Hoch die Hände, Wochenende! (WMDEDGT 5/2018)

Das Wochenende beginnt nach einer ganz guten Nacht um halb sieben. Woohoo!
Ich könnte da zwar noch ein bisschen länger schlafen können, aber der kleine Herr kennt kein Erbarmen. Er sitzt im Bett und schenkt mir sein bezauberndes Kleiner-Junge-Grinsen. Bevor wir aufstehen, kuscheln und stillen wir noch ein kleines bisschen.

Wir beginnen unsere Morgenroutine. Anziehen, Windel wechseln, Zähne putzen.
Als wir beide fertig sind, erledige ich ein wenig liegen gebliebenen Haushalt. Der Freund zieht das Bett ab, ich beziehe es neu, während der kleine Mann zwischen den Laken hin und her rollt und sich vor lachen kugelt. Knutschkugel, der! Dann startet der Kleine die Waschmaschine und ich putze fix das Klo. Läuft.

Zeit für Frühstück! Es sind noch Erdbeeren da. Was könnte da passender sein als ein Pancake-Frühstück? Moah! Da könnte ich mich wirklich reinsetzen. Sogar der Kleine langt zu und verschlingt einen Pancake, etwas Banane und ein paar Erdbeeren. So viel hat er schon lange nicht mehr gegessen. Das freut mich so!
Wir machen uns fertig, ich hänge die Wäsche auf und dann fahren wir auf den Markt.

Eigentlich fehlen nur ein paar Äpfel, aber ich kann einfach nicht an den Erdbeeren und dem grünen Spargel vorbeigehen. Ich liebe grünen Spargel! Der Freund legt den obligatorischen Stopp beim Fischdealer ein, um sich ein Forellenbrötchen zu kaufen, das er dann zusammen mit dem Kleinen mümmelt. Ich bin jedes Mal aufs Neue überrascht, dass der Kleine so auf den Fisch abfährt. Er scheint langsam wieder Hunger zu bekommen, denn er verschlingt auch noch den Pancake, den ich vorsorglich eingepackt habe.

Ich möchte noch gerne in die Waschanlage. Auf dem Weg dorthin schläft der Kleine ein. Das ist ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt. Immerhin habe ich nun ein sauberes Auto! Zuhause versuche ich den Kleinen schlafend ins Bett zu bringen. Sagen wir es mal so: Haha! Er verschlief das Abschnallen, das war’s dann aber auch. Bis wir in der Wohnung waren, war das Kind wach und quietschfidel. Jeder Versuch ihn nochmal hinzulegen, scheiterten.

Ich wickle ihn und poliere schnell noch die gefetteten Schühchen, während der Freund das Mittagessen vorbereitet. Es gibt Fusilli Aglio e Olio mit grünem Spargel und viiiieeel Parmesan. Moah! Daran könnte ich mich glatt totfressen. So lecker!
Ich fische das Kind aus dem Stuhl und versuche die Spuren des Desserts (Erdbeeren und Wassermelone) vom Kind zu entfernen. Er hat einen Kleiderwechsel gewonnen.
Ich liebe das Wetter! Die Wäsche vom Vormittag ist schon trocken und so kann ich die nächste Wäscheladung starten. Der Kleine drückt ganz begeistert das Knöpfchen und erfreut sich am Kinderkino.
Nach dem Essen ist vor dem Saugen, also wirble ich vor dem nächsten Schlafversuch durch die Wohnung.

Versuch Nummer zwei scheitert trotz deutlichen Müdigkeitsanzeichen. Keine Chance. Die Wäsche ist fertig und möchte aufgehängt werden. Gesagt, getan. Und noch mehr Müdigkeitsanzeichen, aber nein, er möchte nicht schlafen. Genug der Versuche, wir gehen nun raus. Schlaf nach 15:30 Uhr sorgt dafür, dass er gar nichts mehr ins Bett möchte, dann bleibt er jetzt eben wach.
Wir spazieren auf den Piratenspielplatz, wo der Kleine durch die Sandkiste fegt und versucht die Rutsche hochzukrabbeln. Er liebt es zu rutschen. Leider sind die Rutschen auf den meisten Spielplätzen hier nicht begehbar, wenn man nicht selbst klettern kann. Mit Kleinkind auf dem Arm ist das aber leider nicht möglich. Umso mehr Spaß hatte er, dass es hier klappt.
Ein paar Kinder haben die Wasserpumpe aktiviert. Ich habe alle Hände voll zu tun, den Kleinen davon abzuhalten kopfüber im Matsch zu versinken. Er liebt Wasser!

Um 17 Uhr gehen wir mit einem kleinen, dreckigen Kind nach Hause. Wir waschen Sonnencreme und Sand von Händen, Füßen und Gesicht. Dann gibt es Abendbrot. Wieder pickt der Kleine nur ein bisschen im Essen herum. Ein großer Esser ist er wirklich nicht. Danach mache ich ihn bettfertig, putzen die Zähnchen und spielen noch eine Runde, ehe es etwas früher als sonst ins Bett geht.

Wir kuscheln uns ins Bett und stillen. Innerhalb von 10 Minuten ist der Kleine eingeschlafen. So schnell ging das schon lange nicht mehr.
Feierabend! Zeit für Couch und Modern Family.

Weitere Tagebucheinträge gibt es wie an jedem 5. des Monats bei Frau Brüllen.

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WMDEDGT 4/18

Happy birthday to you! Happy birthday to you! Frau Brüllens „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ (#WMDEDGT) wird heute 5 Jahre alt!

Ich werde vom kleinen Mann geweckt, der im Schlaf aufweint. Während ich ihn anlege, schaue ich auf das Smartphone. Es verrät, es ist 4:45 Uhr. Ich hoffe inständig, dass der Kleine nur schlecht träumte oder Hunger hatte und noch etwas weiter schläft.
Ich habe Glück und erst um 6:25 Uhr erklärt der Kleine die Nacht für beendet.

