Changes

Als ich letzte Woche die Sachen des kleinen Mannes in der Kita zusammen klaubte, wurde mir bewusst, dass er nun schon 6 Monate so in der Kita ist. Die Eingewöhnung ging lange und so komplett ist er seit Mai/Juni eingewöhnt, aber dennoch begann vor über 6 Monaten ein ganz neuer Abschnitt in unserem Leben.

Das hat viel herumgewirbelt und ich will nicht lügen, dieses Arbeiten ist gar nicht immer so einfach. Wenn die Nächte übel sind oder die Tage insgesamt sehr voll. Denn das sind sie schon. Die Struktur, die mir dieser neue Alltag gibt,tut uns gut, aber flexibel ist anders.

Anfangs fühlte ich mich eingesperrt, weil ich nun nicht mehr frei über meine Zeit verfügen konnte. Aber das Gefühl legte sich bald. Es ist eben so.

Inzwischen haben wir uns eingegroovt und ich bin überrascht, was man alles schaffen kann, denn als ich komplett Zuhause war, sah das anders aus. Da gab es oft Tage,an denen ich um 15 Uhr weder gegessen noch die Haare gekämmt hatte, ohne genau sagen zu können,woran es scheiterte, denn da war ja nur ein Baby.

Ich gehe gerne arbeiten. Ich mag meinen Job, meine Kollegen, andere Themen zu haben. Aber manchmal bin ich auch traurig, dass wir nicht mehr so viel Zeit miteibander verbringen, der Kleine und ich. Das piekst ein bisschen und auch das schlechte Gewissen klopft dann an – bis ich sehe wie gern mein Kind in die Kita geht. Er liebt es andere Kinder um sich zu haben.

Es ändert sich ständig etwas, aber mein innerer Monk jubelt bei dem neuen Rhythmus und beginnt hinsichtlich der gewonnenen Struktur freudig zu quietschen. Es ware manchmsl schön, ware es eon wenig lockerer, aber bis jetzt klappt es eigentlich meistens ganz gut. Ein Hoch auf zwei relativ bis sehr flexible Arbeitgeber, anders wäre es gar nicht denkbar.

Nur ein wenig längere Tage wären schön, für anderes, wie das hier. Das fehlt mir nämlich, zu erzählen gäbe es wirklich genug.
Der Kleine wirbelt durch unser Leben, lernt so unglaublich viel und schnell. Duese Kleinkindzeit ist so genial und dass er nun beginnt zu sprechen, ist unheimlich niedlich. Ich hoffe, dass hier bald ein wenig mehr Ruhe einkehrt, ich wollte nur sagen: ich bin noch da.

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Arbeit, Arbeit

Mein erster Arbeitstag rückt immer näher. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber: Wo ist die Zeit hin?! Es fühlt sich komisch an nach so vielen Monaten plötzlich wieder ins Büro fahren zu sollen.

Erinnert ihr euch an das Gefühl vor dem ersten Schultag? Diese Nervosität und Aufregung. Und auch Vorfreude. Ich weiß ja, was mich erwartet und dennoch fühlt es sich nach etwas ganz Großem an. Ist ja auch, für uns als Familie – der Job ist derselbe. Ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer für mich.

Ich freue mich auf die Kollegen und auch darauf wieder mit dem Kopf zu arbeiten, also über die Organisation des Familienlebens hinaus. Mal etwas anderes zu tun. Ich freue mich auf einen neuen Alltag und Routinen. Darauf mein Kind jeden Tag von einem Ort abholen zu dürfen, an dem er ganz viel Tolles erlebt. Ich bin immer ganz kribbelig, wenn kurz bevor ich ihn sehe und wie er so freudestrahlend in meine Arme krabbelt – hach. Dazwischen macht es sich das schwere Herz gemütlich. Das war eine echt besondere Zeit und es fällt mir wahnsinnig schwer sie gehen zu lassen.

