10 Monate Januarbaby

Mein kleiner Mann,

du bist heute 10 Monate alt. Das sind 43 Wochen und 3 Tage.

Du faszinierst mich. Dein Wesen hat sich so stark entwickelt. Du bist ein eigener kleiner Mensch mit eigenem Charakter, das zeigst du immer deutlicher und es so toll dich bei dieser Entwicklung zu  beobachten. Du bist voller Entdeckungsdrang, spielst und kasperst herum. Aber du brauchst auch ganz viel Nähe und Kuscheleinheiten, um dich aufzutanken. Du zeigst deutlich, wenn dir etwas zuviel wird oder du etwas möchtest. Du bist mein Sonnenschein.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass du deine zauberhaften blauen Augen behalten wirst. Um deine Iris zeichnet sich ein heller Ring ab, der äußere Rand ist ganz dunkel. Je nach Stimmung sind deine Augen fast grau.
Deine Haare haben manchmal einen leicht roten Schimmer und beginnen sich zu kringeln, wenn sie feucht werden. Ob du noch ein Lockenköpfchen wirst?

Du bist eine richtige Wasserratte, weshalb wir nun auch einen Babyschwimmkurs besuchen. In deiner Badewanne strampelst du ganz wild herum und setzt unter freudigem Quietschen alles unter Wasser. Im Hallenbad bist du etwas zurückhaltender, dir scheint die Begrenzung zu fehlen, aber du fühlst dich trotzdem sehr wohl.

Du und der Staubsauger, das ist eine ganz besondere Beziehung. Sobald ich ihn raushole, rufst du schon freudig „Ah!“. Du robbst hinterher und versuchst auf ihn drauf zu klettern. Von Angst keine Spur! Ich muss eher aufpassen, dass du dich nicht selbst wegsaugst.

Du kannst sitzen. Noch bringst du dich nicht alleine in diese Position, außer du lagst vorher angelehnt bei mir, aber du hast große Freude daran. Du übst aber fleißig, dich wieder zurück in die Bauchlage zu bringen. Das klappt mal ganz gut, hat aber auch schon für Tränen und die wildesten Verrenkungen gesorgt. Es ist unglaublich wie beweglich du bist!

Du kannst dich sehr ausdauernd damit beschäftigen Kataloge in ihre kleinsten Teile zu zerpflücken oder über alles zu klettern, was dir in den Weg kommt. Dabei robbst du wie ein geölter Blitz hin, ziehst dich mit deinen Oberarmen hoch. Seit du herausgefunden hast, dass es noch viel einfach ist, wenn man dann die Hüfte nach hinten schiebt und die Knie mitbenutzt, klappt es noch viel besser. Wir müssen wirklich aufpassen, denn auf dem Weg zu dem Objekt deiner Begierde gibt es kein Halten und du würdest dich dafür auch in die Tiefe stürzen. Seit heute gehst du sogar richtig auf die Knie und richtest den Oberkörper auf. Ich schwöre, du bist auf der Stelle um 3 cm gewachsen!

Wir haben jetzt „Füße zuerst!“ eingeführt. Ich zeige dir, wie du dich sicher auf den Boden bringen kannst und schon nach ein paar Tagen hast du auch verstanden, wie es funktioniert. Du robbtest im Bett auf mich zu und noch bevor ich etwas sagen konnte, hast du die Füße zur Bettkante gedreht und dich runterplumpsen lassen. Ich bin fast geplatzt vor Stolz und dir ging es ganz genauso! Du hast so gestrahlt. Mein Herz, wie liebe ich dein Lachen!

Du brauchst noch etwas Hilfe, denn unser Bett ist etwas hoch und du stehst noch nicht, aber ich glaube, das dauert auch nicht mehr lange. Auf unserem Schoß stößt du dich nämlich auch schon mit den Füßen ab. Das ist ganz neu.

Du weißt genau, wenn du etwas nicht darfst. Ich glaube, niemand kann so wunderbar ertappt gucken wie du! Ich muss mir sehr oft ein Grinsen verkneifen, weil du so unheimlich niedlich dabei aussiehst. Du bist eh ein wahrer Gesichtskasper. Über deine Grimassen könnte ich mich wirklich ewig amüsieren. Ganz neu ist dein überraschter Gesichtsausdruck. Du reißt die Augen ganz weit auf, ziehst deine Augenbrauen nach oben, formst den Mund zu einem „o“ und manchmal sagst du auch genau das noch dazu. Ich könnte dich auffressen vor Niedlichkeit! Das hast du natürlich gemerkt, aufmerksam wie du bist, und wiederholst das immer wieder, weil ich mich so darüber freue.

Oder dein Gesichtsausdruck, wenn du Stücke im Mund hast oder satt bist. Da kneifst du die Augen zusammen, nimmst die Händchen vor den Mund, öffnest diesen, schiebst die Zunge heraus und schabst dann mit den Lippen alles von der Zunge. Wo wir auch gleich beim Thema „Essen“ sind.
Du liebst Nudeln mit Tomatensauce, da sind Stücke auf überhaupt kein Problem, kommen die eher unerwartet im Bei daher, reagierst du etwas pikiert. Schmeckt dir etwas nicht, ist es schneller wieder draußen als ich gucken kann. Meistens isst du einfach bei uns mit, aber ab und zu bekommst du auch Brei. Du greifst immer öfter nach dem Löffel, nicht bereit ihn wieder herzugeben. Du führst ihn selbst zum Mund und hast auch schon versucht selbst Brei darauf zu löffeln. Manchmal klappt das sogar. Du probierst alles und bisher konnte gab es nichts, das du komplett abgelehnt hast.

