Gebucht

Wir haben endlich Urlaub gebucht!

Mitte Juni sind wir damit äußerst früh dran, aber gut Ding will Weile haben. 
Freue mich Baby Meer zu zeigen.
Eigentlich wollte ich das schon im Januar erledigt haben, aber dann kam das Baby und wir waren unentschlossen. Auch, weil unser Baby Auto fahren zu hassen schien, was für all unsere Urlaubsideen ein k.o.-Kriterium war.

Unentschlossen waren wir bis vor 3 Tagen immer noch. Ich wäre unheimlich gerne in die USA geflogen, aber ich komme schlichtweg nicht dazu eine Route zu planen und da sollten wir nun wirklich langsam buchen. Außerdem weiß ich nicht so recht, ob der kleine Spatz eine Rundreise so toll finden würde.

Andere Ideen waren Mallorca mit einer Finca und Mietwagen, um das Rundreiseding im Kleunen anzutesten. Oder Italien, weil der Weg nicht so weit ist und wir ewig nicht mehr dort waren. Oder Holland. Holland und wir, das ist Liebe. Aber es ist eben nicht gleich ums Eck.

To make a long story short:
Wir fahren nach Holland!

Noch etwas zu finden, war gar nicht so leicht.
Der Traum wäre ein Häuschen direkt am Meer oder mit Garten gewesen, aber das ist leider viel zu teuer oder wir zu spät dran. Irgendwann!
Außerdem möchte ich nicht 800 km fahren und eine gute Ausgangslage für Städtetrips nach Amsterdam und Den Haag haben.
Am Ende haben wir eine hübsche Wohnung gefundeb, die nur 5 Minuten zu Fuß vom Meer entfernt ist. Alles, was man so braucht, gibt es drumherum und sogar ein Streichelzoo und ein Schwimmbad sind ganz in der Nähe. Perfekt!

Ich freue mich so unheimlich darauf dem kleinen Mann das Meer zu zegen. Unser erster Urlaub als Familie. 💙

Vor der Autofahrt habe ich Respekt und ich weiß auch noch nicht wie wir all den Kram in mein kleines Auto bekommen wollen, allein die Menge an Kleidung dürfte beachtlich sein, schließlich muss man im September auf jedes Wetter vorbereiten, aber mit meinen Tetris-Skills wird das schon irgendwie klappen.

4 Monate Januarbaby

Mein Spatz,

du bist nun 4 Monate alt, das sind genau 17 Wochen und 1 Tag.
Schon wieder ist ein Monat vorbei. Ich kann es kaum glauben!

Du bist ein wunderbarer kleiner Junge und wäre ich nicht schon bis über beide Ohren in dich verliebt, wäre es spätestens jetzt soweit.

Du bist groß geworden. Ganze 62 cm bist du inzwischen lang. Dir passen nur noch wenige Teile in Größe 56, das sind meist Pullover und ein paar Bodys. 

Du hast das Greifen perfektioniert. Du nutzt nun auch beide Hände gleichzeitig und gibst dir deinen Oball von einer Hand in die andere. Du greifst nach allem, was du in die Finger bekommst, um es zu begutachten und dir dann in den Mund zu stecken und mit deiner kleinen Zunge zu erkunden. Immer öfter steckst du dir unsere Finger in den Mund und lässt uns die Kraft deines Kiefers spüren. Dabei sabberst du ganze Sturzbäche.
Du sprampelst wie wild und ruderst dabei mit deinen Armen. Du stößt dich mit den Beinchen ab und schiebst dich so herum. Lege ich dich kurz ab, dauert es nicht lange und du hast dich auf die Seite gedreht oder dich um dich selbst gekreiselt, um dir etwas zu spielen zu schnappen.

Du übst das Drehen, aber der richtige Schwung fehlt noch.
Es ist nicht deine liebste Position, aber du toleriert die Bauchlage immer länger. Du hebst dein Köpfchen deutlich ab und schaust umher. Seit der U4 hältst du dich immer länger und stabiler im Unterarmstütz, alleine schaffst du es aber noch nicht in diese Position, sondern schiebst die Arme nach hinten.

