6 Monate Januarbaby

Mein kleiner Mann,

du bist 25 Wochen und 6 Tage alt, das sind genau 6 Monate. Ein halbes Jahr!

Ich habe keine Ahnung, wann das passiert sein soll. Es ist als wäre es gestern gewesen, dass du in meine Arme gelegt wurdest und fühlt sich doch so an als wärst du schon immer da gewesen.

Du bist so groß geworden. Nichts erinnert mehr an das Minibaby, das du noch vor kurzem gewesen sein sollst. Ein richtig kleiner Junge bist du schon. Für die Statistik: Du trägst nach wie vor Vieles in Größe 62/68,aber auch 68 passt zum Teil wie angegossen.

Du bist ein Kuschler! Sowohl beim Einschlafen als auch über den Tag, forderst du meine Nähe ein. Sobald ich dich auf meinen Arm oder auf den Schoß nehme, lehnst du dich an und kuschelst deinen Kopf in meine Halsbeuge. Ich genieße das so sehr, kleiner Mann!

Zum Einschlafen robbst du dich an mich heran und kuschelst dich richtig ein. Du liebst es, wenn ich dir den Kopf kraule oder über deine Augenbrauen streichle, es fällt dir dann leicht in den Schlaf zu kommen. Oft legst du dann deine Hand auf meine und nestelst mit der anderen an mir oder deinem Tuch herum. Morgens nach dem Aufstehen kuscheln wir erst einmal eine kleine Runde, bevor wir in den Tag starten.

Du schläfst weiterhin bei uns im Bett. Alles andere ist undenkbar. Der Test, dich alleine im Bett oder in der Nonomo zum Einschlafen zu bewegen, ist gescheitert. Also stillen wir weiterhin. Dein Schlafverhalten in diesem Monat war in einem Wort: chaotisch.

Warst du bisher wie ein Uhrwerk sind deine Schlafenszeiten und Dauer richtig durcheinander. Fällt der Mittagsschlaf kürzer aus (1,5-2,5h), willst du abends noch einmal 30 bis 60 Minuten schlafen. Abends wirst du verlässlich gegen 19:00 Uhr müde. Seit diesem Monat reibst du dir nicht nur die Augen, wenn du müde bist, sondern krabbelst dir auch am Ohr und krallst dich in deine Haare.

Etwa um 18:30 Uhr machen wir dich bettfertig und spielen dann noch ein bisschen. Dann pustest du mit Papa das Licht aus und wir stillen. Manchmal schläfst du dann um 19:30 Uhr direkt ein, aber meistens bist du plötzlich wieder fit und spielst und quietschst noch ein bisschen vor dich hin, abwechselnd mit Stillpausen und schläfst dann gegen 20:30 Uhr brummend ¬¬ein. Dich später ins Bett zu bringen, funktioniert nicht, weil du wirklich richtig müde bist. In letzter Zeit hatten wir auch ein paar zeitliche Ausreißer und du schliefst erst zwischen 21 und 21:30 Uhr. Zu meinem Leidwesen sind deine Schlafphasen momentan etwas kurz, besonders in den letzten Tagen wirst du ca. 3:00 Uhr unruhig und möchtest stündlich stillen. Nach 6 Monaten kann ich also sagen: Ich bin furchtbar müde. Aber immerhin weinst du nicht! Du mopperst ein bisschen rum oder brummelst und schläfst recht zügig wieder ein.

Wenn du abends eingeschlafen bist, schläfst du auch ohne mich. Meistens bleibe ich aber doch bei dir liegen, weil ich diese Nähe so genieße und selbst sehr müde bin. Auch tagsüber klappt es öfter, da brauchst du zwischendurch immer noch die Brust.

Wir stillen noch immer voll. Du zeigst noch kein Interesse an Essen. Du beobachtest uns zwar und versuchst nach unserem Essen zu greifen, wenn ich dich gerade auf dem Arm habe, aber das machst du wirklich mit allem. Wenn du in deinem Newbornset mit uns am Tisch sitzt, spielst du lieber mit deinem Tuch und legst ganz frech die Füßchen auf den Tisch. Alles andere ist nicht so spannend. Ich glaube aber, dass wir trotzdem demnächst mal einen Versuch starten werden, ich bin schon sehr gespannt darauf!

