4 Monate Januarbaby

Mein Spatz,

du bist nun 4 Monate alt, das sind genau 17 Wochen und 1 Tag.
Schon wieder ist ein Monat vorbei. Ich kann es kaum glauben!

Du bist ein wunderbarer kleiner Junge und wäre ich nicht schon bis über beide Ohren in dich verliebt, wäre es spätestens jetzt soweit.

Du bist groß geworden. Ganze 62 cm bist du inzwischen lang. Dir passen nur noch wenige Teile in Größe 56, das sind meist Pullover und ein paar Bodys. 

Du hast das Greifen perfektioniert. Du nutzt nun auch beide Hände gleichzeitig und gibst dir deinen Oball von einer Hand in die andere. Du greifst nach allem, was du in die Finger bekommst, um es zu begutachten und dir dann in den Mund zu stecken und mit deiner kleinen Zunge zu erkunden. Immer öfter steckst du dir unsere Finger in den Mund und lässt uns die Kraft deines Kiefers spüren. Dabei sabberst du ganze Sturzbäche.
Du sprampelst wie wild und ruderst dabei mit deinen Armen. Du stößt dich mit den Beinchen ab und schiebst dich so herum. Lege ich dich kurz ab, dauert es nicht lange und du hast dich auf die Seite gedreht oder dich um dich selbst gekreiselt, um dir etwas zu spielen zu schnappen.

Du übst das Drehen, aber der richtige Schwung fehlt noch.
Es ist nicht deine liebste Position, aber du toleriert die Bauchlage immer länger. Du hebst dein Köpfchen deutlich ab und schaust umher. Seit der U4 hältst du dich immer länger und stabiler im Unterarmstütz, alleine schaffst du es aber noch nicht in diese Position, sondern schiebst die Arme nach hinten.

Wenn du wach bist, lässt du dich ablegen und beschäftigst dich auch etwas selbst, sodass ich mich in Ruhe anziehen und Frühstück machen kann. Am liebsten magst du es aber, wenn ich bei dir bleibe. Es ist eine Freude dir beim Entdecken neuer Fähigkeiten zuzusehen und dich dabei zu beobachten wie viel Spaß du hast. 

Ja, du propellerst. Im Bett nimmst du dadurch mehr Platz ein. Aber selbst wenn du seitlich schläfst und ich ein bisschen Raum zwischen uns schaffe, liegst du kurz darauf wieder ganz nah an mich gekuschelt. Dabei legst du deine Füße immer auf meinen Oberschenkel.

Du bist sehr aufmerksam und ausdauernd. Du nimmst die Welt wahr und bestaunst alles. Man merkt richtig wie wach du bist. Nichts entgeht deinem neugierigen Blick. Du hast diesen Monat so einen großen Sprung gemacht.
Schliefst du in der Trage bisher zuverlässig innerhalb kürzester Zeit ein, bleiben deine Äuglein nun immer länger offen. Die Welt ist viel zu aufregend!
Meistens schläfst du aber doch irgendwann ein. Allerdings nicht ohne dich gegen die Müdigkeit zu kämpfen, dabei schimpfst du vor dich hin und wehrst dich. Dann weiß ich, dass du in wenigen Minuten im Land der Träume bist.

Wenn du müde bist, bekommst du Augenringe und reibst dir die Äuglein. Das Schlafen fiel dir schwer. Du wurdest oft wach und wolltest trinken. Du verkürzest deine lange Schlafphase auf 1,5-2,5 Stunden und hattest danach zu jeder Stunde wieder Hunger.  Das war wirklich sehr anstrengend. Und trotzdem bist du jeden Tag mit einem Lächeln auf den Lippen aufgewacht. Mittags wachst du fast immer weinend auf.
Am Anfang und jetzt zum Ende des 4. Monats schläfst du nachts wieder toll und gönnst uns 4-5,5 Stunden Schlaf. Danach stillen wir 1-2 Mal, bevor wir gegen 7 Uhr aufstehen. Den Tagesrhythmus hast du beibehalten. Alleine schlafen magst du immer noch nicht. Du brauchst mich einfach zum Kuscheln.
Du hast gelernt alleine wieder einzuschlafen, wenn du wach wirst. Das klappt bisher eher in Ausnahmefällen und dennoch ist es für mich ein ganz großer Schritt. Auch streicheln und summen hilft auch immer öfter. Wenn du ganz unruhig bist, kommst du auch zur Ruhe, wenn man dich auf die Seite oder den Rücken dreht. Was aber immer hilft ist die Brust. Du bist einfach ein Kuschler. Liege ich nicht neben dir, wirst du nach kurzer Zeit definitiv wach.  

Auch wenn alle sagen, dass du deinem Papa sehr ähnlich siehst, zeigt der Bildervergleich, dass du mir als Baby sehr ähnelst.
Du hast Papas Kinn und Lippenform, aber meine Nase, Kopfform und Frisur. Deine inzwischen richtig dicken Haare auf dem Oberkopf liegen schon seit der Geburt nach rechts. Ich muss einfach immer in ihnen herum wuscheln.

Es macht so viel Spaß dir beim Wachsen und Erobern der Welt zuzusehen. Wir sind ein tolles Team. Wir haben uns gut eingespielt und ich bin so unfassbar stolz, dass ich dich verstehe und kenne.