Ich würde sagen, wir stillen noch voll. Da du nie zu geregelten Zeiten getrunken hast, kann ich es gar nicht so genau sagen. Ich biete dir nach dem Essen die Brust an, aber meistens trinkst du dann nur kurz, obwohl du nach wie vor eher wenig isst. Auch sonst hast du tagsüber nicht mehr die Ruhe, um ordentlich zu trinken, außer du hast richtig Hunger. Wir stillen weiterhin beim Einschlafen und morgens nach dem Aufstehen.

Du brauchst über den Tag noch 2 Schläfchen. Aber bitte Zuhause oder im Auto, denn unterwegs ist alles zu spannend. Die liegen zeitlich zwischen 30 Minuten und 2,5 Stunden. Insgesamt schläfst du an schlechten Tagen 1,5 oder bis zu 3,5 Stunden. Je nachdem, wann du schläfst, bist du auch mal bis zu 6 Stunden wach bis du abends um 19 Uhr ins Bett gehst. Dann bist du aber auch wirklich durch und schläfst innerhalb von 5 Minuten ein. Du wirst richtig albern, wenn du müde bist. Du kicherst und giggelst dann über wirklich alles, dabei hüpft dein kleiner Körper im Sitzen auf und ab. Ich habe sofort, dein Quietschen im Ohr und dein Grinsen im Kopf. Manchmal kann ich mein Glück noch immer nicht so richtig fassen.
Du schläfst inzwischen häufig etwas länger und kommst damit auf etwa 11 Stunden Nachtschlaf, Ausreißer nach oben und unten inbegriffen. Tagsüber schläfst du fast unterbrechungsfrei, dafür klappt das abends plötzlich nicht mehr. Teilweise beginnst du alle 30 Minuten zu weinen und möchtest nochmal etwas stillen. Es gab nur wenige Nächte, in denen du mehr als 3 Stunden am Stück schliefst und dann auch nur, wenn ich neben dir lag. Außerdem stillst du nachts öfter, aber wir sind da inzwischen so routiniert, dass ich gar nicht genau sagen kann, wie oft das ist. Einige Nächte waren aber schon besonders herausragend und katapultierten mein Schlafdefizit in ungeahnte Höhen.
Schlaf war also nicht gerade dein Ding, du kletterst lieber umher, gerne auch nachts, wenn du doch mal etwas länger am Stück geschlafen hast. Ich hoffe, das wird wieder besser.

Du suchst meine Nähe. Immer und überall.
Du vergewisserst dich immer wieder ob ich da bin, bewegst dich dann aber frei im Raum. Im Schlaf legst du deinen Kopf auf und deinen Arm um mich. Das macht mir ganz viel Herzklopfen! Nach dem Aufwachen hauchst du ein „Mam“ durchs Babyphone und wartest darauf, dass ich dich hole. Dann kuschelst du dich noch einmal richtig an, bevor du dann wieder auf Entdeckungstour gehst.
Aber wehe ich verschwinde auf deinem Blickfeld. Dann robbst du „Mmamma“ rufend hinter mir her. Dann streckst du deine Arme nach mir aus, um mir zu zeigen, dass du hochgenommen werden möchtest. Bist du unsicher, klammerst du dich fest an mich und legst deinen Kopf auf meine Schulter.
Wenn du könntest, würdest du manchmal am liebsten in mich hineinkriechen.
Du hast einmal im Schlaf richtig „Mama“ gesagt. Du kannst dir nicht vorstellen, wie sich das anfühlt. Als würden tausende Schmetterlinge in meinem Bauch tanzen.

Du liebst, nein, du LIEBST Hunde! Im Gegensatz zu wilden Kindern, konntest dich selbst der ungestüme Welpe nichtaus der Ruhe bringen. Im Gegenteil, kaum hast du einen Hund entdeckt, robbst du hinterher und versuchst Kontakt aufzunehmen. Du vergräbst dich in das Fell, versuchst vorsichtig zu streicheln und den Schwanz zu fangen. Den halben Abend kannst du damit verbringen hinter ihnen herzujagen.

Vor kurzem hast du zum ersten Mal geschaukelt und wie es nicht anders zu erwarten war, hast du großen Spaß daran gehabt.
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Du liebst es, wenn ich dir die Füße, Hände, Augenbrauen, Nase, usw. entlang fahre und die  benenne. Dabei kicherst du und kräuselst deine Nase, dann streckst du den Zeigefinger aus und beginnst auch bei mir mir die Körperteile entlang zu fahren.

Und du gibst Küsschen. OK, du knutschst. Sehr feucht, aber meine Güte, ist das süß. Von außen sieht es wohl eher aus als wolltest du mich auffressen, aber du tust es ganz gezielt auf die Frage hin,ob ich einen Kuss bekomme oder nachdem ich dich abgeknutscht habe.

Du bist eine bunte Mischung voller Leben. Du bist sensibel, lustig, aufmerksam, fröhlich, laut und leise, kuschelig und wild. Du bist ein und ausdauernd. Du bist großartig.

Mein kleiner Rabauke, ich liebe dich so sehr!

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Back to normal

Der zweite Teil der Elternzeit des Freundes ist vorbei. 6 Wochen verbrachten wir drei den ganzen Tag miteinander, jetzt sind der kleine Mann und ich wieder allein.

Die Elternzeit war schön. Wir könnten ein paar Dinge angehen, für die sonst keine Zeit war. Wir sind zweimal verreist und verbrachten einfach eine schöne Zeit miteinander. Ich bin so glücklich, dass der Freund die Möglichkeit hatte und wahrgenommen hat. Es ist doch etwas anderes sein Kind den ganzen Tag zu sehen als morgens und abends ein paar Stunden. Die beiden Männer konnten sich noch ein bisschen besser kennenlernen.

