#MakingMemories

Du läufst durch das Wasser, mit jedem Schritt spritzt du es vor dir her. Du hast so viel Freude daran und läufst noch ein kleines bisschen schneller. Wasser ist dein Element. Du wirst nicht müde, deinen Eimer zu füllen und wieder auszukippen. Dazwischen beobachtest du die anderen Kinder, die genauso viel Spaß haben wie du.

Du sitzt auf meinem Schoß. Eingemummelt in deinen Badeponcho, kuschelst du dich an mich. Ich spüre deine Wärme und du lehnst deinen Kopf an meine Schulter. Es riecht nach Chlor, Pommes und Sonne. Du mümmelst hingebungsvoll an der Wassermelone und stippst zwischendurch deine Brezel in den Quark. Es interessiert nicht, dass du Ohr zu Ohr verschmiert bist, denn du strahlst und das ist alles, was ich gerade sehe.

Das ist der Stoff aus dem Erinnerungen sind. Das, was ich mit dir erlebe, erinnert mich an meine Kindheit und ich wünsche mir, dass es auch deine werden.

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KiTa-Update

Das letzte Mal als ich davon berichtete, ist schon eine Weile her. Seitdem hat sich einiges getan, deshalb wird es Zeit für ein letztes KiTa-Update.

Die Eingewöhnung ist komplett abgeschlossen.
Der kleine Mann hielt zuverlässig bis zum Mittagessen durch. Ich holte ihn ab und legte ihn Zuhause hin. Nach ein paar Tagen wagten wir den ersten Schlafversuch. Wir vereinbarten, dass sie versuchen ihn hinzulegen, sollte es bis 12 Uhr klappen, rufen sie mich an.
Ich glaubte nicht so recht, dass es klappt und war schon auf dem Weg in die KiTa als das Smartphone klingtelte. Er schlief! Wahnsinn!
Und von da an lief es.
Er wird in seinem Kinderwagen in den den Schlaf geschunkelt und schläft dann meist zwischen 1,5-2 Stunden je nach Müdigkeit und wie viele Kinder wach sind. Ich staune wirklich jedes Mal, wenn ich das höre. Wenn er wach wird, steht meistens M., ein Mädchen der Gruppe, bereit uns macht Späße mit ihm. Ehrlich, das ist einfach zu schön anzusehen.

An manchen Tagen schläft er sogar noch, wenn ich ihn abhole und schläft auch weiter. So ein KiTa-Alltag ist anstrengend.

Der Kleine geht wirklich gerne in die KiTa. Jeden Morgen wird er von den Erzieherinnen begrüßt und auch die anderen Kinder freuen sich ihn zu sehen. Besonders der kleine A. hat den kleinen Mann ins Herz geschlossen und freut sich sehr ihn morgens zu sehen. Auch wenn wir spazierengehen, wird er immer öfter erkannt und aufgeregt begrüßt.
Die Erzieherinnen sind so herzlich und freuen sich ebenso wie die Kinder über jeden noch so kleinen Entwicklungsschritt.

Ich hätte nicht für möglich gehalten, dass er plötzlich so richtig dort ist. Es winkt morgens allen Erzieherinnen zu, bewegt sich so selbstverständlich im Raum. Er lernt täglich dazu. Der kleine Mann hat unheimlich viel Energie und ich habe den Eindruck, dass es ihm wirklich gut tut dort zu sein. Ich kann den ganzen Tag mit ihm spielen und draußen unterwegs sein, aber er liebt Kinder! Es ist etwas völlig anderes, ob er mit 9 anderen Kindern umhertoben kann oder mit mir. Und es macht mich glücklich, dass es so ist. Dass wir beide beides genießen können.

Mittlerweile können sogar andere Erzieherinnen die Mittagsschicht übernehmen ohne dass sich der kleine Mann daran stört. Freitags arbeitet seine Bezugserzieherin nicht und auch das kann ihn nicht mehr irritieren. Auch das erleichtert mich ungemein.

Ich mag die Kita. Der Kleine auch. Das ist großartig!

Nur das Abschlussgespräch steht noch auf, das kam wegen Personalengpässen noch nicht zustande.

