11 Monate Januarbaby

Mein Räuberkind,

du bist heute 11 Monate alt. Das sind genau 47 Wochen und 5 Tage.

Nur noch einen Monat bis wir deinen ersten Geburtstag feiern! Ist das nicht unglaublich? Es ist als wärst du erst gestern geboren und doch schon immer bei uns. Du hast ganz selbstverständlich deinen Platz in unserer Mitte gefunden.
Du trägst Oberteile in Größe 68/74, bei Hosen darf es 74/80 sein.
Pünktlich zu deinem 10. Monatsgeburtstag begannst du dich auf die Knie zu ziehen. Das war wie ein Startschuss, denn von dort an ging es Schlag auf Schlag. Man konnte dir richtig zusehen, wie du täglich dazugelernt hast. Innerhalb von einer Woche gingst du in den Vierfüßlerstand, setztest dich hin, begannst dich in den Stand zu ziehen und krabbeltest sogar deine ersten Tapser.

Danach hast du die Krabbelversuche wieder eingestellt als hättest du uns sagen wollen „Na, habt ihr das gesehen? Ich kann es! Ich hab nur keine Lust dazu!“. Ab und zu gingst du mit den Armen nach vorne und zogst deinen Popo dann nach. Ich dachte ja, dass du das Krabbeln einfach auslässt, weil du so flink mit deiner Robbtechnik vorankommst – bis gestern. Du warst ganz vertieft in dein Spiel und beim Versuch an deine Robbe zu erwischen, bist du wirklich hingekrabbelt. Danach hast du es noch ein paar Mal getan, immer nur ein paar Tapser bis du gemerkt hast, was du da tust und dann doch lieber weitergerobbt bist. Möglicherweise bin ich ein bisschen ausgeflippt vor Freude und Stolz.

Du beginnst nun dich überall hochzuziehen und das Stehen zu üben. Noch bist du etwas instabil, aber du stehst schon deutlich sicherer. Nur, wenn du gerade in etwas vertieft bist und vergisst, dass du noch stehst, verlierst du das Gleichgewicht. Du versuchst auch dich aus dem Stand hinzusetzen, dazu reicht die Kraft in deinen Beinchen aber noch nicht ganz aus und du lässt dich die letzten Zentimeter auf den Po plumpsen.

Du bist mein kleiner Hauself. Du bekletterst die Spülmaschine, kaum habe ich sie geöffnet. Du hast einen Narren an unserem Staubsauger gefressen. Sobald ihn anstelle, quiekst du vor Freude auf und robbst ihm überall hinterher und untersuchst ihn ganz genau. Du hilfst mir die Wäsche zu sortieren und du sorgst dafür, dass der Tupperschrank immer ordentlich eingeräumt ist.

Mit deinem Spiegelbild und damit kannst du dich nämlich sehr ausgiebig beschäftigen. Seit dir dein Papa gezeigt hat, wie man einen Trichter zu einem Musikinstrument macht, trötest du immer in den Trichter. Das ist so lustig! Am schönsten ist aber einfach deine eigene Freude darüber.

Du räumst aber nicht nur aus! Nein, seit ein paar Tagen räumst du deine Holzklötze auch wieder in die Kiste. Vorher gab es immer nur einen Weg. Ich könnte dich ewig beobachten wie du da hochkonzentriert sitzt und dein Klötzchen vorsichtig in die Kiste legst, um sie dann kurz darauf schwungvoll wieder nach draußen zu befördern. Überhaupt bist du ausdauernder in deinem Spiel seit du dich selbstständig hinsetzen kannst. Ich glaube, das ist DIE Errungenschaft dieses Monats für dich.

Darüber hinaus hast du so viele „kleine“ Dinge gelernt.

Du gibst High-Five und du klatschst! Meine Güte ist das niedlich! Diese neue Fähigkeit feierst du so sehr, dass du es sogar im Halbschlaf tust. Du hast dein Nikolausgeschenk ganz alleine ausgepackt, nicht einmal eine Ecke mussten wir dir lösen. Ich weiß nicht, wer von uns stolzer war.
Deine Liebe für Bücher ist ungebrochen. Sobald ich ein Buch raushole, kletterst du auf meinen Schoß und beginnst darin zu blättern. Du fegst den Stapelturm meistens mit einer lockeren Handbewegung um, aber manchmal nimmst du die Becher auch ganz behutsam herunter.
Du spielst gerne Ball und schleuderst ihn mittlerweile auch wieder zurück.