Was ich allerdings bemerkt habe,ich bin alleine oft produktiver und sortierter als mit dem Freund. Da ich aber auch vorher nicht alles wie erhofft unter einen Hut bekam, will ich es nun anders angehen und mehr Struktur in unseren Tag bringen. Damit fing ich heute einfach an.

Nach dem Aufstehen, wickelte ich den Kleinen und zog ihn an. Während er spielte, konnte ich mich anziehen und meine Zähne putzen.  Ich bereitete das Frühstück vor und linste immer wieder ins Wohnzimmer. Ich weiß bereits aus meiner Babysitterzeit, dass Stille oft mit Blödsinn einhergeht. Er spielte aber einfach nur zufrieden vor sich hin.

Wir frühstückten Milchreisschnitten mit Banane und als der Hunger gestillt und das Chaos beseitigt war, beschloss ich noch kurz durchzusaugen. Der kleine Mann robbte dem Staubsauger hinterher und hatte großen Spaß dabei jeden Winkel der Wohnung zu erkunden. Im Anschluss war es dann auch schon Zeit für ein Schläfchen. Neuerdings nimmer er das mit dem Powernap etwas sehr genau und nach 30 Minuten war er wieder „wach“. Es hatte immerhin gereicht, um den Anruf bei der Krankenkasse bezüglich der Augenvorsorge anzurufen.

Das wache Kind ließ mich noch eine Überweisung machen. Ich wickelte ihn und dann gingen wir eine Runde spazieren. Das Wetter war einfach herrlich. Sonnige 20 Grad. Schönster Herbst! Für mich ist das das perfekte Wetter. Nicht zu warm, nicht zu kalt. Die Sonne knallt nicht mehr so, alles sieht so hübsch aus. Ja, so mag ich das.  Wir hielten am Spielplatz an, wo der kleine Mann ein bisschen in der Babyschaukel schaukelte und die Kinder im Kindergarten nebenan beobachtete.

Zuhause angekommen, ging es noch einmal ins Bett. Ich kuschelte mich dazu und sah mir Embrace an (ok, die Hälfte). Eine ganz tolle Doku!Ich finde, die sollte wirklich jeder gesehen haben. Ich habe ein paar Denkanstöße mitgenommen und musste öfter mal ein paar Tränchen verdrücken.

Nach einem recht kurzen Mittagsschlaf, gab es Mittagessen und dann wir spielten miteinander. Ich war einen Moment total versunken in den Aufbau des Stapelturms als ich mich über die Ruhe wunderte. Da hatte mir der Kleine doch tatsächlich das Fitbit von der Hose gemopst und lutschte darauf herum. Wenn man einmal nicht aufpasst, dieser kleine Schlawiner! Es war richtig schön, einfach nur da zu sein und mit ihm zu spielen und zu kuscheln. Das kam in letzter Zeit eher etwas kurz, weil ich die Zeit, in der er wach war, eher nutzte, um irgendwelchen Kram zu erledigen und der Freund dann mit ihm spielte.

Um halb 5 war dann der Freund auch schon wieder Zuhause. Der Kleine machte ganz große Augen, robbte auf seinen Papa zu und hing ihm am Bein wohin er auch ging. Das war zu niedlich!

Beikosttagebuch

Dieser Beitrag liegt wie so viele andere schon so lange im Entwürfe-Ordner, dass es nun schon fast nicht mehr wahr ist.

***

Und dann kam der Tag doch schneller als gedacht.

23.07.2018 (6 Monate 1 Woche und 1 Tag)
Eigentlich wollte ich das erste Mal ja richtig zelebrieren. Aber wie das dann oft so ist, kam es dann doch anders. Völlig spontan beschlossen wir am Sonntagmorgen, es einfach mal zu probieren und so verhüllten wir den kleinen Mann mit einem Spucktuch und gaben ihm ein Stück Gurke aus Omas und Opas Garten in die Hand. Mehr bio geht nicht.

Er packte die Gurke mit seinen Patschehändchen und steckte sie sich zielgerichtet in den Mund (wie alles andere auch) und lutschte darauf herum. Manchmal guckte er etwas skeptisch, schob die Stückchen, die sich lösten fein säuberlich aus dem Mund und nuckelte weiter an der Gurke in seiner Hand. Als ihm ein Stückchen aus der Hand glitt, wurde er richtig wütend und war erst wieder zufrieden als er auf einem neuen Stück herumsaugen konnte. Ich würde sagen, das kam ganz gut an. Nach ein paar Minuten verlor er das Interesse und wir beendeten den ersten Versuch. Ich bin ziemlich überrascht, wie gut das funktioniert hat.

Das war er also, der erste Schritt. Mein Baby wird groß.

24.07.2018
Heute Abend bekam der kleine Mann wieder etwas Gurke in die Hand gedrückt. Kurz lutschte er ganz gierig daran herum, verlor aber schnell das Interesse daran. Kennt er ja jetzt schon *zwinker*. Vielleicht war es aber auch etwas spät und er schon zu müde.

26.07.2017
Nächster Versuch: Banane! Was für eine Schmiererei! Ganz gierig griff er danach, schob sie in den Mund und mümmelte wild auf ihr herum. Bei den Stückchen verzog er das Gesicht und ließ sie angewidert wieder aus dem Mund gleiten. Insgesamt kam es aber ganz gut an, glaube ich, und es scheint als sei sogar ein bisschen Banane im Kind gelandet. Auch heute verlor er nach ein paar Minuten das Interesse, das hinderte ihn aber nicht daran, sich vorher einmal komplett mit Banane einzureiben. Herrlich! Im Ernst, es macht mir richtig Spaß ihm beim Erkunden und Ausprobieren zuzusehen. Irgendwann legte er sich die Banane in den Schoß und als ich ihn fragte, ob er fertig sei und ich nach ihr griff, ließ er direkt los. Ich freue mich immer über solche kleinen Dinge. Da bilde ich mir ein, dass er mich schon richtig versteht. So oder so kommunizieren wir miteinander, das mag ich sehr. Vielleicht sollte ich anfangen weitere Babyzeichen zu integrieren.