Wenn du wach bist, lässt du dich ablegen und beschäftigst dich auch etwas selbst, sodass ich mich in Ruhe anziehen und Frühstück machen kann. Am liebsten magst du es aber, wenn ich bei dir bleibe. Es ist eine Freude dir beim Entdecken neuer Fähigkeiten zuzusehen und dich dabei zu beobachten wie viel Spaß du hast. 

Ja, du propellerst. Im Bett nimmst du dadurch mehr Platz ein. Aber selbst wenn du seitlich schläfst und ich ein bisschen Raum zwischen uns schaffe, liegst du kurz darauf wieder ganz nah an mich gekuschelt. Dabei legst du deine Füße immer auf meinen Oberschenkel.

Du bist sehr aufmerksam und ausdauernd. Du nimmst die Welt wahr und bestaunst alles. Man merkt richtig wie wach du bist. Nichts entgeht deinem neugierigen Blick. Du hast diesen Monat so einen großen Sprung gemacht.
Schliefst du in der Trage bisher zuverlässig innerhalb kürzester Zeit ein, bleiben deine Äuglein nun immer länger offen. Die Welt ist viel zu aufregend!
Meistens schläfst du aber doch irgendwann ein. Allerdings nicht ohne dich gegen die Müdigkeit zu kämpfen, dabei schimpfst du vor dich hin und wehrst dich. Dann weiß ich, dass du in wenigen Minuten im Land der Träume bist.

Wenn du müde bist, bekommst du Augenringe und reibst dir die Äuglein. Das Schlafen fiel dir schwer. Du wurdest oft wach und wolltest trinken. Du verkürzest deine lange Schlafphase auf 1,5-2,5 Stunden und hattest danach zu jeder Stunde wieder Hunger.  Das war wirklich sehr anstrengend. Und trotzdem bist du jeden Tag mit einem Lächeln auf den Lippen aufgewacht. Mittags wachst du fast immer weinend auf.
Am Anfang und jetzt zum Ende des 4. Monats schläfst du nachts wieder toll und gönnst uns 4-5,5 Stunden Schlaf. Danach stillen wir 1-2 Mal, bevor wir gegen 7 Uhr aufstehen. Den Tagesrhythmus hast du beibehalten. Alleine schlafen magst du immer noch nicht. Du brauchst mich einfach zum Kuscheln.
Du hast gelernt alleine wieder einzuschlafen, wenn du wach wirst. Das klappt bisher eher in Ausnahmefällen und dennoch ist es für mich ein ganz großer Schritt. Auch streicheln und summen hilft auch immer öfter. Wenn du ganz unruhig bist, kommst du auch zur Ruhe, wenn man dich auf die Seite oder den Rücken dreht. Was aber immer hilft ist die Brust. Du bist einfach ein Kuschler. Liege ich nicht neben dir, wirst du nach kurzer Zeit definitiv wach.  

Auch wenn alle sagen, dass du deinem Papa sehr ähnlich siehst, zeigt der Bildervergleich, dass du mir als Baby sehr ähnelst.
Du hast Papas Kinn und Lippenform, aber meine Nase, Kopfform und Frisur. Deine inzwischen richtig dicken Haare auf dem Oberkopf liegen schon seit der Geburt nach rechts. Ich muss einfach immer in ihnen herum wuscheln.

Es macht so viel Spaß dir beim Wachsen und Erobern der Welt zuzusehen. Wir sind ein tolles Team. Wir haben uns gut eingespielt und ich bin so unfassbar stolz, dass ich dich verstehe und kenne.

Die meisten Autofahrten schaffen wir ohne Tränen, das ist einfach grandios! Und auch den Kinderwagen akzeptierst du,solange du satt und fit bist, einschlafen kannst du darin nicht. Legt man dich aber schlafend hinein, ist das ok für dich.

