Momente mit Seltenheitswert

Es passieren noch Wunder. 

Der kleine Mann verweigerte heute Morgen den Schlaf. Das war etwas ungünstig, weil um 9.45 Uhr der Sportkurs mit Baby losging. Der Kleine machte aber wunderbar mit. Trotz Augenringen des Todes wollte er, anders als die anderen Babys, aber nicht einschlafen. Das tat er dann – hier das Wunder – im Auto. Ohne einen Mucks. Es sah zu niedliche aus wie er mit seinem Spielzeug in den Händchen einfach weggenickt ist.

Weniger geschickt war dann, dass die Fahrt nur 10 Minuten dauert.

Also in die Trage und hoffen. Und ja, er schlief tatsächlich weiter. Also die Chance nutzen ein paar Überweisungen zu machen und mir etwas zu Essen zuzubereiten. Und jetzt sitze ich verschwitzt und ungeduscht, aber mit leckerem Essen und einer Folge Grey’s Anatomy und dem schlafenden Baby in der Trage auf dem Sofa. Es könnte schlechter sein. 😉

Zusage!

Die schriftliche KiTa-Zusage ist da. Wir bekamen ja bereits mündlich die Zusage, aber schriftlich fühlt sich das doch noch besser an. Ehrlich gesagt war ich die letzten Tage ziemlich nervös, sie könnte ja beim Lesen in der Zeile verrutscht sein.

​In dieser KiTa wird erst ab dem ersten Geburtstag eingewöhnt, den Platz bekommen wir zum 1. Februar. Wir planen 6 Wochen Eingewöhnungszeit ein. Daher werde ich die Elternzeit um 2 Monate verlängern. Das geht die 2 Monate schon irgendwie. Besser als auf unbestimmte Zeit und mit Bibbern, ob es dann mit meinem Arbeitsplatz weiterhin so klappt.

Außerdem habe ich so zwei Monate mehr mit meinem Sohn und darüber freue ich mich gerade riesig! 

Ich fühle mich direkt so erleichtert. Nun können wir das Thema abschließen, das Zittern hat ein Ende. Ich kann meinem Arbeitgeber mitteilen, wann ich wieder einsteige, wie viel ich arbeiten werde und das Home Office planen.

Mit der Zusage kam auch direkt die Einladung zum ersten Elternabend und zum KiTa-Fest. Kann man da sein Baby zum Elternabend mitnehmen? Sonst wird der Freund alleine gehen müssen.

U4 – Baby-TÜV

Heute hatte der kleine Mann seinen vierten Baby Check up. Ich war sehr neugierig wie groß und schwer der kleine Mann wohl mittlerweile ist. 

In letzter Zeit ploppte einige Male der Wunsch ihn wiegen zu können wieder auf. Die Sorgen nach der Geburt haben Spüren hinterlassen. Die Tatsache, dass er aktuell die Stillabstände wieder verkürzt hat, tut ihr Übriges. Tagsüber lege ich ihn auch von mir aus öfter an in der Blinden Hoffnung den Brunnen zum Sprudeln zu bringen. Nachts meldet er sich nach 2,5-3 Stunden und danach zu jeder Stunde bis die Nacht um 5 Uhr beendet wird. Meine Hebamme warnte mich schon davor, dass um den 4. Monat nochmal eine stillintensive Zeit kommt, aber jetzt, so mitten drin,bin ich dennoch verunsichert (und brauche Schlaf! Und Zuspruch. Olle Stillerei.).

Aber zurück zum eigentlichen Thema: die U4.

Unser Kinderarzt war verhindert, weshalb eine sehr nette, ältere Ärztin die Vertretung übernahm. Durch die Abwesenheit verschob sich der Termin zeitlich, was irgendwie unterging und wir so erstmal eine Stunde zu spät aufschlugen. Immerhin war der Kleine so ausgeschlafen. 

