Heavy on my heart

Je näher der KiTa-Start rückt, desto schwerer wird mir ums Herz.

Ich habe ein rundum gutes Gefühl bei dieser Einrichtung und bin mir sicher, dass der Kleine seinen Spaß haben wird, aber es fällt mir auch unglaublich schwer.
Ich kann es nicht fassen wie unglaublich schnell dieses Jahr vergangen ist. Ich bin traurig, dass unsere ganz exklusive Zeit jetzt ein Ende hat.

Ich bin noch nicht bereit. Ich könnte wirklich heulen, wenn ich daran denke. Am liebsten wäre ich mindestens 2 Jahre Zuhause, aber das steht nunmal einfach nicht zur Debatte. Ich bin allerdings auch jemand, der nicht so leicht mit Veränderungen zurecht kommt. Ich brauche immer ein bisschen Zeit, bis ich ankomme, dann ist es aber gut. So wird es auch mit der KiTa sein. Ich bin überzeugt, dass die Eingewöhnung auch als Entwöhnung der Eltern gedacht ist. Auf mich trifft das jedenfalls voll und ganz zu.

Wenn es mir ganz arg schwer fällt, sage ich mir, dass er ja nicht am ersten Tag direkt 6 Stunden weg ist. Dass wir immerhin den Luxus haben ihn nicht vor dem ersten Geburtstag mit der Eingewöhnung zu beginnen. Diese zwei Monate sind so wertvoll für mich. Und über die Bring- und Abholzeiten können wir die Betreuungszeit dann auch variieren. Für ihn wird es super. Er ist so gern mit anderen Kindern zusammen und ich kann ihm auf Dauer nicht bieten, was andere Kinder können und trotzdem..

Er ist mein Baby. Es wird sich so viel für ihn ändern. Bisher schläft er noch zwei Schläfchen. Das erste meist zu der Zeit, zu der er dann in die KiTa muss. Das Zweite nachmittags. Das passt schon gar nicht zum Rhythmus. Er kennt es nicht ohne stillen einzuschlafen und er isst noch nicht viel. Ich weiß, dass das bis zum Ende der Eingewöhnung ganz anders aussehen kann und vermutlich auch wird.
Die meisten Babys redizueren den Schlaf von such aus auf einmal am Tag, aber ich fände es schön, wenn es bon ihm selbst aus komnen würde. Kann es theoretisch auch noch immer. Ach, Mensch. Er wird so viel Spaß haben…

… aber ich bin echt joch nicht bereit dafür.

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Tagebuchbloggerei 12/2017

Dezember! Der letzte Monat des Jahres! Ich wiederhole mich, aber: wann ist das denn passiert? Es ist schon eine Weile her, dass ich bei Frau Brüllen „Was machst du eigentlich den ganzen Tag“ mitgemacht habe. 

2:00 Uhr. Der kleine Mann verlangt nach Milch. 

Es wird wieder unruhig neben mir. Die Uhr verrät, es ist 4:30 Uhr. Leider wird die Hoffnung auf Schlaf bis 6 Uhr gleich zerschlagen. Der kleine Mann kommt einfach nicht mehr zur Ruhe, wälzt sich im Halbschlaf hin und her und jammert. Ob er nun jetzt doch bald Zähnchen bekommt? Vielleicht plagt ihn auch einfach der Schnupfen. Ich versuche noch ein bisschen ihn zum Schlafen zu bewegen. Um halb 6 gebe ich mich geschlafen. Wir spielen alle zusammen noch ein bisschen im Bett.

Gegen 6 Uhr stehen wir auf. Der Freund spielt mit dem Kleinen, während ich lüfte und das Frühstück vorbereite. Um kurz nach 6 verzeichnen wir den ersten kleinen Meltdown. Warum weiß niemand so genau. Das Essen war nicht richtig, die Wasserflasche auch nicht. Wahrscheinlich ist er einfach schon wieder müde. Klar, wäre ich auch, würde ich um 4:30 Uhr aufstehen. Oh, wait.
Mit seinen Stapelbechern lässt sich der Kleine noch ein bisschen hinhalten, damit wir noch etwas essen können.
Dann wird es Zeit für eine neue Windel. Mit vereinten Kräften schaffen wir es das Kind ohne Tränen zu wickeln und umzuziehen. Der Freund verabschiedet sich und ich bringe den Kleinen ins Bett.

Dort liege ihc etwa eine Stunde und surfe durch das Internet. Als ich sicher bin, dass der Kleine nun schläft und nicht gleich wieder nach mit verlangt, schleiche ich mich raus. Ich ziehe mich um, putze mir die Zähne. Dann räume ich ein bisschen auf und verpacke das Nikolausgeschenk. Außerdem packe ich die Tasche für den Freund. Ich habe heute Nachmittag zum ersten Mal seit April dem Rückbldungskurs babyfrei. In der Firma des Freundes steppt der Bär, deshalb nehme ich den Kleinen erst mit, der Freund kommt dann nach und holt ihn ab. Ich freue mich echt sehr! Dann rauscht auch schon das Babyphone.

