Zusammengefasst } 10. Monat

Woche: 37. – 40. Woche
Das Baby: Wassermelone (2.800 – 4.000g)
Unser Stubbs hat beschlossen sich nicht mehr von der Stelle zu bewegen. Es sitzt also immer noch mit dem Po nach unten und daran wird sich vermutlich auch nichts mehr ändern. Uns wurde wieder gesagt wie zart es sei. Mal sehen, ob das am Ende wirklich stimmt. Ansonsten entwickelt es sich super. Es ist nach wie vor eher ruhig, hat aber auch immer mal wieder Tage an denen es etwa 2 Stunden am Stück aktiv war. Ich spüre nun immer öfter Füßchen und/oder Knie in der rechten Seite und auf Bauchnabelhöhe. Außerdem versucht es manchmal sich zwischen meine Haut und die Rippen zu schieben. So fühlt es sich jedenfalls an. Das ist ziemlich unangenehm, aber naja, da oben ist für so einen kleinen Dickkopf eben nicht immer genug Platz. Außerdem schiebt es immer noch gerne den Kopf (vermute ich zumindest) auf die linke Seite, das spüre ich sofort am Gefühl, das sich durch den ganzen Körper zieht.
Bauch:   94,5 cm –  95 cm – 95,5 cm – 96,5 cm
Wenn das Baby seinen Kopf (vermute ich zumindest) auf die linke Seite schiebt, bahnt sich immer noch dieses ganz bestimmte Gefühl durch meinen Körper. Es ist fast wie ein elektrisches Kribbeln. Der Bauch wird dann ganz fest, aber der ist ja grundsätzlich eher fest. Nach dem Versuch der Wendung war es mal fast sowas wie entspannt, das hält meist aber nicht lange an.
Körper & Wehwehchen:  Das Baby drückt. Ich habe das Gefühl ständig auf Toilette zu müssen. Meist ist es aber einfach nur der Druck des Babys. Wenn es sich ganz lang macht und sich unter die Rippen drückt, wird es auch immer unschöner. Das kommt zum Glück nicht so oft vor. Sonst habe ich festgestellt, dass diese Drehung des Babys, wenn es den Kopf auf die linke Seite streckt ein Gefühl wie Periodenschmerz auslöst. Ich dachte erst, das wären vielleicht Wehen, aber das Gefühl hält wirklich genau so lange an bis es sich wieder wegdreht. Faszinierend. Der Bauch wird gelegentlich fest, aber auch das ist ja nichts Neues (38. Woche). Ach, und wenn ich länger auf der Seite liege, tut mir die Haut (?) weh. Lagerungsschmerzen oder sowas, aber auch nur auf der linken Seite. Dazu gesellt sich das Gefühl als würde sich meine Hüfte weiten, es fühlt sich manchmal so locker an. Gerade nach längeren Spaziergängen kommt es mir so vor als säßen meine Beine nicht mehr fest in der Hüfte.
Inzwischen fühlt es sich an als bereite sich mrin Körper auf die Geburt vor. Es zieht, der Bauch wird fest. Nachts schlafe ich kaum, weil der Bauch so hart ist.
Haut/Haare/Nägel: Alles beim Alten. Nein, stimmt nicht. In der 39. Woche wurde meine Haut wieder ein bisschen schlechter. Was ich allerdings mal festhalten möchte ist, dass meine Haare in der Schwangerschaft weniger schnell fetten. Das darf gerne so bleiben.
Gefühlswelt: Ich habe mir ziemlich viele Sorgen gemacht wegen der Beckenendlage. Vor dem Versuch der Wendung war ich richtig durch und habe viel geweint. Ebenso an dem Tag an dem ich erfuhr, dass ich nicht spontan entbinden darf. Da war ich zusätzlich auch noch furchtbar wütend. Ich hab mich richtig vor mir selbst erschrocken. Zum Glück verblasste das schon im Laufe des nächsten Tages. Inzwischen habe ich mich damit abgefunden. Ich bin nicht glücklich darüber, aber ich kann es nicht ändern. Ich habe nur zwei Möglichkeiten: das Beste daraus machen oder bockig in der Ecke sitzen. Letzteres ist keine Option, also reiten wir die Welle wie sie kommt. Dazwischen ging es mir richtig gut. Nach dem Wendungsversuch war ich sehr erschöpft aber auch unheimlich gelöst. Ich hatte nun alles getan, was ich tun konnte und das nahm mir eine große Last. Die Weihnachtsfeiertage und auch die Tage zwischen den Jahren taten mir sehr gut. Die Zeit mit dem Freund füllte meinen Akku wieder auf und wir hatten einfache eine schöne Zeit miteinander. Wir waren Essen, im Kino und der Therme. Ich komme langsam dahinter, dass die Tage nun gezählt sind und es stellt sich die Vorfreude ein. Ich warte noch nicht sehnsüchtig auf den start, sondern hoffe immer noch, dass es noch etwas dauert, aber ja, ich freue mich so sehr auf unser Baby. Abgesehen von der Geburt, geht es mir mit der Schwangerschaft echt gut. Ich bin nach wie vor überglücklich und dankbar. Aber auch froh, wenn es vorbei ist. Der harte Bsuch und der Schlafmangel deshalb machen das Nervenkostüm ganz schön dünn. Dazu dieses Fruchtwasserding und die ganzen Untersuchungen. Ich mag doch nur meine Ruhe haben.
Untersuchungen/Arzttermine: Ich war zur Geburtsplanung im Krankenhaus und am Tag darauf noch einmal wegen der äußeren Wendung. Außerdem wurde ein MRT gemacht. Ja, ich wurde reichlich untersucht. Geändert hat es leider nichts. Ach, und die letzteVorsorgeuntersuchung.
Geht gut: Obst. Faul sein, da bin ich inzwischen Königin drin (mit schlechtem Gewissen). Überraschenderweise Spaziergänge. Die kalte Luft pustet mir den Kopf so richtig schön frei und auch körperlich fühle ich mich dann freier.
Geht gar nicht: Nach vorne beugen. Es ist einfach kein Platz mehr da. Mir fällt das Trinken wieder schwerer. Das ist wirklich ärgerlich, klappte es vor kurzem noch so gut.Ich esse schlecht. Schlafen ist leider auch so eine Sache. Ich muss nämlich ständig aufs Klo und schlafe insgesamt etwas unruhiger.
Must have /Essverhalten/Gelüste: Süßes. Ich bin froh, wenn das endlich aufhört.
Der Papa: Hat sich diesen Monat einige Sorgen um uns gemacht. Die äußere Wendung und auch mein Gefühlszustand nach der Nachricht, dass ich an einem Kaiserschnitt nicht vorbeikommen werde, sind nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Er war uns eine große Stütze, auch wenn er es manchmal nicht so empfunden hat. Er erzählt immer wieder wie sehr er sich auf Stubbs freut, hat aber auch nichts dagegen, wenn wir noch ein paar Tage bis zum großen Ereignis vor und für uns haben (39. Woche). Er hat festgestellt, dass man auch unter Männern nun ständig irgendwelche Kommentare und Tipps zu allem bekommt, ob man will oder nicht. Außerdem scheint alles ein ewiger Wettbewerb zu sein. Er hat schon vorgeschlagen sich irgendwelche Dinge auszudenken, einfach nur damit die Leute ruhig sind. („Na klar, schläft mein Kind durch. Und meine Steuererklärung macht es auch. Ist ja schon drei Monate alt!“).
Der beste Moment: Als wir am Morgen vor der Wendung ganz nah bei einanender mit verschränkten Fingern auf meinem Bauch im Bett lagen. Das war ein unheimlich intensiver, inniger Moment. Wir wussten beide nicht, was auf uns zukommt und ob das nicht vielleicht der letzte ruhige Moment mit dickem Bauch sein würde. Es brauchte keine Worte, um den Zusammenhalt zu spüren. Wir sind jetzt eine Familie.

