Traumwelten

Ich habe schon immer intensiv und bunt geträumt. Meine Träume wirken häufig sehr echt. An einige Erinnere mich über Monate, ja sogar Jahre hinweg. Der älteste Traum ist aus meiner Kindheit. Ich schätze, dass ich etwa 6 Jahre alt war.

Ich habe schöne Träume, die so warm sind, dass ich mich den Tag darauf in einer Wattewolke befinde. Manche sind einfach ein bisschen wirr. Das sind im Übrigen die meisten. Ich habe zum Beispiel einmal von einem Haus geträumt, in dem es keine Schwerkraft gab. Ich sah ein Kind in einem viel zu großen, weißen Männerhemd im Garten stehen und in den Himmel starren. Als ich in den Himmel sah, erkannte ich die Eltern des Kindes, die mit ihrem Wohnmobil Richtung Mond flogen.

Soweit, so gut. Aber ich träume auch anstrengend und verängstigend. Meine Action- und Horrorträume. Ich kann damit Leben, dass ich auf der Flucht bin. Dass die Fenster, durch die der Vampir kommen kann immer wieder offen sind, sobald ich mich umdrehe. Dass mir ständig jemand ans Leder möchte. Das ist ein bisschen nervenaufreibend, aber es geht.

Aber in letzter Zeit ist es kaum auszuhalten. Die Träume sind anstrengend. Ich wache auf vollgepumpt mit Adrenalin. Ich bin verkrampft und mein Herz hämmert gegen meine Brust. Es geht um Mord, Quälerei, Verfolgung, Verlust und Vergewaltigung.

Ich weiß, dass ich unheimlich viel im Schlaf verarbeite. Aber was mir mein Unterbewusstsein damit sagen will, weiß ich beim besten Willen nicht. Ich hätte gerne meine wirren Träume wieder. Eigenartig, aber nicht so bedrohlich. Und solange, bin ich um jede Nach dankbar, in der ich einfach gar nicht träume.

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