Zeit für ein zweites Frühstück. Der kleine Mann hat nicht wirklich Hunger. Ich beseitige das Chaos, während er spielt. Ich möchte ein bisschen spazieren gehen, vorher gibt es noch eine neue Windel. Er blieb sogar liegen! Aber zu früh gefreut. Bis ich mich umgezogen habe, ist nämlich ein weiterer Windelwechsel nötig. 

Dann kann es losgehen. Wir laufen ein bisschen spazieren. Es ist traumhaft draußen. Auf dem Weg wandert ein Schokonikolaus und ein paar Stoppersocken in der Tasche. Ich bin leider etwas spät dran, weshalb wir nur eine Stunde unterwegs sind. Zuhause versuche ich noch schnell das Essen fertig zu machen. Es ist ein Rennen gegen die Zeit. Und um es kurz zu machen, ich habe verloren.

Der Kleine war schon so müde, dass er den Reis weinend um sich warf. Auch alles andere fand er doof.ich schlang meine Suppe in Windeseile herunter, während er neben mir wütete. Nichts war mehr in Ordnung. Weil ihm der Rotz nur so aus der Nase floss, wollte ich die sie noch schnell absaugen ehe ich ihn hinlege. Er mag den Sauger total gerne, naja, bis er an der Nase ist. Das muss sich ganz eklig anfühlen. Immerhin beruhigt er sich danach sofort wieder. 

Wir machen es uns gemütlich, ich stille ihn und innerhalb von 10 Minuten ist er eingeschlafen. Ich bleibe noch ein bisschen bei ihm liegen. Ich kuschle mich an ihn und genieße seine Nähe. Nach einer Stunde juckt es mich aber in den Fingern, ich wollte doch eigentlich Plätzchenteig vorbereiten. Wie aber meistens erledige ich erst die tausend kleinen anderen Dinge wie zum Beispiel den Abwasch.
Als alles erledigt ist, setze ich den Vorteig für die Weckmänner an, da wird der Kleine auch schon wieder wach.

Der kleine Mann spielt fröhlich mit den Frischhalteclips, während ich den Teig knetete. Der Kleine ist heute ein bisschen ambivalent unterwergs. Am liebsten möchte er den ganzen Tag auf meinem Arm sein, ist er das, will er wieder runter, weil er etwas entdeckt hat, das nun seiner Aufmerksamkeit bedarf. Setze ich ihn dann ab, beginnt er zu meckern und zieht sich an mir hoch. Das macht es etwas schwierig zu irgendwas zu kommen.

Mir scheint, der Kleine ist nicht ganz er selbst. Ich versuche ihm nochmal etwas Suppe anzubieten und siehe da, er isst tatsächlich ein bisschen davon. In der Zwischenzeit ist der Hefeteig fertig und wartet auf den nächsten Arbeitsschritt. In Windeseile steche ich die Miniweckmänner aus und schiebe sie in den Ofen. Der Ofen zieht ihn magisch an. Man könnte meinen, er hat einen eingebauten Selbstzerstörungsknopf. Wirklich alles, was irgend wie gefährlich sein könnte, ist unheimllich spannend für ihn. Er lässt sich dann aber doch mit der Eieruhr ablenken. Nach ein paar Minuten ziehe ich die wunderbar duftenden Weckmänner aus dem Ofen. Natürlich muss ich gleich einen probieren. So lecker! Selbstverstädnlich bekommt der kleine Mann auch etwas ab. Auch ihm scheint es zu schmecken.

Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass es Zeit wird uns fertig zu machen. Dieser Windelwechsel kostet mich einige Nerven. Der Sack Flöhe möchte einfach nicht stillhalten. Am Ende ist er dann aber doch frisch gewindelt und angezogen. Bevor wir losgehen, wird noch einmal ausgiebig gestillt und schon sind wir unterwegs zur Weihnachtsfeier.

Oh, ich freue mich so auf meine Arbeitskollegen und darauf mal ganz ohne Baby zu sein. Dort angekommen, erkundet der kleine Mann den Raum, während wir auf den Freund warten, dass er ihn auf dem Weg nach Hause abholt. Ach, es ist wirklich toll alle mal wieder zu sehen. Über etwas anderes als Babypupse zu reden und warm und in Ruhe zu essen. Das war fast das Beste :D Der Gedanke an das Ende der Elternzeit macht mir wirklich zu schaffen, aber nach heute glaube ich, dass es mir auch gut tun wird, noch etwas anderes zu tun. Ich wäre gerne noch etwas länger zuhause, aber ich habe so tolle Kollegen, das macht es mir etwas einfacher.
Nach 2 wunderbaren Stunden mache ich mich auf den Weg nach Hause, dort wartet ein müdes Baby auf mich, das in den Schlaf gestillt werden will. Das klappt auch ruckzuck und nun verbringe ich den restlichen Abend mit dem Freund auf dem Sofa.

