Kliniktasche reloaded

Ich tat mich richtig schwer mit dem Packen der Kliniktasche. Erstens wollte ich keine Kliniktasche packen und zweitens kommt da wieder dieser Monk durch, der an alles gedacht haben will. Ich verglich also verschiedene Listen und packte allerhand Dinge ein. Als dann klar war, dass unser kleiner Mann definitiv per Kaiserschnitt zur Welt kommen würde, schmiss ich einiges wieder raus. Aber es wird dennoch Zeit ein Resümee zu ziehen, denn ich hoffe, dass es nicht das letzte Mal gewesen sein wird, dass ich eine Geburtstasche packen werde und dann möchte ich nicht mehr so lange darüber grübeln, was ich nun einpacke und was nicht.

Kreißsaaltasche:
Wie ich ja schon sagte, brauchte ich diese Tasche leider nicht.

-Lippenpflege: habe ich eh immer dabei.
– Haargummi: ohne gehe ich nie aus dem Haus.
– warme Socken: kann nicht schaden.
Die Snacks und Getränke wanderten in die Kliniktasche. In der Nacht vor dem Milcheinschuss hatte ich riesigen Hunger und auch so war es nett, zwischen durch ein paar Kekse mümmeln zu können.
– langes, knöpfbares Shirt: Das Shirt trug ich nachts und fand es wirklich super zum Stillen. Ein Stilltop und eine Shorts sind auch super, aber durch den Kaiserschnitt war ich froh, wenn ich nicht so oft die Beine anheben musste. Für die Geburt selbst könnte ich es mir auch als echt praktisch vorstellen. Je nach Jahreszeit würde ich ein dünneres Material wählen.
– Musik: wir hörten noch ein paar Lieder im Kreißsaal und dann nach der Geburt, das war sehr bewegend.
– Kamera: unbedingt einpacken!
– Ladekabel: selbsterklärend.
– Snacks und Süßkram: während der Wehen hatte ich weder Hunger noch Durst, aber danach war es nett immer mal etwas zu knabbern zu haben. Besonders in der Nacht des Milcheinschusses hatte ich einen riesigen Kohldampf.

Was ich zusätzlich einpacken würde, wäre ein Notziblock. Ich habe immer wieder Notizen in meinem Smartphone gemacht und bin sehr froh darum. Die Hormone und all diese intensiven Momente prasselten nur so auf mich ein, dass ich schon am Tag darauf Probleme hatte nicht alles durcheinander zu bringen. Ich wäre wirklich traurig, wenn ich diese Aufzeichnungen nicht hätte.

Kliniktasche:
Ich war 5 Tage in der Klinik. Das war deutlich länger als ich geplant hatte. Das ist hoffentlich beim nächsten Mal anders.

– Kleidung: Socken, eine Hose und eine Jogginghose, Schlafzeug, stillfreundliche Oberteile, Hausschuhe
Ich würde ich alles wieder so einpacken. Für die Nacht würde ich wieder ein Nachthemd, aber auch Stilltops und Shorts einpacken. Im Zimmer war es recht warm, der Kleine sollte ja nicht frieren, daher habe ich zum Schlafen nur kurze Sachen getragen. Je nachdem wie stark man schwitzt, braucht man vielleicht ein paar Oberteile mehr. Die Hose sollte bequem und nicht zu eng sein. Zu glauben, dass man nach der Geburt wieder in die alten Hosen passt, dürfte in den meisten Fällen etwas optimistisch sein.
Generell sollte darauf geachtet werden, dass die Bündchen der Hosen nicht zu eng und tief sitzen. Darüber hatte ich mir vorher keine Gedanken gemacht, was ich später spüren durfte.
Ich hatte nicht so viel dabei, aber auch, weil ich nicht weit entfernt wohne und der Freund jederzeit mehr hätte holen können.
– Hygieneprodukte: Zahnbürste, Zahncreme, Duschzeug, Deo, Haarbürste

