40+2 ♡ (Geburtsbericht Teil 2)

Am Abend sehen der Freund und ich uns „Fack juh Göhte“ an. Eigentlich lasse ich mich eher berieseln, denn ich kann mich nicht so richtig darauf konzentrieren. Gegen 21:30 Uhr nimmt der Schmerz zu und ich muss ständig auf die Toilette. Ich erinnere mich, dass sich der Körper entleert ehe es losgeht, aber ich kann immer noch nicht so richtig daran glauben. Ich schreibe immer wieder mit meiner Freundin, das lenkt mich ab.

Der Freund beobachtet mich und fragt ständig, wie es mir geht. Ich kann nicht viel dazu sagen. Ich versuche ihn zu beruhigen, denn ich spüre seine Unsicherheit und Hilflosigkeit. Es fällt ihm schwer tatenlos zuzusehen, ich tue ihm leid. Alle 5 Minuten verkrampft sich meine Gebärmutter eine Minute lang. Ich konzentriere mich darauf tief in den Bauch zu atmen. Es ist gut auszuhalten, tut aber gleichzeitig echt weh. Aber auch jetzt bin ich unsicher, weil es sich wirklich nur wie schlimme Periodenschmerzen anfühlt. Ich spüre nichts im Bauch oder im Rücken. Meine Freundin ist sich sicher, dass es sich um keinen Fehlalarm handelt. Um 23 Uhr stoppe ich das Messen, es stresst mich und ich möchte mich konzentrieren. Die Wehen kommen alle 3-10 Minuten. Ich frage meine Freundin, wie man solche Schmerzen bis zur Geburt aushalten soll, das kann ja ewig dauern und schiebe ein „Aber die Pausen sind super!“ hinterher.

„Oh, das tut weh, aber solange ich noch unsicher bin, ist es nicht ernst.“, schwebt es in meinem Kopf und ich beschließe in die Wanne zu gehen. Der Freund lässt mir das Wasser ein. Um halb zwölf gleite ich in das warme Wasser und fühle wie sich die Entspannung breit macht. Die Wehen werden weniger und angenehmer. „Also doch ein Fehlalarm, sonst würden die Wehen nicht weggehen!“, denke ich mir und halte mich für ein waschechtes Weichei. Ich genieße die Entspannung bin aber auch etwas enttäuscht. Der Freund sieht alle 10 Minuten nach mir, ich bitte immer wieder um Verlängerung, das Wasser tut so gut. Ich streichle meinen Babybauch, atme tief in ihn hinein. Das Baby ist ganz ruhig, es schiebt sein Köpfchen in meine Handfläche. Die Wehen werden seltener, ihre Intensität nimmt zu. Ich vergesse Raum und Zeit, bin ganz bei mir und dem Baby. Ich atme den Schmerz tief in den Bauch, das hilft mir sehr. Ich spüre wie der Schmerz sich aufbäumt und wieder abflacht.

Als das Wasser kalt wird, beschließe ich die Wanne zu verlassen. Ich zittere. Kaum habe ich das Wasser verlassen, nimmt der Schmerz zu. Noch immer habe ich Zweifel an der Wirksamkeit der Wehen. Beim Versuch meine Blase zu entleeren, verkrampft sich meine Gebärmutter.

Ich überlege in die Klinik zu fahren, ehe der Schmerz so stark wird, dass ich das Sitzen nicht mehr ertragen kann.

ET+2

Ich bitte den Freund im Kreißsaal anzurufen und uns anzukündigen. Vor lauter Nervosität vergisst er die Beckenendlage und den Kaiserschnitt zu erwähnen. Zitternd, nur in ein Handtuch gehüllt, telefoniere ich mit der Hebamme. Während des 30-sekündigen Gesprächs veratme ich eine Wehe ganz ruhig, dabei lasse meine Hüften kreisen. Das tut gut.

Der Freund ist ziemlich durch den Wind. Er wuselt planlos durch die Gegend und schafft es, mich immer genau dann anzusprechen, wenn wieder eine Wehe heranrollt. Ich teste mich und antworte auf dem Höhepunkt der Wehe. Geht. Es ist nicht schön, aber machbar. Auch das ist laut meiner Hebamme im Ernstfall anders. Bestimmt komme ich im Kreißsaal an und es hat sich nichts getan, aber ich möchte nicht mehr warten.