Du spiegelst deine Umwelt. Lächelt man dich an, grinst du zurück. Kennst du die Person nicht, vergräbst du dein Köpfchen in meine Schulter und grinst etwas schüchtern,aber aus vollem Herzrn aus dem Augenwinkel zurück. Du bist ein so fröhliches Kerlchen. Du weinst eher selten, meckerst nur, wenn dir etwas nicht passt oder Hunger hast.
Hängt der Haussegen mal schief, helfen deine Spieluhr oder Musik/Gesang dich zu beruhigen. Wenn alle Stricke reißen, schafft es die Lichterkette oder dein Spiegelbild oft noch mal das Ruder rumzureißen.

Aber meistens bist du einfach gut gelaunt und strahlst und quietschst vor dich hin. Du brabbelst und übst neue Stimmlagen aus. Dabei hast du auch deinen Lautstärkeregler gefunden und ordentlich aufgedreht. Du erzählst uns Geschichten in deiner ganz eigenen Sprache. Ich kann nicht genug davon bekommen. Antworte ich dir, rastest du fast aus vor Freude.

Du hast zum ersten Mal laut gelacht. Nein, du hast richtig gegackert. Meine Güte war das schön! Und ich war der Grund dafür. Ich könnte jedes Mal heulen vor Glück! Gibt es etwas Schöneres als dieses ehrliche Kinderlachen?! Ich liebe es so sehr, wenn du den Mund weit aufreißt, deine Augen schmal werden und beginnen zu glänzen und du dich nicht mehr halten kannst, es dich schüttelt vor Lachen. Du gurrst und quietschst, kicherst. Du bist meine große Liebe, weißt du das?

Dein Vertrauen macht mir Herzklopfen. Du erfüllst mich mit Glück wie ich es bisher nicht kannte. Es ist so schön, dass du da bist.

Ich liebe dich.

Es ist Liebe.

Schon vorher kreisten meine Gedanken immer wieder darum, dass es geklappt haben musste, aber seit diesem Moment als ich um 05:30 Uhr im schlechten Badezimmerlicht aller Zeiten, diesen Hauch von Strich entdeckte, kann ich an nichts anderes mehr denken. Es gibt keinen Zweifel, du bist da. Und wenn ich es wieder nicht glauben kann, schaue ich auf den Teststreifen, der mir jedes Mal ein schiefes Grinsen ins Gesicht zaubert.
Du bist da! Und das macht mich so unfassbar glücklich.
[05. Mai 2016]

Als sich der Tag der letzten Pille jährte, wurde ich ungeduldig. Ich begann mich über Kinderwunschzentren und Spermiogramme zu informieren. Ich beriet mich erneut mit meinem Frauenarzt und ging noch mehr in mich. Ich begann mich in die verschiedenen Behandlungsmethoden einzulesen, suchte Informationen über Alternativen. Ich fand mich mit dem Gedanken einer Laparoskopie ab, begann nachzulesen, wie man ein ggf. schlecht ausfallenden Spermiogramm aufpeppen könnte. Ich vereinbarte einen ersten Termin in der Kinderwunschklinik und beim Andrologen. Informierte mich über Kostenübernahmen.

All das ohne den Optimismus zu verlieren. Ich wollte einfach vorbereitet sein, damit mich das, was vielleicht kommen sollte nicht wie ein Hammer treffen würde.

Bevor ich positiv testen durfte, träumte ich wieder davon schwanger zu sein. Es war aber noch zu früh zum Testen. Mein Bauchgefühl sagte mir aber auch ganz deutlich, dass es geklappt haben musste. Es konnte gar nicht anders sein. In der Nacht bevor ich testen wollte, träumte ich von 3 positiven Tests. Das war exakt die Anzahl, die es benötigte, um einen wirklich eindeutigen Strich zu erkennen.

