Im Zeitraffer

Am 12. März 2015 setzte ich die Pille ab. Kurz vor unserer großen USA-Reise. Ich hoffte, ein kleines Mitbringsel zurück zu schmuggeln und freute mich so sehr über diesen großen Schritt.

Heute, genau 2 Jahre später, endet der Mutterschutz. Mein acht Wochen altes Baby liegt schnuffelnd in meinem Arm. Ich bin dankbar und überglücklich. 💙

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And so the adventure begins

Am Sonntag, an ET+2, erblickte unser Sohn um 2:40 Uhr das Licht der Welt. Sein erstes Gurgeln werde ich nie vergessen, ab da war es um mich geschehen.

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten sind wir nun endlich Zuhause. Es geht uns gut. Wir brauchen noch etwas Zeit, um anzukommen und genießen unsere kleine Blase sehr.

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Unser Leben Kopf und alles dreht sich nur noch um ihn.
Ich habe so viel zu erzählen. Aber ich kann (und will) mich nicht von ihm losreißen. Ich kann einfach nicht aufhören ihn zu bestaunen. Er ist perfekt. Jede kleine Hautfalte, jedes Blinzeln. Er ist so warm und weich. Sein Blick so intensiv. Seine Geräusche und das Engelslächeln, das manchmal über seine Lippen huscht, lassen mein Herz überquellen.
Ich, nein, wir sind unglaublich verliebt.

Aus dem Bauch. Mitten ins Herz.

Happy birthday, Babybär! ♡

Kreislauf des Lebens (ET)

Ich wurde heute Nacht um 1 Uhr wach. Draußen wütete ein Sturm, ich war unruhig wie immer in solchen Nächten. Mein Bauch tat weh, es zog unangenehm. Ich dachte an erste Wehen, die sich jedoch gleich legten.
Der Bauch entspannte sich, ich konnte dennoch nicht schlafen. Ich hatte Hunger und stand auf, um eine Banane zu essen. Ich legte mich aufs Sofa, surfte ein wenig durch youtube. Der Sturm machte mich nervös.
Gegen 3 Uhr ging ich ins Bett und konnte schlafen.

Heute ist der errechnete Entbindungstermin. Der Tag, auf den ich so hinfieberte. Dieser besondere Tag, der eigentlich nicht viel mehr ist als eine Zahl und trotzdem von mir gefeiert wurde. Vielleicht werden wir heute zur Familie.

Um 6 Uhr erhielt ich den Anruf meiner Mama, dass Opa um 2 Uhr aufwachte und dreißig Minuten später für immer einschlief.

Es ging ihm nicht gut, schon lange. Er hat nun beschlossen, dass es Zeit ist und ich bin dankbar, dass er nicht unnötig leiden musste. Für ihn war es jetzt richtig, das tröstet mich.

Eigentlich sollten wir ein neues Leben feiern, stattdessen muss ich mich von meinem Opa verabschieden. Das passt gerade nicht in meinen Kopf. Leben und Tod, ein ständiger Kreislauf. Ich hätte mir dennoch gewünscht, dass diese beiden Erlebnisse nicht so nah beieinander liegen würden.
Ich bin furchtbar traurig, dass Opa sein Urenkelchen niemals kennenlernen wird.