Jetzt hoffe ich, dass er die Banane gut verträgt und keine Verstopfungen davon bekommt!

27.07.2017
Heute Abend gab es Spinat, Kartoffeln, Karotten und Fischstäbchen. Also für uns, für den kleinen Mann gab es ein paar gedünstete Karottenstifte. Ich glaube, er hat verstanden, dass es nach dem Verhüllen etwas mit Geschmack für ihn gibt. Auch heute griff er wieder ganz wild danach und steckte sich die Karotte ohne Umwege in den Mund. Er lutschte daran herum und tatsächlich schluckte er sogar 2 Stückchen herunter. Der Freund war die ganze Zeit ziemlich nervös, ob der kleine Mann sich daran nicht verschlucken könnte und beobachtete ihn mir Argusaugen. Der machte das aber ziemlich souverän und zerdrückte freudig seine Karotte.

28.07.2017
Aus Neugier startete ich heute den ersten Brei-Versuch, mit mäßigem Erfolg. Ich habe ja schon gesehen wie manche Kinder ganz wild werden, sobald sich ihnen ein Löffel nähert, der Kleine war aber eher am Löffel als am Inhalt interessiert. Als er helfen durfte, landete doch der ein oder andere Löffel Brei im Mund. Sobald er Nachschub wollte, brummte er und beugte sich nach vorne. Erst bot ich ihm Zucchini und zum Nachtisch ein bisschen Apfelmus an, aber so richtig überzeugt bin ich nicht.

Ich hatte auf etwas eindeutigere Zeichen gehofft, denn wie ein Vögelchen sperrte er den Schnabel nicht gerade auf. Aber ich erntete ein Brummen, wenn der Löffel nicht wieder kam.
Abends lutschte er an ein bisschen Brot herum, dabei hat er sich einmal richtig doll verschluckt. So ein bisschen nervös macht mich das ja schon, auch wenn ich weiß, dass es meist schlimmer aussieht als es ist.

29.07.2017
Heute machen sich wieder die Zweifel bezüglich der Beikostreife breit. Vielleicht war er nur müde oder hatte keinen Appetit, alles was interessanter als das Essen und so wischte er nur ein bisschen darin herum und schmierte es in seinen Latz. Insgesamt macht lässt mich mein Bauchgefühl gerade etwas im Stich, was diese Beikostsache angeht. Ob wir doch lieber noch etwas warten sollten? Andererseits zwingen wir ihn ja nicht, sondern überlassen es komplett ihm selbst, ob und wie viel er von dem angebotenen Essen zu sich nimmt – egal ob es sich um Brei oder „echtes“ Essen handelt.

01.08.2017
Da wären wir also wieder! Als ich mir mein Frühstück zubereitete, wäre er fast vor Neugier in mein Essen geplumpst, deshalb habe ich ihm dann doch ein bisschen gedünsteten Apfel gegeben. Er lutschte kurz voller Elan daran herum, ließ aber schnell wieder davon ab. Ich habe den Eindruck, dass er die Konsistenz ein bisschen eigenartig fand.

02.08.2017
Joghurt scheint DAS Ding zu sein. Ich konnte den kleinen Mann kaum bremsen, aber aus Angst vor Bauchschmerzen, habe ich ihm trotzdem nur ganz wenig davon gegeben. Ich hätte es nicht geglaubt, aber seine Verdauung springt auch schon auf diese Miniminimengen an und macht es ihm ein bisschen schwerer. Von Bauchschmerzen schien er bisher überwiegend verschont geblieben zu sein, aber die Verdauung macht ihm dennoch zu schaffen.

03.08.2017
Zum Frühstück bekam der kleine Mann heute etwas Apfel. Der war so weich und grisselig, dass ich auf das Dünsten verzichtet habe. Der kleine Mann war schwer begeistert, nur anfassen wollte er den Apfel nicht. Er hielt lieber meine Hand fest, damit ich den Apfel halte. Er lutschte den Saft heraus, ließ aber wie gewohnt alle Stückchen aus dem Mund gleiten.

Auch Apfelmus und ein bisschen Naturjoghurt kamen gut an. Die Gemüsebreie findet er hingegen furchtbar. Er verzieht ganz angewidert das Gesicht. Er schnappt zwar jedes Mal nach dem Löffel, hilft mir ihn zum Mund zu führen und ist dann jedes Mal ganz entsetzt über Geschmack und/oder Konsistenz. Karotte fand er besonders scheußlich. Er würgte sogar! Ich wünschte, ich hätte ein Bild von seinem Blick, als wollte ich ihn vergiften.

Wenn er sich verschluckt, bekommt er rote Ränder um die Augen und es schießen ihm die Tränen in die Augen. Da kommt er ganz nach mir. Ich kann die Unsicherheit bezüglich der Beikostreife einfach nicht abschütteln. Er steckt sich ja auch den Waschlappen in den Mund und lutscht in aus.

4.8.2017
Ananas scheint das Ding zu sein. Das fand er richtig, richtig gut. Er lutschte wie wild darauf herum und bekam kaum genug davon. Selbstverständlich beschränkte er sich auch hier auf den Saft. Das Saubermachen danach findet er richtig gut. Wenn ich ihm den Mund abtupfe grinst er von einem Ohr zum anderen.