Eingewöhnt

Es ist still hier. Sehr still. Aber ich komme einfach nicht zum Bloggen.
Gerade passieren ein paar unvorhersehbare Dinge, die mich ein bisschen ins Rotieren bringen. Davor genoss ich die Elternzeit in vollen Zügen und erfreute mich an der neuen Routine, die dafür sorgte, dass ich meinen Ansprüchen wieder genügte. Es lief endlich so, wie ich es lange versucht hatte, hinzubekommen.
Dazwischen blieb aber nicht viel Zeit und abends war ich müde. Wie dem auch sei, es stehen noch einige Posts aus, mal sehen, ob ich die jemals fertig bekomme.

Wovon ich aber unbedingt berichten wollte, ist der aktuelle Stand der Eingewöhnung.

Ziel war es, dass der kleine Mann bis zum Ende meiner Elternzeit bis 11:30 Uhr in der KiTa bleibt. Das reicht schon, damit ich ins Büro fahren und kann. Sollte er sogar schon doer schlafen, wäre das grandios, aber absolut nicht notwendig. Das nahm viel Druck aus der Sache, aber ich war dennoch fürchterlich angespannt. Es wollte nicht so recht voran gehen.

Jeden Morgen weinte und klammerte der Kleine als ich ging. Noch ehe ich den Kinderwagen vor den Gruppenraum gestellt hatte, hatte er sich beruhigt, aber mir fiel es jeden Morgen unheimlich schwer ihn loszulassen, obwohl ich uns beiden immer gut zuredete. Darüber hinaus blieb es bis Mitte April immer noch nur etwa 1,5 Stunden. Ich hatte den Eindruck, die Erzieherin traute sich nicht wirklich, denn sie wollte ihn nicht überfordern. Müde war zu der Zeit immer und inzwischen ist ja bekannt, dass der Kleine nicht unbedingt eines dieser Kinder ist, die einfach schlafen, wenn sie müde sind. Ich wollte nicht drängen, aber die Zeit arbeitete gegen uns. Ich wurde zunehmend unruhig, der Freund beantragte zur Sicherheit Elternzeit, um es auffangen zu können, sollte der Kleine noch länger für die Eingewöhnung brauchen.

Ab etwa 9:45 Uhr gehen die Erzieherinnen mit den Kleinen nach draußen. Ein Umbruch, der wohl auch mal etwas schwerer fällt. Der nächste Schritt war also den Kleinen bis 10:30 Uhr in der KiTa zu lassen. Ich war beim ersten Versuch unheimlich nervös, aber es klappte echt gut. Er war zwar sehr müde, aber ich holte jeden Tag ein fröhliches Kind ab. Sein Kinderwagen half ihm unheimlich. Er nutzte ihn als seinen sicheren Hafen, zeigte wohl darauf, wenn es ihm zu viel war und machte eine Pause, bis er wieder ins Spiel einstieg. Das klappte wirklich sehr gut, ich war total baff. Nur schlafen wollte er nicht.

Ich sprach ganz viel mit dem kleinen Mann. Ich erzählte ihm von der KiTa. Erklärte ihm, dass es ok sei, wenn er traurig ist, dass ich gehe, aber er auch sehr gerne dort spielen darf, weil ich ihn jeden Tag abholen komme und mich sehr auf ihn freue. Ich wiederholte es fast mantraartig. Und dann passierte es:
Letzte Woche Montag ging der kleine Mann freiwillig auf den Arm der Erzieherin. Wir waren beide ganz baff. Ich kann nicht sagen, wer sich mehr darüber gefreut hat, sie oder ich. Aber mich macht das unheimlich glücklich. Am Ende der Woche streckte er sogar den Arm nach ihr aus.

Dienstag versuchten wir dann den großen Schritt. Ich sollte den Kleinen um halb 12 abholen. Sollte es nicht klappen, würden sie mich anrufen. Soweit so gut. Ab halb 11 hatte ich aber keine Ruhe mehr. Also machte ich mich fertig und schlich vor der KiTa herum, sodass ich ganz schnell da wäre, sollte der Anruf kommen. Aber der kam nicht. Mir schoss bei jedem aufweinenden Kind der Puls in die Höhe, selbst wenn gar keins weinte, hörte ich doch ein Phantomweinen, so sehr rechnete ich damit. Die letzten Wochen waren nicht ganz einfach, aber ich wollte einfach, dass der Kleine mit dem besten Gefühl in die KiTa geht. Das ist mir wirklich wichtig.