Ich würde zusätzlich mein Tagebuch einpacken. Ich musste meine Gedanken sortieren und wollte diese besondere Zeit festhalten. Der Kleine schlief auch oft, ich wäre also dazu gekommen. So habe ich nur Notizen gehabt, die ich dann übertragen musste, was im Nachhinein ordentlich Zeit in Anspruch nahm.
Und auch hier darf etwas Süßes nicht fehlen. Ich hatte ein paar Energieriegel, Cashews und diese genialen Doppelkekse mit Zartbitterschokolade von Alnatura dabei. Dazu Karamalz (bäh! Aber nett für den Milcheinschuss, der bei mir etwas träge war) und eine leckere Bionade.

Für das Baby:
Hose und Oberteil in 50 und 56, Strumpfhose, ein Overall, Mützchen und die Babydecke.

In der Liste fehlen Söckchen und Bodys! Wickelbodys!
Im Krankenhaus hätten wir an sich keine Kleidung für den Kleinen benötigt, aber ich bin froh, dass wir eigene Kleidung dabei hatten, denn die Bodys im Krankenhaus waren relativ fest und eng. Wir hatten wirklich Schwierigkeiten den Kleinen hineinzubekommen und brachen das dann einfach ab. Mit den Wickelbodys war es einfach viel entspannter für alle. Außerdem trug er so direkt seine eigene Kleidung, die nach unserem Zuhause roch, das war schön. Ich hätte aber mehr Bodys einpacken sollen, denn es geht doch auch mal etwas daneben.
Wir hatten zusätzlich noch ein paar Schlafanzüge dabei. Hier würde ich auch mehrere Größen einpacken und auf Anzüge mit Füßchen verzichten oder dann Söckchen drüber ziehen. Der Kleine strampelte sich immer aus den Füßen heraus und fand das gar nicht lustig.

Und ich würde wieder ein Tragetuch bzw. eine Babytrage einpacken. In der zweiten Nacht weinte der kleine Mann sehr viel. Ich hatte ein Tragetuch dabei, ich hatte mir aber gar keine Gedanken darüber gemacht, dass ich ihn vielleicht nicht tragen können könnte. Für den Freund war es in der Situation zu viel Gefummel, da wäre die Trage Gold wert gewesen. So trug der Freund den kleinen Mann ewig auf dem Arm, was mit der Zeit echt anstrengend werden kann und ihm auch etwas schwer fiel, weil der Kleine noch so zerbrechlich wirkte. Mit einer Trage wäre das bestimmt einfacher gewesen.

Für den Freund:
– Badehose, falls er mit ins Wasser möchte
– bequeme Kleidung für die Geburt
– Snacks und Cola
– Unterlagen für die Geburtsurkunde
– Liste mit wichtigen Telefonnummern
– Deo (man weiß ja nie!)

Würde ich alles wieder so einpacken. Wenn geplant ist, dass er mit im Krankenhaus bleibt (bzw. für den Notfall) würde ich aber zusätzlich auch noch Socken, Unterwäsche, Hygieneprodukte und Wechsel-/Schlafkleidung. Was man hat, hat man. Kann man ja einfach in den Kofferraum schmeißen, so muss der Papa nach der Geburt nicht nochmal extra nach Hause fahren.

Was ich nicht gebraucht habe:

– Stillbustier: unnötig. Ich habe die Stilltops von h&m und finde die einfach genial. Gerade für die Anfangszeit ist es so weniger gefummel und reichte für mich völlig aus.
– Stilleinlagen: Ich brauche bis heute keine Stilleinlagen, würde zur Sicherheit aber wohl doch wieder ein paar einpacken, denn die hätte ich im Krankenhaus nicht bekommen.
– Unterhosen: Ich habe die Netzhöschen getragen und für die ersten Tage auch noch ein paar mit nach Hause genommen, weil sie so praktisch waren. Geht was daneben kann man sie wegschmeißen und ich fand sie angenehm wegen der Narbe.
– Binden: Die riesigen Vorlagen bekommt man im Krankenhaus. Da habe ich auch ein paar eingesteckt, weil die noch etwas größer als die Pelzys waren.
– Mascara: Wir erwarteten keinen Besuch und ich hatte absolut nicht das Bedürfnis mehr als mein gängiges Pflegeprogramm zu fahren.
– Bikinioberteil: Ich habe es nicht benötigt, glaube aber, dass ich es nicht mehr einpacken würde, denn unter den Wehen scherte ich mich nicht mehr darum, wer mich wie sah.