Die meisten Autofahrten schaffen wir ohne Tränen, das ist einfach grandios! Und auch den Kinderwagen akzeptierst du,solange du satt und fit bist, einschlafen kannst du darin nicht. Legt man dich aber schlafend hinein, ist das ok für dich.

Du spiegelst deine Umwelt. Lächelt man dich an, grinst du zurück. Kennst du die Person nicht, vergräbst du dein Köpfchen in meine Schulter und grinst etwas schüchtern,aber aus vollem Herzrn aus dem Augenwinkel zurück. Du bist ein so fröhliches Kerlchen. Du weinst eher selten, meckerst nur, wenn dir etwas nicht passt oder Hunger hast.
Hängt der Haussegen mal schief, helfen deine Spieluhr oder Musik/Gesang dich zu beruhigen. Wenn alle Stricke reißen, schafft es die Lichterkette oder dein Spiegelbild oft noch mal das Ruder rumzureißen.

Aber meistens bist du einfach gut gelaunt und strahlst und quietschst vor dich hin. Du brabbelst und übst neue Stimmlagen aus. Dabei hast du auch deinen Lautstärkeregler gefunden und ordentlich aufgedreht. Du erzählst uns Geschichten in deiner ganz eigenen Sprache. Ich kann nicht genug davon bekommen. Antworte ich dir, rastest du fast aus vor Freude.

Du hast zum ersten Mal laut gelacht. Nein, du hast richtig gegackert. Meine Güte war das schön! Und ich war der Grund dafür. Ich könnte jedes Mal heulen vor Glück! Gibt es etwas Schöneres als dieses ehrliche Kinderlachen?! Ich liebe es so sehr, wenn du den Mund weit aufreißt, deine Augen schmal werden und beginnen zu glänzen und du dich nicht mehr halten kannst, es dich schüttelt vor Lachen. Du gurrst und quietschst, kicherst. Du bist meine große Liebe, weißt du das?

Dein Vertrauen macht mir Herzklopfen. Du erfüllst mich mit Glück wie ich es bisher nicht kannte. Es ist so schön, dass du da bist.

Ich liebe dich.

Es ist Liebe.

Schon vorher kreisten meine Gedanken immer wieder darum, dass es geklappt haben musste, aber seit diesem Moment als ich um 05:30 Uhr im schlechten Badezimmerlicht aller Zeiten, diesen Hauch von Strich entdeckte, kann ich an nichts anderes mehr denken. Es gibt keinen Zweifel, du bist da. Und wenn ich es wieder nicht glauben kann, schaue ich auf den Teststreifen, der mir jedes Mal ein schiefes Grinsen ins Gesicht zaubert.
Du bist da! Und das macht mich so unfassbar glücklich.
[05. Mai 2016]

Als sich der Tag der letzten Pille jährte, wurde ich ungeduldig. Ich begann mich über Kinderwunschzentren und Spermiogramme zu informieren. Ich beriet mich erneut mit meinem Frauenarzt und ging noch mehr in mich. Ich begann mich in die verschiedenen Behandlungsmethoden einzulesen, suchte Informationen über Alternativen. Ich fand mich mit dem Gedanken einer Laparoskopie ab, begann nachzulesen, wie man ein ggf. schlecht ausfallenden Spermiogramm aufpeppen könnte. Ich vereinbarte einen ersten Termin in der Kinderwunschklinik und beim Andrologen. Informierte mich über Kostenübernahmen.

All das ohne den Optimismus zu verlieren. Ich wollte einfach vorbereitet sein, damit mich das, was vielleicht kommen sollte nicht wie ein Hammer treffen würde.

Bevor ich positiv testen durfte, träumte ich wieder davon schwanger zu sein. Es war aber noch zu früh zum Testen. Mein Bauchgefühl sagte mir aber auch ganz deutlich, dass es geklappt haben musste. Es konnte gar nicht anders sein. In der Nacht bevor ich testen wollte, träumte ich von 3 positiven Tests. Das war exakt die Anzahl, die es benötigte, um einen wirklich eindeutigen Strich zu erkennen.

Jetzt liegt dieses kleine große Wunder in meinem Arm. Es quietscht, lacht und strampelt wild herum.
Er nimmt uns ein und erfüllt mich mit Liebe, Glück und Stolz. Unglaublich, dass er vor kurzem noch in meimem Bauch gewesen sein soll!

Unsere Welt auf den Kopf gestellt. Alles wurde durchgeschüttelt und ich kann mir nichts Schöneres vorstellen.

Heute vor einem Jahr begann etwas ganz Kleines für uns etwas Großes zu sein. 💙

Kontrolltermin in Kinderklinik

Heute hatten wir einen Termin zur Kontrolle in der Kinderklinik.

Als der kleine Mann 18 Tage alt war, fiel mir ein Knubbel an seinem Hals auf als er den Kopf zur Seite drehte. Ich sah es, machte mir aber nicht allzu viele Gedanken, da es ihm sonst gut ging. 2 Tage später war aus dem Knubbel eine große Beule geworden und ich doch echt beunruhigt. Wir vereinbarten einen Termin bei unserem Kinderarzt und durften uns gleich 2Stunden später vorstellen.