Und so blieb der Kleine bis zum Essen. Und am nächsten Tag und seit dem jeden Tag. Einfach so.
Und ich war so stolz, erleichtert und wehmütig. Mein großer Junge! Wenn ich ihn abhole, flitzt er durch die Gruppe, grinst mich an und zeigt mir sein Spielzeug. Er grinst und winkt zum Abschied. Das ist großartig.
Er ist dann sehr müde und schläft Zuhause sofort und das für etwa 2 Stunden. Wir haben so einen tollen Rhythmus und das ohne, dass ich etwas dazu beitragen musste. Das war ja auch so ne Sache. als nächstes versuchen wir dann, ob er sich dem Herdentrieb hingibt und auch dort schlafen wird, aber das hat Zeit und wenn es nicht klappt, hole ich ihn weiterhin ab.

Vor zwei Wochen hätte ich niemals gedacht, dass der Kleine jemals bis 11:30 Uhr durchhalten würde. Selbst als er früh wach war oder der Zahn drückte, hielt er durch. Ein ganzes Gebirge kullerte da von meinem Herzen. Ich glaube, er ist eingewöhnt. Und das fühlt sich so gut an.

Ich bin wirklich dankbar, dass die Erzieherin sich so viel Zeit für den Kleinen nahm und ihn so liebevoll und geduldig begleitete. Das ist unbezahlbar.

Wa-Wa!

Der kleine Mann legt eine ziemlich rasante Entwicklung hin. Damit meine ich nicht, dass er unsere Steuererklärung macht, sondern dass ich täglich darüber staune, was er schon kann und versteht.

Ganz oft bin ich einfach nur baff und muss mir ins Gedächtnis rufen, dass er eben nicht mehr miniminiklein ist.

Er pflegt seine eigenen Rituale, so muss beim Verlassen der KiTa immer der Gabionenzaun angefasst werden. Außerdem werden jeden Morgen ganz aufgeregt die Störche auf dem Kirchturm mit dem Babyzeichen für Vogel begrüßt.

Tiere findet er unheimlich spannend. Er zeigt mit tragenden Blick auf ein Tier, ich erzähle wie es heißt inklusive Tiergeräusch. Oft versucht er es nachzuahmen. Was er mittlerweile perfekt beherrscht ist der Tiger. Der ist namluch auf seinen Windeln drauf. Da wird ganz wild gefaucht. Das ist zu niedlich.

Heute waren wir einkaufen. Auf dem Weg zum Eingang liegen wir durch die Autoreihen, der Kleine in der Trage. Er sah sich um und fauchte. Ich sah in den Himmel, weil ich dachte, er meine die Vögel (obwohl er ganz genau weiß,was Vögel sind und wie sie machen), erklärte ihm, dass da gar keine Vögel zu sehen sind. Und kaum hatte ich das ausgesprochen, fiel mein Blick auf ein Auto und da wusste ich, warum der kleine Mann gefaucht hatte.

Da saß ein orangener sibirischer Husky im Kofferraum. Für den Kleinen, der bisher nur den von der Windel kennt, war das ganz eindeutig ein Tiger. Ich erklärte ihm ziemlich baff (weil ich wirklich ganz erstaunt von der Verknüpfung war) und breit grinsend (weil unfassbar niedlich), dass dass kein Tiger, sondern ein Hund sei, worauf der Kleine ganz geschäftig nickte und „Wa-wa!“ wiederholte. ❤

Wann ist er nur so groß geworden?!

Weiter geht’s!

Es geht weiter. Inzwischen sind nun zwei weitere Wochen der Eingewöhnung vergangen. Zeit für ein kleines Update.

Die erste Woche verbrachte ich wieder zusammen mit dem Kleinen in der Gruppe. Ich erzählte ja schon, dass der kleine Mann sich am ersten Tag etwas schwer tat und sich nicht so recht lösen wollte.
Mir brach das ein kleines bisschen das Herz. Nach einigen Minuten sammelte er seinen Mut und zog dann doch wieder los, aber ich spürte sein Zögern und sah seine Blicke, die sich immer wieder versicherten, dass ich auch wirklich in der Nähe bin. Das kannte ich bisher nicht in diesem Umfang. Und es machte mir schmerzlich bewusst, was wir in der Woche zuvor kaputt gemacht hatten. Weil nicht offen kommuniziert wurde, weil wir dachten er sei schon weiter und weil, als ich es mir erstmals dachte, dass es so nichts wird, ich nicht auf mein Bauchgefühl gehört und bestanden habe, sondern auf die Erzieherinnen hörte. Das soll kein Vorwurf sein, sie sind die mit der Erfahrung und es hätte ja klappen können. Aber es zeigt mir eben, dass ich mein Kind am besten kenne. Das lässt sich nun nicht mehr ändern.