Ich bin aber auch sehr nervös. Ich hoffe, dass ich allem gerecht werden kann. Kann ich das überhaupt noch? Habe ich viel vergessen? Werde ich Job und Familie, Haushalt und all den anderen Kram unter einen Hut bekommen? Wird das mit der KiTa alles klappen? Wird der Kleine dort schlafen? Ach, Schlaf. Das ist ja unser Thema, schon seit der Geburt. Werde ich mit Schlafdefizit ordentliche Leistung erbringen können? Momentan sind die Nächte wieder sehr ausbaufähig. In 4 von 5 Nächten war der kleine Mann 45 Minuten – 1,5 Stunden wach. Zu so richtig doofen Zeiten und ich war es danach dann auch. Und auch tagsüber schläft er zu wenig. Ob das in der KiTa besser oder überhaupt klappen wird?

Wir werden unsere Positionen ein bisschen verrücken und neu finden müssen. Ich bin aufgeregt!

Aber ich freue mich inzwischen auch wirklich!

Glühwürmchen (WMDEDGT 2/18)

Frau Brüllen will es wieder wissen: #WMDEDGT.
Von mir mit etwas Verspätung (und zurückdatiert, damit ich ihn auch finde), warum lest ihr gleich.

Die Nacht ist etwas unruhiger als die letzten Nächte. Der kleine Mann hustet plötzlich und wird jedes Mal vom Kratzen im Hals wach.
Wir stehen um halb 7 etwas verknickt auf. Ich ziehe mich an und mache mich soweit fertig, währenddessen wickelt der Freund den kleinen Mann. Der Kleine findet das recht öde und so ziehen wir alle Register, um ihn im Anschluss auch angezogen zu bekommen.

Der Freund ist heute lange weg, daher spielen die beiden Männer und ich bereite das Frühstück vor. Noch sind wir gut in der Zeit. Ich esse mein Marmeladenbrot und der kleine Mann verputzt ein paar Löffel Haferlocken und zerpflückt nebenbei ein Stück Brot. Danach werden die Zähne geputzt und wir machen uns bereit zum Aufbrauch. Der zweite Tag der Eingewöhnung! Ich bin ganz gespannt wie es dem kleinen Mann heute gefallen wird.
In der KiTa angekommen, spielt er gleich drauf los. Ich mache es mir auf meinem Stuhl bequem und nach einer Stunde ziehe ich den müden kleinen Kerl an und laufe nach Hause. Kaum in der Trage, kämpfte er schon mit schweren Augen. So ein Kindergartenalltag ist aber auch anstrengend. Ich husche schnell nach Hause, packe uns aus und dann geht es auch schon ins Bett, wo der Kleine innerhalb von wenigen Minuten stillend einschläft.

Nach ein paar Minuten schleiche ich mich raus, mir knurrt der Magen. Das tut er in letzter Zeit gefühlt ständig. Ich beschließe schnell ein Brot zu essen und dann meine tägliche Yogaeinheit zu machen. Das mache ich nun seit Anfang des Jahres und es tut mir unheimlich gut! Nach nur 45 Minuten wird der Kleine hustend wach. Das klingt richtig fies. Als ich ihn aus dem Bett hole, schmiegt er sich an mich und ich spüre sofort, dass hier etwas nicht stimmt.
Beim Wickeln, messe ich kurz Fieber und ja, er hat erhöhte Temperatur. Hat mich mein Gefühl nicht getrügt. Sonst ist er aber gut drauf.
Wir kuscheln und spielen. Schauen ein paar Bücher an und dann wird e auch schon Zeit fürs Mittagessen.

Der Kleine rührt fast nichts an. Nach einem erneuten Windelwechsel wechseln wir ins Schlafzimmer und ich stille ihn noch ein bisschen. Ich ahne schon, dass da etwas im Busch ist und bleibe direkt bei ihm. Plötzlich übermannt mich die Müdigkeit und ich schlafe einfach ein Ründchen mit. Vielleicht schläft er ja so etwas ruhiger.
Nach einer Stunde wird der Kleine brüllend wach. Sofort stehe ich senkrecht im Bett. Egal, was ich versuche, er lässt sich nicht beruhigen. Sein kleiner Körper glüht. Und er weint und weint und weint. Es dauert eine halbe Stunde bis ich es schaffe ihn soweit zu beruhigen, dass ich Fieber messen und ihm ein Zäpfchen geben kann. Innerhalb von 2 Stunden ist seine Temperatur auf über 39 Grad gestiegen. Mein armer Hase!
Es geht ihm wirklich elend. Er liegt wimmernd auf mir, windet sich hin und her, dämmert zwischendurch immer wieder kurz weg, um dann wieder aufzuweinen. Der Freund vereinbart einen Arzttermin. Wir sollen Wartezeit mitbringen. Mir ist das irgendwie nicht geheuer. Der Kleine hatte schon mal ein bisschen Schnupfen oder leichten Husten, aber mittlerweile röchelt er sehr deutlich.
Bis zum Termin bleiben wir liegen. Zwischendurch nuckelt er eines der Notfallquetschies aus und stillt. Immerhin! Aber mehr geht nicht. Wie ein kleines Häufchen Elend liegt er da auf mir und weiß nicht wohin mit sich. Das sind die ersten Male auf die ich gerne verzichten würde (und eine Wiederholung brauche ich auch nicht!).

