7 Monate Januarbaby

Mein kleiner Mann,

du bist heute schon 7 Monate alt. Das sind 30 Wochen und 2 Tage.

Ich staune jeden Tag darüber wie groß du geworden bist. Im Bett nimmst du immer mehr Platz ein und du kommst mir so riesig vor. Bei der U5 wurdest du auf 68,5 cm gemessen und wehmütig habe ich die meisten Kleidungsstücke in 62 aussortiert. Größe 68 passt dir wir angegossen. Wir sind nun auch seit kurzem auf Windeln in Größe 4 umgestiegen.
Du hast richtig aufgeholt und die 8 Kilo Marke geknackt. Damit liegst du jetzt im absoluten Durchschnitt, daran hätte ich vor 3 Monaten nicht geglaubt. Ich liebe jede kleine Speckfalte an dir!

Du bist ein kleiner Scherzkeks. Ja, dir sitzt wahrlich der Schalk im Nacken. Ich glaube, niemand kann zeitgleich so schelmisch und verlegen Grinsen wie du. Wann immer sich eine Möglichkeit findet, nutzt du sie, du kleiner Quatschkopf! Du lachst und quietschst in den allerhöchsten Tönen und in einer Lautstärke! Beim Einatmen machst du manchmal Laute wie ein halb ersticker Kanarienvogel. Beim ersten Mal bin ich richtig erschrocken. Du hast schon verstanden, dass du die Aufmerksamkeit sicher hast, wenn du das machst und grinst dann immer ganz breit.

Seit neuestem hast du auch die tiefen Töne für dich entdeckt. Du brummst! Vor dem Einschlafen oder wenn du etwas möchtest. Je nachdem wie sehr du etwas möchtest oder manchmal auch nicht möchtest, schlägt das Brummen auch in ein Protestweinen mit Kreischen und vorgeschobener Unterlippe und Krokodilstränen um. Das ist schon reichlich putzig. Es ist schon erstaunlich wie wunderbar man mit dir kommunizieren kann.
Du brabbelst. „Errö“ hast du hinter dir gelassen und durch „mamamam“ und „bababab“ ersetzt. Das ist unfassbar niedlich und lässt mein Herz ein jedes Mal ein bisschen schneller schlagen. Ich glaube, damit meinst du wirklich uns. Ersteres äußerst du nämlich auch mal sehr energisch, wenn ich den Raum unerlaubterweise verlasse.
Du liebst es, wenn ich dich auf meinem Unterarm schaukeln lasse. Kannst du dich dabei auch noch im Spiegel beobachten, gibt es wirklich kein Halten mehr. Du steckst dir ganz aufgeregt deine Händchen in den Mund, jauchzt und gackerst vor Freude. Ich liebe dein Lachen! Es gibt wirklich nichts Schöneres!

Immer wenn ich schreibe, dass du etwas nicht gerne tust oder noch nicht kannst, belehrst du mich eines Besseren. Letzten Monat schrieb ich noch, dass du dich eigentlich nur drehst, wenn es gar nicht anders geht. Der Bericht war kaum getippt, da rolltest du los. Wenn ich dich auf deine Decke lege, kann ich manchmal gar nicht so schnell gucken, wie du dich umgedreht hast.
So verbringst du inzwischen die meiste Zeit in Bauchlage. Du spielst ganz andächtig mit allem, was du in die Finger bekommst. Du stützt dich auf einem Arm ab, um nach dem Objekt deiner Begierde zu greifen und greifst dabei auch über deinen Kopf. Manchmal ziehst du die Beinchen in Richtung Po und schlängelst dich rückwärts. Meistens drehst du dich aber einfach um dich selbst und ziehst dich in die Länge, bis du dein Ziel erreicht hast.
Du hast deine Füße als Spielzeug entdeckt. Du fasst dich an den Füßchen und kugelst dich hin und her, lutschst an ihnen herum und ziehst dir deine Söckchen aus. Nackte Füße magst du sowieso am liebsten. Wenn ich dich mit ihnen an der Nase kitzle, gackerst du vor Freude so doll, dass dein ganzer Körper bebt.

Du kannst dich sehr ausdauernd selbst beschäftigen, möchtest mich aber in deiner Nähe haben. Meist gibt es uns nur im Doppelpack, denn am liebsten verbringst du deine Zeit auf meinem Arm, meinem Schoß oder stillend. Ich genieße deine Nähe sehr und könnte jedes Mal dahinschmelzen, wenn du deinen Arm um meinen Nacken legst und dein Köpfchen an mich schmiegst. Du hast sogar einige Male auf meinem Bauch geschlafen, das ist ewig nicht mehr vorgekommen.

Apropos Schlaf: Vor dem Schlafen liest dir dein Papa nun eine Gute-Nacht-Geschichte vor. Manchmal schläfst du sogar schon dabei ein. Natürlich stillend. Die Nächte sind wieder besser und tagsüber kann ich mich fast immer wegschleichen, wenn du schläfst. Nach 40 Minuten möchtest du noch einmal ein bisschen nuckeln, aber oft schläfst du dann einfach solange du schlafen willst. Einmal hast du sogar dein komplettes Schläfchen ohne Zwischenstopp geschlafen! Das ist so grandios!

Du möchtest sitzen! Wann immer du kannst, hebst du das Köpfchen in Rückenlage an oder ziehst dich selbst in den Sitz. Wenn du das geschafft hast, muss ich dich aber noch ein bisschen stützen, weil du nach vorne oder seitlich wegsackst. Du würdest am liebsten die ganze Zeit sitzen, aber noch kann ich dich mit einer halbliegenden Position vertrösten. Es nervt dich, dass du es noch nicht richtig klappt, besonders wenn du in der Newborn-Schale liegst. Dann hebst du den Kopf an und wirst richtig wütend. Erst wenn wir dich auch dieser misslichen Lage befreien, schenkst du uns ein breites Grinsen.