Im Ultraschall zeigte sich eine 25x29mm große Beule. Unser Kinderarzt vermutete einen stark vergrößerten Lymphknoten und schickte uns zur Kinderklinik, um das abklären zu lassen. Uff. Ich hatte auf irgendetwas unverfängliches gehofft. Auf ein „Das kann schon Mal vorkommen.“ oder so, aber selbst unser Kinderarzt staunte nicht schlecht ob der Größe, was uns sehr beunruhigte.

Es schien als wollte einfach keine Ruhe einkehren. Erst diese Sorgen bezüglich der Geburt, dann wegen des Stillens und nun das. Ich war ängstlich und sehr besorgt.

Wir führen also direkt in die Kinderklinik, wo wir dank telefonischer Ankündigung​ durch den Kinderarzt ohne langes Warten dran kamen.

Die Ärztin war ein ein äußerst unsympathischer Mensch, die sich anmaßende Kommentare über Beckenendlage und Sonstiges erlaubte. Das war das erste Mal, dass ich froh um den Kaiserschnitt war, denn andernfalls hätte ich vermutlich geheult nach all den Kommentaren. Ich finde, man darf eine Meinung haben, aber man sollte professionell genug sein,um auch Mal die Klappe halten zu können, denn im Nachhinein hilft das niemandem.  Jemand der dort sitzt, macht dich vermutlich eh schon Vorwürfe, da muss nicht noch jemand darauf herumtrampeln. Aber zurück zum Thema.

Die Ärztin, unsympathisch und anmaßend gegenüber Eltern, dafür sehr geduldig in Bezug auf unseren Spatz, schallte also den Hals. Es war schlimm zu sehen wie der kleine Mann da so lag und ganz apathisch ohne zu zucken einen Punkt anstarrte und das über die kompletten 20 Minuten. Das brach mich das Herz. Die Ärztin gab Entwarnung. Kein Lymphknoten! Puh. Es handle sich um eine Einblutung in den Halsmuskel, das käme bei Geburten aus Beckenendlage oder mit Zange gelegentlich vor, aber dann wohl direkt. Das sei jetzt zwar ungewöhnlich, weil es erst jetzt auftrat und es eigentlich keinen Grund dafür gibt, aber nicht schlimm. Man müsse das eben beobachten. 

Es kann weggehen, es könne aber auch verkalken und dann bleiben. Wir sollten aber darauf achten, dass er nun keine Vorzugshaltung entwickle. Kontrolltermin in 2 Wochen. Der kleine Mann war vollkommen durch und schlief den kompletten Nachmittag, wir Eltern waren ebenso fertig, aber auch beruhigt, denn dass wir gehen durften, war ein gutes Zeichen. Gedanklich sah ich uns schon stationär mit zig Tests und Blutabnahmen.

Zwei Wochen später keine Veränderung. Ich fand zwar, die Beule wirkte kleiner und auch der Kinderarzt sagte, er hätte den Eindruck es sei kleiner geworden. Nächster Termin in 8 Wochen.

Das war heute Morgen. Ich hatte seit zwei Wochen den Eindruck, dass die Beule weg ist. Drehte er den Kopf zur Seite stand nichts mehr bedrohlich hervor.

Der Temin fiel in die Schlafenszeit des kleinen Mannes und auch die Tatsache, dass er sich bisher mit dem Schnuller beruhigen ließ, was inzwischen ja wegfällt, mlsorgten dafür, dass ich mich auf eine etwas unentspannte Untersuchung einstellte.

Tatsächlich war er aber früher wach und schlief ein kleines bisschen vor. Wir kamen sogar fast pünktlich, was aber eh egal war, da wir über eine Stunde warten mussten, die der kleine Mann für ein Schläfchen nutzte.
Ausgeschlafen ließ er alles ganz geduldig über sich ergehen und schenkte dem schallenden Arzt sogar ein Lächeln. Nur das Anziehen der Mütze nach der Untersuchung sorgte für ein bisschen Gemecker.

Und siehe da: die Einblutung ist fast komplett weg. Nur noch ganz wrnig ist zusehen und keine weitere Kontrolle nötig! Juhu! Mir sind direkt einige Felsbrocken vom Herzen gefallen. Somit ist das Thema also abgehakt. Ein Glück!

3 Monate Januarbaby

Mein kleiner Mann,

heute bist du 3 Monate alt, das sind genau 12 Wochen und 5 Tage.

Du rockst du unser Leben! Es ist als wärst du schon immer da gewesen.

Du trägst Größe 56/62. Hosen in 56 sind tendenziell knapp. Die Bodies in 56 sitzen nun wie angegossen. Vor ein paar Tagen sind wir auf Windelgröße 3 umgestiegen. Ich finde, du bist schon so groß geworden! Du siehst jeden Tag anders aus (deine Fluffhaare wachsen nach!), kannst neue Dinge. Das geht wahnsinnig schnell!
Du wirst langsam ein bisschen speckiger. An den Beinchen hast du nun eine Speckfalte und du hast einen kleinen Kullerbauch bekommen. Du bist einfach zum Fressen! Ich liebe wirklich alles an dir, deine winzigen Hände oder deine süßen Füßchen, die ich ständig abknutschen muss. Alles.

Wenn man dich vorsichtig anpustet, schnappst du tief nach Luft, reißt die Augen ganz weit auf und schenkst mir dein breitestes Lächeln.
Beim Abdocken schnalzt du manchmal mit der Zunge und ein lautest „Plöp“ ertönt. Und wenn dir etwas nicht passt, ziehst du ganz dramatisch die Mundwinkel nach unten und beginnst zu quäken. Ich habe sowas noch nie gesehen! Es fällt mir echt schwer, da ernst zu bleiben.

