Müde? Sandkiste! (WMDEDGT 3/18)

Und schon wieder ist ein Monat rum, Zeit für Frau Brüllens Was machst du eigentlich den ganzen Tag?.

Es fühlt sich an als würde ein Lastwagen über mich rollen als der kleine Mann um 1:10 Uhr regt. Ich lege ihn an und hoffe darauf, weiterschlafen zu können. Leider hat der Kleine andere Pläne und ist wach. Er stillt zwar eine ganze Weile, kuschelt sich immer wieder an, aber turnt auch herum. Dazwischen weint er ganz bitterlich. Die Zähne. Oder viel mehr der Zahn. Oben rechts. Links war schon so fies, rechts steht ihm in nichts nach.
Nachdem er versorgt ist und sich einigermaßen beruhigt hat, versuche ich ihn zum Weiterschlafen zu überreden, denn ich weigere mich aufzustehen. Er ist wirklich sehr müde, schafft es aber nicht einzuschlafen. Selbst stillen ist irgendwann einfach doof. Nach 2 Stunden rollt er sich auf mich und schläft er erschöpft auf mir ein.

Leider hält die Ruhe nicht lange. Er schläft unruhig und ist um 5:25 Uhr wieder sowas wie wach. An Schlaf ist nicht mehr zu denken. Ich weine gedanklich in mein Kissen. In den letzten 10 Nächten war er 8 Nächte wach, die anderen waren enorm unruhig. Ich habe in keiner Nacht länger als 2 Stunden am Stück geschlafen und das auch nicht sehr tief. Gepaart mit den Monaten zuvor. Kurz: Ich bin müde wie ich es selbst in Minibabyzeiten nie war. Ändert ja aber nichts.

Also starten wir die Morgenroutine. Der Freund lüftet und zieht den Kleinen an, während ich mich anziehe und das Frühstück fertig mache. Der kleine Mann piekt unmotiviert in seinem Pancake herum, während ich die Brotdose für die KiTa mache und dann noch fix einen Getreidebrei anmische. Was er nicht löffeln kann, findet er gerade sehr doof. Außerdem tut der Zahn weh. Also gut, so isst er ein bisschen was. Wir spielen noch ein bisschen und ziehen uns final an, dann werden die Zähne geputzt und der kleine Mann eingepackt.
Der Freund schnappt sich den Rucksack und den Softshellanzug, dann kann es losgehen. Heute bleibt der Kleine wieder bis nach der Draußenzeit. So er denn nicht müde zusammenbricht.

In der KiTa erfahren wir, dass die Bezugserzieherin des Kleinen die Woche ausfallen wird. Ich glaube, der Kleine ist mittlerweile so gut eingelebt, dass er das verkraftet. Allerdings fühle ich mich etwas unwohl, weil der erste Schlafversuch in dieser Woche stattfinden soll. Das ist ja ohnehin ein recht vertracktes Thema derzeit. Aber auch das wird sich finden, denke ich.

Zuhause sichte und sortiere ich die Bilder von meinem Handy. Ich blogge ein bisschen, lasse mich nebenher von Youtube berieseln. Dann rechne ich noch ein paar Dinge durch. Das Ergebnis ist sehr erfreulich und lässt mich ein bisschen aufatmen. Weil ich noch kurz Zeit habe, besuche ich ein paar Websites von Autoherstellern. Das macht mir wirklich keinen Spaß.

Noch fix in den Keller und zur Post, dann kann ich mein Baby wieder abholen.
Schon bevor ich das Tor erreiche, höre ich, dass der Kleine weint. Ich weiß, dass er unfassbar müde sein wird. Ich werde gebeten morgen den Kinderwagen mitzubringen, damit er sich darin ausruhen kann. Wird gemacht! Ich hoffe, das hilft. Vielleicht schläft er auch nachts einfach mal. ;-)
Ich ziehe ihn um, schnalle ihn in die Trage und gehe los. Nach 3 Minuten schnorchelt es unter der Mütze hervor. Ich bleibe noch ein paar Minuten draußen (das Wetter ist herrlich!), damit er tief genug schläft, ehe ich ihn aus der Trage schälen. Das klappt überraschenderweise ganz gut. Nach 30 Minuten meldet er sich, ich stille ihn und er schläft weiter. Ich beeile mich und mache meine Yogaeinheit. Das erste Mal seit 10 Tagen bekomme ich richtig Luft dabei. Wie gut das tat!

Das innere Uhr des Kleinen schläft nach 1,5 Stunden aus. Er wacht weinend auf, ist immer noch sehr müde, lässt sich aber auch nicht beruhigen. Mann, dieser Zahn! Das macht ihm echt zu schaffen. Weil das Gel keine Linderung verschafft, gebe ich ihm kurzerhand ein Schmerzzäpfchen und verkrümle mich wieder mit ihm ins Bett. Ich hoffe, er schläft noch mal ein, wenn die Schmerzen weg sind. Wir kuscheln und stillen ein bisschen, aber schlafen möchte er nicht mehr.

Nach einem Windelwechsel, gibt es Mittagessen. Aber auch jetzt verschmäht er alles, was ich ihm anbiete. Das hatten wir beim letzten Zahn auch schon, da stillte er plötzlich wieder voll.
Als der Kleine seine Tiger Box erspäht, zeigt er drängend darauf, also hören wir ein bisschen Musik. Er liebt das so! Er tanzt mit seiner Robbe zu Shake it off und ich platze fast vor Niedlichkeit. Ehrlich, dieser kleine Mensch lässt mein Herz überblubbern!

