Wa-Wa!

Der kleine Mann legt eine ziemlich rasante Entwicklung hin. Damit meine ich nicht, dass er unsere Steuererklärung macht, sondern dass ich täglich darüber staune, was er schon kann und versteht.

Ganz oft bin ich einfach nur baff und muss mir ins Gedächtnis rufen, dass er eben nicht mehr miniminiklein ist.

Er pflegt seine eigenen Rituale, so muss beim Verlassen der KiTa immer der Gabionenzaun angefasst werden. Außerdem werden jeden Morgen ganz aufgeregt die Störche auf dem Kirchturm mit dem Babyzeichen für Vogel begrüßt.

Tiere findet er unheimlich spannend. Er zeigt mit tragenden Blick auf ein Tier, ich erzähle wie es heißt inklusive Tiergeräusch. Oft versucht er es nachzuahmen. Was er mittlerweile perfekt beherrscht ist der Tiger. Der ist namluch auf seinen Windeln drauf. Da wird ganz wild gefaucht. Das ist zu niedlich.

Heute waren wir einkaufen. Auf dem Weg zum Eingang liegen wir durch die Autoreihen, der Kleine in der Trage. Er sah sich um und fauchte. Ich sah in den Himmel, weil ich dachte, er meine die Vögel (obwohl er ganz genau weiß,was Vögel sind und wie sie machen), erklärte ihm, dass da gar keine Vögel zu sehen sind. Und kaum hatte ich das ausgesprochen, fiel mein Blick auf ein Auto und da wusste ich, warum der kleine Mann gefaucht hatte.

Da saß ein orangener sibirischer Husky im Kofferraum. Für den Kleinen, der bisher nur den von der Windel kennt, war das ganz eindeutig ein Tiger. Ich erklärte ihm ziemlich baff (weil ich wirklich ganz erstaunt von der Verknüpfung war) und breit grinsend (weil unfassbar niedlich), dass dass kein Tiger, sondern ein Hund sei, worauf der Kleine ganz geschäftig nickte und „Wa-wa!“ wiederholte. ❤

Wann ist er nur so groß geworden?!

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Weiter geht’s!

Es geht weiter. Inzwischen sind nun zwei weitere Wochen der Eingewöhnung vergangen. Zeit für ein kleines Update.

Die erste Woche verbrachte ich wieder zusammen mit dem Kleinen in der Gruppe. Ich erzählte ja schon, dass der kleine Mann sich am ersten Tag etwas schwer tat und sich nicht so recht lösen wollte.
Mir brach das ein kleines bisschen das Herz. Nach einigen Minuten sammelte er seinen Mut und zog dann doch wieder los, aber ich spürte sein Zögern und sah seine Blicke, die sich immer wieder versicherten, dass ich auch wirklich in der Nähe bin. Das kannte ich bisher nicht in diesem Umfang. Und es machte mir schmerzlich bewusst, was wir in der Woche zuvor kaputt gemacht hatten. Weil nicht offen kommuniziert wurde, weil wir dachten er sei schon weiter und weil, als ich es mir erstmals dachte, dass es so nichts wird, ich nicht auf mein Bauchgefühl gehört und bestanden habe, sondern auf die Erzieherinnen hörte. Das soll kein Vorwurf sein, sie sind die mit der Erfahrung und es hätte ja klappen können. Aber es zeigt mir eben, dass ich mein Kind am besten kenne. Das lässt sich nun nicht mehr ändern.

Aber es sind nun alles sehr bedacht, den Kleinen ruhig ankommen zu lassen. Hinter dem breiten, frechen Grinsen und dem Schalk im Nacken, steckt eben auch ein sensibler Kern. Jeden Tag taute der Kleine wieder ein bisschen mehr auf. Er zog früher los und größere Kreise, suchte weniger Blickkontakt. An einem Tag konnte ich ihn nicht begleiten, dort übernahm der Freund und das klappte ganz wunderbar. Da zog der Kleine sogar direkt los. Er nahm immer mehr Kontakt mit seiner neuen Bezugserzieherin auf und genießt es sichtlich sich von ihr begleiten zu lassen.

Diese Woche fand die erste Trennung statt. Nach 20 Minuten holte ich einen kleinen Mann ab, der geweint hatte, sich aber beruhigen ließ. Die Erzieherinnen hatten beschlossen, dass so ein guter Abschluss wäre, weil er nicht in Tränen aufgelöst abgeholt wird. Am Tag darauf blieb er schon 45 Minuten und jetzt zum Ende der Woche schon wieder eine Stunde. Sobald ich die Gruppe betrete und seinen Namen rufe, schenkt er mir sein bezauberndes Lächeln. Manchmal kommt er aufgeregt auf mich zu gekrabbelt, aber oft zeigt er mir, was er gerade Tolles zum Spielen hat und widmet sich dieser Sache dann wieder. Das macht mich sehr glücklich!

Nur das Abgeben, das fällt mir schwer. Ich gehe jeden Morgen ganz positiv gestimmt mit ihm in die Gruppe. Schon in der Garderobe zeigt er mit spitzem Zeigefinger, begleitet von „Da! Da!“-Rufen, auf den Gruppenraum. Auch wenn wir ihn betreten ist alles super, aber sobald ich mich verabschiede, ich ihn absetzen oder der Erzieherin geben möchte, klammert er sich an mich. Das ist der Moment, an dem auch ich innerlich versteife. Das ist doof, denn das merkt er natürlich, aber ich weiß auch, dass ein langer Abschied eben auch nichts bringen würde. Ich übergebe ihn dann und manchmal sehe ich noch die zuckenden Mundwinkel wenn ich gehe. Herzbruch!
Aber ich höre ihn nie weinen! Seine Erzieherin nimmt ihn sofort an sich, geht mit ihm in die Sandkiste oder begleitet den Abschiedsschmerz. Jeden Tan versichert sie mir, dass es sich nur um Sekunden handelte. Abschiedsschmerz eben und das sei völlig in Ordnung und normal.

Das weiß ich auch, aber bisher war es eben nicht so. Da konnte er es kaum erwarten, dass er spielen konnte. Seitdem sind natürlich auch schon ein paar Wochen vergangen, er hat sich weiterentwickelt. Vielleicht wäre dieser Punkt auch bei der anderen Erzieherin gekommen, wer weiß das schon.
Ich freue mich jedenfalls, dass sich der Kleine wieder gefangen hat und gerne in die KiTa geht.

