Changes

Als ich letzte Woche die Sachen des kleinen Mannes in der Kita zusammen klaubte, wurde mir bewusst, dass er nun schon 6 Monate so in der Kita ist. Die Eingewöhnung ging lange und so komplett ist er seit Mai/Juni eingewöhnt, aber dennoch begann vor über 6 Monaten ein ganz neuer Abschnitt in unserem Leben.

Das hat viel herumgewirbelt und ich will nicht lügen, dieses Arbeiten ist gar nicht immer so einfach. Wenn die Nächte übel sind oder die Tage insgesamt sehr voll. Denn das sind sie schon. Die Struktur, die mir dieser neue Alltag gibt,tut uns gut, aber flexibel ist anders.

Anfangs fühlte ich mich eingesperrt, weil ich nun nicht mehr frei über meine Zeit verfügen konnte. Aber das Gefühl legte sich bald. Es ist eben so.

Inzwischen haben wir uns eingegroovt und ich bin überrascht, was man alles schaffen kann, denn als ich komplett Zuhause war, sah das anders aus. Da gab es oft Tage,an denen ich um 15 Uhr weder gegessen noch die Haare gekämmt hatte, ohne genau sagen zu können,woran es scheiterte, denn da war ja nur ein Baby.

Ich gehe gerne arbeiten. Ich mag meinen Job, meine Kollegen, andere Themen zu haben. Aber manchmal bin ich auch traurig, dass wir nicht mehr so viel Zeit miteibander verbringen, der Kleine und ich. Das piekst ein bisschen und auch das schlechte Gewissen klopft dann an – bis ich sehe wie gern mein Kind in die Kita geht. Er liebt es andere Kinder um sich zu haben.

Es ändert sich ständig etwas, aber mein innerer Monk jubelt bei dem neuen Rhythmus und beginnt hinsichtlich der gewonnenen Struktur freudig zu quietschen. Es ware manchmsl schön, ware es eon wenig lockerer, aber bis jetzt klappt es eigentlich meistens ganz gut. Ein Hoch auf zwei relativ bis sehr flexible Arbeitgeber, anders wäre es gar nicht denkbar.

Nur ein wenig längere Tage wären schön, für anderes, wie das hier. Das fehlt mir nämlich, zu erzählen gäbe es wirklich genug.
Der Kleine wirbelt durch unser Leben, lernt so unglaublich viel und schnell. Duese Kleinkindzeit ist so genial und dass er nun beginnt zu sprechen, ist unheimlich niedlich. Ich hoffe, dass hier bald ein wenig mehr Ruhe einkehrt, ich wollte nur sagen: ich bin noch da.

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Sommer

Wer hier eine Weile mitliest, weiß dass ich kein Freund großer Hitze bin. Nicht mehr.
Früher konnte es nicht heiß genug sein, jetzt lechzt mein Körper nach Schatten und Abkühlung. Vielleicht ist es das Alter, wer weiß.

Aber als ich auf dem Spielplatz saß und meinem kleinen Jungen zusah, wie er von oben bis unten durchnässt mit beiden Händen im Matsch wühlte, da zog ein Hauch meiner eigenen Kindheit an mir vorbei und ich spürte das Glück durch meinen Körper rauschen.

Das ist es, was ich als Kind liebte. Die Freiheit, ohne viele Schichten Kleidung einfach draußen zu toben. Wie verrückt mit Wasser zu plantschen und wenn es daneben geht und man patschnass ist, ist es egal, denn innerhalb kürzester Zeit ist alles wieder trocken.
Es gibt süßes, eiskaltes Obst zu naschen und ab und zu ein Eis. Es riecht nach Sonnencreme und Schwimmbadpommes.

Ich habe den Sommer lange nicht mehr so genossen wie diesen – obwohl ich mit der Hitze zu kämpfen hatte und alles jenseits der 30 Grad einfach zu viel für mich ist. Ich stehe nicht so sehr auf Matsch und Sand überall und dennoch oder vielleicht gerade deshalb war es der schönste Sommer seit langem.

Ich verbringe viel Zeit an der frischen Luft und beobachte mein Kind beim Glücklichsein. Dieses Strahlen auf seinem Gesicht lässt mich manchmal sprachlos zurück. Ich sauge alles auf wie ein Schwamm: die kleinen Zehen, die im Sand versinken. Die Gießkanne, die ihm so viel Freude bereitet. Sein Lachen. Das klebrige Gesicht und die noch klebrigeren Finger. Sand überall. Und ich meine überall, egal wie oft man alles ausgeschüttelt hat. Und abends ein nach Sonne riechendes, kaputt gespieltes Kind im Arm, das selig vor sich hin schnorchelt.