Abends durfte zerdrückte Kartoffel und Brokkoli probieren. Das war eine wahre Essenschlacht. Überall, also wirklich ÜBERALL hingen mini Fitzelchen vom Brokkoli, aber es scheint Spaß gemacht zu haben. Vielleicht sollten wir über die Anschaffung eines Firseurumhangs und einer Badehaube nachdenken, um die Waschdauer zu reduzieren. :D

05.08.2017
Eigentlich wollte ich das gar nicht, aber  ich habe ein Gläschen gekauft, zum testen ,ob dir Brei einfach nicht glatt genug war oder du nur meinen Brei furchtbar fandest. Es klingt vielleicht lächerlich, aber ich habe mich ein bisschen gefreut, dass ihm das Gläschen auch nicht wirklich geschmeckt hat. Er würgte zwar nicht, aber Begeisterung sieht anders aus. Er gab der Brotrinde den Vorzug.

06.08..2017
Der kleine Mann durfte sich heute mit Avocado und Banane so richtig einsauen. Es war so warm, dass ich ihn einfach nackig in den Hochstuhl setzte und dann hieß es „Feuer frei“. Ich sag mal so, er nahm das Angebot freudig an. Avocado scheint nicht ganz sein Fall zu sein, Banane schon eher. Aber insgesamt war das wohl nicht gerade sein liebstes Essen, dafür genoss er eine Ganzkörpermaske.

07.08.2017
Nächster Breiversuch. Dieses Mal ein bisschen flüssiger. Tatsächlich ging es damit besser, aber nach 3 halben Löffeln wollte er nicht mehr. Ich weiß einfach nicht, ob er Brei einfach doof findet oder noch nicht soweit ist. Irgendwie hatte ich wohl gehofft, dass er eines dieser Kinder ist, die ausflippen, wenn sie Essen sehen und nach mehr verlangen. Da sind wir echt weit davon entfernt.

08.08.2017
Möglicherweise hat er auch manchmal nicht so viel Hunger. Heute schlug er für seine Verhältnisse richtig zu und aß bestimmt 5 Löffelchen, machte den Mund immer wieder groß auf und zum Nachschlag lutschte er noch auf ein paar Nudeln herum.

09.08.2017
Als ich heute Morgens meine Nektarine aß, riss der kleine Mann den Schnabel auf und versuchte sie mir aus der Hand zu schnappen. Gut, wenn er das so möchte, halte ich ihn nicht auf! Er nuckelte daran herum und lutschte sie bis zum letzten Tropfen aus. Obst kommt allgemein sehr gut an, das freut mich total!

10.08.2017
Fenchel-Karotte-Apfel. Wer hätte gedacht, dass ihm das schmecken würde?! Als wir auf dem Markt waren, sah ich beim Gemüse-Dealer unseres Vertrauens ein paar Fenchelknollen. Weder der Freund noch ich mögen Fenchel, aber ich wollte es trotzdem mal probieren. Und weil es eben sonst niemand isst, gab es das gute Stück heute als Brei. Und das kam richtig gut an!

Der erste Löffel erntete einen kritischen Blick, ich rechnete schon damit, dass das Experiment damit gescheitert wäre, aber nein, er beugte sich nach vorne, öffnete den Mund und wollte mehr. Das hat mich richtig gefreut! Und so verschwand Löffelspitze für Löffelspitze im kleinen Mann. Die Menge ist nach wie vor sehr überschaubar, aber es ist deutlich mehr gewesen als bisher.
Ich habe gelernt, dass es nicht besonders klug ist, das Kind während des Essens zum Lachen zu bringen. Er prustete die komplette Mundladung durch den Raum. Ich musste direkt mitlachen, irgendwie war es nämlich doch ganz lustig.

Er liebt Tomtaten! Es war zu putzig, wie er die Tomate schnappte und fest an sein Gesicht drückte. Er lutschte sie ganz genüsslich aus. Die Schmatzgeräusche waren so lustig! Ich könnte ihm stundenlang zusehen und freue mich echt riesig, dass er so Spaß daran hat Essen zu erkunden.

 

7 Monate Januarbaby

Mein kleiner Mann,

du bist heute schon 7 Monate alt. Das sind 30 Wochen und 2 Tage.

Ich staune jeden Tag darüber wie groß du geworden bist. Im Bett nimmst du immer mehr Platz ein und du kommst mir so riesig vor. Bei der U5 wurdest du auf 68,5 cm gemessen und wehmütig habe ich die meisten Kleidungsstücke in 62 aussortiert. Größe 68 passt dir wir angegossen. Wir sind nun auch seit kurzem auf Windeln in Größe 4 umgestiegen.
Du hast richtig aufgeholt und die 8 Kilo Marke geknackt. Damit liegst du jetzt im absoluten Durchschnitt, daran hätte ich vor 3 Monaten nicht geglaubt. Ich liebe jede kleine Speckfalte an dir!

Du bist ein kleiner Scherzkeks. Ja, dir sitzt wahrlich der Schalk im Nacken. Ich glaube, niemand kann zeitgleich so schelmisch und verlegen Grinsen wie du. Wann immer sich eine Möglichkeit findet, nutzt du sie, du kleiner Quatschkopf! Du lachst und quietschst in den allerhöchsten Tönen und in einer Lautstärke! Beim Einatmen machst du manchmal Laute wie ein halb ersticker Kanarienvogel. Beim ersten Mal bin ich richtig erschrocken. Du hast schon verstanden, dass du die Aufmerksamkeit sicher hast, wenn du das machst und grinst dann immer ganz breit.

