Glühwürmchenstatus

Ein kurzes Update zum Glühwürmchen.

In der Nacht von Montag auf Dienstag schien der kleine Mann noch zu fiebern. Er schlief sehr unruhig, aber weil er schlief, verzichtete ich aufs Fiebermessen und Zäpfchengabe. Das Fieber ist ja zu was gut und solange es ihm nicht so elend wir am Nachmittag geht, darf er ruhig ein bisschen Temperatur haben.
Morgens erwachte er dann mit nur noch leicht erhöhter Temperatur! Und auch das Rasseln und Röcheln war schon deutlich besser geworden. Yay! Richtig fit war er natürlich noch nicht. Er klebte an mir wie ein Kaugummi, war aber auf dem Arm ganz selig. Das Inhalieren findet er so richtig Scheiße. Da helfen weder Videos noch sonst was. Er wehrt sich und schreit richtig verzweifelt, aber danach beruhigt er sich inzwischen wesentlich schneller. Wir gingen lange an der kalten, frischen Luft spazieren und er schlief tatsächlich in der Trage ein.

Allerdings scheint ihm das Konzept „Gesundschlafen“ nicht ganz so geläufig zu sein, denn nach spätestens 2x 1 Stunde war er wieder wach. Nun gut. Wir kuschelten ganz viel und machten sonst eigentlich gar nichts, das war das, was er brauchte. Er bliebt auch tatsächlich fieberfrei.
Ich bin ganz begeistert, was dieser kleine Körper alles schafft! Er schnappt zwar immer wieder mal ein bisschen was auf, ist danach aber immer wieder recht schnell fit. Das ist richtig faszinierend.

Mittwochmorgen, nach einer deutlich ruhigeren Nacht, war die Temperatur wieder völlig normal und der Kleine wieder gut drauf. Er spielte und tanzte. Nur essen wollte er nichts. Ich bin wirklich froh, dass wir noch stillen, denn so bekomme ich zumindest ein bisschen Flüssigkeit in das Kind. Er nuckelt zwar gelegentlich an seiner Wasserflasche, aber viel ist das nicht. Und er ist etwas heiser. Sämtliche hohen Töne bleiben ihm sozusagen im Halse stecken.
Nachmittags ging es ihm nochmal etwas schlechter. Da wollte er auf den Arm und das war ausschließlich stehend oder laufend in Ordnung. Wehe, mein Popo berührte das Sofa. Dann war aber was los.

Donnerstag ging es es ihm auch wieder besser. Er hustet öfter, aber immerhin löst sich der Krempel nun. Nur beim Schlafen macht ihm das sehr zu schaffen. Die Inhalation wird nach wie vor bekämpft bis zum Gehtnichtmehr. Aber er isst ein kleines bisschen und spielt wieder quietschfidel. Er schlief tatsächlich auch tagsüber wieder mehr.

Heute waren wir nochmal beim Kinderarzt. Wir hätten eigentlich einen Impftermin gehabt, der nun verschoben wurde, aber vor den langen Wochenende, wollte ich noch einen Blick auf ihn geworfen haben. Ich wollte wissen wie lange der Kleine noch inhalieren soll. Außerdem hat er seit Mittwochabend einen roten Popo mit kleinen Pickelchen, auf die der Herr Doktor mal einen Blick werfen sollte. Normalerweise wird das innerhalb kürzester Zeit besser, jetzt wirkt aber keine der Cremes, die wir Zuhause haben.

Die Bronchitis ist fast weg und wir müssen nicht mehr inhalieren. Woohoo! Der Ausschlag ist gar nicht schön und wird nun mit einer anderen Creme behandelt. Der schleimige Husten wird und noch ein bisschen begleiten, aber das kriegen wir hin. Ich bin schon sehr erleichtert, dass er den schlimmsten Teil ziemlich zügig hinter sich gelassen hat. So können wir ganz entspannt ins Wochenende starten.

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KiTa-Kind } Tag 1

Und plötzlich ist war er da, der erste Tag der Eingewöhnung. Ab nun ist alles anders und seit über einem Jahr habe ich wieder einen Wecker gestellt.

Meine Nacht war grauselig. Eigentlich war der Plan früh ins Bett zu gehen. Uneigentlich kam die Urlaubsplanung dazwischen (die mittlerweile Gott sei Dank abgeschlossen ist!). Als ich dann viel zu spät ins Bett ging, konnte ich dennoch kein Auge zu tun. Ich konnte einfach nicht einschlafen, obwohl ich völlig ruhig war. Der Kleine schlief wegen eines späten Mittagsschlafs spät ein und öffnete 3 Stunden später bereits wieder die Äuglein. Er war ganz ruhig und kuschelig, wollte ganz nah bei mir sein, bis er dann um 3 Uhr einschlief. Während ich mein Baby versuchte in den Schlaf zu kraulen, fragte ich mich, ob er wohl meine Unruhe spürt? Ich glaubte ja, die Ruhe selbst zu sein, aber die Tatsache, einfach nicht einschlafen zu können, muss doch insgeheim mit dem aufregenden Ereignis zusammen hängen, das uns nach dem Schlafen erwarten würde. Erst als ein paar stumme Tränen kullern, fühle ich mich leichter und kann schlafen. 3,5 Stunden später klingelte der Wecker leise.

Ich schlüpfte aus dem Bett und gehe ins Bad, um mich fertig zu machen. Im Anschluss bereite ich das Frühstück vor. Der kleine Mann wird um 7 Uhr nach einer viel zu kurzen Nacht wach, ist aber bester Laune. Der Freund ist mittlerweile schon auf dem Weg zur Arbeit. Ich ziehe das Kind um, wir frühstücken, putzen die Zähne und machen uns auf den Weg. Den morgendlichen Ablauf muss ich noch ein wenig optimieren, denn zum Schluss wurde es dann doch noch knapp und ich hasse es unpünktlich zu sein!

Pünktlich um 8 Uhr betraten wir dir KiTa. Wir beginnen vorerst so früh, damit noch nicht so viele Kinder gleichzeitig da sind und der kleine Mann langsam ankommen kann.
An der Garderobe waren schon Name und ein Bild des kleinen Mannes angebracht. Ich mag sowas ja. Also kurz ausziehen und los ging der erste Tag als (fast) KiTa-Kind.