12 Monate Januarbaby

Mein Räuberkind,

du bist heute 12 Monate alt. Ein Jahr! Ist das zu fassen?!

Gestern erst lagst du noch nackt auf meiner Brust und heute tobst du durch unser Leben.
Ich kann mir ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen.

Es fällt mir schwer diesen Bericht zu schreiben, alles einzufangen, was dich ausmacht. Dich noch ein bisschen größer werden zu lassen. Du bist so viel mehr als deine Fähigkeiten. Dein Wesen zu erfassen erscheint mir schier unmöglich, du bist so facettenreich.
Und auch wenn ich versuche all deine Entwicklungsschritte und Eigenheiten zu erfassen und festzuhalten, bleibt es doch nur ein Versuch. Es sind die Feinheiten, die dich ausmachen.

Du bist nun offiziell ein Kleinkind. Inoffiziell bist du schon lange kein Baby mehr, für mich und mein Herz wirst du das aber wohl für immer bleiben.
Ich staune jeden Tag über dich. Du bist so groß geworden!

Du wiegst knapp 9,5 kg und bist 74 cm groß. Du trägst Größe 74. Obenrum ist es teilweise auch noch eine 68, während du an den Beinen auch schon gelegentlich Größe 80 trägst. Du hast die schönsten blauen Augen und eine blonde Stubbelmähne. Die Zotteln reichen dir bis ins Gesicht, aber noch bringe ich es nicht übers Herz dir die Haare zu schneiden. Wir bürsten sie dir deshalb immer in deinen natürlichen Seitenscheitel.
Soviel zu den körperlichen Gegebenheiten.

Es sind die kleinen Dinge, die mich staunen lassen. Du bist so selbstständig geworden. Du schnappst deinen Trinkbecher, so selbstverständlich als hättest du nie etwas anderes getan. Wie du deine Umwelt wahrnimmst, wie verständig du schon bist! Das überrascht mich wirklich immer wieder! Als ich dich vor kurzem fragte, ob du müde bist, riebst du dir die Augen. Ich erwiderte, dass du ja schon mal ins Schlafzimmer gehen könntest, da krabbeltest du los, schobst die Tür auf (das machst du sehr gerne!) und wartetest vor dem Bett auf mich. Ich hab vielleicht Bauklötze gestaunt! Du hast „Füße zuerst!“ verinnerlicht und kletterst selbstständig vom Bett, aber nur, wenn ich dabei bin. Sonst wartest du und rufst mich.
Deine Nachtschlaffunktion ist kaputt. Du gehst gegen 19 Uhr ins Bett. Entweder wachst du sehr früh auf oder du bist nachts 1-2 Stunden wach. Es gab wirklich wenige gute Nächte in diesem Lebensmonat, die waren dafür richtig, richtig super! Einmal schliefst du 8 Stunden! Leider war das die große Ausnahme. Das ist aber vielleicht auch deiner Entwicklung geschuldet. Ich kann dir richtig zusehen, wie du dazu lernst.
Die Abstände zwischen deinen Schläfchen werden immer größer. Schläfst du morgens „länger“, kann es sein, dass du auch mit nur einem Schläfchen über den Tag kommst. Meist hängst du dann ab 17 Uhr in den Seilen, hinlegen ist dann aber auch keine Option. Du feilst da noch dran. Ich habe Hoffnung, dass sich da wieder einpendelt.

Du schläfst gerne auf dem Bauch. Seit neuestem ziehst du dabei deine Beinchen an dich heran und streckst den Po in die Luft. Oder du schläfst alle Viere weit von dir gestreckt unter meiner Decke, nachdem wir – wie immer zum Einschlafen– ausgiebig gekuschelt und gestillt haben. Das ist meist der ruhigste Schlaf.

Du krabbelst! Ich habe ehrlich gesagt nicht mehr damit gerechnet, nachdem du nach deinen ersten Tappsern sämtliche Krabbelversuche wieder eingestellt hattest. Plötzlich unternahmst du dann aber doch ein paar Versuche und seit du erkanntest, dass du damit noch schneller vorwärts kommst, machst du nichts anderes mehr.
Bei jeder erdenklichen Gelegenheit stellst du dich hin und hangelst dich an den Möbeln entlang. Mittlerweile machst du das sehr souverän. Du versuchst auch größere Lücken zu überbrücken, manchmal löst du dabei für den Hauch einer Sekunde beide Hände. Sobald du das merkst, klammerst du dich sofort wieder an deine Laufhilfe. Du setzt dich aus dem Stand wieder hin, indem du dich auf die Knie fallen lässt. Verlierst du das doch das Gleichgewicht, was wirklich selten vorkommt, rollst du dich mit einer gekonnten Bewegung über die Schulter ab oder fängst dich auf.

Dass du noch nicht frei stehen kannst, hält dich aber nicht davor ab erste Kletterversuche zu unternehmen. Du liebst den Nervenkitzel! Ich für meinen Teil bekomme einen kleinen Herzanfall, wenn ich sehe wie du auf deine Wippe kletterst, hinstellst und freihändig an sie angelehnt versuchst irgendwelche Dinge zu erreichen. Ist dein Ziel zu weit entfernt, versuchst du noch ein paar Zentimeter rauszuholen, indem du dich auf die Zehenspitzen stellst und ganz lang machst.

Du wirfst den Ball und flitzt hinterher, so kannst du dich eine ganze Weile beschäftigen. Rollt er dabei unter das Sofa, legst du dich ganz flach hin und schaust darunter, statt dich fragend umzusehen wie bisher. Aber auch mit deinem Motorikwürfel, der Waschmaschine oder leeren Wasserflaschen kannst du dir ausgiebig die Zeit vertreiben. Du kletterst in jede Kiste und den Wäschekorb und lässt dich darin durch die Gegend ziehen. Dabei grinst du wie ein Schneekönig und brabbelst aufgeregt vor dich hin.

Du bist sehr gesprächig und kannst dich wirklich gut verständigen. Du sagst „Mamamama“ und meinst mich. Und du sagst „nai“.
Neben dem hohen „dadada“, mit dem du dich durch die Wohnung bewegst, hast du auch die tiefen Töne entdeckt und erkundest sie voller Hingabe. Dein mit innen gerichtetem Ton gebrummtes „Wawawa“ mit ganz breitem Mund und geschäftigem Gesicht, das dich wie ein kleines Murlock klingen lässt, ist dabei dein Favorit.
Du zeigst mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf etwas, rufst „Da!“ oder siehst mich fragend an.
Ich erkläre dir dann, was du siehst, was du dann ganz leise vor dich hinmurmelnd in deiner bezaubernden Sprache wiederholst. Neulich war es „oben“ und „unten“, das mit „dat“ und „dadadat“ immer und immer wieder hochkonzentriert wiederholt und mit Gesten untermalt wurde. Du glaubst gar nicht, wie sehr es mich fasziniert dich beim Lernen zu beobachten.