Du bist so ein fröhlicher, kleiner Junge! Du kannst so wunderbar Spitzbübisch grinsen und wenn du deine kleine Zunge ganz spitz machst und herausstreckst, könnte ich dich in einem Haps auffressen, so süß bist du! Ich kann dir fast immer ein Grinsen entlocken und es ist wirklich jedes Mal ein Geschenk für mich.

Wenn dein Papa ein Tuch über deinem Kopf hin und herschwingt, reißt du vor Freude die Arme hoch. Aber noch besser ist es, wenn er für dich tanzt, da musst du richtig lachen. Du hast also Humor! An den Flanken und an den Oberschenkeln bist du kitzelig. Aber auch nicht immer!

Du kannst dich immer besser verständlich machen. Du kannst unheimlich ernst und skeptisch gucken. Wenn du wütend wirst, bekommst du eine Zornesfalte auf der Nase, das ist so niedlich! Wenn dir etwas nicht passt, fiepst du sehr energisch. Du bevorzugst ganz klar die hohen Töne, egal ob du lachst, weinst oder Geschichten erzählst. Aber du verleihst dir nicht nur mit Tönen und Mimik Ausdruck, auch deine Gestik wird immer differenzierter. Du forderst Nähe und Ruhe ebenso ein wie Aufmerksamkeit. Vor ein paar Tagen warst du das erste Mal beleidigt. Dein Papa hat dir einen Stapelturm gebaut, den du zu Fall gebracht hast, dabei ist dir ein Becher ins Gesicht gefallen. Man hat richtig gesehen, wie du gegen die Tränen angekämpft hast. Immer wieder sind deine Mundwinkel wieder nach unten gewandert, aber du konntest dann doch nicht anders und fingst an zu weinen. Als ich dich hoch nahm, beruhigtest du dich sofort, aber deinen Papa wolltest du für einen Augenblick gar nicht ansehen. Als du ihn dann doch angesehen hast, stiegen dir gleich wieder Tränchen in die Augen und während du ein bisschen lächeln wolltest, schobst du auch immer wieder die Unterlippe nach vorne. Das war so unfassbar niedlich!

Du bist wirklich kein hilfloses Minibaby mehr. Du drehst dich weg, wenn dir etwas nicht gefällt oder du keine Lust mehr auf etwas hast. Du zeigst Freude, Abneigung und Interesse ganz deutlich. Es macht so viel Spaß mit dir zu interagieren, deine Reaktionen zu erforschen und mir dir zusammen die Welt ein bisschen neu zu entdecken.

So kratzt du momentan an allen Gegenständen, die dir in die Finger kommen. Du erkundest die Haptik und Akustik, dabei kannst du dich wirklich ausdauernd mit unserem Regal oder meiner Wasserflasche beschäftigen. Je mehr Geräusche es macht, desto besser.

Deine Bewegungen sind so fließend geworden und manchmal kann man gar nicht so schnell gucken wie du dich auf den Bauch gedreht hast. Du drehst dich aber selten einfach so, am liebsten strampelst du nämlich auf dem Rücken liegend herum. Meist möchtest du an eines deiner Spielzeuge und kommst sonst nicht heran oder abends, da drehst du noch mal richtig auf – und rum. Du bewegst dich quasi rollend und rotierend fort. Wenn du dich falsch herumgerollt hast und dein Arm unter deinem Bauch gefangen ist, holst du mit dem Po Schwung und ziehst den Arm heraus. Es kam auch schon vor, dass du so viel Schwung nahmst, dass du fast wieder herumgepurzelt bist. Wenn du auf dem Bauch liegst nimmst du deine Beinchen in Froschhaltung und stößt dich mit den Füßen ab.

Die Füße sind dabei im Idealfall nackt. Das liebst du sehr! Das hast du wohl von deinem Papa, der ist nämlich auch am liebsten barfuß unterwegs. Du greifst manchmal nach ihnen und legst beim Spielen gerne einen Fuß ganz lässig auf deinem anderen Knie ab. 

Du greifst nach deinem Frosch am Spielbogen und lässt ihn schnalzen, legst dir deine Greifringe aufs Gesicht über die Nase und freust dich so sehr an meiner Reaktion daran. Du greifst hochkonzentriert auch nach der dünnsten Haarsträhne und du liebst Bücher! Vermutlich noch mehr wegen der Geräusche, die das Papier macht, wenn du es zerknüllst oder darüber kratzt oder vielleicht auch, weil sie besonders gut schmecken, aber du sitzt auch ganz ruhig auf meinem Schoß und lässt dir von mir die Bilder erklären. Auf meinem Schoß liegend, spannst du den Bauch an und hebst dein Köpfchen.

