Vorbereitung ist alles

Ich wollte auf alles vorbereitet sein, also zog ich los und besorgte das ein oder andere Utensil, damit dem Beikoststart nichts mehr im Weg stünde, sollte es losgehen.

Möglicherweise bin ich da ein kleines bisschen eskaliert. Ich weiß auch, dass er vieles davon noch nicht braucht, aber die Sachen sind so niedlich, da bin ich einem kleinen Kaufrausch verfallen. Außerdem gehörte zu meiner romantischen Vorstellung vom ersten Kontakt mit fester Nahrung auch das nötige Equipment. Das ist quasi wie Sportzeug kaufen, damit man Sport machen kann. ;)

Der Kleine besitzt nun, neben seinem Tripp Trapp samt Zubehör, ein Ärmellätzchen, Löffel, einen hübschen Teller und einen Becher mit Henkeln von DM, einen Magic Cup und eine Happy Mat.

Ich überlegte auch an einem Tray für den Tripp Trapp oder an diesem Table Top herum, aber so richtig überzeugt bin ich noch nicht. Ich finde die Vorstellung toll, dass der kleine Mann mit uns am Tisch sitzt und das Tablett haftet wahrscheinlich nicht auf unserem Holztisch. Wir warten da also erstmal ab und schauen dann, ob wir sowas wollen oder nicht.

Für den Boden haben wir schon vor längerer Zeit eine Bürostuhlunterlage gekauft, die aktuell noch vor dem Wickeltisch als Pipischutz liegt. (Half übrigens nicht so viel.) Die abwaschbare Tischdecke ist unterwegs. Wir sind vorbereitet.

Den Becher gab ich ihm schon mal zum Spielen und tatsächlich verstand er das Prinzip sofort, verschluckte sich an dem Minischluck Wasser, weil er wie beim Stillen das Wasser direkt nach hinten zog.

Ich bin mir nach wie vor nicht sicher, ob der kleine Mann alle Beikostreifezeichen so richtig erfüllt, aber nun gut. Irgendwie bin ich inzwischen aber auch ein bisschen kribbelig

Beikost

Neben den Schlafgewohnheiten scheint es nach ein paar Monaten besonders interessant zu sein, ob der kleine Mann nun endlich etwas zu essen bekäme. Denn „ab 6 Monaten reicht die Milch nicht mehr aus“ oder „die Milch wird zu dünn„.  Außerdem wird jeder Blick als Hunger interpretiert und sowieso ist er ganz arm dran, weil er noch keinen Kuchen haben darf. Und auch keine Kekse. Armes Kind!

Wie bei vielen Dingen, habe ich mir vorher über die Beikost nicht allzu viele Gedanken gemacht. Ich wusste, dass die WHO empfiehlt 6 Monate voll zu stillen und dass ich das gerne tun würde, sofern es denn klappt. Als der Kleine dann da war, zweifelt ich manchmal daran, ob wir das jemals schaffen würden, aber nun ist er 6 Monate alt und siehe da, wird voll gestillt. Er ist ein quietschfideles Baby mit niedlichen Speckbeinchen. Verhungert sieht anders aus!

Aber es wurde seit er 4 Monate alt ist doch immer wieder thematisiert. Von der Ärztin bei der U4, ungefragt von meiner Zahnärztin und auch sonst meint Hinz und Kunz etwas dazu beitragen zu müssen. Wie schon gesagt, wusste ich dass man nicht zwingend mit 4 Monaten Brei bzw. Beikost einführen muss, viel mehr aber auch nicht und als dann die Allergieprävention angesprochen wurde, wurde ich auch etwas unsicher.

Je älter der Kleine wurde, desto mehr Gedanken machte ich mir also über das Thema Beikost.
Als die Kinderärztin die Beikosteinführung bei der U4 anprach, war das alles noch so weit weg, denn der Kleine war alles andere als bereit. Und ehrlich gesagt, sträubte sich in mir auch alles dagegen. Denn mir ging es zu schnell. Diese besondere Nähe, die wollte ich noch nicht aufgeben, aufbrechen. Selbst dem Freund, der ja bekanntlich nicht stillt, ging das zu schnell. Der Speiseplan des kleinen Mannes wird ja erstmal nur ergänzt und vermutlich wird er sich nicht nach dem ersten Bissen abstillen, aber was wenn es plötzlich ganz zügig geht? Davor habe ich ein bisschen Angst, denn dazu bin ich noch nicht bereit. Klar, nervt(e) mich die Stillerei auch manchmal, aber meistens genieße ich es einfach nur. Es ist, wenn es funktioniert, echt unkompliziert und praktisch. Es kommt, wie es kommt, das ist mir klar. Außerdem kann das ja auch noch ne ganze Weile dauern, bis er nicht mehr stillen mag. Ich werde dem kleinen Mann aus Egoismus sicher nicht die Nahrung in Form von Beikost vorenthalten, aber ich werde ein bisschen wehmütig. Mein Baby wird groß. Abnabelung ist eben ein Prozess, den auch ich durchmache.
Daneben wiegt für mich auch die Verantwortung schwer, ihn gut und ausreichend zu ernähren. Das macht mein Körper bisher ganz alleine, wie praktisch das ist!

Nun ist er also schon 6 Monate alt und das Interesse an Essen wird sicher nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Neben der klassischen Breikost erfuhr ich durch Twitter und die Blogs, die ich so lese, vor Jahren von baby-led weaning und fand das Konzept so interessant, dass es sich eingebrannt hat. Mir gefiel und gefällt der Gedanke dahinter sehr und es kam mir viel unkomplizierter vor, schließlich isst das Baby ja einfach mit. Gemeinsam mit uns, das gefällt mir dabei am besten. Aber auch hier ploppten die Fragen, wie ich das konkret anstelle, nach und nach auf wie Luftblasen im Wasser.