Die Bezugserzieherin der Kleinen begrüßte ihn ganz freudig, wofür sie ein dickes Grinsen erntete. Es waren noch drei andere Kinder da, die den Kleinen ganz neugierig bestaunten. Ich zog ihm seine Puschen an und machte es mir auf meinem Stuhl bequem, von dem aus ich den ganzen Raum überblicken kann, aber nicht ganz so präsent bin. Und dann ging es auch schon los.
Der Kleine erkundete ganz neugierig den ganzen Raum und beobachtete interessiert die anderen Kinder. Er kletterte umher und nahm ersten Kontakt zu seiner Erzieherin auf.

Mir fiel das wirklich schwer, nicht mit ihm zusammen zu spielen. Solange ich dabei bin, hat das alles ja noch Krabbelgruppencharakter, aber beim Gedanken an die erste Trennung musste ich doch ein bisschen schlucken. Ich sah ja, dass es ihm wirklich gefällt, aber die Eingewöhnung ist auch eine Entwöhnung für mich.
Wir waren jetzt über ein Jahr fast rund um die Uhr zusammen. Da wünschte ich mir zugegebenermaßen auch mal ein bisschen Pause, aber seufz. Es ist halt doch was anderes, ob es regelmäßig muss oder darf. Jeden Entwicklungsschritt bejubelte ich als Erste. Mir wird diese Zeit fehlen, so ganz für uns ohne Termine und feste Abläufe. Aber es bringt nichts sich jetzt darüber Gedanken zu machen. Es ist wie es ist und es ist ja nicht schlecht! Wie sagte die Erzieherin „Wenn es Ihnen gar nichts ausmachen würde, wäre doch irgendwas falsch.“.

Der Kleine räumte Spielzeug ein und aus und wirbelte fröhlich umher. Die Kinder zeigten ihm wie das Spielzeug funktioniert und kreisten um ihn wie um einen verborgenen Schatz. Das war wirklich putzig anzusehen. Sogar das Kind, das laut Erzieherin ein bisschen verschlossen ist und nicht so gerne abgibt, teilte das Spielzeugauto mit ihm. Hach. Der kleine Mann hatte sichtlich Spaß, sah sich immer mal wieder nach mir um oder zeigte mir freudestrahlend welche Errungenschaft er gerade gemacht hatte. Seine Erzieherin blieb immer in seiner Nähe, reichte ihm Spielzeug und versuchte ein bisschen Kontakt aufzubauen.

Ich unterhielt mich nebenbei mit der anderen Erzieherin und konnte einen ersten Eindruck davon bekommen, wie der Umgang mit den Kindern ist. Ich glaube, wir haben wirklich das goldene Los gezogen.
Es sind je nach Tageszeit 2-3 Erzieherinnen für bis zu 10 Kinder da. Das wäre bei der Tagesmutter auch nicht besser gewesen. Die Räume sind hell und freundlich und voller toller Sachen, ohne komplett vollgestellt zu sein. Auch da haben wir bei den Besichtigungen schon ganz andere Dinge gesehen. Aber was mein Herz aufgehen lässt, ist der Umgang mit den Kindern. Die Erzieherinnen sind alle so ruhig und liebevoll. Sie zeigen ganz bestimmt ihre Grenzen, verlieren aber dabei nicht einen harschen Ton. Ganz im Gegenteil, sie sind so freundlich und respektvoll mit den Kleinen, dass diese nach kurzen Ansagen wirklich mitmachen. Das einzige, was hier ein bisschen fehlt, ist der ein oder andere männliche Erzieher.

Etwa nach einer halben Stunde verfolgte der Kleine die Rasselbande in den Schlafraum. Die Räume sind alle mit Gucklöchern ausgestattet, so können die Kleinen auch schauen, was die Großen im Kindergarten so treiben. Ich konnte also beobachten, was der Kleine so trieb und ich sag mal so, er steht den Größeren in nichts nach. Er erklomm die Stufen und krabbelte wie von der Tarantel gestochen hin und her und immer den Großen nach. Ich bin ja gespannt wie lange es noch dauert, bis er versucht die ersten Schritte zu machen, wo alle anderen in der Gruppe schon laufen können. Ich bin so froh, dass wir ein paar Kurse gemacht haben und der Kleine andere Kinder kennt und mag. Das war ja nicht immer so. Wenn ich an die erste Zeit denke, wo jeder Blick schon einer zu viel war. Da hätte er die Stunde auf meinem Arm verbracht und sich Spielzeug anreichen lassen, jetzt war er mittendrin. Das hat mein Herz leichter gemacht und freut mich unheimlich.
Während er da so rumtollte, wurde ein kleiner Lockenkopf abgegeben. Er wurde von seiner Erzieherin auf den Arm genommen und begrüßt. Als sein Papa sich von ihm verabschiedete, begann er zu weinen. In dem Moment verkrampfte sich mein Herz richtig und ich dachte nur, dass ich so nicht hätte gehen können, obwohl uns schon gesagt wurde, dass kurze, deutliche Abschiede am einfachsten seien. Noch ehe sein Papa ums Haus herum gegangen war und einen Blick durchs Fenster werfen konnte (ihm fiel das auch sichtlich schwer. Im Nachhinein glaube ich, dass es einfacher sein könnte, damit man selbst nicht anfängt zu weinen *hust*), hatte sich der kleine Lockenkopf schon wieder beruhigt. Er durfte dann auf dem Schoß bleiben bis er soweit war. Das fand ich richtig, richtig schön.

Jedes Kind wurde mit Namen begrüßt und konnte zum Ankommen auf den Schoß oder Arm. Manche brauchten das und andere hatte kaum mehr Zeit sich von den Eltern zu verabschieden. So kann’s eben auch gehen. Nach knapp einer Stunde wurde es Zeit zu gehen. Die Kinder deckten den Frühstückstisch und ich versuchte den kleinen Mann zum Gehen zu überreden. Das fand er richtig doof und meckerte mit mir. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte er noch länger dort verbracht, aber wir wollten den ersten Tag abschließen, solange die Stimmung noch gut war, sodass er mit einem positiven Gefühl geht.

Der erste Tag lief richtig gut. Nur einmal kam der Kleine kurz zu mir gekrabbelt, legte seinen Kopf für eine Millisekunde auf meinen Schoß und zog dann wieder los. Auch die Erzieherinnen waren beide total begeistert wie gut es lief. Sie sagten mir immer wieder wie offen, freundlich, neugierig und fröhlich der Kleine sei. Ich habe da ja nicht wirklich dazu beigetragen, aber es fühlt sich schon echt toll an, wenn man sowas gesagt bekommt. Vor allem auch, weil es mir Hoffnung macht, dass die Eingewöhnung für uns alle entspannt werden kann.