Wir packen die letzten Dinge, dann schicke ich den Freund los, um das Auto zu holen, damit wir die Taschen und die Babyschale nicht so weit tragen müssen. Ich ziehe mich währenddessen an und mache noch ein letztes Bild von meinem Babybauch. So richtig realisiert habe ich das alles noch nicht. Ich habe kein Zeitgefühl mehr. Irgendwann kommt der Freund zurück und berichtet von Schnee und einer spiegelglatten Fahrbahn. Ich kann es fast nicht glauben. Wir bekommen ein richtig echtes Winterbaby. Ein Schneeflöckchen!

Ich bin ganz ruhig. Als wir durch die Türe treten, umhüllt mich frische, eiskalte Luft. Ich bleibe stehen, atme tief ein. Ich nehme das Knirschen des frisch gefallenen Schnees unter meinen Stiefeln war. Ich halte die Hand des Freundes und sage: “Wenn wir zurückkommen, haben wir unser Baby. Dann sind wir Eltern!“ und muss die Tränen wegblinzeln. Der Freund verlädt das Gepäck, stellt mir den Autositz ein, ich schaffe es nicht alleine mich nach vorne zu beugen.

Wir fahren los. Die Straßen sind komplett zugeschneit, ich bitte den Freund langsam zu fahren. Sobald ich ruhiger werde, um eine Wehe zu veratmen, beginnt der Freund zu quasseln und gibt Gas. Er ist unglaublich aufgeregt. Ich versuche ihn zu beruhigen, ich versichere ihm, dass alles ok ist und er bitte langsam fahren soll. Im Radio läuft „Human“ von Rag ‚n‘ Bone Man, während ich die erste Wehe leise vertöne.

Tatsächlich habe ich mir die Wehen im Auto schlimmer vorgestellt, ich würde dennoch gerne wieder stehen und mit den Hüften schaukeln. An der Klinik angekommen, brauche ich 3 Versuche, um aus dem Auto zu steigen, weil immer eine Wehe dazwischen kommt. Auf den 200 Metern bis zum Eingang muss ich ein paar Mal stehen bleiben. Ich schicke mein „Aaaah“ in die Stille. Es ist zauberhaft.

In der Klinik fragt die Dame am Empfang, ob sie uns helfen könne. Ich lächle und antworte „Wir müssen in den Kreißsaal, wir kennen den Weg.“ Sie lächelt zurück und wünscht uns alles Gute.

In der Klinik wird gerade umgebaut. Zwischen den Lifttüren steht eine Holzwand, um die man herumlaufen muss. Man sieht leider nicht welche Türe sich öffnen wird. Zielsicher steuere ich auf die Seite zu, die sich natürlich nicht öffnet. Ich veratme gerade eine Wehe als sich die andere Tür öffnet. Der Freund erwähnt, dass wir die Seite wechseln müssen. Ich reagiere nicht. „Wir müssen rüber!“ setzt er erneut an. Meine Luft reicht nur für ein gezischtes „Wehe! … Der kommt bestimmt nochmal.“ An der Information kichert es.

Am Kreißsaal angekommen, nimmt uns eine Hebamme in Empfang. Es soll erst ein CTG geschrieben und dann noch ein Ultraschall gemacht werden. Ich verstehe nicht so recht warum, da ich ja ohnehin einen Kaiserschnitt bekomme, aber sie werden schon wissen, was sie tun. Ich bitte darum stehen bleiben zu dürfen, weil der Schmerz im Sitzen schlecht zu ertragen ist. Ich habe keine Ahnung, ob das CTG starke Wehen aufzeichnet oder nicht. Laut der Hebamme zeigt sich das Baby von den Wehen völlig unbeeindruckt. Die coole Socke! Es war auch schon beim Wendungsversuch die Ruhe selbst.