Ich beschäftigte mich also in letzter Zeit mit den Fragen, wie wir den kleinen Mann an feste(re) Nahrung heranführen wollen und wie das so funktioniert. Soll er Brei bekommen oder machen wir BLW? Oder mischen wir das einfach?
Für Breikost gibt es ja zig Pläne und so weiß ich, dass man mit Gemüse anfängt. Klingt auch logisch für mich. Aber warum nach und nach und warum Milch und Getreide vor Obst? Warum schon mit 4 Monaten? Und wie soll mein Kind verstehen, dass es jetzt mittags Essen bekommt, aber abends nur stillen darf/soll/muss? Verwendet man Kuhmilch für den Milchbrei oder Pre/Muttermilch?
Klar, kann man es einfach machen, aber so bin ich nicht. Ich will einfach die Gedanken dahiner verstehen.

Aber auch bei BLW kamen einige Fragen auf, z.B. ob manche Lebensmittel am Anfang weniger geeignet sind als andere. Roh oder nicht roh. Was soll gedünstet werden? Mein Gefühl sagt, alles was roh zu schwer zum Zerteilen sein könnte, sollte gedünstet werden. Aber wenn mein Kind vom Tisch mitessen soll, darf es von Anfang an alles haben? Ist das nicht ein bisschen viel für den Magen und Darm, wo es doch bisher nur Milch gab? Oder fängt man da auch einfach mit Gemüse an, nur eben in seiner ursprünglichen Form?
Bekommt es zu jeder Mahlzeit etwas? Wann fängt man mit Getreide an?

Sollen bestimmte Nahrungsmittel generell vermieden werden? Wie viel soll ein Baby eigentlich essen? Ab wann reiche ich Wasser zum Essen?
Oder die große Frage: woran erkenne ich, ob mein Baby beikostreif ist? Denn ehrlich gesagt, ist gerade das Interesse an Essen das Kriterium, das ich am wenigsten Greifen kann. Es ist alles interessant für ihn. Alles wird beobachtet, befühlt und in den Mund gesteckt, ganz egal um was es sich handelt.

Es waren also ein paar Fragen offen und ich fing an zu recherchieren.

Ich weiß nun, dass es nicht den einen einen Plan gibt. Selbst Breipläne sind in jedem Land anders. Schon interessant wie einem aber suggeriert wird, dass es genau so zu laufen habe. Auch bei Allergikern werden keine Lebensmittel ausgeschlossen, sinnvoll ist einfach sie unter dem Schutz des Stillens einzuführen (sofern man denn stillt, klar!). Ich las, dass in Deutschland viele Frauen bis zum 6. Monat abstillen und damit die Babys Beikost erhalten, während noch gestillt wird, wird oftmals die Beikosteinführung ab dem vollendeten 4. Monat empfohlen. Es sprach also tatsächlich nichts dagegen, einfach weiter zu stillen, bis der Kleine soweit ist, statt ihm regelmäßig mit dem Löffel vor der Nase rumzuwedeln bis er endlich den Mund aufmacht.

Essen darf das Baby fast alles. Es sollte frisch und ausgewogen sein. An sich auch logisch. Es gibt nur wenige Ausnahmen, die nur in geringen Mengen (z.B. Salz, Kuhmilch bzw. Milchprodukte) oder gar nicht (z.B. Ahornsirup, Honig, ganze Nüsse) auf dem Speiseplan stehen sollten. Es ist eigentlich gar nicht so kompliziert

Mittlerweile freue ich mich richtig darauf, dem kleinen Mann diese Welt zu eröffnen. Wahrschrinlich wird es auf eine Mischung zwischen Brei und BLW hinaus laufen, so wie es uns eben gerade passt. Zuhause würde ich aber gerne hauptsächlich Fingerfood anbieten wollen, damit wir gemeinsam Essen können und er sein Essen mit allen Sinnen selbst erfahren darf.

Das wird sicher erstmal ne Sauerei, aber ich freue mich wirklich richtig darauf. Früher oder später komme ich eh nicht drum herum, ich kann ihn ja nicht ewig füttern. Warum dann nicht gleich? Außerdem sah es beim Sohn meiner Freundin nach richtig viel Spaß aus wie er so sein Essen erkundete, das möchte ich dem Kleinen nicht vorenthalten.

Ich bin so gespannt wie er das finden wird, welche Vorlieben er entwickelt. Ob er überhaupt schon möchte. Ob er viel isst oder lieber mehr stillen mag.  J ich freue mich auf die Gesichtsausdrücke bei neuen Speisen und all die Bilder mit verschmiertem Gesicht und Joghurt in den Haaren, das wird super.

Der Hochstuhl steht bereit, das Lätzchen ist startklar, fehlt eigentlich nur noch der kleine Mann. Und eine wasserabweisende Tischdecke, der Holztisch wird es uns danken. Der Rest kommt dann vermutlich von alleine.

6 Monate Januarbaby

Mein kleiner Mann,

du bist 25 Wochen und 6 Tage alt, das sind genau 6 Monate. Ein halbes Jahr!

Ich habe keine Ahnung, wann das passiert sein soll. Es ist als wäre es gestern gewesen, dass du in meine Arme gelegt wurdest und fühlt sich doch so an als wärst du schon immer da gewesen.

Du bist so groß geworden. Nichts erinnert mehr an das Minibaby, das du noch vor kurzem gewesen sein sollst. Ein richtig kleiner Junge bist du schon. Für die Statistik: Du trägst nach wie vor Vieles in Größe 62/68,aber auch 68 passt zum Teil wie angegossen.

Du bist ein Kuschler! Sowohl beim Einschlafen als auch über den Tag, forderst du meine Nähe ein. Sobald ich dich auf meinen Arm oder auf den Schoß nehme, lehnst du dich an und kuschelst deinen Kopf in meine Halsbeuge. Ich genieße das so sehr, kleiner Mann!