Neben deinem Fingerzeig, schüttelst du ganz vehement den Kopf, wenn du etwas nicht willst. Dabei fliegen deine Haare wild hin. Du glaubst gar nicht, wie putzig das aussieht! Passt dir etwas ganz und gar nicht oder ich verstehe nicht schnell genug, kannst du auch sehr ungehalten werden. Du schimpfst dann wie ein kleiner Rohrspatz mit mir, ziehst die Nase kraus, formst eine Schnute und ziehst entrüstet die Augenbrauen zusammen. Richtig wütend, schüttelst du deine Fäustchen.

Du isst fast alles, was man dir zu Essen gibt. Du liebst den Linsencurryaufstrich, Erdnussmus und Frischkäse mit Obstmus. Heidelbeeren, Naturjoghurt, Mozzarella, Brokkoli, Karotten und Schmetterlingsnudeln. Wurst und Käse werden augenblicklich vom Brot gefummelt und zuerst verspeist, Aufstrich leckst du ab. Manchmal isst du das Brot mit, oft wirfst du es dann auf deinen Teller oder streckst es mir hin. Halte ich das Brot und lasse dich abbeißen, isst du es fast immer komplett auf. Du teilst dein Essen mit uns.

Die Mengen, die dabei in deinem Magen landen, werden immer größer und sind nun bei nennenswerten Größe angelangt. Ich habe aber auch das Gefühl, dass du neben dem Einschlafstillen öfter und expliziter Milch einforderst. Da reißt du plötzlich wie verrückt an deinem Lätzchen, drehst den Kopf weg und stemmst dich gegen deinen Stuhl bis ich dich rausnehme. Stille ich dich dann, trinkst du ganz gierig und zeigst dabei das Babyzeichen für „Milch“. Ich finde es wirklich beeindruckend wie kompetent du bist.

Du fremdelst nicht und hast es bisher auch nicht getan. Im Gegenteil bist du sehr kontaktfreudig. Du bist sicherer und selbstbewusster geworden. Zwischen anderen Kindern bewegst du dich völlig selbstverständlich. Du versicherst dich mit einem kurzen Blick, ob ich noch da bin, setzt dann aber deine Erkundungstour fort. Zwischendurch kommst du angeflitzt, kletterst auf meinen Schoß und schmiegst dich an, um in Windeseile deinen Akku aufzuladen und weiterzumachen.
Zuhause bist du gerne bei mir. Eigentlich verfolgst du mich überall hin und fühlst dich am wohlsten, wenn du auf meinem Arm sein kannst oder ich neben dir auf deiner Spieldecke sitze.

Du kleiner Mensch, du machst mich unheimlich glücklich. Alles an dir fasziniert mich.
Ich wünschte, du könntest dich durch meine Augen sehen und diese Emotionen fühlen, die durch meinen Körper rauschen, wenn ich dich beobachte. Du bist das Glück in seiner reinsten Form.

Es ist so schön, dass du da bist.

Ich liebe dich!

Vorgeburtstagscheckup

Letzte Woche war es nun wieder soweit. Die u6 und damit die letzte Untersuchung im ersten Lebensjahr stand an.

Ich war schon richtig neugierig darauf wie sehr der Kleine gewachsen sein würde. Diese Neugier wurde auch gleich zu Beginn gestillt.
Der gar nicht mehr so kleine Mann ist nun 74 cm groß und 9.460g schwer. Damit hat er seit Bewegung in das Kind kam 400g zugenommen, was aber völlig in Ordnung ist. Und auch der Kopf ist ein bisschen gewachsen und hat nun einen Umfang von 45,5 cm.

Während wir auf den Kinderarzt warteten füllte ich noch einen Fragebogen darüber aus, was der Kleine so kann und beantwortete die Fragen der Arzthelferin zum Stillen und sonstigen Dingen. Das war insoweit nichts besonderes. Allerdings sollte ich mir merken, gerade was das Stillen und die Beikost angeht, einfach mal zu schwindeln. Dann erspare ich mir nämlich Ratschläge nach der Art „Stillen Sie einfach 2-3 Tage nicht, dann fangen die Kinder meistens an ordentlich zu essen.“ Ich lache immer noch. In diesem Fall, war ich gar nicht böse, denn es war freundlich formuliert und sie meinte, wenn ich an der Situation etwas ändern wolle, könne ich es so machen.
Ein paar Tage gar nicht stillen sind aber keine Option, das fände weder mein Körper noch das Baby besonders lustig. Außerdem möchte ich ja nicht abstillen und habe auch sonst nichts dergleichen geäußert. Es ist für mich völlig in Ordnung, dass der kleine Mann sich noch nicht komplett satt isst oder nicht Onkel Hipps Portionsvorgaben vertilgt. Der weiß schon was er macht. An manchen Tagen bin ich total überrascht wie viel er isst, an manchen möchte er fast nur stillen. Das wird sich mit dem KiTa-Start ohnehin alles nochmal neu einpendeln, bis dahin gebe ich ihm das gerne. Außerdem bin ich nicht bereit ein schreiendes Kind in den Schlaf zu tragen oder jetzt noch mit Fläschchen anzufangen.

So, genug davon. Im Anschluss an das Wiegen, wurden die Augen des Kleinen gecheckt. Da ausnahmslos alle in unseren Familien Brillenträger sind, lag mir das besonders am Herzen. Ich habe online vom Amblyopiescreening gelesen und dann mit Freude festgestellt, dass unser Kinderarzt ein entsprechendes Gerät hat und unsere Krankenkasse sogar die Kosten dafür trägt. Das ging super schnell und das Ergebnis war unauffällig. Da fiel mir direkt ein Stein vom Herzen.