Jetzt liegt dieses kleine große Wunder in meinem Arm. Es quietscht, lacht und strampelt wild herum.
Er nimmt uns ein und erfüllt mich mit Liebe, Glück und Stolz. Unglaublich, dass er vor kurzem noch in meimem Bauch gewesen sein soll!

Unsere Welt auf den Kopf gestellt. Alles wurde durchgeschüttelt und ich kann mir nichts Schöneres vorstellen.

Heute vor einem Jahr begann etwas ganz Kleines für uns etwas Großes zu sein. 💙

Im Zeitraffer

Am 12. März 2015 setzte ich die Pille ab. Kurz vor unserer großen USA-Reise. Ich hoffte, ein kleines Mitbringsel zurück zu schmuggeln und freute mich so sehr über diesen großen Schritt.

Heute, genau 2 Jahre später, endet der Mutterschutz. Mein acht Wochen altes Baby liegt schnuffelnd in meinem Arm. Ich bin dankbar und überglücklich. 💙

Alles hat ein Ende

Ab morgen beginnt ein neuer Alltag.
Nach fast 7 Wochen wird der Freund wieder arbeiten gehen und das Baby und ich alleine sein. Das fühlt sich komisch an und ich gestehe, Ich bin aufgeregt!

Wir werden sicherlich (miteinander) klar kommen, stillt der kleine Mann ja ohnehin die meiste Zeit. Aber das Drumherum wird spannend. Denn gerade durch das Dauerstillen bin ich echt eingeschränkt. Mal eben etwas zu Essen machen, ein bisschen aufräumen oder einfach auf die Toilette gehen, war eher schwierig umzusetzen.
Bisher hat mir der Freund wirklich alles abgenommen. Er putzt, geht einkaufen, kocht und macht die Wäsche. Außerdem versucht er mir Freiräume zu schaffen, solange es der kleine Mann zulässt und wechselt eine Windel nach der anderen. Ich bin wahnsinnig dankbar für diese Unterstützung! Ich weiß von Freundinnen,dass das nicht selbstverständluch ist, umso schöner finde ich es, dass es das für ihn doch ist.

Ich versuche mich auch an der Hausarbeit zu beteiligen, wenn ich eben dazu komme. Vor allem wenn der Freund wieder arbeitet, möchte ich mehr wieder übernehmen, damit neben der Arbeit nicht alles auf ihm lastet. Und so verrückt es auch klingen mag, es tut mir gut. Ich mag es ordentlich und es gibt mir ein Gefühl von Normalität. Und davon sind wir noch entfernt.

Es ist noch immer alles irgendwie neu. Ich warte auf eine Art Rhythmus, aber jeder Tag ist eine Überraschung. Das ist für jemanden wie mich, der sehr strukturiert ist, echt eine große Umstellung. Es fällt mir nicht immer leicht, aber ich werde mich hoffentlich noch daran gewöhnen.

Morgen endet also die Elternzeit des Freundes. Es war schön ihn von Anfang an bei uns zu haben und zusammen ins Familienleben starten und uns langsam an einander gewöhnen zu können. Es waren sehr intensive, schöne, anstrengende und fordernde 6,5 Wochen. Ich werde es vermissen ihn rund um die Uhr um mich zu haben.

Ich bin allerdings ehrlich überrascht wie wenig Zeit man miteinander verbringt, wenn so ein Würmchen zur Welt kommt, auch wenn der Partner Zuhause ist. Es dreht sich nunmal alles um den Zwerg. Wir erlebten alles gemeinsam, das war wirklich wunderbar. Die Momente nur für uns beide sind jedoch einer Hand abzählbar.

Wie man merkt, befinden wir uns nach wie vor in der Kennenlern- und Findungsphase. Schon gemein, jetzt wo wir uns langsam ein bisschen eingespielt haben, müssen wir uns wieder neu sortieren. Ab morgen dann also 9 Stunden alleine. 

Tagebuchbloggerei 2/2017

Es ist der 5. Februar 2017 – #WMDEDGT-Tag! Der erste mit Baby! Here we go!