Zum Einschlafen robbst du dich an mich heran und kuschelst dich richtig ein. Du liebst es, wenn ich dir den Kopf kraule oder über deine Augenbrauen streichle, es fällt dir dann leicht in den Schlaf zu kommen. Oft legst du dann deine Hand auf meine und nestelst mit der anderen an mir oder deinem Tuch herum. Morgens nach dem Aufstehen kuscheln wir erst einmal eine kleine Runde, bevor wir in den Tag starten.

Du schläfst weiterhin bei uns im Bett. Alles andere ist undenkbar. Der Test, dich alleine im Bett oder in der Nonomo zum Einschlafen zu bewegen, ist gescheitert. Also stillen wir weiterhin. Dein Schlafverhalten in diesem Monat war in einem Wort: chaotisch.

Warst du bisher wie ein Uhrwerk sind deine Schlafenszeiten und Dauer richtig durcheinander. Fällt der Mittagsschlaf kürzer aus (1,5-2,5h), willst du abends noch einmal 30 bis 60 Minuten schlafen. Abends wirst du verlässlich gegen 19:00 Uhr müde. Seit diesem Monat reibst du dir nicht nur die Augen, wenn du müde bist, sondern krabbelst dir auch am Ohr und krallst dich in deine Haare.

Etwa um 18:30 Uhr machen wir dich bettfertig und spielen dann noch ein bisschen. Dann pustest du mit Papa das Licht aus und wir stillen. Manchmal schläfst du dann um 19:30 Uhr direkt ein, aber meistens bist du plötzlich wieder fit und spielst und quietschst noch ein bisschen vor dich hin, abwechselnd mit Stillpausen und schläfst dann gegen 20:30 Uhr brummend ¬¬ein. Dich später ins Bett zu bringen, funktioniert nicht, weil du wirklich richtig müde bist. In letzter Zeit hatten wir auch ein paar zeitliche Ausreißer und du schliefst erst zwischen 21 und 21:30 Uhr. Zu meinem Leidwesen sind deine Schlafphasen momentan etwas kurz, besonders in den letzten Tagen wirst du ca. 3:00 Uhr unruhig und möchtest stündlich stillen. Nach 6 Monaten kann ich also sagen: Ich bin furchtbar müde. Aber immerhin weinst du nicht! Du mopperst ein bisschen rum oder brummelst und schläfst recht zügig wieder ein.

Wenn du abends eingeschlafen bist, schläfst du auch ohne mich. Meistens bleibe ich aber doch bei dir liegen, weil ich diese Nähe so genieße und selbst sehr müde bin. Auch tagsüber klappt es öfter, da brauchst du zwischendurch immer noch die Brust.

Wir stillen noch immer voll. Du zeigst noch kein Interesse an Essen. Du beobachtest uns zwar und versuchst nach unserem Essen zu greifen, wenn ich dich gerade auf dem Arm habe, aber das machst du wirklich mit allem. Wenn du in deinem Newbornset mit uns am Tisch sitzt, spielst du lieber mit deinem Tuch und legst ganz frech die Füßchen auf den Tisch. Alles andere ist nicht so spannend. Ich glaube aber, dass wir trotzdem demnächst mal einen Versuch starten werden, ich bin schon sehr gespannt darauf!

Du bist so ein fröhlicher, kleiner Junge! Du kannst so wunderbar Spitzbübisch grinsen und wenn du deine kleine Zunge ganz spitz machst und herausstreckst, könnte ich dich in einem Haps auffressen, so süß bist du! Ich kann dir fast immer ein Grinsen entlocken und es ist wirklich jedes Mal ein Geschenk für mich.

Wenn dein Papa ein Tuch über deinem Kopf hin und herschwingt, reißt du vor Freude die Arme hoch. Aber noch besser ist es, wenn er für dich tanzt, da musst du richtig lachen. Du hast also Humor! An den Flanken und an den Oberschenkeln bist du kitzelig. Aber auch nicht immer!

Du kannst dich immer besser verständlich machen. Du kannst unheimlich ernst und skeptisch gucken. Wenn du wütend wirst, bekommst du eine Zornesfalte auf der Nase, das ist so niedlich! Wenn dir etwas nicht passt, fiepst du sehr energisch. Du bevorzugst ganz klar die hohen Töne, egal ob du lachst, weinst oder Geschichten erzählst. Aber du verleihst dir nicht nur mit Tönen und Mimik Ausdruck, auch deine Gestik wird immer differenzierter. Du forderst Nähe und Ruhe ebenso ein wie Aufmerksamkeit. Vor ein paar Tagen warst du das erste Mal beleidigt. Dein Papa hat dir einen Stapelturm gebaut, den du zu Fall gebracht hast, dabei ist dir ein Becher ins Gesicht gefallen. Man hat richtig gesehen, wie du gegen die Tränen angekämpft hast. Immer wieder sind deine Mundwinkel wieder nach unten gewandert, aber du konntest dann doch nicht anders und fingst an zu weinen. Als ich dich hoch nahm, beruhigtest du dich sofort, aber deinen Papa wolltest du für einen Augenblick gar nicht ansehen. Als du ihn dann doch angesehen hast, stiegen dir gleich wieder Tränchen in die Augen und während du ein bisschen lächeln wolltest, schobst du auch immer wieder die Unterlippe nach vorne. Das war so unfassbar niedlich!

Du bist wirklich kein hilfloses Minibaby mehr. Du drehst dich weg, wenn dir etwas nicht gefällt oder du keine Lust mehr auf etwas hast. Du zeigst Freude, Abneigung und Interesse ganz deutlich. Es macht so viel Spaß mit dir zu interagieren, deine Reaktionen zu erforschen und mir dir zusammen die Welt ein bisschen neu zu entdecken.

So kratzt du momentan an allen Gegenständen, die dir in die Finger kommen. Du erkundest die Haptik und Akustik, dabei kannst du dich wirklich ausdauernd mit unserem Regal oder meiner Wasserflasche beschäftigen. Je mehr Geräusche es macht, desto besser.