Zusammengefasst } 10. Monat

Woche: 37. – 40. Woche
Das Baby: Wassermelone (2.800 – 4.000g)
Unser Stubbs hat beschlossen sich nicht mehr von der Stelle zu bewegen. Es sitzt also immer noch mit dem Po nach unten und daran wird sich vermutlich auch nichts mehr ändern. Uns wurde wieder gesagt wie zart es sei. Mal sehen, ob das am Ende wirklich stimmt. Ansonsten entwickelt es sich super. Es ist nach wie vor eher ruhig, hat aber auch immer mal wieder Tage an denen es etwa 2 Stunden am Stück aktiv war. Ich spüre nun immer öfter Füßchen und/oder Knie in der rechten Seite und auf Bauchnabelhöhe. Außerdem versucht es manchmal sich zwischen meine Haut und die Rippen zu schieben. So fühlt es sich jedenfalls an. Das ist ziemlich unangenehm, aber naja, da oben ist für so einen kleinen Dickkopf eben nicht immer genug Platz. Außerdem schiebt es immer noch gerne den Kopf (vermute ich zumindest) auf die linke Seite, das spüre ich sofort am Gefühl, das sich durch den ganzen Körper zieht.
Bauch:   94,5 cm –  95 cm – 95,5 cm – 96,5 cm
Wenn das Baby seinen Kopf (vermute ich zumindest) auf die linke Seite schiebt, bahnt sich immer noch dieses ganz bestimmte Gefühl durch meinen Körper. Es ist fast wie ein elektrisches Kribbeln. Der Bauch wird dann ganz fest, aber der ist ja grundsätzlich eher fest. Nach dem Versuch der Wendung war es mal fast sowas wie entspannt, das hält meist aber nicht lange an.
Körper & Wehwehchen:  Das Baby drückt. Ich habe das Gefühl ständig auf Toilette zu müssen. Meist ist es aber einfach nur der Druck des Babys. Wenn es sich ganz lang macht und sich unter die Rippen drückt, wird es auch immer unschöner. Das kommt zum Glück nicht so oft vor. Sonst habe ich festgestellt, dass diese Drehung des Babys, wenn es den Kopf auf die linke Seite streckt ein Gefühl wie Periodenschmerz auslöst. Ich dachte erst, das wären vielleicht Wehen, aber das Gefühl hält wirklich genau so lange an bis es sich wieder wegdreht. Faszinierend. Der Bauch wird gelegentlich fest, aber auch das ist ja nichts Neues (38. Woche). Ach, und wenn ich länger auf der Seite liege, tut mir die Haut (?) weh. Lagerungsschmerzen oder sowas, aber auch nur auf der linken Seite. Dazu gesellt sich das Gefühl als würde sich meine Hüfte weiten, es fühlt sich manchmal so locker an. Gerade nach längeren Spaziergängen kommt es mir so vor als säßen meine Beine nicht mehr fest in der Hüfte.
Inzwischen fühlt es sich an als bereite sich mrin Körper auf die Geburt vor. Es zieht, der Bauch wird fest. Nachts schlafe ich kaum, weil der Bauch so hart ist.
Haut/Haare/Nägel: Alles beim Alten. Nein, stimmt nicht. In der 39. Woche wurde meine Haut wieder ein bisschen schlechter. Was ich allerdings mal festhalten möchte ist, dass meine Haare in der Schwangerschaft weniger schnell fetten. Das darf gerne so bleiben.
Gefühlswelt: Ich habe mir ziemlich viele Sorgen gemacht wegen der Beckenendlage. Vor dem Versuch der Wendung war ich richtig durch und habe viel geweint. Ebenso an dem Tag an dem ich erfuhr, dass ich nicht spontan entbinden darf. Da war ich zusätzlich auch noch furchtbar wütend. Ich hab mich richtig vor mir selbst erschrocken. Zum Glück verblasste das schon im Laufe des nächsten Tages. Inzwischen habe ich mich damit abgefunden. Ich bin nicht glücklich darüber, aber ich kann es nicht ändern. Ich habe nur zwei Möglichkeiten: das Beste daraus machen oder bockig in der Ecke sitzen. Letzteres ist keine Option, also reiten wir die Welle wie sie kommt. Dazwischen ging es mir richtig gut. Nach dem Wendungsversuch war ich sehr erschöpft aber auch unheimlich gelöst. Ich hatte nun alles getan, was ich tun konnte und das nahm mir eine große Last. Die Weihnachtsfeiertage und auch die Tage zwischen den Jahren taten mir sehr gut. Die Zeit mit dem Freund füllte meinen Akku wieder auf und wir hatten einfache eine schöne Zeit miteinander. Wir waren Essen, im Kino und der Therme. Ich komme langsam dahinter, dass die Tage nun gezählt sind und es stellt sich die Vorfreude ein. Ich warte noch nicht sehnsüchtig auf den start, sondern hoffe immer noch, dass es noch etwas dauert, aber ja, ich freue mich so sehr auf unser Baby. Abgesehen von der Geburt, geht es mir mit der Schwangerschaft echt gut. Ich bin nach wie vor überglücklich und dankbar. Aber auch froh, wenn es vorbei ist. Der harte Bsuch und der Schlafmangel deshalb machen das Nervenkostüm ganz schön dünn. Dazu dieses Fruchtwasserding und die ganzen Untersuchungen. Ich mag doch nur meine Ruhe haben.
Untersuchungen/Arzttermine: Ich war zur Geburtsplanung im Krankenhaus und am Tag darauf noch einmal wegen der äußeren Wendung. Außerdem wurde ein MRT gemacht. Ja, ich wurde reichlich untersucht. Geändert hat es leider nichts. Ach, und die letzteVorsorgeuntersuchung.
Geht gut: Obst. Faul sein, da bin ich inzwischen Königin drin (mit schlechtem Gewissen). Überraschenderweise Spaziergänge. Die kalte Luft pustet mir den Kopf so richtig schön frei und auch körperlich fühle ich mich dann freier.
Geht gar nicht: Nach vorne beugen. Es ist einfach kein Platz mehr da. Mir fällt das Trinken wieder schwerer. Das ist wirklich ärgerlich, klappte es vor kurzem noch so gut.Ich esse schlecht. Schlafen ist leider auch so eine Sache. Ich muss nämlich ständig aufs Klo und schlafe insgesamt etwas unruhiger.
Must have /Essverhalten/Gelüste: Süßes. Ich bin froh, wenn das endlich aufhört.
Der Papa: Hat sich diesen Monat einige Sorgen um uns gemacht. Die äußere Wendung und auch mein Gefühlszustand nach der Nachricht, dass ich an einem Kaiserschnitt nicht vorbeikommen werde, sind nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Er war uns eine große Stütze, auch wenn er es manchmal nicht so empfunden hat. Er erzählt immer wieder wie sehr er sich auf Stubbs freut, hat aber auch nichts dagegen, wenn wir noch ein paar Tage bis zum großen Ereignis vor und für uns haben (39. Woche). Er hat festgestellt, dass man auch unter Männern nun ständig irgendwelche Kommentare und Tipps zu allem bekommt, ob man will oder nicht. Außerdem scheint alles ein ewiger Wettbewerb zu sein. Er hat schon vorgeschlagen sich irgendwelche Dinge auszudenken, einfach nur damit die Leute ruhig sind. („Na klar, schläft mein Kind durch. Und meine Steuererklärung macht es auch. Ist ja schon drei Monate alt!“).
Der beste Moment: Als wir am Morgen vor der Wendung ganz nah bei einanender mit verschränkten Fingern auf meinem Bauch im Bett lagen. Das war ein unheimlich intensiver, inniger Moment. Wir wussten beide nicht, was auf uns zukommt und ob das nicht vielleicht der letzte ruhige Moment mit dickem Bauch sein würde. Es brauchte keine Worte, um den Zusammenhalt zu spüren. Wir sind jetzt eine Familie.