So habe ich mir den Sommer mit Kund vorgestellt. Aber in echt ist es sogar noch viel besser.

#MakingMemories

Du läufst durch das Wasser, mit jedem Schritt spritzt du es vor dir her. Du hast so viel Freude daran und läufst noch ein kleines bisschen schneller. Wasser ist dein Element. Du wirst nicht müde, deinen Eimer zu füllen und wieder auszukippen. Dazwischen beobachtest du die anderen Kinder, die genauso viel Spaß haben wie du.

Du sitzt auf meinem Schoß. Eingemummelt in deinen Badeponcho, kuschelst du dich an mich. Ich spüre deine Wärme und du lehnst deinen Kopf an meine Schulter. Es riecht nach Chlor, Pommes und Sonne. Du mümmelst hingebungsvoll an der Wassermelone und stippst zwischendurch deine Brezel in den Quark. Es interessiert nicht, dass du Ohr zu Ohr verschmiert bist, denn du strahlst und das ist alles, was ich gerade sehe.

Das ist der Stoff aus dem Erinnerungen sind. Das, was ich mit dir erlebe, erinnert mich an meine Kindheit und ich wünsche mir, dass es auch deine werden.

KiTa-Update

Das letzte Mal als ich davon berichtete, ist schon eine Weile her. Seitdem hat sich einiges getan, deshalb wird es Zeit für ein letztes KiTa-Update.

Die Eingewöhnung ist komplett abgeschlossen.
Der kleine Mann hielt zuverlässig bis zum Mittagessen durch. Ich holte ihn ab und legte ihn Zuhause hin. Nach ein paar Tagen wagten wir den ersten Schlafversuch. Wir vereinbarten, dass sie versuchen ihn hinzulegen, sollte es bis 12 Uhr klappen, rufen sie mich an.
Ich glaubte nicht so recht, dass es klappt und war schon auf dem Weg in die KiTa als das Smartphone klingtelte. Er schlief! Wahnsinn!
Und von da an lief es.
Er wird in seinem Kinderwagen in den den Schlaf geschunkelt und schläft dann meist zwischen 1,5-2 Stunden je nach Müdigkeit und wie viele Kinder wach sind. Ich staune wirklich jedes Mal, wenn ich das höre. Wenn er wach wird, steht meistens M., ein Mädchen der Gruppe, bereit uns macht Späße mit ihm. Ehrlich, das ist einfach zu schön anzusehen.

An manchen Tagen schläft er sogar noch, wenn ich ihn abhole und schläft auch weiter. So ein KiTa-Alltag ist anstrengend.

Der Kleine geht wirklich gerne in die KiTa. Jeden Morgen wird er von den Erzieherinnen begrüßt und auch die anderen Kinder freuen sich ihn zu sehen. Besonders der kleine A. hat den kleinen Mann ins Herz geschlossen und freut sich sehr ihn morgens zu sehen. Auch wenn wir spazierengehen, wird er immer öfter erkannt und aufgeregt begrüßt.
Die Erzieherinnen sind so herzlich und freuen sich ebenso wie die Kinder über jeden noch so kleinen Entwicklungsschritt.

Ich hätte nicht für möglich gehalten, dass er plötzlich so richtig dort ist. Es winkt morgens allen Erzieherinnen zu, bewegt sich so selbstverständlich im Raum. Er lernt täglich dazu. Der kleine Mann hat unheimlich viel Energie und ich habe den Eindruck, dass es ihm wirklich gut tut dort zu sein. Ich kann den ganzen Tag mit ihm spielen und draußen unterwegs sein, aber er liebt Kinder! Es ist etwas völlig anderes, ob er mit 9 anderen Kindern umhertoben kann oder mit mir. Und es macht mich glücklich, dass es so ist. Dass wir beide beides genießen können.

Mittlerweile können sogar andere Erzieherinnen die Mittagsschicht übernehmen ohne dass sich der kleine Mann daran stört. Freitags arbeitet seine Bezugserzieherin nicht und auch das kann ihn nicht mehr irritieren. Auch das erleichtert mich ungemein.

Ich mag die Kita. Der Kleine auch. Das ist großartig!

Nur das Abschlussgespräch steht noch auf, das kam wegen Personalengpässen noch nicht zustande.