Noch ein Windelwechsel, dann versuche ich das müde Kind noch einmal hinzulegen. Das will nicht klappen. Es zieht es mich nach draußen. Es ist wunderbar warm und die Sonne scheint. Ich drehe eine Runde mit dem Kinderwagen. Ich hätte Wetten darauf abgeschlossen, dass es den Kleinen in das Land der Träume schüttelt, aber diese Wette hätte ich verloren. Er kämpfte richtig gegen den Schlaf. Also wie konnte ich die Zeit bis zum Schlafen noch überbrücken ohne dass es allzu viel Tränen gab? Sandkasten! Also spazierte ich zum Spielplatz und ließ den Kleinen zum dritten Mal an diesem Tag in den Sand gleiten. Wir buddelten, ich baute Türmchen und ließ sie vom Kleinen einreißen. Nach 30 Minuten zog ich ein vollständig paniertes, aber glückliches Kind aus der Sandkiste.

Zuhause wurde er gesäubert, die Klamotten ausgeschüttelt und dann war es schon mehr als Zeit für das Abendessen. Auch das interessierte ihn herzlich wenig. Die Müdigkeit gewann die Oberhand. Also stillten wir bis der Freund kam. Der schnappte sich das Kind, zog ihn um und dann ging es schon ins Bett. Aber auch da tat er sich wieder super schwer. Im Moment ist das Thema Schlafen echt schwierig. Ich hoffe, das wird bald wieder besser. Aber irgendwann schafft er es dann doch endlich einzuschlafen. Feierabend!

Advertisements

Alter Hase

Der Freund musste diese Woche länger arbeiten und konnte morgens später los. Er begleitete uns deshalb diese Woche in die KiTa. Er wollte gerne wissen, wie das so bei uns abläuft, weil er den Morgendienst an einigen Tagen übernehmen wird, wenn ich wieder arbeite.

Ich fürchtete ein bisschen, dass sich das Verabschieden tränenreich gestalten könnte, denn Zuhause findet es der Kleine gar nicht gut, wenn Papa einfach arbeiten geht. Da wird geschimpft und manchmal auch ein bisschen geweint. Meine Sorge war jedoch unbegründet. Wie auch schon die Tage zuvor, hielt es den Kleinen ab betreten des Gruppenraumes kaum noch bei uns. Mit einem halben Auge verabschiedet er sich von uns, während er schon beschäftigt an etwas herumspielte. Er liebt die KiTa!

Der Freund erzählte nach dem ersten Abgeben, dass es sich für ihn ganz eigenartig anfühlte, den Kleinen einfach dort zu lassen. Ja, das erste Mal war wirklich nicht leicht, aber es wird besser!

An Tag 12 der Eingewöhnung verließen wir das erste Mal ohne unser Kind das Gebäude. Zum ersten Mal seit der Geburt waren der Freund und ich komplett alleine in unserer Wohnung. Gemeinsam. Verrückt. Und eigenartig. Als der Freund ins Büro fuhr, nutzte ich die Zeit, um Unliebsames zu erledigen. Zwischendurch suchte ich einmal ganz erschrocken das Babyphone, weil ich befürchtete es nicht eingeshaltet zu haben. Es dauerte ein bisschen, bis mir einfiel, dass ich ja alleine zuhause bin. So schön es war, der kleine Wirbelwind fehlte mir schon. Ich liebe es ihn abzuholen. Sein Gesicht, wenn er mich sieht und wie er auf mich zu gekrabbelt kommt. Das ist schon ein ganz besonderer Moment.

An Tag 13 verbrachte der kleine Mann schon 2,5 Stunden in der KiTa. Der erste Ausflug nach draußen! Er ist nach der KiTa immer richtig erledigt, die nächtlichen Defizite (es ist ein Graus momentan!) tun da ihr Übriges. Ich behielt das Smartphone die ganze Zeit im Auge und wartete geradezu auf einen Anruf, weil mein müdes Baby sich nicht beruhigen möchte, aber auch nicht einfach einschlafen kann. Aber nichts.

Er macht das wirklich ganz wunderbar. Während er in seiner geliebten Sandkiste buddelt, shäkert er mit den Erzieherinnen aus der anderen Gruppe. Immer wieder erzählt mir seine Erzieherin wie wunderbar es laufe. Als sei er schon Monate dort, nicht einmal die Mutter, die gerade wegen der Eingewöhnung ihrer Tochter da sei, würde ihn irritieren. Er sei so offen und fröhlich und habe schon allen den Kopf verdreht. Aber auch, dass er Energie hat. Er flitzt durch die Gegend, krabbelt, klettert und läuft an allem entlang, was ihm zwischen die Finger kommt. Zwei kleine Unfälle hatte er, einmal biss er sich auf die Zunge, das andere Mal bremste er beim Klettern mit der Nase auf Teppichboden. Danach sei er wohl viel vorsichtiger gewesen, wenn er an die Stelle kam. Er lernt also dazu! Ansonsten gab es keinerlei Tränen.