Disziplin Nr. 1 des Baby-Triathlons das Wiegen und Messen, ließ der kleine Mann geduldig über sich ergehen. 
Mit seinen 16 Wochen ist er 62 cm groß und wiegt 5.620 g und damit 2 kg mehr als bei der U3. Ich hatte heimlich auf ein bisschen mehr gehofft, freue mich aber sehr über die Zunahme. Er scheint einfach ein zierliches Kerlchen zu bleiben. 

Disziplin Nr. 2, den Sportteil, brachte er auch erfolgreich hinter sich. Der kleine Mann zeigte was er kann, grinste und erzählte,was das Zeug hält und schnappte nach allem, was ihm in die Finger kam. Die Ärztin war sehr zufrieden, gab uns aber ein paar Tipps mit auf den Weg wie wir den kleinen Mann zur Bauchlage motivieren können. Die klappt schon deutlich länger und besser und auch das Köpfchen hält er dabei, nur der Unterarmstütz ist noch ausbaufähig. Er streckt die Arme lieber nach hinten, was an einen Skispringer erinnert. 

Ich beantwortete Fragen zu den Stillabständen, zum Schlafverhalten und zu Körperausscheidungen („Pinkelt er im Strahl?“ -„Und wie!“).

Und dann folgte der Teil, auf den ich mich so gar nicht freute: die Impfung. Oder wie Papa sagt, der erste Teil der Ritterrüstung.

Ich habe dem kleinen Mann gestern schon erklärt, was da auf ihn zukommt. Ich weiß nicht, ob er das schon versteht, aber ich bin kein Freund von „Das tut gar nicht weh.“ und „Ist nicht so schlimm.“. Ich selber finde Spritzen zu bekommen auch echt kacke, also erzähle ich meinem Kind nicht wie toll das doch ist, ob er es versteht oder nicht. Und gar nichts dazu sagen, fand ich auch doof.

Er saß auf meinem Schoß und ich redete mit ihm, während er gespielt wurde. Erst dachte ich, es hätte ihm gar nicht weh getan, aber noch Ehe der Gedanke zu Ende gedacht war, schrie er schon ganz zerreißend. Nach ein paar Minuten ließ er sich aber beruhigen. Tapferer, kleiner Kerl!

Zum Abschluss bekam ich noch ein paar Infos zum sicheren Kindesschlaf (eigenes Bett, Rückenlage *hust*) und zur Beikosteinführung. Das sollten wir zur Allergieprävention nun langsam anfangen. Ohne Druck, aber doch immer wieder anbieten. Sie riet vom „Picken lassen“ (BLW) ab, gerade bei so zarten Kindern, da so keine nennenswerten Mengen im Kind landen.

Da bin ich wieder einmal froh, dass ich schon eine Weile im Internet unterwegs bin und viel(e Aternativen) aus dieser Blase mitgenommen habe, sonst würde ich nun bestimmt verzweifelt versuchen Karottenbrei ins Kind zu bekommen.
Ich möchte gerne 6 Monate voll stillen wie es von der WHO empfohlen wird. Sollte der kleine Mann schon vorher Interesse am Essen zeigen, werde ich ihn nicht davon abhalten, aber er bestimmt Zeitpunkt und Tempo. Ich denke, es wird eine Mischung aus BLW und Brei werden. Aber bis dahin ist noch etwas Zeit.

Wie schon in der Schwangerschaft ist „zeitgerecht entwickelt“ die Auszeichnung schlechthin für mich. 

Zum Abschluss gab mir die Ärztin noch mit auf den Weg, dass ich es weiterhin genauso machen solle wie bisher auch. Wir machen das ganz toll und man merke unsere Bindung. Das war eines der schönsten Komplimente überhaupt. Da war ich doch ein bisschen stolz.

Allein, allein

Der Freund bekam die Möglichkeit an einem Lehrgang in Frankfurt teilzunehmen und so verbrachten der kleine Mann und ich viel früher als geplant ein paar Tage ohne Papa. Allein, allein.