Wenn wir zusammen vor dem Spiegel stehen, kriegst du dich kaum ein vor Freude. Du strahlst und flirtest wie wild mit dir selbst.
Du verfolgst Dinge mit den Augen und folgst ihnen mit dem Kopf, wenn sie aus deinem Sichtfeld geraten. Du beobachtest alles ganz genau und findest dabei immer etwas, an dem dein Blick hängen bleibt. Du strahlst, gluckst und flirtest dann was das Zeug hält.
Ob mit deinem Spielbogen, der Fledermaus in der Nonomo (in der du es inzwischen auch mal 20 Minuten aushältst) oder einfach nur der weißen Wand. Du findest einfach alles spannend!

Du quietscht nun manchmal beim Lachen. Das ist so niedlich! Am schönsten ist deine Freude darüber, wenn dir ein neuer Laut über die Lippen kommt. Du übst fleißig an neuen Tönen und Lauten. Du weinst nun in unterschiedlichen Tonlagen und kannst damit deutlich zum Ausdruck bringen, ob du nur gelangweilt, unzufrieden oder wütend bist, was manchmal so niedlich ist, dass ich mir ein Lachen verkneifen muss. Außerdem beginnst du zu brabbeln. Wenn ich mich mit dir unterhalte antwortest du immer häufiger mit „Errö“ in den verschiedensten Nuancen, gepaart mit deinem freudigen Quieken, wenn ich darauf antworte. So führst du ganze Gespräche in deiner zuckersüßen Babysprache mit mir und bringst damit mein Herz gewaltig zum Blubbern.

Aber du trainierst nicht nur deine Stimmbänder, auch körperlich begnügt du dich nicht mehr nur damit herumzuliegen.
Beim Wickeln hebst du deinen Po an und strampelst wie verrückt mit deinen Beinchen, das ist ziemlich putzig anzusehen, erschwert die Sache mit der Windel allerdings ungemein. Dabei bewegst du dich von der Stelle und du befindest dich schon nach kurzer Zeit in einer anderen Position als der, in der man dich abgelegt hat. Du übst dich zu drehen, dabei streckst du den Kopf weit nach hinten und verdrehst deine Hüfte. Einmal hast du dich sogar von der Rückenlage auf den Bauch gedreht! Oh, dein Blick als du das geschafft hast, war wunderbar! Ich glaube, du warst selbst überrascht, dass es klappte. Dein Papa hat dich ganz doll angefeuert und wir beide sind fast geplatzt vor Stolz.
Du hältst dein Köpfchen immer stabiler und stützt dich in Bauchlage nun auch auf deinen Ärmchen ab. Dabei wackelt dein Kopf noch hin und her, was äußerst niedlich aussieht. In der Rückenlage hältst du den Kopf selbstständig in der Mitte, das war dir bisher einfach zu schwer. So hast du mich auch zum ersten Mal beim Babykurs richtig beobachtet und mitgemacht, statt ausschließlich die anderen Babys fasziniert zu begutachten.
Du übst fleißig das Greifen. Du schnappst dir alles, was du in die Finger bekommst. Besonders beliebt sind deine bunten Spucktücher, die du dir auch gerne in den Mund steckst und beherzt darauf herumbeißt. Dein grimmiger Piranha-Blick dabei ist wirklich zu köstlich! Auch an unseren oder deinen Händen nestelst du gerne herum.

Du bist nicht du, wenn du müde bist. Mit ausreichend Tagesschlaf bist du dagegen so ausgeglichen. Etwa 1 Stunde nach dem Aufstehen wirst du wieder müde und schläfst dann 1-1,5 Stunden. Über den Mittag schläfst du 2-3 Stunden, wenn die Bedingungen optimal sind und nachmittags brauchst du auch nochmal ein Nickerchen von 30 Minuten – 1 Stunde. Inzwischen schläfst du auch manchmal wieder ohne totale Dunkelheit ein, je dunkler es ist, umso besser klappt es aber.

Du hast nachts drei Mal 5,5 Stunden am Stück, einmal sogar 6,5 Stunden geschlafen! Wow!

Seit 2 Wochen haben wir auch zeitlich ein festes Abendritual. Ich hatte den Eindruck, dass es dir um Wohnzimmer zu unruhig ist und hatte damit wohl recht. Nach dem Umziehen, wirst du in deinen Wollschlafsack gesteckt. Danach machen wir gemeinsam das Nachtlicht an und pusten das Licht aus, indem wir den Rollladen runterlassen. Dann verabschiedet sich dein Papa, wir stillen bis du einschläfst, was meistens nach kurzer Zeit der Fall ist. Manchmal singe ich dir auch leise vor oder erzähle von unserem Tag, wenn du ruhig bist.
Es kam sogar schon vor, dass ich dich dann in dein Beistellbett ablegen konnte. Wenn ich das Zimmer verließ wurdest du nach spätestens 40 Minuten wach, aber das ist doch ein Anfang! Seit deinem ersten Schnupfen, der dir ordentlich zu schaffen machte, brauchst du meine Nähe wieder mehr, wachst beim Versuch dich abzulegen auf und kommst erst an/auf meiner Brust wieder zur Ruhe. Ich genieße es, wenn du auf mir liegst und dich anschmiegst, ganz ruhig wirst. Da bist du wieder das Miniminibaby.