Ich las, dass viele Frauen Spülbecher, Stillkissen und Handtücher mit ins Krankenhaus nahmen. In unserem gab es das alles vor Ort, deshalb habe ich darauf verzichtet.

Es ist Liebe.

Schon vorher kreisten meine Gedanken immer wieder darum, dass es geklappt haben musste, aber seit diesem Moment als ich um 05:30 Uhr im schlechten Badezimmerlicht aller Zeiten, diesen Hauch von Strich entdeckte, kann ich an nichts anderes mehr denken. Es gibt keinen Zweifel, du bist da. Und wenn ich es wieder nicht glauben kann, schaue ich auf den Teststreifen, der mir jedes Mal ein schiefes Grinsen ins Gesicht zaubert.
Du bist da! Und das macht mich so unfassbar glücklich.
[05. Mai 2016]

Als sich der Tag der letzten Pille jährte, wurde ich ungeduldig. Ich begann mich über Kinderwunschzentren und Spermiogramme zu informieren. Ich beriet mich erneut mit meinem Frauenarzt und ging noch mehr in mich. Ich begann mich in die verschiedenen Behandlungsmethoden einzulesen, suchte Informationen über Alternativen. Ich fand mich mit dem Gedanken einer Laparoskopie ab, begann nachzulesen, wie man ein ggf. schlecht ausfallenden Spermiogramm aufpeppen könnte. Ich vereinbarte einen ersten Termin in der Kinderwunschklinik und beim Andrologen. Informierte mich über Kostenübernahmen.

All das ohne den Optimismus zu verlieren. Ich wollte einfach vorbereitet sein, damit mich das, was vielleicht kommen sollte nicht wie ein Hammer treffen würde.

Bevor ich positiv testen durfte, träumte ich wieder davon schwanger zu sein. Es war aber noch zu früh zum Testen. Mein Bauchgefühl sagte mir aber auch ganz deutlich, dass es geklappt haben musste. Es konnte gar nicht anders sein. In der Nacht bevor ich testen wollte, träumte ich von 3 positiven Tests. Das war exakt die Anzahl, die es benötigte, um einen wirklich eindeutigen Strich zu erkennen.

Jetzt liegt dieses kleine große Wunder in meinem Arm. Es quietscht, lacht und strampelt wild herum.
Er nimmt uns ein und erfüllt mich mit Liebe, Glück und Stolz. Unglaublich, dass er vor kurzem noch in meimem Bauch gewesen sein soll!

Unsere Welt auf den Kopf gestellt. Alles wurde durchgeschüttelt und ich kann mir nichts Schöneres vorstellen.

Heute vor einem Jahr begann etwas ganz Kleines für uns etwas Großes zu sein. 💙

And so the adventure begins

Am Sonntag, an ET+2, erblickte unser Sohn um 2:40 Uhr das Licht der Welt. Sein erstes Gurgeln werde ich nie vergessen, ab da war es um mich geschehen.

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten sind wir nun endlich Zuhause. Es geht uns gut. Wir brauchen noch etwas Zeit, um anzukommen und genießen unsere kleine Blase sehr.

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Unser Leben Kopf und alles dreht sich nur noch um ihn.
Ich habe so viel zu erzählen. Aber ich kann (und will) mich nicht von ihm losreißen. Ich kann einfach nicht aufhören ihn zu bestaunen. Er ist perfekt. Jede kleine Hautfalte, jedes Blinzeln. Er ist so warm und weich. Sein Blick so intensiv. Seine Geräusche und das Engelslächeln, das manchmal über seine Lippen huscht, lassen mein Herz überquellen.
Ich, nein, wir sind unglaublich verliebt.

