Weiter geht’s!

Es geht weiter. Inzwischen sind nun zwei weitere Wochen der Eingewöhnung vergangen. Zeit für ein kleines Update.

Die erste Woche verbrachte ich wieder zusammen mit dem Kleinen in der Gruppe. Ich erzählte ja schon, dass der kleine Mann sich am ersten Tag etwas schwer tat und sich nicht so recht lösen wollte.
Mir brach das ein kleines bisschen das Herz. Nach einigen Minuten sammelte er seinen Mut und zog dann doch wieder los, aber ich spürte sein Zögern und sah seine Blicke, die sich immer wieder versicherten, dass ich auch wirklich in der Nähe bin. Das kannte ich bisher nicht in diesem Umfang. Und es machte mir schmerzlich bewusst, was wir in der Woche zuvor kaputt gemacht hatten. Weil nicht offen kommuniziert wurde, weil wir dachten er sei schon weiter und weil, als ich es mir erstmals dachte, dass es so nichts wird, ich nicht auf mein Bauchgefühl gehört und bestanden habe, sondern auf die Erzieherinnen hörte. Das soll kein Vorwurf sein, sie sind die mit der Erfahrung und es hätte ja klappen können. Aber es zeigt mir eben, dass ich mein Kind am besten kenne. Das lässt sich nun nicht mehr ändern.

Aber es sind nun alles sehr bedacht, den Kleinen ruhig ankommen zu lassen. Hinter dem breiten, frechen Grinsen und dem Schalk im Nacken, steckt eben auch ein sensibler Kern. Jeden Tag taute der Kleine wieder ein bisschen mehr auf. Er zog früher los und größere Kreise, suchte weniger Blickkontakt. An einem Tag konnte ich ihn nicht begleiten, dort übernahm der Freund und das klappte ganz wunderbar. Da zog der Kleine sogar direkt los. Er nahm immer mehr Kontakt mit seiner neuen Bezugserzieherin auf und genießt es sichtlich sich von ihr begleiten zu lassen.

Diese Woche fand die erste Trennung statt. Nach 20 Minuten holte ich einen kleinen Mann ab, der geweint hatte, sich aber beruhigen ließ. Die Erzieherinnen hatten beschlossen, dass so ein guter Abschluss wäre, weil er nicht in Tränen aufgelöst abgeholt wird. Am Tag darauf blieb er schon 45 Minuten und jetzt zum Ende der Woche schon wieder eine Stunde. Sobald ich die Gruppe betrete und seinen Namen rufe, schenkt er mir sein bezauberndes Lächeln. Manchmal kommt er aufgeregt auf mich zu gekrabbelt, aber oft zeigt er mir, was er gerade Tolles zum Spielen hat und widmet sich dieser Sache dann wieder. Das macht mich sehr glücklich!

Nur das Abgeben, das fällt mir schwer. Ich gehe jeden Morgen ganz positiv gestimmt mit ihm in die Gruppe. Schon in der Garderobe zeigt er mit spitzem Zeigefinger, begleitet von „Da! Da!“-Rufen, auf den Gruppenraum. Auch wenn wir ihn betreten ist alles super, aber sobald ich mich verabschiede, ich ihn absetzen oder der Erzieherin geben möchte, klammert er sich an mich. Das ist der Moment, an dem auch ich innerlich versteife. Das ist doof, denn das merkt er natürlich, aber ich weiß auch, dass ein langer Abschied eben auch nichts bringen würde. Ich übergebe ihn dann und manchmal sehe ich noch die zuckenden Mundwinkel wenn ich gehe. Herzbruch!
Aber ich höre ihn nie weinen! Seine Erzieherin nimmt ihn sofort an sich, geht mit ihm in die Sandkiste oder begleitet den Abschiedsschmerz. Jeden Tan versichert sie mir, dass es sich nur um Sekunden handelte. Abschiedsschmerz eben und das sei völlig in Ordnung und normal.

Das weiß ich auch, aber bisher war es eben nicht so. Da konnte er es kaum erwarten, dass er spielen konnte. Seitdem sind natürlich auch schon ein paar Wochen vergangen, er hat sich weiterentwickelt. Vielleicht wäre dieser Punkt auch bei der anderen Erzieherin gekommen, wer weiß das schon.
Ich freue mich jedenfalls, dass sich der Kleine wieder gefangen hat und gerne in die KiTa geht.

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2 Kommentare zu “Weiter geht’s!

  1. Hatte ich das schön geschrieben? Die ersten Tage oder die erste Woche waren meine auch immer mit Begeisterung dabei, aber spätestens nach der ersten Trennung verstehen sie, dass Mama weg geht. Und dieses Begreifen lässt sie eben nicht mehr so unbeschwert ankommen. Das ist das Alter, wo sie nicht mehr im Hier und Jetzt leben, sondern eben schon daran denken, was gleich kommt. Aber mach dir keine Sorgen, das ist alles normal und wäre auch bei einer normalen Eingewönung genau so gekommen. Nach den Ferien oder Urlaub wirst du es sicher noch mal erleben. Hier oft mit großen Kullertränen, da bricht einem schon mal das Mama-Herz. Aber auch das ist ganz normal und sobald man weiß, dass dort liebe Erzieherinnen den Schmerz auffangen und trösten können, ist auch das in Ordnung.
    Das Alter zwischen 1 und 2 ist an vielen Stellen von dieser Ambivalenz gezeichnet. Dieses Hin und Her zwischen den Gefühlen (z.B. Vorfreude auf etwas und eben Abschiedsschmerz) erlebt unsere 22-Monats-Kind gerade ganz arg. Sie will etwas, und dann wieder doch nicht, wenn man es ihr anbietet. Sie ist mit sich selbst im Unreinen, kreischt, weint, wütet. Sekündlich wechselnde Stimmung. Sie will unbedingt morgens gleich los spielen in die Gruppe, aber auch bei Mama bleiben usw. Dieses Alter (Trotzphase olé) ist nicht einfach und gehört zum Großwerden dazu. Manchmal muss man einfach daneben stehen, zuschauen und aushalten… und dann kuscheln und trösten. 😉
    Alles Gute euch!

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