Er hat super viel Spaß dort und immer wenn ich ihn abhole, ist er eigentlich noch gar nicht fertig mit spielen. Ich merke aber deutlich, dass die 2,5 Stunden nicht spurlos an ihm vorbei gehen. Und plötzlich isst mein Kind! Er hat bisher bis auf ein paar Ausnahmen wirklich eher kleine Mengen zu sich genommen. Seit dieser Woche haut er für seine Verhältnisse richtig rein. Das freut mich wirklich sehr, denn so weiß ich, dass er auch ohne mich über den Tag kommt (ja, ich weiß, er ist alt genug, dass er nicht verhungern würde und schon äße, wäre er sehr hungrig, aber ich halte nichts davon ihn dazu zu „zwingen“).

Mein kleiner Junge, ich bin mächtig stolz!

Fazit nach 15 Tagen Kita: läuft.

Arbeit, Arbeit

Mein erster Arbeitstag rückt immer näher. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber: Wo ist die Zeit hin?! Es fühlt sich komisch an nach so vielen Monaten plötzlich wieder ins Büro fahren zu sollen.

Erinnert ihr euch an das Gefühl vor dem ersten Schultag? Diese Nervosität und Aufregung. Und auch Vorfreude. Ich weiß ja, was mich erwartet und dennoch fühlt es sich nach etwas ganz Großem an. Ist ja auch, für uns als Familie – der Job ist derselbe. Ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer für mich.

Ich freue mich auf die Kollegen und auch darauf wieder mit dem Kopf zu arbeiten, also über die Organisation des Familienlebens hinaus. Mal etwas anderes zu tun. Ich freue mich auf einen neuen Alltag und Routinen. Darauf mein Kind jeden Tag von einem Ort abholen zu dürfen, an dem er ganz viel Tolles erlebt. Ich bin immer ganz kribbelig, wenn kurz bevor ich ihn sehe und wie er so freudestrahlend in meine Arme krabbelt – hach. Dazwischen macht es sich das schwere Herz gemütlich. Das war eine echt besondere Zeit und es fällt mir wahnsinnig schwer sie gehen zu lassen.

Ich bin aber auch sehr nervös. Ich hoffe, dass ich allem gerecht werden kann. Kann ich das überhaupt noch? Habe ich viel vergessen? Werde ich Job und Familie, Haushalt und all den anderen Kram unter einen Hut bekommen? Wird das mit der KiTa alles klappen? Wird der Kleine dort schlafen? Ach, Schlaf. Das ist ja unser Thema, schon seit der Geburt. Werde ich mit Schlafdefizit ordentliche Leistung erbringen können? Momentan sind die Nächte wieder sehr ausbaufähig. In 4 von 5 Nächten war der kleine Mann 45 Minuten – 1,5 Stunden wach. Zu so richtig doofen Zeiten und ich war es danach dann auch. Und auch tagsüber schläft er zu wenig. Ob das in der KiTa besser oder überhaupt klappen wird?

Wir werden unsere Positionen ein bisschen verrücken und neu finden müssen. Ich bin aufgeregt!

Aber ich freue mich inzwischen auch wirklich!

KiTa & Alltag

Der kleine Mann geht richtig gerne in die Kita. Er fühlt sich sichtlich wohl und kommt immer mehr an. Selbst nach dem langen Wochenende zog er gleich los. Als ich in eine dreiviertel Stunde später abholte, saß er zusammen mit A. in der Sandkiste und schenkte mir ein dickes Grinsen als er mich sah.

Am Freitag blieb der Kleine schon 1,5 Stunden und damit zum ersten Mal zum Frühstück und Morgenkreis.

Das Abgeben klappt bisher super. Ich ziehe den Kleinen um, nehme ihn auf den Arm und gehe in die Gruppe. Dort wird er sofort begrüßt, ich telle seine Trinkflasche bereit und verstaue den Rucksack, solange lässt der kleine Mann noch die Blicke schweifen und checkt die Lage.

Dann gehe ich in den Raum und verabschiede mich. Ich wünsche ihm viel Spaß und sage ihm, dass ich ihn nach dem Spielen wieder abholen, dann lasse ihn entscheiden, ob er runter oder noch kurz auf den Arm seiner Bezugserzieherin möchte. Das wollte er am 8. Tag zum ersten Mal. Manchmal zieht es ihn schon nach dem Betreten des Raumes nach unten. Dann sage ich ihm Tschüss, gebe ihm einen Kuss und gehe. Manchmal sieht er mir noch nach, aber es kommt auch vor, dass er gar keine Zeit hat, sich zu verabschieden, weil er ganz dringend spielen muss. Tränen gab es bisher keine.

Dann beginnt meine Auszeit.
Währenddessen erkundet der Kleine seinen Gruppenraum und spielt, am liebsten in der Sandkiste.
Wenn ich ihn abhole, ist er meistens ganz vertieft in sein Spiel. Wenn ich ihn dann rufe oder zu ihm gehe, grinst er mich an und krabbelt auf mich zu. Er möchte dann auf den Arm und zusammen verstauen wir die Trinkflasche und gehen in die Garderobe. Während ich ihn anziehe und immer wieder dicke Umarmungen bekomme (♡), berichtet mir seine Bezugserzieherin jeden Tag wie es lief und bespricht das weitere Vorgehen mit mir.