Dann beginnt die Morgenroutine. Wir stehen auf und als erstes bekommt der Kleine eine frische Windel und wird tagfein gemacht. Dann verschwinde ich im Bad und ziehe mich an. Während der Freund ein bisschen mit dem Kleinen spielt, bereite ich für uns das Frühstück vor und packe die Brotdose für die KiTa. Zusammen mit der Trinkflasche und der Kuschelrobbe verschwindet alles im Rucksack.
Um 7 Uhr sitzen wir alle am Frühstückstisch. Der Freund mümmelt ein Brot, während ich versuche Müsli zu essen. Versuche, weil der Kleine statt seines Breis lieber meine Haferflocken essen möchte.

Gegen halb 8 schnappe ich mir Kind und Rucksack. Der Freund wuchtet den Kinderwagen aus dem Keller und schon sind wir auf dem Weg in die Kita. Wieder wollte der Kleine nicht von meinem Arm und ihm schossen die Tränen in die Augen als ich ging. Seufz. Das fällt mir wirklich schwer, auch wenn ich weiß, dass er schon drüber hinweg ist, ehe ich richtig aus der Tür bin.
Heute vereinbaren wir, dass ich nach Hause gehe und um 9 Uhr wieder komme. Er bleibt so lange in der Gruppe, wie er mitmacht, aber so bin ich vor Ort und kann ihn schnell abholen kommen. Das ist ein ziemlich guter Kompromiss, finde ich.

Also verlasse ich die KiTa und laufe nach Hause. Dort verräume ich die Wäsche, die der Freund abgehängt hatte. Er macht sich auf den Weg zur Arbeit und ich setze mich an die Collage der Monatsbilder des kleinen Mannes. Die Zeit vergeht rasend schnell und schon bin ich wieder auf dem Weg zurück in die KiTa.
Dort setze ich mich in den Ruheraum der großen Kinder und lese. Anfangs fiel es mir sehr schwer, weil ich immerzu lauschte, ob ich den Kleinen höre. Ab und zu tat ich das auch und es rauschte sofort durch meinen Körper. Ich fühlte mich als würde all mein Blut meinen Körper verlassen. Ich weiß, dass er da gut aufgehoben ist und ein bisschen weinen auch mal ok ist. Das ändert aber nichts an diesem Instinkt. Dem unbändigen Wunsch sofort zu ihm zu eilen und ihn zu trösten. Ich höre wie gesunden wird und sich der Kleine beruhigt. Er liebt das! Dann werde auch ich ruhiger und kann lesen. Zwischendurch unterhalte ich mich noch mit einer anderen Mutter.

Nach fast 2 Stunden KiTa-Zeit, holt mich eine der Erziehrinnen. Der kleine Mann thront auf dem Schoß seiner Bezugserzieherin und lauscht den Liedern. Zwischendurch sei er auch mal im Kinderwagen gesessen. Das habe ihn wohl auch beruhigt und ihm ein wenig Rückzugsmöglichkeit geboten. Das hätte ich ja auch nie gedacht, dass der Kinderwagen mal diese Funktion erfüllen würde. Ich erinnere mich noch genau wie der Kleine binnen Minuten anfing zu weinen, wenn er im Wagen lag. So ändern sich die Dinge!
Ich bin so dankbar, dass die Erzieherinnen so sehr auf den Kleinen eingehen und sich alle Mühe geben, ihn bei Laune zu behalten und zum Durchhalten ermutigen. Sie reißen sich wirklich ein Bein für ihn aus.

Ich schnappe mir mein Kind und laufe mit einem kleinen Umweg nach Hause. Dort verputzt der Kleine sein Frühstück. Währenddessen kommt eine interessante Wohnungsanzeige rein. Ich vereinbare einen Besichtigigungstermin für heute Abend, dann bringe ich den Kleinen ins Bett und bereite das Mittagessen vor.
Es gibt Gemüsefrikadellen mit Reis für mich und mit Nudeln für den Kleinen. Der findet Reis nämlich echt abartig. Außerdem probiere ich ein Rezept für Fruchtriegel aus. Alfo mir fmecktf!

Der Kleine schläft inzwischen fast 2 Stunden. Ich wage es und setze mich noch mal an den PC und bastle an den Bildern. Eine halbe Stunde später meldet sich der Kleine zu Wort. Ich wechsle die Windel, bevor es Mittagessen gibt.
Ich finde das Essen großartig. Die Frikadelle kommt gut an, ein paar Nudeln wandern auch im Kind. Auch der Fruchtriegel scheint zu schmecken. Zum Nachtisch mümmelt der Kleine an einer Orange als er plötzlich komische Laute von sich gibt. Ich dachte erst, er macht wieder Späße, bis ich merke, dass er versucht ein Stück Orange hoch zu holen, es aber nicht klappt. Sofort geht mir der Puls hoch. Ich gebe ihm zwei weitere Versuche, dann nehme ich ihn über die Knie. Als das Orangenstück aus seinem Mund purzelt, drücke ich ihn fest an mich und muss ganz tief durchatmen.

Als ich wieder ruhiger werde, möchte der Kleine bitte spielen. Ich schieße eine Jacke und ein paar Schühchen bei den Kleinanzeigen für ihn und setze mich dann zu ihm. Wie spielen mit der Kugelbahn und schauen Bücher an. Der Kleine benötigt zwischendurch eine neue Windel und verwandelt das Wohnzimmer innerhalb kürzester Zeit fröhlich grinsend in einen Schweinestall. Gegen halb 4 ziehe ich uns an, denn ich möchte zum ersten Mal zum Eltern-Kind-Turnen. Wir sind super gut in der Zeit. In der Tiefgarage treffe ich meinen Frauenarzt, wir plaudern kurz und dann fahre ich los.
Wir sind zu früh da, aber das nutzt auch nichts, denn außer uns ist niemand da. Ich checke nochmal, ob ich richtig bin – müsste, ja. Aber nichts. Genervt fahre ich nach Hause. Zwischen den Regenschauern spazieren wir noch eine kleine Runde, besorgen ein Brötchen und dann ist es schon Zeit für das Abendessen.