Das Baby liegt friedlich schlafend neben mir als es plötzlich bedrohlich knattert. Windelalarm! Ich bitte den Freund die Windel zu wechseln. Das ist unser Deal, ich stille, er wickelt. Ich nutze die Chance, um aufs Klo zu gehen, ehe der kleine Mann riesigen Hunger bekommt.
Ich lege ihn an, er nuckelt kurz und schläft wieder ein. Ich mache mit.

Um 6:30 Uhr moppert es neben mir. Hunger! Also aufgesessen und los geht’s. Als der erste Hunger gestillt ist, beschließe ich das Baby noch zu wickeln.
Der Kleine räckelt sich genüsslich unter der Wärmelampe. Ich möchte gerade die frische Windel unter seinen Hintern schieben als er noch einmal nachlegt. Hmpf. Also noch mal von vorne!
Zurück im Bett stillen wir noch mal bis das Baby erneut im Land der Träume versinkt. Ich dagegen versuche mich auf 30cm halbwegs bequem um das Baby herum zu drappieren. Ich schiele etwas neidisch auf Mann und Baby, die beide ziemlich gemütlich den Schlaf der Gerechten schlafen. Das ist dieses Mamasein, von dem alle sprechen, oder?

Meine Erkältung lässt mich nicht mehr einschlafen. Ich surfe durch das Internet und genieße die Ruhe. Draußen zwitschern die ersten Vögel. Es klingt nach Frühling. Gegen 8 Uhr zwingt mich meine Blase aus dem Bett. Ich nutze die verbleibenden 20 Minuten bis zum Babyalarm für Körperpflege. Himmlisch das ganz ohne Hektik zu machen. Fürs Haare kämmen reicht es nicht mehr, aber das ist okay. Das Baby hat Hunger!

Zur Feier des Tages soll es Pancakes zum Frühstück geben. Der Freund und ich haben heute Jahrestag. Außerdem umsorgt er Baby und mich so toll, da kann ich ruhig auch einmal Frühstück zaubern. Geplant haben wir weiter nichts. Ich bin leider noch nicht so fit wie ich es gerne wäre, das Baby hält noch nichts von Plänen und darüber hinaus steht morgen eine Prüfung an, für die der Freund noch lernen muss.

Der Freund trägt das Baby durch die Wohnung, damit ich das Frühstück zubereiten kann. Ich freue mich riesig darauf. Die erste richtige Mahlzeit gemeinsam am Esstisch, seit der kleine Mann bei uns ist!
Natürlich wird er just in dem Moment hungrig, indem ich die Gabel in die Hand nehme. Da muss irgendwo ein Sensor eingebaut sein! Mit einem Kissen gepolstert, lässt es sich auch am Esstisch bequem stillen und so lassen wir es uns alle 3 schmecken.

Danach verkrümeln sich Baby und ich zurück ins Bett. Einer von uns schläft, die andere macht mit. Kurz darauf donnert es bedrohlich in der Windel. Der Kleine wird unruhig, Zeit für einen Boxenstopp. Das gefällt ihm nur semi gut, denn er scheint wieder hungrig zu sein. Da kommt er ganz nach mir, mit Hunger ist nicht zu spaßen! Da wird aus dem niedlichen Baby auch Mal ein kleiner Brüllaffe.

Der Freund packt den kleinen Mann aus, damit wir ein bisschen Haut an Haut kuscheln können. Das Baby genießt das immer sehr (und ich auch!) und so werden aus stillen und kuscheln direkt 2 Stunden Tiefschlaf. Ich fühle mich danach wie ein neuer Mensch.
Der Freund hat in der Zwischenzeit das Essen vorbereitet.
Dieses Mal genieße ich wieder stillend im Bett.