Du akzeptierst den Kinderwagen immer mehr und bist tatsächlich einmal darin eingeschlafen. Am liebsten wirst du aber trotzdem getragen, ganz egal ob in der Trage oder auf dem Arm, Hauptsache oben.

Mein kleiner Mann, da sind so viele kleine Dinge, alles ist besonders. Am liebsten würde ich jeden Moment einfrieren, um ihn immer wieder erleben zu können, aber das geht leider nicht. In 6 Monaten feierst du schon deinen ersten Geburtstag, ich kann es nicht glauben.
Das Leben mit dir macht so viel Spaß.

Ich liebe dich.

5 Monate Januarbaby

Mein kleiner Kobold,

du bist heute 5 Monate alt. Das sind genau 21 Wochen und 4 Tage.

Dieser Spitzname ist nur einer von vielen, aber in letzter Zeit verwende ich ihn häufig. Wenn du so frech grinst, deine Augen zusammen kneifst, die Zungenspitze  herausstreckst und dabei deine Händchen reibst, muss ich einfach an einen Kobold denken. Du bist so unglaublich süß.

Du bist 64 cm lang und trägst mittlerweile Größe 62/68. Wie immer sind es deine Beinchen, die schon in 68 passen, leider ist dir der Bund fast immer zu weit. Obenrum trägst du noch zwei Pullover in 56/62, sonst passt 62 perfekt. Du warst lange sehr zierlich, aber jetzt hast du endlich niedliche Speckbeinchen und Ärmchen bekommen.

Deine Augenfarbe verändert sich. Sie sind immer noch blau, aber es wirkt als mische sich ein Grauton darunter. Ich bin so gespannt, wohin das führt. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass sie irgendwann nicht mehr blau sein sollen.

Du trägst einen modischen Undercut mit natürlichem Seitenscheitel. Selbst an deiner Liegestelle wachsen viele, ganz helle Härchen nach. Nur der Rest im Nacken, der noch von deiner Geburt blieb, dünnt langsam aus. Deine Haare sind so unglaublich weich und schon richtig lang geworden. Ich liebe es so sehr darin zu wuscheln und du genießt das sehr.

Eine eher selten genutzte Fähigkeit ist das Drehen. Du drehst dich fleißig auf die Seite, um dir Spielzeug zu schnappen oder zu schlafen, aber dabei bleibt es auch meist. Dabei kannst du dich nun vom Rücken auf den Bauch drehen. Vermutlich weißt du, dass du dann eben in Bauchlage liegst. Das machst du zwar echt toll, aber du findest das reichlich anstrengend und möchtest dann bitte bald wieder in deine Ausgangslage gebracht werden. Dass du dich zurückdrehen könntest, hast du noch nicht ganz verinnerlicht, obwohl du mit dem Po ordentlich Schwung nimmst und dich auch schon einmal nach kurzem Üben zurückgedreht hast.
Apropos Bauchlage, du bringst dich alleine in den Unterarmstütz und greifst dann nach Spielzeug ohne dass du die Balance verlierst. Das ist richtig cool und erhöhte die Akzeptanz dieser Position ungemein! Du bist jedes Mal stolz wie Bolle.

Du bist so aufmerksam und neugierig. Du beobachtest deine Umwelt ganz genau. Du folgst unseren Bewegungen und lässt uns nicht aus den Augen. Gebe ich dir deinen Schnuller, begutachtest du ihn ausgiebig von allen Seiten. Du drehst und wendest ihn, steckst ihn dir dann selbst in den Mund und kaust darauf herum. Hast du genug, spuckst du ihn wieder aus. Du trampelst wild herum und ruderst mit den Armen. Du trittst aber auch ganz gezielt nach Dingen, zum Beispiel wenn dir dein Papa den Oball vor die Füße hält oder wenn du auf meinem Schoß liegst. Dein Ehrgeiz ist bewundernswert und dein konzentrierter Gesichtsausdruck der Knaller.

Du baust deine Palette an Gesichtsausdrücken immer weiter aus. Erschrickst du oder freut dich etwas sehr, reißt du die Augen ganz weit auf. Ich liebe es, dich dabei zu beobachten, wie du dich ausprobierst.