Die letzten Tage war ich vom Essverhalten des Kleinen echt verwöhnt. Heute mag er nicht so richtig, deshalb stille ich ihn nach dem Essen.
Wir spielen noch ein bisschen, ehe ich ihn umziehe. Wir haben gleich noch einen Besichtigungstermin, der mit der Bettgehzeit kollidiert, weshalb ich den Kleinen schon in den Schlafanzug stecke und einfach eine Jeans drüber ziehe.
Als der Freund Heim kommt, machen wir uns direkt auf den Weg.
Die Wohnung ist super schön, aber leider sind die Zimmer klein und der Schnitt passt nicht. Schade.

Zuhause wird der Kleine sofort ins Bett verfrachtet. Der Freund liest vor, während ich ihn stille. Nach 20 Minuten schkäft er tief und fest und mein Feierabend beginnt.

Weiter geht’s!

Es geht weiter. Inzwischen sind nun zwei weitere Wochen der Eingewöhnung vergangen. Zeit für ein kleines Update.

Die erste Woche verbrachte ich wieder zusammen mit dem Kleinen in der Gruppe. Ich erzählte ja schon, dass der kleine Mann sich am ersten Tag etwas schwer tat und sich nicht so recht lösen wollte.
Mir brach das ein kleines bisschen das Herz. Nach einigen Minuten sammelte er seinen Mut und zog dann doch wieder los, aber ich spürte sein Zögern und sah seine Blicke, die sich immer wieder versicherten, dass ich auch wirklich in der Nähe bin. Das kannte ich bisher nicht in diesem Umfang. Und es machte mir schmerzlich bewusst, was wir in der Woche zuvor kaputt gemacht hatten. Weil nicht offen kommuniziert wurde, weil wir dachten er sei schon weiter und weil, als ich es mir erstmals dachte, dass es so nichts wird, ich nicht auf mein Bauchgefühl gehört und bestanden habe, sondern auf die Erzieherinnen hörte. Das soll kein Vorwurf sein, sie sind die mit der Erfahrung und es hätte ja klappen können. Aber es zeigt mir eben, dass ich mein Kind am besten kenne. Das lässt sich nun nicht mehr ändern.

Aber es sind nun alles sehr bedacht, den Kleinen ruhig ankommen zu lassen. Hinter dem breiten, frechen Grinsen und dem Schalk im Nacken, steckt eben auch ein sensibler Kern. Jeden Tag taute der Kleine wieder ein bisschen mehr auf. Er zog früher los und größere Kreise, suchte weniger Blickkontakt. An einem Tag konnte ich ihn nicht begleiten, dort übernahm der Freund und das klappte ganz wunderbar. Da zog der Kleine sogar direkt los. Er nahm immer mehr Kontakt mit seiner neuen Bezugserzieherin auf und genießt es sichtlich sich von ihr begleiten zu lassen.

Diese Woche fand die erste Trennung statt. Nach 20 Minuten holte ich einen kleinen Mann ab, der geweint hatte, sich aber beruhigen ließ. Die Erzieherinnen hatten beschlossen, dass so ein guter Abschluss wäre, weil er nicht in Tränen aufgelöst abgeholt wird. Am Tag darauf blieb er schon 45 Minuten und jetzt zum Ende der Woche schon wieder eine Stunde. Sobald ich die Gruppe betrete und seinen Namen rufe, schenkt er mir sein bezauberndes Lächeln. Manchmal kommt er aufgeregt auf mich zu gekrabbelt, aber oft zeigt er mir, was er gerade Tolles zum Spielen hat und widmet sich dieser Sache dann wieder. Das macht mich sehr glücklich!

Nur das Abgeben, das fällt mir schwer. Ich gehe jeden Morgen ganz positiv gestimmt mit ihm in die Gruppe. Schon in der Garderobe zeigt er mit spitzem Zeigefinger, begleitet von „Da! Da!“-Rufen, auf den Gruppenraum. Auch wenn wir ihn betreten ist alles super, aber sobald ich mich verabschiede, ich ihn absetzen oder der Erzieherin geben möchte, klammert er sich an mich. Das ist der Moment, an dem auch ich innerlich versteife. Das ist doof, denn das merkt er natürlich, aber ich weiß auch, dass ein langer Abschied eben auch nichts bringen würde. Ich übergebe ihn dann und manchmal sehe ich noch die zuckenden Mundwinkel wenn ich gehe. Herzbruch!
Aber ich höre ihn nie weinen! Seine Erzieherin nimmt ihn sofort an sich, geht mit ihm in die Sandkiste oder begleitet den Abschiedsschmerz. Jeden Tan versichert sie mir, dass es sich nur um Sekunden handelte. Abschiedsschmerz eben und das sei völlig in Ordnung und normal.

Das weiß ich auch, aber bisher war es eben nicht so. Da konnte er es kaum erwarten, dass er spielen konnte. Seitdem sind natürlich auch schon ein paar Wochen vergangen, er hat sich weiterentwickelt. Vielleicht wäre dieser Punkt auch bei der anderen Erzieherin gekommen, wer weiß das schon.
Ich freue mich jedenfalls, dass sich der Kleine wieder gefangen hat und gerne in die KiTa geht.

Rückschlag

Sagte ich, die Eingewöhnung läuft? Tut sie. Rückwärts und bergab, aber läuft.

Bis jetzt lief es wirklich bilderbuchmäßig. Die 2,5 Stunden letzte Woche waren wirklich anstrengend für ihn und er war danach richtig erledigt, aber er meisterte das ganz wunderbar. Das änderte sich diese Woche.
Für diese Woche standen große Schritte an. Der Kleine sollte das erste Mal bis zum Mittagessen bleiben und dann zum ersten Schlafversuch bleiben. Der Punkt, dem ich ohnehin mit Bauchschmerzen entgegen blickte. Stattdessen fuhren wir die Zeit sogar zurück.

Tag 16 startete nach einer durchzahnten Nacht mit der Nachricht, dass die Bezugserzieherin des Kleinen die komplette Woche ausfallen wird. Tatsächlich begann er 10 Minuten bevor ich ihn abholen kam, zu weinen. Er war so unfassbar müde, dass er nach 3 Minuten in der Trage tief und fest einschlief. Zum ersten Mal hatte ich kein gutes Gefühl. So kamen einfach zwei schwierige Umstände zusammen. Im Grunde ist das nicht weiter schlimm, aber mir tat er dennoch so leid.Er hat seine Bezugserzieherin schon sehr ins Herz geschlossen, dass sie nicht da war, warf ihn etwas aus der Bahn.