Eingewöhnt

Es ist still hier. Sehr still. Aber ich komme einfach nicht zum Bloggen.
Gerade passieren ein paar unvorhersehbare Dinge, die mich ein bisschen ins Rotieren bringen. Davor genoss ich die Elternzeit in vollen Zügen und erfreute mich an der neuen Routine, die dafür sorgte, dass ich meinen Ansprüchen wieder genügte. Es lief endlich so, wie ich es lange versucht hatte, hinzubekommen.
Dazwischen blieb aber nicht viel Zeit und abends war ich müde. Wie dem auch sei, es stehen noch einige Posts aus, mal sehen, ob ich die jemals fertig bekomme.

Wovon ich aber unbedingt berichten wollte, ist der aktuelle Stand der Eingewöhnung.

Ziel war es, dass der kleine Mann bis zum Ende meiner Elternzeit bis 11:30 Uhr in der KiTa bleibt. Das reicht schon, damit ich ins Büro fahren und kann. Sollte er sogar schon doer schlafen, wäre das grandios, aber absolut nicht notwendig. Das nahm viel Druck aus der Sache, aber ich war dennoch fürchterlich angespannt. Es wollte nicht so recht voran gehen.

Jeden Morgen weinte und klammerte der Kleine als ich ging. Noch ehe ich den Kinderwagen vor den Gruppenraum gestellt hatte, hatte er sich beruhigt, aber mir fiel es jeden Morgen unheimlich schwer ihn loszulassen, obwohl ich uns beiden immer gut zuredete. Darüber hinaus blieb es bis Mitte April immer noch nur etwa 1,5 Stunden. Ich hatte den Eindruck, die Erzieherin traute sich nicht wirklich, denn sie wollte ihn nicht überfordern. Müde war zu der Zeit immer und inzwischen ist ja bekannt, dass der Kleine nicht unbedingt eines dieser Kinder ist, die einfach schlafen, wenn sie müde sind. Ich wollte nicht drängen, aber die Zeit arbeitete gegen uns. Ich wurde zunehmend unruhig, der Freund beantragte zur Sicherheit Elternzeit, um es auffangen zu können, sollte der Kleine noch länger für die Eingewöhnung brauchen.

Ab etwa 9:45 Uhr gehen die Erzieherinnen mit den Kleinen nach draußen. Ein Umbruch, der wohl auch mal etwas schwerer fällt. Der nächste Schritt war also den Kleinen bis 10:30 Uhr in der KiTa zu lassen. Ich war beim ersten Versuch unheimlich nervös, aber es klappte echt gut. Er war zwar sehr müde, aber ich holte jeden Tag ein fröhliches Kind ab. Sein Kinderwagen half ihm unheimlich. Er nutzte ihn als seinen sicheren Hafen, zeigte wohl darauf, wenn es ihm zu viel war und machte eine Pause, bis er wieder ins Spiel einstieg. Das klappte wirklich sehr gut, ich war total baff. Nur schlafen wollte er nicht.

Ich sprach ganz viel mit dem kleinen Mann. Ich erzählte ihm von der KiTa. Erklärte ihm, dass es ok sei, wenn er traurig ist, dass ich gehe, aber er auch sehr gerne dort spielen darf, weil ich ihn jeden Tag abholen komme und mich sehr auf ihn freue. Ich wiederholte es fast mantraartig. Und dann passierte es:
Letzte Woche Montag ging der kleine Mann freiwillig auf den Arm der Erzieherin. Wir waren beide ganz baff. Ich kann nicht sagen, wer sich mehr darüber gefreut hat, sie oder ich. Aber mich macht das unheimlich glücklich. Am Ende der Woche streckte er sogar den Arm nach ihr aus.

Dienstag versuchten wir dann den großen Schritt. Ich sollte den Kleinen um halb 12 abholen. Sollte es nicht klappen, würden sie mich anrufen. Soweit so gut. Ab halb 11 hatte ich aber keine Ruhe mehr. Also machte ich mich fertig und schlich vor der KiTa herum, sodass ich ganz schnell da wäre, sollte der Anruf kommen. Aber der kam nicht. Mir schoss bei jedem aufweinenden Kind der Puls in die Höhe, selbst wenn gar keins weinte, hörte ich doch ein Phantomweinen, so sehr rechnete ich damit. Die letzten Wochen waren nicht ganz einfach, aber ich wollte einfach, dass der Kleine mit dem besten Gefühl in die KiTa geht. Das ist mir wirklich wichtig.