Glühwürmchen (WMDEDGT 2/18)

Frau Brüllen will es wieder wissen: #WMDEDGT.
Von mir mit etwas Verspätung (und zurückdatiert, damit ich ihn auch finde), warum lest ihr gleich.

Die Nacht ist etwas unruhiger als die letzten Nächte. Der kleine Mann hustet plötzlich und wird jedes Mal vom Kratzen im Hals wach.
Wir stehen um halb 7 etwas verknickt auf. Ich ziehe mich an und mache mich soweit fertig, währenddessen wickelt der Freund den kleinen Mann. Der Kleine findet das recht öde und so ziehen wir alle Register, um ihn im Anschluss auch angezogen zu bekommen.

Der Freund ist heute lange weg, daher spielen die beiden Männer und ich bereite das Frühstück vor. Noch sind wir gut in der Zeit. Ich esse mein Marmeladenbrot und der kleine Mann verputzt ein paar Löffel Haferlocken und zerpflückt nebenbei ein Stück Brot. Danach werden die Zähne geputzt und wir machen uns bereit zum Aufbrauch. Der zweite Tag der Eingewöhnung! Ich bin ganz gespannt wie es dem kleinen Mann heute gefallen wird.
In der KiTa angekommen, spielt er gleich drauf los. Ich mache es mir auf meinem Stuhl bequem und nach einer Stunde ziehe ich den müden kleinen Kerl an und laufe nach Hause. Kaum in der Trage, kämpfte er schon mit schweren Augen. So ein Kindergartenalltag ist aber auch anstrengend. Ich husche schnell nach Hause, packe uns aus und dann geht es auch schon ins Bett, wo der Kleine innerhalb von wenigen Minuten stillend einschläft.

Nach ein paar Minuten schleiche ich mich raus, mir knurrt der Magen. Das tut er in letzter Zeit gefühlt ständig. Ich beschließe schnell ein Brot zu essen und dann meine tägliche Yogaeinheit zu machen. Das mache ich nun seit Anfang des Jahres und es tut mir unheimlich gut! Nach nur 45 Minuten wird der Kleine hustend wach. Das klingt richtig fies. Als ich ihn aus dem Bett hole, schmiegt er sich an mich und ich spüre sofort, dass hier etwas nicht stimmt.
Beim Wickeln, messe ich kurz Fieber und ja, er hat erhöhte Temperatur. Hat mich mein Gefühl nicht getrügt. Sonst ist er aber gut drauf.
Wir kuscheln und spielen. Schauen ein paar Bücher an und dann wird e auch schon Zeit fürs Mittagessen.

Der Kleine rührt fast nichts an. Nach einem erneuten Windelwechsel wechseln wir ins Schlafzimmer und ich stille ihn noch ein bisschen. Ich ahne schon, dass da etwas im Busch ist und bleibe direkt bei ihm. Plötzlich übermannt mich die Müdigkeit und ich schlafe einfach ein Ründchen mit. Vielleicht schläft er ja so etwas ruhiger.
Nach einer Stunde wird der Kleine brüllend wach. Sofort stehe ich senkrecht im Bett. Egal, was ich versuche, er lässt sich nicht beruhigen. Sein kleiner Körper glüht. Und er weint und weint und weint. Es dauert eine halbe Stunde bis ich es schaffe ihn soweit zu beruhigen, dass ich Fieber messen und ihm ein Zäpfchen geben kann. Innerhalb von 2 Stunden ist seine Temperatur auf über 39 Grad gestiegen. Mein armer Hase!
Es geht ihm wirklich elend. Er liegt wimmernd auf mir, windet sich hin und her, dämmert zwischendurch immer wieder kurz weg, um dann wieder aufzuweinen. Der Freund vereinbart einen Arzttermin. Wir sollen Wartezeit mitbringen. Mir ist das irgendwie nicht geheuer. Der Kleine hatte schon mal ein bisschen Schnupfen oder leichten Husten, aber mittlerweile röchelt er sehr deutlich.
Bis zum Termin bleiben wir liegen. Zwischendurch nuckelt er eines der Notfallquetschies aus und stillt. Immerhin! Aber mehr geht nicht. Wie ein kleines Häufchen Elend liegt er da auf mir und weiß nicht wohin mit sich. Das sind die ersten Male auf die ich gerne verzichten würde (und eine Wiederholung brauche ich auch nicht!).

Ich wickle den Kleinen noch einmal und mache uns fertig. Im Keller hänge ich die Wäsche ab und besorge auf dem Weg zum Kinderarzt noch Brot für heute Abend und eine Brezel für den Fall, dass wir lange warten müssen und der Kleine doch Hunger bekommt. Überraschenderweise dürfen wir nach 10 Minuten ins Untersuchungszimmer. Noch ehe wir richtig im Raum sind, fragt mich der Kinderarzt wie lange sich der Kleine schon so anhöre, man könne ihn ja über den ganzen Gang röcheln hören. Mittlerweile klingt er wie Darth Vader persönlich, dabei hatte er heute Morgen noch fast nichts. Die Untersuchung geht ganz fix und schnell ist klar, das ist eine Bronchitis, die sich der Kleine eingefangen hat.
Ich bin unheimlich froh auf mein Gefühl gehört zu haben, wer weiß wie es ihm morgen gegangen wäre. Man kann jetzt schon die Einziehung an den Rippen sehen. Er soll nun inhalieren. Der Arzt erklärt mir, was ich tun soll, gibt uns ein paar Rezepte mit auf den Weg. Sollte es trotz Inhalation schlimmer werden, sollen wir wiederkommen. ER bestätigte, was ich mir schon dachte. Diese Woche soll er aber auf jeden Fall Zuhause bleiben. Damit ist die Eingewöhnung erstmal gelaufen. Ich bin echt froh, dass wir 6 Wochen eingeplant haben, allerdings bleiben so durch diverse Schließtage nur noch 4 Wochen. Das bereitet mir etwas Bauchschmerzen, denn ich wollte ja, dass er die Zeit zum Eingewöhnen hat, nicht zum Auskurieren. Natürlich muss er gesund werden und er bleibt so lange Zuhause bis er wieder richtig fit ist.! So würde ich ihn auf keinen Fall in die KiTa bringen! Trotzdem doof.

