Krachbumm

Das Tal der Tränen. Dort befinden wir uns. Der Kleine ist äußerst aktiv. Er hat seinen Bewegungsradius nun deutlich ausgeweitet und folgt mir durch die komplette Wohnung. Das ist schon ziemlich cool. Wenn ich kurz aus dem Raum muss und er beginnt zu meckern, rufe  ich ihn und meistens robbt er mir dann hinterher.

Daneben brachte diese Entwicklung auch mit sich, dass er sich besser selbst beschäftigen kann. Ich beobachte ihn gerne wie er ganz konzentriert den Wäschekorb (mit gewaschener Wäsche) ausräumt, den Tupperschrank ausräumt und am Ende nur noch der Windelpop aus  dem Schrank lugt oder er das Bücherregal unsicher macht. Er strebt nun aber auch immer mehr nach oben. Meist nur kniend, immer öfter versucht er sich nun aber auch auf die Füße zu stellen. Wenn er dann das Objekt der Begierde erreicht hat, ist er wieder so darauf fixiert, dass er vergisst sich festzuhalten und das Gleichgewicht verliert. Krachbumm. 

Ein Geräusch, begleitet von dicken Krokodilstränen. Oft ist es nur der Schreck, wenn er vor lauter Zielstrebigkeit an etwas zu knapp vorbei robbt, manchmal aber eben auch echte Stürze mit dem Kopf auf den Boden. Zum Glück sind die Kleinen so robust. Mir wird ja manchmal ganz anders, wenn ich sehe, wie er sich an jeder noch so unmöglichen Stelle hochzieht, an Tischecken zum Beispiel, statt der langen Seite oder am Staubsauger, der dann gerne auch wegrollt. Er kennt da ja nix, immer drauf. Ich versuche natürlich ihn vor gefährlichen Stürzen zu bewahren und erkläre und zeige, wie er sicher zu Boden kommt, aber vor allem kann ich ihn auch nicht bewahren. Dass er sich festhalten muss oder das Gleichgewicht zu halten, lernt er nur durchs Üben und da gehört wohl auch dazu, dass er mal umplumst und merkt, dass man sich nicht einfach rücklings umwerfen sollte. Und wo er überall rankommt! Wie lang er dich machen kann, wenn er was richtig will! Krawumm. Fällt nicht das Kind, dann eben was anderes.

Gehört dazu, tut mir trotzdem leid. Und für meine Nerven ist es auch nicht ohne, den ein oder anderen Herzkasper hat er schon verursacht, dabei befinden wir uns ja gerade erst am Anfang. 

Krawumm.

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10 Monate Januarbaby

Mein kleiner Mann,

du bist heute 10 Monate alt. Das sind 43 Wochen und 3 Tage.

Du faszinierst mich. Dein Wesen hat sich so stark entwickelt. Du bist ein eigener kleiner Mensch mit eigenem Charakter, das zeigst du immer deutlicher und es so toll dich bei dieser Entwicklung zu  beobachten. Du bist voller Entdeckungsdrang, spielst und kasperst herum. Aber du brauchst auch ganz viel Nähe und Kuscheleinheiten, um dich aufzutanken. Du zeigst deutlich, wenn dir etwas zuviel wird oder du etwas möchtest. Du bist mein Sonnenschein.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass du deine zauberhaften blauen Augen behalten wirst. Um deine Iris zeichnet sich ein heller Ring ab, der äußere Rand ist ganz dunkel. Je nach Stimmung sind deine Augen fast grau.
Deine Haare haben manchmal einen leicht roten Schimmer und beginnen sich zu kringeln, wenn sie feucht werden. Ob du noch ein Lockenköpfchen wirst?

Du bist eine richtige Wasserratte, weshalb wir nun auch einen Babyschwimmkurs besuchen. In deiner Badewanne strampelst du ganz wild herum und setzt unter freudigem Quietschen alles unter Wasser. Im Hallenbad bist du etwas zurückhaltender, dir scheint die Begrenzung zu fehlen, aber du fühlst dich trotzdem sehr wohl.

Du und der Staubsauger, das ist eine ganz besondere Beziehung. Sobald ich ihn raushole, rufst du schon freudig „Ah!“. Du robbst hinterher und versuchst auf ihn drauf zu klettern. Von Angst keine Spur! Ich muss eher aufpassen, dass du dich nicht selbst wegsaugst.

Du kannst sitzen. Noch bringst du dich nicht alleine in diese Position, außer du lagst vorher angelehnt bei mir, aber du hast große Freude daran. Du übst aber fleißig, dich wieder zurück in die Bauchlage zu bringen. Das klappt mal ganz gut, hat aber auch schon für Tränen und die wildesten Verrenkungen gesorgt. Es ist unglaublich wie beweglich du bist!

Du kannst dich sehr ausdauernd damit beschäftigen Kataloge in ihre kleinsten Teile zu zerpflücken oder über alles zu klettern, was dir in den Weg kommt. Dabei robbst du wie ein geölter Blitz hin, ziehst dich mit deinen Oberarmen hoch. Seit du herausgefunden hast, dass es noch viel einfach ist, wenn man dann die Hüfte nach hinten schiebt und die Knie mitbenutzt, klappt es noch viel besser. Wir müssen wirklich aufpassen, denn auf dem Weg zu dem Objekt deiner Begierde gibt es kein Halten und du würdest dich dafür auch in die Tiefe stürzen. Seit heute gehst du sogar richtig auf die Knie und richtest den Oberkörper auf. Ich schwöre, du bist auf der Stelle um 3 cm gewachsen!

Wir haben jetzt „Füße zuerst!“ eingeführt. Ich zeige dir, wie du dich sicher auf den Boden bringen kannst und schon nach ein paar Tagen hast du auch verstanden, wie es funktioniert. Du robbtest im Bett auf mich zu und noch bevor ich etwas sagen konnte, hast du die Füße zur Bettkante gedreht und dich runterplumpsen lassen. Ich bin fast geplatzt vor Stolz und dir ging es ganz genauso! Du hast so gestrahlt. Mein Herz, wie liebe ich dein Lachen!

Du brauchst noch etwas Hilfe, denn unser Bett ist etwas hoch und du stehst noch nicht, aber ich glaube, das dauert auch nicht mehr lange. Auf unserem Schoß stößt du dich nämlich auch schon mit den Füßen ab. Das ist ganz neu.

Du weißt genau, wenn du etwas nicht darfst. Ich glaube, niemand kann so wunderbar ertappt gucken wie du! Ich muss mir sehr oft ein Grinsen verkneifen, weil du so unheimlich niedlich dabei aussiehst. Du bist eh ein wahrer Gesichtskasper. Über deine Grimassen könnte ich mich wirklich ewig amüsieren. Ganz neu ist dein überraschter Gesichtsausdruck. Du reißt die Augen ganz weit auf, ziehst deine Augenbrauen nach oben, formst den Mund zu einem „o“ und manchmal sagst du auch genau das noch dazu. Ich könnte dich auffressen vor Niedlichkeit! Das hast du natürlich gemerkt, aufmerksam wie du bist, und wiederholst das immer wieder, weil ich mich so darüber freue.