Weihnachten war auch wunderschön!
Und sonst? 

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Äußere Wendung

20.12.2016

Meine größte Angst ist es, dass dieser Versuch das Ende der Schwangerschaft bedeuten könnte. Davor habe ich wirklich unfassbar große Angst. Ich hatte nicht damit gerechnet schon für morgen einen Termin zu bekommen. Andererseits drängt die Zeit und Weihnachten macht es nicht einfacher.
Der Freund und ich besprachen Für und Wider des Ganzen. Immer wieder. Ich weinte viel, fühlte mich überrumpelt und als müsste ich mein Kind sofort hergeben. Dazu bin ich noch nicht bereit und wahrscheinlich bereitet es mir am meisten Angst, dass die Schwangerschaft plötzlich einfach vorbei sein könnte und ich keine Zeit hatte mich darauf vorzubereiten.
Es ist mir klar, dass das immer der Fall sein kann. Aber ich hatte Sorge, dass meine Entscheidung dafür verantwortlich ist und nicht mein Kind aus eigenen Stücken entscheiden darf.

21.12.2016

Den Morgen verbrachte ich damit mich zu entspannen, damit mein Bauch möglichst weich ist. Ich machte Lavendelwickel, massierte und streichelte den knüppelharten Bauch. Optimale Bedingungen schaffen sozusagen. 

Ich sollte um 9 Uhr im Kreißsaal anrufen, um zu erfahren wann ich da sein sollte. Mir schlug das Herz bis zum Hals. Vorher versuchte ich meine Hebamme zu erreichen und die andere Ärztin mit der ich schon über die Wendung sprach. Aber egal wen ich versuchte zu erreichen, niemand ging ran.

Ich rief im Krankenhaus an, fest damit rechnend, dass ich in ein paar Stunden kommen soll und war wie überfahren als man mir sagte, ich solle am besten so bald wie möglich vorbeikommen, da die Kreißsäle benötigt werden.