Deine Bewegungen sind so fließend geworden und manchmal kann man gar nicht so schnell gucken wie du dich auf den Bauch gedreht hast. Du drehst dich aber selten einfach so, am liebsten strampelst du nämlich auf dem Rücken liegend herum. Meist möchtest du an eines deiner Spielzeuge und kommst sonst nicht heran oder abends, da drehst du noch mal richtig auf – und rum. Du bewegst dich quasi rollend und rotierend fort. Wenn du dich falsch herumgerollt hast und dein Arm unter deinem Bauch gefangen ist, holst du mit dem Po Schwung und ziehst den Arm heraus. Es kam auch schon vor, dass du so viel Schwung nahmst, dass du fast wieder herumgepurzelt bist. Wenn du auf dem Bauch liegst nimmst du deine Beinchen in Froschhaltung und stößt dich mit den Füßen ab.

Die Füße sind dabei im Idealfall nackt. Das liebst du sehr! Das hast du wohl von deinem Papa, der ist nämlich auch am liebsten barfuß unterwegs. Du greifst manchmal nach ihnen und legst beim Spielen gerne einen Fuß ganz lässig auf deinem anderen Knie ab. 

Du greifst nach deinem Frosch am Spielbogen und lässt ihn schnalzen, legst dir deine Greifringe aufs Gesicht über die Nase und freust dich so sehr an meiner Reaktion daran. Du greifst hochkonzentriert auch nach der dünnsten Haarsträhne und du liebst Bücher! Vermutlich noch mehr wegen der Geräusche, die das Papier macht, wenn du es zerknüllst oder darüber kratzt oder vielleicht auch, weil sie besonders gut schmecken, aber du sitzt auch ganz ruhig auf meinem Schoß und lässt dir von mir die Bilder erklären. Auf meinem Schoß liegend, spannst du den Bauch an und hebst dein Köpfchen.

Du akzeptierst den Kinderwagen immer mehr und bist tatsächlich einmal darin eingeschlafen. Am liebsten wirst du aber trotzdem getragen, ganz egal ob in der Trage oder auf dem Arm, Hauptsache oben.

Mein kleiner Mann, da sind so viele kleine Dinge, alles ist besonders. Am liebsten würde ich jeden Moment einfrieren, um ihn immer wieder erleben zu können, aber das geht leider nicht. In 6 Monaten feierst du schon deinen ersten Geburtstag, ich kann es nicht glauben.
Das Leben mit dir macht so viel Spaß.

Ich liebe dich.

#Meilenstein

[Der kleine Mann ist 24 Wochen & 5 Tage alt]

Der kleine Mann erwachte mit prächtiger Laune und so beschloss ich gleich ganz früh schon mit ihm raus zu gehen, ehe er müde wird. Und weil der Freund etwas bummelte und deshalb mit dem späteren Zug zur Arbeit fuhr (ein Hoch auf Gleitzeit!), konnte er mir den Kinderwagen aus dem Keller holen und ich ohne Baby vor dem Bauch spazieren gehen.
Das gute Stück setzt dort unten nämlich Spinnweben an, weil es mir alleine einfach oft zu kompliziert ist den Kinderwagen aus dem Keller nach oben zu wuchten. Vor allem, wenn ich nur mal eben kurz was erledigen muss.

Als Kind geschnappt, die Trage zur Sicherheit eingepackt, etwas zum Spielen unter den Arm und ab dafür. Wir brachten den Papa zum Bahnhof und spazierten dann zum Wald. Dort lief ich mal wieder an dem wunderschönen Spielplatz vorbei und kam direkt ins Träumen. Ich freue mich so sehr dort mit dem Kleinen zu toben. Aber keine Eile, Kleiner! Nach 30 Minuten wurde der Kleine etwas nörgelig, es war auch schon fast wieder Schlafenszeit. Ich setzte mich in den Wald, genoss den Wind und stillte das Kind, das den raschelnden Blätterwald beobachtete.
Ich hatte ja die Hoffnung, dass er vielleicht beim Stillen einschlafen und ich ihn dann in den Kinderwagen legen könnte. Das hat ja immerhin schon einmal geklappt. Insgeheim rechnete ich aber mit Gebrüll, deshalb die Trage als Backup.

Ich legte ihn zurück, schlug das Verdeck zurück, sodass er weiterhin die Blätter beobachten konnte und ging los. Zwischendurch reichte ich ihm seinen Schnuller, auf dem er, wie immer, kurz herum kaute und ihn dann wieder ausspuckte. Gut, dann nicht. Mittlerweile war es 8 Uhr und mein eigentliches Ziel, das Bürgeramt, geöffnet. Da wollte ich auf jeden Fall noch hin und dann nach Hause ins Bett.
Ich stand dann vor verschlossener Tür, da heute der Betriebsausflug stattfand.

Auf dem Weg nach Hause wurden die Augen des kleinen Mannes immer Kleiner. Ich breitete das Sonnensegel aus und dachte einfach, ich versuche mal mein Glück und laufe weiter. Vielleicht klappt es ja. Es wurde ruhiger im Kinderwagen. Beim Blick hinein, öffnete er wieder seine Augen. Ich rechnete jederzeit mit Gebrüll und dann passierte es einfach. Er schlief ein.

Das hört sich vielleicht lächerliche an. Aber für mich ist das so eine große Sache. Der Kinderwagen war bisher eher geduldet als geliebt. Seit er greifen und sich beschäftigen kann, ist das auch ganz ok, aber wenn er müde wird, will er raus. Er schläft wirklich nie, nie, nie im Kinderwagen ein. Es kam genau drei Mal vor, dass wir ihn schlafend in den Kinderwagen legen konnten. Sonst war immer Alarm, sobald er müde wurde. Das heißt jetzt natürlich nicht, dass das immer klappt. Aber es ist toll! Denn es zeigt mir, dass er es kann. Und es verschafft mir mehr Freiheiten.