Dezember

Dieses Jahr rast nur so vorbei. Heute ist tatsächlich der erste Dezember.
Heute vor einem Jahr hatte ich meinen letzten Arbeitstag.
Was habe ich es nach den letzten stressigen Wochen genossen einfach rumliegen und Serien gucken zu können. Die Zeit war aber auch geprägt von Sorgen wegen der Lage des Babys, Arzt- und Hebammenterminen. Es war deutlich voller als erhofft. Und ich war wegen Schulungen des Freundes viel allein, ich hatte doch mit der Umstelkung zu kämpfen und fühlte mich oft einsam.
Obwohl ich die Vorweihnachtszeit liebe, sah ich keinen einzigen Weihnachtsfilm. Buk nur wenig. Irgendwie war trotz aller Vorfreude der Wurm drin.

Ein Jahr ist rum. Gestern fiel der erste Schnee. Ich hatte den kleinen Mann in der Trage und quietschte laut auf als ich aus dem Supermarkt lief. Alles war weiß, damit hatte ich trotz oder gerade wegen des Schneeregens nicht gerechnet. Der Kleine sah mich ganz irritiert an und verstand nicht so recht, was ich von ihm wollte als ich ihm grinsend erklärte, was da so nass in seinem Gesicht ist. Die letzten fallenden Schneeflocken sah ich in der Nacht seiner Geburt. Das ist wohl eine Verknüpfung, die mich immer noch ein bisschen verzückter drein blicken lässt. Es war ein perfektes Winterwunderland.

Der erste Schnee. Der erste Dezember. Noch 1,5 Monate bis zu Babys erstem Geburtstag. Noch 23 Tage bis zu unserem ersten Weihnachten mit Baby. Oh,ich freue mich so. Noch habe ich aus Zeitmangel nicht gebacken und ob ich es schaffe einen Film zu sehen ist auch fraglich, denn der kleine Mann braucht mich abends wieder mehr. Insgesamt hatte ich nicht so viel Vorfreude auf diese Zeit verspürt, was wohl aber daran liegt, dass ich viel mehr im Hier und Jetzt lebe. Und wie immer gegen Jahresende häufen sich die Termine, der Freund ist abends öfter weg, arbeitet viel, weil alles, was das ganze Jahr über liegen bleiben konnte, noch ganz dringend erledigt werden muss.

Wir öffnen das erste Kalendertürchen, zum ersten Mal habe ich es nicht geschafft einen selbst zu basteln, lassen uns die Schokolade schmecken. Beginnen Weihnachten zu planen. Der kleine Mann kann noch nichts mit alldem anfangen. Beim Dekorieren spielte er mit den Tannenzapfen und Christbaumkugeln. Für mich ist es wichtig.

Ich möchte ihm diesen Zauber zeigen, der die Weihnachtszeit für mich bedeutet. Die Lichter, der Duft von Kakao und Keksen, kuscheln und dick eingemummelt durch den Schnee stapfen. Bücher lesen und auf Weihnachten hinfiebern. Vieles wird für ihn erst nächstes Jahr interessant werden, aber für uns ist es jetzt schon ganz besonders. 

Der Freund liest uns nun abends Weihnachtsgeschichten vor und ein bisschen backen werde ich wohl auch. Und was immer geht ist das Michael Bublé Christmas Album. Ich liebe es. 

Hach ja, wenn ich es mir so überlege, vielleicht bin ich doch vorfreudig.

Back to normal

Der zweite Teil der Elternzeit des Freundes ist vorbei. 6 Wochen verbrachten wir drei den ganzen Tag miteinander, jetzt sind der kleine Mann und ich wieder allein.

Die Elternzeit war schön. Wir könnten ein paar Dinge angehen, für die sonst keine Zeit war. Wir sind zweimal verreist und verbrachten einfach eine schöne Zeit miteinander. Ich bin so glücklich, dass der Freund die Möglichkeit hatte und wahrgenommen hat. Es ist doch etwas anderes sein Kind den ganzen Tag zu sehen als morgens und abends ein paar Stunden. Die beiden Männer konnten sich noch ein bisschen besser kennenlernen.

Was ich allerdings bemerkt habe,ich bin alleine oft produktiver und sortierter als mit dem Freund. Da ich aber auch vorher nicht alles wie erhofft unter einen Hut bekam, will ich es nun anders angehen und mehr Struktur in unseren Tag bringen. Damit fing ich heute einfach an.

Nach dem Aufstehen, wickelte ich den Kleinen und zog ihn an. Während er spielte, konnte ich mich anziehen und meine Zähne putzen.  Ich bereitete das Frühstück vor und linste immer wieder ins Wohnzimmer. Ich weiß bereits aus meiner Babysitterzeit, dass Stille oft mit Blödsinn einhergeht. Er spielte aber einfach nur zufrieden vor sich hin.

Wir frühstückten Milchreisschnitten mit Banane und als der Hunger gestillt und das Chaos beseitigt war, beschloss ich noch kurz durchzusaugen. Der kleine Mann robbte dem Staubsauger hinterher und hatte großen Spaß dabei jeden Winkel der Wohnung zu erkunden. Im Anschluss war es dann auch schon Zeit für ein Schläfchen. Neuerdings nimmer er das mit dem Powernap etwas sehr genau und nach 30 Minuten war er wieder „wach“. Es hatte immerhin gereicht, um den Anruf bei der Krankenkasse bezüglich der Augenvorsorge anzurufen.