Man könnte den Eindruck bekommen, dass man nichts Anderes macht als zu stillen und Windeln zu wechseln. Irgendwie ist das auch so. Die restliche Zeit verbringe ich damit ihn anzuschauen. Er ist einfach perfekt! Ich liebe seine Mimik, seine Geräusche. Die Wärme, die er ausstrahlt. Und wenn er sich an mich kuschelt, ganz ruhig wird und mich mit seinen großen Augen ansieht, könnte ich heulen vor Glück.
Ich kann es nicht fassen, dass er nun schon 3 Wochen bei uns ist! Da schaut man einmal nicht hin, ist er schon fast erwachsen.

Das Wetter ist furchtbar, wir beschließen dennoch eine Runde an der frischen Luft zu drehen. Gegen den Lagerkoller und für den Süßhunger. Mit Kuchen bewaffnet, kehren wir wieder zurück. Das Baby hat den Ausflug zum Bäcker in der Trage verschlafen. Er liebt es getragen zu werden! Und der Freund genießt es genauso. Das freut mich total! Denn damit hatten wir beide nicht gerechnet. Der Kinderwagen fristet ein Schattendasein, aber auch seine Zeit wird noch kommen.

Kaum ausgepackt, ist das Babybäuchlein wieder bereit für Nahrung! Diese Stillsession verbringen der Freund und ich gemeinsam mit einer Folge The Good Wife und Kuchen. Der Freund geht wieder lernen und mich packt das schlechte Gewissen. Ablenkung und Alltag sind echt schön, aber diese Minibabyzeit rast nur so vorbei. Ich ziehe mit dem schlafenden Baby wieder zurück ins Bett.

Die kleine Schlafmütze schnorchelt leise vor sich hin. Manchmal wimmert er kurz auf, wird aber sofort ruhig, sobald ich sein Händchen streichle. Ich könnte ihn stundenlang beobachten. Moment, im Grunde tue ich genau das. Seine Grimassen sind einfach der Knaller und ich könnte mehr als einmal vor Niedlichkeit zerfließen. Den restlichen Abend verbringen wir abwechselnd mit stillen, schlafen, Windeln wechseln.
Sobald der Freund ausgelernt hat, gibt es Abendbrot. Aber eigentlich könnte ich auch schon wieder schlafen. Vielleicht mache ich das einfach, die nächste Stillrunde kommt bestimmt!

Piep.

Man sollte meinen im Wochenbett hätte man ziemlich viel Zeit. Schließlich heißt es in meinem Fall erst einmal mindestens 2 Wochen im Bett ausruhen. In Wahrheit ziehen die Tage nur so an mir vorbei.

Mittlerweile juckt es mich sehr in den Füßen, aber ich merke, dass es körperlich das einzig Sinnvolle ist. Mein Körper braucht noch Zeit zu heilen. Es sieht alles gut aus, fühlt sich aber nicht immer so an. Es ist und bleibt eine große OP, so ein Kaiserschnitt. In der Babyblase geht das manchmal ein bisschen unter und kommt mir erst dann wieder ins Bewusstsein, wenn die Narbe beim Versuch so zu tun als sei nichts gewesen, ordentlich zwickt. Außerdem hat mich der Freund im Auge. Beim kleinsten Anflug von „Ich mache jetzt dies und jenes.“ scheucht er mich zurück ins Bett. Er kennt mich ja, der Gute.

Ich bin leider keine dieser Mütter, die nach 3 Tagen den Kinderwagen perfekt gestylt durch die City schieben. Im Gegenteil, bin ich froh, wenn ich regelmäßig zum Zähneputzen komme. Verrückt, wenn man bedenkt, dass ich 80% meiner wachen Zeit nur im Bett rum liege. Andererseits ist das auch ganz gut so. Ich genieße die Zeit mit dem Freund und meinem Baby sehr. Wir kuscheln, stillen (großes Thema!) und liegen so rum. Der Freund umsorgt uns von A bis Z und wuppt den ganzen Laden alleine. Ich bin ehrlich überrascht! Nicht, dass ich ihm das nicht zugetraut hätte, aber er reißt sich wirklich ein Bein aus. Er kocht, putzt, kauft ein, wickelt, und und und. Ich muss ihn gelegentlich daran erinnern auch auf sich zu achten, so sehr ist er auf uns bedacht. Außerdem ist ja auch er im Wochenbett. Auch für ihn hat sich mit der Ankunft unseres Babys alles geändert. Ich bin so dankbar, dass er da ist und wir uns zu dritt Zeit nehmen können, um als kleine Familie anzukommen und uns kennenzulernen. Mir geht das Herz auf, wenn ich meine beiden Männer zusammen sehe. 