Du hast zum ersten Mal etwas anderes als Muttermilch zu essen bekommen. Meistens bekommst du einfach ein bisschen Obst oder Gemüse in die Hand gedrückt und kannst dich daran austoben. Du findest das sehr spannend, probierst alles. Du möchtest gerne mitessen und forderst uns mit Brummen auf, dir auch etwas abzugeben, aber die Mengen, die du zu dir nimmst sind selbst bei Brei verschwindend gering. Wir stillen also immer noch voll.

Ich schrieb schon öfter, du würdest dies oder jenes üben, aber das stimmt so nicht. Meist bin ich ganz überrascht, weil erst eine Weile nichts passiert und du plötzlich über Nacht neue Dinge kannst. Du hast nie versucht dich hochzuziehen, du hast dir meinen Finger geschnappt und dich daran hochgezogen. Einfach so. Sobald du dann einmal gezeigt hast, dass du es kannst, wird an der neuen Fähigkeit gefeilt, bis du sie perfektioniert hast.

Du bist neugierig und nichts ist vor dir sicher. Wenn du etwas zum ersten Mal in den Händen hältst, erkundest du es hochkonzentriert mit deinen Fingern, dabei spitzt du deine Lippen, was dir zuckersüße Pausbäckchen zaubert und pustest stoßweise die Luft aus.
Du verstehst schon so viel. Zum Beispiel, dass deine Stapelbecher klappern, wenn man sie aneinander schlägt oder dass du Wippe stärker wippt, je doller du mit den Beinchen strampelst. Du ziehst dir selbst das Tuch vom Gesicht, wenn ich „Gugucks?“ sage und grinst ganz stolz darüber. Wenn ich dich frage, wie groß du bist, machst du die Arme ganz locker, damit ich sie anheben kann, das findest du unglaublich lustig. Außerdem hilft es dabei deine Arme durch Ärmel zu bekommen.
Du fasst alles mit spitzen Fingern an, dein liebstes Ziel sind meine Träger, erst dann schließt du deine Hand zur Faust.

Du perfekter kleiner Mensch! Ich könnte ewig weitererzählen.

Ich liebe dich.

#Meilenstein } Babyschlaf

[Der kleine Mann ist 29 Wochen alt.] 

Gerade ist etwas ganz Besonderes passiert. Mein „Ich kann nur schlafen,wenn ich stille“ Baby ist gerade zum ersten Mal einfach eingeschlafen.

Nach dem Baden zog der Freund den kleinen Mann um und wir gingen ins Schlafzimmer. Dort pustete der Papa das Licht aus und wir machten es uns gemütlich. Und während der kleine Mann seinen Appetit stillte, las uns der Freund eine Geschichte  von Pu dem Bären vor.

Danach zappelte er wie immer noch ein bisschen rum, erzählte mir auch eine Geschichte. Stillzeit ein bisschen und arbeitete sich weiter rotierend durchs Bett, während ich da lag und ihn machen ließ.
Und plötzlich war es ruhig. Es kam schon oft vor, dass der Kleine kurz ganz hypnotisiert an die Decke starrt und nach einer kurzen Verschnaufpause nochmal alles gibt. Aber dieses Mal nicht.

Die Augen waren zu. Einfach so. Ohne meine Hilfe, ohne zu stillen oder andere Hilfsmittel. Keine Tränen. Ich bin gerade richtig von den Socken.
Mein Baby ist allrine eingeschlafen!!! Das ist bisher genau ein einziges Mal passiert, irgendwann um das Wochenbett herum und da schlief er dann 5 Minuten.

Wahnsinn. Ich bin echt völlig durch den Wind gerade. Das ist fantastisch! Und vielleicht muss ich gerade auch ein bisschen kniepern vor Freude und weil mein Baby so schnell groß wird.

Schlaf, Kindlein, schlaf.

Babyschlaf, ein Thema das alles brennend zu interessieren scheint. Auch für mich ist es nicht unwichtig, denn ohne Schlaf bin ich nicht zu gebrauchen. Schlaf ist heilig. Nach 6 Monaten möchte ich die bisherige Entwicklung festhalten, wer weiß, vielleicht brauche ich das irgendwann nochmals, um mir alles ins Gedächtnis zu rufen.

In der Schwangerschaft war meine größte Angst, dass wir eine kleine Nachteule bekommen könnten. Dass der kleine Mann im Bauch die Ruhezeiten einhielt und nachts nicht wild herumpolterte (oder ich es nicht merkte) wie bei anderen Schwangeren ließ mich ein bisschen hoffen, schließlich hatte ich gehört, dass Babys oft den Rhythmus aus dem Bauch an den Tag legen würden.

In seiner ersten Nacht schlief er ganze 6 Stunden am Stück. Ich weiß noch wie ich ganz erschrocken hochfuhr und mit einem Anflug von Panik nachsah, ob er noch atmete. Direkt in der zweiten Nacht bewies er das Gegenteil. Aber so eine Geburt und all das, was mit sich kommt, will verarbeitet werden. 

Ich will mich nicht über die Nächte beschweren. Mal sind sie besser, Mal schlechter. Manche sind richtig gut und andere existieren quasi gar nicht. Nicht immer liegt es am Kind. Aktuell werde ich oft wach oder finde nicht in den Schlaf. 