Oder dein Gesichtsausdruck, wenn du Stücke im Mund hast oder satt bist. Da kneifst du die Augen zusammen, nimmst die Händchen vor den Mund, öffnest diesen, schiebst die Zunge heraus und schabst dann mit den Lippen alles von der Zunge. Wo wir auch gleich beim Thema „Essen“ sind.
Du liebst Nudeln mit Tomatensauce, da sind Stücke auf überhaupt kein Problem, kommen die eher unerwartet im Bei daher, reagierst du etwas pikiert. Schmeckt dir etwas nicht, ist es schneller wieder draußen als ich gucken kann. Meistens isst du einfach bei uns mit, aber ab und zu bekommst du auch Brei. Du greifst immer öfter nach dem Löffel, nicht bereit ihn wieder herzugeben. Du führst ihn selbst zum Mund und hast auch schon versucht selbst Brei darauf zu löffeln. Manchmal klappt das sogar. Du probierst alles und bisher konnte gab es nichts, das du komplett abgelehnt hast.

Ich würde sagen, wir stillen noch voll. Da du nie zu geregelten Zeiten getrunken hast, kann ich es gar nicht so genau sagen. Ich biete dir nach dem Essen die Brust an, aber meistens trinkst du dann nur kurz, obwohl du nach wie vor eher wenig isst. Auch sonst hast du tagsüber nicht mehr die Ruhe, um ordentlich zu trinken, außer du hast richtig Hunger. Wir stillen weiterhin beim Einschlafen und morgens nach dem Aufstehen.

Du brauchst über den Tag noch 2 Schläfchen. Aber bitte Zuhause oder im Auto, denn unterwegs ist alles zu spannend. Die liegen zeitlich zwischen 30 Minuten und 2,5 Stunden. Insgesamt schläfst du an schlechten Tagen 1,5 oder bis zu 3,5 Stunden. Je nachdem, wann du schläfst, bist du auch mal bis zu 6 Stunden wach bis du abends um 19 Uhr ins Bett gehst. Dann bist du aber auch wirklich durch und schläfst innerhalb von 5 Minuten ein. Du wirst richtig albern, wenn du müde bist. Du kicherst und giggelst dann über wirklich alles, dabei hüpft dein kleiner Körper im Sitzen auf und ab. Ich habe sofort, dein Quietschen im Ohr und dein Grinsen im Kopf. Manchmal kann ich mein Glück noch immer nicht so richtig fassen.
Du schläfst inzwischen häufig etwas länger und kommst damit auf etwa 11 Stunden Nachtschlaf, Ausreißer nach oben und unten inbegriffen. Tagsüber schläfst du fast unterbrechungsfrei, dafür klappt das abends plötzlich nicht mehr. Teilweise beginnst du alle 30 Minuten zu weinen und möchtest nochmal etwas stillen. Es gab nur wenige Nächte, in denen du mehr als 3 Stunden am Stück schliefst und dann auch nur, wenn ich neben dir lag. Außerdem stillst du nachts öfter, aber wir sind da inzwischen so routiniert, dass ich gar nicht genau sagen kann, wie oft das ist. Einige Nächte waren aber schon besonders herausragend und katapultierten mein Schlafdefizit in ungeahnte Höhen.
Schlaf war also nicht gerade dein Ding, du kletterst lieber umher, gerne auch nachts, wenn du doch mal etwas länger am Stück geschlafen hast. Ich hoffe, das wird wieder besser.

Du suchst meine Nähe. Immer und überall.
Du vergewisserst dich immer wieder ob ich da bin, bewegst dich dann aber frei im Raum. Im Schlaf legst du deinen Kopf auf und deinen Arm um mich. Das macht mir ganz viel Herzklopfen! Nach dem Aufwachen hauchst du ein „Mam“ durchs Babyphone und wartest darauf, dass ich dich hole. Dann kuschelst du dich noch einmal richtig an, bevor du dann wieder auf Entdeckungstour gehst.
Aber wehe ich verschwinde auf deinem Blickfeld. Dann robbst du „Mmamma“ rufend hinter mir her. Dann streckst du deine Arme nach mir aus, um mir zu zeigen, dass du hochgenommen werden möchtest. Bist du unsicher, klammerst du dich fest an mich und legst deinen Kopf auf meine Schulter.
Wenn du könntest, würdest du manchmal am liebsten in mich hineinkriechen.
Du hast einmal im Schlaf richtig „Mama“ gesagt. Du kannst dir nicht vorstellen, wie sich das anfühlt. Als würden tausende Schmetterlinge in meinem Bauch tanzen.

Du liebst, nein, du LIEBST Hunde! Im Gegensatz zu wilden Kindern, konntest dich selbst der ungestüme Welpe nichtaus der Ruhe bringen. Im Gegenteil, kaum hast du einen Hund entdeckt, robbst du hinterher und versuchst Kontakt aufzunehmen. Du vergräbst dich in das Fell, versuchst vorsichtig zu streicheln und den Schwanz zu fangen. Den halben Abend kannst du damit verbringen hinter ihnen herzujagen.

Vor kurzem hast du zum ersten Mal geschaukelt und wie es nicht anders zu erwarten war, hast du großen Spaß daran gehabt.
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Du liebst es, wenn ich dir die Füße, Hände, Augenbrauen, Nase, usw. entlang fahre und die  benenne. Dabei kicherst du und kräuselst deine Nase, dann streckst du den Zeigefinger aus und beginnst auch bei mir mir die Körperteile entlang zu fahren.

Und du gibst Küsschen. OK, du knutschst. Sehr feucht, aber meine Güte, ist das süß. Von außen sieht es wohl eher aus als wolltest du mich auffressen, aber du tust es ganz gezielt auf die Frage hin,ob ich einen Kuss bekomme oder nachdem ich dich abgeknutscht habe.

Du bist eine bunte Mischung voller Leben. Du bist sensibel, lustig, aufmerksam, fröhlich, laut und leise, kuschelig und wild. Du bist ein und ausdauernd. Du bist großartig.

Mein kleiner Rabauke, ich liebe dich so sehr!

Berg und Tal

Heute stellte sich der kleine Mann beim Versuch ein Packet zu erklimmen erstmals auf die Knie.

Neben ganz neuen Möglichkeiten bringt dieser Entwicklungsstand aber auch viel Wut und Verzweiflung mit sich. Der Kleine lernt gerade so viel, jeden Tag zeigt er uns etwas Neues. Er versucht jedes noch so hohe Hindernis zu erklimmen, versteht, dass die Tür auf und zu geht und er sie bewegen kann. Er rollt und wirft Dinge durch die Gegend.

Und er weint. Ganz furchtbar verzweifelt und aufgelöst und er wütet. Manchmal ballt er die Fäustchen und schüttelt sich vor Wut. Weil ich nicht verstehe, er etwas nicht darf oder ach, ich weiß es nicht.
Er tut mir dann so furchtbar leid. Besonders beim Einschlafen ist es aktuell echt fordernd.

Er ist müde und weint. Liegt er aber im Bett, weint er weil er robben will. Das klappt nicht imnet so, weil ich im Weg liege, aber eigentlich ist er müde und puh. Ich muss gestehen,dass ich manchmal nicht so recht weiß,wie ich damit umgehen soll. Er kann so wütend werden.