Sie ist sehr begeistert vom bisherigen Verlauf. Wir machen das toll, sagt sie und der Kleine blühe immer mehr auf. Er findet sich in den Räumen zurecht und spielt auch schon konzentrierter und länger. Er hat großen Spaß daran, wenn die anderen Kinder mit ihm Quatsch machen und ist gerne mit dabei. Am liebsten spielt er aber mit A.
A. ist nach dem kleinen Mann der Jüngste in der Gruppe. Es scheint als würde ein erstes zartes Band der Freundschaft gesponnen werden, denn immer wenn ich den Kleinen abhole, treffe ich sie zusammen an.
Er zeigt aber auch deutlich, wenn er etwas will oder braucht. Nähe zum Beispiel. Am 7. Tag waren morgens schon fast alle Kinder da, dadurch war es auch recht wuselig. Eine kurze Nacht und Zahnungsschmerzen sorgten dafür, dass es ihm etwas zuviel wurde. Dann zeigte er, dass er auf den Arm möchte. Seine Erzieherin nimmt ihn dann hoch, sodass er das Geschehen aus sicherem Abstand beobachten kann. Einmal habe er sich sogar an sie geschmiegt. Er liebt seine Bezugserzieherin jetzt schon! Und ich auch, ehrlich gesagt! Sie ist einfach wunderbar.
Am 8. Tag der Eingewöhnung wollte er sogar mit ihr in den Gruppenraum! Das freut mich so, so sehr!

Nach der KiTa ist der Kleine müde und hungrig. Meistens kuschelt er sich in der Trage an und die Äuglein werden schwer bis wir Zuhause sind. An manchen Tagen hopste er aber wütend in der Trage umher, warf den Kopf nach hinten, zeigte mit dem Finger wild umher und untermalte das Ganze mit einem motzigen „Ähähäh!“. Ich schob es auf die Müdigkeit, versuchte es dann aber Mal mit dem Toast aus seiner Frühstücksdose und siehe da, das Kind, das momentan äußerst wenig isst, knuspert auf den wenigen Metern bis nach Hause sein Frühstück weg. Du bist nicht du, wenn du hungrig bist! Ganz mein Kind.
Zuhause frühstückt er dann fertig, ich ziehe mich um und verräume die Sachen und dann geht es auch schon ins Bett

Und ich? Mir geht super damit. Die ersten Tage fiel es mir sehr schwer. Ich wollte lieber mit ihm Zuhause sein, mein Baby bei mir habe. Ich horchte immer, ob er nicht doch weinte. Und als er es nicht tat, war ich verunsichert, ob bei uns etwas nicht stimmt. Verrückt!
Inzwischen genieße ich die Stunde im Ruheraum. Dank fehlender Internetverbindung verplempere ich meine Zeit nicht sinnlos, sondern bin bei mir und nehme mir die Zeit für ein gutes Buch. Und Ruhe! Gott, ist das herrlich! Ich habe Vertrauen und weiß, dass man mich holen würde, sollte der Kleine weinen oder stark nach mir verlangen. Das lässt mich entspannen.

Ich freue mich jeden Tag auf die KiTa. Sie gibt uns einen Rhythmus und Routine. Das mag ich sehr. Wir haben inzwischen einen Ablauf, der ganz gut funktionert. Natürlich wir der sich in den nächsten Wochen noch verschieben, weil er länger bleiben wird und ich bald wieder arbeiten gehe, aber die ersten feinen Züge sind erkennbar und das tut mir unheimlich gut. Das locker in den Tag leben war schön, keine Frage, aber für einen Menschen, der Struktur braucht, ist so ein halbstrukturierter Tag schon auch schön. Und ich sehe, wie sehr es dem Kleinen gefällt. Er liebt Kinder und kann sich dort frei entfalten.

Der erste Trennungsversuch der länger andauert und in die Zeit fällt, in der der kleine Mann müde wird bzw. wenn er bis zur Schlafenszeit bleibt, bereiten mir noch etwas Bauchschmerzen, aber vielleicht kommt er auch damit wunderbar zurecht. We’ll see.

Nach 10 Tagen Eingewöhnung kann ich also bisher sagen: läuft.

Eingewöhnung goes on

Die Erzieherin des kleinen Mannes erzählte mir, dass es mit 2 Jahren oft schwieriger sei die Kinder einzugewöhnen als ich ich gestand, dass ich am liebsten mindestens bis er 2 Jahre alt ist Zuhause bleiben würde, aber ich glaube, dass es mir auch dann nicht leichter fallen würde.

Tag 3 – Dienstag:

Nach einem langen Wochenendegeht es heute wieder in die KiTa. Ich war selbst von mir überrascht, ich freute mich richtig auf die KiTa. Dem kleinen Mann hat es wohl auch gefehlt mit Kindern spielen zu können. Ich konnte ihm gerade so die Schuhe ausziehen, da flitzte er schon durch die Gegend.

Die Kinder freuten sich ihn zu sehen. Er spielte ganz selig in der Sandkiste und mischte beim Toben mit. Als die anderen Kinder anfingen zu frühstücken,zog es ihn natürlich sofort dazu, obwohl er gerade kaum essen möchte. Ein Schluck Wasser und etwas Banane verschwand dann doch in ihm und er spielte noch ein bisschen weiter. Er kam drei Mal zu mir, einmal wegen einer angedotzten Nase. Ich würde sagen, das lief wieder ganz toll.