Aus dem Bauch. Mitten ins Herz.

Happy birthday, Babybär! ♡

Kreislauf des Lebens (ET)

Ich wurde heute Nacht um 1 Uhr wach. Draußen wütete ein Sturm, ich war unruhig wie immer in solchen Nächten. Mein Bauch tat weh, es zog unangenehm. Ich dachte an erste Wehen, die sich jedoch gleich legten.
Der Bauch entspannte sich, ich konnte dennoch nicht schlafen. Ich hatte Hunger und stand auf, um eine Banane zu essen. Ich legte mich aufs Sofa, surfte ein wenig durch youtube. Der Sturm machte mich nervös.
Gegen 3 Uhr ging ich ins Bett und konnte schlafen.

Heute ist der errechnete Entbindungstermin. Der Tag, auf den ich so hinfieberte. Dieser besondere Tag, der eigentlich nicht viel mehr ist als eine Zahl und trotzdem von mir gefeiert wurde. Vielleicht werden wir heute zur Familie.

Um 6 Uhr erhielt ich den Anruf meiner Mama, dass Opa um 2 Uhr aufwachte und dreißig Minuten später für immer einschlief.

Es ging ihm nicht gut, schon lange. Er hat nun beschlossen, dass es Zeit ist und ich bin dankbar, dass er nicht unnötig leiden musste. Für ihn war es jetzt richtig, das tröstet mich.

Eigentlich sollten wir ein neues Leben feiern, stattdessen muss ich mich von meinem Opa verabschieden. Das passt gerade nicht in meinen Kopf. Leben und Tod, ein ständiger Kreislauf. Ich hätte mir dennoch gewünscht, dass diese beiden Erlebnisse nicht so nah beieinander liegen würden.
Ich bin furchtbar traurig, dass Opa sein Urenkelchen niemals kennenlernen wird.