Ehrlich gesagt war ich davon gar nicht begeistert, aber was muss, das muss. Und immerhin waren es auch nur 2 Nächte. Meine Sorgen im Vorfeld waren absolut unbegründet. Wir beide haben das ganz gut hin bekommen, würde ich sagen. Ich bin müder als sonst, das kann aber auch daran liegen, dass der kleine Mann leider seine Schlafintervalle deutlich verkürzt hat. Außerdem ist das Wetter richtig schlecht, da komme ich nie in Fahrt und auch dem Kleinen scheint das und der Frischluftmangel (ja, mir war das zu kalt und nass da draußen) aufs Gemüt zu schlagen.

Eigentlich war es sogar ganz schön, nur wir zwei. Wir haben viel gestillt & gekuschelt. Und ich weiß jetzt, dass es klappt, wenn es muss. Aber ich bin auch sehr froh darum, dass es nicht immer muss! Uns fehlt nach wie vor Routine und ein Rhythmus, aber ich war jeden Tag angezogen, habe die Zähne geputzt und gegessen habe ich auch. Gelegentlich waren sogar kleine Aufgaben im Haushalt drin. Es wird also. Wie man so zum Duschen kommen soll ist mir jedoch nach wie vor echt ein Rätsel.

KiTa-Wahnsinn

Ich habe bei Freundinnen schon im Vorfeld mitbekommen wie schwierig es zum Teil ist einen KiTa-Platz zu bekommen. Aus diesem Grund habe ich bereits in der 15. Woche Anmeldungen an sämtliche KiTas in der Umgebung abgegeben.

Wer aufgepasst hat, weiß, dass ich das  gar nicht sehr viel früher hätte machen können. Man stelle sich eine Anmeldung vor und in Feld Geburtsdatum steht dann „Voraussichtlich xx.xx.20xx, sofern es geklappt hat“.

Zum Teil haben wir jetzt schon die Mitteilung erhaltem, dass wenn wir bis September 2018 keinen Platz bekommen, sofern nicht jemand abspringt oder wegzieht. Und das ist richtig Scheiße.

Ich würde so gerne länger Zuhause bleiben, aber es ist leider keine Option. 

Es war von vorneherein klar, dass ich nicht länger werde Zuhause bleiben können. Finanziell ist es nicht drin und auch beruflich wäre es nicht gerade klug, da ich eine richtig gute Stelle verlieren würde. (Ich werde nicht gekündigt, aber mein aktueller Arbeitsplatz wird nicht auf ewig freigehalten und ich müsste dann etwas anderes machen und vielleicht auch wo anders hin, was auch wieder negativen Einfluss auf die Gestaltung meines Arbeitsplatzes und der Arbeitszeit hätte auch in Bezug auf Homeoffice.)

Ich dachte ganz naiv, wenn ich das jetzt schon weiß, auxh schon vor der Schwangerschaft, kann ich mich darauf einstellen und es wird mir dann leichter fallen. Hört ihr mich lachen!? Mir wird jetzt schon ganz heulig, wenn ich daran denke, mein Baby nicht mehr die ganze Zeit bei mir zu haben. Vielleicht ändert sich das noch, aber aktuell bricht es mir das Herz. Mir, für den Stöpsel wird das sicher super. Wenn, ja WENN er denn einen Betreuungsplatz bekommt, denn dann steht derzeit noch in den Sternen. 

Und neben dem OB steht die Frage WELCHEN Betreuungsplatz er bekommt. Es gibt 2 Einrichtungen, die mir richtig, richtig gut gefallen. Dort habe ich mich räumlich wie personell gleich sehr wohlgefühlt. Andere wären Kompromisse, ebenso wie die zwei Tagesmütter, die wir bereits kennengelernt haben. Eine finde ich aber herzlich, bin mit der Aufhebung aber nicht so glücklich und auch sprachlich habe ich bedenken, da sie zwar deutsch spricht, aber man deutlich merkt, dass es nicht ihre Muttersprache ist. Mich persönlich stört das nicht, aber im Hinblick auf meinen einjährigen Sohn, der gerade anfängt zu sprechen und einige Stunden des Tages dort verbringen soll, brachte der Freund ein paar Bedenken hervor. Bei der anderen Tagesmutter gefielen uns die Räumlichkeiten besser, sie war nett, aber es wirkte etwas verkrampft.