Denn wenn es warm wird, ist es hier gleich immer richtig heiß. Bereits um halb zehn schwitzte ich wie ein Schwein überm Grill. Zugegeben, das ist seit der Geburt auch echt viel mehr, aber boah! Das ist heiß. Zu heiß für mich. Da macht es uns beiden keinen Spaß mehr zu tragen, auch wenn ich es wirklich sehr liebe. Und ich kann und will eben doch nicht immer nur in der Wohnung sitzen. Dass er den Kinderwagen akzeptiert und dann sogar darin einschlafen kann, das ist wie eine Offenbarung für mich. Ehrlich, ich bin ganz euphorisch!

Er wird groß, der Kleine.

Tagebuchbloggerei 7/2017

Juli. Wie unfassbar ist das bitte?! Da ist einfach mal das halbe Jahr um! Aber darum geht es nicht. Heute ist der 5. Juli und damit WMDEDGT-Tag. Wer nicht weiß, was das ist schaut einfach mal bei Frau Brüllen vorbei. Ist nämlich ihre Idee!

Der Tag beginnt früh. Sehr früh, um nicht zu sagen mitten in der Nacht.
Um 3:30 Uhr beschließt der kleine Mann genug geschlafen zu haben. Er ist, wortwörtlich, quietschfidel. Während er sich durch das Bett quietschwühlt, versuche ich das Geschehen zu ignorieren und weiterzuschlafen. Das findet er aber gar nicht gut und quietscht ein bisschen lauter. Ok, dann bin ich eben auch wach.
Ich versuche ihn mit stillen noch einmal zum Schlafen zu bewegen, aber nichts zu machen. Das Kind ist wach. Um 5:30 Uhr gibt dann auch der Freund auf und wir stehen auf. So kann er immerhin früher Feierabend machen. Auch nicht schlecht.

Der Freund wickelt den Kleinen und ich mache mich solange fertig und rufe bei der Hotline des Götterboten an. Ich warte seit Tagen auf ein Paket, das mal nicht zugestellt werden kann, weil ich angeblich nicht da bin oder sogar zugestellt wurde, um mich dann wieder nicht angetroffen zu haben. Um das herauszufinden, hätte der Gute allerdings mal klingeln müssen. Die Dame an der Hotline ist äußerst unfreundlich und tut so als würde ich nur anrufen, um sie zu ärgern. Kundenservice ist anders. Dann verlässt der Freund das Haus, ich mische mir noch schnell ein paar Haferflocken zusammen und begebe mich zurück ins Bett, wo ein sehr müdes Baby auf mich wartet. Ich stille ihn in den Schlaf und esse nebenbei mein Frühstück. Als er schläft, lege ich ihn ab und kuschle mich dazu. Nach 1,5 Stunden erwachen wir beide. Ich fühle mich fast erholt. Ich lasse eine Maschine mit Wäsche laufen.

Wir kuscheln noch ein bisschen und dann ist es wieder Zeit für eine neue Windel. Der kleine Mann ist heute richtig gut drauf. Wir wechseln vom Wickeltisch auf die Krabbeldecke, wo der Kleine ausgiebig seinen Löffel bespielt. Ich hänge Wäsche ab, verräume sie und hänge die nächste Maschine auf. Weil der Kleine sich so toll beschäftigt, schaffe ich sogar ein paar Minuten an die Nähmaschine.
Ganz unvermittelt beginnt der Kleine energisch zu quäken. Als ich ihn hochnehme, weiß ich auch warum. Da habe ich wohl die Windel nicht richtig angezogen, denn der komplette Rücken des Babys ist eingepinkelt. Also ziehen wir wieder auf den Wickeltisch um und wechseln einmal das komplette Outfit.
Der kleine Mann verlangt nach einem zweiten Frühstück und reibt sich schon wieder energisch die Äuglein. Auf dem Weg ins Schlafzimmer, versucht er mein Schlüsselbein zu verspeisen. Der Hunger scheint gewaltig zu sein!
Ich setze mich mit ihm ins Bett, wo er nach ein paar Minuten auch in meinem Arm einschläft. Nach 30 Minuten erwacht er wieder und strahlt mich an.
Für den Urlaub brauchen wir noch einen Reisepass für den kleinen Mann. Ich nutze die Gunst der Stunde und knipse ein paar Bilder, solange er satt und geduldig mit mir ist. Es klappt super und es kommen ein paar echt niedliche Bilder dabei heraus.

Dann wird wieder gewickelt und gespielt.
Ich sitze auf der Wickeldecke und beobachte die seine Bemühungen die Hand unter dem Bauch hervorzuziehen. Er nimmt Schwung, hebt den Po und zieht den Arm dann hervor. Einmal hob er den Po so schwungvoll, dass er sich fast überschlug. Ich könnte ihm echt ewig zusehen.
Der Kleine hat ordentlichen Nachholbedarf, denn nur eine Stunde später, reibt er sich wieder die Augen. Die letzten Tage schlief er sehr unregelmäßig und die Nächte waren kurz.

Tatsächlich schläft er 3 Stunden lang. Ich nutze die Zeit, um auch ein bisschen zu dösen und zu lesen.
Gegen 15:30 Uhr schafft es der Götterbote mein Paket vorbeizubringen! Wahnsinn!
Kurz darauf klimpert es bereits an der Tür und der Freund kommt nach Hause. Der kleine Mann freut sich immer so sehr ihn zu sehen, da geht einem echt das Herz auf.

Wir kochen zusammen etwas zu Essen und gehen danach noch einkaufen. Eigentlich wollte ich auch noch raus, aber der viele Schlaf und die Affenhitze halten mich davon ab. Dann eben nicht. Wir suchen das schönste Bild der Fotosession für den Reisepass aus und tatsächlich kamen auch schon die Bilder des Familienshootings mit den Großeltern an. Die sind wirklich schön geworden!
Um 18:30 Uhr ist der kleine Mann schon wieder durch. Weder stillen noch sonstiges Bespaßungsprogramm kann etwas daran ändern. Eigentlich möchte ich ihn noch nicht hinlegen, denn ich weiß genau, dass er nicht lange schlafen wird. Normalerweise bringe ich ihn gegen zwischen 19 und 19:30 Uhr ins Bett und er schläft dann einfach. Vor 19 Uhr klappt das einfach nicht.