Zuhause stille ich das kleine Glühwürmchen, das völlig erschöpft in meinem Arm einschläft. Ich lese den Beipackzettel und telefoniere nochmal mit der Arztpraxis, weil ich mir plötzlich mit der Dosierung nicht mehr sicher bin. Waren es jeweils ein Sprühstoß und dann 2 Mal oder häh? Und wie oft? Man kennt das. 2 Minuten später bin ich schlauer und das Kind wieder wach.

Gegen halb 7 kommt der Freund nach Hause. Ich erzähle ihm vom Arztbesuch und dem heutigen Tag.
Der erste Versuch zu Inhalieren endet in infernalischem Geschrei. Selbst kurze Videos können ihn nicht ablenken. Er wehrt sich mit aller Kraft und ich muss sagen, dass unser Kind sehr kräftig ist. Sämtliche Bestechungsversuche schlagen fehl, aber es hilft ja alles nichts. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie leid mir der Kleine tut.

Anschließend ziehen wir ihn um. Ich mache ein paar Brote und mümmle meine auf dem Sofa weg, während der Freund das kleine Glühwürmchen auf dem Arm umher trägt. Er schläft auch tatsächlich völlig erschöpft auf Papas Arm ein. Als ich fertig bin, tauschen wir, sodass auch der Freund essen kann. Ich kuschle mein Baby auf dem Sofa, so wie damals, als er noch ganz mini war.
Kurz darauf wird der Kleine wieder wach. Ich stelle mich innerlich auf deine unruhige Nacht ein. Der Freund übernimmt und ich ziehe mich um und präpariere das Bett, sodass ich aufrechter liege und der Kleine so hoffentlich besser Luft bekommt.

Der Kleine schlief auch sofort an mich gekuschelt ein. Er war furchtbar unruhig, wälzte sich hin und her und weinte immer wieder kurz auf. Um 22 Uhr wurde er wieder wach und ließ sich durch nichts beruhigen. Der Freund schnappte sich das Baby, muckelte es in die Trage und lief 2 Stunden in der Wohnung umher, damit ich ein bisschen schlafen konnte und etwas Kraft für die Nacht schöpfen kann.

Mit Zahn

Vorgestern war mir als blitzte da ein weißer Punkt auf dem Zahnfleisch des kleinen Mannes. Das tat ich aber schnell als Hirngespinst ab, immerhin dachte ich ja schon seit September immer wieder, dass da ein Zahn käme. Aber die Monate zogen ins Land und nichts passierte.

Wirklich böse war ich darum nicht. Ich liebe diese blanke Kauleiste. Und außerdem hört man ja immer wie furchtbar zahnen sein soll. So richtig fiese, kleine Scheißerchen sollen das sein, da sehnte ich mich jetzt nicht gerade danach.

Gestern beim Stillen dachte ich dann aber doch, dass sich das anders anfühlt. Und siehe da: der erste Zahn ist tatsächlich durch.

2 Wochen nach seinem ersten Geburtstag hat mein Baby also einfach so seinen ersten Zahn bekommen. Das darf dann gerne weiterhin so sein.

Das Eingewöhnungsgespräch

Unser Lotterleben hat nun bald ein Ende. Schon nächste Woche beginnt die Eingewöhnung des kleinen Mannes.
Es ist kein Geheimnis, dass mir das unheimlich schwer fällt. Aber ich sehe es auch mit einem lachenden Auge, denn es ist mehr als nur das Ende eines sehr intensiven Abschnitts unserer gemeinsamen Zeit. Es ist auch ein Anfang von etwas, das dem kleinen Mann mit Sicherheit sehr gefallen wird.

Letzte Woche hatten wir also das Eingewöhnungsgespräch. Es war super!
Ich würde lügen, würde ich behaupten, dass es mir jetzt total leicht fiele, aber ich fühle mich dort und mit der Bezugserzieherin des kleinen Mannes sehr wohl. Insgeheim hatte ich ja gehofft, dass sie es wird und nun ist es tatsächlich so. Ich freue mich darüber echt riesig. Denn nicht nur der erste Eindruck, sondern auch das Gespräch hinterlassen ein sehr positives Gefühl.

Der Freund hatte frei und so gingen wir alle 3 gemeinsam zum Gespräch. Der Kleine konnte so schon mal die Räumlichkeiten kennenlernen und seine Bezugserzieherin ganz ungestört beschnuppern.
Zuerst besprachen wir die vertraglichen Dinge. Den kleinen Mann hielt es nicht lange an Ort und Stelle und so machte er nach kürzester Zeit den Gruppenraum unsicher, während uns seine Bezugserziehherin viele Fragen stellte, um uns und ihn ein bisschen kennenzulernen. Sie wollte gerne wissen, was er schon kann, was er mag und was nicht. Sie stellte Fragen zu unserem Umfeld, ob er es kennt von anderen Personen als von uns betreut zu werden und solche Dinge. Sie erzählte vom Tagesablauf in der KiTa und besprach kurz, was wir für den Kleinen besorgen müssen. Wir sprachen über das Essen und ich konnte mir die Essenspläne des Caterers ansehen, der die KiTa beliefert.
Das ist nämlich auch ein Thema, das mir sehr wichtig ist. Da habe ich schon ganz furchtbare Pläne gesehen.
Am Anfang werde ich ihm noch Essen mitgeben, aber sobald er dort richtig angekommen ist, darf er gerne dort essen. Das Essenansgebot ist ausgewogen und klingt super lecker. Ob ich da wohl mittags mit essen darf? ;)

Eingewöhnt wird nach dem Berliner Modell.
Die ersten Tage wird der kleine Mann mit mir zusammen eine Stunde lang in der Krippe verbringen. In dieser Zeit werde ich mich zurückhalten, aber dabei sein, sodass er die Umgebung, die anderen Kinder und seine Bezugserzieherin kennenlernen und Vertrauen aufbauen kann. Nach ein paar Tagen unternehmen wir den ersten Trennungsversuch. Dazu soll ich ihn in die Krippe bringen, mich eindeutig verabschieden und dann gehen. Die Trennung dauert im Idealfall 30 Minuten, in denen in der Garderobe auf ihn warten werde. Sollte er weinen und sich nicht beruhigen lassen, werde ich wieder zurückgerufen.
Sie sagte auch gleich, dass sie da nicht lange herumexperimentieren. Nach 5, maximal 10 Minuten, je nachdem wie doll er weint, auch früher, würde ich spätestens angerufen werden. Das hat mich gleich sehr beruhigt. Natürlich sollen sie versuchen dürfen ihn zu beruhigen, aber ich möchte nicht, dass das auf biegen und brechen passiert.
Ich habe 6 Wochen für die Eingewöhnung eingeplant, da ist auch Platz für ein paar Rückschläge. Das fand auch die Erzieherin super.

