Gebucht

Wir haben endlich Urlaub gebucht!

Mitte Juni sind wir damit äußerst früh dran, aber gut Ding will Weile haben. 
Freue mich Baby Meer zu zeigen.
Eigentlich wollte ich das schon im Januar erledigt haben, aber dann kam das Baby und wir waren unentschlossen. Auch, weil unser Baby Auto fahren zu hassen schien, was für all unsere Urlaubsideen ein k.o.-Kriterium war.

Unentschlossen waren wir bis vor 3 Tagen immer noch. Ich wäre unheimlich gerne in die USA geflogen, aber ich komme schlichtweg nicht dazu eine Route zu planen und da sollten wir nun wirklich langsam buchen. Außerdem weiß ich nicht so recht, ob der kleine Spatz eine Rundreise so toll finden würde.

Andere Ideen waren Mallorca mit einer Finca und Mietwagen, um das Rundreiseding im Kleunen anzutesten. Oder Italien, weil der Weg nicht so weit ist und wir ewig nicht mehr dort waren. Oder Holland. Holland und wir, das ist Liebe. Aber es ist eben nicht gleich ums Eck.

To make a long story short:
Wir fahren nach Holland!

Noch etwas zu finden, war gar nicht so leicht.
Der Traum wäre ein Häuschen direkt am Meer oder mit Garten gewesen, aber das ist leider viel zu teuer oder wir zu spät dran. Irgendwann!
Außerdem möchte ich nicht 800 km fahren und eine gute Ausgangslage für Städtetrips nach Amsterdam und Den Haag haben.
Am Ende haben wir eine hübsche Wohnung gefundeb, die nur 5 Minuten zu Fuß vom Meer entfernt ist. Alles, was man so braucht, gibt es drumherum und sogar ein Streichelzoo und ein Schwimmbad sind ganz in der Nähe. Perfekt!

Ich freue mich so unheimlich darauf dem kleinen Mann das Meer zu zegen. Unser erster Urlaub als Familie. 💙

Vor der Autofahrt habe ich Respekt und ich weiß auch noch nicht wie wir all den Kram in mein kleines Auto bekommen wollen, allein die Menge an Kleidung dürfte beachtlich sein, schließlich muss man im September auf jedes Wetter vorbereiten, aber mit meinen Tetris-Skills wird das schon irgendwie klappen.

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Der erste Tag alleine

Ich hatte die Befürchtung, dass der kleine Mann meine Nervosität riechen könnte und die Nacht zum Tag macht, aber im Gegenteil, bereitete er uns eine echt erholsame Nacht. 

Ich stand morgens mit dem Freund auf, das Baby schlief noch ein bisschen und ich konnte mich in Ruhe anziehen, Haare machen, die Zähne putzen und mir meinen Malzkaffee (bäh!) zubereiten. Yeah! Das sind Dinge, für die ich auch schon den halben Tag brauchte. Mir kann heute keiner mehr was!

Der Freund verabschiedete sich als das Baby zu moppern begann. Nach einem Boxenstopp gab es für uns beide erst einmal Frühstück im Bett. Der kleine Mann war unheimlich gut drauf. Ich spielte ein bisschen mit ihm bis er sein zweites Frühstück einforderte und anschließend auf mir einschlief. Ich liebe das sehr! Es ist so schön, wenn er sich richtig ankuschelt und man spüren kann wie er immer mehr entspannt. Da wird es mir richtig warm ums Herz.

Oh wait! Da wurde es wirklich warm! Ich weiß immer noch nicht wie er das anstellt, aber da hat er Houdini-mäßig neben die Winde gepullert. Reife Leistung, kleiner Mann!
Kostümwechsel für uns beide! Zum Glück hatte ich ihn noch nicht tagfein gemacht. Umgezogen ließ er sich sogar kurz ablegen und ich konnte mich umziehen.

Es sind die kleinen Dinge, die zählen. Denn ich habe ein Baby, das sehr gerne bei Mama ist oder zumindest immer jemanden um sich wissen will. Da sind solche Momente wirklich besonders.