Aber es hilft ja alles nichts. Innerhalb von 3 Minuten ist er eingeschlafen und erwacht 40 Minuten später voll ausgeschlafen. Tja, das war es dann mit Feierabend, denn von Schlaf möchte er nun gar nichts mehr wissen. Nach einer Stunde probiere ich es noch einmal, aber auch dieser Versuch wird abgewehrt. Dazwischen verbringen wir ein bisschen Zeit mit dem Papa und spielen noch etwas.
Gegen 21:30 Uhr siegt das Sandmännchen dann doch und auch ich lege mich dazu. Gute Nacht!

Kliniktasche reloaded

Ich tat mich richtig schwer mit dem Packen der Kliniktasche. Erstens wollte ich keine Kliniktasche packen und zweitens kommt da wieder dieser Monk durch, der an alles gedacht haben will. Ich verglich also verschiedene Listen und packte allerhand Dinge ein. Als dann klar war, dass unser kleiner Mann definitiv per Kaiserschnitt zur Welt kommen würde, schmiss ich einiges wieder raus. Aber es wird dennoch Zeit ein Resümee zu ziehen, denn ich hoffe, dass es nicht das letzte Mal gewesen sein wird, dass ich eine Geburtstasche packen werde und dann möchte ich nicht mehr so lange darüber grübeln, was ich nun einpacke und was nicht.

Kreißsaaltasche:
Wie ich ja schon sagte, brauchte ich diese Tasche leider nicht.

-Lippenpflege: habe ich eh immer dabei.
– Haargummi: ohne gehe ich nie aus dem Haus.
– warme Socken: kann nicht schaden.
Die Snacks und Getränke wanderten in die Kliniktasche. In der Nacht vor dem Milcheinschuss hatte ich riesigen Hunger und auch so war es nett, zwischen durch ein paar Kekse mümmeln zu können.
– langes, knöpfbares Shirt: Das Shirt trug ich nachts und fand es wirklich super zum Stillen. Ein Stilltop und eine Shorts sind auch super, aber durch den Kaiserschnitt war ich froh, wenn ich nicht so oft die Beine anheben musste. Für die Geburt selbst könnte ich es mir auch als echt praktisch vorstellen. Je nach Jahreszeit würde ich ein dünneres Material wählen.
– Musik: wir hörten noch ein paar Lieder im Kreißsaal und dann nach der Geburt, das war sehr bewegend.
– Kamera: unbedingt einpacken!
– Ladekabel: selbsterklärend.
– Snacks und Süßkram: während der Wehen hatte ich weder Hunger noch Durst, aber danach war es nett immer mal etwas zu knabbern zu haben. Besonders in der Nacht des Milcheinschusses hatte ich einen riesigen Kohldampf.

Was ich zusätzlich einpacken würde, wäre ein Notziblock. Ich habe immer wieder Notizen in meinem Smartphone gemacht und bin sehr froh darum. Die Hormone und all diese intensiven Momente prasselten nur so auf mich ein, dass ich schon am Tag darauf Probleme hatte nicht alles durcheinander zu bringen. Ich wäre wirklich traurig, wenn ich diese Aufzeichnungen nicht hätte.

Kliniktasche:
Ich war 5 Tage in der Klinik. Das war deutlich länger als ich geplant hatte. Das ist hoffentlich beim nächsten Mal anders.

– Kleidung: Socken, eine Hose und eine Jogginghose, Schlafzeug, stillfreundliche Oberteile, Hausschuhe
Ich würde ich alles wieder so einpacken. Für die Nacht würde ich wieder ein Nachthemd, aber auch Stilltops und Shorts einpacken. Im Zimmer war es recht warm, der Kleine sollte ja nicht frieren, daher habe ich zum Schlafen nur kurze Sachen getragen. Je nachdem wie stark man schwitzt, braucht man vielleicht ein paar Oberteile mehr. Die Hose sollte bequem und nicht zu eng sein. Zu glauben, dass man nach der Geburt wieder in die alten Hosen passt, dürfte in den meisten Fällen etwas optimistisch sein.
Generell sollte darauf geachtet werden, dass die Bündchen der Hosen nicht zu eng und tief sitzen. Darüber hatte ich mir vorher keine Gedanken gemacht, was ich später spüren durfte.
Ich hatte nicht so viel dabei, aber auch, weil ich nicht weit entfernt wohne und der Freund jederzeit mehr hätte holen können.
– Hygieneprodukte: Zahnbürste, Zahncreme, Duschzeug, Deo, Haarbürste

Ich würde zusätzlich mein Tagebuch einpacken. Ich musste meine Gedanken sortieren und wollte diese besondere Zeit festhalten. Der Kleine schlief auch oft, ich wäre also dazu gekommen. So habe ich nur Notizen gehabt, die ich dann übertragen musste, was im Nachhinein ordentlich Zeit in Anspruch nahm.
Und auch hier darf etwas Süßes nicht fehlen. Ich hatte ein paar Energieriegel, Cashews und diese genialen Doppelkekse mit Zartbitterschokolade von Alnatura dabei. Dazu Karamalz (bäh! Aber nett für den Milcheinschuss, der bei mir etwas träge war) und eine leckere Bionade.

Für das Baby:
Hose und Oberteil in 50 und 56, Strumpfhose, ein Overall, Mützchen und die Babydecke.