Aber es sind nun alles sehr bedacht, den Kleinen ruhig ankommen zu lassen. Hinter dem breiten, frechen Grinsen und dem Schalk im Nacken, steckt eben auch ein sensibler Kern. Jeden Tag taute der Kleine wieder ein bisschen mehr auf. Er zog früher los und größere Kreise, suchte weniger Blickkontakt. An einem Tag konnte ich ihn nicht begleiten, dort übernahm der Freund und das klappte ganz wunderbar. Da zog der Kleine sogar direkt los. Er nahm immer mehr Kontakt mit seiner neuen Bezugserzieherin auf und genießt es sichtlich sich von ihr begleiten zu lassen.

Diese Woche fand die erste Trennung statt. Nach 20 Minuten holte ich einen kleinen Mann ab, der geweint hatte, sich aber beruhigen ließ. Die Erzieherinnen hatten beschlossen, dass so ein guter Abschluss wäre, weil er nicht in Tränen aufgelöst abgeholt wird. Am Tag darauf blieb er schon 45 Minuten und jetzt zum Ende der Woche schon wieder eine Stunde. Sobald ich die Gruppe betrete und seinen Namen rufe, schenkt er mir sein bezauberndes Lächeln. Manchmal kommt er aufgeregt auf mich zu gekrabbelt, aber oft zeigt er mir, was er gerade Tolles zum Spielen hat und widmet sich dieser Sache dann wieder. Das macht mich sehr glücklich!

Nur das Abgeben, das fällt mir schwer. Ich gehe jeden Morgen ganz positiv gestimmt mit ihm in die Gruppe. Schon in der Garderobe zeigt er mit spitzem Zeigefinger, begleitet von „Da! Da!“-Rufen, auf den Gruppenraum. Auch wenn wir ihn betreten ist alles super, aber sobald ich mich verabschiede, ich ihn absetzen oder der Erzieherin geben möchte, klammert er sich an mich. Das ist der Moment, an dem auch ich innerlich versteife. Das ist doof, denn das merkt er natürlich, aber ich weiß auch, dass ein langer Abschied eben auch nichts bringen würde. Ich übergebe ihn dann und manchmal sehe ich noch die zuckenden Mundwinkel wenn ich gehe. Herzbruch!
Aber ich höre ihn nie weinen! Seine Erzieherin nimmt ihn sofort an sich, geht mit ihm in die Sandkiste oder begleitet den Abschiedsschmerz. Jeden Tan versichert sie mir, dass es sich nur um Sekunden handelte. Abschiedsschmerz eben und das sei völlig in Ordnung und normal.

Das weiß ich auch, aber bisher war es eben nicht so. Da konnte er es kaum erwarten, dass er spielen konnte. Seitdem sind natürlich auch schon ein paar Wochen vergangen, er hat sich weiterentwickelt. Vielleicht wäre dieser Punkt auch bei der anderen Erzieherin gekommen, wer weiß das schon.
Ich freue mich jedenfalls, dass sich der Kleine wieder gefangen hat und gerne in die KiTa geht.

Neustart

Wir beginnen das Abenteuer KiTa ganz von vorne.

Das Erlebnis letzten Freitag zeigte mir ganz deutlich, dass hier erst wieder Vertrauen aufgebaut werden und ein neues Kennenlernen stattfinden muss. Ich will nicht lügen, ich war sehr nervös vor diesem neuen Versuch und wünschte mir kurz es einfach aufschieben zu können. Aber wohin?
Also verbrachten wir ein schönes Wochenende miteinander und erzählten dem kleinen Mann immer Mal wieder von der KiTa und dass wir dort am Montag gemeinsam bleiben werden. Das kann man jetzt für unnötig halten, aber ich erzähle meinen Kind ständig, was wir tun. Nur so lernt er – meiner Meinung nach – die Dinge zu benennen und ich glaube fest daran, dass er sich auch jetzt schon weniger überfallen fühlt. Wir gehen auch nie zum Arzt, ohne ihm vorher davon zu erzählen und zu erklären, was dort passieren wird. Für mich hat das auch mit Vertrauen zu tun. Aber gut, darum soll es gerade gar nicht gehen.

Mit pochendem Herzen lief ich heute Morgen zur KiTa. Ich wollte gar nicht so nervös sein, konnte es aber nicht ändern. Trotzdem gab ich mich betont positiv, was ich ja auch war, nur eben auch nervös, und dann ging es los. In der Garderobe schaute sich der Kleine neugierig, aber verunsichert um. Es war wenig los. Die Hälfte der Gruppe ist krank, ein Teil war draußen, so dass nur zwei weitere Kinder in der Gruppe waren. Wir gingen rein und die neue Bezugserzieherin begrüßte den Kleinen gleich.