Die erste Schlafphase des kleinen Mannes dauert in der Regel etwa 4 Stunden, manchmal auch länger. Gestern waren es über 6 Stunden, das ist fast wie Urlaub für mich.
Der kleine Mann hatte diese Tag/Nacht-Sache recht schnell raus. Abends hatte er eine unruhigere Phase und schlief dann irgendwann ein. 
weinteanfangs die ersten Tage bis ich blickte, dass stillen beim ersten moppern half. Hatte eh mit Milch zu kämpfen.
Als ich das Wochenbett aufs Sofa verlagerte, blieb er abends bei uns. Ab 18 Uhr begann er zu clustern bis er dann gegen 22 Uhr einschlief. Mit den Wochen schlief er immer früher, mittlerweile wird er gegen 19 Uhr müde und schläft dann irgendwann zwischen 19:30 und 20:30 Uhr ein. Meistens wird er gegen 6:30 Uhr wach, schläft also +-10 Stunden (inklusive Stillstops!). Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Als er 10 Wochen alt war, hatte ich den Eindruck, dass es ihm zu unruhig ist, woraufhin ich abends mit ihm ins Bett ging. 
Auch tagsüber schläft der kleine Mann ganz gut. Mit etwa 3 Monaten entwickelte er von ganz alleine einen Rhythmus. Er schlief über den Tag 3 Mal insgesamt 5 Stunden (1-1,5h / 2-3h / 0,5-1h). Wie ein Schweizer Uhrwerk war er immer zu gleichen Uhrzeit  müde. Zeiten.
Inzwischen ist das weniger planbar, aber ich kann entspannter damit umgehen.

Jetzt sind wir bei 2-3 Schläfchen angelangt. Je nachdem wann und wie er tagsüber schlief, braucht er abends auch nochmal einen Powenap. Nicht nur die Schlafenszeiten sind unterschiedlich, auch die Dauer schwankt zwischen insgesamt 2,5 und 4 Stunden meist sind es 3-3,5 Stunden. Wie die sich verteilen ist momentan von Tag zu Tag anders. 

Die Wachphasen liegen bei etwa 2-3 Stunden. Wenn etwas spannend ist,kommt er schlecht zur Ruhe, so beachten er es auch schon auf 7 Stunden. Da war er dann aber auch total erledigt.

Das klingt soweit ganz gut. Nun kommt der Haken. Er tut es nicht ohne mich.
Anfangs schlief er immer in meinem Arm an der Brust, auf mir oder in der Trage. Dort schlief er meist nach ein paar Minuten ein. Das dauert nun deutlich länger,außer wir haben Glück und erwuschen den perfrkten Zeitpunkt. Er iet eben eun neugieriges Kerlchen.

Außer in der Trage und selten im Kinderwagen, schläft er nur an der Brust ein.
Trinken und danach wiegen? Nö. Schnuller? Pah! Dafür gibt es doch Brüste!

Aber auch das ist okay. Ich erwarte nicht,dass er alleine einschläft, das fällt mir auch oft schwer.
Aber wenn er schläft, schläft nicht alleine. Das schränkt mich extrem ein. Oft schlafe ich mit oder genieße einfach, aber ich würde die Zeit auch gerne nutzen. Für Sport, zum Duschen oder zum Kochen. Oder was auch immer. Wenn das mit der Beikost mehr wird, muss ich mich umorganisieren. Ist er wach, möchte er nämlich gerne beschäftigt werden und ich möchte ihm ja auch gerne meine ungeteilte Aufmerksamkeit geben. Darin besteht mein eigentliches Dilemma.

Mittlerweile kann ich ihn immerhin schlagend ablegen. Das ging lange nicht. Da schlief er wirklich nur an mir und allein der Gedanke, ich könnte mich wegbewegen, weckte ihn auf. Nun stillt er super im Liegen und ich kann auch mal ein bisschen Abstand zwischen uns schaffen oder mich rausschleichen.

Abends klappt das, sofern er denn schläft, ganz gut. Oftmals bin ich aber auch vom Tag so kaputt, dass ich da auch nicht mehr viel rocke oder direkt liegen bleibe. Die lange Schlafphase will gut genutzt werden.
Tagsüber geht es mal 10 Minuten gut, mal eine Stunde, manchmal gar nicht. Einmal wird er währenddessen eigentlich immer wach (mindestens) und bin ich nicht schnell genug zur Stelle, um die Brust zu reichen, ist es trotz Müdigkeit vorbei mit dem Schlaf für die nächsten 1,5-2,5 Stunden.

Das erste Mal wacht er meist nach 40-45 Minuten auf. Bin ich bei ihm, schläft er nach 2x nuckrln weiter. Gestern schlief er danach sogar 1,5 Stunden ohne mich, ohne wach zu werden und wenn,dann konnte er sich wohl selbst beruhigen. Das war wirklich richtig toll!
Wenn ich an die Zeit vor 3 Monaten denke, als er wirkouch alle paar Minuten nochmal trinken wollte, da hat sich schon super viel getan und das ganz alleine.

Ein Phänomen fällt mir noch ein: Schläft der kleine Mann vor 19 Uhr ein, wacht er immer nochmal auf, egal wie müde er war/ist und wie lange er vorher wach war bzw. geschlafen hat. Mit Glück schläft er schnell wieder. Mit Pech erst in 2 Stunden.
Ich wüsste ja gerne woran das liegt. Man sollte meinen, wenn er tagsüber weniger schläft und dann hundemüde um kurz vor 7 uns Land der Träume gleitet, ist es mehr als nur eine kurze Stippvisite.

So. Das war Einiges und irgendwie war es auch gerade nötig mir vir Augen zu führen wie sehr sich seun Schlafverhalten schon verändert hat. Ja, ich wünsche mir manchmal diese Zeit für mich zu haben,aber immerhin habe ich ein Kind,das tagsüber überhaupt schläft. Anders käme ich wohl auch zu nichts.