In der Liste fehlen Söckchen und Bodys! Wickelbodys!
Im Krankenhaus hätten wir an sich keine Kleidung für den Kleinen benötigt, aber ich bin froh, dass wir eigene Kleidung dabei hatten, denn die Bodys im Krankenhaus waren relativ fest und eng. Wir hatten wirklich Schwierigkeiten den Kleinen hineinzubekommen und brachen das dann einfach ab. Mit den Wickelbodys war es einfach viel entspannter für alle. Außerdem trug er so direkt seine eigene Kleidung, die nach unserem Zuhause roch, das war schön. Ich hätte aber mehr Bodys einpacken sollen, denn es geht doch auch mal etwas daneben.
Wir hatten zusätzlich noch ein paar Schlafanzüge dabei. Hier würde ich auch mehrere Größen einpacken und auf Anzüge mit Füßchen verzichten oder dann Söckchen drüber ziehen. Der Kleine strampelte sich immer aus den Füßen heraus und fand das gar nicht lustig.

Und ich würde wieder ein Tragetuch bzw. eine Babytrage einpacken. In der zweiten Nacht weinte der kleine Mann sehr viel. Ich hatte ein Tragetuch dabei, ich hatte mir aber gar keine Gedanken darüber gemacht, dass ich ihn vielleicht nicht tragen können könnte. Für den Freund war es in der Situation zu viel Gefummel, da wäre die Trage Gold wert gewesen. So trug der Freund den kleinen Mann ewig auf dem Arm, was mit der Zeit echt anstrengend werden kann und ihm auch etwas schwer fiel, weil der Kleine noch so zerbrechlich wirkte. Mit einer Trage wäre das bestimmt einfacher gewesen.

Für den Freund:
– Badehose, falls er mit ins Wasser möchte
– bequeme Kleidung für die Geburt
– Snacks und Cola
– Unterlagen für die Geburtsurkunde
– Liste mit wichtigen Telefonnummern
– Deo (man weiß ja nie!)

Würde ich alles wieder so einpacken. Wenn geplant ist, dass er mit im Krankenhaus bleibt (bzw. für den Notfall) würde ich aber zusätzlich auch noch Socken, Unterwäsche, Hygieneprodukte und Wechsel-/Schlafkleidung. Was man hat, hat man. Kann man ja einfach in den Kofferraum schmeißen, so muss der Papa nach der Geburt nicht nochmal extra nach Hause fahren.

Was ich nicht gebraucht habe:

– Stillbustier: unnötig. Ich habe die Stilltops von h&m und finde die einfach genial. Gerade für die Anfangszeit ist es so weniger gefummel und reichte für mich völlig aus.
– Stilleinlagen: Ich brauche bis heute keine Stilleinlagen, würde zur Sicherheit aber wohl doch wieder ein paar einpacken, denn die hätte ich im Krankenhaus nicht bekommen.
– Unterhosen: Ich habe die Netzhöschen getragen und für die ersten Tage auch noch ein paar mit nach Hause genommen, weil sie so praktisch waren. Geht was daneben kann man sie wegschmeißen und ich fand sie angenehm wegen der Narbe.
– Binden: Die riesigen Vorlagen bekommt man im Krankenhaus. Da habe ich auch ein paar eingesteckt, weil die noch etwas größer als die Pelzys waren.
– Mascara: Wir erwarteten keinen Besuch und ich hatte absolut nicht das Bedürfnis mehr als mein gängiges Pflegeprogramm zu fahren.
– Bikinioberteil: Ich habe es nicht benötigt, glaube aber, dass ich es nicht mehr einpacken würde, denn unter den Wehen scherte ich mich nicht mehr darum, wer mich wie sah.

Ich las, dass viele Frauen Spülbecher, Stillkissen und Handtücher mit ins Krankenhaus nahmen. In unserem gab es das alles vor Ort, deshalb habe ich darauf verzichtet.

23

Der kleine Mann ist seit 23 Wochen bei uns. Ich kann das noch immer kaum begreifen. Es ist als wäre es nie anders gewesen. Er hat seinen Platz in unserer Mitte so selbstverständlich eingenommen und zeitgleich fühlt es sich an als wäre es gestern gewesen, dass man mir dieses kleine Bündel auf die Brust legte. 

Noch völlig hilflos. So zerbrechlich. Ich erinnere mich an das Schmatzen und Grunzen. Die zarten Laute und diesen Blick.
Jetzt rollt er sich wild von links nach rechts, reißt die Arme vor Freude nach oben. Grinst, strampelt und quietscht vor sich hin. 

Ich erinnere mich. Und obwohl erst ein paar Wochen vergangen sind, ist da oft dieses verschwommene Gefühl. Ich sehe die Bilder und kann nicht fassen, dass er so klein und zierlich gewesen sein soll. 

Das Minibaby, das nur auf oder an mir schlief, liegt nun einfach neben mir. Dass er jetzt schon so groß ist, macht ganz komische Sachen mit mir. Wann ist das bitte passiert?! 

Wie ich mal zum Zahnarzt ging

und mit dem Tipp mein Kind schreien zu lassen nach Hause ging.

Eigentlich wollte ich den Kontrolltermin beim Zahnarzt nur nutzen, um mich darüber zu informieren, welches Vorgehen meine Zahnärztin bezüglich des Fluoridisieren empfiehlt.
Ich hatte mich vorab schon mal ein bisschen belesen. Letztlich werden zwei Wege empfohlen: entweder soll das Baby über Tabletten mit Fluorid versorgt werden oder ab Durchbruch des ersten Zahnes mit eben mit einer fluoridhaltigen Zahncreme geputzt werden.
Eine Freundin arbeitet bei einem Kieferorthopäden, der letzteres empfiehlt. Hörte sich ganz gut an, aber fragen kann man ja mal.