Ich wickle den Kleinen noch einmal und mache uns fertig. Im Keller hänge ich die Wäsche ab und besorge auf dem Weg zum Kinderarzt noch Brot für heute Abend und eine Brezel für den Fall, dass wir lange warten müssen und der Kleine doch Hunger bekommt. Überraschenderweise dürfen wir nach 10 Minuten ins Untersuchungszimmer. Noch ehe wir richtig im Raum sind, fragt mich der Kinderarzt wie lange sich der Kleine schon so anhöre, man könne ihn ja über den ganzen Gang röcheln hören. Mittlerweile klingt er wie Darth Vader persönlich, dabei hatte er heute Morgen noch fast nichts. Die Untersuchung geht ganz fix und schnell ist klar, das ist eine Bronchitis, die sich der Kleine eingefangen hat.
Ich bin unheimlich froh auf mein Gefühl gehört zu haben, wer weiß wie es ihm morgen gegangen wäre. Man kann jetzt schon die Einziehung an den Rippen sehen. Er soll nun inhalieren. Der Arzt erklärt mir, was ich tun soll, gibt uns ein paar Rezepte mit auf den Weg. Sollte es trotz Inhalation schlimmer werden, sollen wir wiederkommen. ER bestätigte, was ich mir schon dachte. Diese Woche soll er aber auf jeden Fall Zuhause bleiben. Damit ist die Eingewöhnung erstmal gelaufen. Ich bin echt froh, dass wir 6 Wochen eingeplant haben, allerdings bleiben so durch diverse Schließtage nur noch 4 Wochen. Das bereitet mir etwas Bauchschmerzen, denn ich wollte ja, dass er die Zeit zum Eingewöhnen hat, nicht zum Auskurieren. Natürlich muss er gesund werden und er bleibt so lange Zuhause bis er wieder richtig fit ist.! So würde ich ihn auf keinen Fall in die KiTa bringen! Trotzdem doof.

Zuhause stille ich das kleine Glühwürmchen, das völlig erschöpft in meinem Arm einschläft. Ich lese den Beipackzettel und telefoniere nochmal mit der Arztpraxis, weil ich mir plötzlich mit der Dosierung nicht mehr sicher bin. Waren es jeweils ein Sprühstoß und dann 2 Mal oder häh? Und wie oft? Man kennt das. 2 Minuten später bin ich schlauer und das Kind wieder wach.

Gegen halb 7 kommt der Freund nach Hause. Ich erzähle ihm vom Arztbesuch und dem heutigen Tag.
Der erste Versuch zu Inhalieren endet in infernalischem Geschrei. Selbst kurze Videos können ihn nicht ablenken. Er wehrt sich mit aller Kraft und ich muss sagen, dass unser Kind sehr kräftig ist. Sämtliche Bestechungsversuche schlagen fehl, aber es hilft ja alles nichts. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie leid mir der Kleine tut.

Anschließend ziehen wir ihn um. Ich mache ein paar Brote und mümmle meine auf dem Sofa weg, während der Freund das kleine Glühwürmchen auf dem Arm umher trägt. Er schläft auch tatsächlich völlig erschöpft auf Papas Arm ein. Als ich fertig bin, tauschen wir, sodass auch der Freund essen kann. Ich kuschle mein Baby auf dem Sofa, so wie damals, als er noch ganz mini war.
Kurz darauf wird der Kleine wieder wach. Ich stelle mich innerlich auf deine unruhige Nacht ein. Der Freund übernimmt und ich ziehe mich um und präpariere das Bett, sodass ich aufrechter liege und der Kleine so hoffentlich besser Luft bekommt.