Vorhin weinte er 10 Minuten ganz verzweifelt, bis er genug los wurde, um stillen und schlafen zu können. Ich hielt mein sich windendendes, brüllendes und tretendes Baby, versuchte ganz ruhig zu bleiben und sprach ruhig mit ihm. Das waren wirklich schlimme 10 Minuten. Ich fühle mich hilflos und furchtbar, weil er so weinen muss. Und ein bisschen als würde ich ihn quälen. Aber ich weiß auch nicht, was ich anders machen könnte.

Gehört das vielleicht einfach zu dem neuen Update?

40+2 ♡ (Geburtsbericht Teil 2)

Am Abend sehen der Freund und ich uns „Fack juh Göhte“ an. Eigentlich lasse ich mich eher berieseln, denn ich kann mich nicht so richtig darauf konzentrieren. Gegen 21:30 Uhr nimmt der Schmerz zu und ich muss ständig auf die Toilette. Ich erinnere mich, dass sich der Körper entleert ehe es losgeht, aber ich kann immer noch nicht so richtig daran glauben. Ich schreibe immer wieder mit meiner Freundin, das lenkt mich ab.

Der Freund beobachtet mich und fragt ständig, wie es mir geht. Ich kann nicht viel dazu sagen. Ich versuche ihn zu beruhigen, denn ich spüre seine Unsicherheit und Hilflosigkeit. Es fällt ihm schwer tatenlos zuzusehen, ich tue ihm leid. Alle 5 Minuten verkrampft sich meine Gebärmutter eine Minute lang. Ich konzentriere mich darauf tief in den Bauch zu atmen. Es ist gut auszuhalten, tut aber gleichzeitig echt weh. Aber auch jetzt bin ich unsicher, weil es sich wirklich nur wie schlimme Periodenschmerzen anfühlt. Ich spüre nichts im Bauch oder im Rücken. Meine Freundin ist sich sicher, dass es sich um keinen Fehlalarm handelt. Um 23 Uhr stoppe ich das Messen, es stresst mich und ich möchte mich konzentrieren. Die Wehen kommen alle 3-10 Minuten. Ich frage meine Freundin, wie man solche Schmerzen bis zur Geburt aushalten soll, das kann ja ewig dauern und schiebe ein „Aber die Pausen sind super!“ hinterher.

„Oh, das tut weh, aber solange ich noch unsicher bin, ist es nicht ernst.“, schwebt es in meinem Kopf und ich beschließe in die Wanne zu gehen. Der Freund lässt mir das Wasser ein. Um halb zwölf gleite ich in das warme Wasser und fühle wie sich die Entspannung breit macht. Die Wehen werden weniger und angenehmer. „Also doch ein Fehlalarm, sonst würden die Wehen nicht weggehen!“, denke ich mir und halte mich für ein waschechtes Weichei. Ich genieße die Entspannung bin aber auch etwas enttäuscht. Der Freund sieht alle 10 Minuten nach mir, ich bitte immer wieder um Verlängerung, das Wasser tut so gut. Ich streichle meinen Babybauch, atme tief in ihn hinein. Das Baby ist ganz ruhig, es schiebt sein Köpfchen in meine Handfläche. Die Wehen werden seltener, ihre Intensität nimmt zu. Ich vergesse Raum und Zeit, bin ganz bei mir und dem Baby. Ich atme den Schmerz tief in den Bauch, das hilft mir sehr. Ich spüre wie der Schmerz sich aufbäumt und wieder abflacht.

Als das Wasser kalt wird, beschließe ich die Wanne zu verlassen. Ich zittere. Kaum habe ich das Wasser verlassen, nimmt der Schmerz zu. Noch immer habe ich Zweifel an der Wirksamkeit der Wehen. Beim Versuch meine Blase zu entleeren, verkrampft sich meine Gebärmutter.

Ich überlege in die Klinik zu fahren, ehe der Schmerz so stark wird, dass ich das Sitzen nicht mehr ertragen kann.

ET+2

Ich bitte den Freund im Kreißsaal anzurufen und uns anzukündigen. Vor lauter Nervosität vergisst er die Beckenendlage und den Kaiserschnitt zu erwähnen. Zitternd, nur in ein Handtuch gehüllt, telefoniere ich mit der Hebamme. Während des 30-sekündigen Gesprächs veratme ich eine Wehe ganz ruhig, dabei lasse meine Hüften kreisen. Das tut gut.

Der Freund ist ziemlich durch den Wind. Er wuselt planlos durch die Gegend und schafft es, mich immer genau dann anzusprechen, wenn wieder eine Wehe heranrollt. Ich teste mich und antworte auf dem Höhepunkt der Wehe. Geht. Es ist nicht schön, aber machbar. Auch das ist laut meiner Hebamme im Ernstfall anders. Bestimmt komme ich im Kreißsaal an und es hat sich nichts getan, aber ich möchte nicht mehr warten.

Wir packen die letzten Dinge, dann schicke ich den Freund los, um das Auto zu holen, damit wir die Taschen und die Babyschale nicht so weit tragen müssen. Ich ziehe mich währenddessen an und mache noch ein letztes Bild von meinem Babybauch. So richtig realisiert habe ich das alles noch nicht. Ich habe kein Zeitgefühl mehr. Irgendwann kommt der Freund zurück und berichtet von Schnee und einer spiegelglatten Fahrbahn. Ich kann es fast nicht glauben. Wir bekommen ein richtig echtes Winterbaby. Ein Schneeflöckchen!

Ich bin ganz ruhig. Als wir durch die Türe treten, umhüllt mich frische, eiskalte Luft. Ich bleibe stehen, atme tief ein. Ich nehme das Knirschen des frisch gefallenen Schnees unter meinen Stiefeln war. Ich halte die Hand des Freundes und sage: “Wenn wir zurückkommen, haben wir unser Baby. Dann sind wir Eltern!“ und muss die Tränen wegblinzeln. Der Freund verlädt das Gepäck, stellt mir den Autositz ein, ich schaffe es nicht alleine mich nach vorne zu beugen.

Wir fahren los. Die Straßen sind komplett zugeschneit, ich bitte den Freund langsam zu fahren. Sobald ich ruhiger werde, um eine Wehe zu veratmen, beginnt der Freund zu quasseln und gibt Gas. Er ist unglaublich aufgeregt. Ich versuche ihn zu beruhigen, ich versichere ihm, dass alles ok ist und er bitte langsam fahren soll. Im Radio läuft „Human“ von Rag ‚n‘ Bone Man, während ich die erste Wehe leise vertöne.

Tatsächlich habe ich mir die Wehen im Auto schlimmer vorgestellt, ich würde dennoch gerne wieder stehen und mit den Hüften schaukeln. An der Klinik angekommen, brauche ich 3 Versuche, um aus dem Auto zu steigen, weil immer eine Wehe dazwischen kommt. Auf den 200 Metern bis zum Eingang muss ich ein paar Mal stehen bleiben. Ich schicke mein „Aaaah“ in die Stille. Es ist zauberhaft.

In der Klinik fragt die Dame am Empfang, ob sie uns helfen könne. Ich lächle und antworte „Wir müssen in den Kreißsaal, wir kennen den Weg.“ Sie lächelt zurück und wünscht uns alles Gute.