Auch am den nächsten Tagen weinte er bittere Tränen als ich wir ihn abholte. Ich vermutete, dass ihm im Schneenazug velleicht einfac zu warm war, aber wir beschlossen ihn am Tag darauf noch vor dem Rausgehen abzuholen, falls ihm das einfach zu viel ist. Er sei halt ab 10 müde, sagte mir die Leitung. Ja, schon. Aber da muss sich doch ein anderer Weg finden als dass ich ihn abhole? Er muss sich ja auch dran gewöhnen. Da dachte ich zum ersten Mal, dass es die Kapazitäten wohl nicht herzugeben scheinen, dass vielleicht jemand versucht ihn zu einem Schläfchen zu bewegen.
Neuer Tag, neues Glück. Aber da klingelte zum ersten Mal das Telefon. Der Kleine lasse sich nicht beruhigen, ob ich ihn abholen könne. Natürlich! Mich empfang ein völlig aufgelöster, kleiner Mann. Die Sorgen, die ich mir seit Montag machte, verwandelten sich in einen wahren Sturm. So kann es unmöglich weitergehen. Der Kleine soll doch mit einem guten Gefühl in die KiTa gehen. Daneben steht der Jobbeginn, der immer näher rückt. Beim Gedanken daran wurde mir schlecht. An diesem Tag verriet uns eine Erzieherin, dass die Bezugserzieherin des Kleinen schwanger ist. Uff. Ich freue mich riesig für sie. Für den kleinen Mann ist das eine Katastrophe. Ich hätte heulen können. Wie soll das so klappen? Da muss unbedingt eine Lösung her. Zeitgleich werden gerade zwei weitere Kinder eingewöhnt, wodurch eigentlich keine Kapazitäten frei sind.

Es machte sich das Gefühl breit, dass für mein Kind kein Platz ist. Ich hatte den Eindruck, dass er so hin und her geschoben wird. Er ist zwar schon seit 3 Wochen dort und hat sich etwas eingelebt, aber eben noch nicht so sehr, dass er da derart flexibel reagieren kann. Er zwar sehr offen, aber auch sensibel und mit ganz feinen Antennen ausgestattet. Er shäkert gerne, aber er vertraut nicht jedem.

Zuhause erarbeiteten der Freund und ich einen Notfallplan, den ich am nächsten Tag mit meiner Chefin besprechen würde. Ich hatte ohnehin vor ins Büro zu fahren, weil ich meine Arbeitszeiten mit ihr besprechen wollte. Kaum ausgesprochen, fühlte ich mich schon viel leichter. Jetzt muss es nur noch klappen.

Für Donnerstag (Tag 19) planten wir schon nur noch 1,5 Stunden ein, aber bereits nach 45 Minuten klingelte das Handy, ob wir den Kleinen in 30 Minuten abholen könnten. Irgendwie verwirrte mich das, ich fragte, ob er weine und als es hieß ja, schickte ich den Freund los, denn ich saß im Büro. Als er ankam, spielte der Kleine mit einer der Erzieherinnen am Waschbecken. Nicht ganz glücklich, aber auch nicht weinend. Der Freund nahm ihn dann mit, so blieb zumindest ein einigermaßen positiver Abschluss. Allerdings beschlich uns immer mehr das Gefühl, dass da eben kein Platz, keine Zeit für unser Kind ist. Und dass es vielleicht auch gar nicht richtig versucht wird und man es sich etwas leicht macht. Es machte mich wütend, dass noch keine Lösung erarbeitet wurde. Ich meine, die Erzieherin fällt jetzt einfach weg, er steckt mitten in der Eingewöhnung. Da muss man sich doch mal überlegen, wie man das auffängt?
Ziemlich blöde Gefühle und Gedanken, die das Verhältnis belasten, wo ich doch so überzeugt von der KiTa bin. Da muss ein Gespräch und eine Lösung her. Mein Kind hat eine liebevolle Eingewöhnung verdient, so wie die anderen auch.

Es tut mir weh zu sehen wie mein aufgewecktes, offenes Kind jeden Tag zurückhaltender wird. Statt in seiner geliebten Sandkiste zu verschwinden, die Arme nach uns ausstreckt und deutlich zeigt, dass er lieber mit nach Hause möchte. Zuhause klebt er an uns. Als ich zum Arzttermin aufbrach, weinte er wohl nach 10 Minuten ganz bitterlich nach mir. Er rückte nicht einen Zentimeter von meiner Seite. Er ist schon immer auch anhänglich gewesen, aber so kenne ich ihn nicht. Wir versuchen ihm viel zu erklären, gut zuzureden, ihn auf den nächsten Tag vorzubereiten und ganz viele Spiel- und Kuscheleinheiten einzubauen, aber das allein reicht nicht.

Das Gespräch mit meiner Chefin lief wunderbar. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass sie so verständnisvoll reagieren würde. Mich hatte nämlich wirklich ernsthaft das Gewissen gebissen, weil man mich auch einplant, aber ohne ein Zögern stimmte sie meinem Wunsch zu und so werde ich noch einmal meine Elternzeit verlängern. Das gibt uns etwas mehr Zeit. Auf Dauer ist das aber keine Lösung, denn von Elternzeit allein gewöhnt sich der Kleine auch nicht ein. Das Wohl meines Kindes steht über allem, aber auch der finanzielle Aspekt ist nicht zu verachten. Ich bin dankbar, dass wir das auffangen können, aber auf Dauer geht das nicht. Ich bin so unfassbar dankbar für meinen grandiosen Arbeitgeber.

Müde? Sandkiste! (WMDEDGT 3/18)

Und schon wieder ist ein Monat rum, Zeit für Frau Brüllens Was machst du eigentlich den ganzen Tag?.