Der Kleine schlief auch sofort an mich gekuschelt ein. Er war furchtbar unruhig, wälzte sich hin und her und weinte immer wieder kurz auf. Um 22 Uhr wurde er wieder wach und ließ sich durch nichts beruhigen. Der Freund schnappte sich das Baby, muckelte es in die Trage und lief 2 Stunden in der Wohnung umher, damit ich ein bisschen schlafen konnte und etwas Kraft für die Nacht schöpfen kann.

Status: müde & sentimental

Ich bin so unfassbar müde.
Ich fühle mich in die Minibabyzeit zurückversetzt. Wir hatten sehr viel Glück mit den Nächten, seit einigen Monaten jedoch ist der Wurm etwas drin, seit letzter Woche schlafe ich in einem Schweizer Käse. Ich glaube, solche Nächte hatten wir wirklich nur in der Minibabyzeit und daran kann ich mich nur noch dunkel erinnern. Ein Hoch auf Hormone, die geilen Scheißcherchen!

Der kleine Mann verlangt oft nach mir, stillt nachts häufig und ist wach. Ganz und gar wach.
Seit 8 Nächten in Folge macht er die Nacht zum Tag und turnt 1-2, in üblen Fällen auch mal 3 Stunden umher, nachdem er vorher in der Regel weinend aufwachte (und mich mit Schreck aus dem Schlaf reißt). Er weint oft auf und lässt sich dann kaum beruhigen, nicht einmal mit der Brust. Versuchen wir ihn hoch zu nehmen, windet er sich oder streckt sich durch. Erst wenn wir herumlaufen oder das Licht anmachen beruhigt er sich. In guten Nächten, wird er einfach nur wach und klettert an uns herum.
So oder so fällt es mir da schwer ruhig zu bleiben. In den ersten Nächten ging das noch, aber mittlerweile macht sich die Müdigkeit deutlich bemerkbar. Der Freund übernimmt auch, aber er muss arbeiten und kann daher nicht immer einspringen. Außerdem braucht auch er Schlaf.

Ich versuche ihn dann in den Schlaf zu stillen, summe und streichle ihn. Ich versuche Licht zu vermeiden und spreche eigentlich nicht viel mit ihm. Er darf ruhig wissen, dass wir gerade nicht zum Spielen aufgelegt sind. Es lässt sich aber nicht immer vermeiden, denn das Kerlchen ist ganz schön mobil. 
Diese nächtlichen Aktivitäten führen dazu, dass er morgens „länger“ schläft. Üblicherweise ist er zwischen 6 und 7 Uhr wach, jetzt entsprechend etwa 2 Stunden später. Das hat zur Folge, dass sein erstes Schläfchen zeitlich in etwa auf das eigentlich zweite Schläfchen fällt. Somit kommt er auf nur einen Tagesschlaf der eben nur so lange wie eines der Schläfchen, wenn nicht sogar kürzer ist.

Nicht nur ich bin also müde, sondern auch der kleine Mann. 50 Minuten – 2 Stunden Schlaf sind für ihn einfach noch zu wenig. Er ist mittlerweile oft von ca. 14 Uhr bis 19 Uhr wach. Er wird da schon deutlich müde ab 17:30 Uhr, aber da hatte er dann auch gute 2,5-3 Stunden Schlaf und nachts 11 Stunden. Ich merke schon, dass er auch morgens länger wach ist und sein Schlafverhalten umstellt, aber nicht mehr zu schlafen, ist keine Alternative.
Unterm Strich steht: er schläft zu wenig und wenn, dann auch noch schlecht.

Gestern war ganz übel. Ab 22:30 Uhr wurde er alle 15 Minuten bitterlich weinend wach. Manchmal schreiend, das ist besonders krass. Er beruhigte sich nur  an der Brust und schlief  auch nur solange  er sie im Bund hatte. Zuletzt half auch das nicht und wir haben ihm um Mitternacht ein Schmerzzäpfchen. Dann war er gut aufgelegt, grinste, kuschelte und plapperte herum, bis er um kurz nach 1 einschlief und mich schreiend um kurz vor 5 weckte. Puh. Für uns alle.