Er kuschelte sich an mich, entspannte sich aber als er merkte, dass ich nicht gehe. Ich setzte mich auf meinen Platz und wollte ihn absetzen. Das wollte er nicht, hielt sich fest und so blieb er eben bei mir auf dem Schoß sitzen. Ein Mädchen aus der Gruppe brachte ihm ein Spielzeug und er spielte die ersten 10 Minuten auf meinem Schoß und beobachtete alles ganz genau. Danach bewegte er sich zwischen meinen Beinen, aber immerhin schon mit Bodenkontakt.
Ich konnte richtig sehen, wie er immer mehr auftaute. Nach 20 Minuten begann er wieder ohne mich zu spielen und nahm ersten Kontakt mit der Erzieherin auf. Als er sich dann durch den ganzen Raum von mir entfernte und vergnügt in der Sandkiste saß, musste ich schon wieder kniepern. Mir fielen ganze Felsbrocken von der Brust. Da war er wieder – mein kleiner Entdecker. Als er dann mit der Kette der Erzieherin spielte und sie angrinste, machte sich auch sichtliche Erleichterung bei ihr breit. Er versicherte sich sehr oft, dass ich noch da bin und suchte meinen Blick, dann drehte er sich wieder um und spielte weiter. Das wird. Und es wird auf einem möglichst sanften Weg.

Das macht mich heute sehr glücklich.

Kommando zurück

Mein Bauchgefühl sagte mir, wir sollten es ganz von vorne probieren. Es sollte Recht behalten.

Ich ging mir einem guten Gefühl in die Kita. Der Kleine hatte gute Laune, aß vorher gut und er wurde von uns „vorbereitet“.

Schon beim Abgeben drückte er sich fest an mich als dir Erzieherin versuchte ihn von meinem Arm zu nehmen. Wir müssen es versuchen, sagte sie. Nein, sagte mein Herz.

Ich setzte ihn in die Sankiste, er begann zu spielen und ich verabschiedete mich. Nach 7 Minuten hörte ich mein Kind weinen. Ich schluckte den Kloß in meinem Hals herunter. Das Weinen wurde zu einem verzweifelten Schreien. Mein Herz brach. Alles in mir schrie danach, in die Gruppe zu stürmen, aber ich atmete tief ein und aus, denn sie sollten die Chance bekommen ihn zu beruhigen. Das klappt bei mir auch oft nicht nach 2 Minuten. Die Leiterin setzte sich zu mir und noch ehe sie etwas sagen konnte, brachen alle Dämme.

Da saß ich nun heulend in der Garderobe, während mein Baby im Gruppenraum schrie. Dieser Moment hat mein Herz in Asche gelegt. Ich bin innerlich ein emotionaler Mensch, nach außen, mit Publikum, bin ich eher beherrscht, zumindest wenn es um Trauer geht. Aber ich konnte mich nicht zurückhalten. Alle Dämme brachen und es sprudelte aus mir heraus. So will ich das nicht.

Wir redeten ein bisschen. Ich erzählte von meiner Angst, etwas kaputt zu machen. Dass ich ihn so nicht kenne und es mich so sehr verunsichert, weil er vorher eben nie weinte. Mal kurz kommt vor, aber so? Wie soll ich ihn so dort lassen? Sie nahm mir ein bisschen meine Ängste, erzählte von ihren Kindern. Er beruhigte sich, ich wurde ruhiger.

Kurz bevor ich ihn abholte, begann er erneut zu weinen. Beruhigte sich bei mir aber sofort. Auch den anderen Erzieherinnen ging das sehr, sehr nah. So wie es jetzt läuft, will das keiner. Aber alle sind sich sicher, dass wir das hinbekommen. Wir müssen jetzt das Vertrauen wieder aufbauen und deshalb werde ich nächste Woche wieder mit in den Gruppenraum kommen. Schwierig ist nur, dass es jetzt zeitlich gestaffelt werden muss.

Es läuft gerade alles andere als gut, aber ich bin trotzdem froh, in dieser Kita zu sein. Im Vorfeld lief es jetzt suboptimal und vielleicht hätten wir vorher reagieren sollen, aber es konnte auch keiner ahnen, dass es sich so zuspitzen würde. Ich kenne mein Kind so bisher auch noch nicht. Ich sehe aber, dass alle mit dem Herzen dabei sind und sich für ihn das Beste wünschen.

