Er.

„Weil ich die Vorstellung schön fand – und immer noch schön finde -, mit dir eine Familie zu gründen“, antwortete er etwas zögerlich auf meine Frage, was ihn dazu bewegte im Dezember diesen einen Satz auszusprechen. Meine Ankündigung zuvor, über Gefühle sprechen zu wollen, quittierte er erst mit einem skeptischen Blick. Er ist nicht gerade das, was man emotional nennt, ganz Sohn seines Vaters, aber er ist mit dem Herzen dabei, da braucht es keine Worte.
Heimlich steigen mir die Tränen in die Augen, dieses Mal vor Glück. Ich ziehe die Decke ein bisschen höher, damit er es nicht merkt und blinzle etwas öfter als sonst. Ich lege mich noch einmal in seinen Arm, schmiege mich an und werde ein bisschen ruhiger. Diese Wirkung hat nur er auf mich.
Innerhalb weniger Minuten durchlaufe ich eine breite Gefühlspalette, bis ich am Ende lauthals über den Quatsch des Freundes lachend neben ihm sitze, obwohl mir heute doch gar nicht nach Lachen zu Mute ist.

Ich bin dankbar. So dankbar.

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Wenn der DHL-Mann zwei Mal klingelt

Der Freund erwähnte heute so nebenbei, dass er noch ein Paket erwarte und fragte mich, ob ich es annhemen könne. Klar, wenn ich daheim bin, nehmen ich es natürlich an. Also verlegte ich meinen Spaziergang auf den Nachmittag und verbrachten den Morgen an der Nähmaschine, um eines meiner angefangenen Stücke zu vollenden. Ich hatte gerade den letzten KAM Snap angebracht, das klingelte es auch schon.
Weil es draußen auf dem Flur raschelte, öffnete ich die Tür direkt und blickte in die Augen des Nachbarn. Ich dachte, dass er geklingelt hatte und irgendwas wollte. Das muss er mir angesehen haben, denn er fragte mich, ob ich auch Post bekommen würde. Als dann der DHL-Bote um die Ecke kam, hatte er zwei Pakete dabei. Ein großes braunes und eins das ganz offensichtlich Blumen enthielt. Ich dachte noch „Wie süß! Da wird sich die Nachbarin aber gleich freuen!“. Da drückte mir der DHL-Mann das BLumenpaket in die Hand. Skeptisch kontrollierte ich noch mal den Empfänger, ob er da nicht was verwechselte, aber nein, da stand mein Name.

Mit Blumen hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Die Freude wurde dann noch größer als ich den wunderschönen Blumenstrauß mit Gerbera und die Karte sah, die mir der Freund geschickt hatte. Mir stiegen direkt die Tränen in die Augen! Ich kann gar nicht sagen wie sehr ich mich gefreut habe! Wir schenken uns nie was zum Valentinstag. Erst gestern hatten wir es noch davon und er hat es wirklich geschafft mich total im Dunkeln zu lassen. Umso größer war die Überraschung!

Ich hab‘ da schon einen tollen Kerl an meiner Seite.
Liebe. Liebe. Liebe.

Alles anders und doch gleich.

Ich bin äußerst positiv gestimmt und freue mich unglaublich auch dieses Jahr. Überhaupt ist mein Gefühl ein anderes. Das Jahr hat erst angefangen, aber in mir hat sich etwas getan. Während ich letztes Jahr im Kopf meine Ziele eher für mich steckte, ist es mir umso wichtiger, dass der Freund und ich viel Zeit miteinander verbringen. Nicht dieses nebeneinander auf dem Sofa sitzen und einfach nur im gleichen Raum sein, sondern bewusst Zeit miteinander verbringen. Es ist so ein „Nutz-die-Zeit“-Gefühl. Sehr positiv und warm.

Der Freund und ich verbringen viel Zeit miteinander. Das war auch vorher schon so, aber es fühlt sich anders an. Die Zeit mit ihm ist so innig und intensiv. Ich fühle mich ihm so nah. Als nehme ich alles bewusster wahr. Wir verbringen mehr Qualitätszeit miteinander. Unser Weihnachtsurlaub war so anders als sonst. Das war der erste gemeinsame Urlaub, in dem nicht irgendwelche Dinge erledigt werden mussten. Wir verbrachten eine wunderbare, herrlich entspannte Zeit miteinander. Wir haben viel unternommen und der erste Arbeitstag war eine enorme Umstellung. Der Freund fehlte mir richtig. So ein schönes Gefühl!

Ich konnte den Freund sogar dazu bewegen den ein oder anderen Reisekatalog durchzublättern. Üblicherweise ist er davon schnell genervt. Ein richtiger Reiseplanungsmuffel! Dieses Mal war er aber äußerst ausdauernd. Er wusste wie wichtig mir das ist und redete mit gut zu, wenn ich vor lauter Auswahlmöglichkeiten kurz vorm Aufgeben war. Da braucht man schon fast Urlaub von der Urlaubsplanung!

Alles in allem genieße ich einfach dieses innige Gefühl und die Harmonie ganz besonders. Eben alles anders und doch ganz gleich.