Es fühlt sich an als würde ein Lastwagen über mich rollen als der kleine Mann um 1:10 Uhr regt. Ich lege ihn an und hoffe darauf, weiterschlafen zu können. Leider hat der Kleine andere Pläne und ist wach. Er stillt zwar eine ganze Weile, kuschelt sich immer wieder an, aber turnt auch herum. Dazwischen weint er ganz bitterlich. Die Zähne. Oder viel mehr der Zahn. Oben rechts. Links war schon so fies, rechts steht ihm in nichts nach.
Nachdem er versorgt ist und sich einigermaßen beruhigt hat, versuche ich ihn zum Weiterschlafen zu überreden, denn ich weigere mich aufzustehen. Er ist wirklich sehr müde, schafft es aber nicht einzuschlafen. Selbst stillen ist irgendwann einfach doof. Nach 2 Stunden rollt er sich auf mich und schläft er erschöpft auf mir ein.

Leider hält die Ruhe nicht lange. Er schläft unruhig und ist um 5:25 Uhr wieder sowas wie wach. An Schlaf ist nicht mehr zu denken. Ich weine gedanklich in mein Kissen. In den letzten 10 Nächten war er 8 Nächte wach, die anderen waren enorm unruhig. Ich habe in keiner Nacht länger als 2 Stunden am Stück geschlafen und das auch nicht sehr tief. Gepaart mit den Monaten zuvor. Kurz: Ich bin müde wie ich es selbst in Minibabyzeiten nie war. Ändert ja aber nichts.

Also starten wir die Morgenroutine. Der Freund lüftet und zieht den Kleinen an, während ich mich anziehe und das Frühstück fertig mache. Der kleine Mann piekt unmotiviert in seinem Pancake herum, während ich die Brotdose für die KiTa mache und dann noch fix einen Getreidebrei anmische. Was er nicht löffeln kann, findet er gerade sehr doof. Außerdem tut der Zahn weh. Also gut, so isst er ein bisschen was. Wir spielen noch ein bisschen und ziehen uns final an, dann werden die Zähne geputzt und der kleine Mann eingepackt.
Der Freund schnappt sich den Rucksack und den Softshellanzug, dann kann es losgehen. Heute bleibt der Kleine wieder bis nach der Draußenzeit. So er denn nicht müde zusammenbricht.

In der KiTa erfahren wir, dass die Bezugserzieherin des Kleinen die Woche ausfallen wird. Ich glaube, der Kleine ist mittlerweile so gut eingelebt, dass er das verkraftet. Allerdings fühle ich mich etwas unwohl, weil der erste Schlafversuch in dieser Woche stattfinden soll. Das ist ja ohnehin ein recht vertracktes Thema derzeit. Aber auch das wird sich finden, denke ich.

Zuhause sichte und sortiere ich die Bilder von meinem Handy. Ich blogge ein bisschen, lasse mich nebenher von Youtube berieseln. Dann rechne ich noch ein paar Dinge durch. Das Ergebnis ist sehr erfreulich und lässt mich ein bisschen aufatmen. Weil ich noch kurz Zeit habe, besuche ich ein paar Websites von Autoherstellern. Das macht mir wirklich keinen Spaß.

Noch fix in den Keller und zur Post, dann kann ich mein Baby wieder abholen.
Schon bevor ich das Tor erreiche, höre ich, dass der Kleine weint. Ich weiß, dass er unfassbar müde sein wird. Ich werde gebeten morgen den Kinderwagen mitzubringen, damit er sich darin ausruhen kann. Wird gemacht! Ich hoffe, das hilft. Vielleicht schläft er auch nachts einfach mal. ;-)
Ich ziehe ihn um, schnalle ihn in die Trage und gehe los. Nach 3 Minuten schnorchelt es unter der Mütze hervor. Ich bleibe noch ein paar Minuten draußen (das Wetter ist herrlich!), damit er tief genug schläft, ehe ich ihn aus der Trage schälen. Das klappt überraschenderweise ganz gut. Nach 30 Minuten meldet er sich, ich stille ihn und er schläft weiter. Ich beeile mich und mache meine Yogaeinheit. Das erste Mal seit 10 Tagen bekomme ich richtig Luft dabei. Wie gut das tat!

Das innere Uhr des Kleinen schläft nach 1,5 Stunden aus. Er wacht weinend auf, ist immer noch sehr müde, lässt sich aber auch nicht beruhigen. Mann, dieser Zahn! Das macht ihm echt zu schaffen. Weil das Gel keine Linderung verschafft, gebe ich ihm kurzerhand ein Schmerzzäpfchen und verkrümle mich wieder mit ihm ins Bett. Ich hoffe, er schläft noch mal ein, wenn die Schmerzen weg sind. Wir kuscheln und stillen ein bisschen, aber schlafen möchte er nicht mehr.

Nach einem Windelwechsel, gibt es Mittagessen. Aber auch jetzt verschmäht er alles, was ich ihm anbiete. Das hatten wir beim letzten Zahn auch schon, da stillte er plötzlich wieder voll.
Als der Kleine seine Tiger Box erspäht, zeigt er drängend darauf, also hören wir ein bisschen Musik. Er liebt das so! Er tanzt mit seiner Robbe zu Shake it off und ich platze fast vor Niedlichkeit. Ehrlich, dieser kleine Mensch lässt mein Herz überblubbern!

Noch ein Windelwechsel, dann versuche ich das müde Kind noch einmal hinzulegen. Das will nicht klappen. Es zieht es mich nach draußen. Es ist wunderbar warm und die Sonne scheint. Ich drehe eine Runde mit dem Kinderwagen. Ich hätte Wetten darauf abgeschlossen, dass es den Kleinen in das Land der Träume schüttelt, aber diese Wette hätte ich verloren. Er kämpfte richtig gegen den Schlaf. Also wie konnte ich die Zeit bis zum Schlafen noch überbrücken ohne dass es allzu viel Tränen gab? Sandkasten! Also spazierte ich zum Spielplatz und ließ den Kleinen zum dritten Mal an diesem Tag in den Sand gleiten. Wir buddelten, ich baute Türmchen und ließ sie vom Kleinen einreißen. Nach 30 Minuten zog ich ein vollständig paniertes, aber glückliches Kind aus der Sandkiste.