Das wache Kind ließ mich noch eine Überweisung machen. Ich wickelte ihn und dann gingen wir eine Runde spazieren. Das Wetter war einfach herrlich. Sonnige 20 Grad. Schönster Herbst! Für mich ist das das perfekte Wetter. Nicht zu warm, nicht zu kalt. Die Sonne knallt nicht mehr so, alles sieht so hübsch aus. Ja, so mag ich das.  Wir hielten am Spielplatz an, wo der kleine Mann ein bisschen in der Babyschaukel schaukelte und die Kinder im Kindergarten nebenan beobachtete.

Zuhause angekommen, ging es noch einmal ins Bett. Ich kuschelte mich dazu und sah mir Embrace an (ok, die Hälfte). Eine ganz tolle Doku!Ich finde, die sollte wirklich jeder gesehen haben. Ich habe ein paar Denkanstöße mitgenommen und musste öfter mal ein paar Tränchen verdrücken.

Nach einem recht kurzen Mittagsschlaf, gab es Mittagessen und dann wir spielten miteinander. Ich war einen Moment total versunken in den Aufbau des Stapelturms als ich mich über die Ruhe wunderte. Da hatte mir der Kleine doch tatsächlich das Fitbit von der Hose gemopst und lutschte darauf herum. Wenn man einmal nicht aufpasst, dieser kleine Schlawiner! Es war richtig schön, einfach nur da zu sein und mit ihm zu spielen und zu kuscheln. Das kam in letzter Zeit eher etwas kurz, weil ich die Zeit, in der er wach war, eher nutzte, um irgendwelchen Kram zu erledigen und der Freund dann mit ihm spielte.

Um halb 5 war dann der Freund auch schon wieder Zuhause. Der Kleine machte ganz große Augen, robbte auf seinen Papa zu und hing ihm am Bein wohin er auch ging. Das war zu niedlich!

Beikosttagebuch

Dieser Beitrag liegt wie so viele andere schon so lange im Entwürfe-Ordner, dass es nun schon fast nicht mehr wahr ist.

***

Und dann kam der Tag doch schneller als gedacht.

23.07.2018 (6 Monate 1 Woche und 1 Tag)
Eigentlich wollte ich das erste Mal ja richtig zelebrieren. Aber wie das dann oft so ist, kam es dann doch anders. Völlig spontan beschlossen wir am Sonntagmorgen, es einfach mal zu probieren und so verhüllten wir den kleinen Mann mit einem Spucktuch und gaben ihm ein Stück Gurke aus Omas und Opas Garten in die Hand. Mehr bio geht nicht.

Er packte die Gurke mit seinen Patschehändchen und steckte sie sich zielgerichtet in den Mund (wie alles andere auch) und lutschte darauf herum. Manchmal guckte er etwas skeptisch, schob die Stückchen, die sich lösten fein säuberlich aus dem Mund und nuckelte weiter an der Gurke in seiner Hand. Als ihm ein Stückchen aus der Hand glitt, wurde er richtig wütend und war erst wieder zufrieden als er auf einem neuen Stück herumsaugen konnte. Ich würde sagen, das kam ganz gut an. Nach ein paar Minuten verlor er das Interesse und wir beendeten den ersten Versuch. Ich bin ziemlich überrascht, wie gut das funktioniert hat.

Das war er also, der erste Schritt. Mein Baby wird groß.

24.07.2018
Heute Abend bekam der kleine Mann wieder etwas Gurke in die Hand gedrückt. Kurz lutschte er ganz gierig daran herum, verlor aber schnell das Interesse daran. Kennt er ja jetzt schon *zwinker*. Vielleicht war es aber auch etwas spät und er schon zu müde.

26.07.2017
Nächster Versuch: Banane! Was für eine Schmiererei! Ganz gierig griff er danach, schob sie in den Mund und mümmelte wild auf ihr herum. Bei den Stückchen verzog er das Gesicht und ließ sie angewidert wieder aus dem Mund gleiten. Insgesamt kam es aber ganz gut an, glaube ich, und es scheint als sei sogar ein bisschen Banane im Kind gelandet. Auch heute verlor er nach ein paar Minuten das Interesse, das hinderte ihn aber nicht daran, sich vorher einmal komplett mit Banane einzureiben. Herrlich! Im Ernst, es macht mir richtig Spaß ihm beim Erkunden und Ausprobieren zuzusehen. Irgendwann legte er sich die Banane in den Schoß und als ich ihn fragte, ob er fertig sei und ich nach ihr griff, ließ er direkt los. Ich freue mich immer über solche kleinen Dinge. Da bilde ich mir ein, dass er mich schon richtig versteht. So oder so kommunizieren wir miteinander, das mag ich sehr. Vielleicht sollte ich anfangen weitere Babyzeichen zu integrieren.

Jetzt hoffe ich, dass er die Banane gut verträgt und keine Verstopfungen davon bekommt!