Ich informierte den Freund, zog mich an und packte den Rucksack für die Nacht im Krankenhaus. Ich beschloss auch die Geburtstasche mitzunehmen. Ganz nach dem Regenschirmprinzip: hat man sie dabei, benötigt man sie nicht. 

Im Krankenhaus wurde noch ein Ultraschall zur Lagebestimmung und ein CTG gemacht. Dann legte mir die Ärztin einen Zugang und injizierte mir ein wehenhemmendes Mittel, um zumindest ein bisschen Spannung vom Bauch zu bekommen. Binnen Sekunden bekam ich krasses Herzrasen und wurde zittrig, wie es die Ärztin vorausgesagt hatte und dann ging es los. 

Sie versuchte den Po des Babys aus dem Becken zu heben, was sich als recht schwierig herausstellte. Der Po saß schon ordentlich fest und erst als man mich fast schon in die Position der indischen Brücke brachte, gelang es. Allerdings drängte der bei jeder Bewegung des Kopfes wieder zurück. Weder eine Vorwärts- noch eine Rückwärtsrolle wollte gelingen. Als besondere Schwierigkeit kam mein hoher Muskeltonus hinzu. Mein Bauch ist sehr fest und man kann ihn kaum eindrücken, ganz besonders schwierig ist das, wenn das Baby sich vorne in den Bauch drückt, statt es sich im Bauch gemütlich zu machen.

Eine zweite Ärztin unterstütze sie bei den Handgriffen oder kontrollierte, ob beim Baby alles OK war. Sie versuchten es einige Mal, redeten auf das Baby ein, rüttelten, schoben und drückten, aber es wollte nicht klappen.

Ich konzentrierte  mich auf meine Atmung und versuchte dem Drang zu widerstehen gegen den starken Druck anzukämpfen. Ich versuchte mir vorzustellen wie ich mich im warmen Wasser treiben ließ oder redete in Gedanken mit dem Baby. Versuchte ihm gut zuzureden, es zu ermuntern mitzumachen. Der Freund war die ganze Zeit bei mir und seine Hand zu halten hat mir so sehr geholfen. Alleine hätte ich das wirklich nicht erleben wollen. Die Erinnerung verblasst schon wieder, aber es war wirklich sehr unangenehm. Dieser starke Druck war schwer auszuhalten ohne komplett dagegen zu gehen. Am unangenehmsten war es in der Magengegend.

Der Versuch wurde nach ca. 20 Minuten abgebrochen. Unser Baby möchte nicht. Meine Enttäuschung war groß, aber die Erleichterung, dass unser Baby alles super mitgenacht hat und sich nicht stressen ließ, war so viel größer. Außerdem macht es mir etwas Hoffnung für die Geburt.

Ich habe in den letzten Wochen alles ausprobiert. Von moxen über die verschiedensten Verrenkungen bis hin zu Osteopathie und Globuli. Ich habe ALLES ausprobiert. Vielleicht war ich nicht konsequent genug und habe nicht früh genug angefangen, weil ich bis zur 34. Woche immer gesagt bekam, dass das noch völlig normal sei. Vielleicht hatte ich zu viel Stress. Sicherlich auch durch das Ausprobieren. Ich werde nicht herausfinden, warum unser Baby lieber mit dem Po zuerst zur Welt kommen möchte, aber ich habe nun alles probiert, das ich tun kann und das nimmt mir eine große Last von den Schultern. 

Obwohl der Versuch scheiterte, fühle ich mich ein großes Stück befreit. Sowohl körperlich als auch psychisch machte sich gleich eine Erschöpfung breit wie ich sie lange nicht erlebt habe. Aber auch Ruhe. Ich bin entspannt, gelöster. Mein Bauch wurde trotz dieser Belastung nicht einmal richtig hart.

Ich werde nun noch ein MRT machen müssen und wenn das okay ist, darf ich zumindest eine spontane Geburt versuchen.

Ich bin enttäuscht, dass nun die Option des Geburtshaus es entfällt. Aber es hat mir auch gezeigt, dass es nicht hilft sich auf etwas zu sehr zu versteifen. Ich hätte mich wohl bei einer Schädellage kaum mit möglichen Komplikationen auseinandergesetzt, obwohl die auch da auftreten können. Und das hätte mich dann erst richtig umgeworfen. Ich muss es nehmen wie es ist. So oder so. Po oder Kopf zuerst ist dabei egal. Das habe ich nun gelernt. Wer weiß, vielleicht würde eine Geburt im Geburtshaus ja in einer Katastrophe enden. Ich werde es nicht erfahren. Aber es wird schon seinen Sinn haben, dass es nun ist wie es ist.

Und es hat mir etwas die Angst vorm Krankenhaus genommen. Ich wäre lieber Zuhause, aber ich werde wirklich super umsorgt. Das ist schon anders als in der Uniklinik letztes Jahr.

Ich wünschte, es wäre anders gelaufen, das will ich nicht verleugnen, aber ich kann es nicht ändern. Ich wünsche mir nun aber sehr, dass die Schwangerschaft so endet wie sie begann – voller Optimismus und ohne weitere Probleme.