Und so blieb der Kleine bis zum Essen. Und am nächsten Tag und seit dem jeden Tag. Einfach so.
Und ich war so stolz, erleichtert und wehmütig. Mein großer Junge! Wenn ich ihn abhole, flitzt er durch die Gruppe, grinst mich an und zeigt mir sein Spielzeug. Er grinst und winkt zum Abschied. Das ist großartig.
Er ist dann sehr müde und schläft Zuhause sofort und das für etwa 2 Stunden. Wir haben so einen tollen Rhythmus und das ohne, dass ich etwas dazu beitragen musste. Das war ja auch so ne Sache. als nächstes versuchen wir dann, ob er sich dem Herdentrieb hingibt und auch dort schlafen wird, aber das hat Zeit und wenn es nicht klappt, hole ich ihn weiterhin ab.

Vor zwei Wochen hätte ich niemals gedacht, dass der Kleine jemals bis 11:30 Uhr durchhalten würde. Selbst als er früh wach war oder der Zahn drückte, hielt er durch. Ein ganzes Gebirge kullerte da von meinem Herzen. Ich glaube, er ist eingewöhnt. Und das fühlt sich so gut an.

Ich bin wirklich dankbar, dass die Erzieherin sich so viel Zeit für den Kleinen nahm und ihn so liebevoll und geduldig begleitete. Das ist unbezahlbar.

15 Monate kleiner Mann

Mein kleiner Mann,

du bist nun 15 Monate alt.

Du bist ein richtiger, kleiner Junge geworden und ich erwische mich immer wieder staunend, darüber wie groß du geworden bist. Es ist unglaublich wie schnell die Zeit vergeht.

Du hast 4 Zähnchen. Das verleiht dir einen ganz anderen Ausdruck. Die oberen Schneidezähne taten dir weh, die sind aber auch ordentlich breit. Richtige kleine Bieberzähnchen sind das! Du glaubst nicht, wie frech du damit grinsen kannst! Der erste Backenzahn steht schon in den Startlöchern, du sabberst ganze Sturzbäche und kaust immerzu auf deinen Fingern herum. Du verweigerst Beißringe und auch Zahnungsgel und Öl halfen dir nicht. Ich hoffe, er quält dich nicht allzu sehr!

Du sagst „date“ (danke), „Nane“ (Banane) und „wowo“ (Wauwau). Ich hatte schon einige Male den Eindruck, dass du gerade nachzusprechen versuchst, was wir sagen. Einmal glaubte ich „lecker“ zu hören.

Du grunzt (Schwein) und fauchst (Tiger) und kannst Tiere auch außerhalb deiner Bücher zuordnen. So fauchtest du einmal beim Einkaufen wild los, ich dachte erst, du meinst vielleicht Vögel, aber bei genauem Hinsehen, erkannte ich einen orangenen Husky! Da war ich echt baff!

Du stehst frei, tust es aber selten und hast deine ersten 3 freien Schritte gemacht. Das war ein ganz besonderer Moment, den wir alle drei zusammen erlebt haben. Dein Papa und ich haben dich so gefeiert! Unser Baby läuft! Du stakst mit steifen Beinchen umher. Das ist dir etwas zu aufwändig, weshalb du lieber auf den Knien rumrutschst. Dafür kletterst du wie verrückt. Vor kurzem saßt du plötzlich im zweiten Fach des Expeditregals, für meine Nerven ist das nix!

Du spitzt die Lippen und verteilst die süßesten Küsschen, die ich je bekommen habe.

Du reckst die Arme über den Kopf, um uns zu zeigen, wie groß du bist und winkelst dann die Arme an, damit wir auch wissen, wie stark du bist.  Du winkst nun, indem du die offene Hand hin und her bewegst, statt die Finger zu öffnen und zu schließen und du bist vom Klatschen für „mehr“ zum Babyzeichen übergegangen. Dafür tippst du mit deinem Zeigefinger auf die offene Handfläche und guckst mich mit großen Augen an.

Aber am meisten erstaunt mich, wie viel du schon verstehst. Du verstehst solche Dinge wie „Geh schon mal ins Wohnzimmer, ich komme.“ und setzt sie um. Und genauso deutlich zeigst du, was du möchtest. So zeigst du ins Schlafzimmer oder kletterst auf das Bett, wenn du schlafen möchtest.