Dann kommt die Ärztin. Ich bin wahnsinnig neugierig und freue mich als sie sagt, dass sie mich gerne untersuchen würde. Ich möchte wissen, ob ich mich nur anstelle oder das Ganze etwas bewirkt. Der Muttermund ist 2-3 cm geöffnet. Ich bin sehr glücklich! Innerlich gebe ich mir ein High-Five. Es sind also doch richtige Wehen! Die Ärztin erklärt, dass noch eine Frau vor mir im OP sei, ich aber als nächstes dran komme. Sie bespricht noch einmal den Ablauf mit uns. Wir dürfen unsere Musik im OP abspielen, wenn wir möchten. Sobald das Baby entwickelt wird, werde der Vorhang abgesenkt, damit wir zusehen können. Ich frage, ob der Freund die Nabelschnur durchtrennen darf. Das gehe nicht, aber sie könnte das Baby mit der Plazenta entbinden, sodass er es auf der „Einheit“ abnabeln könne. Ich frage noch einmal nach, ob ich mein Baby auch wirklich gleich bei mir haben dürfe. „Selbstverständlich! Wenn es dem Baby gut geht, kommt es kurz auf die Einheit, wo es abgetrocknet wird. Das dauert ein paar Sekunden und dann kommt es zu Ihnen, wo es auch bleibt.“ Ich freue mich.

Ich solle noch ein bisschen CTG schreiben. Für die Untersuchung bin auch aus dem Schlauch gestiegen, beim Versuch ihn wieder anzuziehen, rollt eine Wehe heran. Die Hebamme stützt mich, eine Hand an meinem Bauch. Sie sieht mich an und sagt „Das ist eine ordentliche Wehe“, da müssen wir kein CTG mehr schreiben. Die Wehenabstände werden immer kürzer. Ich möchte auf die Toilette, das Entleeren der Blase ist schmerzhafter als die Wehen selbst. Ich ziehe das OP-Hemd an. Nach vorne offen, damit das Baby und ich sofort kuscheln können. Ich bekomme den Katheter gelegt. Ist das eklig! Ich bin überzeugt davon, mir gerade in die Hose gemacht zu haben. Die Hebamme erklärt mir, dass sich das am Anfang so anfühle.

1:30 Uhr. Wir werden alleine gelassen. Der Freund spielt den Geburtssoundtrack ab, solange wir warten. Er hält meine Hand, ich atme. Es fühlt sich so surreal an hier zu sein. Ab und zu muss ich die Wehen vertönen. Der Anästhesist, der nach der äußeren Wendung bereits das Aufklärungsgespräch durchgeführt hat, hat heute Dienst. Er ist lustig. Ich werde in den Vorbereitungsraum geschoben, der Freund wird von der Hebamme in einen anderen Raum gebracht, um sich umzuziehen.

Ich bekomme den Zugang gelegt. Dr. Sandmann erklärt mir alles ganz genau. Ich soll mich auch die Seite legen, den Rücken etwas rund machen und ganz still halten. Ich bin nervös wegen der Spinalanästhesie. Mittlerweile kommen die Wehen ununterbrochen, die Abstände sind so kurz, dass sie kaum der Rede wert sind. Ich halte meine Augen geschlossen, konzentriere mich auf meine Atmung und versuche sie zuzulassen, um nicht noch mehr zu verkrampfen, während eine Wehe nach der anderen auf mich zurollt.

Davon abgesehen bin ich einfach nur aufgeregt. Mein Rücken wird betäubt, kurz darauf spüre ich einen unangenehmen Druck im Rücken. Nach ein paar Sekunden macht sich ein warmes, kribbeliges Gefühl in meinen Beinen breit. Es breitet sich bis zu meiner Brust aus, ich spüre wie mir das Atmen etwas schwerer fällt. Die Anästhesie liegt. Der Schmerz ist einfach weg. Für den Moment genieße ich das sehr.

Irgendwann fragt Dr. Sandmann wo der Freund bleibe, ich scherze „Der bummelt bestimmt wieder.“. Alle lachen. Es herrscht eine lockere, fröhliche Atmosphäre. Währenddessen saß der Freund im Umkleideraum und wartete darauf abgeholt zu werden, er wusste nicht, dass wir auf ihn warteten. Ich bin froh als er wieder bei mir ist. Auf dem Weg in den OP erzählt mir der Freund, dass er so nervös war, dass er dreimal in dasselbe Hosenbein stieg.