In der Garderobe kuschelte er und war ganz schnell wieder richtig ausgelassen. Grinste alle Erzieherinnen an und winkte fröhlich zum Abschied. Immerhin hatten wir so doch noch einen positiven Abschluss – irgendwie.

Jetzt ist Wochenende. Viel Zeit für ungestörte Aufmerksamkeit. Und dann fangen wir von vorne an. Atmen.

Das Gespräch

Mir ist es wichtig, dass sich keine negativen Gefühle aufstauen und das eigentlich positive Verhältnis belasten, so suchten wir das Gespräch mit der KiTa.
Ich sprach mein Gefühl an, dass für den Kleinen nicht mehr so recht Platz sei, weil die Kapazitäten ausgeschöpft seien und meine Bedenken. Ich bin sehr für ein offenes Wort, scheue es zeitgleich aber auch, einfach weil ich gerne in Harmonie lebe. Da konnte ich aber nicht ruhig bleiben. Es ist wirklich verrückt, welche Tigergene da in einem aktiv werden, wenn es um das wohl des eigenen Kindes geht.

Die Erzieherin hatte viel Verständnis. Das erleichterte mich sehr. Sie wollen natürlich auch eine Lösung finden, damit der Kleine sich wieder wohl fühlt und irgendwann auch richtig eingewöhnt ist. Sie dachten, weil er schon eine Weile da ist, versuchen sie es erstmal, ob er mit wechselnden Personen, die sich seiner annehmen, zurecht kommt. Das funktionierte leider nicht so wirklich. Manchen Kindern mache das nicht viel aus, aber unser Kleiner sei einfach sensibler, was das angeht. Und das war nicht negativ gemeint. Ich fand es schön zu sehen, dass sie ihn doch wahrnehmen.

Und wurde gefragt, ob mein Gespräch mit meinem Arbeitgeber erfolgreich war und ich glaube, es erleichterte sie sehr, dass wir nun ein paar Wochen mehr Zeit haben, um alles wieder in geordnete Bahnen zu bekommen, ohne unnötig Druck ausüben zu müssen.
Die Personalsituation wird sich aber noch weiter zuspitzen, da noch sie bald auch für einige Zeit ausfallen wird. Uff. Das ist echt hart. Natürlich steht mein Kind für mich an erster Stelle, aber ich habe auch wirklich Verständnis für die KiTa. Ich meine, die können sich auch nicht teilen oder Personal aus dem Hut zaubern. Mir ist bewusst, dass es keine 1:1 Betreuungssituation gibt und erwarte das auch nicht.

Sie seien im Team überein gekommen, dass sie gerne die verbleibende Erzieherin die Bezugserzieherin für unseren Spatz werden soll, weil sich eben rausgestellt hat, dass es noch sehr verwirrend für ihn ist, wenn sich verschiedene Leute um ihn kümmern. Sie macht zwar auch die Eingewöhnung für ein weiteres Kind, das sei aber schon Älter und es könnte auch sein, dass es demnächst noch ein paar Wochen mit den Eltern verreise. Darüber hinaus werden wir für die nächsten Tage komplett zurückfahren. Sie wird vermehrt Kontakt mit ihm aufnehmen und er soll die nächsten Tage erst einmal wieder nur 30 Minuten bleiben und ich direkt im Haus, damit er wieder Vertrauen fasst und mit einem positiven Abschluss aus dem Tag geht. Wenn er sich wieder wohlfühle, könnte man schauen, ob man langsam steigert oder versucht dort anzuknüpfen, wo wir aufgehört haben.
Das ganze Gespräch zeigte mir, dass mein Gefühl bei der KiTa-Wahl nicht verkehrt war. Manche meiner Gefühle der letzten Tage, waren durch meine Sorgen sicherlich trüber als nötig. Die Erzieherinnen sind sehr feinfühlig und ich glaube, dass sie mittlerweile einen guten Blick auf mein Kind gewinnen konnten. Dafür spricht auch der Vorschlag. Das hätte gerne auch vorher kommen können, aber gut, es ist jetzt nicht mehr zu ändern.

Ich hoffe nur sehr, dass die letzten Tage nicht zu viel zerstört haben und der Kleine sich bald wieder wohl fühlt. Das ist für mein Mamaherz ganz schwer zu ertragen, ihn so zu sehen.