Ich staune wirklich immer wieder Bauklötze, weil du schon so groß bist. ­­­Das ist noch nicht so richtig bei mir angekommen. Apropos Bauklötze: Du fädelst deinen Stapelturm auf, puzzelst und spielst mit den Schleichtieren. Morgens schnappst du als erstes deine Robbe und wirfst dich noch mal in meinen Arm bevor wir aufstehen und dich wickeln. Ja, wir! Du möchtest nämlich helfen und reichst mir die Tücher, mit denen ich deinen Po trocken tupfe. Oder du schüttelst beherzt die Ölflasche darüber, wie du es bei mir abgeschaut hast.

Du bist ein kleiner Monk. Jeden Morgen begrüßen wir gemeinsam auf dem Weg zur KiTa die Vögel und auf dem Heimweg müssen wir an den Büschen und Gartenzäunen anhalten, damit du sie berühren kannst. Wage ich es, an einem vorbeizugehen, wird das mit Gezeter kommentiert. Aber singen beruhigt dich ungemein und holt dich aus vielen Situationen wieder heraus.

Du hast den Mehrwert von Zähnen entdeckt, das führt dazu, dass du viel mehr isst. Ja, wenn sie denn mal da sind, sind Zähne schon echt toll! Du beißt beherzt in Äpfel, Birnen und auch sonst in alles, was in deine Finger kommt. Wenn ich dich ließe, würdest du dich ausschließlich von Banane und Naturjoghurt ernähren. Aber auch zu einer Scheibe Lyoner oder Forelle sagst du selten nein.

Was das Schlafen angeht, bleibst du dir treu. Wir bringen dich gegen 19 Uhr ins Bett, spätestens um 20 Uhr bist du im Land der Träume. Was dann folgt, unterliegt einem ständigen Auf und Ab. Aber wir können auch ein paar Erfolge verbuchen! Du bist abends tatsächlich einige Male zu stillen eingeschlafen. Wir haben noch gestillt, aber du turntest noch ein wenig herum bis du dann ruhig wurdest und einschliefst. Einfach so. Das Einschlafen selbst dauerte dadurch deutlich länger, aber das ist so großartig, dass es mir nichts ausmacht.

 

Manchmal durchfährt es mich wie ein Blitz, wenn ich dich ansehe. Da kribbelt es ganz doll in meinem Bauch. Du bist mein kleiner Junge. Ich wünsche mir, dass ich deinen Anblick, wild, rotzfrech, zuckersüß und so kuschelig, für immer in meinem Herzen bewahren kann.

Ich liebe dich.

Wa-Wa!

Der kleine Mann legt eine ziemlich rasante Entwicklung hin. Damit meine ich nicht, dass er unsere Steuererklärung macht, sondern dass ich täglich darüber staune, was er schon kann und versteht.

Ganz oft bin ich einfach nur baff und muss mir ins Gedächtnis rufen, dass er eben nicht mehr miniminiklein ist.

Er pflegt seine eigenen Rituale, so muss beim Verlassen der KiTa immer der Gabionenzaun angefasst werden. Außerdem werden jeden Morgen ganz aufgeregt die Störche auf dem Kirchturm mit dem Babyzeichen für Vogel begrüßt.

Tiere findet er unheimlich spannend. Er zeigt mit tragenden Blick auf ein Tier, ich erzähle wie es heißt inklusive Tiergeräusch. Oft versucht er es nachzuahmen. Was er mittlerweile perfekt beherrscht ist der Tiger. Der ist namluch auf seinen Windeln drauf. Da wird ganz wild gefaucht. Das ist zu niedlich.

Heute waren wir einkaufen. Auf dem Weg zum Eingang liegen wir durch die Autoreihen, der Kleine in der Trage. Er sah sich um und fauchte. Ich sah in den Himmel, weil ich dachte, er meine die Vögel (obwohl er ganz genau weiß,was Vögel sind und wie sie machen), erklärte ihm, dass da gar keine Vögel zu sehen sind. Und kaum hatte ich das ausgesprochen, fiel mein Blick auf ein Auto und da wusste ich, warum der kleine Mann gefaucht hatte.

Da saß ein orangener sibirischer Husky im Kofferraum. Für den Kleinen, der bisher nur den von der Windel kennt, war das ganz eindeutig ein Tiger. Ich erklärte ihm ziemlich baff (weil ich wirklich ganz erstaunt von der Verknüpfung war) und breit grinsend (weil unfassbar niedlich), dass dass kein Tiger, sondern ein Hund sei, worauf der Kleine ganz geschäftig nickte und „Wa-wa!“ wiederholte. ❤

Wann ist er nur so groß geworden?!