Tag 4:

Es scheint als komme der Kleine immer mehr an. Wir zogen uns an der Garderobe um und als wir den Gruppenraum betraten, grinste er und wollte sofort spielen.

Es scheint als komme er immer mehr an. Er flitzt zwar weiterhin durch die Gegend, aber er wirkt nicht mehr wie aufgezogen. Er hat alle Ecken erkundet und weiß nun, was er wo finden kann, sodass er jetzt auch ab und zu Pausen einlegt und richtig spielt. Vorher war er so sehr mit erkunden und alldem Möglichen beschäftigt. Ich glaube, dass er sich richtig wohl fühlt.

Er kletterte das ein oder andere Mal auf den Schoß seiner Bezugserzieherin und wollte hochgenommen werden als es ihm zu viel wurde. Das freut mich so sehr! Es ist richtig toll zu sehen, wie da Stück für Stück das Vertrauen wächst und sie eine Bindung zueinander aufbauen.

Nach der Stunde war er wieder richtig müde. Zuhause schlief er innerhalb von 5 Minuten ein. Ganz schön anstrengend so ein Krippenalltag.

Morgen wagen wir den ersten Trennungsversuch. Ich bin sehr gespannt wie er reagieren wird, wenn ich den Raum wieder verlasse.

Tag 5 – erste Trennung:

Die Nacht existierte nicht. Der Kleine turnte 2,5 Stunden herum, dann klingelte das Bereitschaftshandy des Freundes, dann mein Wecker.

Ich packte zum ersten Mal den Rucksack und eine Brotdose. Wahrscheinlich bleibt er noch nicht bis zum Essen, aber sicher ist sicher. Nicht, dass er wieder hungernd daneben stehen muss. ;-)

Ich erklärte dem Kleinen schon gestern, dass er morgen ohne mich in der Gruppe bleiben und ich ihn wieder abholen würde. Das tat ich auch auf dem Weg zur KiTa und während ich ihn umzog.

Ich zog den kleinen Mann an der Garderobe um und brachte ihn in die Gruppe. Dort wurde er gleich begrüßt. Ich stellte seine Wasserflasche zu den anderen, verstaute seinen Rucksack und sagte seiner Erzieherin, dass ich ein Notfallkuscheltier eingepackt habe.

Den Kleinen hatte ich solange auf dem Arm. Dann sagte ich ihm, dass ich jetzt gehe, ihm ganz viel Spaß wünsche und dann wieder abholen komme. Ich gab ihm einen dicken Kuss und setzte ihn ab, von wo aus er auch loskrabbelte. Als er begriff, dass ich nun gehe, krabbelte er zu Tür.

Das fiel mir so schwer. Am liebsten wäre ich dort geblieben, hätte ihn nochmal gedrückt, aber das hätte es auch nicht leichter gemacht. Aus dem Augenwinkel sah ich aber, dass er dann gleich von den Rucksäcken abgelenkt war und gar nicht weinte. Meinen Kram in der Garderobe zusammenklaubend schluckte ich den Kloß in meinem Hals runter und blinzelte die Träne weg, die sich ihren Weg bahnen wollte.

Das ist das erste Mal in 13 Monaten, dass der Kleine nicht bei mir oder seinem Papa ist. Ein großer Schritt für uns alle.

Ich verbrachte die Zeit (ohne Handyempfang) im gemütlichen Nebenraum und horchte mit spitzen Ohren, ob ich mein Baby weinen höre. Aber nichts. Das Mamaradar schlug nicht aus.

Ich nutzte die Zwangsinternetpause, um vor mir hergeschobene Dinge für die Arbeit zu lesen.

Nach 30 Minuten kam eine Erzieherin vorbei. Ich dachte ja, sie holt mich ab, aber denkste. Der Kleine mache das so toll, ich solle einfach in 10 Minuten kommen, um ihn abzuholen. Ich platze ein bisschen vor Stolz und fühle mich sofort viel leichter. Ich weiß, dass es kein Garant dafür ist, dass es nun immer so läuft und doch erleichtert es mich so sehr, dass der erste Versuch gleich so gut lief.

Als ich ihn abholen ging, stand er am Tisch und blätterte hochkonzentriert in einem Wohlfühlbuch. Er war so beschäftigt, dass er mich gar nicht richtig wahrnahm. Ich packte seine Sachen ein, ließ ihn noch ein bisschen spielen und dann kam er zu mir.

Während ich ihn anzog, tankte er ein paar Kuscheleinheiten und drückte mich immer wieder ganz doll. Hach. Der weiß,wie man Herzen schmilzen lässt. Seine Erzieherin erzählte mir, dass er nur einmal kurz nach mir suchend Mama vor sich hin murmelte, sich dann aber auf den Arm nehmen ließ und es sofort wieder ok war. Er saß kurz an der Tür und guckte mir nach, aber er hat keine Träne vergossen und dann einfach wie immer gespielt. Mein großer Junge! Ich bin so froh! Mit Tränen hätte ich wohl nicht einfach gehen können.

Morgen ist die Kita geschlossen wegen eines Konzeptionstages. Am Montag geht es weiter. Ich bin gespannt wie es nach nach ein paar Tagen ohne KiTa laufen wird.