Zuhause wurde er gesäubert, die Klamotten ausgeschüttelt und dann war es schon mehr als Zeit für das Abendessen. Auch das interessierte ihn herzlich wenig. Die Müdigkeit gewann die Oberhand. Also stillten wir bis der Freund kam. Der schnappte sich das Kind, zog ihn um und dann ging es schon ins Bett. Aber auch da tat er sich wieder super schwer. Im Moment ist das Thema Schlafen echt schwierig. Ich hoffe, das wird bald wieder besser. Aber irgendwann schafft er es dann doch endlich einzuschlafen. Feierabend!

Alter Hase

Der Freund musste diese Woche länger arbeiten und konnte morgens später los. Er begleitete uns deshalb diese Woche in die KiTa. Er wollte gerne wissen, wie das so bei uns abläuft, weil er den Morgendienst an einigen Tagen übernehmen wird, wenn ich wieder arbeite.

Ich fürchtete ein bisschen, dass sich das Verabschieden tränenreich gestalten könnte, denn Zuhause findet es der Kleine gar nicht gut, wenn Papa einfach arbeiten geht. Da wird geschimpft und manchmal auch ein bisschen geweint. Meine Sorge war jedoch unbegründet. Wie auch schon die Tage zuvor, hielt es den Kleinen ab betreten des Gruppenraumes kaum noch bei uns. Mit einem halben Auge verabschiedet er sich von uns, während er schon beschäftigt an etwas herumspielte. Er liebt die KiTa!

Der Freund erzählte nach dem ersten Abgeben, dass es sich für ihn ganz eigenartig anfühlte, den Kleinen einfach dort zu lassen. Ja, das erste Mal war wirklich nicht leicht, aber es wird besser!

An Tag 12 der Eingewöhnung verließen wir das erste Mal ohne unser Kind das Gebäude. Zum ersten Mal seit der Geburt waren der Freund und ich komplett alleine in unserer Wohnung. Gemeinsam. Verrückt. Und eigenartig. Als der Freund ins Büro fuhr, nutzte ich die Zeit, um Unliebsames zu erledigen. Zwischendurch suchte ich einmal ganz erschrocken das Babyphone, weil ich befürchtete es nicht eingeshaltet zu haben. Es dauerte ein bisschen, bis mir einfiel, dass ich ja alleine zuhause bin. So schön es war, der kleine Wirbelwind fehlte mir schon. Ich liebe es ihn abzuholen. Sein Gesicht, wenn er mich sieht und wie er auf mich zu gekrabbelt kommt. Das ist schon ein ganz besonderer Moment.

An Tag 13 verbrachte der kleine Mann schon 2,5 Stunden in der KiTa. Der erste Ausflug nach draußen! Er ist nach der KiTa immer richtig erledigt, die nächtlichen Defizite (es ist ein Graus momentan!) tun da ihr Übriges. Ich behielt das Smartphone die ganze Zeit im Auge und wartete geradezu auf einen Anruf, weil mein müdes Baby sich nicht beruhigen möchte, aber auch nicht einfach einschlafen kann. Aber nichts.

Er macht das wirklich ganz wunderbar. Während er in seiner geliebten Sandkiste buddelt, shäkert er mit den Erzieherinnen aus der anderen Gruppe. Immer wieder erzählt mir seine Erzieherin wie wunderbar es laufe. Als sei er schon Monate dort, nicht einmal die Mutter, die gerade wegen der Eingewöhnung ihrer Tochter da sei, würde ihn irritieren. Er sei so offen und fröhlich und habe schon allen den Kopf verdreht. Aber auch, dass er Energie hat. Er flitzt durch die Gegend, krabbelt, klettert und läuft an allem entlang, was ihm zwischen die Finger kommt. Zwei kleine Unfälle hatte er, einmal biss er sich auf die Zunge, das andere Mal bremste er beim Klettern mit der Nase auf Teppichboden. Danach sei er wohl viel vorsichtiger gewesen, wenn er an die Stelle kam. Er lernt also dazu! Ansonsten gab es keinerlei Tränen.

Er hat super viel Spaß dort und immer wenn ich ihn abhole, ist er eigentlich noch gar nicht fertig mit spielen. Ich merke aber deutlich, dass die 2,5 Stunden nicht spurlos an ihm vorbei gehen. Und plötzlich isst mein Kind! Er hat bisher bis auf ein paar Ausnahmen wirklich eher kleine Mengen zu sich genommen. Seit dieser Woche haut er für seine Verhältnisse richtig rein. Das freut mich wirklich sehr, denn so weiß ich, dass er auch ohne mich über den Tag kommt (ja, ich weiß, er ist alt genug, dass er nicht verhungern würde und schon äße, wäre er sehr hungrig, aber ich halte nichts davon ihn dazu zu „zwingen“).

Mein kleiner Junge, ich bin mächtig stolz!

Fazit nach 15 Tagen Kita: läuft.

KiTa & Alltag

Der kleine Mann geht richtig gerne in die Kita. Er fühlt sich sichtlich wohl und kommt immer mehr an. Selbst nach dem langen Wochenende zog er gleich los. Als ich in eine dreiviertel Stunde später abholte, saß er zusammen mit A. in der Sandkiste und schenkte mir ein dickes Grinsen als er mich sah.

Am Freitag blieb der Kleine schon 1,5 Stunden und damit zum ersten Mal zum Frühstück und Morgenkreis.

Das Abgeben klappt bisher super. Ich ziehe den Kleinen um, nehme ihn auf den Arm und gehe in die Gruppe. Dort wird er sofort begrüßt, ich telle seine Trinkflasche bereit und verstaue den Rucksack, solange lässt der kleine Mann noch die Blicke schweifen und checkt die Lage.