In der Klinik wird gerade umgebaut. Zwischen den Lifttüren steht eine Holzwand, um die man herumlaufen muss. Man sieht leider nicht welche Türe sich öffnen wird. Zielsicher steuere ich auf die Seite zu, die sich natürlich nicht öffnet. Ich veratme gerade eine Wehe als sich die andere Tür öffnet. Der Freund erwähnt, dass wir die Seite wechseln müssen. Ich reagiere nicht. „Wir müssen rüber!“ setzt er erneut an. Meine Luft reicht nur für ein gezischtes „Wehe! … Der kommt bestimmt nochmal.“ An der Information kichert es.

Am Kreißsaal angekommen, nimmt uns eine Hebamme in Empfang. Es soll erst ein CTG geschrieben und dann noch ein Ultraschall gemacht werden. Ich verstehe nicht so recht warum, da ich ja ohnehin einen Kaiserschnitt bekomme, aber sie werden schon wissen, was sie tun. Ich bitte darum stehen bleiben zu dürfen, weil der Schmerz im Sitzen schlecht zu ertragen ist. Ich habe keine Ahnung, ob das CTG starke Wehen aufzeichnet oder nicht. Laut der Hebamme zeigt sich das Baby von den Wehen völlig unbeeindruckt. Die coole Socke! Es war auch schon beim Wendungsversuch die Ruhe selbst.

Dann kommt die Ärztin. Ich bin wahnsinnig neugierig und freue mich als sie sagt, dass sie mich gerne untersuchen würde. Ich möchte wissen, ob ich mich nur anstelle oder das Ganze etwas bewirkt. Der Muttermund ist 2-3 cm geöffnet. Ich bin sehr glücklich! Innerlich gebe ich mir ein High-Five. Es sind also doch richtige Wehen! Die Ärztin erklärt, dass noch eine Frau vor mir im OP sei, ich aber als nächstes dran komme. Sie bespricht noch einmal den Ablauf mit uns. Wir dürfen unsere Musik im OP abspielen, wenn wir möchten. Sobald das Baby entwickelt wird, werde der Vorhang abgesenkt, damit wir zusehen können. Ich frage, ob der Freund die Nabelschnur durchtrennen darf. Das gehe nicht, aber sie könnte das Baby mit der Plazenta entbinden, sodass er es auf der „Einheit“ abnabeln könne. Ich frage noch einmal nach, ob ich mein Baby auch wirklich gleich bei mir haben dürfe. „Selbstverständlich! Wenn es dem Baby gut geht, kommt es kurz auf die Einheit, wo es abgetrocknet wird. Das dauert ein paar Sekunden und dann kommt es zu Ihnen, wo es auch bleibt.“ Ich freue mich.

Ich solle noch ein bisschen CTG schreiben. Für die Untersuchung bin auch aus dem Schlauch gestiegen, beim Versuch ihn wieder anzuziehen, rollt eine Wehe heran. Die Hebamme stützt mich, eine Hand an meinem Bauch. Sie sieht mich an und sagt „Das ist eine ordentliche Wehe“, da müssen wir kein CTG mehr schreiben. Die Wehenabstände werden immer kürzer. Ich möchte auf die Toilette, das Entleeren der Blase ist schmerzhafter als die Wehen selbst. Ich ziehe das OP-Hemd an. Nach vorne offen, damit das Baby und ich sofort kuscheln können. Ich bekomme den Katheter gelegt. Ist das eklig! Ich bin überzeugt davon, mir gerade in die Hose gemacht zu haben. Die Hebamme erklärt mir, dass sich das am Anfang so anfühle.

1:30 Uhr. Wir werden alleine gelassen. Der Freund spielt den Geburtssoundtrack ab, solange wir warten. Er hält meine Hand, ich atme. Es fühlt sich so surreal an hier zu sein. Ab und zu muss ich die Wehen vertönen. Der Anästhesist, der nach der äußeren Wendung bereits das Aufklärungsgespräch durchgeführt hat, hat heute Dienst. Er ist lustig. Ich werde in den Vorbereitungsraum geschoben, der Freund wird von der Hebamme in einen anderen Raum gebracht, um sich umzuziehen.

Ich bekomme den Zugang gelegt. Dr. Sandmann erklärt mir alles ganz genau. Ich soll mich auch die Seite legen, den Rücken etwas rund machen und ganz still halten. Ich bin nervös wegen der Spinalanästhesie. Mittlerweile kommen die Wehen ununterbrochen, die Abstände sind so kurz, dass sie kaum der Rede wert sind. Ich halte meine Augen geschlossen, konzentriere mich auf meine Atmung und versuche sie zuzulassen, um nicht noch mehr zu verkrampfen, während eine Wehe nach der anderen auf mich zurollt.

Davon abgesehen bin ich einfach nur aufgeregt. Mein Rücken wird betäubt, kurz darauf spüre ich einen unangenehmen Druck im Rücken. Nach ein paar Sekunden macht sich ein warmes, kribbeliges Gefühl in meinen Beinen breit. Es breitet sich bis zu meiner Brust aus, ich spüre wie mir das Atmen etwas schwerer fällt. Die Anästhesie liegt. Der Schmerz ist einfach weg. Für den Moment genieße ich das sehr.

Irgendwann fragt Dr. Sandmann wo der Freund bleibe, ich scherze „Der bummelt bestimmt wieder.“. Alle lachen. Es herrscht eine lockere, fröhliche Atmosphäre. Währenddessen saß der Freund im Umkleideraum und wartete darauf abgeholt zu werden, er wusste nicht, dass wir auf ihn warteten. Ich bin froh als er wieder bei mir ist. Auf dem Weg in den OP erzählt mir der Freund, dass er so nervös war, dass er dreimal in dasselbe Hosenbein stieg.

Im OP stellt sich das Team vor, das finde ich richtig toll. Ich werde mit warmen Decken zugedeckt. Ich bin sehr glücklich, dass meine Arme nicht festgebunden werden. Gleich geht es los. Plötzlich taucht das Gesicht des Anästhesisten über mir auf, er fragt, ob ich nervös sei. Mein Blutdruck läge bei 180 zu irgendwas. Die Situation zeugt von Witz. Das Tuch wird vor meinen Augen gespannt, der Freund wird angewiesen auf keinen Fall aufzustehen. Sollte ihm schwindelig werden, solle er sich auf den Boden legen. Mit gedämpfter Stimme, informiert die Ärztin Dr. Sandmann darüber, das Tuch beim Entwickeln zu senken, damit wir zusehen können. Er wiegelt das ab. Ich bin genervt, dass er dem Wunsch nicht nackommen will, aber ich sage nichts. In diesem Moment ist es nicht so wichtig. Ich möchte mein Baby haben!

Der Freund hält meine Hand. Dann beginnt es zu ruckeln. Ich spüre wie ordentlich an mir gezogen und gedrückt wird. Es fühlt sich an als wolle das Kleine nicht raus. Gleich ist es soweit! Ich bekomme Sauerstoff.

