Herzensangelegenheiten

Ich möchte ein Baby.

Ich fühle mich ein bisschen verrückt, während ich das hier schreibe, denn mein allergrößter Herzenswunsch wurde wahr und liegt gerade leise schnorchelnd neben mir. Ich habe ein Baby. Und doch spüre ich so deutlich, dass ich mich noch nicht komplett fühle. Dass da jemand fehlt.

Jemand, den ich gerne bald kennenzulernen würde. Nun sind die Umstände aber wie sie sind und vorerst wird sich nichts daran ändern. 

Ich bin ein bisschen froh, dass ich noch keinen Zyklus habe (ok, unfassbar, weil ungenutzter Zyklus halt!). Und dass da diese Narbe ist, der Frau Zeit geben sollte. Diese Narbe, über die ich manchmal nicht wütend bin, weil sie genau das ist, ein Hindernis. Aber meistens bin ich um diese beiden Dinge gerade dich sehr froh,denn anders würde das drängende Herz vielleicht über die anderen Umstände hinwegsehen. Ich habe nie gedacht, dass ich mir so schnell ein weiteres Kind wünschen würde. Und am liebsten wäre ich fast unmittelbar nach der Geburt wieder schwanger geworden.

Es gibt viel Für und Wider. Es ist auch gerade genau richtig so wie es ist. Der kleine Mann darf seine Exklusivzeit noch ein bisschen länger genießen. Es ist ja auch nicht so als hätte ich zu wenig zu tun. Es ist, wie es ist und das nehme ich an. Es geht nicht anders. Aber…

Es ist eben, was es ist. Ein Herzenswunsch. 

Advertisements

Zukunftsbilder

In meinem Kopf schwirren so viele Gedanken. Die Stimmung, die mit ihnen schwingt, passt nicht zu dieser Zeit. Deshalb überlege ich, ob ich sie raus lassen soll. Ich hardere mit mir und lande doch immer wieder hier.

Ich versuche die Gefühle in Wörter zu gießen, die mich die letzten Wochen begleiten.

Aber es klappt einfach nicht.

Manchmal tut es so weh, dass ich mich frage, wie ich das noch aushalten soll.

Mir fehlt dieser kleine Mensch in unserer Mitte.

Und jetzt um die Weihnachtszeit schmerzt es noch mehr. Heute ist Heilig Abend, ich kann nicht beschreiben, wie sehr ich mir wünsche diesen Tag mit meiner eigenen kleinen Familie teilen feiern zu können.

Kinder machen Weihnachten erst richtig zu dem was es ist. Ein Fest der Liebe.

Ich freue mich sehr auf den Abend mit dem Freund.

Wir werden lecker Essen, Bescherung unter dem Weihnachtsbaum veranstalten und uns später einen Film ansehen.

Ich genieße die Zeit mit ihm, aber ich merke wie es dennoch an mir nagt.

Ich liebe diesen Menschen so sehr. Aber mit einem Kind würde das Glück vollendet.

Die Krone auf der Spitze sozusagen.

Ich träume davon diesen kleinen Menschen um mich zu haben, der schon so lange in meinem Herzen wohnt.

Sehe dieses Herzenskind vor mir:

Die Augen, die beim Anblick des Weihnachtsbaums, den wir zuvor gemeinsam geschmückt haben, beginnen zu leuchten. Das Menschlein, dessen kleine Füße völlig aufgeregt durch die Wohnung trappeln.

Wie es immer wieder ins Wohnzimmer schleicht, in der Hoffnung das Christkind dabei zu erwischen, wie es Geschenke unter den Baum legt.

Wie es mit roten Wangen und glitzernden Augen mit dem knisternden Geschenkpapier spielt und alles um sich herum vergisst. Die Geschenke erst später richtig wahrnimmt. Aus dem Staunen nicht mehr heraus kommt. Und irgendwann völlig erschöpft von diesem aufregenden Tag einschläft.

Diese Bilder sind schmerzhaft und tröstend zugleich. Denn ich weiß tief im Innern, dass es irgendwann Wirklichkeit werden wird. Manchmal ist leichter von der Zukunft zu träumen als die Realität zu ertragen. Diese Zukunftsbilder machen den Schmerz erträglicher.