Manchmal bin ich erstaunt wie viel du verstehst. Du reagierst schon eine ganze Weile auf deinen Namen, aber wenn ich dich z.B. bitte, deine Stifte zu holen tust du es oder drehst dich zumindest nach ihnen um.
Ich binde immer mehr Babyzeichen in unseren Alltag ein, sofern ich daran denke. Ich glaube, das hilft dir. Du verwendest sie zwar noch nicht aktiv, aber beim Zeichen „Milch“ drehst du deinen Kopf zu meiner Brust, wenn du stillen möchtest. Du hast eben deine eigenen Zeichen. Ziehst du am Lätzchen oder wirft dein Essen auf den Boden (oder reibst es in deine Haare), bist du satt. Du haust auf den Tisch und forderst damit mehr ein. Und du sagst schmatzend „Mam-mam“, wenn du stillen möchtest.

Wo wir gerade beim Thema Essen sind. Es kommt vor, dass du nicht mehr selbst essen magst, nach meiner Gabel greifst und gefüttert werden möchtest. Du übst aber auch selbst mit Löffel und Gabel zu essen. Meistens lade ich dir das Essen auf, du führst es zum Mund und nimmst es kurz davor dann doch in die Hand. Sonst hat sich an deinem Essverhalten nicht viel verändert. Du isst nach wie vor bei uns mit, bekommst aber auch gelegentlich Brei. Du isst mal mehr, mal weniger, aber nach wie vor eher überschaubare Mengen. Du fährst total auf Nudeln mit Tomatensauce, Naturjohurt, Himbeeren bzw. Obst allgemein, Frischkäsebrot und Wiener ab. Letztere durftest du mal probieren, nachdem du sie uns fast vom Teller gestarrt hast. Und du liebst Gemüse, ja sogar Rosenkohl hast du verschlungen!

Auch was das Stillen angeht, hat sich im Grunde nichts verändert. Wir stillen morgens, zu deinen zwei Schläfchen, manchmal nachmittags, zum Einschlafen und nachts aktuell recht häufig. Wenn wir unterwegs sind und keine Ruhe findest, hältst du auch länger ohne aus.

Unsere Nächte sind immer noch eher unruhig. Schon kurz nach dem Einschlafen verlangst du öfter nach mir, ich glaube nur 2 oder 3 mal musste ich nicht nach dir sehen, ehe ich ins Bett ging. Das zieht sich durch die Nächte. Es gab ein paar Nächte, in denen wir nur 2 Mal stillten, meistens zähle ich aber nicht mit. Immerhin wirst du nicht mehr so oft schreiend wach, sondern mopperst nur ein bisschen.
Du kuschelst zum Einschlafen. Man merkt richtig, wie du auch versuchst so in den Schlaf zu finden, aber das letzte Fünkchen fehlt noch. Auch nachts kuschelst du dich an. Manchmal legst du deinen Kopf auf meinen Bauch oder kletterst komplett auf mich, wo du du dann mit Rückenstreicheln wieder in den Schlaf findest. Es kommt so selten vor, dass du auf mir schläfst, da genieße ich diese Momente noch mehr.
Ich habe herausgefunden, dass du wach wirst, wenn du länger als 5 Stunden am Stück schläfst. Du scheinst dann genug Energie zu haben, um dann ein bis zwei Stunden im Bett herumzuturnen. Mit etwas Glück kann ich dich durch stillen, wiegen und streicheln doch noch dazu bewegen weiterzuschlafen.

Ich glaube, die Babykurse tun dir gut. Beim Schwimmen klammerst du dich zu Beginn immer noch an mich, aber wenn du dann aufgetaut bist, plantschst du auch fröhlich umher. Selbst der Wasserstrahl der Dusche stört dich nicht nennenswert.
Mittwochs besuchen wir einen freien Spielkurs, das gefällt dir sehr. Und es macht mich unheimlich glücklich zu sehen, wie du auftaust! Du gehst nun auch selbst auf andere Kinder zu und fängst nicht mehr sofort an zu weinen, wenn dich eines der anderen Babys ansieht oder berührt. Das tat mir immer im Herzen weh. Inzwischen bist du gerne mit dabei. Du wirfst dich mit Gebrüll auf das Spielzeug und scheust auch keine körperlichen Kontakte. Hast du, was du willst, ziehst du dich aber auch gerne wieder zurück.

Du bist meine kleine Kichererbse. Schalte ich das Radio ein, wirbelst du den Kopf herum und schenkst mir dein breitestes, noch immer zahnloses Grinsen. Dabei kräuselst du die Nase, wirfst den Kopf in den Nacken und untermalst es mit einem „hihi“.
Du lachst und grinst so viel. Das ist für mich eines der schönsten Geräusche überhaupt. Und wenn du nicht grinst, sorgst du dafür, dass wir es tun. Neuerdings rümpfst du die Nase, schürzt ganz dramatisch die Lippen und prustest los. Das machst du oft, wenn dir langweilig ist oder um dein Missfallen auszudrücken. Wenn du dann merkst, dass wir das lustig finden, grinst du breit und wiederholst es nochmal.

Wirklich jeden Tag, denke ich mir, was für ein Glück ich habe, deine Mama sein zu dürfen.

Ich liebe dich.

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