Und dann geht alles ganz schnell. Noch ehe ich es sah, hörte ich mein Baby gurgeln. Ich habe nie ein schöneres Geräusch gehört. Mein Baby ist da! Die Ärztin hält das Baby über das Tuch. Ich sehe eine blutverschmierte Stupsnase. Das Profil sieht genauso aus wie auf dem Ultraschallbild! „Es ist ein Junge“, höre ich jemanden sagen. „Er ist so süß!“ ist alles was ich denken kann.

Bis zur Geburt wussten wir das Geschlecht unseres Babys nicht sicher, da mein Gynäkologe bei jedem Ultraschall etwas anderes erzählte. Bei der letzten Untersuchung vor ein paar Tagen, erzählte er noch etwas von einem Mädchen.

Der Kleine wird auf die Einheit gebracht, der Freund folgt ihm, wo er die Nabelschnur durchtrennt. Mir steigen die Tränen in die Augen, jemand tupft sie mir aus dem Augenwinkel. Ich werde gefragt wie er heißen soll. Ich tat mich mit dem Namen für einen Jungen bis zum Schluss unheimlich schwer, aber jetzt bin ich mir ganz sicher, obwohl ich ihn noch nicht einmal richtig gesehen habe. Ich antworte, gebe unserem Sohn seinen Namen.

Plötzlich wird mir furchtbar schlecht. Ich bekomme etwas gespritzt, aber es hilft nicht. Ich muss würgen. Es ist ein furchtbares Gefühl, die Übelkeit aufsteigen zu spüren und sich nicht drehen oder aufrichten zu können. Kurz darauf beruhigt sich mein Magen wieder.

Der Freund ist zurück, wir strahlen uns an, küssen uns. Er berichtet voller Stolz wie süß unser Baby sei. Und dann bekomme ich endlich mein Baby auf den Bauch gelegt. In diesem Moment hörte die Welt um mich herum auf zu existieren. Es ist unbeschreiblich. Er ist unglaublich warm und weich! Ich flüstere „Hallo, Baby!“, er schmiegt sich an mich und schläft ein. Meine Finger streichen sanft über seinen Rücken. Er ist so zart, als wäre er gar nicht richtig da. So muss sich eine Wolke anfühlen! Nur seine winzigen Hände und Füße sind ganz rau und runzlig.

Ich vergrabe meine Nase in sein Haar (so viele Haare!), atme seinen unvergleichlichen Duft ein. Er riecht ganz frisch und süß, wie ein Frühlingtag.

Da liegt es nun, dieses kleine Bündel Mensch, auf das ich so lange gewartet habe. Der Weg dahin ganz anders als erhofft, das Ergebnis unbeschreiblich.

Ich bin der glücklichste Mensch der Welt.

40+2 ♡ (Geburtsbericht Teil 1)

Es war eine verschneite Winternacht…

Eine Geschichte, die so beginnt, kann gar nicht schlecht sein, oder? Ohne viel vorweg nehmen zu wollen: es ist eine wunderbare Geschichte – die Geburt des kleinen Mannes.

Heute bist du genauso lange auf der Welt wie du in meinem Bauch warst. Und auch, wenn dein Weg zu uns ganz anders als erhofft und gewünscht war, war es doch ein unvergesslicher Moment, der sich tief in mein Herz gebrannt hat. Niemals mehr werde ich vergessen, wie ich dich zum ersten Mal sah.

Du hast mich zur Mama gemacht. Und nun möchte ich davon erzählen.

Ich muss aber ein bisschen ausholen, denn eigentlich ging es schon ein bisschen eher los.

Ich war die gesamte Schwangerschaft davon überzeugt, dass sich unser Baby nicht vor dem Termin Weg machen würde. Ich würde Wehen bekommen und unser Kind nachts zur Welt bringen. Ich war mir über diesen Ablauf so sicher, dass ich darauf verzichtete das Bett wasserfest zu machen.

 

ET-3

Seit einiger Zeit fühle ich immer wieder ein Ziehen im Unterleib als würde sich die Periode ankündigen. Mir fällt auf, dass das meist mit der Bewegung des Babys zusammenhängt. Ohne es weiter beschreiben zu können, macht sich immer mehr das Gefühl breit, dass sich unser Baby bald auf den Weg macht. Es fühlt sich anders an und arbeitet in mir.

Die Vorsorge bei meinem Gynäkologen bestätigt dies. Der Po des Babys sitzt tief im Becken, der Gebärmutterhals hat sich verkürzt und es ist eine Trichterbildung zu sehen. Alle Zeichen stehen auf Geburt. Es kann noch dauern, aber es könnte auch jederzeit losgehen.

Nach der Untersuchung fühlt sich mein Bauch an als hätte ich einen Gürtel um meinen Oberbauch gelegt. Mir fällt das Atmen schwer und es zieht im Unterleib. Ich mache mir wieder Sorgen. Mein Gynäkologe sprach nämlich auch von wenig Fruchtwasser und setzt mir eine Deadline bis wann das Baby kommen solle. Das macht mich unheimlich traurig. Ich wünschte mir nichts mehr als dass mein Baby sich seinen Geburtstag selbst aussuchen darf, nachdem mir der Traum von einer Geburt in ruhigen Atmosphäre in der Badewanne des Geburtshauses aufgrund der Beckenendlage verwehrt bleiben soll. Ich weine. Ich möchte doch Geburtswehen fühlen dürfen. Ich brauche das! Und ich wünsche es mir für mein Baby, damit es nicht ohne Vorwarnung aus mir herausgerissen wird.

 

ET-1

Ich telefoniere mit meiner Hebamme.  Ich weine mich ein bisschen aus, erzähle, dass ich seit Tagen furchtbar schlecht schlafe und sehr emotional bin. Sie kann mir meine Sorgen ein bisschen nehmen und das Gedankenkarussell etwas bremsen. Sie sagt, dass meine Beschreibung sehr gut zum Befund passe. Es sei die richtige Zeit und ich müsse ja auch irgendwann loslassen wollen.

Sie rät mir, mich viel zu bewegen, einen lustigen Film anzusehen (Oxytocin!) und einen netten Abend mit dem Freund zu verbringen, all das würde den Anstoß geben, wenn unser Baby bereit sei auf die Welt zu kommen.

Ich verbringe den Tag damit, die letzten Vorbereitungen zu treffen, trage den Sperrmüll an die Straße und gehe einkaufen. Insgeheim hoffe ich darauf, das Mäuschen so aus seinem Versteck locken zu können.
Mittags höre ich mir den Geburtssoundtrack an. Ich heule Rotz und Wasser, weil die Schwangerschaft bald ein Ende hat, während ich das Baby in meinem Bauch wiege. Ein letzter Tanz, bevor wir uns vielleicht schon ganz bald kennenlernen und ein neues Band knüpfen werden. All meine Gefühle brechen aus mir heraus, quellen aus jeder Pore meines Körpers. Ich bin so glücklich und dankbar. Ich bekomme ein Baby! Viele der Lieder habe ich über die Schwangerschaft hinweg gehört und gesungen, jetzt tragen sie mich durch diese Erinnerungen.

Meine Emotionen gehen mit mir durch. Ich bin bereit. Ich möchte mein Baby haben.

Es ist 17 Uhr als ich zum ersten Mal ein Ziehen spüre, ohne dass sich das Baby bewegt hätte. Ich sitze an den Tisch in der Küche gelehnt, das Essen auf dem Herd und grinse. Vielleicht geht es jetzt bald los. Ich freue mich auf den Freund. Ich möchte Abschied von der Zweisamkeit nehmen, die Zeit noch einmal richtig auskosten.