Jetzt ist es ja eh nicht so als könnten wir wirklich wählen. Und im Notfall müssen wir nehmen, was wir kriegen und uns weiter bewerben, falls wir gar nicht glücklich damit sein sollten.

Es ist doch ein Irrsinn, dass man sich überhaupt so früh Gedanken machen und am Ende froh und dankbar sein muss, wenn man überhaupt einen Platz 3 Monate später als benötigt, bekommt. An den ü3 Platz mag ich gar nicht denken, das ist nämlich auch so ein Thema, da der nicht in jeder KiTa garantiert ist…

Und unsere Gemeinde ist echt gut aufgestellt und sehr bemüht den Bedarf zu decken. Auf 12.000 Einwohner kommen insgesamt 90 U3 Plätze. Aber sie geburtenstarken Jahrgänge machen sich bermerkbar. Aktuell wird versucht bis zum Herbst 2 weitere Gruppen zu schaffen, ob das klappt, steht noch in den Sternen.

Im Mai wissen wir dann mehr. Ein paar Daumen waren toll. 

Hat schon jemand Erfahrungen mit dem Rechtsanspruch gemacht? Wie läuft das denn? 

 

2 Monate Januarbaby

Oh Babybär,

du bist nun schon unglaubliche 2 Monate bei uns. Vermutlich werde ich jeden Monat darüber staunen wie schnell die Zeit vergeht. Es ist als würde jemand an der Zeit drehen.
Du bist der Dreh- und Angelpunkt in unserem Leben.

Du wächst! Das wurde mir so richtig bewusst als ich ein 3,5 Wochen altes Baby sah. Im direkten Vergleich bist du schon fast erwachsen! Unglaublich wie schnell das geht. Mittlerweile bist du 58 cm groß. Inzwischen hast du Windelgröße 1 hinter dir gelassen. Du trägst noch immer ein paar 50er Bodies, ich bin mir aber sicher, dass wir diese ganz bald aussortieren werden. Größe 56 passt dir ganz gut. Bei Oberteilen müssen die Ärmel manchmal noch etwas umgeschlagen werden, bei Hosen darf es gelegentlich auch schon Größe 62 sein. Du hast einfach lange Beine! Am Bund sind dir aber alle Hosen zu weit.

Du bist ein langes, zartes Kerlchen. Du nimmst zu, aber eher in kleinen Schritten. Das hat mir etwas Sorgen bereitet. 8 Wochen nach deiner Geburt hast du endlich die 4 Kilo-Marke geknackt. Jedes Gramm Speck an dir macht mich sehr, sehr glücklich! Außerdem steht dir das kleine Doppelkinn ganz hervorragend!

Von meinem entspannten Baby war zu Beginn des 2. Monats nicht mehr viel übrig. Du warst sehr unruhig. Es musste einfach immer ich sein.
Eigentlich dachte ich, wir wären was das angeht über den Berg, aber das Stillen war zeitgleich wieder unser Thema. Erst hattest du ein paar Schwierigkeiten, die wir aber mit konsequentem Neuanlegen schnell beheben konnten, dann wolltest du ununterbrochen an der Brust sein. Wenn du nicht getrunken hast, hast du genuckelt. Und wehe, ich unternahm den Versuch die Brust zu befreien. Ich habe mir große Sorgen gemacht, ob du genug Milch bekommst und war sehr verunsichert. Nach einer Woche war der Spuk vorbei und du ließt die Brust von selbst wieder los.

