U4 – Baby-TÜV

Heute hatte der kleine Mann seinen vierten Baby Check up. Ich war sehr neugierig wie groß und schwer der kleine Mann wohl mittlerweile ist.

In letzter Zeit ploppte einige Male der Wunsch ihn wiegen zu können wieder auf. Die Sorgen nach der Geburt haben Spüren hinterlassen. Die Tatsache, dass er aktuell die Stillabstände wieder verkürzt hat, tut ihr Übriges. Tagsüber lege ich ihn auch von mir aus öfter an in der Blinden Hoffnung den Brunnen zum Sprudeln zu bringen. Nachts meldet er sich nach 2,5-3 Stunden und danach zu jeder Stunde bis die Nacht um 5 Uhr beendet wird. Meine Hebamme warnte mich schon davor, dass um den 4. Monat nochmal eine stillintensive Zeit kommt, aber jetzt, so mitten drin,bin ich dennoch verunsichert (und brauche Schlaf! Und Zuspruch. Olle Stillerei.).

Aber zurück zum eigentlichen Thema: die U4.

Unser Kinderarzt war verhindert, weshalb eine sehr nette, ältere Ärztin die Vertretung übernahm. Durch die Abwesenheit verschob sich der Termin zeitlich, was irgendwie unterging und wir so erstmal eine Stunde zu spät aufschlugen. Immerhin war der Kleine so ausgeschlafen.

Disziplin Nr. 1 des Baby-Triathlons das Wiegen und Messen, ließ der kleine Mann geduldig über sich ergehen.
Mit seinen 16 Wochen ist er 62 cm groß und wiegt 5.620 g und damit 2 kg mehr als bei der U3. Ich hatte heimlich auf ein bisschen mehr gehofft, freue mich aber sehr über die Zunahme. Er scheint einfach ein zierliches Kerlchen zu bleiben.

Disziplin Nr. 2, den Sportteil, brachte er auch erfolgreich hinter sich. Der kleine Mann zeigte was er kann, grinste und erzählte,was das Zeug hält und schnappte nach allem, was ihm in die Finger kam. Die Ärztin war sehr zufrieden, gab uns aber ein paar Tipps mit auf den Weg wie wir den kleinen Mann zur Bauchlage motivieren können. Die klappt schon deutlich länger und besser und auch das Köpfchen hält er dabei, nur der Unterarmstütz ist noch ausbaufähig. Er streckt die Arme lieber nach hinten, was an einen Skispringer erinnert.

Ich beantwortete Fragen zu den Stillabständen, zum Schlafverhalten und zu Körperausscheidungen („Pinkelt er im Strahl?“ -„Und wie!“).

Und dann folgte der Teil, auf den ich mich so gar nicht freute: die Impfung. Oder wie Papa sagt, der erste Teil der Ritterrüstung.

Ich habe dem kleinen Mann gestern schon erklärt, was da auf ihn zukommt. Ich weiß nicht, ob er das schon versteht, aber ich bin kein Freund von „Das tut gar nicht weh.“ und „Ist nicht so schlimm.“. Ich selber finde Spritzen zu bekommen auch echt kacke, also erzähle ich meinem Kind nicht wie toll das doch ist, ob er es versteht oder nicht. Und gar nichts dazu sagen, fand ich auch doof.

Er saß auf meinem Schoß und ich redete mit ihm, während er gespielt wurde. Erst dachte ich, es hätte ihm gar nicht weh getan, aber noch Ehe der Gedanke zu Ende gedacht war, schrie er schon ganz zerreißend. Nach ein paar Minuten ließ er sich aber beruhigen. Tapferer, kleiner Kerl!

Zum Abschluss bekam ich noch ein paar Infos zum sicheren Kindesschlaf (eigenes Bett, Rückenlage *hust*) und zur Beikosteinführung. Das sollten wir zur Allergieprävention nun langsam anfangen. Ohne Druck, aber doch immer wieder anbieten. Sie riet vom „Picken lassen“ (BLW) ab, gerade bei so zarten Kindern, da so keine nennenswerten Mengen im Kind landen.

Da bin ich wieder einmal froh, dass ich schon eine Weile im Internet unterwegs bin und viel(e Aternativen) aus dieser Blase mitgenommen habe, sonst würde ich nun bestimmt verzweifelt versuchen Karottenbrei ins Kind zu bekommen.
Ich möchte gerne 6 Monate voll stillen, wie es von der WHO empfohlen wird. Sollte der kleine Mann schon vorher Interesse am Essen zeigen, werde ich ihn nicht davon abhalten, aber er bestimmt Zeitpunkt und Tempo. Ich denke, es wird eine Mischung aus BLW und Brei werden. Aber bis dahin ist noch etwas Zeit.

Wie schon in der Schwangerschaft ist „zeitgerecht entwickelt“ die Auszeichnung schlechthin für mich.

Zum Abschluss gab mir die Ärztin noch mit auf den Weg, dass ich es weiterhin genauso machen solle wie bisher auch. Wir machen das ganz toll und man merke unsere Bindung. Das war eines der schönsten Komplimente überhaupt. Da war ich doch ein bisschen stolz.

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