Dann folgte der körperliche Teil. Der Kinderarzt checkte Augen, Ohren und Lunge. Alles da, alles dran. nur Zähne sind noch keine in Sicht. Sämtliche Reflexe, machte ein paar Beweglichkeits- und Reaktionstests und bescheinigte uns ein quietschfideles, rundum gesundes, zeitgerecht entwickeltes Kind. Das war schon in der Schwangerschaft das schönste, was man mir über mein Kind sagen konnte.
Kurz vor Schluss folgte dann der unangenehme Teil: die Impfung. Ich hatte dem kleinen Mann wie immer schon erzählt, was so passieren würde und dass es vielleicht weh tun würde.
An dieser Stelle muss ich direkt mal ein Lob an unseren Augenarzt aussprechen. Der kann Spritzen setzen wie kein Zweiter, die merkt man wirklich kaum. Ich machte mich trotzdem auf Tränen gefasst, denn bisher fand der kleine Mann das nicht besonders lustig. Zu meiner großen Überraschung ersten Piekser schaute der Kleine ganz interessiert zu uns verzog keine Mine. Ich war sowas von baff! Mit Krokodilstränen hatte ich gerechnet, aber damit nicht. Bei der zweiten Spritze weinte er ganz kurz auf, beruhigte sich aber quasi sofort wieder. Es reichte nicht einmal für eine Träne, so schnell war es vorbei. So ein tapferer kleiner Mann!

Und damit es nicht so unfair ist, habe ich meinen Impfschutz auch direkt noch vervollständigen lassen.
Am Tag der Impfung war er etwas müde und -anhänglicher, aber die Reaktion auf die MMR-Impfung tritt laut Kinderarzt üblicherweise 7-10 Tage nach der Impfung auf. Ich hoffe sehr, dass er davon verschont bleibt.

11 Monate Januarbaby

Mein Räuberkind,

du bist heute 11 Monate alt. Das sind genau 47 Wochen und 5 Tage.

Nur noch einen Monat bis wir deinen ersten Geburtstag feiern! Ist das nicht unglaublich? Es ist als wärst du erst gestern geboren und doch schon immer bei uns. Du hast ganz selbstverständlich deinen Platz in unserer Mitte gefunden.
Du trägst Oberteile in Größe 68/74, bei Hosen darf es 74/80 sein.
Pünktlich zu deinem 10. Monatsgeburtstag begannst du dich auf die Knie zu ziehen. Das war wie ein Startschuss, denn von dort an ging es Schlag auf Schlag. Man konnte dir richtig zusehen, wie du täglich dazugelernt hast. Innerhalb von einer Woche gingst du in den Vierfüßlerstand, setztest dich hin, begannst dich in den Stand zu ziehen und krabbeltest sogar deine ersten Tapser.

Danach hast du die Krabbelversuche wieder eingestellt als hättest du uns sagen wollen „Na, habt ihr das gesehen? Ich kann es! Ich hab nur keine Lust dazu!“. Ab und zu gingst du mit den Armen nach vorne und zogst deinen Popo dann nach. Ich dachte ja, dass du das Krabbeln einfach auslässt, weil du so flink mit deiner Robbtechnik vorankommst – bis gestern. Du warst ganz vertieft in dein Spiel und beim Versuch an deine Robbe zu erwischen, bist du wirklich hingekrabbelt. Danach hast du es noch ein paar Mal getan, immer nur ein paar Tapser bis du gemerkt hast, was du da tust und dann doch lieber weitergerobbt bist. Möglicherweise bin ich ein bisschen ausgeflippt vor Freude und Stolz.

Du beginnst nun dich überall hochzuziehen und das Stehen zu üben. Noch bist du etwas instabil, aber du stehst schon deutlich sicherer. Nur, wenn du gerade in etwas vertieft bist und vergisst, dass du noch stehst, verlierst du das Gleichgewicht. Du versuchst auch dich aus dem Stand hinzusetzen, dazu reicht die Kraft in deinen Beinchen aber noch nicht ganz aus und du lässt dich die letzten Zentimeter auf den Po plumpsen.

Du bist mein kleiner Hauself. Du bekletterst die Spülmaschine, kaum habe ich sie geöffnet. Du hast einen Narren an unserem Staubsauger gefressen. Sobald ihn anstelle, quiekst du vor Freude auf und robbst ihm überall hinterher und untersuchst ihn ganz genau. Du hilfst mir die Wäsche zu sortieren und du sorgst dafür, dass der Tupperschrank immer ordentlich eingeräumt ist.

Mit deinem Spiegelbild und damit kannst du dich nämlich sehr ausgiebig beschäftigen. Seit dir dein Papa gezeigt hat, wie man einen Trichter zu einem Musikinstrument macht, trötest du immer in den Trichter. Das ist so lustig! Am schönsten ist aber einfach deine eigene Freude darüber.

Du räumst aber nicht nur aus! Nein, seit ein paar Tagen räumst du deine Holzklötze auch wieder in die Kiste. Vorher gab es immer nur einen Weg. Ich könnte dich ewig beobachten wie du da hochkonzentriert sitzt und dein Klötzchen vorsichtig in die Kiste legst, um sie dann kurz darauf schwungvoll wieder nach draußen zu befördern. Überhaupt bist du ausdauernder in deinem Spiel seit du dich selbstständig hinsetzen kannst. Ich glaube, das ist DIE Errungenschaft dieses Monats für dich.

Darüber hinaus hast du so viele „kleine“ Dinge gelernt.

Du gibst High-Five und du klatschst! Meine Güte ist das niedlich! Diese neue Fähigkeit feierst du so sehr, dass du es sogar im Halbschlaf tust. Du hast dein Nikolausgeschenk ganz alleine ausgepackt, nicht einmal eine Ecke mussten wir dir lösen. Ich weiß nicht, wer von uns stolzer war.
Deine Liebe für Bücher ist ungebrochen. Sobald ich ein Buch raushole, kletterst du auf meinen Schoß und beginnst darin zu blättern. Du fegst den Stapelturm meistens mit einer lockeren Handbewegung um, aber manchmal nimmst du die Becher auch ganz behutsam herunter.
Du spielst gerne Ball und schleuderst ihn mittlerweile auch wieder zurück.

Manchmal bin ich erstaunt wie viel du verstehst. Du reagierst schon eine ganze Weile auf deinen Namen, aber wenn ich dich z.B. bitte, deine Stifte zu holen tust du es oder drehst dich zumindest nach ihnen um.
Ich binde immer mehr Babyzeichen in unseren Alltag ein, sofern ich daran denke. Ich glaube, das hilft dir. Du verwendest sie zwar noch nicht aktiv, aber beim Zeichen „Milch“ drehst du deinen Kopf zu meiner Brust, wenn du stillen möchtest. Du hast eben deine eigenen Zeichen. Ziehst du am Lätzchen oder wirft dein Essen auf den Boden (oder reibst es in deine Haare), bist du satt. Du haust auf den Tisch und forderst damit mehr ein. Und du sagst schmatzend „Mam-mam“, wenn du stillen möchtest.