Wir haben es uns schon auf dem Sofa gemütlich gemacht als mein Handy klingelt. Ohne zu wissen, wer anruft, weiß ich, dass mich keine guten Neuigkeiten erwarten. Manchmal verfluche ich mein Gefühl. Mein Opa liegt im Sterben. Wieder übermannen mich meine Gefühle. Wieder bin ich voller Wut und Trauer. Diese Gefühle dominierten die letzten Wochen. Ich bin so wütend auf das Leben.

Wir verbringen trotz der Nachricht einen schönen Abend miteinander und sehen uns „Monsieur Claude und seine Töchter“ an. Gegen 23 Uhr gehe ich auf die Toilette und bin ein bisschen überrumpelt. Ich hatte schon seit Weihnachten immer wieder etwas Schleim verloren und seitdem, trotz innerer Überzeugung, gebibbert und gehofft, dass wir es bis Januar schaffen würden. Dachte ich, das könnte der Schleimpropf gewesen sein, wurde ich gerade eines Besseren belehrt. SO sieht also ein Schleimpropf aus.

 

ET

Um 1 Uhr werde ich wach. Der Bauch drückt sehr unangenehm. Es sind wieder diese periodenartigen Schmerzen, aber das kenn ich ja schon. Ich bin furchtbar unruhig, was auch am Sturm liegen könnte, der draußen wütet. Meine Gedanken sind bei meinem Opa. Um 3 Uhr schlafe ich wieder ein, es ist ein ruhiger Schlaf. Morgens erfahre ich, dass ich in Gedanken bei ihm war, als mein Opa starb.

Um 9 Uhr bin ich in der Praxis meines Gynäkologen. Das CTG zeichnet Wehen auf, sobald sich das Baby bewegt. Sie sind nicht schmerzhaft, aber unruhiger als noch vor ein paar Tagen. Ich fühle mich ausgelaugt. Seit Tagen liege ich nachts stundenlang wach und finde auch tagsüber nicht zur Ruhe. Die Gynäkologin, die meinen Arzt vertritt, rät mir, auf meinen Körper zu hören und um den Kaiserschnitt zu bitten.

Einen kurzen Moment denke ich darüber nach, verwerfe den Gedanken aber sofort wieder. Nein, so will ich das nicht. Es fühlt sich nach abkürzen an. So schön ich das Datum auch fände, es wäre nicht die Entscheidung unseres Babys gewesen.

Das Ziehen kommt über den Tag nun öfter, aber ich weiß ja, dass das nichts heißen muss. Viele Frauen haben über Wochen regelmäßig Wehen, die nach Stunden einfach wieder weg sind. Ich spreche mit dem Freund und wir sind uns einig, dass wir uns ans Protokoll halten wollen. Ich will, nein, ich brauche diese abgespeckte Version von Geburtserlebnis.

Um 19 Uhr wird das Ziehen regelmäßig. Alle 20 Minuten macht sich ein Periodenschmerz breit, der 30 Sekunden anhält. Das ist unangenehm, aber ich stelle mich sicherlich auch an, ich kenne das ja schon von der Periode. Eins ist aber sicher, ein Spaß wird das mit den Wehen nicht.

Gegen 21:30 Uhr finde ich rosanen Schleim am Toilettenpapier. Eine Zeichnungsblutung! Ich bin sofort hellwach und aufgeregt. Es tut sich also wirklich etwas am Muttermund. Das ist so spannend! Für eine Geburt heute würde es wohl nicht mehr reichen.

 

ET+1

Es ist 1 Uhr und wieder einmal bin ich wach. Auf der Toilette verliere ich blutigen Schleim. Viel Schleim. Wo kommt das denn alles her?! Ab 2 Uhr wird das Ziehen zu Krämpfen. Ich kann mich schwer konzentrieren, möchte tief in den Bauch atmen, aber das fällt mir unheimlich schwer, weil sich alles so fest anfühlt. Ich verfluche mich ein bisschen, das Atmen nicht richtig geübt zu haben. Vor lauter Beckenendlage und Kaiserschnitt habe ich irgendwie vergessen, dass ich ja trotzdem Wehen haben werde. Ich massiere den Bauch und hoffe, dass er sich durch die Wärme ein bisschen entspannt.

Das Baby drückt unter meine Rippen und nimmt mir die Luft zum Atmen. Das ist unangenehmer als die Wehen. Bei jeder Wehe fühlt es sich an als würde mein Bauch innen größer werden, nur der untere Teil bleibt eng. Dieses Gefühl kommt in unregelmäßigen Abständen von 20 bis 2 Minuten und hält 30 bis 60 Sekunden lang an.

Gegen 3 Uhr schleiche ich mich aus dem Bett und mache es mir auf dem Sofa gemütlich. Ich esse Kekse gegen die aufsteigende Übelkeit. Ich drappiere die Decke unter meinem Bauch und schaffe es eine einigermaßen bequeme Position zu finden. Ich bin so unglaublich müde. Ich starte die Wehenapp und lese nebenher Geburtsberichte, um herauszufinden, ob das, was ich spüre echte Wehen oder nur ekeliges Vorgeplänkel sind. Es fühlt sich so sehr nach Periode an, dass ich ständig mit einem Schwall Blut rechne. Um 4 Uhr ist der Spuk vorbei, keine Wehen mehr,ich schaffe es endlich einzuschlafen.

Ich möchte nicht zu früh ins Krankenhaus fahren, aus Angst gleich da behalten zu werden, wenn ich schon mal da bin, auch wenn es noch keine geburtswirksamen Wehen sind, ich möchte aber auch nicht zu spät dort ankommen, damit die Vorbereitungen für den Kaiserschnitt ganz entspannt durchgeführt werden können. Monkisch wie ich bin, hoffe ich, dass es ruhig bleibt. Ich hätte so gerne ein ungerades Geburtsdatum. Ja, es ist interessant worüber man sich so Gedanken machen kann.

Der Freund weckt mich um 8 Uhr. Ich fühle mich wie ausgespuckt. Ich bin erschöpft. Nach dem Frühstück versuche ich noch ein bisschen Kraft zu schöpfen, aber der Kopf gibt keine Ruhe. Ich bin überzeugt, dass wir die Deadline nicht mehr erreichen werden.

Eigentlich wollten wir heute einen schönen Tag miteinander verbringen. Wir hatten geplant noch ein bisschen bummeln und etwas essen zu gehen und danach noch ein letztes Mal ins Kino, bevor wir Eltern werden. Dazu fühle ich mich nicht in der Lage, stattdessen liege ich im Bett und versuche zu schlafen. Mein Körper weiß nicht, dass ich einen Kaiserschnitt bekomme, vielleicht geht es ja los, wenn ich etwas Kraft tanken konnte.