Liegst du angelehnt auf meinem Schoß, greifst du meine Hände und versuchst dich nach vorne zu ziehen. Du bist gerne auf dem Arm. Von dort aus kannst du viel mehr sehen. Du machst dich lang und sitzt schon richtig aufrecht. Ich muss mich immer daran erinnern, dich nicht jetzt schon auf die Hüfte zu setzen, so stabil bist du dabei.

Wenn du dich unbeobachtet fühlst, spielst du richtig ausdauernd mit dir selbst. Du rollst dich auf die Seite, lachst plötzlich los und wirfst die Arme in die Luft. Du brabbelst und erzählst wild vor dich hin. Überhaupt kannst du eine ausgesprochene Quasselstrippe sein. Da kommst du nach mir. Dein Papa tut mir jetzt schon ein bisschen leid.

Autofahren mit dir ist ein bisschen wir Russisch Roulette. Meistens lässt du es wirklich geduldig über dich ergehen. Du spielst mit deinem Oball oder knabberst an deinen Händchen. Bist du müde, schläfst du auch mal ohne einen Mucks einfach ein. Damit hast du mich wirklich überrascht. Aber wenn irgendetwas nicht passt, dann ist Polen offen. Die Mischung müde, hungrig, warm ist dabei ganz fatal. Du brüllst dann ganz herzzerreißend. In der Sekunde, in der man dich aus der Babyschale nimmt, beruhigst du dich. Mit etwas Glück bist du nach einer Auszeit oder einem kleinen Snack wieder bereit für die Fahrt, aber die Erfahrung zeigt, dass das nur von kurzer Dauer ist.

Du bist ein Wasserratte. Sobald dein großer Zeh das Wasser berührt, legt sich ein breites Grinsen auf dein Gesicht und es gibt kein Halten mehr. Du planschst wie verrückt drauf los, da bleibt nichts trocken.

Dein Lachen ist das schönste der Welt. Ich kann nicht genug davon bekommen. Wenn dein Papa und ich Quatsch mit dir machen oder dich kitzeln, kannst du dich kaum halten vor Lachen. Du windest dich, kicherst, kreischst und gluckst vor Freude. Ganz hoch im Kurs sind „Gugucks? – Da!“ und wenn dich dein Papa in die Luft hebt. Du bist ein wirklich fröhliches Kerlchen und fast immer, wenn ich dich ansehe, schenkst du mir dein bezauberndes Lächeln. Es ist wie eine Droge für mich und ich mache mich zu gerne zum Affen, um immer mehr davon zu bekommen.

Ich habe den Eindruck du reagierst schon manchmal auf deinen Namen. Das ist ziemlich cool! Und auch wenn es dafür noch etwas früh ist, benutze ich beim Stillen das Babyzeichen für Milch und bilde mir ein, dass du das schon richtig verstehst. Mittlerweile drehst du dich zu mir, wenn ich es zeige.
Bevor ich dich hochnehme, Klatsche ich oft in die Hände, öffne sie und sage dabei ‚Komm.“, greifst du nach meinen Händen nehme ich dich hoch.

Den Abendschlaf hast du fast komplett abgeschafft, müde genug wärst du zwar, aber nur noch selten tankst du mit einem Powernap Kraft. Morgens pendelst du irgendwo 45 und 90 Minuten. Mittags schläfst du etwa 3 Stunden. Das klappt aber nur, wenn du Ruhe hast. Wenn wir unterwegs sind oder nicht unserem gewohnten Rhythmus nachgehen können, reicht auch stillen nicht, um dir die nötige Ruhe zu geben. Als wir für das Familienshooting Zuhause waren, warst du einfach mal 7 Stunden wach, weil du eben nicht einfach mal so einschläfst.
Du schlummerst meist zwischen 19:30 und 20:30 Uhr ein und schläfst dann zwischen 4 und 6,5 Stunden in der ersten Schlafphase.
Du lässt dich inzwischen ablegen, wenn du nicht eh schon neben mir beim Stillen einschläfst. Manchmal kann ich mich dann auch wegschleichen. Abends klappt das inzwischen recht zuverlässig. Der erste Abend nur mit einem Papa auf dem Sofa, so ganz ohne dich, fühlte sich richtig ungewohnt an.
Ob du ausgeschlafen bist, erkennt man daran, ob du beim Aufwachen weinst. Ist das der Fall, schläfst du nach einem kurzen Snack einfach wieder weiter.
Zum Einschlafen stillen wir. Du legst deine Füße auf meinen Oberschenkel, überhaupt legst du deine Füßchen überall hoch, kuschelst dich an Larry, deine Giraffe, oder dein Spucktuch. Du nestelst noch eine Weile daran herum bis du richtig eingeschlafen bist.
Ab und an drehst du dich sogar weg und schaffst den Sprung ins Land der Träume ohne die Brust. Oder nickst ohne Brust wieder ein, wenn du zwischendurch kurz wach wirst. Solange ich in der Nähe bin ist alles ok und wenn ich dir ein getragenes Shirt zum Schlafen gebe, klappt es auch ohne mich immer öfter. Das ist erwähnenswert, weil an sowas bis vor kurzem gar nicht zu denken war. Da wurdest du schon wach, wenn du im Schlaf versehentlich abdocktest.