Zusammengefasst } 10. Monat

Woche: 37. – 40. Woche
Das Baby: Wassermelone (2.800 – 4.000g)
Unser Stubbs hat beschlossen sich nicht mehr von der Stelle zu bewegen. Es sitzt also immer noch mit dem Po nach unten und daran wird sich vermutlich auch nichts mehr ändern. Uns wurde wieder gesagt wie zart es sei. Mal sehen, ob das am Ende wirklich stimmt. Ansonsten entwickelt es sich super. Es ist nach wie vor eher ruhig, hat aber auch immer mal wieder Tage an denen es etwa 2 Stunden am Stück aktiv war. Ich spüre nun immer öfter Füßchen und/oder Knie in der rechten Seite und auf Bauchnabelhöhe. Außerdem versucht es manchmal sich zwischen meine Haut und die Rippen zu schieben. So fühlt es sich jedenfalls an. Das ist ziemlich unangenehm, aber naja, da oben ist für so einen kleinen Dickkopf eben nicht immer genug Platz. Außerdem schiebt es immer noch gerne den Kopf (vermute ich zumindest) auf die linke Seite, das spüre ich sofort am Gefühl, das sich durch den ganzen Körper zieht.
Bauch:   94,5 cm –  95 cm – 95,5 cm – 96,5 cm
Wenn das Baby seinen Kopf (vermute ich zumindest) auf die linke Seite schiebt, bahnt sich immer noch dieses ganz bestimmte Gefühl durch meinen Körper. Es ist fast wie ein elektrisches Kribbeln. Der Bauch wird dann ganz fest, aber der ist ja grundsätzlich eher fest. Nach dem Versuch der Wendung war es mal fast sowas wie entspannt, das hält meist aber nicht lange an.
Körper & Wehwehchen:  Das Baby drückt. Ich habe das Gefühl ständig auf Toilette zu müssen. Meist ist es aber einfach nur der Druck des Babys. Wenn es sich ganz lang macht und sich unter die Rippen drückt, wird es auch immer unschöner. Das kommt zum Glück nicht so oft vor. Sonst habe ich festgestellt, dass diese Drehung des Babys, wenn es den Kopf auf die linke Seite streckt ein Gefühl wie Periodenschmerz auslöst. Ich dachte erst, das wären vielleicht Wehen, aber das Gefühl hält wirklich genau so lange an bis es sich wieder wegdreht. Faszinierend. Der Bauch wird gelegentlich fest, aber auch das ist ja nichts Neues (38. Woche). Ach, und wenn ich länger auf der Seite liege, tut mir die Haut (?) weh. Lagerungsschmerzen oder sowas, aber auch nur auf der linken Seite. Dazu gesellt sich das Gefühl als würde sich meine Hüfte weiten, es fühlt sich manchmal so locker an. Gerade nach längeren Spaziergängen kommt es mir so vor als säßen meine Beine nicht mehr fest in der Hüfte.
Inzwischen fühlt es sich an als bereite sich mrin Körper auf die Geburt vor. Es zieht, der Bauch wird fest. Nachts schlafe ich kaum, weil der Bauch so hart ist.
Haut/Haare/Nägel: Alles beim Alten. Nein, stimmt nicht. In der 39. Woche wurde meine Haut wieder ein bisschen schlechter. Was ich allerdings mal festhalten möchte ist, dass meine Haare in der Schwangerschaft weniger schnell fetten. Das darf gerne so bleiben.
Gefühlswelt: Ich habe mir ziemlich viele Sorgen gemacht wegen der Beckenendlage. Vor dem Versuch der Wendung war ich richtig durch und habe viel geweint. Ebenso an dem Tag an dem ich erfuhr, dass ich nicht spontan entbinden darf. Da war ich zusätzlich auch noch furchtbar wütend. Ich hab mich richtig vor mir selbst erschrocken. Zum Glück verblasste das schon im Laufe des nächsten Tages. Inzwischen habe ich mich damit abgefunden. Ich bin nicht glücklich darüber, aber ich kann es nicht ändern. Ich habe nur zwei Möglichkeiten: das Beste daraus machen oder bockig in der Ecke sitzen. Letzteres ist keine Option, also reiten wir die Welle wie sie kommt. Dazwischen ging es mir richtig gut. Nach dem Wendungsversuch war ich sehr erschöpft aber auch unheimlich gelöst. Ich hatte nun alles getan, was ich tun konnte und das nahm mir eine große Last. Die Weihnachtsfeiertage und auch die Tage zwischen den Jahren taten mir sehr gut. Die Zeit mit dem Freund füllte meinen Akku wieder auf und wir hatten einfache eine schöne Zeit miteinander. Wir waren Essen, im Kino und der Therme. Ich komme langsam dahinter, dass die Tage nun gezählt sind und es stellt sich die Vorfreude ein. Ich warte noch nicht sehnsüchtig auf den start, sondern hoffe immer noch, dass es noch etwas dauert, aber ja, ich freue mich so sehr auf unser Baby. Abgesehen von der Geburt, geht es mir mit der Schwangerschaft echt gut. Ich bin nach wie vor überglücklich und dankbar. Aber auch froh, wenn es vorbei ist. Der harte Bsuch und der Schlafmangel deshalb machen das Nervenkostüm ganz schön dünn. Dazu dieses Fruchtwasserding und die ganzen Untersuchungen. Ich mag doch nur meine Ruhe haben.
Untersuchungen/Arzttermine: Ich war zur Geburtsplanung im Krankenhaus und am Tag darauf noch einmal wegen der äußeren Wendung. Außerdem wurde ein MRT gemacht. Ja, ich wurde reichlich untersucht. Geändert hat es leider nichts. Ach, und die letzteVorsorgeuntersuchung.
Geht gut: Obst. Faul sein, da bin ich inzwischen Königin drin (mit schlechtem Gewissen). Überraschenderweise Spaziergänge. Die kalte Luft pustet mir den Kopf so richtig schön frei und auch körperlich fühle ich mich dann freier.
Geht gar nicht: Nach vorne beugen. Es ist einfach kein Platz mehr da. Mir fällt das Trinken wieder schwerer. Das ist wirklich ärgerlich, klappte es vor kurzem noch so gut.Ich esse schlecht. Schlafen ist leider auch so eine Sache. Ich muss nämlich ständig aufs Klo und schlafe insgesamt etwas unruhiger.
Must have /Essverhalten/Gelüste: Süßes. Ich bin froh, wenn das endlich aufhört.
Der Papa: Hat sich diesen Monat einige Sorgen um uns gemacht. Die äußere Wendung und auch mein Gefühlszustand nach der Nachricht, dass ich an einem Kaiserschnitt nicht vorbeikommen werde, sind nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Er war uns eine große Stütze, auch wenn er es manchmal nicht so empfunden hat. Er erzählt immer wieder wie sehr er sich auf Stubbs freut, hat aber auch nichts dagegen, wenn wir noch ein paar Tage bis zum großen Ereignis vor und für uns haben (39. Woche). Er hat festgestellt, dass man auch unter Männern nun ständig irgendwelche Kommentare und Tipps zu allem bekommt, ob man will oder nicht. Außerdem scheint alles ein ewiger Wettbewerb zu sein. Er hat schon vorgeschlagen sich irgendwelche Dinge auszudenken, einfach nur damit die Leute ruhig sind. („Na klar, schläft mein Kind durch. Und meine Steuererklärung macht es auch. Ist ja schon drei Monate alt!“).
Der beste Moment: Als wir am Morgen vor der Wendung ganz nah bei einanender mit verschränkten Fingern auf meinem Bauch im Bett lagen. Das war ein unheimlich intensiver, inniger Moment. Wir wussten beide nicht, was auf uns zukommt und ob das nicht vielleicht der letzte ruhige Moment mit dickem Bauch sein würde. Es brauchte keine Worte, um den Zusammenhalt zu spüren. Wir sind jetzt eine Familie.