27.07.2017
Heute Abend gab es Spinat, Kartoffeln, Karotten und Fischstäbchen. Also für uns, für den kleinen Mann gab es ein paar gedünstete Karottenstifte. Ich glaube, er hat verstanden, dass es nach dem Verhüllen etwas mit Geschmack für ihn gibt. Auch heute griff er wieder ganz wild danach und steckte sich die Karotte ohne Umwege in den Mund. Er lutschte daran herum und tatsächlich schluckte er sogar 2 Stückchen herunter. Der Freund war die ganze Zeit ziemlich nervös, ob der kleine Mann sich daran nicht verschlucken könnte und beobachtete ihn mir Argusaugen. Der machte das aber ziemlich souverän und zerdrückte freudig seine Karotte.

28.07.2017
Aus Neugier startete ich heute den ersten Brei-Versuch, mit mäßigem Erfolg. Ich habe ja schon gesehen wie manche Kinder ganz wild werden, sobald sich ihnen ein Löffel nähert, der Kleine war aber eher am Löffel als am Inhalt interessiert. Als er helfen durfte, landete doch der ein oder andere Löffel Brei im Mund. Sobald er Nachschub wollte, brummte er und beugte sich nach vorne. Erst bot ich ihm Zucchini und zum Nachtisch ein bisschen Apfelmus an, aber so richtig überzeugt bin ich nicht.

Ich hatte auf etwas eindeutigere Zeichen gehofft, denn wie ein Vögelchen sperrte er den Schnabel nicht gerade auf. Aber ich erntete ein Brummen, wenn der Löffel nicht wieder kam.
Abends lutschte er an ein bisschen Brot herum, dabei hat er sich einmal richtig doll verschluckt. So ein bisschen nervös macht mich das ja schon, auch wenn ich weiß, dass es meist schlimmer aussieht als es ist.

29.07.2017
Heute machen sich wieder die Zweifel bezüglich der Beikostreife breit. Vielleicht war er nur müde oder hatte keinen Appetit, alles was interessanter als das Essen und so wischte er nur ein bisschen darin herum und schmierte es in seinen Latz. Insgesamt macht lässt mich mein Bauchgefühl gerade etwas im Stich, was diese Beikostsache angeht. Ob wir doch lieber noch etwas warten sollten? Andererseits zwingen wir ihn ja nicht, sondern überlassen es komplett ihm selbst, ob und wie viel er von dem angebotenen Essen zu sich nimmt – egal ob es sich um Brei oder „echtes“ Essen handelt.

01.08.2017
Da wären wir also wieder! Als ich mir mein Frühstück zubereitete, wäre er fast vor Neugier in mein Essen geplumpst, deshalb habe ich ihm dann doch ein bisschen gedünsteten Apfel gegeben. Er lutschte kurz voller Elan daran herum, ließ aber schnell wieder davon ab. Ich habe den Eindruck, dass er die Konsistenz ein bisschen eigenartig fand.

02.08.2017
Joghurt scheint DAS Ding zu sein. Ich konnte den kleinen Mann kaum bremsen, aber aus Angst vor Bauchschmerzen, habe ich ihm trotzdem nur ganz wenig davon gegeben. Ich hätte es nicht geglaubt, aber seine Verdauung springt auch schon auf diese Miniminimengen an und macht es ihm ein bisschen schwerer. Von Bauchschmerzen schien er bisher überwiegend verschont geblieben zu sein, aber die Verdauung macht ihm dennoch zu schaffen.

03.08.2017
Zum Frühstück bekam der kleine Mann heute etwas Apfel. Der war so weich und grisselig, dass ich auf das Dünsten verzichtet habe. Der kleine Mann war schwer begeistert, nur anfassen wollte er den Apfel nicht. Er hielt lieber meine Hand fest, damit ich den Apfel halte. Er lutschte den Saft heraus, ließ aber wie gewohnt alle Stückchen aus dem Mund gleiten.

Auch Apfelmus und ein bisschen Naturjoghurt kamen gut an. Die Gemüsebreie findet er hingegen furchtbar. Er verzieht ganz angewidert das Gesicht. Er schnappt zwar jedes Mal nach dem Löffel, hilft mir ihn zum Mund zu führen und ist dann jedes Mal ganz entsetzt über Geschmack und/oder Konsistenz. Karotte fand er besonders scheußlich. Er würgte sogar! Ich wünschte, ich hätte ein Bild von seinem Blick, als wollte ich ihn vergiften.

Wenn er sich verschluckt, bekommt er rote Ränder um die Augen und es schießen ihm die Tränen in die Augen. Da kommt er ganz nach mir. Ich kann die Unsicherheit bezüglich der Beikostreife einfach nicht abschütteln. Er steckt sich ja auch den Waschlappen in den Mund und lutscht in aus.

4.8.2017
Ananas scheint das Ding zu sein. Das fand er richtig, richtig gut. Er lutschte wie wild darauf herum und bekam kaum genug davon. Selbstverständlich beschränkte er sich auch hier auf den Saft. Das Saubermachen danach findet er richtig gut. Wenn ich ihm den Mund abtupfe grinst er von einem Ohr zum anderen.