Wo wir gerade beim Thema Essen sind. Es kommt vor, dass du nicht mehr selbst essen magst, nach meiner Gabel greifst und gefüttert werden möchtest. Du übst aber auch selbst mit Löffel und Gabel zu essen. Meistens lade ich dir das Essen auf, du führst es zum Mund und nimmst es kurz davor dann doch in die Hand. Sonst hat sich an deinem Essverhalten nicht viel verändert. Du isst nach wie vor bei uns mit, bekommst aber auch gelegentlich Brei. Du isst mal mehr, mal weniger, aber nach wie vor eher überschaubare Mengen. Du fährst total auf Nudeln mit Tomatensauce, Naturjohurt, Himbeeren bzw. Obst allgemein, Frischkäsebrot und Wiener ab. Letztere durftest du mal probieren, nachdem du sie uns fast vom Teller gestarrt hast. Und du liebst Gemüse, ja sogar Rosenkohl hast du verschlungen!

Auch was das Stillen angeht, hat sich im Grunde nichts verändert. Wir stillen morgens, zu deinen zwei Schläfchen, manchmal nachmittags, zum Einschlafen und nachts aktuell recht häufig. Wenn wir unterwegs sind und keine Ruhe findest, hältst du auch länger ohne aus.

Unsere Nächte sind immer noch eher unruhig. Schon kurz nach dem Einschlafen verlangst du öfter nach mir, ich glaube nur 2 oder 3 mal musste ich nicht nach dir sehen, ehe ich ins Bett ging. Das zieht sich durch die Nächte. Es gab ein paar Nächte, in denen wir nur 2 Mal stillten, meistens zähle ich aber nicht mit. Immerhin wirst du nicht mehr so oft schreiend wach, sondern mopperst nur ein bisschen.
Du kuschelst zum Einschlafen. Man merkt richtig, wie du auch versuchst so in den Schlaf zu finden, aber das letzte Fünkchen fehlt noch. Auch nachts kuschelst du dich an. Manchmal legst du deinen Kopf auf meinen Bauch oder kletterst komplett auf mich, wo du du dann mit Rückenstreicheln wieder in den Schlaf findest. Es kommt so selten vor, dass du auf mir schläfst, da genieße ich diese Momente noch mehr.
Ich habe herausgefunden, dass du wach wirst, wenn du länger als 5 Stunden am Stück schläfst. Du scheinst dann genug Energie zu haben, um dann ein bis zwei Stunden im Bett herumzuturnen. Mit etwas Glück kann ich dich durch stillen, wiegen und streicheln doch noch dazu bewegen weiterzuschlafen.

Ich glaube, die Babykurse tun dir gut. Beim Schwimmen klammerst du dich zu Beginn immer noch an mich, aber wenn du dann aufgetaut bist, plantschst du auch fröhlich umher. Selbst der Wasserstrahl der Dusche stört dich nicht nennenswert.
Mittwochs besuchen wir einen freien Spielkurs, das gefällt dir sehr. Und es macht mich unheimlich glücklich zu sehen, wie du auftaust! Du gehst nun auch selbst auf andere Kinder zu und fängst nicht mehr sofort an zu weinen, wenn dich eines der anderen Babys ansieht oder berührt. Das tat mir immer im Herzen weh. Inzwischen bist du gerne mit dabei. Du wirfst dich mit Gebrüll auf das Spielzeug und scheust auch keine körperlichen Kontakte. Hast du, was du willst, ziehst du dich aber auch gerne wieder zurück.

Du bist meine kleine Kichererbse. Schalte ich das Radio ein, wirbelst du den Kopf herum und schenkst mir dein breitestes, noch immer zahnloses Grinsen. Dabei kräuselst du die Nase, wirfst den Kopf in den Nacken und untermalst es mit einem „hihi“.
Du lachst und grinst so viel. Das ist für mich eines der schönsten Geräusche überhaupt. Und wenn du nicht grinst, sorgst du dafür, dass wir es tun. Neuerdings rümpfst du die Nase, schürzt ganz dramatisch die Lippen und prustest los. Das machst du oft, wenn dir langweilig ist oder um dein Missfallen auszudrücken. Wenn du dann merkst, dass wir das lustig finden, grinst du breit und wiederholst es nochmal.

Wirklich jeden Tag, denke ich mir, was für ein Glück ich habe, deine Mama sein zu dürfen.

Ich liebe dich.

Krachbumm

Das Tal der Tränen. Dort befinden wir uns. Der Kleine ist äußerst aktiv. Er hat seinen Bewegungsradius nun deutlich ausgeweitet und folgt mir durch die komplette Wohnung. Das ist schon ziemlich cool. Wenn ich kurz aus dem Raum muss und er beginnt zu meckern, rufe  ich ihn und meistens robbt er mir dann hinterher.

Daneben brachte diese Entwicklung auch mit sich, dass er sich besser selbst beschäftigen kann. Ich beobachte ihn gerne wie er ganz konzentriert den Wäschekorb (mit gewaschener Wäsche) ausräumt, den Tupperschrank ausräumt und am Ende nur noch der Windelpop aus  dem Schrank lugt oder er das Bücherregal unsicher macht. Er strebt nun aber auch immer mehr nach oben. Meist nur kniend, immer öfter versucht er sich nun aber auch auf die Füße zu stellen. Wenn er dann das Objekt der Begierde erreicht hat, ist er wieder so darauf fixiert, dass er vergisst sich festzuhalten und das Gleichgewicht verliert. Krachbumm. 

Ein Geräusch, begleitet von dicken Krokodilstränen. Oft ist es nur der Schreck, wenn er vor lauter Zielstrebigkeit an etwas zu knapp vorbei robbt, manchmal aber eben auch echte Stürze mit dem Kopf auf den Boden. Zum Glück sind die Kleinen so robust. Mir wird ja manchmal ganz anders, wenn ich sehe, wie er sich an jeder noch so unmöglichen Stelle hochzieht, an Tischecken zum Beispiel, statt der langen Seite oder am Staubsauger, der dann gerne auch wegrollt. Er kennt da ja nix, immer drauf. Ich versuche natürlich ihn vor gefährlichen Stürzen zu bewahren und erkläre und zeige, wie er sicher zu Boden kommt, aber vor allem kann ich ihn auch nicht bewahren. Dass er sich festhalten muss oder das Gleichgewicht zu halten, lernt er nur durchs Üben und da gehört wohl auch dazu, dass er mal umplumst und merkt, dass man sich nicht einfach rücklings umwerfen sollte. Und wo er überall rankommt! Wie lang er dich machen kann, wenn er was richtig will! Krawumm. Fällt nicht das Kind, dann eben was anderes.