Er tut mir so unsagbar leid. Ich weiß nicht, was los ist,wie ich ihm helfen kann. Sind das Nebenwirkungen der Impfung? Träumt er schlecht oder hat plötzlich Angst im Dunkeln (bei Licht kommt er aber schlecht zur Ruhe)? Sind es die Zähne? Es wird mir keiner sagen können. Er lernt gerade jeden Tag dazu und ich hörte sich schon, dass es um den ersten Geburtstag wohl oft schwieriger werde. Dennoch fühle ich mich hilflos.

Ich weiß, dass es noch schlimmer sein könnte und für manch einen mag das lächerlich klingen, aber für uns ist das eine ungewöhnliche Situation, die wir nicht gewöhnt sind und an die ich mich auch nicht gewöhnen möchte. Ich werde teilweise alle 30 Minuten aus dem Schlaf gerissen und finde dann nicht so leicht zurück, trotz enormer Müdigkeit. Ich kann es letztlich nicht ändern und nehme es an wie es ist, ändert aber nichts, dass ich allmählich nicht mehr geradeaus denken kann. Mittlerweile habe ich seit über einem Jahr nicht mehr durchgeschlafen und nur wenige Nächte mehr als 4 Stunden am Stück.

Die Tage gestalten wir eher ruhig. Wir sind an der frischen Luft und spielen viel. Der Kleine klebt an mir wie gekochte Spaghetti an Küchenfliesen. Wir kuscheln viel und ich genieße die Nähe, die er einfordert. 

Dazu bin ich wahnsinnig sentimental. Mein Baby wird bald eins. Ständig kullern die Tränen wenn ich ihn beobachte. Mein großer Junge. Er ist so bezaubernd! Das Babyhafte hat er schon lange abgelegt, nun wird er auch offiziell zum Kleinkind.
Immer wieder huschen die Gedanken zurück. Dann halte ich inne, atme durch und versuche bewusst festzuhalten, was jetzt gerade stattfindet. Nächstes Jahr sind es diese Momente, an die ich zurückdenkn werde.

Meine Erinnerungen katapultieren mich immer wieder zurück in das vergangene Jahr, aber dieser Tage sind es die Tage rund um die Geburt, die mich immer wieder einen dicken Kloß schlucken lassen. Kann das wirklich schon ein Jahr her sein?

Ganz großes Hormongefühlschaos in mir. Schon. Erst. Ich bin nicht soweit.

Heavy on my heart

Je näher der KiTa-Start rückt, desto schwerer wird mir ums Herz.

Ich habe ein rundum gutes Gefühl bei dieser Einrichtung und bin mir sicher, dass der Kleine seinen Spaß haben wird, aber es fällt mir auch unglaublich schwer.
Ich kann es nicht fassen wie unglaublich schnell dieses Jahr vergangen ist. Ich bin traurig, dass unsere ganz exklusive Zeit jetzt ein Ende hat.

Ich bin noch nicht bereit. Ich könnte wirklich heulen, wenn ich daran denke. Am liebsten wäre ich mindestens 2 Jahre Zuhause, aber das steht nunmal einfach nicht zur Debatte. Ich bin allerdings auch jemand, der nicht so leicht mit Veränderungen zurecht kommt. Ich brauche immer ein bisschen Zeit, bis ich ankomme, dann ist es aber gut. So wird es auch mit der KiTa sein. Ich bin überzeugt, dass die Eingewöhnung auch als Entwöhnung der Eltern gedacht ist. Auf mich trifft das jedenfalls voll und ganz zu.

Wenn es mir ganz arg schwer fällt, sage ich mir, dass er ja nicht am ersten Tag direkt 6 Stunden weg ist. Dass wir immerhin den Luxus haben ihn nicht vor dem ersten Geburtstag mit der Eingewöhnung zu beginnen. Diese zwei Monate sind so wertvoll für mich. Und über die Bring- und Abholzeiten können wir die Betreuungszeit dann auch variieren. Für ihn wird es super. Er ist so gern mit anderen Kindern zusammen und ich kann ihm auf Dauer nicht bieten, was andere Kinder können und trotzdem..