Also wie ich da so saß, fragte ich die Zahnärztin, wie sie denn da in der Regel vorgeht.
Sie empfiehlt interessanterweise den Weg, den laut dem o.g. Link die Kinderärzte gehen. Fluoridtabletten im ersten Lebensjahr, aber nur, wenn kein Mineralwasser zu trinken gereicht wird, da dieses meist viel Fluorid enthalte und das dann zuviel sei. Auf (fluoridhaltiges) Salz solle im ersten Lebensjahr ohnehin verzichtet werden. Sobald ein Zahn da sei, soll dieser nur mit Wasser und einer Kompresse oder einem Läppchen gereinigt werden. Einmal am Tag muss, alles andere ist nett und gut, um das Kind daran zu gewöhnen. Das darf man ruhig auch schon machen, bevor die Zähnchen da sind.
Als Zahncreme empfiehlt sie das Weleda Zahngel, da es fluoridfrei ist und nicht schmeckt. Erst wenn die Kinder zuverlässig ausspucken, solle die Zahncreme mit Fluorid verwendet werden. Ebenso müsse man nach dem ersten Lebensjahr die Umstände betrachten. Trinkt das Kind Leitungswasser oder Mineralwasser? Wird Salz mit oder ohne Fluorid verwendet? Entsprechend sollen dann weiterhin Tabletten gegeben werden oder eben nicht.
Ich fragte ein bisschen verwundert nach, woraufhin sie erklärte, dass sie das für sinnvoller halte, weil so die ausreichende Fluoridisierung gewährleistet sei und so weder zu viel noch zu wenig Fluorid aufgenommen werde.

Obendrauf gab sie mir Virbucol-Zäpfchen und Osanit und Chamomilla-Globuli seien super bei Zahnungsschmerzen. Dentinox ginge auch, aber wegen der betäubenden Wirkung bitte nur, wenn alles andere nicht mehr hilft und nur sparsam verwenden. Bernsteinkettchen gäbe es auch. Dazu könne sie nichts sagen, aber probieren könne man auch das.

Soweit, so gut. An dieser Stelle war meine Frage (zwar ohne richtige Begründung, aber da scheiden sich ja die Geister) beantwortet. Das sah sie wohl anders. Denn es folgte ein Vortrag darüber, dass mit einem Jahr definitiv Schluss sei mit dem Stillen. Kinder, die dann noch gestillt würden, wären in ihrer Kartei rot markiert, da diese nach ihrer Erfahrung anfälliger für Karies seien. Generell sollten Kinder nachts nicht viel trinken, egal ob Wasser oder Milch. Und auf gar keinen Fall gesüßte Tees!

Und es wäre nun auch Zeit Brei zu füttern, denn mit 5 Monaten reiche die Milch nicht mehr aus. Ich könne noch weiter stillen, das sei auch gut für die Ausbildung des Kiefers und der Muskulatur, aber ich solle bitte an die Allergieprävention denken und dann jetzt mal anfangen.

Ich sagte dazu nichts. Ging auch nicht, schließlich fummelte sie mir mit allerhand Gerätschaften im Mund herum. Ich hätte Zahnfleischbluten. Richtig, habe ich. Irgendwie immer ein bisschen. Aber momentan halt ein bisschen mehr. Zumindest, wenn man mein Zahnfleisch mit scharfen Gegenständen piekst. Das könnte auch auf die Hormone zurückzuführen sein. Wir beobachten das. Aber wahrscheinlich komme ich auch gerade einfach nicht dazu die Zähne so intensiv zu pflegen wie bisher.

Und das ist der Punkt, an dem ich einfach mal hätte nicken und lächeln sollen. Aber nein.. „Es wird schon wieder viel besser. Anfangs war das echt eine Herausforderung sich täglich anzuziehen und die Zähne zu putzen. Immer sagen alle, dass Babys so viel schlafen, dass sie es nur tun, wenn du dabei bist, erzählt niemand.“

Fehler. Großer Fehler.

Es folgten große Augen, ein ernster Blick und die dringende Empfehlung dieses Verhalten zu beheben. Wenn sie sich daran gewöhnen würden, die Kleinen, dann bekäme man das nicht mehr raus. Sie könne mir da wärmstes „Jedes Kind kann schlafen lernen“ empfehlen. An der Stelle unterbrach ich sie dann und erklärte, dass ich von Schlaftrainings nicht viel halte, schon gar nicht bei einem 5 Monate alten Baby.
Das hinderte sie aber nicht mir zu erzählen, dass sie das Programm bei ihrer Tochter zwei Mal durchgezogen habe und der hätte es auch nicht geschadet.

Super fand ich, dass die Zahnarzthelferin, sobald die Ärztin den Raum verließ, mit dem Kopf schüttelte und meinte „Die müssen das lernen. Pf. Ich habe meine Tochter immer in den Schlaf gewiegt. Anders schlief sie nicht. Damals hat es mich oft genervt, aber jetzt vermisse ich es manchmal.“

Das ist echt interessant, denn ich habe nun schon öfter die Erfahrung gemacht, dass Ärzte gerne den „konsequenten“ Weg empfehlen, die Arzthelferinnen eher emotional unterwegs sind. Auch mein Frauenarzt empfiehlt das Buch und nach einem Zeitrhythmus zu stillen oder (der Klassiker!) das Kind nicht zu verwöhnen. Er sagt auch, dass vorgeburtlicher Stress keine Auswirkung auf das Kind habe und es für das Kind völlig unerheblich ist, ob es vor der Geburt per Kaiserschnitt Wehen erlebt hat oder nicht.
Sehe ich anders. Ich habe keine wissenschaftlichen Belege dafür. Brauche ich auch nicht unbedingt, denn mit dem, was ich tue, schade ich meinem Kind nicht.

Und durch verschiedene Quellen weiß ich auch, dass einige Aussagen schlichtweg Mumpitz sind. Aber immerhin da habe ich inzwischen gelernt zu lächeln, nicken und so weiterzumachen wie ich es für richtig halte. (Von denen kommt nämlich keiner nachts vorbei und trägt mein wild brüllendes Kind in den Schlaf, weil es nun alleine schlafen muss und auch nicht mehr stillen braucht.)