Gegen 14 Uhr gelingt mir das endlich. Als ich 3 Stunden später aus dem Bett steige, fühle ich mich annähernd erholt. Jede Drehung des Babys löst das altbekannte krampfartige Ziehen aus. Mittlerweile fühlt es sich deutlich fieser an als dieses leichte Gefühl, wenn sich die Periode ankündigt. Es fühlt sich viel mehr nach richtigen Periodenschmerzen an. Ich verliere weiterhin unfassbar viel mit Blut durchzogenen Schleim. Mein Körper scheint das mit dem Schleimpropf sehr ernst zu nehmen. Die Unsicherheit hat mich fest im Griff, es fühlt sich alles so sehr nach Periode an und die Abstände sind sehr unregelmäßig. Ich weiß doch gar nicht wie sich richtige Wehen anfühlen und wo sie weh tun. Ich warte auf das Ziehen im Bauch und im Rücken, das mir sagt, dass es richtig losgeht. „Das merkst du dann“, schreibt eine Freundin. Sie schreibt aber auch, dass es bei ihr genauso war und sie es sich ganz anders vorgestellt hatte.

Wasserratten ahoi!

Heute startete der lang erwartete Babyschwimmkurs.
Ich wollte eigentlich schon im Frühjahr damit anfangen, das überschnitt sich dann aber leider mit einem anderen Kurs. Im Nachhinein bin ich ganz froh darum, denn mit diesem zierlichen Würmchen, das der Kleine einmal war, hätte ich das nicht so gerne machen wollen.
Inzwischen ist er ein bisschen widerstandsfähiger und rabaukiger unterwegs, da fühle ich mich sicherer.

Leider verschob sich der Beginn nach hinten, weil unser Hallenbad länger als geplant geschlossen war. Das führte dazu, dass der Freund nicht wie gehofft an drei Terminen teilnehmen kann, sondern nur an einem. Aber immerhin!
Wir packten also unsere sieben Sachen und fuhren am Nachmittag zum Hallenbad, nachdem sich das Baby, das sonst von einem Mäusepups wach wird, fast nicht wecken ließ. Dort angekommen, war der Freund etwas erleichtert, dass er nicht der einzige Mann in der Runde war.

Weil der Freund nur so selten am Schwimmen dabei sein wird, wollte ich, dass er die Zeit mit dem Kleinen ganz exklusiv verbringen kann. Während er sich umzog, steckte ich den Kleinen in seine Schwimmwindel und dann ging der Spaß auch schon los. Es wurde sich gemeinsam abgeduscht und dann verschwand die Horde ins kühle Nass. Kühl ist es allerdings. Weil die Becken zusammenhängend sind und zeitgleich andere Kurse stattfinden, wird das Wasser nicht erwärmt und ist mit 28 Grad wirklich frisch. Ich hatte gehofft, dass es wärmer wäre, aber gut. Es ist wie es ist. Der Freund und der kleine Mann hatten eine Menge Spaß im Wasser. Es wurde gesungen, geplantscht und gestrampelt.
Ich saß auf der Bank und beobachtete meine beiden Männer. Das war so schön anzusehen. Ich habe das sehr genossen, das sind ganz besondere Momente.
Zu Beginn war der kleine Mann noch etwas zurückhaltend, aber er taute immer mehr auf und nahm irgendwann quietschend Kontakt mit den anderen Babys auf. Der Abschluss fand dann im warmem Babybecken statt, wo sie sich noch ein bisschen aufwärmen konnten und dann wurde es schon Zeit für die Dusche.

Der Kleine hat richtig toll mitgemacht und die Zeit mit seinem Papa im Wasser sichtlich genossen. Nicht einmal Wasser in den Augen oder die Dusche konnten ihn erschrecken. Beim Anziehen war ich richtig froh zu zweit zu sein. So konnte sich der Freund umziehen und ich den Kleinen anziehen. Noch weiß ich nicht genau wie ich das nächste Woche alleine mache, aber das wird schon. Und dann darf ich mit meinem Baby planschen. Ich freue mich drauf!

9 Monate Januarbaby

Mein kleiner Mann,

du bist heute 9 Monate alt. Das sind genau 39 Wochen!

Wenn ich für diesen Monat in nur einem Wort beschreiben müsste, wäre es „Bewegung“.
Du hast dich nicht lange mit dem Zurückdrehen aufgehalten, kaum hattest du den Dreh raus, ging es weiter und du versuchtest nach vorne zu kommen. Nur wenige Tage danach begannst du mit einem Affenzahn durch die Wohnung zu robben. Dabei hebst du deinen Popo an, was dir den Fortbewegungsstil einer Raupe verleiht. Untermalt wird das Ganze von deinem Dadadadada, das wie ein Düsenantrieb zu wirken scheint. Du sitzt annähernd stabil, manchmal fällst du noch um, weil du vergisst, dass du dich nicht einfach so drehen kannst, aber du sitzt da und spielst ganz seelig oder schaust dir mit mir Bücher an, ohne dass ich dich stützen muss.

Du magst es Menschen um dich zu haben. Du beobachtest deine Umgebung ganz genau und wenn du soweit bist, nimmst du Kontakt auf. Womit du gar nicht zurechtkommst, ist, wenn Babys weinen. Du drehst sofort den Kopf suchend herum und kurz darauf füllen sich deine Augen mit Tränen und die Mundwinkel zucken bedrohlich. Man sieht richtig wie du mit dir kämpfst, erst wenn ich dir versichere, dass das andere Kind gut versorgt ist, lässt du dich beruhigen. Ähnlich verhält es sich, wenn die Kinder um dich herum sehr laut sind.

Wenn du etwas tust und merkst, dass es die Aufmerksamkeit deines Gegenübers erregt, wiederholst du es immer wieder. Wirst du dann angegrinst, ziehst du alle Register, quietschst, brabbelst und ziehst Grimassen. Du bist ein richtiger, kleiner Entertainer.
Apropos Brabbeln. Das machst du im großen Stil. Ganz egal, ob uns oder deinen Spielsteinen, du hast viel zu erzählen. Laut und leise. Du quietschst und brummst. Da gibt es ernste Dadadas, ein ganz geschäftiges Jajajaja und verträumte Hattahattahattas. Du bist eine kleine Kichererbse. Ich kann von deinem Lachen nicht genug bekommen.
Besonders lustig findest du es, wenn ich die Lippen schnalzen lasse. Seit kurzem machst du das auch! Du fährst dir mit deiner Faust oder deinem Finger über die Lippen und lässt dein niedliches Brbrbrbrbr ertönen. Das ist so lustig!

Mein kleiner Räuber, du bist gleichzeitig ganz ruhig und unheimlich wild. Du hast einen Hundeblick, damit könntest du jeden noch so großen Stein erweichen. Wenn du deine Unterlippe dann noch nach vorne schiebst, ist es wirklich ganz vorbei. Aaaawww! Ist das einzige, das ich da noch denken kann. Ach, wie oft ich das denke. Wenn du mir diesen intensiven Blick mit deinen wunderschönen blauen Augen schenkst, könnte ich zerspringen vor Liebe und Glück. Du hast mir mein Herz gestohlen.

Du hast einen sehr ausgeprägten Entdeckungsdrang. Wenn du wach bist, bist du in Bewegung oder hast etwas in deinen Fingern, das du erkunden kannst. Du liebst Luftballons, Bändel, Reißverschlüsse und Kabel jeder Art. Du kannst unglaublich wütend werden, wenn wir dich mal wieder von den Fernsehkabeln pflücken. Es ist eben nicht nur Sonnenschein. Du möchtest alles haben und erkunden, das geht leider nicht und das wiederum findest du überhaupt nicht lustig. Das kann auch mal in Tränen enden.