KiTa-Luft schnuppern

Bereits Ende Juni war die Informationsveranstaltung der KiTa. Ich war ein bisschen nervös, denn ich wusste nicht genau wie wir das mit dem kleinen Mann machen sollten, da er nicht ohne mich schläft, ich aber unbedingt daran teilnehmen wollte. Ich beschloss ihn einfach mitzunehmen und zu hoffen, dass er einfach schlafen würde. Ganz spontan warfen wir den Plan um, weil der Kleine früher als sonst richtig müde war und auch ziemlich zügig einschlief. Der Freund blieb also beim Baby und ich begab mich ganz alleine zum Infoabend.
Das fühlte sich richtig komisch an, abends allein ohne Baby unterwegs zu sein.

An der Veranstaltung stellten sich die Leitung und die Erzieherinnen vor. Die Erzieherinnen wirken alle sehr herzlich. Ich fühle mich dort richtig wohl und ich hoffe, so wird es auch dem kleinen Mann gehen. Der wird übrigens ein kleiner Maulwurf <3.

Die Veranstaltung an sich gab dann gar nicht so viel her, da das meiste im Gespräch vor der Eingewöhnung geklärt wird. Aber so ein paar kleine Tipps gab es dann doch schon mit auf den Weg und bestätigten mein rundum positives Bauchgefühl.
Sie erklärten, dass in der Regel nur an den ersten Tagen der Eingewöhnung nötig ist dort zu bleiben, aber man trotzdem mit 4 Wochen Eingewöhnungszeit rechnen sollte, um selbst entspannt an alles herangehen zu können. Wenn man den Druck im Hinterkopf hätte, dass es jetzt klappen muss, sei die Eingewöhnung oft problematischer, weil das Kind das spüre. Außerdem empfahlen sie, sie ersten 2-3 Monate nicht die komplette Betreuungszeit in Anspruch zu nehmen, sofern es möglich sei, weil der KiTa-Alltag sehr aufregend und neu sei und dem Kind so ein sanfter Einstieg in diesen neuen Abschnitt geboten werde. Das hörte sich für mich sehr stimmig an und ich werde mich demnächst mal ransetzen und mir überlegen wie sich das alles umsetzen lässt.

Ich erzählte ja schon, dass die Eingewöhnung in dieser KiTa erst ab dem 1. Geburtstag beginnt. Das verschafft mir zwei weitere Monate Elternzeit, finanziell ist das ein Totalausfall, aber ich freue mich trotzdem über die Zeit mit meinem Baby und für 2 Monate können wir das schon irgendwie auffangen.

Mit der Platzuzusage wurden auch alle künftigen KiTa-Kinder zum Sommerfest der KiTa eingeladen. Das hat mir schon sehr gefallen, außerdem würde so der Freund auch mal die KiTa von innen sehen können, da er bei der Besichtigung arbeiten musste und am Infoabend auf das Baby aufpasste, das natürlich 30 Minuten nachdem ich weg war von der untergehenden Sonne geweckt wurde, aber auch das haben sie gemeistert.
Da wollte ich unbedingt hin. Also nutzten wir das schöne Wetter, der Freund machte etwas früher Feierabend und ich konnte meinen beiden Männern noch mal alles zeigen.
Ich wurde sofort von den Erzieherinnen erkannt und begrüßt. Die Erzieherinnen, die nicht am Infoabend teilnehmen konnten, stellten sich nochmal vor. Das sind echt die kleinen Dinge. Ich fühle mich dort wirklich richtig wohl und außerdem bin ich sehr verliebt in das wunderschöne Außengelände. Da haben die Kinder richtig Platz, um sich auszutoben. Überall waren Stationen für die Kleinen aufgebaut, an denen sie sich ausprobieren konnten. Wasser, Sand, filzen. Dazu gab es leckeres Essen von den Eltern. Die ganze Atmosphäre war einfach super angenehm. Dem Freund hat es auch gut gefallen und jetzt fühle ich mich noch etwas wohler. Er sagte zwar, dass er meinem Urteil vertraue, aber so ist mir das dann doch lieber.

Beim Gedanken an den KiTa-Start werde ich jetzt schon wehmütig, aber andererseits freue ich mich auch schon darauf ein glückliches, müde gespieltes Kind abzuholen. Wie gern wäre ich auch als Kind unter in der großen Sandkiste unter der riesigen Kastanie gesessen.

Vorbereitung ist alles

Ich wollte auf alles vorbereitet sein, also zog ich los und besorgte das ein oder andere Utensil, damit dem Beikoststart nichts mehr im Weg stünde, sollte es losgehen.

Möglicherweise bin ich da ein kleines bisschen eskaliert. Ich weiß auch, dass er vieles davon noch nicht braucht, aber die Sachen sind so niedlich, da bin ich einem kleinen Kaufrausch verfallen. Außerdem gehörte zu meiner romantischen Vorstellung vom ersten Kontakt mit fester Nahrung auch das nötige Equipment. Das ist quasi wie Sportzeug kaufen, damit man Sport machen kann. ;)

Der Kleine besitzt nun, neben seinem Tripp Trapp samt Zubehör, ein Ärmellätzchen, Löffel, einen hübschen Teller und einen Becher mit Henkeln von DM, einen Magic Cup und eine Happy Mat.

Ich überlegte auch an einem Tray für den Tripp Trapp oder an diesem Table Top herum, aber so richtig überzeugt bin ich noch nicht. Ich finde die Vorstellung toll, dass der kleine Mann mit uns am Tisch sitzt und das Tablett haftet wahrscheinlich nicht auf unserem Holztisch. Wir warten da also erstmal ab und schauen dann, ob wir sowas wollen oder nicht.