Sämtliche Versuche dir den Schnuller schmackhaft zu machen, schlagen fehl. Egal welche Marke, ob symmetrisch, kiefergerecht, Kirschform, Größe, Latex oder Silikon, du weißt nicht (mehr) was du damit tun sollst. Sauger in Kirschform magst du gar nicht, hier musst du immer würgen. Meist verziehst du aber nur angewidert das Gesicht und schiebst ihn mit deiner Zunge aus dem Mund. Mit etwas Glück kaust du vorher kurz darauf herum.
Dabei wünsche ich mir wirklich, dass du ihn ab und zu nehmen würdest. Die letzten 2 Wochen wirst du häufiger wach und möchtest dann nuckeln, das ist gerade nachts etwas anstrengend (und unbequem) für mich. Es wäre schön, könnte ich dich dann mit einem Schnuller beruhigen oder beim Autofahren. Vielleicht könntest du dich damit besser entspannen, das ist nach wie vor eine Herausforderung für uns alle.

Manchmal findest du nach etwas meckern doch noch zur Ruhe, aber häufig endet es in verzweifeltem Gebrüll mit bitteren Tränen bis du dann irgendwann einschläfst. Das bricht mir das Herz!
Seit du dein Eichhörnchen an der Babyschale hängt, schreist du manchmal nicht sofort los. Letzte Woche sind wir tatsächlich 4 kurze Fahrten komplett ohne Gebrüll gefahren. Ich gestehe aber, dass ich es doch eher meide. Ebenso wie den Kinderwagen, den ich nach spätestens 30 Minuten doch leer herumschiebe. Du willst einfach Nähe.

Du bist ein ganz wunderbarer Junge!

Ich liebe dich!

Schlaflos

Es fing schon am Ende der Schwangerschaft an, dass ich nachts nicht mehr durchschlafen konnte. Wie das halt so ist, schlich ich erst einmal, dann öfter zur Toilette. Das wusste ich vorher schon, aber ich schlief problemlos wieder ein. Damit war die Woche vor der Geburt Schluss. Mein Körper war müde, aber ich lag wach. Über Stunden.

Wie man sich vielleicht denken kann und der Titel vermuten lässt, hat sich das mit dem Baby nicht gerade geändert.
Was aber nicht mal dem Baby zuzuschreiben ist!

Bis auf wenige Ausnahmen schläft er nachts ganz gut. Er hat eine längere Schlafphase und kommt danach alle paar Stunden für einen kurzen Stop an der Milchbar. Und schläft dann, bis auf ein paar wenige Male, wieder ein.
Die ersten Wochen schlief ich abends, sobald er schlief. Ich wartete geradezu darauf, denn ich war meist noch vor ihm müde. Jetzt gehe ich gegen 22 / 22:30 Uhr ins Bett. Mit dem Schlafrhythmus komme ich wunderbar klar und die Müdigkeit hielt sich wirklich sehr in Grenzen.

Der kleine Mann möchte meist zwischen 3 und 4 Uhr noch einmal trinken. Kaum beginnt er zu schnorcheln, liege ich neuerdings wach. Manchmal über Stunden.
Ich finde einfach nicht zurück in den Schlaf. Bewusst atmen, die Augen geschlossen halten, Schafe zählen – nichts hilft. So drehe ich irgendwann meine Internetrunde oder mache lautlose Dinge, zu denen ich tagsüber nicht komme. Bloggen zum Beispiel. (Wobei mich dabei dann doch irgendwann die Müdigkeit überfällt und deshalb zig unfertige Posts in den Entwürfen schlumnern.)
Zwischen 5 und 6, kurz vor dem nächsten Stillen, schlafe ich ein. Das ist reuchlich ungünstig.
Besonders, wenn der kleine Mann den Tag mal ganz früh beginnen lassen möchte.

Ich habe dieses Jahr nicht einmal länger als 5 Stunden am Stück geschlafen. Das ist ok, aber diese Wachphasen machen mich fertig. Ich bin verspannt, habe Kopfschmerzen, kann mich schlecht konzentrieren und bin müde. Geistig wie körperlich. Ich muss echt aufpassen, dass ich mir nicht selbst auf die Augenringe trete.

2 Monate Januarbaby

Oh Babybär,

du bist nun schon unglaubliche 2 Monate bei uns. Vermutlich werde ich jeden Monat darüber staunen wie schnell die Zeit vergeht. Es ist als würde jemand an der Zeit drehen.
Du bist der Dreh- und Angelpunkt in unserem Leben.

Du wächst! Das wurde mir so richtig bewusst als ich ein 3,5 Wochen altes Baby sah. Im direkten Vergleich bist du schon fast erwachsen! Unglaublich wie schnell das geht. Mittlerweile bist du 58 cm groß. Inzwischen hast du Windelgröße 1 hinter dir gelassen. Du trägst noch immer ein paar 50er Bodies, ich bin mir aber sicher, dass wir diese ganz bald aussortieren werden. Größe 56 passt dir ganz gut. Bei Oberteilen müssen die Ärmel manchmal noch etwas umgeschlagen werden, bei Hosen darf es gelegentlich auch schon Größe 62 sein. Du hast einfach lange Beine! Am Bund sind dir aber alle Hosen zu weit.