Bevor wir gingen,gab es noch ein paar herzerwärmende Worte für mich und den Tipp den Kleinen nicht schon an der Tür abzusetzen, sondern im Raum, wo er direkt losspielen kann oder wenn er noch Zeit brauchen sollte, auf ihren Arm. Ihr wäre nur wichtig, dass ich ihn ihr gebe und nicht die ihn nimmt, damit er ein gutes Gefühl hat. Es sind die Feinheiten, die das hier ausmachen!

Erwähnte ich bereits wie toll diese KiTa ist?!

Eingewöhnung } Woche 1

Tag 2 – Montag:

Den kleinen Mann plagte plötzlich Husten, die Nacht war entsprechend unruhig und wir starteten etwas zerknittert in die neue Woche.

In der KiTa wollte der kleine Mann noch kurz auf meinem Schoß sitzen bleiben. Bis die Schuhe ausgezogen waren, zog es ihn aber auch schon zu den anderen Kindern. Die Erzieherin erzählte mir, dass am Freitag alle Kinder ganz begeistert vom kleinen Mann erzählt haben.
Heute kreisen sie aber schon deutlich weniger um ihn und seine Erzieherin. Es scheint als hätten sie ihn schon in die Gang aufgenommen.
Der kleine Mann krabbelte wieder fröhlich durch den Gruppenraum als wäre er schon immer hier gewesen.
Ganz besonders liebt er die Kiste mit den Kastanien. Immer wieder klettert er rein und raus, steckt die Kastanien in die Flaschen und klappert fröhlich grinsend damit herum.

Außerdem schaute er sich die Wohlfühlbücher der anderen Kinder an. Auch Zuhause blättert er leidenschaftlich gerne sämtliche Bücher und Zeitschriften durch.

Heute verbrachte er viel Zeit mit den anderen Kindern im Schlafraum, wo er fröhlich herumtobte. Er kletterte auch einmal auf den schoß seiner Erzieherin und sah sich ein Buch mit ihr an. Es freut mich so sehr, dass er sich gleich wohl bei ihr fühlt.

Kurz vor Ende der Stunde, kam er wieder zu mir gekrabbelt und wollte kuscheln. Da war er dann aber auch schon sehr müde und etwas weinerlich.

Ich zog ihn an und wir besprechen, dass wir am nächsten Tag nochmal sehen und dann über den ersten Trennungsversuch sprechen würden.

Auf dem Weg nach Hause schlief er fast ein. Wie sich ja dann über den Tag rausstellte, hatte sich der Kleine eine Bronchitis eingefangen. Damit bleibt es diese Woche dann bei einem Tag KiTa. Ich hoffe sehr, dass sich daraus kein Trend entwickelt. Ich mag mein Baby so gar nicht gern sehen.

Glühwürmchenstatus

Ein kurzes Update zum Glühwürmchen.

In der Nacht von Montag auf Dienstag schien der kleine Mann noch zu fiebern. Er schlief sehr unruhig, aber weil er schlief, verzichtete ich aufs Fiebermessen und Zäpfchengabe. Das Fieber ist ja zu was gut und solange es ihm nicht so elend wir am Nachmittag geht, darf er ruhig ein bisschen Temperatur haben.
Morgens erwachte er dann mit nur noch leicht erhöhter Temperatur! Und auch das Rasseln und Röcheln war schon deutlich besser geworden. Yay! Richtig fit war er natürlich noch nicht. Er klebte an mir wie ein Kaugummi, war aber auf dem Arm ganz selig. Das Inhalieren findet er so richtig Scheiße. Da helfen weder Videos noch sonst was. Er wehrt sich und schreit richtig verzweifelt, aber danach beruhigt er sich inzwischen wesentlich schneller. Wir gingen lange an der kalten, frischen Luft spazieren und er schlief tatsächlich in der Trage ein.

Allerdings scheint ihm das Konzept „Gesundschlafen“ nicht ganz so geläufig zu sein, denn nach spätestens 2x 1 Stunde war er wieder wach. Nun gut. Wir kuschelten ganz viel und machten sonst eigentlich gar nichts, das war das, was er brauchte. Er bliebt auch tatsächlich fieberfrei.
Ich bin ganz begeistert, was dieser kleine Körper alles schafft! Er schnappt zwar immer wieder mal ein bisschen was auf, ist danach aber immer wieder recht schnell fit. Das ist richtig faszinierend.

Mittwochmorgen, nach einer deutlich ruhigeren Nacht, war die Temperatur wieder völlig normal und der Kleine wieder gut drauf. Er spielte und tanzte. Nur essen wollte er nichts. Ich bin wirklich froh, dass wir noch stillen, denn so bekomme ich zumindest ein bisschen Flüssigkeit in das Kind. Er nuckelt zwar gelegentlich an seiner Wasserflasche, aber viel ist das nicht. Und er ist etwas heiser. Sämtliche hohen Töne bleiben ihm sozusagen im Halse stecken.
Nachmittags ging es ihm nochmal etwas schlechter. Da wollte er auf den Arm und das war ausschließlich stehend oder laufend in Ordnung. Wehe, mein Popo berührte das Sofa. Dann war aber was los.