Im OP stellt sich das Team vor, das finde ich richtig toll. Ich werde mit warmen Decken zugedeckt. Ich bin sehr glücklich, dass meine Arme nicht festgebunden werden. Gleich geht es los. Plötzlich taucht das Gesicht des Anästhesisten über mir auf, er fragt, ob ich nervös sei. Mein Blutdruck läge bei 180 zu irgendwas. Die Situation zeugt von Witz. Das Tuch wird vor meinen Augen gespannt, der Freund wird angewiesen auf keinen Fall aufzustehen. Sollte ihm schwindelig werden, solle er sich auf den Boden legen. Mit gedämpfter Stimme, informiert die Ärztin Dr. Sandmann darüber, das Tuch beim Entwickeln zu senken, damit wir zusehen können. Er wiegelt das ab. Ich bin genervt, dass er dem Wunsch nicht nackommen will, aber ich sage nichts. In diesem Moment ist es nicht so wichtig. Ich möchte mein Baby haben!

Der Freund hält meine Hand. Dann beginnt es zu ruckeln. Ich spüre wie ordentlich an mir gezogen und gedrückt wird. Es fühlt sich an als wolle das Kleine nicht raus. Gleich ist es soweit! Ich bekomme Sauerstoff.

Und dann geht alles ganz schnell. Noch ehe ich es sah, hörte ich mein Baby gurgeln. Ich habe nie ein schöneres Geräusch gehört. Mein Baby ist da! Die Ärztin hält das Baby über das Tuch. Ich sehe eine blutverschmierte Stupsnase. Das Profil sieht genauso aus wie auf dem Ultraschallbild! „Es ist ein Junge“, höre ich jemanden sagen. „Er ist so süß!“ ist alles was ich denken kann.

Bis zur Geburt wussten wir das Geschlecht unseres Babys nicht sicher, da mein Gynäkologe bei jedem Ultraschall etwas anderes erzählte. Bei der letzten Untersuchung vor ein paar Tagen, erzählte er noch etwas von einem Mädchen.

Der Kleine wird auf die Einheit gebracht, der Freund folgt ihm, wo er die Nabelschnur durchtrennt. Mir steigen die Tränen in die Augen, jemand tupft sie mir aus dem Augenwinkel. Ich werde gefragt wie er heißen soll. Ich tat mich mit dem Namen für einen Jungen bis zum Schluss unheimlich schwer, aber jetzt bin ich mir ganz sicher, obwohl ich ihn noch nicht einmal richtig gesehen habe. Ich antworte, gebe unserem Sohn seinen Namen.

Plötzlich wird mir furchtbar schlecht. Ich bekomme etwas gespritzt, aber es hilft nicht. Ich muss würgen. Es ist ein furchtbares Gefühl, die Übelkeit aufsteigen zu spüren und sich nicht drehen oder aufrichten zu können. Kurz darauf beruhigt sich mein Magen wieder.

Der Freund ist zurück, wir strahlen uns an, küssen uns. Er berichtet voller Stolz wie süß unser Baby sei. Und dann bekomme ich endlich mein Baby auf den Bauch gelegt. In diesem Moment hörte die Welt um mich herum auf zu existieren. Es ist unbeschreiblich. Er ist unglaublich warm und weich! Ich flüstere „Hallo, Baby!“, er schmiegt sich an mich und schläft ein. Meine Finger streichen sanft über seinen Rücken. Er ist so zart, als wäre er gar nicht richtig da. So muss sich eine Wolke anfühlen! Nur seine winzigen Hände und Füße sind ganz rau und runzlig.

Ich vergrabe meine Nase in sein Haar (so viele Haare!), atme seinen unvergleichlichen Duft ein. Er riecht ganz frisch und süß, wie ein Frühlingtag.

Da liegt es nun, dieses kleine Bündel Mensch, auf das ich so lange gewartet habe. Der Weg dahin ganz anders als erhofft, das Ergebnis unbeschreiblich.