Gehört dazu, tut mir trotzdem leid. Und für meine Nerven ist es auch nicht ohne, den ein oder anderen Herzkasper hat er schon verursacht, dabei befinden wir uns ja gerade erst am Anfang. 

Krawumm.

10 Monate Januarbaby

Mein kleiner Mann,

du bist heute 10 Monate alt. Das sind 43 Wochen und 3 Tage.

Du faszinierst mich. Dein Wesen hat sich so stark entwickelt. Du bist ein eigener kleiner Mensch mit eigenem Charakter, das zeigst du immer deutlicher und es so toll dich bei dieser Entwicklung zu  beobachten. Du bist voller Entdeckungsdrang, spielst und kasperst herum. Aber du brauchst auch ganz viel Nähe und Kuscheleinheiten, um dich aufzutanken. Du zeigst deutlich, wenn dir etwas zuviel wird oder du etwas möchtest. Du bist mein Sonnenschein.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass du deine zauberhaften blauen Augen behalten wirst. Um deine Iris zeichnet sich ein heller Ring ab, der äußere Rand ist ganz dunkel. Je nach Stimmung sind deine Augen fast grau.
Deine Haare haben manchmal einen leicht roten Schimmer und beginnen sich zu kringeln, wenn sie feucht werden. Ob du noch ein Lockenköpfchen wirst?

Du bist eine richtige Wasserratte, weshalb wir nun auch einen Babyschwimmkurs besuchen. In deiner Badewanne strampelst du ganz wild herum und setzt unter freudigem Quietschen alles unter Wasser. Im Hallenbad bist du etwas zurückhaltender, dir scheint die Begrenzung zu fehlen, aber du fühlst dich trotzdem sehr wohl.

Du und der Staubsauger, das ist eine ganz besondere Beziehung. Sobald ich ihn raushole, rufst du schon freudig „Ah!“. Du robbst hinterher und versuchst auf ihn drauf zu klettern. Von Angst keine Spur! Ich muss eher aufpassen, dass du dich nicht selbst wegsaugst.

Du kannst sitzen. Noch bringst du dich nicht alleine in diese Position, außer du lagst vorher angelehnt bei mir, aber du hast große Freude daran. Du übst aber fleißig, dich wieder zurück in die Bauchlage zu bringen. Das klappt mal ganz gut, hat aber auch schon für Tränen und die wildesten Verrenkungen gesorgt. Es ist unglaublich wie beweglich du bist!

Du kannst dich sehr ausdauernd damit beschäftigen Kataloge in ihre kleinsten Teile zu zerpflücken oder über alles zu klettern, was dir in den Weg kommt. Dabei robbst du wie ein geölter Blitz hin, ziehst dich mit deinen Oberarmen hoch. Seit du herausgefunden hast, dass es noch viel einfach ist, wenn man dann die Hüfte nach hinten schiebt und die Knie mitbenutzt, klappt es noch viel besser. Wir müssen wirklich aufpassen, denn auf dem Weg zu dem Objekt deiner Begierde gibt es kein Halten und du würdest dich dafür auch in die Tiefe stürzen. Seit heute gehst du sogar richtig auf die Knie und richtest den Oberkörper auf. Ich schwöre, du bist auf der Stelle um 3 cm gewachsen!

Wir haben jetzt „Füße zuerst!“ eingeführt. Ich zeige dir, wie du dich sicher auf den Boden bringen kannst und schon nach ein paar Tagen hast du auch verstanden, wie es funktioniert. Du robbtest im Bett auf mich zu und noch bevor ich etwas sagen konnte, hast du die Füße zur Bettkante gedreht und dich runterplumpsen lassen. Ich bin fast geplatzt vor Stolz und dir ging es ganz genauso! Du hast so gestrahlt. Mein Herz, wie liebe ich dein Lachen!

Du brauchst noch etwas Hilfe, denn unser Bett ist etwas hoch und du stehst noch nicht, aber ich glaube, das dauert auch nicht mehr lange. Auf unserem Schoß stößt du dich nämlich auch schon mit den Füßen ab. Das ist ganz neu.

Du weißt genau, wenn du etwas nicht darfst. Ich glaube, niemand kann so wunderbar ertappt gucken wie du! Ich muss mir sehr oft ein Grinsen verkneifen, weil du so unheimlich niedlich dabei aussiehst. Du bist eh ein wahrer Gesichtskasper. Über deine Grimassen könnte ich mich wirklich ewig amüsieren. Ganz neu ist dein überraschter Gesichtsausdruck. Du reißt die Augen ganz weit auf, ziehst deine Augenbrauen nach oben, formst den Mund zu einem „o“ und manchmal sagst du auch genau das noch dazu. Ich könnte dich auffressen vor Niedlichkeit! Das hast du natürlich gemerkt, aufmerksam wie du bist, und wiederholst das immer wieder, weil ich mich so darüber freue.

Oder dein Gesichtsausdruck, wenn du Stücke im Mund hast oder satt bist. Da kneifst du die Augen zusammen, nimmst die Händchen vor den Mund, öffnest diesen, schiebst die Zunge heraus und schabst dann mit den Lippen alles von der Zunge. Wo wir auch gleich beim Thema „Essen“ sind.
Du liebst Nudeln mit Tomatensauce, da sind Stücke auf überhaupt kein Problem, kommen die eher unerwartet im Bei daher, reagierst du etwas pikiert. Schmeckt dir etwas nicht, ist es schneller wieder draußen als ich gucken kann. Meistens isst du einfach bei uns mit, aber ab und zu bekommst du auch Brei. Du greifst immer öfter nach dem Löffel, nicht bereit ihn wieder herzugeben. Du führst ihn selbst zum Mund und hast auch schon versucht selbst Brei darauf zu löffeln. Manchmal klappt das sogar. Du probierst alles und bisher konnte gab es nichts, das du komplett abgelehnt hast.

Ich würde sagen, wir stillen noch voll. Da du nie zu geregelten Zeiten getrunken hast, kann ich es gar nicht so genau sagen. Ich biete dir nach dem Essen die Brust an, aber meistens trinkst du dann nur kurz, obwohl du nach wie vor eher wenig isst. Auch sonst hast du tagsüber nicht mehr die Ruhe, um ordentlich zu trinken, außer du hast richtig Hunger. Wir stillen weiterhin beim Einschlafen und morgens nach dem Aufstehen.