Donnerstag ging es es ihm auch wieder besser. Er hustet öfter, aber immerhin löst sich der Krempel nun. Nur beim Schlafen macht ihm das sehr zu schaffen. Die Inhalation wird nach wie vor bekämpft bis zum Gehtnichtmehr. Aber er isst ein kleines bisschen und spielt wieder quietschfidel. Er schlief tatsächlich auch tagsüber wieder mehr.

Heute waren wir nochmal beim Kinderarzt. Wir hätten eigentlich einen Impftermin gehabt, der nun verschoben wurde, aber vor den langen Wochenende, wollte ich noch einen Blick auf ihn geworfen haben. Ich wollte wissen wie lange der Kleine noch inhalieren soll. Außerdem hat er seit Mittwochabend einen roten Popo mit kleinen Pickelchen, auf die der Herr Doktor mal einen Blick werfen sollte. Normalerweise wird das innerhalb kürzester Zeit besser, jetzt wirkt aber keine der Cremes, die wir Zuhause haben.

Die Bronchitis ist fast weg und wir müssen nicht mehr inhalieren. Woohoo! Der Ausschlag ist gar nicht schön und wird nun mit einer anderen Creme behandelt. Der schleimige Husten wird und noch ein bisschen begleiten, aber das kriegen wir hin. Ich bin schon sehr erleichtert, dass er den schlimmsten Teil ziemlich zügig hinter sich gelassen hat. So können wir ganz entspannt ins Wochenende starten.

KiTa-Kind } Tag 1

Und plötzlich ist war er da, der erste Tag der Eingewöhnung. Ab nun ist alles anders und seit über einem Jahr habe ich wieder einen Wecker gestellt.

Meine Nacht war grauselig. Eigentlich war der Plan früh ins Bett zu gehen. Uneigentlich kam die Urlaubsplanung dazwischen (die mittlerweile Gott sei Dank abgeschlossen ist!). Als ich dann viel zu spät ins Bett ging, konnte ich dennoch kein Auge zu tun. Ich konnte einfach nicht einschlafen, obwohl ich völlig ruhig war. Der Kleine schlief wegen eines späten Mittagsschlafs spät ein und öffnete 3 Stunden später bereits wieder die Äuglein. Er war ganz ruhig und kuschelig, wollte ganz nah bei mir sein, bis er dann um 3 Uhr einschlief. Während ich mein Baby versuchte in den Schlaf zu kraulen, fragte ich mich, ob er wohl meine Unruhe spürt? Ich glaubte ja, die Ruhe selbst zu sein, aber die Tatsache, einfach nicht einschlafen zu können, muss doch insgeheim mit dem aufregenden Ereignis zusammen hängen, das uns nach dem Schlafen erwarten würde. Erst als ein paar stumme Tränen kullern, fühle ich mich leichter und kann schlafen. 3,5 Stunden später klingelte der Wecker leise.

Ich schlüpfte aus dem Bett und gehe ins Bad, um mich fertig zu machen. Im Anschluss bereite ich das Frühstück vor. Der kleine Mann wird um 7 Uhr nach einer viel zu kurzen Nacht wach, ist aber bester Laune. Der Freund ist mittlerweile schon auf dem Weg zur Arbeit. Ich ziehe das Kind um, wir frühstücken, putzen die Zähne und machen uns auf den Weg. Den morgendlichen Ablauf muss ich noch ein wenig optimieren, denn zum Schluss wurde es dann doch noch knapp und ich hasse es unpünktlich zu sein!

Pünktlich um 8 Uhr betraten wir dir KiTa. Wir beginnen vorerst so früh, damit noch nicht so viele Kinder gleichzeitig da sind und der kleine Mann langsam ankommen kann.
An der Garderobe waren schon Name und ein Bild des kleinen Mannes angebracht. Ich mag sowas ja. Also kurz ausziehen und los ging der erste Tag als (fast) KiTa-Kind.

Die Bezugserzieherin der Kleinen begrüßte ihn ganz freudig, wofür sie ein dickes Grinsen erntete. Es waren noch drei andere Kinder da, die den Kleinen ganz neugierig bestaunten. Ich zog ihm seine Puschen an und machte es mir auf meinem Stuhl bequem, von dem aus ich den ganzen Raum überblicken kann, aber nicht ganz so präsent bin. Und dann ging es auch schon los.
Der Kleine erkundete ganz neugierig den ganzen Raum und beobachtete interessiert die anderen Kinder. Er kletterte umher und nahm ersten Kontakt zu seiner Erzieherin auf.

Mir fiel das wirklich schwer, nicht mit ihm zusammen zu spielen. Solange ich dabei bin, hat das alles ja noch Krabbelgruppencharakter, aber beim Gedanken an die erste Trennung musste ich doch ein bisschen schlucken. Ich sah ja, dass es ihm wirklich gefällt, aber die Eingewöhnung ist auch eine Entwöhnung für mich.
Wir waren jetzt über ein Jahr fast rund um die Uhr zusammen. Da wünschte ich mir zugegebenermaßen auch mal ein bisschen Pause, aber seufz. Es ist halt doch was anderes, ob es regelmäßig muss oder darf. Jeden Entwicklungsschritt bejubelte ich als Erste. Mir wird diese Zeit fehlen, so ganz für uns ohne Termine und feste Abläufe. Aber es bringt nichts sich jetzt darüber Gedanken zu machen. Es ist wie es ist und es ist ja nicht schlecht! Wie sagte die Erzieherin „Wenn es Ihnen gar nichts ausmachen würde, wäre doch irgendwas falsch.“.