Ich bin der glücklichste Mensch der Welt.

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Alltag 

Samstags fahren wir in die Stadt, um auf dem Markt Obst und Gemüse für die Woche zu besorgen.
Da der kleine Mann ja immer recht früh und aktuell noch vor dem Hahn in der Nachbarschaft wach wird, fahren wir ganz früh los. So ist es in der sonst so wuseligen Stadt noch gähnend leer und wir können ganz entspannt über den Markt schlendern, ohne uns durch die Menschenmassen zu drücken.

Meist ist das auch in etwa die Zeit, zu der der kleine Mann wieder müde wird. Seit einer Weile fällt es ihm schwerer in der Trage einzuschlafen. Es ist alles so furchtbar spannend. Wir hatten unseren Markteinkauf erledigt, einen Abstecher zu DM gemacht (Windeln!) und waren gerade auf dem Weg zum Auto als der kleine Mann sich aufhörte gegen die Trage zu stemmen und einschlief. Die letzten Male fuhren wir einfach Heim. Heute entdeckten wir, dass dem Freund jemand in der Tiefgarage ins Auto gefahren sein musste und weil er jetzt Ablenkung brauchte, ich Hunger hatte und das Baby schlief, schlug ich vor frühstücken zu gehen.

Das hatten wir seit der Schwangerschaft nicht mehr gemacht. Wir begaben uns also ohne Umwege direkt in das niedliche Café, bekamen den letzten Platz in einer Nische und bestellten uns ein großes Frühstück. In dem Moment wurde der kleine Mann nach viel zu kurzen 30 Minuten wach, wollte von Schlaf aber nichts mehr wissen. Ich schälte ihn aus der Trage, nahm ihn auf den Schoß, von wo aus er ganz

neugierig umher schaute.

Wir saßen also zusammen in einem Café frühstückten Croissants, Brötchen, Wurst, Käse, Aufstrich und Rührei. Ich mit Chai Latte, der Freund mit Kaffee. Und dazwischen saß unser kleiner Junge, mümmelte an Gurke und Melone herum. Als er keine Lust mehr darauf hatte, stillte ich ihn und dann machten wir uns auch schon wieder auf den Weg. Das fühlte sich so perfekt an.
Das war das erste Mal seit der Geburt, dass wir auswärts gegessen haben. Ich habe das sehr genossen!

Ich freue mich einfach riesig über diese Entwicklung, die wir gemacht haben. Ich bin viel entspannter und routinierter geworden. Wenn er wach wird, wird er eben wach. Wenn er Hunger hat, stille ich ihn. Die Nische war da natürlich schon komfortabel, aber mittlerweile klappt das diskret Stillen ganz gut.
Vor ein paar Monaten war das noch ganz weit weg. Da hätte das Baby in der Trage wahrscheinlich alles verschlafen, aber allein der Gedanke, es könnte wach werden und stillen wollen, stresste mich so, dass ich gar nicht auf die Idee kam auswärts Essen zu gehen.

Gebucht

Wir haben endlich Urlaub gebucht!

Mitte Juni sind wir damit äußerst früh dran, aber gut Ding will Weile haben. 
Freue mich Baby Meer zu zeigen.
Eigentlich wollte ich das schon im Januar erledigt haben, aber dann kam das Baby und wir waren unentschlossen. Auch, weil unser Baby Auto fahren zu hassen schien, was für all unsere Urlaubsideen ein k.o.-Kriterium war.

Unentschlossen waren wir bis vor 3 Tagen immer noch. Ich wäre unheimlich gerne in die USA geflogen, aber ich komme schlichtweg nicht dazu eine Route zu planen und da sollten wir nun wirklich langsam buchen. Außerdem weiß ich nicht so recht, ob der kleine Spatz eine Rundreise so toll finden würde.

Andere Ideen waren Mallorca mit einer Finca und Mietwagen, um das Rundreiseding im Kleunen anzutesten. Oder Italien, weil der Weg nicht so weit ist und wir ewig nicht mehr dort waren. Oder Holland. Holland und wir, das ist Liebe. Aber es ist eben nicht gleich ums Eck.

