Vorgeburtstagscheckup

Letzte Woche war es nun wieder soweit. Die u6 und damit die letzte Untersuchung im ersten Lebensjahr stand an.

Ich war schon richtig neugierig darauf wie sehr der Kleine gewachsen sein würde. Diese Neugier wurde auch gleich zu Beginn gestillt.
Der gar nicht mehr so kleine Mann ist nun 74 cm groß und 9.460g schwer. Damit hat er seit Bewegung in das Kind kam 400g zugenommen, was aber völlig in Ordnung ist. Und auch der Kopf ist ein bisschen gewachsen und hat nun einen Umfang von 45,5 cm.

Während wir auf den Kinderarzt warteten füllte ich noch einen Fragebogen darüber aus, was der Kleine so kann und beantwortete die Fragen der Arzthelferin zum Stillen und sonstigen Dingen. Das war insoweit nichts besonderes. Allerdings sollte ich mir merken, gerade was das Stillen und die Beikost angeht, einfach mal zu schwindeln. Dann erspare ich mir nämlich Ratschläge nach der Art „Stillen Sie einfach 2-3 Tage nicht, dann fangen die Kinder meistens an ordentlich zu essen.“ Ich lache immer noch. In diesem Fall, war ich gar nicht böse, denn es war freundlich formuliert und sie meinte, wenn ich an der Situation etwas ändern wolle, könne ich es so machen.
Ein paar Tage gar nicht stillen sind aber keine Option, das fände weder mein Körper noch das Baby besonders lustig. Außerdem möchte ich ja nicht abstillen und habe auch sonst nichts dergleichen geäußert. Es ist für mich völlig in Ordnung, dass der kleine Mann sich noch nicht komplett satt isst oder nicht Onkel Hipps Portionsvorgaben vertilgt. Der weiß schon was er macht. An manchen Tagen bin ich total überrascht wie viel er isst, an manchen möchte er fast nur stillen. Das wird sich mit dem KiTa-Start ohnehin alles nochmal neu einpendeln, bis dahin gebe ich ihm das gerne. Außerdem bin ich nicht bereit ein schreiendes Kind in den Schlaf zu tragen oder jetzt noch mit Fläschchen anzufangen.

So, genug davon. Im Anschluss an das Wiegen, wurden die Augen des Kleinen gecheckt. Da ausnahmslos alle in unseren Familien Brillenträger sind, lag mir das besonders am Herzen. Ich habe online vom Amblyopiescreening gelesen und dann mit Freude festgestellt, dass unser Kinderarzt ein entsprechendes Gerät hat und unsere Krankenkasse sogar die Kosten dafür trägt. Das ging super schnell und das Ergebnis war unauffällig. Da fiel mir direkt ein Stein vom Herzen.

Dann folgte der körperliche Teil. Der Kinderarzt checkte Augen, Ohren und Lunge. Alles da, alles dran. nur Zähne sind noch keine in Sicht. Sämtliche Reflexe, machte ein paar Beweglichkeits- und Reaktionstests und bescheinigte uns ein quietschfideles, rundum gesundes, zeitgerecht entwickeltes Kind. Das war schon in der Schwangerschaft das schönste, was man mir über mein Kind sagen konnte.
Kurz vor Schluss folgte dann der unangenehme Teil: die Impfung. Ich hatte dem kleinen Mann wie immer schon erzählt, was so passieren würde und dass es vielleicht weh tun würde.
An dieser Stelle muss ich direkt mal ein Lob an unseren Augenarzt aussprechen. Der kann Spritzen setzen wie kein Zweiter, die merkt man wirklich kaum. Ich machte mich trotzdem auf Tränen gefasst, denn bisher fand der kleine Mann das nicht besonders lustig. Zu meiner großen Überraschung ersten Piekser schaute der Kleine ganz interessiert zu uns verzog keine Mine. Ich war sowas von baff! Mit Krokodilstränen hatte ich gerechnet, aber damit nicht. Bei der zweiten Spritze weinte er ganz kurz auf, beruhigte sich aber quasi sofort wieder. Es reichte nicht einmal für eine Träne, so schnell war es vorbei. So ein tapferer kleiner Mann!

Und damit es nicht so unfair ist, habe ich meinen Impfschutz auch direkt noch vervollständigen lassen.
Am Tag der Impfung war er etwas müde und -anhänglicher, aber die Reaktion auf die MMR-Impfung tritt laut Kinderarzt üblicherweise 7-10 Tage nach der Impfung auf. Ich hoffe sehr, dass er davon verschont bleibt.

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U4 – Baby-TÜV

Heute hatte der kleine Mann seinen vierten Baby Check up. Ich war sehr neugierig wie groß und schwer der kleine Mann wohl mittlerweile ist.