Du bist ein langes, zartes Kerlchen. Du nimmst zu, aber eher in kleinen Schritten. Das hat mir etwas Sorgen bereitet. 8 Wochen nach deiner Geburt hast du endlich die 4 Kilo-Marke geknackt. Jedes Gramm Speck an dir macht mich sehr, sehr glücklich! Außerdem steht dir das kleine Doppelkinn ganz hervorragend!

Von meinem entspannten Baby war zu Beginn des 2. Monats nicht mehr viel übrig. Du warst sehr unruhig. Es musste einfach immer ich sein.
Eigentlich dachte ich, wir wären was das angeht über den Berg, aber das Stillen war zeitgleich wieder unser Thema. Erst hattest du ein paar Schwierigkeiten, die wir aber mit konsequentem Neuanlegen schnell beheben konnten, dann wolltest du ununterbrochen an der Brust sein. Wenn du nicht getrunken hast, hast du genuckelt. Und wehe, ich unternahm den Versuch die Brust zu befreien. Ich habe mir große Sorgen gemacht, ob du genug Milch bekommst und war sehr verunsichert. Nach einer Woche war der Spuk vorbei und du ließt die Brust von selbst wieder los.

Du behieltst deinen Nachtschlafhythmus bei und schenkst uns eine erste Schlafphase von etwa 4 Stunden (einmal sogar 5!), meist wirst du zwischen 0 und 2 Uhr hungrig. Wir stillen dann noch ein, zwei, selten 3 Mal bis du zwischen 6 und 8 Uhr die Nacht beendest. Im Anschluss an das Dauerstillen, schliefst du einige Tage lang deutlich unruhiger und warst schlechter gelaunt. Du warst ein paar Nächte plötzlich 1-2 Stunden wach, geschrien hast du aber nicht einmal. Ich danke dir sehr dafür! Alles in allem sind die Nächte fast schon ehrolsam! Du schläfst nach wie vor nur beim Stillen ein, tagsüber findest du schwerer in den Schlaf. Legt man dir aber ein Spucktuch über den Kopf, bist du ziemlich schnell eingeschlafen. Oft vergräbst du auch deinen Kopf in meiner Armbeuge und schlummerst dann ein. Es ist ziemlich niedlich wie du dich einwühlst und rumschnuffelst bis alles nach deinen Wünschen ist. In der Trage klappt das Einschlafen nach wie vor wunderbar. So kam ich dazu mir zum ersten Mal seit deiner Geburt selbst etwas zu essen zu kochen.

Seit 2 Wochen haben wir eine Art kleines Abendritual eingeführt. Du wirst gewickelt und gewaschen. Manchmal massiere ich dich noch ein bisschen, Papa zieht dir den Schlafanzug an (vorher hast du fast immer nur im Body geschlafen). Dann nehme ich dich mit aufs Sofa, wo wir solange stillen, bis du einschläfst. Das ist meist zwischen 20 und 21:30 Uhr der Fall. Wenn wir dann ins Bett gehen, lässt du dich manchmal ins Beistellbett ablegen. Zum ersten Stillstopp kommst du wieder zu uns ins Bett, wo du die restliche Nacht verbringst.

Die Hormone machen auch vor dir nicht halt. Du hast ein Großteil deiner wunderschönen Fluffhaare auf dem Oberkopf verloren. Du trägst nun ausgeprägte Geheimratsecken. Zusammen mit deinem kritischen Blick wirkst du nun sehr weise, was unfassbar niedlich aussieht! Dazu gesellte sich eine leicht schuppige Kopfhaut und ein bisschen Babyakne.

Du lachst! Es ist als ginge die Sonne auf! Als du mir das erste Mal ein bewusstes Lächeln schenktest, bin ich aufgeflippt vor Freude. Du grinst über beide Backen und strahlst uns an. Wenn dir etwas ganz besonders viel Freude bereitet, grinst du ganz breit, spitzt deine Zunge, knickst die Spitze ab und berührst damit deine Oberlippe. Du kleine Grinsebacke! Du hast keine Ahnung wie zuckersüß du bist! Ich könnte dich mehrmals täglich auffressen!
Du kannst aber auch anders. Wenn dir etwas nicht passt, ziehst du die Mundwinkel ganz dramatisch nach unten und quäkst los.

Du verzauberst alle, die dich sehen. Deine Mimik ist der Wahnsinn! Du bist ein richtiger Gesichtskasper und ich musste schon so oft lauthals über deine Gesichtsauadrücke lachen. Egal, ob kritischer Blick mit Falten auf der Stirn und an der Nasenwurzel. Bist du unsicher was auf dich zukommt, ziehst du die Schultern hoch und runzelt die Stirn.

Wenn du wach wirst, hast du eine unglaubliche Körperspannung. Du ziehst du die Beinchen an, reibst dir mit deinen Fäustchen die noch geschlossenen, aber hochgezogenen Augen und streckst den Rücken durch, wodurch du einen niedlichen kleinen Entenpo bekommst. Das angesprengte Seufzen dabei, macht alles noch niedlicher.

Du bist so aktiv geworden. Es wird gelacht ubd gezappelt. In der Bauchlage wechselst du wie wild die Seiten, manchmal hebst du das Köpfchen ein bisschen an. Meist ist dir das aber zu anstrengend und du beginnst schon nach kurzer Zeit zu meckern. Du hast das Mobile über dem Wickeltisch entdeckt und bestaunt es seitdem ausgiebig.