Er ist mein Baby. Es wird sich so viel für ihn ändern. Bisher schläft er noch zwei Schläfchen. Das erste meist zu der Zeit, zu der er dann in die KiTa muss. Das Zweite nachmittags. Das passt schon gar nicht zum Rhythmus. Er kennt es nicht ohne stillen einzuschlafen und er isst noch nicht viel. Ich weiß, dass das bis zum Ende der Eingewöhnung ganz anders aussehen kann und vermutlich auch wird.
Die meisten Babys redizueren den Schlaf von such aus auf einmal am Tag, aber ich fände es schön, wenn es bon ihm selbst aus komnen würde. Kann es theoretisch auch noch immer. Ach, Mensch. Er wird so viel Spaß haben…

… aber ich bin echt joch nicht bereit dafür.

Vorstellung vs. Realität

Bevor der kleine Mann da war, hatte ich einen Plan. Ich stellte mir vor wie es wohl sein würde, wenn das Baby da ist.
Ich las Blogs und bei Twitter und bekam von Freundinnen mit wie es bei ihnen war und dachte an der ein oder anderen Stelle, dass ich nicht ganz nachvollziehen kann, warum due Dinge so laufen wue sie es tun. Naives Ding, ich.

Und dann kam das Baby und hatte andere Pläne.
Da wurde aus kochen, Haushalt, Sport und Zeit für mich, wenn der Kleine schläft.. Nix. Ich lache immer noch, wenn ich daran denke. Ich hatte das Glück eines der Babys abgekommen zu haben, die tatsächlich viel schlafen, aber das wäre ja zu einfach gewesen, denn er tat es, nur eben nicht ohne mich. Und dazu meist stillend, was sich mit anderen Aktivitäten etwas biss.
War er wach, verbrachte ich meine Zeit lieber mit ihm als die kurzen Wachphasen mit putzen zu verbringen. So ein bisschen frische Luft hat ja auch was für sich.

Alles dauert länger. Mal eben tanken oder einkaufen, wurden eben zu einer größeren Aufgabe. Früher war das rein ins Auto, ab in den Laden und wieder zurück. Jetzt packe ich das Kind ein, wuchte die Babyschale ins Auto, erledige die Einkäufe, Kind zurück ins Auto wuchten. Einkäufe in die Wohnung schleppen, ohne das Kind zu zerquetschen, Kind ins Auto, Auto wegbringen, zurück zur Wohnung (ist hier etwas umständlicher). Oder duschen. Ich traue es mich bis heute nicht, wenn der Freund nicht da ist und weil unser Badezimmer wirklich sehr winzig ist und ich ihn nicht sicher ablegen oder spielen lassen kann, kann ich ihn auch nicht mitnehmen. Als Alleinerziehende sähe ich einem Filzball zum Verwechseln ähnlich.
Das Essen dauert länger, weil das Baby grundsätzlich hungrig ist, sobald man die Gabel in die Hand nimmt.
Sind die Zwerge größer und mobiler, möchten sie gerne bespaßt werden und man ist beschäftigt sie davon abzuhalten sich auf äußerst kreative Art und Weise umzubringen.

Und nicht zu vergessen, die Zeit, die man einfach nur da sitzt und dieses Wunder bestaunt. Mit ihm lacht, Tränen trocknet. Es kuschelt oder stillt. Es beobachtet, wie es alles neu entdeckt. Oder die Zeit, die es braucht, bis das Frühstück erst zerlegt und dann gegessen ist.
Das klingt sehr negativ, ist es aber nicht. Es könnte durchaus weniger umständlich sein, aber ich wollte es nicht missen.

Ich habe einfach verinnerlicht, dass mal eben schnell, nicht mehr so ganz schnell geht. Entweder dauert es länger oder findet zerhackstückt statt. Ich will es gerne mehr auf die Reihe bekommen, aber ich schaffe es nicht so recht. Das mag an falschen Prioritäten oder schlechter Organisation liegen,ich weiß es nicht. Es ist nicht so, dass ich es nicht versuchen würde. Manchmal fühlt sich das sehr nach versagen an. Der Freund sagt zwar, dass es gar nicht so ist, wie es sich für mich anfühlt, aber es ist nicht mehr wie vorher. Meine Struktur ist weg und das fällt mir schwer. Aber vielleicht muss ich nur daran wachsen.
Mal eben schnell klappt meist nicht, aber es ist viel besser geworden. Mit Luft nach oben.

Allein die Tatsache, dass dieser Post seit Monaten unfertig im Entwürfe-Ordner vor sich hin vegetiert, dürfte schon recht aussagekräftig sein.