In letzter Zeit ploppte einige Male der Wunsch ihn wiegen zu können wieder auf. Die Sorgen nach der Geburt haben Spüren hinterlassen. Die Tatsache, dass er aktuell die Stillabstände wieder verkürzt hat, tut ihr Übriges. Tagsüber lege ich ihn auch von mir aus öfter an in der Blinden Hoffnung den Brunnen zum Sprudeln zu bringen. Nachts meldet er sich nach 2,5-3 Stunden und danach zu jeder Stunde bis die Nacht um 5 Uhr beendet wird. Meine Hebamme warnte mich schon davor, dass um den 4. Monat nochmal eine stillintensive Zeit kommt, aber jetzt, so mitten drin,bin ich dennoch verunsichert (und brauche Schlaf! Und Zuspruch. Olle Stillerei.).

Aber zurück zum eigentlichen Thema: die U4.

Unser Kinderarzt war verhindert, weshalb eine sehr nette, ältere Ärztin die Vertretung übernahm. Durch die Abwesenheit verschob sich der Termin zeitlich, was irgendwie unterging und wir so erstmal eine Stunde zu spät aufschlugen. Immerhin war der Kleine so ausgeschlafen.

Disziplin Nr. 1 des Baby-Triathlons das Wiegen und Messen, ließ der kleine Mann geduldig über sich ergehen.
Mit seinen 16 Wochen ist er 62 cm groß und wiegt 5.620 g und damit 2 kg mehr als bei der U3. Ich hatte heimlich auf ein bisschen mehr gehofft, freue mich aber sehr über die Zunahme. Er scheint einfach ein zierliches Kerlchen zu bleiben.

Disziplin Nr. 2, den Sportteil, brachte er auch erfolgreich hinter sich. Der kleine Mann zeigte was er kann, grinste und erzählte,was das Zeug hält und schnappte nach allem, was ihm in die Finger kam. Die Ärztin war sehr zufrieden, gab uns aber ein paar Tipps mit auf den Weg wie wir den kleinen Mann zur Bauchlage motivieren können. Die klappt schon deutlich länger und besser und auch das Köpfchen hält er dabei, nur der Unterarmstütz ist noch ausbaufähig. Er streckt die Arme lieber nach hinten, was an einen Skispringer erinnert.

Ich beantwortete Fragen zu den Stillabständen, zum Schlafverhalten und zu Körperausscheidungen („Pinkelt er im Strahl?“ -„Und wie!“).

Und dann folgte der Teil, auf den ich mich so gar nicht freute: die Impfung. Oder wie Papa sagt, der erste Teil der Ritterrüstung.

Ich habe dem kleinen Mann gestern schon erklärt, was da auf ihn zukommt. Ich weiß nicht, ob er das schon versteht, aber ich bin kein Freund von „Das tut gar nicht weh.“ und „Ist nicht so schlimm.“. Ich selber finde Spritzen zu bekommen auch echt kacke, also erzähle ich meinem Kind nicht wie toll das doch ist, ob er es versteht oder nicht. Und gar nichts dazu sagen, fand ich auch doof.

Er saß auf meinem Schoß und ich redete mit ihm, während er gespielt wurde. Erst dachte ich, es hätte ihm gar nicht weh getan, aber noch Ehe der Gedanke zu Ende gedacht war, schrie er schon ganz zerreißend. Nach ein paar Minuten ließ er sich aber beruhigen. Tapferer, kleiner Kerl!

Zum Abschluss bekam ich noch ein paar Infos zum sicheren Kindesschlaf (eigenes Bett, Rückenlage *hust*) und zur Beikosteinführung. Das sollten wir zur Allergieprävention nun langsam anfangen. Ohne Druck, aber doch immer wieder anbieten. Sie riet vom „Picken lassen“ (BLW) ab, gerade bei so zarten Kindern, da so keine nennenswerten Mengen im Kind landen.

Da bin ich wieder einmal froh, dass ich schon eine Weile im Internet unterwegs bin und viel(e Aternativen) aus dieser Blase mitgenommen habe, sonst würde ich nun bestimmt verzweifelt versuchen Karottenbrei ins Kind zu bekommen.
Ich möchte gerne 6 Monate voll stillen, wie es von der WHO empfohlen wird. Sollte der kleine Mann schon vorher Interesse am Essen zeigen, werde ich ihn nicht davon abhalten, aber er bestimmt Zeitpunkt und Tempo. Ich denke, es wird eine Mischung aus BLW und Brei werden. Aber bis dahin ist noch etwas Zeit.

Wie schon in der Schwangerschaft ist „zeitgerecht entwickelt“ die Auszeichnung schlechthin für mich.

Zum Abschluss gab mir die Ärztin noch mit auf den Weg, dass ich es weiterhin genauso machen solle wie bisher auch. Wir machen das ganz toll und man merke unsere Bindung. Das war eines der schönsten Komplimente überhaupt. Da war ich doch ein bisschen stolz.