Weiter geht’s!

Es geht weiter. Inzwischen sind nun zwei weitere Wochen der Eingewöhnung vergangen. Zeit für ein kleines Update.

Die erste Woche verbrachte ich wieder zusammen mit dem Kleinen in der Gruppe. Ich erzählte ja schon, dass der kleine Mann sich am ersten Tag etwas schwer tat und sich nicht so recht lösen wollte.
Mir brach das ein kleines bisschen das Herz. Nach einigen Minuten sammelte er seinen Mut und zog dann doch wieder los, aber ich spürte sein Zögern und sah seine Blicke, die sich immer wieder versicherten, dass ich auch wirklich in der Nähe bin. Das kannte ich bisher nicht in diesem Umfang. Und es machte mir schmerzlich bewusst, was wir in der Woche zuvor kaputt gemacht hatten. Weil nicht offen kommuniziert wurde, weil wir dachten er sei schon weiter und weil, als ich es mir erstmals dachte, dass es so nichts wird, ich nicht auf mein Bauchgefühl gehört und bestanden habe, sondern auf die Erzieherinnen hörte. Das soll kein Vorwurf sein, sie sind die mit der Erfahrung und es hätte ja klappen können. Aber es zeigt mir eben, dass ich mein Kind am besten kenne. Das lässt sich nun nicht mehr ändern.

Aber es sind nun alles sehr bedacht, den Kleinen ruhig ankommen zu lassen. Hinter dem breiten, frechen Grinsen und dem Schalk im Nacken, steckt eben auch ein sensibler Kern. Jeden Tag taute der Kleine wieder ein bisschen mehr auf. Er zog früher los und größere Kreise, suchte weniger Blickkontakt. An einem Tag konnte ich ihn nicht begleiten, dort übernahm der Freund und das klappte ganz wunderbar. Da zog der Kleine sogar direkt los. Er nahm immer mehr Kontakt mit seiner neuen Bezugserzieherin auf und genießt es sichtlich sich von ihr begleiten zu lassen.

Diese Woche fand die erste Trennung statt. Nach 20 Minuten holte ich einen kleinen Mann ab, der geweint hatte, sich aber beruhigen ließ. Die Erzieherinnen hatten beschlossen, dass so ein guter Abschluss wäre, weil er nicht in Tränen aufgelöst abgeholt wird. Am Tag darauf blieb er schon 45 Minuten und jetzt zum Ende der Woche schon wieder eine Stunde. Sobald ich die Gruppe betrete und seinen Namen rufe, schenkt er mir sein bezauberndes Lächeln. Manchmal kommt er aufgeregt auf mich zu gekrabbelt, aber oft zeigt er mir, was er gerade Tolles zum Spielen hat und widmet sich dieser Sache dann wieder. Das macht mich sehr glücklich!

Nur das Abgeben, das fällt mir schwer. Ich gehe jeden Morgen ganz positiv gestimmt mit ihm in die Gruppe. Schon in der Garderobe zeigt er mit spitzem Zeigefinger, begleitet von „Da! Da!“-Rufen, auf den Gruppenraum. Auch wenn wir ihn betreten ist alles super, aber sobald ich mich verabschiede, ich ihn absetzen oder der Erzieherin geben möchte, klammert er sich an mich. Das ist der Moment, an dem auch ich innerlich versteife. Das ist doof, denn das merkt er natürlich, aber ich weiß auch, dass ein langer Abschied eben auch nichts bringen würde. Ich übergebe ihn dann und manchmal sehe ich noch die zuckenden Mundwinkel wenn ich gehe. Herzbruch!
Aber ich höre ihn nie weinen! Seine Erzieherin nimmt ihn sofort an sich, geht mit ihm in die Sandkiste oder begleitet den Abschiedsschmerz. Jeden Tan versichert sie mir, dass es sich nur um Sekunden handelte. Abschiedsschmerz eben und das sei völlig in Ordnung und normal.

Das weiß ich auch, aber bisher war es eben nicht so. Da konnte er es kaum erwarten, dass er spielen konnte. Seitdem sind natürlich auch schon ein paar Wochen vergangen, er hat sich weiterentwickelt. Vielleicht wäre dieser Punkt auch bei der anderen Erzieherin gekommen, wer weiß das schon.
Ich freue mich jedenfalls, dass sich der Kleine wieder gefangen hat und gerne in die KiTa geht.