To make a long story short:
Wir fahren nach Holland!

Noch etwas zu finden, war gar nicht so leicht.
Der Traum wäre ein Häuschen direkt am Meer oder mit Garten gewesen, aber das ist leider viel zu teuer oder wir zu spät dran. Irgendwann!
Außerdem möchte ich nicht 800 km fahren und eine gute Ausgangslage für Städtetrips nach Amsterdam und Den Haag haben.
Am Ende haben wir eine hübsche Wohnung gefundeb, die nur 5 Minuten zu Fuß vom Meer entfernt ist. Alles, was man so braucht, gibt es drumherum und sogar ein Streichelzoo und ein Schwimmbad sind ganz in der Nähe. Perfekt!

Ich freue mich so unheimlich darauf dem kleinen Mann das Meer zu zegen. Unser erster Urlaub als Familie. 💙

Vor der Autofahrt habe ich Respekt und ich weiß auch noch nicht wie wir all den Kram in mein kleines Auto bekommen wollen, allein die Menge an Kleidung dürfte beachtlich sein, schließlich muss man im September auf jedes Wetter vorbereiten, aber mit meinen Tetris-Skills wird das schon irgendwie klappen.

And so the adventure begins

Am Sonntag, an ET+2, erblickte unser Sohn um 2:40 Uhr das Licht der Welt. Sein erstes Gurgeln werde ich nie vergessen, ab da war es um mich geschehen.

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten sind wir nun endlich Zuhause. Es geht uns gut. Wir brauchen noch etwas Zeit, um anzukommen und genießen unsere kleine Blase sehr.

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Unser Leben Kopf und alles dreht sich nur noch um ihn.
Ich habe so viel zu erzählen. Aber ich kann (und will) mich nicht von ihm losreißen. Ich kann einfach nicht aufhören ihn zu bestaunen. Er ist perfekt. Jede kleine Hautfalte, jedes Blinzeln. Er ist so warm und weich. Sein Blick so intensiv. Seine Geräusche und das Engelslächeln, das manchmal über seine Lippen huscht, lassen mein Herz überquellen.
Ich, nein, wir sind unglaublich verliebt.

Aus dem Bauch. Mitten ins Herz.

Happy birthday, Babybär! ♡

Ich habe gelogen!

In den letzten Jahren habe ich über Blogs und Twitter einige Schwangerschaften miterlebt. Immer wieder las ich von genervten Schwangeren und „Ist das Baby schon da?“-Anrufen.
Um der Sache aus dem Weg zu gehen oder in der Hoffnung, das Ganze zumindest ein bisschen heraus zu zögern, beschloss ich zu lügen.

Ich sprach mit dem Freund darüber und schon bald verbreiteten wir die frohe Kunde, dass wir „Ende Januar“ Nachwuchs erwarten. Wie sich nun aber herausstellte, scheint das keine befriedigende Auskunft zu sein. Immer wieder wird nach dem genauen Entbindungstermin gefragt.
Zugegeben, der ist auch echt toll, aber die meisten Babys halten sich ja sowieso nicht dran, warum soll ich mir also zusätzlichen Stress durch Kontrollnachrichten machen?! Ich erkläre dann gerne, dass wir den für uns behalten wollen, weil er ohnehin nicht von Belang ist. Das stößt nicht auf besonders viel Verständnis. Man müsse ja planen. Ich weiß zwar nicht genau was, denn Fakt ist, auch mit dem genauen ET kann man nichts planen (und ich möchte auch nicht, dass irgendetwas geplant wird). Aber das ändert nichts an dem gesteigerten Interesse an konkreten Zahlen.

Gelegentlich werden Versuche unternommen, mich mit Fragen zur Woche oder dem Monat oder dem Mutterschutz aus der Reserve zu locken, aber ich bin ja nicht auf den Kopf gefallen. Wenn ich irgendwann keine Lust mehr haben sollte, nenne ich eben einfach einen fiktiven ET (als wäre der ET das nicht im Grunde eh schon). ;-)

Weihnachten 2011

Weihnachten war richtig schön.