Ich habe solche Sehnsucht nach etwas, das ich gar nicht kenne.
Wie kann man etwas so schmerzlich vermissen, ohne es je gehabt zu haben?

Ich genieße die Zeit mit dem Freund sehr. Endlich bin ich in der Wohnung angekommen und merke, dass ich viel entspannter bin, sobald ich zu Hause bin. Unser Nest ist fertig. Es ist ein tolles Gefühl und vor allem ist auch endlich Zeit für andere Dinge. Wir müssen nicht mehr die Wochenenden für Streicharbeiten reservieren. Zeit für Zweisamkeit.

Es ist schön. Ich genieße es in vollen Zügen.
Und so wunderschön es auch gerade ist, ich fühle mich unvollständig.
Hier fehlt Spielzeug auf dem Boden und ein Bettchen neben unserem.

Wir reden viel darüber. Immer wieder aus heiterem Himmel höre ich „Wenn wir mal Kinder haben…“.
Es ist so schön gemeinsam Pläne zu schmieden. Mir ist bewusst, dass es nicht so laufen muss und vermutlich auch nicht wird, aber es ist schön gemeinsam einen Blick in die Zukunft zu werfen.
Und immer, wenn wir darüber reden, tut es ein bisschen weniger weh. Und es macht mir Hoffnung, dass auch ich irgendwann das Unvorstellbare erleben darf.

Frühlingsgefühle

Mir geht’s gut. Ich bin einfach glücklich. Zwar sind die anhaltende Müdigkeit und die immer mal wieder auftauchenden Kopfschmerzen ein bisschen lästig, aber das kann meine Laune nicht trüben.

Ich sortiere mich. Und dabei fällt mein Blick auf den Kalender. Schon wieder März. Ging doch ganz schön schnell. Und ich kann nicht verhindern, dass sich ein Lächeln auf meinen Lippen breit macht.
Ja, es ist März.
Der Frühling hat begonnen. Die Blümchen sprießen. Alles fängt von vorne an. So wunderschön und beeindruckend. Und so genieße ich das Leben wie es gerade ist. Nämlich ganz wunderbar.
Beständig und doch immer wieder anders und neu.

Und wenn der Freund dann aus heiterem Himmel Namensvorschläge macht. Oder einfach so feststellt, dass sein Kind mal gar keinen Onkel oder Tante väterlicherseits haben wird, dann bin ich noch ein bisschen glücklicher. Denn auch hier blüht etwas.
Das Warten ist nicht immer leicht, aber aktuell ist es erträglich. Und das Wissen, dass er sich wirklich mit dem Thema auseinander setzt, auch ohne, dass ich damit anfange, lässt mein Herz ein bisschen höher schlagen. Dann wird es greifbarer.

Und den Rest, den erledigt die Zeit :)

4 Jahre.

Du hast mich begleitet und mir über manch schwere Zeit hinweg geholfen.
Du hast mir Halt gegen, wenn ich dachte, den Boden unter den Füßen zu verlieren.
Du hast mir einen Weg zu lieben gezeigt, den ich vorher nicht kannte.

Wir haben gemeinsam viele Dinge erlebt.
Wir haben gestritten und verziehen.
Wir haben geschwiegen und gelacht.

Ich habe gezweifelt und wurde eines Besseren belehrt.
Ich habe dich neu kennen gelernt.
Ich habe nicht genug Worte, um zu beschreiben was ich für dich empfinde.

Ich liebe Dich!

Manchmal kommt es anders

Vor 4 Wochen brach meine kleine Welt für einen Moment zusammen.
Mein persönlicher Super-Gau trat ein.
Aber was nach Katastrophe und Weltuntergang aussah, wandelte sich in kurzer Zeit um 180°.

Alles kam anders als wir uns es vorgestellt hatten. Aber wir hatten keine Zeit zu überlegen und handelten.
Die Wolken brachen auf und ließen den blauen Himmel erkennen.

Es standen Veränderungen an. Eine von ihnen war ein Wohnortwechsel.

Nach nur 3 Wochen Suche, haben wir die – für uns – perfekte Wohnung gefunden.
Ich schwankte zwischen völliger Sicherheit, dass wir bis Ende November was finden würden, und der Überzeugung, dass wir unter eine Brücke überwintern müssen.
Aber, dass wir so schnell etwas so Passendes finden könnten, das hätte nicht geglaubt.

Die Wolken verzogen sich und der Himmel erstrahlte in einem satten Blau.

Und wer weiß, was noch passieren wird.
Ich träume. Ich hoffe und habe ein Kribeln im Bauch, weil so viel damit zusammen hängt.
Ein Traum. DER Traum.

Und die Sonne strahlt uns ins Gesicht!

Nicht nur die äußeren Umstände haben sich geändert. Unsere Beziehung hat sich weiterentwickelt.
Seit zwei Monaten herrscht hier Stress pur, aber der Freund und ich, wir halten zusammen.
Da gab es keinen Streit oder Ärger.
Unsere Beziehung ist wieder gewachsen. Noch robuster. Noch schöner geworden.
Es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass man zusammenhält, egal was da kommt.

Die aktuellen Entwicklungen erwecken also den Anschein, dass das Unwetter, das da über uns herein brach, das Beste war, das uns passieren konnte.