Du brauchst über den Tag noch 2 Schläfchen. Aber bitte Zuhause oder im Auto, denn unterwegs ist alles zu spannend. Die liegen zeitlich zwischen 30 Minuten und 2,5 Stunden. Insgesamt schläfst du an schlechten Tagen 1,5 oder bis zu 3,5 Stunden. Je nachdem, wann du schläfst, bist du auch mal bis zu 6 Stunden wach bis du abends um 19 Uhr ins Bett gehst. Dann bist du aber auch wirklich durch und schläfst innerhalb von 5 Minuten ein. Du wirst richtig albern, wenn du müde bist. Du kicherst und giggelst dann über wirklich alles, dabei hüpft dein kleiner Körper im Sitzen auf und ab. Ich habe sofort, dein Quietschen im Ohr und dein Grinsen im Kopf. Manchmal kann ich mein Glück noch immer nicht so richtig fassen.
Du schläfst inzwischen häufig etwas länger und kommst damit auf etwa 11 Stunden Nachtschlaf, Ausreißer nach oben und unten inbegriffen. Tagsüber schläfst du fast unterbrechungsfrei, dafür klappt das abends plötzlich nicht mehr. Teilweise beginnst du alle 30 Minuten zu weinen und möchtest nochmal etwas stillen. Es gab nur wenige Nächte, in denen du mehr als 3 Stunden am Stück schliefst und dann auch nur, wenn ich neben dir lag. Außerdem stillst du nachts öfter, aber wir sind da inzwischen so routiniert, dass ich gar nicht genau sagen kann, wie oft das ist. Einige Nächte waren aber schon besonders herausragend und katapultierten mein Schlafdefizit in ungeahnte Höhen.
Schlaf war also nicht gerade dein Ding, du kletterst lieber umher, gerne auch nachts, wenn du doch mal etwas länger am Stück geschlafen hast. Ich hoffe, das wird wieder besser.

Du suchst meine Nähe. Immer und überall.
Du vergewisserst dich immer wieder ob ich da bin, bewegst dich dann aber frei im Raum. Im Schlaf legst du deinen Kopf auf und deinen Arm um mich. Das macht mir ganz viel Herzklopfen! Nach dem Aufwachen hauchst du ein „Mam“ durchs Babyphone und wartest darauf, dass ich dich hole. Dann kuschelst du dich noch einmal richtig an, bevor du dann wieder auf Entdeckungstour gehst.
Aber wehe ich verschwinde auf deinem Blickfeld. Dann robbst du „Mmamma“ rufend hinter mir her. Dann streckst du deine Arme nach mir aus, um mir zu zeigen, dass du hochgenommen werden möchtest. Bist du unsicher, klammerst du dich fest an mich und legst deinen Kopf auf meine Schulter.
Wenn du könntest, würdest du manchmal am liebsten in mich hineinkriechen.
Du hast einmal im Schlaf richtig „Mama“ gesagt. Du kannst dir nicht vorstellen, wie sich das anfühlt. Als würden tausende Schmetterlinge in meinem Bauch tanzen.

Du liebst, nein, du LIEBST Hunde! Im Gegensatz zu wilden Kindern, konntest dich selbst der ungestüme Welpe nichtaus der Ruhe bringen. Im Gegenteil, kaum hast du einen Hund entdeckt, robbst du hinterher und versuchst Kontakt aufzunehmen. Du vergräbst dich in das Fell, versuchst vorsichtig zu streicheln und den Schwanz zu fangen. Den halben Abend kannst du damit verbringen hinter ihnen herzujagen.

Vor kurzem hast du zum ersten Mal geschaukelt und wie es nicht anders zu erwarten war, hast du großen Spaß daran gehabt.
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Du liebst es, wenn ich dir die Füße, Hände, Augenbrauen, Nase, usw. entlang fahre und die  benenne. Dabei kicherst du und kräuselst deine Nase, dann streckst du den Zeigefinger aus und beginnst auch bei mir mir die Körperteile entlang zu fahren.

Und du gibst Küsschen. OK, du knutschst. Sehr feucht, aber meine Güte, ist das süß. Von außen sieht es wohl eher aus als wolltest du mich auffressen, aber du tust es ganz gezielt auf die Frage hin,ob ich einen Kuss bekomme oder nachdem ich dich abgeknutscht habe.

Du bist eine bunte Mischung voller Leben. Du bist sensibel, lustig, aufmerksam, fröhlich, laut und leise, kuschelig und wild. Du bist ein und ausdauernd. Du bist großartig.

Mein kleiner Rabauke, ich liebe dich so sehr!

9 Monate Januarbaby

Mein kleiner Mann,

du bist heute 9 Monate alt. Das sind genau 39 Wochen!

Wenn ich für diesen Monat in nur einem Wort beschreiben müsste, wäre es „Bewegung“.
Du hast dich nicht lange mit dem Zurückdrehen aufgehalten, kaum hattest du den Dreh raus, ging es weiter und du versuchtest nach vorne zu kommen. Nur wenige Tage danach begannst du mit einem Affenzahn durch die Wohnung zu robben. Dabei hebst du deinen Popo an, was dir den Fortbewegungsstil einer Raupe verleiht. Untermalt wird das Ganze von deinem Dadadadada, das wie ein Düsenantrieb zu wirken scheint. Du sitzt annähernd stabil, manchmal fällst du noch um, weil du vergisst, dass du dich nicht einfach so drehen kannst, aber du sitzt da und spielst ganz seelig oder schaust dir mit mir Bücher an, ohne dass ich dich stützen muss.

Du magst es Menschen um dich zu haben. Du beobachtest deine Umgebung ganz genau und wenn du soweit bist, nimmst du Kontakt auf. Womit du gar nicht zurechtkommst, ist, wenn Babys weinen. Du drehst sofort den Kopf suchend herum und kurz darauf füllen sich deine Augen mit Tränen und die Mundwinkel zucken bedrohlich. Man sieht richtig wie du mit dir kämpfst, erst wenn ich dir versichere, dass das andere Kind gut versorgt ist, lässt du dich beruhigen. Ähnlich verhält es sich, wenn die Kinder um dich herum sehr laut sind.

