#MakingMemories

Du läufst durch das Wasser, mit jedem Schritt spritzt du es vor dir her. Du hast so viel Freude daran und läufst noch ein kleines bisschen schneller. Wasser ist dein Element. Du wirst nicht müde, deinen Eimer zu füllen und wieder auszukippen. Dazwischen beobachtest du die anderen Kinder, die genauso viel Spaß haben wie du.

Du sitzt auf meinem Schoß. Eingemummelt in deinen Badeponcho, kuschelst du dich an mich. Ich spüre deine Wärme und du lehnst deinen Kopf an meine Schulter. Es riecht nach Chlor, Pommes und Sonne. Du mümmelst hingebungsvoll an der Wassermelone und stippst zwischendurch deine Brezel in den Quark. Es interessiert nicht, dass du Ohr zu Ohr verschmiert bist, denn du strahlst und das ist alles, was ich gerade sehe.

Das ist der Stoff aus dem Erinnerungen sind. Das, was ich mit dir erlebe, erinnert mich an meine Kindheit und ich wünsche mir, dass es auch deine werden.

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Vom Reisen und Erinnern

Es ist nun schon über ein Jahr her, dass wir in die USA reisten und doch kehren meine Gedanken immer wieder zurück. Reisen noch einmal an diese wunderbaren Orte und lassen mich das Erlebte immer wieder nachempfinden.
Ich vermisse die USA. Ich habe große Sehnsucht und Lust wieder in dieses atemberaubende Land zu reisen und noch mehr zu sehen.
Aber ich habe auch viel aus diesem Urlaub mitgenommen.

Dieser Urlaub hat etwas mit mir gemacht. Er hat mich verändert.
Er hat mit Sicherheit und Gewissheit gegeben. Ich habe mich und meine Grenzen besser kennengelernt. Ich weiß das Schöne im Leben wieder mehr zu schätzen.

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich vorher das letzte Mal lachend durch den Regen lief. Ich wanderte trotz Höhenangst an schmalen Wegen entlang, traute mich aber nicht an den Rand des Grand Canyon. Ich fürchte mich nach wie vor vor Höhe, aber wilde Tiere machen mir nichts aus. Ich habe gelernt mich selbst zu halten, bin Achterbahn gefahren und hatte viel Spaß dabei.

Ich möchte mit die zu Leichtigkeit und Gelassenheit erhalten, die die Amerikaner oft austrahlten. Das Leben nehmen wie es ist und in allem das Gute zusehen. Mehr Lächeln, weniger Meckern. Geniessen, was man hat, solange es geht.

Auch Regenwolken können schön sein. Das Leben mit all seinen Facetten zu schätzen wissen, das ist die Kunst.

Ich bin mutiger als ich mich selbst eingeschätzt hätte. Ich weiß nun einmal mehr, dass mir die Höhe Angst macht, ich mich aber beruhigen kann. Dass ich die Wüste liebe. Die Ruhe, die dort herrscht ist magisch. Es gibt keine Zeit. Dort war ich ich. Mehr nicht. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so eins mit mir war.

Diese Reise hat mein Herz überflutet. Sie lässt mich ehrfürchtig und dankbar auf mein Leben blicken und einmal mehr kann ich es nicht fassen, was ich in meinem Leben alles schon erleben durfte.

Nicht nur für mich hat dich viel verändert. Auch unsere Beziehung ist an dieser Reise gewachsen und hat sich weiter gefestigt.
Wir mussten und können uns blind aufeinander verlassen. Ich hatte Respekt vor 4 Wochen ohne Ausweichmöglichkeit.

Ich gestehe, dass ich überrascht war, wie gut wir uns verstanden. Wie reibungslos all das verlief und wie gut wir aufeinander abgestimmt sind.
Wir haben viel erlebt, miteinander geschwiegen ohne dass es sich schlecht anfühlte.
Wir waren befreit von alltäglichen Zwängen und das merkte man auch. Wir erlebten, zeigten uns wie kleine Kinder die Welt, staunten zusammen um die Wette. Und wir lachten. So viel und so lange bis die Tränen kamen.

Es war eine traumhafte Zeit. Sie hat mich viel gelehrt. Und ich bin so dankbar, dass ich das erleben durfte und all das noch immer im Herzen trage. Ich hoffe, dass ich mir diese Gefühle auch weiterhin bewahren kann.

Vergangenheit

Heute trauere ich ein wenig den guten alten Zeiten nach.
Ich schwelge in Erinnerungen, erlebe die Dinge noch einmal. Genieße es und frage mich, wo ich wäre und wer ich wäre, wenn es einen anderen Verlauf genommen hätte.