Für den Boden haben wir schon vor längerer Zeit eine Bürostuhlunterlage gekauft, die aktuell noch vor dem Wickeltisch als Pipischutz liegt. (Half übrigens nicht so viel.) Die abwaschbare Tischdecke ist unterwegs. Wir sind vorbereitet.

Den Becher gab ich ihm schon mal zum Spielen und tatsächlich verstand er das Prinzip sofort, verschluckte sich an dem Minischluck Wasser, weil er wie beim Stillen das Wasser direkt nach hinten zog.

Ich bin mir nach wie vor nicht sicher, ob der kleine Mann alle Beikostreifezeichen so richtig erfüllt, aber nun gut. Irgendwie bin ich inzwischen aber auch ein bisschen kribbelig

Beikost

Neben den Schlafgewohnheiten scheint es nach ein paar Monaten besonders interessant zu sein, ob der kleine Mann nun endlich etwas zu essen bekäme. Denn „ab 6 Monaten reicht die Milch nicht mehr aus“ oder „die Milch wird zu dünn„.  Außerdem wird jeder Blick als Hunger interpretiert und sowieso ist er ganz arm dran, weil er noch keinen Kuchen haben darf. Und auch keine Kekse. Armes Kind!

Wie bei vielen Dingen, habe ich mir vorher über die Beikost nicht allzu viele Gedanken gemacht. Ich wusste, dass die WHO empfiehlt 6 Monate voll zu stillen und dass ich das gerne tun würde, sofern es denn klappt. Als der Kleine dann da war, zweifelt ich manchmal daran, ob wir das jemals schaffen würden, aber nun ist er 6 Monate alt und siehe da, wird voll gestillt. Er ist ein quietschfideles Baby mit niedlichen Speckbeinchen. Verhungert sieht anders aus!

Aber es wurde seit er 4 Monate alt ist doch immer wieder thematisiert. Von der Ärztin bei der U4, ungefragt von meiner Zahnärztin und auch sonst meint Hinz und Kunz etwas dazu beitragen zu müssen. Wie schon gesagt, wusste ich dass man nicht zwingend mit 4 Monaten Brei bzw. Beikost einführen muss, viel mehr aber auch nicht und als dann die Allergieprävention angesprochen wurde, wurde ich auch etwas unsicher.

Je älter der Kleine wurde, desto mehr Gedanken machte ich mir also über das Thema Beikost.
Als die Kinderärztin die Beikosteinführung bei der U4 anprach, war das alles noch so weit weg, denn der Kleine war alles andere als bereit. Und ehrlich gesagt, sträubte sich in mir auch alles dagegen. Denn mir ging es zu schnell. Diese besondere Nähe, die wollte ich noch nicht aufgeben, aufbrechen. Selbst dem Freund, der ja bekanntlich nicht stillt, ging das zu schnell. Der Speiseplan des kleinen Mannes wird ja erstmal nur ergänzt und vermutlich wird er sich nicht nach dem ersten Bissen abstillen, aber was wenn es plötzlich ganz zügig geht? Davor habe ich ein bisschen Angst, denn dazu bin ich noch nicht bereit. Klar, nervt(e) mich die Stillerei auch manchmal, aber meistens genieße ich es einfach nur. Es ist, wenn es funktioniert, echt unkompliziert und praktisch. Es kommt, wie es kommt, das ist mir klar. Außerdem kann das ja auch noch ne ganze Weile dauern, bis er nicht mehr stillen mag. Ich werde dem kleinen Mann aus Egoismus sicher nicht die Nahrung in Form von Beikost vorenthalten, aber ich werde ein bisschen wehmütig. Mein Baby wird groß. Abnabelung ist eben ein Prozess, den auch ich durchmache.
Daneben wiegt für mich auch die Verantwortung schwer, ihn gut und ausreichend zu ernähren. Das macht mein Körper bisher ganz alleine, wie praktisch das ist!

Nun ist er also schon 6 Monate alt und das Interesse an Essen wird sicher nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Neben der klassischen Breikost erfuhr ich durch Twitter und die Blogs, die ich so lese, vor Jahren von baby-led weaning und fand das Konzept so interessant, dass es sich eingebrannt hat. Mir gefiel und gefällt der Gedanke dahinter sehr und es kam mir viel unkomplizierter vor, schließlich isst das Baby ja einfach mit. Gemeinsam mit uns, das gefällt mir dabei am besten. Aber auch hier ploppten die Fragen, wie ich das konkret anstelle, nach und nach auf wie Luftblasen im Wasser.

Ich beschäftigte mich also in letzter Zeit mit den Fragen, wie wir den kleinen Mann an feste(re) Nahrung heranführen wollen und wie das so funktioniert. Soll er Brei bekommen oder machen wir BLW? Oder mischen wir das einfach?
Für Breikost gibt es ja zig Pläne und so weiß ich, dass man mit Gemüse anfängt. Klingt auch logisch für mich. Aber warum nach und nach und warum Milch und Getreide vor Obst? Warum schon mit 4 Monaten? Und wie soll mein Kind verstehen, dass es jetzt mittags Essen bekommt, aber abends nur stillen darf/soll/muss? Verwendet man Kuhmilch für den Milchbrei oder Pre/Muttermilch?
Klar, kann man es einfach machen, aber so bin ich nicht. Ich will einfach die Gedanken dahiner verstehen.

Aber auch bei BLW kamen einige Fragen auf, z.B. ob manche Lebensmittel am Anfang weniger geeignet sind als andere. Roh oder nicht roh. Was soll gedünstet werden? Mein Gefühl sagt, alles was roh zu schwer zum Zerteilen sein könnte, sollte gedünstet werden. Aber wenn mein Kind vom Tisch mitessen soll, darf es von Anfang an alles haben? Ist das nicht ein bisschen viel für den Magen und Darm, wo es doch bisher nur Milch gab? Oder fängt man da auch einfach mit Gemüse an, nur eben in seiner ursprünglichen Form?
Bekommt es zu jeder Mahlzeit etwas? Wann fängt man mit Getreide an?