Du bist ein Stillprofi. Gerade jetzt, wo es so heiß ist, stillen wir meistens im Liegen. Wenn du keine Lust mehr hast oder satt bist, dockst du ab und drehst dich auf den Rücken oder ganz weg. Wenn du wieder trinken möchtest, drehst du dich zurück und dockst ohne Hilfe wieder an.
Das hast du abends zum Spiel gemacht und dockst dich ab und an und ab und an. Drehst dich, rotierst, zappelst ein bisschen herum. Trinkst, spielst und irgendwann schläfst du dann beim Stillen ein. Du schläfst nur noch sofort ein, wenn ich genau den richtigen Zeitpunkt erwische, das klappt am Tag besser als abends.

Apropos Hitze: Die macht dir zu schaffen. Du schläfst extrem unruhig und auch tagsüber weißt du nicht so Recht wohin mit dir. Aber du liebst es mit nackten Beinen oder ganz nackig zu strampeln. Liegst du dabei auch noch unter einem Baum, ist dein Glück perfekt.

Du weinst wirklich selten. Nur ein einziges Mal weintest du nachts. Das hast du seit kurz nach der Geburt nicht mehr getan. Wir waren richtig überrascht. Das fiel aber auch in die Tage, an denen du plötzlich beim Stillen den Kopf zurückwarfst und ganz furchtbar zu weinen anfingst. Du liest dich teilweise gar nicht beruhigen. So kennen wir dich gar nicht. Vielleicht hing das aber auch mit der Impfung zusammen, die du ein paar Tage zuvor bekommen hattest. An einem Abend war es so schlimm, dass wir dir ein Schmerzzäpfchen gaben. Kurz darauf schliefst du schnuffelnd beim Stillen ein. Dich so zu sehen ist wirklich schwer zu ertragen, armer Spatz.

Ich erwische dich immer öfter mit dem Daumen im Mund. Du kaust eher drauf herum als dass du nuckelst, so richtig glücklich bin ich darüber aber trotzdem nicht. Du lässt dich dann aber meistens recht schnell ablenken.

Da sind so viele kleine Momente, in denen ich mein Glück nicht fassen kann. Fast jeden Abend stehen mit die Tränen in den Augen, während ich dich beim Einschlafen beobachte. Du bist bist alles.

Ich liebe dich so sehr.

Mama.

Groß sein

Meine Freude über unsere neue Matratze und den passenden Lattenrost reicht auch nach Monaten immer noch so weit, dass ich eines morgens mal wieder zur Sprache bringen musste, wie super unsere neue Matratze ist. Irgendwann fiel mir auf, dass wir bei der Anschaffung der nächsten Matratze näher an den 40 als an den 30 sein werden. Und dann poppten die Gedanken und Erinnerungen plötzlich wie frisches Popcorn durch meinen Kopf.

Sollte sich unser Traum erfüllen, werden wir bis dahin Eltern eines Schulkindes sein. Ist das nicht völlig verrückt? Da wurde mir wieder einmal bewusst, wie die Zeit vergeht und wie sehr sich mein Leben verändert hat. Mit 17 dachte ich immer man sei so erwachsen, wenn man nur die 20 überschritten hatte. Ich hätte nicht geglaubt, dass die Entwicklung, die man zwischen 20, vielleicht sogar erst 25 und 30 durchläuft so krass ist.