Heilig Abend verbrachten der Freund und ich ganz entspannt zu zweit.
Wir lümmelten lange herum. Kochten spät und aßen noch später. Das Menü, besser das Dessert hat mich ja einige Nerven gekostet. Hat sich aber gelohnt, denn es war super lecker! Wir haben uns schlussendlich für das entschieden:

Feldsalat mit gerösteten Walnüssen und Speck
***
Rumpsteak mit Bohnen im Speckmantel und Kroketten
***
SpekulatiusWalnussparfait mit heißen Kirschen und Vanillesoße

Zwischen Hauptgang und Dessert gab es die Bescherung. Unter anderem habe ich ein Moleskine bekommen, dass ich mir sehr gewünscht habe. Danach kuschelten wir uns aufs Sofa, schauten einen Film und ließen den Abend genauso entspannt ausklingen wie er anfing.

Die Feiertage nutzten der Freund und ich dann, die Familie zu besuchen.
Weihnachten war so schön, aber viel zu kurz, um all den lieben Menschen gerecht zu werden.
Ich wollte doch zusätzlich zur Familie, unbedingt bei meiner Patentante und der besten Freundin vorbei schauen. Viel zu lange habe ich sie schon nicht mehr gesehen.

Die Zeit verging viel zu schnell und war auch viel zu kurz. Für nächstes Jahr müssen wir unbedingt eine andere Lösung finden und alles besser verteilen. So artete es ein wenig in Stress aus. Lag wohl aber auch daran, dass der Freund krank war und gerne wieder nach Hause wollte.

Aber es reichte für schöne Momente. Leuchtende Kinderaugen und aufgeregte Erzählungen davon, was das Christkind alles gebracht hat. Für nettes Beisammen sein. Gutes Essen. Super Geschenke. Ich schwebe im Bücherhimmel! Und die tolle Wärmflasche im hübschen Kleid, wurde auch schon eingeweiht.

Rundherum ein gelungenes Fest.
So darf es bitte jedes Jahr sein.

Familiendinge

Das war der schönste Geburtstag seit Jahren.

Die Sonne schien. Ich fühlte mich in meiner Haut pudelwohl, hatte bombastische Laune.
Dazu kamen die vielen Glückwünsche – über jeden einzelnen habe ich mich riesig gefreut.
Schon morgens saß da ein schiefes Grinsen in meinem Gesicht, das mich den ganzen Tag begleitete.

Aber was den Tag perfekt gemacht hat, waren meine Gäste.

In unserer Familie sind solche Feiern nicht gerade üblich.
Oma und Opa laden jedes Jahr zu Kaffee und Kuchen, aber der Rest nicht.
Es ist natürlich keiner dazu verpflichtet, aber ich finde es schon schade.

Als ich noch klein war – also im Kindergarten- und Grundschulalter gab es immer einen Tag an dem die Familie&Verwandte zu Kaffee und Kuchen kamen und einen Tag, an dem dann die Kindergeburtstagsfeier stattfand.
Auch gab es da noch die traditionellen Kaffees an den Geburtstagen meiner Eltern, oder das gemeinsame Essen am zweiten Weihnachtsfeiertag.
Mit dem Realschulalter wichen die Familienfeiern den Feiern mit Freunden.
Wahrscheinlich hatte auch ich keine Lust mehr drauf. Ich weiß es nicht mehr, aber auch meinen Eltern schien es nicht mehr wichtig zu sein.
Sie stellten ihre eigenen Geburtstagsfeiern ein.
Das letzte gemeinsame Weihnachtsessen gab es vor 14 Jahren.

In meiner Teeniezeit hatte ich selbst nicht viel Interesse daran. Wichtiger waren die Feiern mit den Freunden. Was ich im Nachhinein sehr schade finde.

Ich weiß schon lange, dass ich auf jeden Fall selbst eine Familie möchte und gerade in den letzten Jahren ist mir immer bewusster geworden, dass ich diese Menschen – meine Familie um mich herum haben will und dass ich es sehr traurig finde, dass alles so zerrissen ist.