Weihnachten war auch wunderschön!
Und sonst? 

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Bereit. (ET-2)

​Die Nacht war grauenhaft. Erst musste ich ständig auf die Toilette und lag dann nach nur 3,5 Stunden Schlaf ab 3:43 Uhr schlaflos im Bett. An Müdigkeit mangelte es nicht, nur am Willen meines Körpers dem nachzugeben. Stattdessen hatte ich einen steinharten Bauch, der sich nicht annähernd bequem Betten ließ und ab 4:30 Uhr solchen Hunger, dem ich dann eine Stunde später nachging als mir schon übel wurde. Mäh.
Schlafen konnte ich trotzdem nicht mehr.

Auf die letzten Tage hat mein Körper also beschlossen mir den Abschied leicht zu machen. Tagsüber ist es in Ordnung. Ich fühle mich schwerfällig und so groß, aber faul auf dem Sofa liegend ist das auszuhalten.

Ich bin bereit. Seit Tagen ist da so ein unterschwelligen Gefühl, dass es bald losgeht. Manchmal packt mich die Panik ob der Verantwortung, die da auf uns zukommt, wenn ich daran denke, dass es nur noch Tage sind bis unser Baby bei uns ist. Aber dann spüre ich es im Bauch strampeln und kann es kaum erwarten es endlich kennenlernen zu dürfen. 

Im Grunde bin ich sehr entspannt. Bis auf das wenige Fruchtwasser, das macht mir etwas Sorgen, denn es macht Druck. Am Wochenende soll ich noch Mal ins Krankenhaus zum CTG und Doppler und ich habe wirklich Angst, dass man mich direkt dort behält und man dem Baby und mir damit auch noch den letzten Funken an Selbstbestimmung nimmt. 

Ich wünsche mir wirklich sehr, dass es nun einfach losgeht und wir unser Baby gesund in den Armen halten dürfen.

Ich bin überzeugt davon, dass sich das Baby nachts auf den Weg macht, wenn man es lässt. In 2 Tagen ist der (wunderschöne) Entbindungstermin. In der Nacht zuvor ist Vollmond, wie auch in der Nacht vor dem Eisprung. Es wäre doch eine runde Sache, wenn es dann einfach losginge.
Ich weiß, dass nur 4% der Kinder am errechneten Termin zur Welt kommen, aber auch nur 3-5% der Kinder begeben sich nicht in Schädellage. Also schauen wir einfach mal.