Ich weiß immer mehr zu schätzen, welch ein Luxusleben mir meine Mama damals geboten hat. Ich musste nur wenig im Haushalt helfen, hatte immer frische Wäsche und ein Mittagessen, wenn ich nach Hause kam. Ich musste nicht einkaufen und meine Mama richtete mir sehr lange die Schulbrote – weil sie das gerne tat, nicht weil ich darauf bestand. Das ist nicht selbstverständlich und ich bin ihr sehr dankbar dafür. Manch einer hält das vielleicht für die Aufgabe einer Mutter, ich finde aber, dass man ab einem gewissen Alter durchaus ein Stück weit selbst für sich sorgen kann und da gehören Frühstücksbrote mit Sicherheit dazu. Für mich sind all das kleine Liebeserklärungen gewesen.
Ich konnte mich auf die Schule und meine Freizeit konzentrieren. Luxus!

Danke, Mama ❤

Inzwischen habe ich verinnerlicht, dass ich jetzt „groß“ bin und bin in dieser Phase meines Lebens so richtig angekommen. Diese Erkenntnis trifft mich manchmal wie ein Blitz.

Ich bin sicherer in meinem Handeln. Ich habe das Gefühl von „Darf ich das?“, das ich Zuhause oft hatte und mich auch noch lange danach begleitete, abgelegt. Und dieses Gefühl ist grandios.
Abgesehen von den Pflichten, die das Leben als Erwachsener mit sich bringt, genieße ich die Vorteile umso mehr.

Es ist genau so wie ich es mir vorgestellt hatte.
Ich bin frei in meinem Handeln. Ich kann tun, wonach mir ist, ohne vorher fragen zu müssen.
Ich stehe mitten im Leben. Ich habe meinen Platz gefunden. Beruflich und privat. Ich kenne meine Interessen, weiß was mir gut tut und weiß, was ich will.
Ich bin (an mir) gewachsen. Ich bin positiv wie nie und bin in mir selbst Zuhause (meistens).
Ich bin alt genug, um ernst genommen zu werden und trotzdem noch jung. Stehe mitten im Leben und habe noch so viel vor mir.

Und immer wieder mache ich mir bewusst, welches Glück ich habe. Muss dabei ein bisschen schlucken.
Ich bin glücklich und gesund (toi, toi, toi!).
Es geht uns gut. Wir verdienen genug, um uns Luxus wie Reisen oder eigene Autos leisten zu können. Wir haben eine schöne Wohnung, genug zu essen und anzuziehen. Das alles ist nicht selbstverständlich und manchmal wird mir ganz schwindelig bei dem ganzen Glück, das ich habe.
Das was wir besitzen, ist uns nicht zugeflogen. Wir haben uns das alles erarbeitet, aber trotzdem gehört immer auch etwas Glück dazu. Ich bin dankbar für all das, was wir haben.

Aus diesem Blickwinkel wird selbst der doch oft so lästige Haushalt zum Privileg. Und wenn ich nach dem Putzen einen Blick durch unser Zuhause werfe, geht mir das Herz auf.

Ich weiß dieses Leben mehr denn je zu schätzen. Kann auch lachend durch den Regen gehen und versuche in allem das Positive zu erkennen, eine Fähigkeit, die ich nicht immer besaß und versuche immer weiter auszubauen.

Das Leben ist schön.

Manchmal kommt es anders

Vor 4 Wochen brach meine kleine Welt für einen Moment zusammen.
Mein persönlicher Super-Gau trat ein.
Aber was nach Katastrophe und Weltuntergang aussah, wandelte sich in kurzer Zeit um 180°.

Alles kam anders als wir uns es vorgestellt hatten. Aber wir hatten keine Zeit zu überlegen und handelten.
Die Wolken brachen auf und ließen den blauen Himmel erkennen.

Es standen Veränderungen an. Eine von ihnen war ein Wohnortwechsel.

Nach nur 3 Wochen Suche, haben wir die – für uns – perfekte Wohnung gefunden.
Ich schwankte zwischen völliger Sicherheit, dass wir bis Ende November was finden würden, und der Überzeugung, dass wir unter eine Brücke überwintern müssen.
Aber, dass wir so schnell etwas so Passendes finden könnten, das hätte nicht geglaubt.

Die Wolken verzogen sich und der Himmel erstrahlte in einem satten Blau.

Und wer weiß, was noch passieren wird.
Ich träume. Ich hoffe und habe ein Kribeln im Bauch, weil so viel damit zusammen hängt.
Ein Traum. DER Traum.

Und die Sonne strahlt uns ins Gesicht!