Du behieltst deinen Nachtschlafhythmus bei und schenkst uns eine erste Schlafphase von etwa 4 Stunden (einmal sogar 5!), meist wirst du zwischen 0 und 2 Uhr hungrig. Wir stillen dann noch ein, zwei, selten 3 Mal bis du zwischen 6 und 8 Uhr die Nacht beendest. Im Anschluss an das Dauerstillen, schliefst du einige Tage lang deutlich unruhiger und warst schlechter gelaunt. Du warst ein paar Nächte plötzlich 1-2 Stunden wach, geschrien hast du aber nicht einmal. Ich danke dir sehr dafür! Alles in allem sind die Nächte fast schon ehrolsam! Du schläfst nach wie vor nur beim Stillen ein, tagsüber findest du schwerer in den Schlaf. Legt man dir aber ein Spucktuch über den Kopf, bist du ziemlich schnell eingeschlafen. Oft vergräbst du auch deinen Kopf in meiner Armbeuge und schlummerst dann ein. Es ist ziemlich niedlich wie du dich einwühlst und rumschnuffelst bis alles nach deinen Wünschen ist. In der Trage klappt das Einschlafen nach wie vor wunderbar. So kam ich dazu mir zum ersten Mal seit deiner Geburt selbst etwas zu essen zu kochen.

Seit 2 Wochen haben wir eine Art kleines Abendritual eingeführt. Du wirst gewickelt und gewaschen. Manchmal massiere ich dich noch ein bisschen, Papa zieht dir den Schlafanzug an (vorher hast du fast immer nur im Body geschlafen). Dann nehme ich dich mit aufs Sofa, wo wir solange stillen, bis du einschläfst. Das ist meist zwischen 20 und 21:30 Uhr der Fall. Wenn wir dann ins Bett gehen, lässt du dich manchmal ins Beistellbett ablegen. Zum ersten Stillstopp kommst du wieder zu uns ins Bett, wo du die restliche Nacht verbringst.

Die Hormone machen auch vor dir nicht halt. Du hast ein Großteil deiner wunderschönen Fluffhaare auf dem Oberkopf verloren. Du trägst nun ausgeprägte Geheimratsecken. Zusammen mit deinem kritischen Blick wirkst du nun sehr weise, was unfassbar niedlich aussieht! Dazu gesellte sich eine leicht schuppige Kopfhaut und ein bisschen Babyakne.

Du lachst! Es ist als ginge die Sonne auf! Als du mir das erste Mal ein bewusstes Lächeln schenktest, bin ich aufgeflippt vor Freude. Du grinst über beide Backen und strahlst uns an. Wenn dir etwas ganz besonders viel Freude bereitet, grinst du ganz breit, spitzt deine Zunge, knickst die Spitze ab und berührst damit deine Oberlippe. Du kleine Grinsebacke! Du hast keine Ahnung wie zuckersüß du bist! Ich könnte dich mehrmals täglich auffressen!
Du kannst aber auch anders. Wenn dir etwas nicht passt, ziehst du die Mundwinkel ganz dramatisch nach unten und quäkst los.

Du verzauberst alle, die dich sehen. Deine Mimik ist der Wahnsinn! Du bist ein richtiger Gesichtskasper und ich musste schon so oft lauthals über deine Gesichtsauadrücke lachen. Egal, ob kritischer Blick mit Falten auf der Stirn und an der Nasenwurzel. Bist du unsicher was auf dich zukommt, ziehst du die Schultern hoch und runzelt die Stirn.

Wenn du wach wirst, hast du eine unglaubliche Körperspannung. Du ziehst du die Beinchen an, reibst dir mit deinen Fäustchen die noch geschlossenen, aber hochgezogenen Augen und streckst den Rücken durch, wodurch du einen niedlichen kleinen Entenpo bekommst. Das angesprengte Seufzen dabei, macht alles noch niedlicher.

Du bist so aktiv geworden. Es wird gelacht ubd gezappelt. In der Bauchlage wechselst du wie wild die Seiten, manchmal hebst du das Köpfchen ein bisschen an. Meist ist dir das aber zu anstrengend und du beginnst schon nach kurzer Zeit zu meckern. Du hast das Mobile über dem Wickeltisch entdeckt und bestaunt es seitdem ausgiebig.

Du strampelt so wild mit Armen und Beinen, reckst den Hals und hebst Kopf ein bisschen, nur in Bauchlage reicht die Kraft noch nicht. Du drehst dich im Schlaf in Seitenlage. 