Manchmal muss ich schmunzeln oder den Kopf schütteln, wie man früher war. Manches hinterlässt aber auch einen faden Beigeschmack oder die Trauer streift mich, während die glückliche Erinnerung an mir vorbeizieht. Gewisse Phasen meines Lebens blende ich aus, da es dort nur wenig Gutes zu finden gibt.

Mir fällt auf, dass ich ohne Wut bin. Ich betrachte die Dinge aus der Vogelperspektive. Ich sehe, wie die Dinge verlaufen sind und wie ich hierher kam. Natürlich gab es einige nicht so schöne und auch richtig hässliche Erlebnisse, aber ich nehme sie wie sie sind. Ich kann nichts daran ändern, ob ich will oder nicht. Ich habe keine Wahl. Aber ich habe meinen Frieden damit gemacht. Oder zumindest so manches Gefühl abgeschüttelt. Übrig bleibt der Blick zurück, das Lächeln und ein Hauch von Traurigkeit darüber, dass diese schönen Erinnerungen hinter mir liegen.

Aber ich sollte den Blick nach vorne richten anstatt den Kopf in die Vergangenheit zu stecken.

Man kann die Vergangenheit nicht ändern. Aber ich kann im Hier und Jetzt leben. Das Leben genießen und hoffen, dass auch die Zukunft Dinge für mich bereithält, an die ich mich irgendwann mit einem Lächeln erinnern werde.

Erinnerungen.

Ich sitze nichtsahnend im Auto, höre Radio. Heute ein anderer Sender, denn der übliche geht mir mit seinem Einheitsbrei gewaltig auf den Zeiger.

Ein neues Lied beginnt. Und schon beim ersten Ton breitet sich ein Grinsen in meinem Gesicht aus. „I want it that way“ von den Backstreet Boys. Ich hole Luft, und singe lauthals mit. Schräg wie eh und je.
Dabei überrollt mich eine Welle von Erinnerungen. Bereitwillig tauche ich ab.

Ich erinnere mich wie ich mit einem Mädchen auf ihrem Bett sitze.
Sie ist meine zweite Hälfte. Wie Pech und Schwefel waren wir.

Gemeinsam saßen wir in ihrem Zimmer und sangen mit den Backstreet Boys und DJ Bobo um die Wette.
Und auch, wenn ich nie ein Fan von diesen Jungs war, so fand ich die Musik doch toll.

Es war eine spannende Zeit, so zwischen Alice im Wunderland und Lippenstift.
(noch heute warte ich auf das Erscheinen der Grinsekatze, wenn ich einen sichelförmigen Mond sehe!).
Zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt.
Hormongebeutelt wie wir waren, ging schon das ein oder andere Mal die Welt unter.
Aber immer war die Eine da, um die Andere aufzufangen. Um sie bei der Hand zu nehmen und einen anderen Weg zu zeigen.

Manchmal vermisse ich diese Zeit, in der man von einem Tag zum nächsten lebte.
Als man sich vielsagende Blicke zuwarf, während man hinter dem Rücken die Hand eines Jungen hielt.
Als wir den ganzen nachmittag im Schwimmbad lagen und quatschten.

Wir verbrachten eine wundervolle Zeit miteinander.
So viele erste Male. Das erste Mal bei einer Freundin übernachten.
Der erste Horrorfilm. Das erste „Konzert“ (zur Erklärung: es war ein Auftritt der No Angels bei der SWR 3 Dance Night. Und wir fanden es geil!)
Der erste Freund. Der erste Liebeskummer.
Sie war überall dabei.

Ich vermisse die Zeit, in der ich einfach so zu ihr ging und wir den Nachmittag miteinander verbrachten.
Heute trennen uns 100 km.

Ich bin dankbar solch einen Menschen zu kennen. Solche Erinnerungen in mir tragen zu können. Zu konservieren.

Auch, wenn wir uns aus verschiedensten Gründen eine Weile aus den Augen verloren hatten, so war sie immer da. Immer anwesend.

Seit ein paar Jahren ist sie wieder Teil meines Lebens. Körperlich. Gefühlt war sie es immer. Und auch, wenn wir uns verändert haben, so sind wir uns im Herzen noch gleich.
Es ist ein wunderbares Gefühl zu wissen, dass weitere Erinnerungen kommen werden. Andere, aber nicht weniger gut.

Schwester im Herzen.

Ich tauche auf. Lecke die letzten Erinnerungskrümel von den Lippen.
Ich lächle.
Heute ist ein guter Tag!