Anhand dieses Trennungsversuches entscheidet sich dann das weitere Vorgehen. Scheitert der Versuch, findet ein erneuter Bindungsaufbau statt und die Eingewöhnung wird etwas langsamer vorgenommen. Klappt es, bleibt es ein paar Tage bei 30 Minuten und wird dann Schrittweise um 15-30 Minuten verlängert, solange bis er dann zum Mittagessen und zum Schluss zum Schlafen bleibt. Der erste Schlafversuch wird etwa in Woche 3 oder 4 stattfinden.

Das Schlafen war und ist ja mein persönlicher Bibberpunkt. Denn hier klappt das ohne zu stillen einfach nicht. Die Bezugserzieherin (ich muss mir dringend einen Namen ausdenken) reagierte sehr offen darauf, dass der Kleine ein Einschlafstiller ist. Wir würden es einfach probieren. Es wäre auch gar kein Problem die erste Zeit den Kinderwagen mitzubringen und ihn darin schlafen zu lassen, das klappe bei vielen Kindern. Ein Versuch wäre das eventuell wirklich wert. Ihre Erfahrung zeige aber, dass in der Krippe vieles klappt, was zuhause nicht geht. Auch das Schlafen. Wir lassen es also auf uns zukommen.
Da ich dank meines Arbeitgebers und der Möglichkeit von zuhause aus zu arbeiten sehr flexibel bin, wäre es auch kein Problem den Kleinen auch nach den 6 Wochen noch vor dem Schlafen abzuholen und dann Zuhause hinzulegen, sollte es bis dahin nicht klappen. Das nimmt auch nochmal viel Druck aus der Sache. So können wir das wirklich ganz entspannt angehen und ich bin mir sicher, dass auch das irgendwann klappen wird.

Nach jedem Tag besprechen wir die Lage und das Vorgehen, um ganz individuell auf den Kleinen eingehen zu können.

Ich glaube, wir haben eine wirklich tolle Einrichtung und eine noch tollere Erzieherin erwischt.
Die Erzieherin freute sich sehr als ich ihr sagte, dass sie gerne mit dem Kleinen kuscheln darf, wenn er es braucht und sie das auch möchte. Sie erzählte, dass es viele Eltern gebe, die das nicht wollen. Sie sagte uns wie schön sie es finde, dass wir so offen und unkompliziert seien. Diese Frau scheint ein echter Glücksgriff zu sein! Ich hatte nämlich schon befürchtet, dass wir ein bisschen in unserer Wünsche belächelt werden, weil wir doch schon sehr auf den Kleinen eingehen und das so vielleicht nicht umsetzbar ist. Aber ganz im Gegenteil, sie war sehr interessiert und ich habe den Eindruck, dass sie das von sich selbst aus eh machen würde. In der Zwischenzeit nahm der kleine Mann auch schon Kontakt zu ihr auf und kasperte mit ihr herum. Das machte mir das Herz auch gleich etwas leichter.

Ich erzählte auch ganz offen, dass mir dieser Schritt unheimlich schwer fällt, obwohl ich ein rundum gutes Gefühl habe. Sie war so verständnisvoll, sagte, dass das völlig normal sei und viele (meist) Mütter bei der Eingewöhnung ein paar Tränen vergießen. Das sei völlig in Ordnung, es ist eben ein großer Schritt. Es helfe da alles anzusprechen und sich mit anderen Eltern auszutauschen.

Sie erzählte uns ein bisschen von der Eingewöhnung anderer Kinder und betonte immer wieder wie offen, freundlich und lustig unser Kind sei. Und wie sehr sie sich schon auf ihn freut!

Ich glaube, mit ihrer liebevollen, offenen und albernen Art passt sie einfach perfekt zu unserem kleinen Mann. Das erleichtert mich doch sehr.

Bald geht es los. Mein Baby wird groß.

Der erste Geburtstag – wie der kleine Mann 1 wurde

Eigentlich wollte ich den Geburtstag ohne Motto bestreiten, je näher er rückte, desto falscher fühlte es sich aber an, einfach nur einen Kuchen auf eine weiße Tischdecke zu stellen. Also besorgte ich einen „Flugballon“, bunte Ballons, Luftschlangen sowie Pappteller (wir haben nicht genug Teller für alle Gäste) und Servietten in den Farben des Regebogens. Und Kerzen.
Das fühlte sich so sehr rund an. Unser kleiner Mann ist ein Regenbogenbaby und macht unser Leben so viel bunter. Was könnte da passender sein? Außerdem darf es gerne bunt sein, das mag er sehr gerne.

Der kleine Mann wurde nach einer sehr unruhigen Nacht ganz schlimm weinend wach. Hätte er gewusst, dass er Geburtstags hat, wäre das vielleicht anders gewesen. Es dauerte eine Weile bis er sich beruhigen ließ. Wir kuschelten dann noch ein bisschen im Bett. Die Männer blieben dort noch ein bisschen länger und ich hatte Zeit den Kuchen auf den Geburtstagstisch zu stellen und die Kerze anzuzünden. Alles andere hatten wir am Abend zuvor schon erledigt.

Dann schnappte sich der Freund das ahnungslose Kind und kam ins Wohnzimmer. Der kleine Mann machte ganz große Augen, zeigte mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf die Kerzen und den Luftballon (ja, das ist ganz große Liebe!) und kommentierte alles mit erstaunten „Oh!“s.
Bei dem Anblick, musste ich doch schon sehr an mich halten.
Ich kann es noch immer nicht fassen, dass es ein Jahr her sein soll, dass dieser wuderbare Stubbelkopf das Licht der Welt erblickte.

Wir sangen ein Geburstagsständchen, machten ein paar Fotos und dann durfte der kleine Mann den Kuchen probieren. Ich hatte einen einfachen Biskuitboden mit einer Mascarponecreme bestrichen und mit Heidelbeeren verziert (die bekam der Kleine nur zerteilt), kein Hexenwerk. Ich dachte ja, er würde sich da voll drauf stürzen, aber er schob den Kuchen angewidert aus dem Mund. Die Creme aß er aber voller Genuss.
Das Konzept „Geschenke“ hat er noch nicht so richtig verstanden und so packten wir für ihn seine Puppe aus, die er sofort fest an sich drückte. Gott, war das niedlich! Das interessanteste Geschenk war jedoch die Brotdose für die KiTa, die er sicher 15 Minuten lang auf und zu, auf und zu, auf und zu klappte.