Immer öfter finden auch ein paar Laute den Weg nach draußen. Du gurrst und warst selbst total überrascht von deinem erstes „Errö“.  Du kannst gefühlt jeden Tag etwas Neues, ich komme gar nicht hinter! Das ist so toll und ich kann und will meine Begeisterung für jeden Blick, jede Miene nicht bremsen. Alles löst Begeisterungsstürme und verzücktes Quietschen meinerseits aus.

Du machst mich so glücklich!

Du nimmst nur ganz selten den Schnuller. Meist nuckelst du kurz daran, um ihn dann im hohen Bogen wieder auszuspucken. Dafür steckst du dir immer öfter deine Händchen in den Mund und schmatzt wild daran herum. Dabei wird ordentlich gesabbert! Aber nicht nur die Hände werden abgeleckt, legt man dich auf den Bauch oder trägt dich vor der Brust, erkundest Du alles mit deiner winzigen Zunge. Dabei sabbert du ganze Sturzbäche.
Du bist der König der Spuckebläschen!

Beim Stillen nestelst du an mir herum und schenkst mir dabei ganz intensive Blicke. Es ist als könnte ich in dich eintauchen und vielleicht tue ich das auch ein bisschen. In deine wunderschönen blauen Augen! Der Außenrand der Iris ist ganz dunkel, der innere Teil ist wie das Meer. Er ändert seine Farbe je nach Stimmung. Bist du gut gelaunt und strahlst, sind sie hellblau und sehen aus als würde die Sonne von der schaukelnden Oberfläche reklektiert. Bist du grummelig, werden sie dunkler.

Wenn du dich eng an mich gekuschelt, explodiert mein Herz vor Glück. Ich vergrabe meine Nase so gern in deinen Nacken und atme dich ein. Du riechst so unglaublich gut. Es ist kein bestimmter Duft, du rauchst einfach frisch. Ich wünschte, ich könnte diesen Geruch in Gläser packen und für immer aufbewahren.

Noch besser als das Baden findest du das Föhnen danach. Dabei machst du dich ganz lang und verlierst jede Spannung. Das Autofahren hat für dich jedoch etwas an Reiz verloren. Immer öfter fängst du an zu schimpfen, kommen wir schnell genug los, beurhigst du dich meist schnell und schläfst ein. Die Ampel sollte in dieser Phase allerdings besser nicht rot sein. Die erste längere Fahrt zu Oma und Opa verschliefst du komplett, auf der Rückfahrt brülltest du als ginge es um dein Leben. Da hat auch anhalten und stillen nichts gebracht. Das war wirklich schlimm.

Einmal konnte dich dein Papa in die Nononmo legen, wo du ganze 2,5 Stunden tief und fest schliefst. Ich konnte es fast nicht glauben. Das schien ein Zufallstreffen gewesen zu sein, denn es kam seitdem nicht wieder vor. Ab und an lässt du dich kurz hineinlegen, meist wirst du aber wach oder nach 5 Minuten so unruhig, dass wir den Versuch wieder abbrechen.

Du bist nach wie vor am liebsten bei deinem Papa oder mir. Du brauchst den Körperkontakt einfach sehr. Aber immer öfter lässt du dich auch mal kurz ablegen und du schaust dir ganz neugierig deine Umgebung an. Unter deinem Spielebogen hältst du es ganz gut aus. Du beobachtest den Frosch und ein paar Mal hast du ihn auch schon mit deinem Fäustchebn in Schwung versetzt.

Kleiner Mann, ich könnte ewig davon erzählen wie schön, bereichernd und anstrengend das Leben mit dir ist.

Du bist die Erfüllung meines größten Wunsches.
Ich liebe dich!

Im Zeitraffer

Am 12. März 2015 setzte ich die Pille ab. Kurz vor unserer großen USA-Reise. Ich hoffte, ein kleines Mitbringsel zurück zu schmuggeln und freute mich so sehr über diesen großen Schritt.