Seit neuestem hast du auch die tiefen Töne für dich entdeckt. Du brummst! Vor dem Einschlafen oder wenn du etwas möchtest. Je nachdem wie sehr du etwas möchtest oder manchmal auch nicht möchtest, schlägt das Brummen auch in ein Protestweinen mit Kreischen und vorgeschobener Unterlippe und Krokodilstränen um. Das ist schon reichlich putzig. Es ist schon erstaunlich wie wunderbar man mit dir kommunizieren kann.
Du brabbelst. „Errö“ hast du hinter dir gelassen und durch „mamamam“ und „bababab“ ersetzt. Das ist unfassbar niedlich und lässt mein Herz ein jedes Mal ein bisschen schneller schlagen. Ich glaube, damit meinst du wirklich uns. Ersteres äußerst du nämlich auch mal sehr energisch, wenn ich den Raum unerlaubterweise verlasse.
Du liebst es, wenn ich dich auf meinem Unterarm schaukeln lasse. Kannst du dich dabei auch noch im Spiegel beobachten, gibt es wirklich kein Halten mehr. Du steckst dir ganz aufgeregt deine Händchen in den Mund, jauchzt und gackerst vor Freude. Ich liebe dein Lachen! Es gibt wirklich nichts Schöneres!

Immer wenn ich schreibe, dass du etwas nicht gerne tust oder noch nicht kannst, belehrst du mich eines Besseren. Letzten Monat schrieb ich noch, dass du dich eigentlich nur drehst, wenn es gar nicht anders geht. Der Bericht war kaum getippt, da rolltest du los. Wenn ich dich auf deine Decke lege, kann ich manchmal gar nicht so schnell gucken, wie du dich umgedreht hast.
So verbringst du inzwischen die meiste Zeit in Bauchlage. Du spielst ganz andächtig mit allem, was du in die Finger bekommst. Du stützt dich auf einem Arm ab, um nach dem Objekt deiner Begierde zu greifen und greifst dabei auch über deinen Kopf. Manchmal ziehst du die Beinchen in Richtung Po und schlängelst dich rückwärts. Meistens drehst du dich aber einfach um dich selbst und ziehst dich in die Länge, bis du dein Ziel erreicht hast.
Du hast deine Füße als Spielzeug entdeckt. Du fasst dich an den Füßchen und kugelst dich hin und her, lutschst an ihnen herum und ziehst dir deine Söckchen aus. Nackte Füße magst du sowieso am liebsten. Wenn ich dich mit ihnen an der Nase kitzle, gackerst du vor Freude so doll, dass dein ganzer Körper bebt.

Du kannst dich sehr ausdauernd selbst beschäftigen, möchtest mich aber in deiner Nähe haben. Meist gibt es uns nur im Doppelpack, denn am liebsten verbringst du deine Zeit auf meinem Arm, meinem Schoß oder stillend. Ich genieße deine Nähe sehr und könnte jedes Mal dahinschmelzen, wenn du deinen Arm um meinen Nacken legst und dein Köpfchen an mich schmiegst. Du hast sogar einige Male auf meinem Bauch geschlafen, das ist ewig nicht mehr vorgekommen.

Apropos Schlaf: Vor dem Schlafen liest dir dein Papa nun eine Gute-Nacht-Geschichte vor. Manchmal schläfst du sogar schon dabei ein. Natürlich stillend. Die Nächte sind wieder besser und tagsüber kann ich mich fast immer wegschleichen, wenn du schläfst. Nach 40 Minuten möchtest du noch einmal ein bisschen nuckeln, aber oft schläfst du dann einfach solange du schlafen willst. Einmal hast du sogar dein komplettes Schläfchen ohne Zwischenstopp geschlafen! Das ist so grandios!

Du möchtest sitzen! Wann immer du kannst, hebst du das Köpfchen in Rückenlage an oder ziehst dich selbst in den Sitz. Wenn du das geschafft hast, muss ich dich aber noch ein bisschen stützen, weil du nach vorne oder seitlich wegsackst. Du würdest am liebsten die ganze Zeit sitzen, aber noch kann ich dich mit einer halbliegenden Position vertrösten. Es nervt dich, dass du es noch nicht richtig klappt, besonders wenn du in der Newborn-Schale liegst. Dann hebst du den Kopf an und wirst richtig wütend. Erst wenn wir dich auch dieser misslichen Lage befreien, schenkst du uns ein breites Grinsen.

Du hast zum ersten Mal etwas anderes als Muttermilch zu essen bekommen. Meistens bekommst du einfach ein bisschen Obst oder Gemüse in die Hand gedrückt und kannst dich daran austoben. Du findest das sehr spannend, probierst alles. Du möchtest gerne mitessen und forderst uns mit Brummen auf, dir auch etwas abzugeben, aber die Mengen, die du zu dir nimmst sind selbst bei Brei verschwindend gering. Wir stillen also immer noch voll.

Ich schrieb schon öfter, du würdest dies oder jenes üben, aber das stimmt so nicht. Meist bin ich ganz überrascht, weil erst eine Weile nichts passiert und du plötzlich über Nacht neue Dinge kannst. Du hast nie versucht dich hochzuziehen, du hast dir meinen Finger geschnappt und dich daran hochgezogen. Einfach so. Sobald du dann einmal gezeigt hast, dass du es kannst, wird an der neuen Fähigkeit gefeilt, bis du sie perfektioniert hast.