Weihnachten war auch wunderschön!
Und sonst? 

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Bereit. (ET-2)

​Die Nacht war grauenhaft. Erst musste ich ständig auf die Toilette und lag dann nach nur 3,5 Stunden Schlaf ab 3:43 Uhr schlaflos im Bett. An Müdigkeit mangelte es nicht, nur am Willen meines Körpers dem nachzugeben. Stattdessen hatte ich einen steinharten Bauch, der sich nicht annähernd bequem Betten ließ und ab 4:30 Uhr solchen Hunger, dem ich dann eine Stunde später nachging als mir schon übel wurde. Mäh.
Schlafen konnte ich trotzdem nicht mehr.

Auf die letzten Tage hat mein Körper also beschlossen mir den Abschied leicht zu machen. Tagsüber ist es in Ordnung. Ich fühle mich schwerfällig und so groß, aber faul auf dem Sofa liegend ist das auszuhalten.

Ich bin bereit. Seit Tagen ist da so ein unterschwelligen Gefühl, dass es bald losgeht. Manchmal packt mich die Panik ob der Verantwortung, die da auf uns zukommt, wenn ich daran denke, dass es nur noch Tage sind bis unser Baby bei uns ist. Aber dann spüre ich es im Bauch strampeln und kann es kaum erwarten es endlich kennenlernen zu dürfen. 

Im Grunde bin ich sehr entspannt. Bis auf das wenige Fruchtwasser, das macht mir etwas Sorgen, denn es macht Druck. Am Wochenende soll ich noch Mal ins Krankenhaus zum CTG und Doppler und ich habe wirklich Angst, dass man mich direkt dort behält und man dem Baby und mir damit auch noch den letzten Funken an Selbstbestimmung nimmt. 

Ich wünsche mir wirklich sehr, dass es nun einfach losgeht und wir unser Baby gesund in den Armen halten dürfen.