Du strampelt so wild mit Armen und Beinen, reckst den Hals und hebst Kopf ein bisschen, nur in Bauchlage reicht die Kraft noch nicht. Du drehst dich im Schlaf in Seitenlage. 

Immer öfter finden auch ein paar Laute den Weg nach draußen. Du gurrst und warst selbst total überrascht von deinem erstes „Errö“.  Du kannst gefühlt jeden Tag etwas Neues, ich komme gar nicht hinter! Das ist so toll und ich kann und will meine Begeisterung für jeden Blick, jede Miene nicht bremsen. Alles löst Begeisterungsstürme und verzücktes Quietschen meinerseits aus.

Du machst mich so glücklich!

Du nimmst nur ganz selten den Schnuller. Meist nuckelst du kurz daran, um ihn dann im hohen Bogen wieder auszuspucken. Dafür steckst du dir immer öfter deine Händchen in den Mund und schmatzt wild daran herum. Dabei wird ordentlich gesabbert! Aber nicht nur die Hände werden abgeleckt, legt man dich auf den Bauch oder trägt dich vor der Brust, erkundest Du alles mit deiner winzigen Zunge. Dabei sabbert du ganze Sturzbäche.
Du bist der König der Spuckebläschen!

Beim Stillen nestelst du an mir herum und schenkst mir dabei ganz intensive Blicke. Es ist als könnte ich in dich eintauchen und vielleicht tue ich das auch ein bisschen. In deine wunderschönen blauen Augen! Der Außenrand der Iris ist ganz dunkel, der innere Teil ist wie das Meer. Er ändert seine Farbe je nach Stimmung. Bist du gut gelaunt und strahlst, sind sie hellblau und sehen aus als würde die Sonne von der schaukelnden Oberfläche reklektiert. Bist du grummelig, werden sie dunkler.

Wenn du dich eng an mich gekuschelt, explodiert mein Herz vor Glück. Ich vergrabe meine Nase so gern in deinen Nacken und atme dich ein. Du riechst so unglaublich gut. Es ist kein bestimmter Duft, du rauchst einfach frisch. Ich wünschte, ich könnte diesen Geruch in Gläser packen und für immer aufbewahren.

Noch besser als das Baden findest du das Föhnen danach. Dabei machst du dich ganz lang und verlierst jede Spannung. Das Autofahren hat für dich jedoch etwas an Reiz verloren. Immer öfter fängst du an zu schimpfen, kommen wir schnell genug los, beurhigst du dich meist schnell und schläfst ein. Die Ampel sollte in dieser Phase allerdings besser nicht rot sein. Die erste längere Fahrt zu Oma und Opa verschliefst du komplett, auf der Rückfahrt brülltest du als ginge es um dein Leben. Da hat auch anhalten und stillen nichts gebracht. Das war wirklich schlimm.

Einmal konnte dich dein Papa in die Nononmo legen, wo du ganze 2,5 Stunden tief und fest schliefst. Ich konnte es fast nicht glauben. Das schien ein Zufallstreffen gewesen zu sein, denn es kam seitdem nicht wieder vor. Ab und an lässt du dich kurz hineinlegen, meist wirst du aber wach oder nach 5 Minuten so unruhig, dass wir den Versuch wieder abbrechen.

Du bist nach wie vor am liebsten bei deinem Papa oder mir. Du brauchst den Körperkontakt einfach sehr. Aber immer öfter lässt du dich auch mal kurz ablegen und du schaust dir ganz neugierig deine Umgebung an. Unter deinem Spielebogen hältst du es ganz gut aus. Du beobachtest den Frosch und ein paar Mal hast du ihn auch schon mit deinem Fäustchebn in Schwung versetzt.

Kleiner Mann, ich könnte ewig davon erzählen wie schön, bereichernd und anstrengend das Leben mit dir ist.

Du bist die Erfüllung meines größten Wunsches.
Ich liebe dich!

Der erste Tag alleine

Ich hatte die Befürchtung, dass der kleine Mann meine Nervosität riechen könnte und die Nacht zum Tag macht, aber im Gegenteil, bereitete er uns eine echt erholsame Nacht. 

Ich stand morgens mit dem Freund auf, das Baby schlief noch ein bisschen und ich konnte mich in Ruhe anziehen, Haare machen, die Zähne putzen und mir meinen Malzkaffee (bäh!) zubereiten. Yeah! Das sind Dinge, für die ich auch schon den halben Tag brauchte. Mir kann heute keiner mehr was!

Der Freund verabschiedete sich als das Baby zu moppern begann. Nach einem Boxenstopp gab es für uns beide erst einmal Frühstück im Bett. Der kleine Mann war unheimlich gut drauf. Ich spielte ein bisschen mit ihm bis er sein zweites Frühstück einforderte und anschließend auf mir einschlief. Ich liebe das sehr! Es ist so schön, wenn er sich richtig ankuschelt und man spüren kann wie er immer mehr entspannt. Da wird es mir richtig warm ums Herz.

Oh wait! Da wurde es wirklich warm! Ich weiß immer noch nicht wie er das anstellt, aber da hat er Houdini-mäßig neben die Winde gepullert. Reife Leistung, kleiner Mann!
Kostümwechsel für uns beide! Zum Glück hatte ich ihn noch nicht tagfein gemacht. Umgezogen ließ er sich sogar kurz ablegen und ich konnte mich umziehen.