Abends durfte zerdrückte Kartoffel und Brokkoli probieren. Das war eine wahre Essenschlacht. Überall, also wirklich ÜBERALL hingen mini Fitzelchen vom Brokkoli, aber es scheint Spaß gemacht zu haben. Vielleicht sollten wir über die Anschaffung eines Firseurumhangs und einer Badehaube nachdenken, um die Waschdauer zu reduzieren. :D

05.08.2017
Eigentlich wollte ich das gar nicht, aber  ich habe ein Gläschen gekauft, zum testen ,ob dir Brei einfach nicht glatt genug war oder du nur meinen Brei furchtbar fandest. Es klingt vielleicht lächerlich, aber ich habe mich ein bisschen gefreut, dass ihm das Gläschen auch nicht wirklich geschmeckt hat. Er würgte zwar nicht, aber Begeisterung sieht anders aus. Er gab der Brotrinde den Vorzug.

06.08..2017
Der kleine Mann durfte sich heute mit Avocado und Banane so richtig einsauen. Es war so warm, dass ich ihn einfach nackig in den Hochstuhl setzte und dann hieß es „Feuer frei“. Ich sag mal so, er nahm das Angebot freudig an. Avocado scheint nicht ganz sein Fall zu sein, Banane schon eher. Aber insgesamt war das wohl nicht gerade sein liebstes Essen, dafür genoss er eine Ganzkörpermaske.

07.08.2017
Nächster Breiversuch. Dieses Mal ein bisschen flüssiger. Tatsächlich ging es damit besser, aber nach 3 halben Löffeln wollte er nicht mehr. Ich weiß einfach nicht, ob er Brei einfach doof findet oder noch nicht soweit ist. Irgendwie hatte ich wohl gehofft, dass er eines dieser Kinder ist, die ausflippen, wenn sie Essen sehen und nach mehr verlangen. Da sind wir echt weit davon entfernt.

08.08.2017
Möglicherweise hat er auch manchmal nicht so viel Hunger. Heute schlug er für seine Verhältnisse richtig zu und aß bestimmt 5 Löffelchen, machte den Mund immer wieder groß auf und zum Nachschlag lutschte er noch auf ein paar Nudeln herum.

09.08.2017
Als ich heute Morgens meine Nektarine aß, riss der kleine Mann den Schnabel auf und versuchte sie mir aus der Hand zu schnappen. Gut, wenn er das so möchte, halte ich ihn nicht auf! Er nuckelte daran herum und lutschte sie bis zum letzten Tropfen aus. Obst kommt allgemein sehr gut an, das freut mich total!

10.08.2017
Fenchel-Karotte-Apfel. Wer hätte gedacht, dass ihm das schmecken würde?! Als wir auf dem Markt waren, sah ich beim Gemüse-Dealer unseres Vertrauens ein paar Fenchelknollen. Weder der Freund noch ich mögen Fenchel, aber ich wollte es trotzdem mal probieren. Und weil es eben sonst niemand isst, gab es das gute Stück heute als Brei. Und das kam richtig gut an!

Der erste Löffel erntete einen kritischen Blick, ich rechnete schon damit, dass das Experiment damit gescheitert wäre, aber nein, er beugte sich nach vorne, öffnete den Mund und wollte mehr. Das hat mich richtig gefreut! Und so verschwand Löffelspitze für Löffelspitze im kleinen Mann. Die Menge ist nach wie vor sehr überschaubar, aber es ist deutlich mehr gewesen als bisher.
Ich habe gelernt, dass es nicht besonders klug ist, das Kind während des Essens zum Lachen zu bringen. Er prustete die komplette Mundladung durch den Raum. Ich musste direkt mitlachen, irgendwie war es nämlich doch ganz lustig.

Er liebt Tomtaten! Es war zu putzig, wie er die Tomate schnappte und fest an sein Gesicht drückte. Er lutschte sie ganz genüsslich aus. Die Schmatzgeräusche waren so lustig! Ich könnte ihm stundenlang zusehen und freue mich echt riesig, dass er so Spaß daran hat Essen zu erkunden.

 

Tagebuchbloggerei 9/2017

In den letzten Monaten kam ich einfach nicht dazu, den Tag festzuhalten oder war abends total erledigt. Heute bin ich wieder mit dabei bei Frau Brüllens #WMDEDGT (Was machst du eigentlich den ganzen Tag?).

Etwas wühlt sich neben mir durch das Bett. Ich versuche es zu ignorieren, vielleicht hört es ja einfach wieder auf. Es ist noch stockfinster im Schlafzimmer und bin müde,aber es wühlt weiter. 5:55 Uhr verrät der Blick durch den schmalen Spalt, den meine Augenlider freigeben. Keine Chance, die Nacht ist vorbei.

Der kleine Mann spielt noch ein bisschen zwischen uns. Die Nacht war ruhig und ich bekam sogar 5,5 Stunden Schlaf am Stück! Ich sollte trotzdem mal wieder mit dem Baby schlafen gehen.

Um 6:30 Uhr verlangt es nach Frühstück. Ich stille ihn und checke, wie so oft in den letzten Tagen,den Sendungsstatus der Dachbox. Mir macht es richtig Bauchschmerzen, dass sich da seit Tagen nichts tun will. Wir wollen doch in den Urlaub. Aber ich Wunder! Endlich wurde die Sendung bearbeitet!