Sollen bestimmte Nahrungsmittel generell vermieden werden? Wie viel soll ein Baby eigentlich essen? Ab wann reiche ich Wasser zum Essen?
Oder die große Frage: woran erkenne ich, ob mein Baby beikostreif ist? Denn ehrlich gesagt, ist gerade das Interesse an Essen das Kriterium, das ich am wenigsten Greifen kann. Es ist alles interessant für ihn. Alles wird beobachtet, befühlt und in den Mund gesteckt, ganz egal um was es sich handelt.

Es waren also ein paar Fragen offen und ich fing an zu recherchieren.

Ich weiß nun, dass es nicht den einen einen Plan gibt. Selbst Breipläne sind in jedem Land anders. Schon interessant wie einem aber suggeriert wird, dass es genau so zu laufen habe. Auch bei Allergikern werden keine Lebensmittel ausgeschlossen, sinnvoll ist einfach sie unter dem Schutz des Stillens einzuführen (sofern man denn stillt, klar!). Ich las, dass in Deutschland viele Frauen bis zum 6. Monat abstillen und damit die Babys Beikost erhalten, während noch gestillt wird, wird oftmals die Beikosteinführung ab dem vollendeten 4. Monat empfohlen. Es sprach also tatsächlich nichts dagegen, einfach weiter zu stillen, bis der Kleine soweit ist, statt ihm regelmäßig mit dem Löffel vor der Nase rumzuwedeln bis er endlich den Mund aufmacht.

Essen darf das Baby fast alles. Es sollte frisch und ausgewogen sein. An sich auch logisch. Es gibt nur wenige Ausnahmen, die nur in geringen Mengen (z.B. Salz, Kuhmilch bzw. Milchprodukte) oder gar nicht (z.B. Ahornsirup, Honig, ganze Nüsse) auf dem Speiseplan stehen sollten. Es ist eigentlich gar nicht so kompliziert

Mittlerweile freue ich mich richtig darauf, dem kleinen Mann diese Welt zu eröffnen. Wahrschrinlich wird es auf eine Mischung zwischen Brei und BLW hinaus laufen, so wie es uns eben gerade passt. Zuhause würde ich aber gerne hauptsächlich Fingerfood anbieten wollen, damit wir gemeinsam Essen können und er sein Essen mit allen Sinnen selbst erfahren darf.

Das wird sicher erstmal ne Sauerei, aber ich freue mich wirklich richtig darauf. Früher oder später komme ich eh nicht drum herum, ich kann ihn ja nicht ewig füttern. Warum dann nicht gleich? Außerdem sah es beim Sohn meiner Freundin nach richtig viel Spaß aus wie er so sein Essen erkundete, das möchte ich dem Kleinen nicht vorenthalten.

Ich bin so gespannt wie er das finden wird, welche Vorlieben er entwickelt. Ob er überhaupt schon möchte. Ob er viel isst oder lieber mehr stillen mag.  J ich freue mich auf die Gesichtsausdrücke bei neuen Speisen und all die Bilder mit verschmiertem Gesicht und Joghurt in den Haaren, das wird super.

Der Hochstuhl steht bereit, das Lätzchen ist startklar, fehlt eigentlich nur noch der kleine Mann. Und eine wasserabweisende Tischdecke, der Holztisch wird es uns danken. Der Rest kommt dann vermutlich von alleine.

6 Monate Januarbaby

Mein kleiner Mann,

du bist 25 Wochen und 6 Tage alt, das sind genau 6 Monate. Ein halbes Jahr!

Ich habe keine Ahnung, wann das passiert sein soll. Es ist als wäre es gestern gewesen, dass du in meine Arme gelegt wurdest und fühlt sich doch so an als wärst du schon immer da gewesen.

Du bist so groß geworden. Nichts erinnert mehr an das Minibaby, das du noch vor kurzem gewesen sein sollst. Ein richtig kleiner Junge bist du schon. Für die Statistik: Du trägst nach wie vor Vieles in Größe 62/68,aber auch 68 passt zum Teil wie angegossen.

Du bist ein Kuschler! Sowohl beim Einschlafen als auch über den Tag, forderst du meine Nähe ein. Sobald ich dich auf meinen Arm oder auf den Schoß nehme, lehnst du dich an und kuschelst deinen Kopf in meine Halsbeuge. Ich genieße das so sehr, kleiner Mann!

Zum Einschlafen robbst du dich an mich heran und kuschelst dich richtig ein. Du liebst es, wenn ich dir den Kopf kraule oder über deine Augenbrauen streichle, es fällt dir dann leicht in den Schlaf zu kommen. Oft legst du dann deine Hand auf meine und nestelst mit der anderen an mir oder deinem Tuch herum. Morgens nach dem Aufstehen kuscheln wir erst einmal eine kleine Runde, bevor wir in den Tag starten.

Du schläfst weiterhin bei uns im Bett. Alles andere ist undenkbar. Der Test, dich alleine im Bett oder in der Nonomo zum Einschlafen zu bewegen, ist gescheitert. Also stillen wir weiterhin. Dein Schlafverhalten in diesem Monat war in einem Wort: chaotisch.

Warst du bisher wie ein Uhrwerk sind deine Schlafenszeiten und Dauer richtig durcheinander. Fällt der Mittagsschlaf kürzer aus (1,5-2,5h), willst du abends noch einmal 30 bis 60 Minuten schlafen. Abends wirst du verlässlich gegen 19:00 Uhr müde. Seit diesem Monat reibst du dir nicht nur die Augen, wenn du müde bist, sondern krabbelst dir auch am Ohr und krallst dich in deine Haare.