Nicht nur die äußeren Umstände haben sich geändert. Unsere Beziehung hat sich weiterentwickelt.
Seit zwei Monaten herrscht hier Stress pur, aber der Freund und ich, wir halten zusammen.
Da gab es keinen Streit oder Ärger.
Unsere Beziehung ist wieder gewachsen. Noch robuster. Noch schöner geworden.
Es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass man zusammenhält, egal was da kommt.

Die aktuellen Entwicklungen erwecken also den Anschein, dass das Unwetter, das da über uns herein brach, das Beste war, das uns passieren konnte.

Wenn..

… er mich im Schlaf umarmt,

… er mit mir über eine Hochzeit spricht, die irgendwann mal unsere sein könnte,

… er mir sagt, dass er trotz allen Veränderungen an unserem Plan festhält,

… er mir wieder einmal zeigt, dass wir nicht nur nebeneinander hergehen, sondern auch in eine Richtung blicken,

… er mich so ansieht,

dann sprudelt mein Herz über und ich kann mein Glück kaum fassen!

Gefühlswelle

Gestern Abend wurde mir mit einem Schlag bewusst, was für ein Glück ich eigentlich habe.
Ich werde geliebt. Mit ganzem Herzen.
Ich darf es spüren. Sauge es auf und genieße.

Als der Freund und ich gestern Hand in Hand auf dem Sofa saßen und ich mich umsah, umgab mich eine Wärme, die ich so lange nicht mehr gespürt hatte.

In unserer Beziehung hat sich so viel getan. Dabei ist gar nicht viel passiert. Nur ein Gespräch. Ruhig. Freundlich. Sachlich.

Und seit dem wird mir mehr und mehr bewusst, was ich da habe und dass ich mich glücklich schätzen kann.
Einen Mann an meiner Seite zu haben, der mich und meine Launen erträgt.
(Es muss an dieser Stelle auch mal gesagt sein, was er da leistet, denn ich bin gelegentlich alles andere als einfach!)

Jemand, der manchmal einfach nur den Kopf über meine Zickereien schüttelt, anstatt mich anzuschreien.
Jemand mit Ecken und Kanten. Macken. Aber liebenswürdig und lustig. Und warm. Er strahlt eine solche Wärme aus.
Jemand, der mich nach all dem, was war, noch immer liebt und heiraten möchte.
Jemand, der sich mit mir eine Familie wünscht.

Das ist ein irres Gefühl.

Einziger Wermutstropfen ist, dass er diesen Wunsch nach einem Kind bisher nur mein Wunsch ist.

Ich habe seit langem nicht mehr so viel gelacht, wie in den letzten Tagen und es fühlt sich wunderbar an.

Ich sah unsere Wohnung. Unser gemeinsames Leben. Uns.

Wir haben zusammen viel erlebt und er stand mir in meinen schlimmen Zeiten zur Seite.

Ich weiß nicht, warum ich plötzlich so anders denke und empfinde.
Ich glaube, dass in meinem Kopf ein Licht angegangen ist.
Und dass die negative Stimmung, die sich schon Ende Oktober in meinem Leben schlich, irgendwo im alten Jahr hängen blieb.

Aber, wenn ich allein im Bett liege (ich geh früh ins Bett, da ich morgens sehr früh aufstehe) und merke, dass ich ohne ihn nicht so leicht in den Schlaf finde, da weiß ich, dass es so wie es ist richtig ist.

Dann weiß ich, dass das, was ich da empfinde Liebe ist.

Familientreffen

Gestern war ich bei meinem Onkel und meiner Tante eingeladen.

Und es war wieder sehr schön.

Ich freue mich immer riesig, wenn ich von ihnen höre, oder sie sehen kann.
Sie sind unglaublich herzlich und ich fühle mich sehr wohl dort.
Es gibt keine Geheimnisse und die Dinge werden einfach angesprochen.

Auf jeden Fall gab es viel zu lachen und wir haben echt lange geredet.
Ich war um 18.30 Uhr eingeladen und bin dann schlussendlich um halb 1 nach Hause.

Wir haben Bilder von meinem Cousin angesehen. Und ich habe welche von mir gezeigt.
An sich nichts spektakuläres. Aber für mich so wichtig, dass ich es hier festhalten möchte.

Ich bin unglaublich stolz darauf, dass sie Teil meiner Familie sind. Dass sie zu mir gehören.
Dass ich dort willkommen bin. Ich könnte weinen vor Glück!

 

Mein Onkel. Meine Tante. Mein Cousin.

Meine Familie ♥