Mir wird schlecht vor Erleichterung. Ich habe uns schon ohne Dachboden und damit mit einem fetten Problem gesehen. Puh! Jetzt geht mein Plan vielleicht doch noch auf!
Frische Windel, anziehen, ich mich fertig. Baby moppert weil vorwärts will. Lässt sich mit Buch besänftigen.

Ich wickle den kleinen Mann, ziehe ihn an und mache mich im Anschluss fertig. Wir wollen den Morgen für einen Spaziergang nutzen. Kurz darauf verlassen wir die Wohnung. Auf dem Weg machen wir einen Stopp beim Bäcker. Der erste Tag Elternzeit schreit nach frischen Brötchen! 

Es ist so angenehm draußen, die Luft ist frisch, aber nicht kalt. Es riecht nach Herbst. Ich mag diese Zeit. Der kleine Mann schläft auf dem Weg angekuschelt an seinen Papa ein. Leider wird er wach als wir ihn Zuhause aus der Trage pflücken.

Wir frühstücken gemütlich, der kleine Mann zerdrückt, bekaut und zermatscht genüsslich ein paar Himbeeren und Cocktailtomaten. Nachdem Hände, Gesicht, Haare und alles im Umkreis von 2 Metern gereinigt ist, versuche ich den Kleinen nochmal hinzulegen, müde genug wäre er.

Dabei bleibt es aber auch. Er schläft fast ein, weint dann bitterlich auf, beruhigt sich, spielt, stillt und schläft fast ein, bis er dann wieder zu weinen beginnt. In der Zwischenzeit saugt der Freund die Wohnung und nimmt die sehnlichst erwartete Dachboden in Empfang. Nach einer Stunde gebe ich auf. Dann eben nicht. Der Kleine kommt in die Trage und ich hänge die Wäsche auf.

Aber auch das gefällt ihm nicht lange und wir versuchen nochmal zu schlafen. Er schafft es dann auch Recht zügig, ich leider nicht und würde stattdessen durchs Internet. Nach einer Stunde öffnet er seine Äuglein, von wach weit entfernt, aber einschlafen konnte er auch nicht mehr. Da ist doch was in der Luft!

Wir beschließen die Dachbox zu montieren. Es bleibt beim Versuch, denn bei 2 von 4 Halterungen ist das Gewinde kaputt. Das darf nicht wahr sein! Unsere Hoffnung im Eisenwarenladen Ersatz zu finden, löst sich in Luft auf. Auch bei Obi bekommen wir nicht, was wir brauchen. Ich flippe aus! Wenn einmal der Wurm drin ist, dann aber richtig!

Unsere letzte Hoffnung, der Metallbauer im Ort, kann das Teil nachbauen. Dass das sauteuer ist, brauche ich wohl nicht erwähnen, aber das ist egal. Ich will in den Urlaub. Das Ersatzteil vom Händler kommt frühestens Donnerstagmittag, wenn es auf Lager und die Post schnell ist. Warten ist also keine Option.

Mittlerweile sind wir alle durch. Der kleine Mann hat das alles super mitgemacht, aber der fehlende Schlaf macht sich nun bemerkbar. Er ist hundemüde und hat keine Lust mehr. Recht hat er! Ich auch nicht. Ich habe Hunger und Durst. Und noch immer nichts gepackt. Das wollte ich eigentlich spätestens heute Nachmittag gemacht haben. Ich bin wirklich stinkig. Ich hasse es, wenn es nicht nach Plan läuft und dann in Stress ausartet. Und es tut mir echt leid, dass der Kleine heute so mitlaufen musste. So habe ich mir das nicht vorgestellt.

Wir flitzen noch fix zu Edeka, besorgen Süßkram und Tiefkühlpizza. Keine Lust mehr zu kochen heute. Schnell Heim! Der kleine Mann weint immer wieder auf, schläft dann aber doch beim Stillen ein. Das ist gut. Bis 19 Uhr hätte er so nicht durchgehalten.

Für uns gibt es jetzt gleich Pizza und dann werde ich zumindest den Koffer des kleinen Mannes packen. Das soll’s gewesen sein. Blöder Tag, morgen wird hoffentlich besser.

Urlaub in Sicht

Schon bald beginnt der zweite Teil der Elternzeit des Freunde und nicht mehr lange und wir starten in unseren ersten Urlaub als Familie.
Wir werden eine Woche in Holland am Meer verbringen und ich freue mich unheimlich darauf. Es ist eben doch etwas anderes seinen Urlaub Zuhause zu verbringen oder anderswo. Und wo könnte es schöner sein als am Meer?

Am Meer geht es mir gut. Ich werde sofort ruhiger und spüre wie der Stress von mir abfällt. Ich freue mich auf den Geruch, das Rauschen der Wellen. Spaziergänge am Strand. Auf die Zeit mit meiner Familie ohne die alltäglichen Aufgaben, die Zuhause unweigerlich anfallen würden.