Wickeln findest du langweilig und möchtest am liebsten sofort weg. Das versuchst du auch, was das Ganze einem Ringkampf gleichen lässt. Ich muss schon alle meine Überredungskünste aufbringen, um dich dazu zu bewegen still zu halten, während du dich wie eine Brezel nach allem verbiegst, was in dein Blickfeld kommt. Alternativ zerpflückst du auch gerne ein Kosmektiktuch in seine Einzelteile und lässt mich in der Zeit gewähren.

Du wirst gegen 19 Uhr müde. Wir bringen dich nach wie vor gemeinsam ins Bett, Papa liest dir eine Geschichte vor, während ich versuche dich zu bändigen und in den Schlaf zu stillen. Das brauchst du nach wie vor. Allerdings schaffst du es nicht immer ruhig zu werden und kugelst weiter hin und her. Neu sind deine Stillversuche in Bauchlage. Hierbei möchtest du aber nicht gemütlich auf dem Bauchliegen, sondern hältst den Kopf oben, das sieht ziemlich unbequem aus und du drückst so mit der Brust die Nase zu. Aber dennoch versuchst du es immer wieder. Du möchtest mehr kuscheln und brauchst aktuelle eine intensive Kuscheleinheit bevor du zur Ruhe finden kannst. Ich genieße diese Minuten ganz besonders.

Tagsüber schläfst du immer öfter ohne zwischendurch stillen zu wollen. Du brauchst tagsüber etwa 3-3,5 Stunden Schlaf, um richtig ausgeschlafen zu sein. Obwohl deine Schlafdauer momentan zwischen 1,5 und 4 Stunden schwankt, bist du wie ein kleines Uhrwerk, wenn es um deine Müdigkeit geht. Immer öfter klappt das Schlafen ohne zwischendurch stillen zu müssen, trotzdem hast du mich gerne in deiner Nähe.
Seit etwa 2 Wochen schläfst du abends schlechter. Normalerweise meldest du dich nach etwa 4 Stunden, zurzeit kann es aber auch sein, dass ich schon nach 30 Minuten das erste Mal nach dir sehen muss.

Das könnte aber auch an dem Schnupfen liegen, der dich erwischt hat. Du schnodderst und röchelst vor dich hin und bekommst auch beim Stillen schlecht Luft. Alles, was dir Linderung verschaffen könnte, ist allerdings des Teufels und du wehrst dich mit all deiner Kraft dagegen. Ich versuche dir zu erklären, was ich tun werde und warum. Lasse dich die Salzwassertropfen probieren und mit dem Sauger spielen. Du lehnst die Behandlung natürlich trotzdem ab, aber beruhigst dich immerhin sofort wieder, wenn der Spuk vorbei ist.

Wir haben die Babyschale durch den Sportaufsatz ersetzt. Es gefällt dir, dass du nun besser sehen kannst, was um dich herum passiert. Bei unserem ersten Ausflug bist du sogar darin eingeschlafen. Außerdem kannst du so ganz bequem die Füße hoch legen.

Du trinkst nicht viel, aber du hast großen Spaß daran. Am liebsten trinkst du aus deiner Strohhalmflasche. Ich wollte ausprobieren, ob du das kannst und staunte nicht schlecht als du einfach losgetrunken hast, als hättest du nie etwas anderes getan.
Du liebst Obst in jeglicher Form. Es ist bisher noch nichts auf dem Tisch gelandet, das du verschmäht hättest. Birnen, Himbeeren und Zwetschgen sind besonders beliebt. Aber auch sonst probierst du alles. Sobald dein Papa oder ich uns etwas zu essen in den Mund stecken, streckst du deine Händchen danach aus und formst ein Mäulchen. Die Mengen, die in deinem Magen landen, sind nach wie vor sehr überschaubar, aber sie werden mehr.
Du verstehst die Babyzeichen für „Essen“, „Trinken“, „mehr“ und „Milch“. Bei letzterem drehst du den Kopf zu meiner Brust. Das finde ich richtig cool. Ich bin schon sehr gespannt, ob du die Zeichen irgendwann selbst verwenden wirst.

Du bist zum ersten Mal Karussell gefahren und geflogen. Von beidem hast du keine besondere Notiz genommen. Das Karussell war dir etwas suspekt, das versuchen wir einfach noch einmal, wenn du größer bist.

Du bist mein Herz, mein kleines,großes Wunder. Du bist so groß geworden, ein richtig kleiner Junge. In drei Monaten feiern wir deinen ersten Geburtstag, ich kann es nicht fassen.

Ich liebe dich.

So gemein

Wir haben das Tal der Tränen erreicht. 

Ich muss gestehen, dass ich damit noch nicht gerechnet hatte. Gedanklich habe ich das so etwa um den 1. Geburtstag angesiedelt, vielleicht ganz optimistisch sogar noch später. Aber da habe ich mich wohl geirrt.

Der kleine Mann ist nun mobil und wenn ich mobil sage, dann meine ich „Ich kann keine Sekunde an einer Stelle liegen bleiben und schiebe mich mit einem Affenzahn durch die Wohnung“ mobil. Natürlich sind es die verbotenen Früchte, die besonders gut schmecken und so zieht es den kleinen Mann zu allem, was nicht babytauglich ist. Leider kann ich nicht die komplette Wohnung hochstellen. Kabel und Steckdosen haben es ihm besonders angetan. Oder das Heizungsrohr und an dessen Position lässt sich nunmal nichts ändern.

Außerdem möchte ich auch gar nicht alles wegräumen. Wir leben ja alle hier also muss der Kleine lernen, dass manche Dinge tabu sind. Weil wir ihn lieb haben und wollen, dass er uns erhalten bleibt. Und so pflücken wir ihn immer wieder von diesen heißbegehrten Zielen.

Das wiederum findet der kleine Mann doof. So richtig, richtig doof. Es gab schon den ein oder anderen Nervenzusammenbruch mit ganz schlimmem Schluchzheulanfall, weil „Ich will aber!“ als wir ihn davon abhielten sich mit den Schiebeelementen der Hemneskommode den Kopf einzuschlagen oder am heißen Heizungsrohr zu lecken.

Sorry, das ist eben nicht verhandelbar. Es tut mir dennoch fürchterlich leid, wie er da schluchzt und dicke Tränen seine Wangen entlang kullern.
Ich verstehe ihn ja. Er will das haben und versteht gar nicht, warum das nicht geht. Ich erkläre es zwar, aber was davon ankommt, weiß ich nicht und es ändert nichts an seibem Bedürfnis das jetzt haben/tun zu wollen.

Wir müssen da alle noch den Weg finden, wie wir dem begegnen. Ich will auch nicht ständig „Nein.“ sagen und überlege ganz genau,wann mir etwas wirklich wichtig ist und wo es einfach nur eine erste Reaktion war/wäre.

Und bis dahin reiche ich eben den anderen Becher, um die Tränen zu trocknen, weil aus dem einen nichts raus kommt, wenn man am oberen Rand saugt, ich aber auch nicht helfen darf.