Ein wenig Haushalt mit Baby im Arm ging auch und dann wurde wieder gespielt. Inzwischen ist der kleine Mann deutlich aufmerksamer, und schaut sich mit großen Augen um.
Nach einem Schläfchen ganz ohne dauernuckeln (yeah!), Wird wieder gespielt.
Der kleine Mann ist heute bester Laune. Er steht auf Musik und wird richtig aufmerksam. Als ich ihm ein Lied vorsang, das ich in der Schwangerschaft oft hörte, schenkte er mir eim breites Grinsen.
Das sind diese Momente! Hormone, Muttetglück, nennt es wie ihr wollt, aber da flossen erstmal ein pasr Glückstränen. Ich kann es noch immer nicht fassen! Der gehört jetzt zu uns! ❤

Den restlichen Vormittag verbringen wir mit Stillstopps und kurzen Schläfchen. Irgendwann kam ich auf die Idee ihm ein Spucktuch über due Augen zu legen und zack, fand er zur Ruhe. Ich konnte ihn sogar ins Beistellbett legen und mir Mittagessen warm machen bis er merkte, dass ich nicht da bin. Nochmal kurz stillen und schon schlief er weiter, insgesamt gute 2 Stunden. Ohne mich geht es nicht, aber das ist ok.

Ein kurzer Spaziergang zur Spotheke, Bank und Post war auch drin und schon war der Freund wieder Zuhause.

Viel geschafft habe ich nicht, aber es war auch nicht mein Ziel. Im Gegenteil. Ich wollte einen ganz entspannten ersten Tag mit meinem Baby verbringen und das ist uns gelungen. Ich denke, mit der Zeit werden die Freiräume größer und der Alltag wird uns schnell genug einholen.

Die Wollmäuse fühlen sich ganz wohl und noch stört es mich noch nicht so sehr. Ich genieße es so sehr, wenn er mich angrinst, such an mich schmiegt oder seine kleinen Händchen fest in meinen Pullover krallt, während er mich beim Stillen ganz intensiv anblickt. Dann gibt es nichts, das wichtiger sein könnte.

Alles hat ein Ende

Ab morgen beginnt ein neuer Alltag.
Nach fast 7 Wochen wird der Freund wieder arbeiten gehen und das Baby und ich alleine sein. Das fühlt sich komisch an und ich gestehe, Ich bin aufgeregt!

Wir werden sicherlich (miteinander) klar kommen, stillt der kleine Mann ja ohnehin die meiste Zeit. Aber das Drumherum wird spannend. Denn gerade durch das Dauerstillen bin ich echt eingeschränkt. Mal eben etwas zu Essen machen, ein bisschen aufräumen oder einfach auf die Toilette gehen, war eher schwierig umzusetzen.
Bisher hat mir der Freund wirklich alles abgenommen. Er putzt, geht einkaufen, kocht und macht die Wäsche. Außerdem versucht er mir Freiräume zu schaffen, solange es der kleine Mann zulässt und wechselt eine Windel nach der anderen. Ich bin wahnsinnig dankbar für diese Unterstützung! Ich weiß von Freundinnen,dass das nicht selbstverständluch ist, umso schöner finde ich es, dass es das für ihn doch ist.

Ich versuche mich auch an der Hausarbeit zu beteiligen, wenn ich eben dazu komme. Vor allem wenn der Freund wieder arbeitet, möchte ich mehr wieder übernehmen, damit neben der Arbeit nicht alles auf ihm lastet. Und so verrückt es auch klingen mag, es tut mir gut. Ich mag es ordentlich und es gibt mir ein Gefühl von Normalität. Und davon sind wir noch entfernt.

Es ist noch immer alles irgendwie neu. Ich warte auf eine Art Rhythmus, aber jeder Tag ist eine Überraschung. Das ist für jemanden wie mich, der sehr strukturiert ist, echt eine große Umstellung. Es fällt mir nicht immer leicht, aber ich werde mich hoffentlich noch daran gewöhnen.

Morgen endet also die Elternzeit des Freundes. Es war schön ihn von Anfang an bei uns zu haben und zusammen ins Familienleben starten und uns langsam an einander gewöhnen zu können. Es waren sehr intensive, schöne, anstrengende und fordernde 6,5 Wochen. Ich werde es vermissen ihn rund um die Uhr um mich zu haben.

Ich bin allerdings ehrlich überrascht wie wenig Zeit man miteinander verbringt, wenn so ein Würmchen zur Welt kommt, auch wenn der Partner Zuhause ist. Es dreht sich nunmal alles um den Zwerg. Wir erlebten alles gemeinsam, das war wirklich wunderbar. Die Momente nur für uns beide sind jedoch einer Hand abzählbar.

Wie man merkt, befinden wir uns nach wie vor in der Kennenlern- und Findungsphase. Schon gemein, jetzt wo wir uns langsam ein bisschen eingespielt haben, müssen wir uns wieder neu sortieren. Ab morgen dann also 9 Stunden alleine.