Wenn du etwas tust und merkst, dass es die Aufmerksamkeit deines Gegenübers erregt, wiederholst du es immer wieder. Wirst du dann angegrinst, ziehst du alle Register, quietschst, brabbelst und ziehst Grimassen. Du bist ein richtiger, kleiner Entertainer.
Apropos Brabbeln. Das machst du im großen Stil. Ganz egal, ob uns oder deinen Spielsteinen, du hast viel zu erzählen. Laut und leise. Du quietschst und brummst. Da gibt es ernste Dadadas, ein ganz geschäftiges Jajajaja und verträumte Hattahattahattas. Du bist eine kleine Kichererbse. Ich kann von deinem Lachen nicht genug bekommen.
Besonders lustig findest du es, wenn ich die Lippen schnalzen lasse. Seit kurzem machst du das auch! Du fährst dir mit deiner Faust oder deinem Finger über die Lippen und lässt dein niedliches Brbrbrbrbr ertönen. Das ist so lustig!

Mein kleiner Räuber, du bist gleichzeitig ganz ruhig und unheimlich wild. Du hast einen Hundeblick, damit könntest du jeden noch so großen Stein erweichen. Wenn du deine Unterlippe dann noch nach vorne schiebst, ist es wirklich ganz vorbei. Aaaawww! Ist das einzige, das ich da noch denken kann. Ach, wie oft ich das denke. Wenn du mir diesen intensiven Blick mit deinen wunderschönen blauen Augen schenkst, könnte ich zerspringen vor Liebe und Glück. Du hast mir mein Herz gestohlen.

Du hast einen sehr ausgeprägten Entdeckungsdrang. Wenn du wach bist, bist du in Bewegung oder hast etwas in deinen Fingern, das du erkunden kannst. Du liebst Luftballons, Bändel, Reißverschlüsse und Kabel jeder Art. Du kannst unglaublich wütend werden, wenn wir dich mal wieder von den Fernsehkabeln pflücken. Es ist eben nicht nur Sonnenschein. Du möchtest alles haben und erkunden, das geht leider nicht und das wiederum findest du überhaupt nicht lustig. Das kann auch mal in Tränen enden.

Wickeln findest du langweilig und möchtest am liebsten sofort weg. Das versuchst du auch, was das Ganze einem Ringkampf gleichen lässt. Ich muss schon alle meine Überredungskünste aufbringen, um dich dazu zu bewegen still zu halten, während du dich wie eine Brezel nach allem verbiegst, was in dein Blickfeld kommt. Alternativ zerpflückst du auch gerne ein Kosmektiktuch in seine Einzelteile und lässt mich in der Zeit gewähren.

Du wirst gegen 19 Uhr müde. Wir bringen dich nach wie vor gemeinsam ins Bett, Papa liest dir eine Geschichte vor, während ich versuche dich zu bändigen und in den Schlaf zu stillen. Das brauchst du nach wie vor. Allerdings schaffst du es nicht immer ruhig zu werden und kugelst weiter hin und her. Neu sind deine Stillversuche in Bauchlage. Hierbei möchtest du aber nicht gemütlich auf dem Bauchliegen, sondern hältst den Kopf oben, das sieht ziemlich unbequem aus und du drückst so mit der Brust die Nase zu. Aber dennoch versuchst du es immer wieder. Du möchtest mehr kuscheln und brauchst aktuelle eine intensive Kuscheleinheit bevor du zur Ruhe finden kannst. Ich genieße diese Minuten ganz besonders.

Tagsüber schläfst du immer öfter ohne zwischendurch stillen zu wollen. Du brauchst tagsüber etwa 3-3,5 Stunden Schlaf, um richtig ausgeschlafen zu sein. Obwohl deine Schlafdauer momentan zwischen 1,5 und 4 Stunden schwankt, bist du wie ein kleines Uhrwerk, wenn es um deine Müdigkeit geht. Immer öfter klappt das Schlafen ohne zwischendurch stillen zu müssen, trotzdem hast du mich gerne in deiner Nähe.
Seit etwa 2 Wochen schläfst du abends schlechter. Normalerweise meldest du dich nach etwa 4 Stunden, zurzeit kann es aber auch sein, dass ich schon nach 30 Minuten das erste Mal nach dir sehen muss.

Das könnte aber auch an dem Schnupfen liegen, der dich erwischt hat. Du schnodderst und röchelst vor dich hin und bekommst auch beim Stillen schlecht Luft. Alles, was dir Linderung verschaffen könnte, ist allerdings des Teufels und du wehrst dich mit all deiner Kraft dagegen. Ich versuche dir zu erklären, was ich tun werde und warum. Lasse dich die Salzwassertropfen probieren und mit dem Sauger spielen. Du lehnst die Behandlung natürlich trotzdem ab, aber beruhigst dich immerhin sofort wieder, wenn der Spuk vorbei ist.

Wir haben die Babyschale durch den Sportaufsatz ersetzt. Es gefällt dir, dass du nun besser sehen kannst, was um dich herum passiert. Bei unserem ersten Ausflug bist du sogar darin eingeschlafen. Außerdem kannst du so ganz bequem die Füße hoch legen.

Du trinkst nicht viel, aber du hast großen Spaß daran. Am liebsten trinkst du aus deiner Strohhalmflasche. Ich wollte ausprobieren, ob du das kannst und staunte nicht schlecht als du einfach losgetrunken hast, als hättest du nie etwas anderes getan.
Du liebst Obst in jeglicher Form. Es ist bisher noch nichts auf dem Tisch gelandet, das du verschmäht hättest. Birnen, Himbeeren und Zwetschgen sind besonders beliebt. Aber auch sonst probierst du alles. Sobald dein Papa oder ich uns etwas zu essen in den Mund stecken, streckst du deine Händchen danach aus und formst ein Mäulchen. Die Mengen, die in deinem Magen landen, sind nach wie vor sehr überschaubar, aber sie werden mehr.
Du verstehst die Babyzeichen für „Essen“, „Trinken“, „mehr“ und „Milch“. Bei letzterem drehst du den Kopf zu meiner Brust. Das finde ich richtig cool. Ich bin schon sehr gespannt, ob du die Zeichen irgendwann selbst verwenden wirst.

Du bist zum ersten Mal Karussell gefahren und geflogen. Von beidem hast du keine besondere Notiz genommen. Das Karussell war dir etwas suspekt, das versuchen wir einfach noch einmal, wenn du größer bist.

Du bist mein Herz, mein kleines,großes Wunder. Du bist so groß geworden, ein richtig kleiner Junge. In drei Monaten feiern wir deinen ersten Geburtstag, ich kann es nicht fassen.

Ich liebe dich.