Nach dem ersten Schläfchen packten wir unsere sieben Sachen und fuhren los zum Geburstagsausflug. Ich hatte ja schon öfter erwähnt, dass der kleine Mann eine ausgewachsene Wasserratte ist, so lag es auf der Hand, dass wir den Tag im Thermalbad verbringen würden. Es gibt hier in der Nähe eins, das super schön ist. Man fühlt sich zwischen Palmen ein bisschen wie in der Karibik, es lädt also auch zum Rumlümmeln ein. Perfekt!
Der kleine Mann fühlte sich so pudelwohl. Wenn er nackig sein kann, geht es ihm gut. Da saß er auf der Liege, mümmelte an seinem Brötchen herum und grinste so breit wie es nur ging. Ich glaube, wenn man ihn ließe, würde er im Wasser wohnen. Er hat ganz fasziniert im Blubberbad die aufsteigenden Blasen beobachtet, ganz wild geplantscht und sich manchmal eng an uns geschmiegt durchs Wasser tragen lassen. Es war ein wunderschöner, super entspannter Ausflug. Ganze 4 Stunden waren wir dort und obwohl er irgendwann sehr müde war, aber nicht schlafen wollte, war der Kleine wahnsinnig gut drauf. Auf dem Heimweg schlief er dann den Schlaf der Gerechten und zum Abschluss des Tages gab es Pizza.

Weil unsere Familien weiter weg wohnen, stieg die eigentliche Party erst am Samstag.
Dienstag besuchte uns meine Mama, weil sie am Wochenende nicht konnte. So hatte der kleine Mann noch eine Geburtstagsparty mehr. Auch hier verweigerte er die Schaumkusstorte meiner Mama (meine absolute Kindheitserinnerung!), was die Vermutung nahe legt, dass er die Konsistenz von Biskuitböden nicht mag. Der Kleine bekam ein Duplo Set mit Tieren geschenkt und spielte voller Begeisterung damit. Er kletterte auf seiner Oma herum, ließ sich die Tiere wieder zusammenbauen und deren Laute vormachen. Ich liebe es zu sehen, wie offen er im Umgang mit anderen ist, auch wenn er sie nicht oft sieht. Da ist so eine Leichtigkeit drin, das lässt es mir ganz warm ums Herz werden.

Und dann war da Samstag. Full house.
Es waren mein Papa mit seiner Frau, die Eltern des Freundes, mein Bruder samt Freundin und liebe Freund mit ihren Kindern zu Besuch. Wir hatten eigentlich gar nicht genug Platz, aber ich wollte auf niemanden verzichten. Alle wichtigen Leute sollten da sein. Es war so voll und laut und wuselig. Es war grandios! Der kleine Mann flitzte durch die Gegend, ließ sich auf den Arm nehmen, bespielen und bespaßen. Zwischendurch aß er ein Stückchen von meinem Karottenkuchen (der scheint geschmeckt zu haben). Es war wirklich ein ganz wunderbarer Tag. Die Kinder hatten super viel Spaß zusammen und der kleine Mann bekam das wohl grandioseste Geschenk – eine Kugelbahn! Ich glaube, mehr muss ich dazu nicht sagen. Er liebt sie! Ich könnte ewig schwärmen. Ich fand es so schön wie gut sich alle verstanden, obwohl sie sich teilweise gar nicht kannten. Die Eltern des Freundes spielten mit dem kleinen Wirbelwind unserer Freunde und ach, es war einfach so harmonisch. Es wurde viel geredet, gelacht. Nach und nach verabschiedete sich die Familie und es blieben noch unsere Freunde. Die Kinder spielten noch ein bisschen und gegen 17:30 Uhr brachen auch sie auf.

Das Wohnzimmer sah am Ende des Tages aus wie auf einem Handgranatenwurfstand, der Tisch war voller Krünel, wo kurz zuvor noch ein köstlicher Marmorkuchen stand. Mein Kopf brummter von der Geräuschkulisse und der kleine Mann war völlig erledigt. Wer den halben Tag wie aufgezogen durch die Gegend flitzt, spielt und klettert, ist am Abend auch platt. Innerhalb weniger Minuten schlief er tief und fest (und schenkte uns seit Wochen eine richtig gute Nacht!).

Genau so habe ich mir das gewünscht. Wir hätten den ersten Geburtstag des kleinen Mannes nicht schöner feiern können.

Verschluckt

In der Schwangerschaft machten der Freund und ich einen Kurs zum Thema „Erste Hilfe am Kind“. Es war mir wichtig ein bisschen was an der Hand zu haben. Vor der Beikosteinführung informierte ich mich nochmal darüber, was ich tun müsste, würde sich der kleine Mann an seinem Essen verschlucken. Das tat ich etwa 300 Mal, weil ich derzeit sehr vergesslich bin und ich im Fall der Fälle wirklich sicher wissen wollte, was zu tun ist. Ich las nach, sah mir Bilder und zuletzt Videos bei YouTube an.

Der kleine Mann isst nun schon eine ganze Weile bei uns mit und ich würde ihn als recht sicheren Esser bezeichnen. Anfangs verschluckte er sich zwar ab und zu, was mich gerade bei den ersten Malen unheimlich erschreckte, förderte es dann aber immer ganz souverän zu Tage. Ich denke, ein Stück weit gehört es einfach auch zum Lernprozess. Wie weit kann ich etwas in den Mund stecken und wie viel? Wie schnell kann und wie viel ich schlucken? Muss ich vorher kauen und wie gründlich? All das will getestet werden.
Ich achte darauf ihm nichts Hartes oder Verschluckbares wie z.B. rohe Karotte oder Heidelbeeren zu geben. Hartes wird weich gegart, Rundes geteilt, zerdrückt oder püriert.

Und je länger er mitaß, desto seltener verschluckte er sich und umso entspannter wurden wir. Bis vor ein paar Tagen.