Der Kleine räumte Spielzeug ein und aus und wirbelte fröhlich umher. Die Kinder zeigten ihm wie das Spielzeug funktioniert und kreisten um ihn wie um einen verborgenen Schatz. Das war wirklich putzig anzusehen. Sogar das Kind, das laut Erzieherin ein bisschen verschlossen ist und nicht so gerne abgibt, teilte das Spielzeugauto mit ihm. Hach. Der kleine Mann hatte sichtlich Spaß, sah sich immer mal wieder nach mir um oder zeigte mir freudestrahlend welche Errungenschaft er gerade gemacht hatte. Seine Erzieherin blieb immer in seiner Nähe, reichte ihm Spielzeug und versuchte ein bisschen Kontakt aufzubauen.

Ich unterhielt mich nebenbei mit der anderen Erzieherin und konnte einen ersten Eindruck davon bekommen, wie der Umgang mit den Kindern ist. Ich glaube, wir haben wirklich das goldene Los gezogen.
Es sind je nach Tageszeit 2-3 Erzieherinnen für bis zu 10 Kinder da. Das wäre bei der Tagesmutter auch nicht besser gewesen. Die Räume sind hell und freundlich und voller toller Sachen, ohne komplett vollgestellt zu sein. Auch da haben wir bei den Besichtigungen schon ganz andere Dinge gesehen. Aber was mein Herz aufgehen lässt, ist der Umgang mit den Kindern. Die Erzieherinnen sind alle so ruhig und liebevoll. Sie zeigen ganz bestimmt ihre Grenzen, verlieren aber dabei nicht einen harschen Ton. Ganz im Gegenteil, sie sind so freundlich und respektvoll mit den Kleinen, dass diese nach kurzen Ansagen wirklich mitmachen. Das einzige, was hier ein bisschen fehlt, ist der ein oder andere männliche Erzieher.

Etwa nach einer halben Stunde verfolgte der Kleine die Rasselbande in den Schlafraum. Die Räume sind alle mit Gucklöchern ausgestattet, so können die Kleinen auch schauen, was die Großen im Kindergarten so treiben. Ich konnte also beobachten, was der Kleine so trieb und ich sag mal so, er steht den Größeren in nichts nach. Er erklomm die Stufen und krabbelte wie von der Tarantel gestochen hin und her und immer den Großen nach. Ich bin ja gespannt wie lange es noch dauert, bis er versucht die ersten Schritte zu machen, wo alle anderen in der Gruppe schon laufen können. Ich bin so froh, dass wir ein paar Kurse gemacht haben und der Kleine andere Kinder kennt und mag. Das war ja nicht immer so. Wenn ich an die erste Zeit denke, wo jeder Blick schon einer zu viel war. Da hätte er die Stunde auf meinem Arm verbracht und sich Spielzeug anreichen lassen, jetzt war er mittendrin. Das hat mein Herz leichter gemacht und freut mich unheimlich.
Während er da so rumtollte, wurde ein kleiner Lockenkopf abgegeben. Er wurde von seiner Erzieherin auf den Arm genommen und begrüßt. Als sein Papa sich von ihm verabschiedete, begann er zu weinen. In dem Moment verkrampfte sich mein Herz richtig und ich dachte nur, dass ich so nicht hätte gehen können, obwohl uns schon gesagt wurde, dass kurze, deutliche Abschiede am einfachsten seien. Noch ehe sein Papa ums Haus herum gegangen war und einen Blick durchs Fenster werfen konnte (ihm fiel das auch sichtlich schwer. Im Nachhinein glaube ich, dass es einfacher sein könnte, damit man selbst nicht anfängt zu weinen *hust*), hatte sich der kleine Lockenkopf schon wieder beruhigt. Er durfte dann auf dem Schoß bleiben bis er soweit war. Das fand ich richtig, richtig schön.

Jedes Kind wurde mit Namen begrüßt und konnte zum Ankommen auf den Schoß oder Arm. Manche brauchten das und andere hatte kaum mehr Zeit sich von den Eltern zu verabschieden. So kann’s eben auch gehen. Nach knapp einer Stunde wurde es Zeit zu gehen. Die Kinder deckten den Frühstückstisch und ich versuchte den kleinen Mann zum Gehen zu überreden. Das fand er richtig doof und meckerte mit mir. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte er noch länger dort verbracht, aber wir wollten den ersten Tag abschließen, solange die Stimmung noch gut war, sodass er mit einem positiven Gefühl geht.

Der erste Tag lief richtig gut. Nur einmal kam der Kleine kurz zu mir gekrabbelt, legte seinen Kopf für eine Millisekunde auf meinen Schoß und zog dann wieder los. Auch die Erzieherinnen waren beide total begeistert wie gut es lief. Sie sagten mir immer wieder wie offen, freundlich, neugierig und fröhlich der Kleine sei. Ich habe da ja nicht wirklich dazu beigetragen, aber es fühlt sich schon echt toll an, wenn man sowas gesagt bekommt. Vor allem auch, weil es mir Hoffnung macht, dass die Eingewöhnung für uns alle entspannt werden kann.