Du bist neugierig und nichts ist vor dir sicher. Wenn du etwas zum ersten Mal in den Händen hältst, erkundest du es hochkonzentriert mit deinen Fingern, dabei spitzt du deine Lippen, was dir zuckersüße Pausbäckchen zaubert und pustest stoßweise die Luft aus.
Du verstehst schon so viel. Zum Beispiel, dass deine Stapelbecher klappern, wenn man sie aneinander schlägt oder dass du Wippe stärker wippt, je doller du mit den Beinchen strampelst. Du ziehst dir selbst das Tuch vom Gesicht, wenn ich „Gugucks?“ sage und grinst ganz stolz darüber. Wenn ich dich frage, wie groß du bist, machst du die Arme ganz locker, damit ich sie anheben kann, das findest du unglaublich lustig. Außerdem hilft es dabei deine Arme durch Ärmel zu bekommen.
Du fasst alles mit spitzen Fingern an, dein liebstes Ziel sind meine Träger, erst dann schließt du deine Hand zur Faust.

Du perfekter kleiner Mensch! Ich könnte ewig weitererzählen.

Ich liebe dich.

Vorbereitung ist alles

Ich wollte auf alles vorbereitet sein, also zog ich los und besorgte das ein oder andere Utensil, damit dem Beikoststart nichts mehr im Weg stünde, sollte es losgehen.

Möglicherweise bin ich da ein kleines bisschen eskaliert. Ich weiß auch, dass er vieles davon noch nicht braucht, aber die Sachen sind so niedlich, da bin ich einem kleinen Kaufrausch verfallen. Außerdem gehörte zu meiner romantischen Vorstellung vom ersten Kontakt mit fester Nahrung auch das nötige Equipment. Das ist quasi wie Sportzeug kaufen, damit man Sport machen kann. ;)

Der Kleine besitzt nun, neben seinem Tripp Trapp samt Zubehör, ein Ärmellätzchen, Löffel, einen hübschen Teller und einen Becher mit Henkeln von DM, einen Magic Cup und eine Happy Mat.

Ich überlegte auch an einem Tray für den Tripp Trapp oder an diesem Table Top herum, aber so richtig überzeugt bin ich noch nicht. Ich finde die Vorstellung toll, dass der kleine Mann mit uns am Tisch sitzt und das Tablett haftet wahrscheinlich nicht auf unserem Holztisch. Wir warten da also erstmal ab und schauen dann, ob wir sowas wollen oder nicht.

Für den Boden haben wir schon vor längerer Zeit eine Bürostuhlunterlage gekauft, die aktuell noch vor dem Wickeltisch als Pipischutz liegt. (Half übrigens nicht so viel.) Die abwaschbare Tischdecke ist unterwegs. Wir sind vorbereitet.

Den Becher gab ich ihm schon mal zum Spielen und tatsächlich verstand er das Prinzip sofort, verschluckte sich an dem Minischluck Wasser, weil er wie beim Stillen das Wasser direkt nach hinten zog.

Ich bin mir nach wie vor nicht sicher, ob der kleine Mann alle Beikostreifezeichen so richtig erfüllt, aber nun gut. Irgendwie bin ich inzwischen aber auch ein bisschen kribbelig

Beikost

Neben den Schlafgewohnheiten scheint es nach ein paar Monaten besonders interessant zu sein, ob der kleine Mann nun endlich etwas zu essen bekäme. Denn „ab 6 Monaten reicht die Milch nicht mehr aus“ oder „die Milch wird zu dünn„.  Außerdem wird jeder Blick als Hunger interpretiert und sowieso ist er ganz arm dran, weil er noch keinen Kuchen haben darf. Und auch keine Kekse. Armes Kind!

Wie bei vielen Dingen, habe ich mir vorher über die Beikost nicht allzu viele Gedanken gemacht. Ich wusste, dass die WHO empfiehlt 6 Monate voll zu stillen und dass ich das gerne tun würde, sofern es denn klappt. Als der Kleine dann da war, zweifelt ich manchmal daran, ob wir das jemals schaffen würden, aber nun ist er 6 Monate alt und siehe da, wird voll gestillt. Er ist ein quietschfideles Baby mit niedlichen Speckbeinchen. Verhungert sieht anders aus!

Aber es wurde seit er 4 Monate alt ist doch immer wieder thematisiert. Von der Ärztin bei der U4, ungefragt von meiner Zahnärztin und auch sonst meint Hinz und Kunz etwas dazu beitragen zu müssen. Wie schon gesagt, wusste ich dass man nicht zwingend mit 4 Monaten Brei bzw. Beikost einführen muss, viel mehr aber auch nicht und als dann die Allergieprävention angesprochen wurde, wurde ich auch etwas unsicher.

Je älter der Kleine wurde, desto mehr Gedanken machte ich mir also über das Thema Beikost.
Als die Kinderärztin die Beikosteinführung bei der U4 anprach, war das alles noch so weit weg, denn der Kleine war alles andere als bereit. Und ehrlich gesagt, sträubte sich in mir auch alles dagegen. Denn mir ging es zu schnell. Diese besondere Nähe, die wollte ich noch nicht aufgeben, aufbrechen. Selbst dem Freund, der ja bekanntlich nicht stillt, ging das zu schnell. Der Speiseplan des kleinen Mannes wird ja erstmal nur ergänzt und vermutlich wird er sich nicht nach dem ersten Bissen abstillen, aber was wenn es plötzlich ganz zügig geht? Davor habe ich ein bisschen Angst, denn dazu bin ich noch nicht bereit. Klar, nervt(e) mich die Stillerei auch manchmal, aber meistens genieße ich es einfach nur. Es ist, wenn es funktioniert, echt unkompliziert und praktisch. Es kommt, wie es kommt, das ist mir klar. Außerdem kann das ja auch noch ne ganze Weile dauern, bis er nicht mehr stillen mag. Ich werde dem kleinen Mann aus Egoismus sicher nicht die Nahrung in Form von Beikost vorenthalten, aber ich werde ein bisschen wehmütig. Mein Baby wird groß. Abnabelung ist eben ein Prozess, den auch ich durchmache.
Daneben wiegt für mich auch die Verantwortung schwer, ihn gut und ausreichend zu ernähren. Das macht mein Körper bisher ganz alleine, wie praktisch das ist!