Was dem voraus geht, ist für mich jedoch meistens Stress. Normalerweise bin ich super gut organisiert, habe zig Listen für alles Mögliche angelegt und alles gut geplant. Die Packliste habe ich schon vor Monaten geschrieben, ein paar Ausflugsziele habe ich auch rausgesucht, soweit ich dazu kam. Ausgefeilt ist das alles allerdings nicht, aber so ein bisschen Spontaneität soll ja auch nicht schaden. Je näher der Urlaub rückt, desto unsicherer wurde ich allerdings, ob wir wirklich all unser Gepäck in mein kleines Auto bekommen, wenn wir den Kinderwagen mitnehmen wollen. Der passt zwar in den Kofferraum, aber dann nicht mehr besonders viel.

Ich würde ja einfach die Fußräume vollstopfen, aber mit einem 3-Türer ist das auch eher unpraktisch. Entweder müsste das Baby vorne mitfahren, was ich ungern möchte oder wir müssen bei jedem Stopp das halbe Auto auspacken. Es lag also nahe zu überlegen, ob der Kinderwagen wirklich mit muss, oder ob ein Buggy sinnvoll wäre.

Der kleine Mann kann noch nicht sitzen, daher ist so ein einfacher Buggy noch nichts. Die anderen, die meine Wunschkriterien erfüllen sind entweder fast so groß im Klappmaß wie der Kinderwagen oder recht teuer. Und so einfach mal eben über das Knie brechen wollte ich das jetzt auch nicht. Kann ich auch nicht, aber das dürfte mittlerweile bekannt sein.
So ganz ohne wollen wir aber auch nicht fahren, auch wenn fraglich ist, ob wir ihn wirklich (oft) nutzen werden.
Twitter schlug mir eine Dachbox vor. Die Idee verwarfen wir wieder, aber naja. Wie es am Ende so ist, googelte ich dann doch und rief beim Autohändler an, um herauszufinden, ob mein Auto sowas überhaupt kann. Kann es.
Damit ging es weiter und gerade bestellte ich dann doch eine Dachbox, die ich eigentlich gar nie wollte. Gut, jetzt muss sie nur noch pünktlich kommen und passen, denn viel Zeit bleibt nicht. Ich bin ja ein bisschen nervörs, ob das dann wirklich alles so klappt, wie geplant.

Ich mag es nicht so schlecht vorbereitet zu sein und alles auf den letzten Drücker zu machen, das übernimmt normalerweise der Freund für uns ;-) Ich kümmere mich dann nun um die weiteren Vorbereitungen und träume weiter vom Meer. Was freue ich mich darauf!

Alltag 

Samstags fahren wir in die Stadt, um auf dem Markt Obst und Gemüse für die Woche zu besorgen.
Da der kleine Mann ja immer recht früh und aktuell noch vor dem Hahn in der Nachbarschaft wach wird, fahren wir ganz früh los. So ist es in der sonst so wuseligen Stadt noch gähnend leer und wir können ganz entspannt über den Markt schlendern, ohne uns durch die Menschenmassen zu drücken.

Meist ist das auch in etwa die Zeit, zu der der kleine Mann wieder müde wird. Seit einer Weile fällt es ihm schwerer in der Trage einzuschlafen. Es ist alles so furchtbar spannend. Wir hatten unseren Markteinkauf erledigt, einen Abstecher zu DM gemacht (Windeln!) und waren gerade auf dem Weg zum Auto als der kleine Mann sich aufhörte gegen die Trage zu stemmen und einschlief. Die letzten Male fuhren wir einfach Heim. Heute entdeckten wir, dass dem Freund jemand in der Tiefgarage ins Auto gefahren sein musste und weil er jetzt Ablenkung brauchte, ich Hunger hatte und das Baby schlief, schlug ich vor frühstücken zu gehen.

Das hatten wir seit der Schwangerschaft nicht mehr gemacht. Wir begaben uns also ohne Umwege direkt in das niedliche Café, bekamen den letzten Platz in einer Nische und bestellten uns ein großes Frühstück. In dem Moment wurde der kleine Mann nach viel zu kurzen 30 Minuten wach, wollte von Schlaf aber nichts mehr wissen. Ich schälte ihn aus der Trage, nahm ihn auf den Schoß, von wo aus er ganz

neugierig umher schaute.

Wir saßen also zusammen in einem Café frühstückten Croissants, Brötchen, Wurst, Käse, Aufstrich und Rührei. Ich mit Chai Latte, der Freund mit Kaffee. Und dazwischen saß unser kleiner Junge, mümmelte an Gurke und Melone herum. Als er keine Lust mehr darauf hatte, stillte ich ihn und dann machten wir uns auch schon wieder auf den Weg. Das fühlte sich so perfekt an.
Das war das erste Mal seit der Geburt, dass wir auswärts gegessen haben. Ich habe das sehr genossen!

Ich freue mich einfach riesig über diese Entwicklung, die wir gemacht haben. Ich bin viel entspannter und routinierter geworden. Wenn er wach wird, wird er eben wach. Wenn er Hunger hat, stille ich ihn. Die Nische war da natürlich schon komfortabel, aber mittlerweile klappt das diskret Stillen ganz gut.
Vor ein paar Monaten war das noch ganz weit weg. Da hätte das Baby in der Trage wahrscheinlich alles verschlafen, aber allein der Gedanke, es könnte wach werden und stillen wollen, stresste mich so, dass ich gar nicht auf die Idee kam auswärts Essen zu gehen.