Der kleine Mann hat uns schon ordentlich um den Finger gewickelt. Wir kuscheln unheimlich viel, stillen noch mehr und wickeln. Ich hätte nicht gedacht, dass man wirklich so einen großen Verbrauch an Windeln hat! Die meiste Zeit liegt das Baby irgendwo an oder auf mir. Ist es satt, gerne auch Mal beim Papa. Das mit dem Sattsein ist aber so ein Thema. 

Das erklärt auch, wieso ich zu nichts komme (was auch gut so ist, denn nichts ist so wichtig als dass diese magische erste Zeit dafür unterbrochen werden müsste). Andererseits fehlt mir Bewegung und ich werde mit jedem Tag etwas unausgeglichener. Und Schlaf. Tagsüber bekomme ich das noch nicht hin mit diesem „Schlaf, wenn das Baby schläft!“, nachts bin ich oft wach durch das Stillen und manchmal dank wasauchimmer noch darüber hinaus.

Es ist so viel passiert und meine Gedanken fliegen wild hin und her. Der Freund und ich reden viel darüber, mittlerweile kann ich das auch wieder ohne mich in einen Tränenmeer aufzulösen. Es braucht, so schön es auch ist, dennoch Zeit, um das alles zu verarbeiten. Gerade die ersten Tage habe ich mir leichter vorgestellt, waren aber mit Sorgen und Tränen meinerseits verwebt  Ich habe es bisher nicht Mal geschafft die Ereignisse der letzten 2 Wochen im Tagebuch festzuhalten! Vom Bloggen ganz zu schweigen. Dabei habe ich so viel zu erzählen! Aber vielleicht ist da ja jetzt ein Anfang. 

Ich kann es noch immer nicht fassen, dass diese Schwangerschaft wirklich vorbei ist. Mein Bauch fehlt mir sehr. Und gleichzeitig komme ich aus dem Staunen über diesen kleinen, perfekten Menschen nicht heraus. Er hat uns wirklich ordentlich den Kopf verdreht! Er verändert sich jeden Tag und schon jetzt wirkt er so viel größer auf mich.

Jeden Tag sage ich ihm, dass er sich Zeit lassen soll. Ich fürchte, er wird nicht auf mich hören. Und genau deshalb ist es gut, dass unsere erste Zeit nicht von Haushalt oder anderen Pflichten unterbrochen wird. 

And so the adventure begins

Am Sonntag, an ET+2, erblickte unser Sohn um 2:40 Uhr das Licht der Welt. Sein erstes Gurgeln werde ich nie vergessen, ab da war es um mich geschehen.

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten sind wir nun endlich Zuhause. Es geht uns gut. Wir brauchen noch etwas Zeit, um anzukommen und genießen unsere kleine Blase sehr.

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Unser Leben Kopf und alles dreht sich nur noch um ihn.
Ich habe so viel zu erzählen. Aber ich kann (und will) mich nicht von ihm losreißen. Ich kann einfach nicht aufhören ihn zu bestaunen. Er ist perfekt. Jede kleine Hautfalte, jedes Blinzeln. Er ist so warm und weich. Sein Blick so intensiv. Seine Geräusche und das Engelslächeln, das manchmal über seine Lippen huscht, lassen mein Herz überquellen.
Ich, nein, wir sind unglaublich verliebt.

Aus dem Bauch. Mitten ins Herz.

Happy birthday, Babybär! ♡