Es sind die kleinen Dinge, die zählen. Denn ich habe ein Baby, das sehr gerne bei Mama ist oder zumindest immer jemanden um sich wissen will. Da sind solche Momente wirklich besonders.

Ein wenig Haushalt mit Baby im Arm ging auch und dann wurde wieder gespielt. Inzwischen ist der kleine Mann deutlich aufmerksamer, und schaut sich mit großen Augen um.
Nach einem Schläfchen ganz ohne dauernuckeln (yeah!), Wird wieder gespielt.
Der kleine Mann ist heute bester Laune. Er steht auf Musik und wird richtig aufmerksam. Als ich ihm ein Lied vorsang, das ich in der Schwangerschaft oft hörte, schenkte er mir eim breites Grinsen.
Das sind diese Momente! Hormone, Muttetglück, nennt es wie ihr wollt, aber da flossen erstmal ein pasr Glückstränen. Ich kann es noch immer nicht fassen! Der gehört jetzt zu uns! ❤

Den restlichen Vormittag verbringen wir mit Stillstopps und kurzen Schläfchen. Irgendwann kam ich auf die Idee ihm ein Spucktuch über due Augen zu legen und zack, fand er zur Ruhe. Ich konnte ihn sogar ins Beistellbett legen und mir Mittagessen warm machen bis er merkte, dass ich nicht da bin. Nochmal kurz stillen und schon schlief er weiter, insgesamt gute 2 Stunden. Ohne mich geht es nicht, aber das ist ok.

Ein kurzer Spaziergang zur Spotheke, Bank und Post war auch drin und schon war der Freund wieder Zuhause.

Viel geschafft habe ich nicht, aber es war auch nicht mein Ziel. Im Gegenteil. Ich wollte einen ganz entspannten ersten Tag mit meinem Baby verbringen und das ist uns gelungen. Ich denke, mit der Zeit werden die Freiräume größer und der Alltag wird uns schnell genug einholen.

Die Wollmäuse fühlen sich ganz wohl und noch stört es mich noch nicht so sehr. Ich genieße es so sehr, wenn er mich angrinst, such an mich schmiegt oder seine kleinen Händchen fest in meinen Pullover krallt, während er mich beim Stillen ganz intensiv anblickt. Dann gibt es nichts, das wichtiger sein könnte.

Alles hat ein Ende

Ab morgen beginnt ein neuer Alltag.
Nach fast 7 Wochen wird der Freund wieder arbeiten gehen und das Baby und ich alleine sein. Das fühlt sich komisch an und ich gestehe, Ich bin aufgeregt!

Wir werden sicherlich (miteinander) klar kommen, stillt der kleine Mann ja ohnehin die meiste Zeit. Aber das Drumherum wird spannend. Denn gerade durch das Dauerstillen bin ich echt eingeschränkt. Mal eben etwas zu Essen machen, ein bisschen aufräumen oder einfach auf die Toilette gehen, war eher schwierig umzusetzen.
Bisher hat mir der Freund wirklich alles abgenommen. Er putzt, geht einkaufen, kocht und macht die Wäsche. Außerdem versucht er mir Freiräume zu schaffen, solange es der kleine Mann zulässt und wechselt eine Windel nach der anderen. Ich bin wahnsinnig dankbar für diese Unterstützung! Ich weiß von Freundinnen,dass das nicht selbstverständluch ist, umso schöner finde ich es, dass es das für ihn doch ist.

Ich versuche mich auch an der Hausarbeit zu beteiligen, wenn ich eben dazu komme. Vor allem wenn der Freund wieder arbeitet, möchte ich mehr wieder übernehmen, damit neben der Arbeit nicht alles auf ihm lastet. Und so verrückt es auch klingen mag, es tut mir gut. Ich mag es ordentlich und es gibt mir ein Gefühl von Normalität. Und davon sind wir noch entfernt.

Es ist noch immer alles irgendwie neu. Ich warte auf eine Art Rhythmus, aber jeder Tag ist eine Überraschung. Das ist für jemanden wie mich, der sehr strukturiert ist, echt eine große Umstellung. Es fällt mir nicht immer leicht, aber ich werde mich hoffentlich noch daran gewöhnen.

Morgen endet also die Elternzeit des Freundes. Es war schön ihn von Anfang an bei uns zu haben und zusammen ins Familienleben starten und uns langsam an einander gewöhnen zu können. Es waren sehr intensive, schöne, anstrengende und fordernde 6,5 Wochen. Ich werde es vermissen ihn rund um die Uhr um mich zu haben.

Ich bin allerdings ehrlich überrascht wie wenig Zeit man miteinander verbringt, wenn so ein Würmchen zur Welt kommt, auch wenn der Partner Zuhause ist. Es dreht sich nunmal alles um den Zwerg. Wir erlebten alles gemeinsam, das war wirklich wunderbar. Die Momente nur für uns beide sind jedoch einer Hand abzählbar.

Wie man merkt, befinden wir uns nach wie vor in der Kennenlern- und Findungsphase. Schon gemein, jetzt wo wir uns langsam ein bisschen eingespielt haben, müssen wir uns wieder neu sortieren. Ab morgen dann also 9 Stunden alleine.