Der Kleine aß ein bisschen Brot, stopfte sich den Mund voll und begann herum zu kaspern. Wir erklären ihm zwar, dass er das bitte nicht tun soll, aber man kennt das ja, es klappt nicht immer. Er warf den Kopf in den Nacken, begann zu lachen und verschluckte sich.
Er begann zu würgen, aber ich hörte sofort, dass etwas nicht stimmt. Er kämpfte, aber nichts passierte. Wir gaben ihm zwei Versuche, um es hochzuholen, dann fischte ihn der Freund eilig aus seinem Stuhl und neigte seinen Kopf nach vorne.
Ich schnappte mir den Kleinen, legte ihn mit dem Oberkörper über meinen Schoß, der Kopf herunterhängend und klopfte zwischen seine Schultern. Er spuckte daraufhin etwas aus, ich nahm ihn hoch und rief – noch voll in meiner Angst gefangen – mehr zu mir selbst „Atmet er?“ und sah ihn an. Er atmete, irgendwie. Aber es klang gepresst, seine Lippen waren etwas lila, sein Blick voller Panik.
In seinem Hals sah ich das Brot stecken. Er versuchte es hochzuwürgen, aber es klappte nicht. Ich bekam Panik und rief dem Freund ein „Scheiße! Lies nach!“ zu. Das klingt jetzt vielleicht verrückt, aber wir haben ein Buch über Notfälle am Kind und ich wollte einfach, dass er schaut, was da als nächster Schritt steht. Mehr konnte er gerade nicht tun. Die Aussage kam einfach von Innen ohne nachzudenken.

Ich nahm ihn sofort wieder über die Beine und klopfte kräftiger zwischen seine Schultern. Und dann flutschte es raus.
Der Kleine weinte sofort bitterlich, schmiegte sich an mich. Das war der Moment, in dem ich wieder begann zu atmen.

Uff.. Ihr hlaubt nicht wie erleichtert ich war. Das alkes spielte sich in vielleicht 30 Sekunden ab, alles was ich tat,tat ich ohne nachzudenken, aber mrinem Kopf ratterte es unentwegt „Das muss raus! Was mache ich, wenn es nicht rauskommt?“. Ich funktionierte einfach.

Ohne den Kurs bzw. hätte ich mich nicht informiert, wäre der Kleine vielleicht erstickt.
Das alleine bereitet einen nicht darauf vor, aber man hat etwas an der Hand.
Ich hätte den Kleinen noch tiefer hängen lassen oder beim ersten Versuch direkt fester zwischen die Schultern klopfen sollen. Ich war unsicher und hatte Angst ihn zu verletzten. Beim zweiten Mal wollte ich einfach nur, dass dieses Ding rauskommt, ganz egal wie.

Ich möchte das bitte nie wieder erleben.
Sobald es mir möglich ist, werde ich den Kurs auffrischen.

Bitte lasst eure Kinder nur im Sitzen und niemals unbeaufsichtigt essen. Und macht einen Kurs/informiert euch! Bitte.
Eine Twitterin erzählte mir, dass man sich auch von jedem Kinderarzt die Handgriffe bei Verschlucken zeigen lassen kann, wenn Zeit und/oder Geld keinen Kurs möglich machen. Wirklich, tut das. Es macht einen nicht zum Profi, aber in etwa zu wissen, was man tun kann, ist so viel wert und bewahrte mich davor einfach nur in nackte Panik zu verfallen.

12 Monate Januarbaby

Mein Räuberkind,

du bist heute 12 Monate alt. Ein Jahr! Ist das zu fassen?!

Gestern erst lagst du noch nackt auf meiner Brust und heute tobst du durch unser Leben.
Ich kann mir ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen.

Es fällt mir schwer diesen Bericht zu schreiben, alles einzufangen, was dich ausmacht. Dich noch ein bisschen größer werden zu lassen. Du bist so viel mehr als deine Fähigkeiten. Dein Wesen zu erfassen erscheint mir schier unmöglich, du bist so facettenreich.
Und auch wenn ich versuche all deine Entwicklungsschritte und Eigenheiten zu erfassen und festzuhalten, bleibt es doch nur ein Versuch. Es sind die Feinheiten, die dich ausmachen.

Du bist nun offiziell ein Kleinkind. Inoffiziell bist du schon lange kein Baby mehr, für mich und mein Herz wirst du das aber wohl für immer bleiben.
Ich staune jeden Tag über dich. Du bist so groß geworden!

Du wiegst knapp 9,5 kg und bist 74 cm groß. Du trägst Größe 74. Obenrum ist es teilweise auch noch eine 68, während du an den Beinen auch schon gelegentlich Größe 80 trägst. Du hast die schönsten blauen Augen und eine blonde Stubbelmähne. Die Zotteln reichen dir bis ins Gesicht, aber noch bringe ich es nicht übers Herz dir die Haare zu schneiden. Wir bürsten sie dir deshalb immer in deinen natürlichen Seitenscheitel.
Soviel zu den körperlichen Gegebenheiten.

Es sind die kleinen Dinge, die mich staunen lassen. Du bist so selbstständig geworden. Du schnappst deinen Trinkbecher, so selbstverständlich als hättest du nie etwas anderes getan. Wie du deine Umwelt wahrnimmst, wie verständig du schon bist! Das überrascht mich wirklich immer wieder! Als ich dich vor kurzem fragte, ob du müde bist, riebst du dir die Augen. Ich erwiderte, dass du ja schon mal ins Schlafzimmer gehen könntest, da krabbeltest du los, schobst die Tür auf (das machst du sehr gerne!) und wartetest vor dem Bett auf mich. Ich hab vielleicht Bauklötze gestaunt! Du hast „Füße zuerst!“ verinnerlicht und kletterst selbstständig vom Bett, aber nur, wenn ich dabei bin. Sonst wartest du und rufst mich.
Deine Nachtschlaffunktion ist kaputt. Du gehst gegen 19 Uhr ins Bett. Entweder wachst du sehr früh auf oder du bist nachts 1-2 Stunden wach. Es gab wirklich wenige gute Nächte in diesem Lebensmonat, die waren dafür richtig, richtig super! Einmal schliefst du 8 Stunden! Leider war das die große Ausnahme. Das ist aber vielleicht auch deiner Entwicklung geschuldet. Ich kann dir richtig zusehen, wie du dazu lernst.
Die Abstände zwischen deinen Schläfchen werden immer größer. Schläfst du morgens „länger“, kann es sein, dass du auch mit nur einem Schläfchen über den Tag kommst. Meist hängst du dann ab 17 Uhr in den Seilen, hinlegen ist dann aber auch keine Option. Du feilst da noch dran. Ich habe Hoffnung, dass sich da wieder einpendelt.