Dann gehe ich in den Raum und verabschiede mich. Ich wünsche ihm viel Spaß und sage ihm, dass ich ihn nach dem Spielen wieder abholen, dann lasse ihn entscheiden, ob er runter oder noch kurz auf den Arm seiner Bezugserzieherin möchte. Das wollte er am 8. Tag zum ersten Mal. Manchmal zieht es ihn schon nach dem Betreten des Raumes nach unten. Dann sage ich ihm Tschüss, gebe ihm einen Kuss und gehe. Manchmal sieht er mir noch nach, aber es kommt auch vor, dass er gar keine Zeit hat, sich zu verabschieden, weil er ganz dringend spielen muss. Tränen gab es bisher keine.

Dann beginnt meine Auszeit.
Währenddessen erkundet der Kleine seinen Gruppenraum und spielt, am liebsten in der Sandkiste.
Wenn ich ihn abhole, ist er meistens ganz vertieft in sein Spiel. Wenn ich ihn dann rufe oder zu ihm gehe, grinst er mich an und krabbelt auf mich zu. Er möchte dann auf den Arm und zusammen verstauen wir die Trinkflasche und gehen in die Garderobe. Während ich ihn anziehe und immer wieder dicke Umarmungen bekomme (♡), berichtet mir seine Bezugserzieherin jeden Tag wie es lief und bespricht das weitere Vorgehen mit mir.

Sie ist sehr begeistert vom bisherigen Verlauf. Wir machen das toll, sagt sie und der Kleine blühe immer mehr auf. Er findet sich in den Räumen zurecht und spielt auch schon konzentrierter und länger. Er hat großen Spaß daran, wenn die anderen Kinder mit ihm Quatsch machen und ist gerne mit dabei. Am liebsten spielt er aber mit A.
A. ist nach dem kleinen Mann der Jüngste in der Gruppe. Es scheint als würde ein erstes zartes Band der Freundschaft gesponnen werden, denn immer wenn ich den Kleinen abhole, treffe ich sie zusammen an.
Er zeigt aber auch deutlich, wenn er etwas will oder braucht. Nähe zum Beispiel. Am 7. Tag waren morgens schon fast alle Kinder da, dadurch war es auch recht wuselig. Eine kurze Nacht und Zahnungsschmerzen sorgten dafür, dass es ihm etwas zuviel wurde. Dann zeigte er, dass er auf den Arm möchte. Seine Erzieherin nimmt ihn dann hoch, sodass er das Geschehen aus sicherem Abstand beobachten kann. Einmal habe er sich sogar an sie geschmiegt. Er liebt seine Bezugserzieherin jetzt schon! Und ich auch, ehrlich gesagt! Sie ist einfach wunderbar.
Am 8. Tag der Eingewöhnung wollte er sogar mit ihr in den Gruppenraum! Das freut mich so, so sehr!

Nach der KiTa ist der Kleine müde und hungrig. Meistens kuschelt er sich in der Trage an und die Äuglein werden schwer bis wir Zuhause sind. An manchen Tagen hopste er aber wütend in der Trage umher, warf den Kopf nach hinten, zeigte mit dem Finger wild umher und untermalte das Ganze mit einem motzigen „Ähähäh!“. Ich schob es auf die Müdigkeit, versuchte es dann aber Mal mit dem Toast aus seiner Frühstücksdose und siehe da, das Kind, das momentan äußerst wenig isst, knuspert auf den wenigen Metern bis nach Hause sein Frühstück weg. Du bist nicht du, wenn du hungrig bist! Ganz mein Kind.
Zuhause frühstückt er dann fertig, ich ziehe mich um und verräume die Sachen und dann geht es auch schon ins Bett

Und ich? Mir geht super damit. Die ersten Tage fiel es mir sehr schwer. Ich wollte lieber mit ihm Zuhause sein, mein Baby bei mir habe. Ich horchte immer, ob er nicht doch weinte. Und als er es nicht tat, war ich verunsichert, ob bei uns etwas nicht stimmt. Verrückt!
Inzwischen genieße ich die Stunde im Ruheraum. Dank fehlender Internetverbindung verplempere ich meine Zeit nicht sinnlos, sondern bin bei mir und nehme mir die Zeit für ein gutes Buch. Und Ruhe! Gott, ist das herrlich! Ich habe Vertrauen und weiß, dass man mich holen würde, sollte der Kleine weinen oder stark nach mir verlangen. Das lässt mich entspannen.

Ich freue mich jeden Tag auf die KiTa. Sie gibt uns einen Rhythmus und Routine. Das mag ich sehr. Wir haben inzwischen einen Ablauf, der ganz gut funktionert. Natürlich wir der sich in den nächsten Wochen noch verschieben, weil er länger bleiben wird und ich bald wieder arbeiten gehe, aber die ersten feinen Züge sind erkennbar und das tut mir unheimlich gut. Das locker in den Tag leben war schön, keine Frage, aber für einen Menschen, der Struktur braucht, ist so ein halbstrukturierter Tag schon auch schön. Und ich sehe, wie sehr es dem Kleinen gefällt. Er liebt Kinder und kann sich dort frei entfalten.

Der erste Trennungsversuch der länger andauert und in die Zeit fällt, in der der kleine Mann müde wird bzw. wenn er bis zur Schlafenszeit bleibt, bereiten mir noch etwas Bauchschmerzen, aber vielleicht kommt er auch damit wunderbar zurecht. We’ll see.

Nach 10 Tagen Eingewöhnung kann ich also bisher sagen: läuft.

Eingewöhnung goes on

Die Erzieherin des kleinen Mannes erzählte mir, dass es mit 2 Jahren oft schwieriger sei die Kinder einzugewöhnen als ich ich gestand, dass ich am liebsten mindestens bis er 2 Jahre alt ist Zuhause bleiben würde, aber ich glaube, dass es mir auch dann nicht leichter fallen würde.

Tag 3 – Dienstag:

Nach einem langen Wochenendegeht es heute wieder in die KiTa. Ich war selbst von mir überrascht, ich freute mich richtig auf die KiTa. Dem kleinen Mann hat es wohl auch gefehlt mit Kindern spielen zu können. Ich konnte ihm gerade so die Schuhe ausziehen, da flitzte er schon durch die Gegend.