Ich bin überzeugt davon, dass sich das Baby nachts auf den Weg macht, wenn man es lässt. In 2 Tagen ist der (wunderschöne) Entbindungstermin. In der Nacht zuvor ist Vollmond, wie auch in der Nacht vor dem Eisprung. Es wäre doch eine runde Sache, wenn es dann einfach losginge.
Ich weiß, dass nur 4% der Kinder am errechneten Termin zur Welt kommen, aber auch nur 3-5% der Kinder begeben sich nicht in Schädellage. Also schauen wir einfach mal.

Mein Kleines, wir sind bereit und freuen uns so sehr auf dich. Du darfst nun gerne den Startschuss geben.

12. Vorsorgeuntersuchung } ET-3

Auf eine gute Nacht folgt eine schlechte. Ich war furchtbar müde, meine Augen schwer und ich hatte den Wunsch einfach nur im Bett zu liegen.
Dieser Plan wurde von meinem Gynäkologen durchkreuzt, der anrief und fragte, ob es möglich wäre heute statt morgen zur Vorsorgeuntersuchung zu kommen.

Super, ich hab mich eh auf den Termin gefreut. Also angezogen und los.

Nach dem CTG, das gelegentlich ein paar Wehen aufzeichnete, die sich aber wie die schon bekannten Übungswehen, einfach nur wie ein Korsett um den Bauch anfühlen, und einem unauffälligen Labor, ging es dann zum Ultraschall.

Das Baby sitzt wie fest betoniert im Becken. Natürlich mit Po nach unten. Das wird sich auch definitiv nicht mehr ändern. Eher friert die Hölle zu. 
Der innere Muttermund bildete bereits einen Trichter von 1,3 cm und der Gebärmutterhals ist auf 2 cm verkürzt.

Das Baby ist auch wunderbar entwickelt. Es wird aktuell auf 3.250g geschätzt mit einer Toleranz von 15%. Ich finde das total spannend und bin ganz neugierig, wie schwer unser Stubbs tatsächlich sein wird („Ich verrate Ihnen einen Trick. Bei einer Spanne von 15% liegt man fast immer richtig, wenn man 3.500g schätzt. Irgendwo zwischen 3.000 und 4.000g liegen i.d.R. die meisten Kinder. ;-)“).

Allerdings ist die Fruchtwassermenge etwas wenig, das ist wohl normal, macht mich aber etwas nervös und es macht ein bisschen Druck, denn so mag mich der Herr Doktor nicht so lange übertragen lassen wie normal, sofern wir da denn da hinkommen. Aber, sagt er, es ist auch ein Zeichen, dass sich der Körper auf die Geburt vorbereitet. Am liebsten hätte ich trotzdem gehört, dass alles im Normalbereich liegt.

Ich bekam dann vorsorglich einen Termin für eine eventuell letzte Vorsorge unter dem Hinweis, dass ich aber auch gerne erst in 6-8 Wochen wiederkommen dürfe und verabschiedete mich.

Es sieht also gut aus und es könnte jederzeit losgehen! Ich bin sehr entspannt und freue mich einfach nur drauf!

Ja. Nein. Vielleicht. (ET-4)

​Als ich mich heute Morgen nach einem Besuch auf der Toilette wieder ins Bett legte, spürte ich ein leiches Ziehen im Unterleib als würde ich meine Periode bekommen. Ich horchte ein kleines bisschen aufgeregt in mich hinein, aber das Gefühl hielt wieder über mehrere Minuten an und damit verwarf ich dann auch den Gedanken, dass sich möglicherweise wirklich was tut.

Über den Tag bildete ich mir immer wieder mal ein, es würde ein wenig im Unterleib arbeiten. Es stellte sich dann aber heraus, dass es nach wie vor mit der Bewegung des Babys zusammenhängt.
Ich glaube nicht, dass es wirklich quer liegt, aber das periodenartige Ziehen tritt immer nur zusammen mit den Beulen links und rechts am Bauch auf. Sind die Beulen weg, ist alles wieder ruhig.

Immerhin war der Bauch heute ab und an ein bisschen fest. Das hatte ich schon länger nicht mehr. Vielleicht tut sich also doch irgendwas.