Ich bin kein Fan von riiiiieeeesigen Familienfeten und muss auch nicht alle zwei Tage bei Oma&Opa sitzen, aber ich sehe immer wieder in der Familie des Freundes, wie schön es ist zumindest den Teil mit dem man zu tun hat, gelegentlich um sich herum zu haben.

So stand es für mich außer Frage, dass ich meinen Geburtstag feiern würde.
Mit Kaffee und Kuchen. Und all den Menschen, die mir am Herzen liegen.
Und es war so schön! Stressig und anstrengend, aber super schön!
Mit ganz viel Lachen und Herzenswärme.

Und während ich vorhin das Chaos beseitigte, musste ich noch immer in mich herein lächeln.
Ja, ich brauche das.

Meine Familie ❤

Veränderungen

In den letzten Jahren hab ich mich sehr verändert.
Ich bin ruhiger geworden. Gesetzter.
Wo ich mit 18 noch ausgiebig bis in die Morgenstunden feierte und Achterbahnen und
Horrorfilme liebte, steht mir der Sinn eher nach Spielabenden mit Freunden oder nach
fernsehen.

Ja, ich gehe auch mal weg, aber im Vergleich zu früher, ist das gar nicht der Rede wert.
Ich genieße es, mich stundenlang zu unterhalten und das ohne ohrenbetäubende Bässe
im „Hintergrund“.
Ich finde es schön, meine Wochenenden zu Hause zu verbringen und es bedeutet keinen
Weltuntergang mehr, wenn ich Freitagabend noch nichts vorhabe.

Am 1. November, war ich mit meiner Patentante und ihrer Familie (♥) im Europa Park (an
alle, die noch nie dort waren: Es ist wunderschön und lohnt sich auf jeden Fall!).
Ein wunderschöner Tag war das, der mit einem Kurzkonzert von DJ Bobo seinen Abschluss
fand! Lacht nicht, ich find den echt toll!!!

Aber auf was ich eigentlich hinaus will ist, dass ich ein unglaublicher Angsthase geworden
bin.
Wo ich noch vor zwei Jahren jede nur erdenkliche Achterbahn – außer der Silverstar
(Teufelsding!)– gefahren bin, bekam ich schon beim bloßen Anblick Schweißausbrüche.
Und selbst die Kinderachterbahn Pegasus bereitete mir einen Moment der Atemlosigkeit.

Dabei mag ich das doch eigentlich.
Ok, wenn die Bahn zu hoch ist, dann ist sie bei mir unten durch, aber an sich mag ich das
doch.
Nur eben in den letzten Jahren hat sich das geändert.

Auch Horrorfilme.. Früher heiß und innig geliebt. Verschlungen. Heute kann ich dem nicht
mehr viel abgewinnen. Aber immerhin sind mir die Thriller geblieben!

Ich bin auch viel emotionaler geworden.

Wo früher „Der König der Löwen“ und „Bambi“ die Tränenkanäle öffneten (Ist übrigens nach wie
vor so!), muss ich mir inzwischen ständig Tränchen verkneifen. Es ist jetzt nicht so, dass ich
die totale Heulsuse bin. Meist kann ich mich irgendwie zurückhalten, wenn andere Menschen
im Raum sind. ;o)
Aber diese „Schnell-Tränen-Wegblinzeln“-Momente sind deutlich mehr geworden.

So laufen mir bei der Diakonie-Werbung die Tränen in Sturzbächen die Wangen hinunter.
Aber oft sind es eben auch diese Freudentränen, die ich früher nicht kannte.

Auch hat Familie einen höheren Stellenwert.
Ich war immer viel von zu Hause weg. Fühlte mich zu Hause auch nicht besonders wohl.
Aber das hat sich geändert. Grundlegend.
Das hängt vermutlich auch mit dem ausgeprägten Kinderwunsch zusammen.

Meine Familie ist mir (bewusst) sehr wichtig geworden. Es ist mir wichtig regelmäßig Kontakt zu haben.
Familie ist das wichtigste im Leben. Früher sah ich das nicht so.

Veränderungen sind also nicht immer schlecht.

Ja, ich habe mich verändert. Aber das ist gut so!