Etwa um 18:30 Uhr machen wir dich bettfertig und spielen dann noch ein bisschen. Dann pustest du mit Papa das Licht aus und wir stillen. Manchmal schläfst du dann um 19:30 Uhr direkt ein, aber meistens bist du plötzlich wieder fit und spielst und quietschst noch ein bisschen vor dich hin, abwechselnd mit Stillpausen und schläfst dann gegen 20:30 Uhr brummend ¬¬ein. Dich später ins Bett zu bringen, funktioniert nicht, weil du wirklich richtig müde bist. In letzter Zeit hatten wir auch ein paar zeitliche Ausreißer und du schliefst erst zwischen 21 und 21:30 Uhr. Zu meinem Leidwesen sind deine Schlafphasen momentan etwas kurz, besonders in den letzten Tagen wirst du ca. 3:00 Uhr unruhig und möchtest stündlich stillen. Nach 6 Monaten kann ich also sagen: Ich bin furchtbar müde. Aber immerhin weinst du nicht! Du mopperst ein bisschen rum oder brummelst und schläfst recht zügig wieder ein.

Wenn du abends eingeschlafen bist, schläfst du auch ohne mich. Meistens bleibe ich aber doch bei dir liegen, weil ich diese Nähe so genieße und selbst sehr müde bin. Auch tagsüber klappt es öfter, da brauchst du zwischendurch immer noch die Brust.

Wir stillen noch immer voll. Du zeigst noch kein Interesse an Essen. Du beobachtest uns zwar und versuchst nach unserem Essen zu greifen, wenn ich dich gerade auf dem Arm habe, aber das machst du wirklich mit allem. Wenn du in deinem Newbornset mit uns am Tisch sitzt, spielst du lieber mit deinem Tuch und legst ganz frech die Füßchen auf den Tisch. Alles andere ist nicht so spannend. Ich glaube aber, dass wir trotzdem demnächst mal einen Versuch starten werden, ich bin schon sehr gespannt darauf!

Du bist so ein fröhlicher, kleiner Junge! Du kannst so wunderbar Spitzbübisch grinsen und wenn du deine kleine Zunge ganz spitz machst und herausstreckst, könnte ich dich in einem Haps auffressen, so süß bist du! Ich kann dir fast immer ein Grinsen entlocken und es ist wirklich jedes Mal ein Geschenk für mich.

Wenn dein Papa ein Tuch über deinem Kopf hin und herschwingt, reißt du vor Freude die Arme hoch. Aber noch besser ist es, wenn er für dich tanzt, da musst du richtig lachen. Du hast also Humor! An den Flanken und an den Oberschenkeln bist du kitzelig. Aber auch nicht immer!

Du kannst dich immer besser verständlich machen. Du kannst unheimlich ernst und skeptisch gucken. Wenn du wütend wirst, bekommst du eine Zornesfalte auf der Nase, das ist so niedlich! Wenn dir etwas nicht passt, fiepst du sehr energisch. Du bevorzugst ganz klar die hohen Töne, egal ob du lachst, weinst oder Geschichten erzählst. Aber du verleihst dir nicht nur mit Tönen und Mimik Ausdruck, auch deine Gestik wird immer differenzierter. Du forderst Nähe und Ruhe ebenso ein wie Aufmerksamkeit. Vor ein paar Tagen warst du das erste Mal beleidigt. Dein Papa hat dir einen Stapelturm gebaut, den du zu Fall gebracht hast, dabei ist dir ein Becher ins Gesicht gefallen. Man hat richtig gesehen, wie du gegen die Tränen angekämpft hast. Immer wieder sind deine Mundwinkel wieder nach unten gewandert, aber du konntest dann doch nicht anders und fingst an zu weinen. Als ich dich hoch nahm, beruhigtest du dich sofort, aber deinen Papa wolltest du für einen Augenblick gar nicht ansehen. Als du ihn dann doch angesehen hast, stiegen dir gleich wieder Tränchen in die Augen und während du ein bisschen lächeln wolltest, schobst du auch immer wieder die Unterlippe nach vorne. Das war so unfassbar niedlich!

Du bist wirklich kein hilfloses Minibaby mehr. Du drehst dich weg, wenn dir etwas nicht gefällt oder du keine Lust mehr auf etwas hast. Du zeigst Freude, Abneigung und Interesse ganz deutlich. Es macht so viel Spaß mit dir zu interagieren, deine Reaktionen zu erforschen und mir dir zusammen die Welt ein bisschen neu zu entdecken.

So kratzt du momentan an allen Gegenständen, die dir in die Finger kommen. Du erkundest die Haptik und Akustik, dabei kannst du dich wirklich ausdauernd mit unserem Regal oder meiner Wasserflasche beschäftigen. Je mehr Geräusche es macht, desto besser.

Deine Bewegungen sind so fließend geworden und manchmal kann man gar nicht so schnell gucken wie du dich auf den Bauch gedreht hast. Du drehst dich aber selten einfach so, am liebsten strampelst du nämlich auf dem Rücken liegend herum. Meist möchtest du an eines deiner Spielzeuge und kommst sonst nicht heran oder abends, da drehst du noch mal richtig auf – und rum. Du bewegst dich quasi rollend und rotierend fort. Wenn du dich falsch herumgerollt hast und dein Arm unter deinem Bauch gefangen ist, holst du mit dem Po Schwung und ziehst den Arm heraus. Es kam auch schon vor, dass du so viel Schwung nahmst, dass du fast wieder herumgepurzelt bist. Wenn du auf dem Bauch liegst nimmst du deine Beinchen in Froschhaltung und stößt dich mit den Füßen ab.