Nun ist er also schon 6 Monate alt und das Interesse an Essen wird sicher nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Neben der klassischen Breikost erfuhr ich durch Twitter und die Blogs, die ich so lese, vor Jahren von baby-led weaning und fand das Konzept so interessant, dass es sich eingebrannt hat. Mir gefiel und gefällt der Gedanke dahinter sehr und es kam mir viel unkomplizierter vor, schließlich isst das Baby ja einfach mit. Gemeinsam mit uns, das gefällt mir dabei am besten. Aber auch hier ploppten die Fragen, wie ich das konkret anstelle, nach und nach auf wie Luftblasen im Wasser.

Ich beschäftigte mich also in letzter Zeit mit den Fragen, wie wir den kleinen Mann an feste(re) Nahrung heranführen wollen und wie das so funktioniert. Soll er Brei bekommen oder machen wir BLW? Oder mischen wir das einfach?
Für Breikost gibt es ja zig Pläne und so weiß ich, dass man mit Gemüse anfängt. Klingt auch logisch für mich. Aber warum nach und nach und warum Milch und Getreide vor Obst? Warum schon mit 4 Monaten? Und wie soll mein Kind verstehen, dass es jetzt mittags Essen bekommt, aber abends nur stillen darf/soll/muss? Verwendet man Kuhmilch für den Milchbrei oder Pre/Muttermilch?
Klar, kann man es einfach machen, aber so bin ich nicht. Ich will einfach die Gedanken dahiner verstehen.

Aber auch bei BLW kamen einige Fragen auf, z.B. ob manche Lebensmittel am Anfang weniger geeignet sind als andere. Roh oder nicht roh. Was soll gedünstet werden? Mein Gefühl sagt, alles was roh zu schwer zum Zerteilen sein könnte, sollte gedünstet werden. Aber wenn mein Kind vom Tisch mitessen soll, darf es von Anfang an alles haben? Ist das nicht ein bisschen viel für den Magen und Darm, wo es doch bisher nur Milch gab? Oder fängt man da auch einfach mit Gemüse an, nur eben in seiner ursprünglichen Form?
Bekommt es zu jeder Mahlzeit etwas? Wann fängt man mit Getreide an?

Sollen bestimmte Nahrungsmittel generell vermieden werden? Wie viel soll ein Baby eigentlich essen? Ab wann reiche ich Wasser zum Essen?
Oder die große Frage: woran erkenne ich, ob mein Baby beikostreif ist? Denn ehrlich gesagt, ist gerade das Interesse an Essen das Kriterium, das ich am wenigsten Greifen kann. Es ist alles interessant für ihn. Alles wird beobachtet, befühlt und in den Mund gesteckt, ganz egal um was es sich handelt.

Es waren also ein paar Fragen offen und ich fing an zu recherchieren.

Ich weiß nun, dass es nicht den einen einen Plan gibt. Selbst Breipläne sind in jedem Land anders. Schon interessant wie einem aber suggeriert wird, dass es genau so zu laufen habe. Auch bei Allergikern werden keine Lebensmittel ausgeschlossen, sinnvoll ist einfach sie unter dem Schutz des Stillens einzuführen (sofern man denn stillt, klar!). Ich las, dass in Deutschland viele Frauen bis zum 6. Monat abstillen und damit die Babys Beikost erhalten, während noch gestillt wird, wird oftmals die Beikosteinführung ab dem vollendeten 4. Monat empfohlen. Es sprach also tatsächlich nichts dagegen, einfach weiter zu stillen, bis der Kleine soweit ist, statt ihm regelmäßig mit dem Löffel vor der Nase rumzuwedeln bis er endlich den Mund aufmacht.

Essen darf das Baby fast alles. Es sollte frisch und ausgewogen sein. An sich auch logisch. Es gibt nur wenige Ausnahmen, die nur in geringen Mengen (z.B. Salz, Kuhmilch bzw. Milchprodukte) oder gar nicht (z.B. Ahornsirup, Honig, ganze Nüsse) auf dem Speiseplan stehen sollten. Es ist eigentlich gar nicht so kompliziert

Mittlerweile freue ich mich richtig darauf, dem kleinen Mann diese Welt zu eröffnen. Wahrschrinlich wird es auf eine Mischung zwischen Brei und BLW hinaus laufen, so wie es uns eben gerade passt. Zuhause würde ich aber gerne hauptsächlich Fingerfood anbieten wollen, damit wir gemeinsam Essen können und er sein Essen mit allen Sinnen selbst erfahren darf.

Das wird sicher erstmal ne Sauerei, aber ich freue mich wirklich richtig darauf. Früher oder später komme ich eh nicht drum herum, ich kann ihn ja nicht ewig füttern. Warum dann nicht gleich? Außerdem sah es beim Sohn meiner Freundin nach richtig viel Spaß aus wie er so sein Essen erkundete, das möchte ich dem Kleinen nicht vorenthalten.

Ich bin so gespannt wie er das finden wird, welche Vorlieben er entwickelt. Ob er überhaupt schon möchte. Ob er viel isst oder lieber mehr stillen mag.  J ich freue mich auf die Gesichtsausdrücke bei neuen Speisen und all die Bilder mit verschmiertem Gesicht und Joghurt in den Haaren, das wird super.

Der Hochstuhl steht bereit, das Lätzchen ist startklar, fehlt eigentlich nur noch der kleine Mann. Und eine wasserabweisende Tischdecke, der Holztisch wird es uns danken. Der Rest kommt dann vermutlich von alleine.