Du schläfst gerne auf dem Bauch. Seit neuestem ziehst du dabei deine Beinchen an dich heran und streckst den Po in die Luft. Oder du schläfst alle Viere weit von dir gestreckt unter meiner Decke, nachdem wir – wie immer zum Einschlafen– ausgiebig gekuschelt und gestillt haben. Das ist meist der ruhigste Schlaf.

Du krabbelst! Ich habe ehrlich gesagt nicht mehr damit gerechnet, nachdem du nach deinen ersten Tappsern sämtliche Krabbelversuche wieder eingestellt hattest. Plötzlich unternahmst du dann aber doch ein paar Versuche und seit du erkanntest, dass du damit noch schneller vorwärts kommst, machst du nichts anderes mehr.
Bei jeder erdenklichen Gelegenheit stellst du dich hin und hangelst dich an den Möbeln entlang. Mittlerweile machst du das sehr souverän. Du versuchst auch größere Lücken zu überbrücken, manchmal löst du dabei für den Hauch einer Sekunde beide Hände. Sobald du das merkst, klammerst du dich sofort wieder an deine Laufhilfe. Du setzt dich aus dem Stand wieder hin, indem du dich auf die Knie fallen lässt. Verlierst du das doch das Gleichgewicht, was wirklich selten vorkommt, rollst du dich mit einer gekonnten Bewegung über die Schulter ab oder fängst dich auf.

Dass du noch nicht frei stehen kannst, hält dich aber nicht davor ab erste Kletterversuche zu unternehmen. Du liebst den Nervenkitzel! Ich für meinen Teil bekomme einen kleinen Herzanfall, wenn ich sehe wie du auf deine Wippe kletterst, hinstellst und freihändig an sie angelehnt versuchst irgendwelche Dinge zu erreichen. Ist dein Ziel zu weit entfernt, versuchst du noch ein paar Zentimeter rauszuholen, indem du dich auf die Zehenspitzen stellst und ganz lang machst.

Du wirfst den Ball und flitzt hinterher, so kannst du dich eine ganze Weile beschäftigen. Rollt er dabei unter das Sofa, legst du dich ganz flach hin und schaust darunter, statt dich fragend umzusehen wie bisher. Aber auch mit deinem Motorikwürfel, der Waschmaschine oder leeren Wasserflaschen kannst du dir ausgiebig die Zeit vertreiben. Du kletterst in jede Kiste und den Wäschekorb und lässt dich darin durch die Gegend ziehen. Dabei grinst du wie ein Schneekönig und brabbelst aufgeregt vor dich hin.

Du bist sehr gesprächig und kannst dich wirklich gut verständigen. Du sagst „Mamamama“ und meinst mich. Und du sagst „nai“.
Neben dem hohen „dadada“, mit dem du dich durch die Wohnung bewegst, hast du auch die tiefen Töne entdeckt und erkundest sie voller Hingabe. Dein mit innen gerichtetem Ton gebrummtes „Wawawa“ mit ganz breitem Mund und geschäftigem Gesicht, das dich wie ein kleines Murlock klingen lässt, ist dabei dein Favorit.
Du zeigst mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf etwas, rufst „Da!“ oder siehst mich fragend an.
Ich erkläre dir dann, was du siehst, was du dann ganz leise vor dich hinmurmelnd in deiner bezaubernden Sprache wiederholst. Neulich war es „oben“ und „unten“, das mit „dat“ und „dadadat“ immer und immer wieder hochkonzentriert wiederholt und mit Gesten untermalt wurde. Du glaubst gar nicht, wie sehr es mich fasziniert dich beim Lernen zu beobachten.

Neben deinem Fingerzeig, schüttelst du ganz vehement den Kopf, wenn du etwas nicht willst. Dabei fliegen deine Haare wild hin. Du glaubst gar nicht, wie putzig das aussieht! Passt dir etwas ganz und gar nicht oder ich verstehe nicht schnell genug, kannst du auch sehr ungehalten werden. Du schimpfst dann wie ein kleiner Rohrspatz mit mir, ziehst die Nase kraus, formst eine Schnute und ziehst entrüstet die Augenbrauen zusammen. Richtig wütend, schüttelst du deine Fäustchen.

Du isst fast alles, was man dir zu Essen gibt. Du liebst den Linsencurryaufstrich, Erdnussmus und Frischkäse mit Obstmus. Heidelbeeren, Naturjoghurt, Mozzarella, Brokkoli, Karotten und Schmetterlingsnudeln. Wurst und Käse werden augenblicklich vom Brot gefummelt und zuerst verspeist, Aufstrich leckst du ab. Manchmal isst du das Brot mit, oft wirfst du es dann auf deinen Teller oder streckst es mir hin. Halte ich das Brot und lasse dich abbeißen, isst du es fast immer komplett auf. Du teilst dein Essen mit uns.

Die Mengen, die dabei in deinem Magen landen, werden immer größer und sind nun bei nennenswerten Größe angelangt. Ich habe aber auch das Gefühl, dass du neben dem Einschlafstillen öfter und expliziter Milch einforderst. Da reißt du plötzlich wie verrückt an deinem Lätzchen, drehst den Kopf weg und stemmst dich gegen deinen Stuhl bis ich dich rausnehme. Stille ich dich dann, trinkst du ganz gierig und zeigst dabei das Babyzeichen für „Milch“. Ich finde es wirklich beeindruckend wie kompetent du bist.

Du fremdelst nicht und hast es bisher auch nicht getan. Im Gegenteil bist du sehr kontaktfreudig. Du bist sicherer und selbstbewusster geworden. Zwischen anderen Kindern bewegst du dich völlig selbstverständlich. Du versicherst dich mit einem kurzen Blick, ob ich noch da bin, setzt dann aber deine Erkundungstour fort. Zwischendurch kommst du angeflitzt, kletterst auf meinen Schoß und schmiegst dich an, um in Windeseile deinen Akku aufzuladen und weiterzumachen.
Zuhause bist du gerne bei mir. Eigentlich verfolgst du mich überall hin und fühlst dich am wohlsten, wenn du auf meinem Arm sein kannst oder ich neben dir auf deiner Spieldecke sitze.

Du kleiner Mensch, du machst mich unheimlich glücklich. Alles an dir fasziniert mich.
Ich wünschte, du könntest dich durch meine Augen sehen und diese Emotionen fühlen, die durch meinen Körper rauschen, wenn ich dich beobachte. Du bist das Glück in seiner reinsten Form.

Es ist so schön, dass du da bist.

Ich liebe dich!