Alltag 

Samstags fahren wir in die Stadt, um auf dem Markt Obst und Gemüse für die Woche zu besorgen.
Da der kleine Mann ja immer recht früh und aktuell noch vor dem Hahn in der Nachbarschaft wach wird, fahren wir ganz früh los. So ist es in der sonst so wuseligen Stadt noch gähnend leer und wir können ganz entspannt über den Markt schlendern, ohne uns durch die Menschenmassen zu drücken.

Meist ist das auch in etwa die Zeit, zu der der kleine Mann wieder müde wird. Seit einer Weile fällt es ihm schwerer in der Trage einzuschlafen. Es ist alles so furchtbar spannend. Wir hatten unseren Markteinkauf erledigt, einen Abstecher zu DM gemacht (Windeln!) und waren gerade auf dem Weg zum Auto als der kleine Mann sich aufhörte gegen die Trage zu stemmen und einschlief. Die letzten Male fuhren wir einfach Heim. Heute entdeckten wir, dass dem Freund jemand in der Tiefgarage ins Auto gefahren sein musste und weil er jetzt Ablenkung brauchte, ich Hunger hatte und das Baby schlief, schlug ich vor frühstücken zu gehen.

Das hatten wir seit der Schwangerschaft nicht mehr gemacht. Wir begaben uns also ohne Umwege direkt in das niedliche Café, bekamen den letzten Platz in einer Nische und bestellten uns ein großes Frühstück. In dem Moment wurde der kleine Mann nach viel zu kurzen 30 Minuten wach, wollte von Schlaf aber nichts mehr wissen. Ich schälte ihn aus der Trage, nahm ihn auf den Schoß, von wo aus er ganz

neugierig umher schaute.

Wir saßen also zusammen in einem Café frühstückten Croissants, Brötchen, Wurst, Käse, Aufstrich und Rührei. Ich mit Chai Latte, der Freund mit Kaffee. Und dazwischen saß unser kleiner Junge, mümmelte an Gurke und Melone herum. Als er keine Lust mehr darauf hatte, stillte ich ihn und dann machten wir uns auch schon wieder auf den Weg. Das fühlte sich so perfekt an.
Das war das erste Mal seit der Geburt, dass wir auswärts gegessen haben. Ich habe das sehr genossen!

Ich freue mich einfach riesig über diese Entwicklung, die wir gemacht haben. Ich bin viel entspannter und routinierter geworden. Wenn er wach wird, wird er eben wach. Wenn er Hunger hat, stille ich ihn. Die Nische war da natürlich schon komfortabel, aber mittlerweile klappt das diskret Stillen ganz gut.
Vor ein paar Monaten war das noch ganz weit weg. Da hätte das Baby in der Trage wahrscheinlich alles verschlafen, aber allein der Gedanke, es könnte wach werden und stillen wollen, stresste mich so, dass ich gar nicht auf die Idee kam auswärts Essen zu gehen.

Mamaradar

Am Wochenende waren wir zu einer Hochzeitsfeier eingeladen. Es war richtig schön mal wieder abends unter Menschen zu sein.
Das frisch gebackene Ehepaar feierte bei sich Zuhause eine Gartenparty, das war richtig toll und super praktisch, denn dank eigenem Babymädchen war vorhanden, was das Babyherz begehrt und für mich äußerst praktisch ist, wie ein Kinderzimmer, in dem man in Ruhe stillen und wickeln kann.

Ich stand mit der Braut gerade in der Küche als ich ein leises Aufweinen hörte. Das war jetzt nicht so besonders, denn neben den vielen großen, waren auch ein paar kleine Menschen da.
Aber ich wusste sofort, dass es der kleine Mann war, der seinen Unmut äußerte und das obwohl ich überhaupt nicht darauf geachtet hatte, denn bei seinem Papa war er ja gut aufgehoben.
Dieser Moment war für mich völlig überraschend und hat mich auch ziemlich glücklich gemacht, denn bisher habe ich das noch nie so erlebt.

Ich weiß noch wie ich im Krankenhaus bei jedem Weinen dachte, es sei mein Baby als er gewogen wurde. Und jetzt hörte ich ein einmaliges Moppern trotz ordentlicher Geräuschkulisse.

Das fühlte sich toll ein. Ich hab also auch so ein Mamaradar.