Heute, genau 2 Jahre später, endet der Mutterschutz. Mein acht Wochen altes Baby liegt schnuffelnd in meinem Arm. Ich bin dankbar und überglücklich. 💙

Der erste Tag alleine

Ich hatte die Befürchtung, dass der kleine Mann meine Nervosität riechen könnte und die Nacht zum Tag macht, aber im Gegenteil, bereitete er uns eine echt erholsame Nacht. 

Ich stand morgens mit dem Freund auf, das Baby schlief noch ein bisschen und ich konnte mich in Ruhe anziehen, Haare machen, die Zähne putzen und mir meinen Malzkaffee (bäh!) zubereiten. Yeah! Das sind Dinge, für die ich auch schon den halben Tag brauchte. Mir kann heute keiner mehr was!

Der Freund verabschiedete sich als das Baby zu moppern begann. Nach einem Boxenstopp gab es für uns beide erst einmal Frühstück im Bett. Der kleine Mann war unheimlich gut drauf. Ich spielte ein bisschen mit ihm bis er sein zweites Frühstück einforderte und anschließend auf mir einschlief. Ich liebe das sehr! Es ist so schön, wenn er sich richtig ankuschelt und man spüren kann wie er immer mehr entspannt. Da wird es mir richtig warm ums Herz.

Oh wait! Da wurde es wirklich warm! Ich weiß immer noch nicht wie er das anstellt, aber da hat er Houdini-mäßig neben die Winde gepullert. Reife Leistung, kleiner Mann!
Kostümwechsel für uns beide! Zum Glück hatte ich ihn noch nicht tagfein gemacht. Umgezogen ließ er sich sogar kurz ablegen und ich konnte mich umziehen.

Es sind die kleinen Dinge, die zählen. Denn ich habe ein Baby, das sehr gerne bei Mama ist oder zumindest immer jemanden um sich wissen will. Da sind solche Momente wirklich besonders.

Ein wenig Haushalt mit Baby im Arm ging auch und dann wurde wieder gespielt. Inzwischen ist der kleine Mann deutlich aufmerksamer, und schaut sich mit großen Augen um.
Nach einem Schläfchen ganz ohne dauernuckeln (yeah!), Wird wieder gespielt.
Der kleine Mann ist heute bester Laune. Er steht auf Musik und wird richtig aufmerksam. Als ich ihm ein Lied vorsang, das ich in der Schwangerschaft oft hörte, schenkte er mir eim breites Grinsen.
Das sind diese Momente! Hormone, Muttetglück, nennt es wie ihr wollt, aber da flossen erstmal ein pasr Glückstränen. Ich kann es noch immer nicht fassen! Der gehört jetzt zu uns! ❤

Den restlichen Vormittag verbringen wir mit Stillstopps und kurzen Schläfchen. Irgendwann kam ich auf die Idee ihm ein Spucktuch über due Augen zu legen und zack, fand er zur Ruhe. Ich konnte ihn sogar ins Beistellbett legen und mir Mittagessen warm machen bis er merkte, dass ich nicht da bin. Nochmal kurz stillen und schon schlief er weiter, insgesamt gute 2 Stunden. Ohne mich geht es nicht, aber das ist ok.

Ein kurzer Spaziergang zur Spotheke, Bank und Post war auch drin und schon war der Freund wieder Zuhause.

Viel geschafft habe ich nicht, aber es war auch nicht mein Ziel. Im Gegenteil. Ich wollte einen ganz entspannten ersten Tag mit meinem Baby verbringen und das ist uns gelungen. Ich denke, mit der Zeit werden die Freiräume größer und der Alltag wird uns schnell genug einholen.

Die Wollmäuse fühlen sich ganz wohl und noch stört es mich noch nicht so sehr. Ich genieße es so sehr, wenn er mich angrinst, such an mich schmiegt oder seine kleinen Händchen fest in meinen Pullover krallt, während er mich beim Stillen ganz intensiv anblickt. Dann gibt es nichts, das wichtiger sein könnte.