Die Kinder freuten sich ihn zu sehen. Er spielte ganz selig in der Sandkiste und mischte beim Toben mit. Als die anderen Kinder anfingen zu frühstücken,zog es ihn natürlich sofort dazu, obwohl er gerade kaum essen möchte. Ein Schluck Wasser und etwas Banane verschwand dann doch in ihm und er spielte noch ein bisschen weiter. Er kam drei Mal zu mir, einmal wegen einer angedotzten Nase. Ich würde sagen, das lief wieder ganz toll.

Tag 4:

Es scheint als komme der Kleine immer mehr an. Wir zogen uns an der Garderobe um und als wir den Gruppenraum betraten, grinste er und wollte sofort spielen.

Es scheint als komme er immer mehr an. Er flitzt zwar weiterhin durch die Gegend, aber er wirkt nicht mehr wie aufgezogen. Er hat alle Ecken erkundet und weiß nun, was er wo finden kann, sodass er jetzt auch ab und zu Pausen einlegt und richtig spielt. Vorher war er so sehr mit erkunden und alldem Möglichen beschäftigt. Ich glaube, dass er sich richtig wohl fühlt.

Er kletterte das ein oder andere Mal auf den Schoß seiner Bezugserzieherin und wollte hochgenommen werden als es ihm zu viel wurde. Das freut mich so sehr! Es ist richtig toll zu sehen, wie da Stück für Stück das Vertrauen wächst und sie eine Bindung zueinander aufbauen.

Nach der Stunde war er wieder richtig müde. Zuhause schlief er innerhalb von 5 Minuten ein. Ganz schön anstrengend so ein Krippenalltag.

Morgen wagen wir den ersten Trennungsversuch. Ich bin sehr gespannt wie er reagieren wird, wenn ich den Raum wieder verlasse.

Tag 5 – erste Trennung:

Die Nacht existierte nicht. Der Kleine turnte 2,5 Stunden herum, dann klingelte das Bereitschaftshandy des Freundes, dann mein Wecker.

Ich packte zum ersten Mal den Rucksack und eine Brotdose. Wahrscheinlich bleibt er noch nicht bis zum Essen, aber sicher ist sicher. Nicht, dass er wieder hungernd daneben stehen muss. ;-)

Ich erklärte dem Kleinen schon gestern, dass er morgen ohne mich in der Gruppe bleiben und ich ihn wieder abholen würde. Das tat ich auch auf dem Weg zur KiTa und während ich ihn umzog.

Ich zog den kleinen Mann an der Garderobe um und brachte ihn in die Gruppe. Dort wurde er gleich begrüßt. Ich stellte seine Wasserflasche zu den anderen, verstaute seinen Rucksack und sagte seiner Erzieherin, dass ich ein Notfallkuscheltier eingepackt habe.

Den Kleinen hatte ich solange auf dem Arm. Dann sagte ich ihm, dass ich jetzt gehe, ihm ganz viel Spaß wünsche und dann wieder abholen komme. Ich gab ihm einen dicken Kuss und setzte ihn ab, von wo aus er auch loskrabbelte. Als er begriff, dass ich nun gehe, krabbelte er zu Tür.

Das fiel mir so schwer. Am liebsten wäre ich dort geblieben, hätte ihn nochmal gedrückt, aber das hätte es auch nicht leichter gemacht. Aus dem Augenwinkel sah ich aber, dass er dann gleich von den Rucksäcken abgelenkt war und gar nicht weinte. Meinen Kram in der Garderobe zusammenklaubend schluckte ich den Kloß in meinem Hals runter und blinzelte die Träne weg, die sich ihren Weg bahnen wollte.

Das ist das erste Mal in 13 Monaten, dass der Kleine nicht bei mir oder seinem Papa ist. Ein großer Schritt für uns alle.

Ich verbrachte die Zeit (ohne Handyempfang) im gemütlichen Nebenraum und horchte mit spitzen Ohren, ob ich mein Baby weinen höre. Aber nichts. Das Mamaradar schlug nicht aus.

Ich nutzte die Zwangsinternetpause, um vor mir hergeschobene Dinge für die Arbeit zu lesen.

Nach 30 Minuten kam eine Erzieherin vorbei. Ich dachte ja, sie holt mich ab, aber denkste. Der Kleine mache das so toll, ich solle einfach in 10 Minuten kommen, um ihn abzuholen. Ich platze ein bisschen vor Stolz und fühle mich sofort viel leichter. Ich weiß, dass es kein Garant dafür ist, dass es nun immer so läuft und doch erleichtert es mich so sehr, dass der erste Versuch gleich so gut lief.

Als ich ihn abholen ging, stand er am Tisch und blätterte hochkonzentriert in einem Wohlfühlbuch. Er war so beschäftigt, dass er mich gar nicht richtig wahrnahm. Ich packte seine Sachen ein, ließ ihn noch ein bisschen spielen und dann kam er zu mir.

Während ich ihn anzog, tankte er ein paar Kuscheleinheiten und drückte mich immer wieder ganz doll. Hach. Der weiß,wie man Herzen schmilzen lässt. Seine Erzieherin erzählte mir, dass er nur einmal kurz nach mir suchend Mama vor sich hin murmelte, sich dann aber auf den Arm nehmen ließ und es sofort wieder ok war. Er saß kurz an der Tür und guckte mir nach, aber er hat keine Träne vergossen und dann einfach wie immer gespielt. Mein großer Junge! Ich bin so froh! Mit Tränen hätte ich wohl nicht einfach gehen können.

Morgen ist die Kita geschlossen wegen eines Konzeptionstages. Am Montag geht es weiter. Ich bin gespannt wie es nach nach ein paar Tagen ohne KiTa laufen wird.

Bevor wir gingen,gab es noch ein paar herzerwärmende Worte für mich und den Tipp den Kleinen nicht schon an der Tür abzusetzen, sondern im Raum, wo er direkt losspielen kann oder wenn er noch Zeit brauchen sollte, auf ihren Arm. Ihr wäre nur wichtig, dass ich ihn ihr gebe und nicht die ihn nimmt, damit er ein gutes Gefühl hat. Es sind die Feinheiten, die das hier ausmachen!

Erwähnte ich bereits wie toll diese KiTa ist?!