bist du aber auch wirklich durch und schläfst innerhalb von 5 Minuten ein. Du wirst richtig albern, wenn du müde bist. Du kicherst und giggelst dann über wirklich alles, dabei hüpft dein kleiner Körper im Sitzen auf und ab. Ich habe sofort, dein Quietschen im Ohr und dein Grinsen im Kopf. Manchmal kann ich mein Glück noch immer nicht so richtig fassen.
Du schläfst inzwischen häufig etwas länger und kommst damit auf etwa 11 Stunden Nachtschlaf, Ausreißer nach oben und unten inbegriffen. Tagsüber schläfst du fast unterbrechungsfrei, dafür klappt das abends plötzlich nicht mehr. Teilweise beginnst du alle 30 Minuten zu weinen und möchtest nochmal etwas stillen. Es gab nur wenige Nächte, in denen du mehr als 3 Stunden am Stück schliefst und dann auch nur, wenn ich neben dir lag. Außerdem stillst du nachts öfter, aber wir sind da inzwischen so routiniert, dass ich gar nicht genau sagen kann, wie oft das ist. Einige Nächte waren aber schon besonders herausragend und katapultierten mein Schlafdefizit in ungeahnte Höhen.
Schlaf war also nicht gerade dein Ding, du kletterst lieber umher, gerne auch nachts, wenn du doch mal etwas länger am Stück geschlafen hast. Ich hoffe, das wird wieder besser.

Du suchst meine Nähe. Immer und überall.
Du vergewisserst dich immer wieder ob ich da bin, bewegst dich dann aber frei im Raum. Im Schlaf legst du deinen Kopf auf und deinen Arm um mich. Das macht mir ganz viel Herzklopfen! Nach dem Aufwachen hauchst du ein „Mam“ durchs Babyphone und wartest darauf, dass ich dich hole. Dann kuschelst du dich noch einmal richtig an, bevor du dann wieder auf Entdeckungstour gehst.
Aber wehe ich verschwinde auf deinem Blickfeld. Dann robbst du „Mmamma“ rufend hinter mir her. Dann streckst du deine Arme nach mir aus, um mir zu zeigen, dass du hochgenommen werden möchtest. Bist du unsicher, klammerst du dich fest an mich und legst deinen Kopf auf meine Schulter.
Wenn du könntest, würdest du manchmal am liebsten in mich hineinkriechen.
Du hast einmal im Schlaf richtig „Mama“ gesagt. Du kannst dir nicht vorstellen, wie sich das anfühlt. Als würden tausende Schmetterlinge in meinem Bauch tanzen.

Du liebst, nein, du LIEBST Hunde! Im Gegensatz zu wilden Kindern, konntest dich selbst der ungestüme Welpe nichtaus der Ruhe bringen. Im Gegenteil, kaum hast du einen Hund entdeckt, robbst du hinterher und versuchst Kontakt aufzunehmen. Du vergräbst dich in das Fell, versuchst vorsichtig zu streicheln und den Schwanz zu fangen. Den halben Abend kannst du damit verbringen hinter ihnen herzujagen.

Vor kurzem hast du zum ersten Mal geschaukelt und wie es nicht anders zu erwarten war, hast du großen Spaß daran gehabt.
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Du liebst es, wenn ich dir die Füße, Hände, Augenbrauen, Nase, usw. entlang fahre und die  benenne. Dabei kicherst du und kräuselst deine Nase, dann streckst du den Zeigefinger aus und beginnst auch bei mir mir die Körperteile entlang zu fahren.

Und du gibst Küsschen. OK, du knutschst. Sehr feucht, aber meine Güte, ist das süß. Von außen sieht es wohl eher aus als wolltest du mich auffressen, aber du tust es ganz gezielt auf die Frage hin,ob ich einen Kuss bekomme oder nachdem ich dich abgeknutscht habe.

Du bist eine bunte Mischung voller Leben. Du bist sensibel, lustig, aufmerksam, fröhlich, laut und leise, kuschelig und wild. Du bist ein und ausdauernd. Du bist großartig.

Mein kleiner Rabauke, ich liebe dich so sehr!

Berg und Tal

Heute stellte sich der kleine Mann beim Versuch ein Packet zu erklimmen erstmals auf die Knie.

Neben ganz neuen Möglichkeiten bringt dieser Entwicklungsstand aber auch viel Wut und Verzweiflung mit sich. Der Kleine lernt gerade so viel, jeden Tag zeigt er uns etwas Neues. Er versucht jedes noch so hohe Hindernis zu erklimmen, versteht, dass die Tür auf und zu geht und er sie bewegen kann. Er rollt und wirft Dinge durch die Gegend.

Und er weint. Ganz furchtbar verzweifelt und aufgelöst und er wütet. Manchmal ballt er die Fäustchen und schüttelt sich vor Wut. Weil ich nicht verstehe, er etwas nicht darf oder ach, ich weiß es nicht.
Er tut mir dann so furchtbar leid. Besonders beim Einschlafen ist es aktuell echt fordernd.

Er ist müde und weint. Liegt er aber im Bett, weint er weil er robben will. Das klappt nicht imnet so, weil ich im Weg liege, aber eigentlich ist er müde und puh. Ich muss gestehen,dass ich manchmal nicht so recht weiß,wie ich damit umgehen soll. Er kann so wütend werden.

Vorhin weinte er 10 Minuten ganz verzweifelt, bis er genug los wurde, um stillen und schlafen zu können. Ich hielt mein sich windendendes, brüllendes und tretendes Baby, versuchte ganz ruhig zu bleiben und sprach ruhig mit ihm. Das waren wirklich schlimme 10 Minuten. Ich fühle mich hilflos und furchtbar, weil er so weinen muss. Und ein bisschen als würde ich ihn quälen. Aber ich weiß auch nicht, was ich anders machen könnte.

Gehört das vielleicht einfach zu dem neuen Update?