Mein Kleines, wir sind bereit und freuen uns so sehr auf dich. Du darfst nun gerne den Startschuss geben.

12. Vorsorgeuntersuchung } ET-3

Auf eine gute Nacht folgt eine schlechte. Ich war furchtbar müde, meine Augen schwer und ich hatte den Wunsch einfach nur im Bett zu liegen.
Dieser Plan wurde von meinem Gynäkologen durchkreuzt, der anrief und fragte, ob es möglich wäre heute statt morgen zur Vorsorgeuntersuchung zu kommen.

Super, ich hab mich eh auf den Termin gefreut. Also angezogen und los.

Nach dem CTG, das gelegentlich ein paar Wehen aufzeichnete, die sich aber wie die schon bekannten Übungswehen, einfach nur wie ein Korsett um den Bauch anfühlen, und einem unauffälligen Labor, ging es dann zum Ultraschall.

Das Baby sitzt wie fest betoniert im Becken. Natürlich mit Po nach unten. Das wird sich auch definitiv nicht mehr ändern. Eher friert die Hölle zu. 
Der innere Muttermund bildete bereits einen Trichter von 1,3 cm und der Gebärmutterhals ist auf 2 cm verkürzt.

Das Baby ist auch wunderbar entwickelt. Es wird aktuell auf 3.250g geschätzt mit einer Toleranz von 15%. Ich finde das total spannend und bin ganz neugierig, wie schwer unser Stubbs tatsächlich sein wird („Ich verrate Ihnen einen Trick. Bei einer Spanne von 15% liegt man fast immer richtig, wenn man 3.500g schätzt. Irgendwo zwischen 3.000 und 4.000g liegen i.d.R. die meisten Kinder. ;-)“).

Allerdings ist die Fruchtwassermenge etwas wenig, das ist wohl normal, macht mich aber etwas nervös und es macht ein bisschen Druck, denn so mag mich der Herr Doktor nicht so lange übertragen lassen wie normal, sofern wir da denn da hinkommen. Aber, sagt er, es ist auch ein Zeichen, dass sich der Körper auf die Geburt vorbereitet. Am liebsten hätte ich trotzdem gehört, dass alles im Normalbereich liegt.

Ich bekam dann vorsorglich einen Termin für eine eventuell letzte Vorsorge unter dem Hinweis, dass ich aber auch gerne erst in 6-8 Wochen wiederkommen dürfe und verabschiedete mich.

Es sieht also gut aus und es könnte jederzeit losgehen! Ich bin sehr entspannt und freue mich einfach nur drauf!

Ja. Nein. Vielleicht. (ET-4)

​Als ich mich heute Morgen nach einem Besuch auf der Toilette wieder ins Bett legte, spürte ich ein leiches Ziehen im Unterleib als würde ich meine Periode bekommen. Ich horchte ein kleines bisschen aufgeregt in mich hinein, aber das Gefühl hielt wieder über mehrere Minuten an und damit verwarf ich dann auch den Gedanken, dass sich möglicherweise wirklich was tut.

Über den Tag bildete ich mir immer wieder mal ein, es würde ein wenig im Unterleib arbeiten. Es stellte sich dann aber heraus, dass es nach wie vor mit der Bewegung des Babys zusammenhängt.
Ich glaube nicht, dass es wirklich quer liegt, aber das periodenartige Ziehen tritt immer nur zusammen mit den Beulen links und rechts am Bauch auf. Sind die Beulen weg, ist alles wieder ruhig.

Immerhin war der Bauch heute ab und an ein bisschen fest. Das hatte ich schon länger nicht mehr. Vielleicht tut sich also doch irgendwas.

Einigeln. (ET-5)

Piep. Ich bin noch da.

Ich habe das große Bedürfnis mich zurückzuziehen. Mich mit dem Freund in unserer Höhle einzuigeln und abzuwarten. Die letzten Tage zu zweit aufzusaugen und es so richtig auszunutzen, dass man tun und lassen kann, was man möchte. Und wenn es nur den Nachmittag mit Serien auf dem Sofa verbringen ist. Gelegentlich ein bisschen frische Luft und ich bin glücklich. 

Bei den Temperaturen ist es übrigens kein Wunder, dass das Baby keine Anstalten macht seine Höhle zu verlassen. Kluges Kind.