Die Füße sind dabei im Idealfall nackt. Das liebst du sehr! Das hast du wohl von deinem Papa, der ist nämlich auch am liebsten barfuß unterwegs. Du greifst manchmal nach ihnen und legst beim Spielen gerne einen Fuß ganz lässig auf deinem anderen Knie ab. 

Du greifst nach deinem Frosch am Spielbogen und lässt ihn schnalzen, legst dir deine Greifringe aufs Gesicht über die Nase und freust dich so sehr an meiner Reaktion daran. Du greifst hochkonzentriert auch nach der dünnsten Haarsträhne und du liebst Bücher! Vermutlich noch mehr wegen der Geräusche, die das Papier macht, wenn du es zerknüllst oder darüber kratzt oder vielleicht auch, weil sie besonders gut schmecken, aber du sitzt auch ganz ruhig auf meinem Schoß und lässt dir von mir die Bilder erklären. Auf meinem Schoß liegend, spannst du den Bauch an und hebst dein Köpfchen.

Du akzeptierst den Kinderwagen immer mehr und bist tatsächlich einmal darin eingeschlafen. Am liebsten wirst du aber trotzdem getragen, ganz egal ob in der Trage oder auf dem Arm, Hauptsache oben.

Mein kleiner Mann, da sind so viele kleine Dinge, alles ist besonders. Am liebsten würde ich jeden Moment einfrieren, um ihn immer wieder erleben zu können, aber das geht leider nicht. In 6 Monaten feierst du schon deinen ersten Geburtstag, ich kann es nicht glauben.
Das Leben mit dir macht so viel Spaß.

Ich liebe dich.

#Meilenstein

[Der kleine Mann ist 24 Wochen & 5 Tage alt]

Der kleine Mann erwachte mit prächtiger Laune und so beschloss ich gleich ganz früh schon mit ihm raus zu gehen, ehe er müde wird. Und weil der Freund etwas bummelte und deshalb mit dem späteren Zug zur Arbeit fuhr (ein Hoch auf Gleitzeit!), konnte er mir den Kinderwagen aus dem Keller holen und ich ohne Baby vor dem Bauch spazieren gehen.
Das gute Stück setzt dort unten nämlich Spinnweben an, weil es mir alleine einfach oft zu kompliziert ist den Kinderwagen aus dem Keller nach oben zu wuchten. Vor allem, wenn ich nur mal eben kurz was erledigen muss.

Als Kind geschnappt, die Trage zur Sicherheit eingepackt, etwas zum Spielen unter den Arm und ab dafür. Wir brachten den Papa zum Bahnhof und spazierten dann zum Wald. Dort lief ich mal wieder an dem wunderschönen Spielplatz vorbei und kam direkt ins Träumen. Ich freue mich so sehr dort mit dem Kleinen zu toben. Aber keine Eile, Kleiner! Nach 30 Minuten wurde der Kleine etwas nörgelig, es war auch schon fast wieder Schlafenszeit. Ich setzte mich in den Wald, genoss den Wind und stillte das Kind, das den raschelnden Blätterwald beobachtete.
Ich hatte ja die Hoffnung, dass er vielleicht beim Stillen einschlafen und ich ihn dann in den Kinderwagen legen könnte. Das hat ja immerhin schon einmal geklappt. Insgeheim rechnete ich aber mit Gebrüll, deshalb die Trage als Backup.

Ich legte ihn zurück, schlug das Verdeck zurück, sodass er weiterhin die Blätter beobachten konnte und ging los. Zwischendurch reichte ich ihm seinen Schnuller, auf dem er, wie immer, kurz herum kaute und ihn dann wieder ausspuckte. Gut, dann nicht. Mittlerweile war es 8 Uhr und mein eigentliches Ziel, das Bürgeramt, geöffnet. Da wollte ich auf jeden Fall noch hin und dann nach Hause ins Bett.
Ich stand dann vor verschlossener Tür, da heute der Betriebsausflug stattfand.

Auf dem Weg nach Hause wurden die Augen des kleinen Mannes immer Kleiner. Ich breitete das Sonnensegel aus und dachte einfach, ich versuche mal mein Glück und laufe weiter. Vielleicht klappt es ja. Es wurde ruhiger im Kinderwagen. Beim Blick hinein, öffnete er wieder seine Augen. Ich rechnete jederzeit mit Gebrüll und dann passierte es einfach. Er schlief ein.

Das hört sich vielleicht lächerliche an. Aber für mich ist das so eine große Sache. Der Kinderwagen war bisher eher geduldet als geliebt. Seit er greifen und sich beschäftigen kann, ist das auch ganz ok, aber wenn er müde wird, will er raus. Er schläft wirklich nie, nie, nie im Kinderwagen ein. Es kam genau drei Mal vor, dass wir ihn schlafend in den Kinderwagen legen konnten. Sonst war immer Alarm, sobald er müde wurde. Das heißt jetzt natürlich nicht, dass das immer klappt. Aber es ist toll! Denn es zeigt mir, dass er es kann. Und es verschafft mir mehr Freiheiten.

Denn wenn es warm wird, ist es hier gleich immer richtig heiß. Bereits um halb zehn schwitzte ich wie ein Schwein überm Grill. Zugegeben, das ist seit der Geburt auch echt viel mehr, aber boah! Das ist heiß. Zu heiß für mich. Da macht es uns beiden keinen Spaß mehr zu tragen, auch wenn ich es wirklich sehr liebe. Und ich kann und will eben doch nicht immer nur in der Wohnung sitzen. Dass er den Kinderwagen akzeptiert und dann sogar darin einschlafen kann, das ist wie eine Offenbarung für mich. Ehrlich, ich bin ganz euphorisch!

Er wird groß, der Kleine.