Alter Hase

Der Freund musste diese Woche länger arbeiten und konnte morgens später los. Er begleitete uns deshalb diese Woche in die KiTa. Er wollte gerne wissen, wie das so bei uns abläuft, weil er den Morgendienst an einigen Tagen übernehmen wird, wenn ich wieder arbeite.

Ich fürchtete ein bisschen, dass sich das Verabschieden tränenreich gestalten könnte, denn Zuhause findet es der Kleine gar nicht gut, wenn Papa einfach arbeiten geht. Da wird geschimpft und manchmal auch ein bisschen geweint. Meine Sorge war jedoch unbegründet. Wie auch schon die Tage zuvor, hielt es den Kleinen ab betreten des Gruppenraumes kaum noch bei uns. Mit einem halben Auge verabschiedet er sich von uns, während er schon beschäftigt an etwas herumspielte. Er liebt die KiTa!

Der Freund erzählte nach dem ersten Abgeben, dass es sich für ihn ganz eigenartig anfühlte, den Kleinen einfach dort zu lassen. Ja, das erste Mal war wirklich nicht leicht, aber es wird besser!

An Tag 12 der Eingewöhnung verließen wir das erste Mal ohne unser Kind das Gebäude. Zum ersten Mal seit der Geburt waren der Freund und ich komplett alleine in unserer Wohnung. Gemeinsam. Verrückt. Und eigenartig. Als der Freund ins Büro fuhr, nutzte ich die Zeit, um Unliebsames zu erledigen. Zwischendurch suchte ich einmal ganz erschrocken das Babyphone, weil ich befürchtete es nicht eingeshaltet zu haben. Es dauerte ein bisschen, bis mir einfiel, dass ich ja alleine zuhause bin. So schön es war, der kleine Wirbelwind fehlte mir schon. Ich liebe es ihn abzuholen. Sein Gesicht, wenn er mich sieht und wie er auf mich zu gekrabbelt kommt. Das ist schon ein ganz besonderer Moment.

An Tag 13 verbrachte der kleine Mann schon 2,5 Stunden in der KiTa. Der erste Ausflug nach draußen! Er ist nach der KiTa immer richtig erledigt, die nächtlichen Defizite (es ist ein Graus momentan!) tun da ihr Übriges. Ich behielt das Smartphone die ganze Zeit im Auge und wartete geradezu auf einen Anruf, weil mein müdes Baby sich nicht beruhigen möchte, aber auch nicht einfach einschlafen kann. Aber nichts.

Er macht das wirklich ganz wunderbar. Während er in seiner geliebten Sandkiste buddelt, shäkert er mit den Erzieherinnen aus der anderen Gruppe. Immer wieder erzählt mir seine Erzieherin wie wunderbar es laufe. Als sei er schon Monate dort, nicht einmal die Mutter, die gerade wegen der Eingewöhnung ihrer Tochter da sei, würde ihn irritieren. Er sei so offen und fröhlich und habe schon allen den Kopf verdreht. Aber auch, dass er Energie hat. Er flitzt durch die Gegend, krabbelt, klettert und läuft an allem entlang, was ihm zwischen die Finger kommt. Zwei kleine Unfälle hatte er, einmal biss er sich auf die Zunge, das andere Mal bremste er beim Klettern mit der Nase auf Teppichboden. Danach sei er wohl viel vorsichtiger gewesen, wenn er an die Stelle kam. Er lernt also dazu! Ansonsten gab es keinerlei Tränen.

Er hat super viel Spaß dort und immer wenn ich ihn abhole, ist er eigentlich noch gar nicht fertig mit spielen. Ich merke aber deutlich, dass die 2,5 Stunden nicht spurlos an ihm vorbei gehen. Und plötzlich isst mein Kind! Er hat bisher bis auf ein paar Ausnahmen wirklich eher kleine Mengen zu sich genommen. Seit dieser Woche haut er für seine Verhältnisse richtig rein. Das freut mich wirklich sehr, denn so weiß ich, dass er auch ohne mich über den Tag kommt (ja, ich weiß, er ist alt genug, dass er nicht verhungern würde und schon äße, wäre er sehr hungrig, aber ich halte nichts davon ihn dazu zu „zwingen“).

Mein kleiner Junge, ich bin mächtig stolz!

Fazit nach 15 Tagen Kita: läuft.

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2 Kommentare zu “Alter Hase

  1. Schön dass es so gut läuft. Klingt als hättet ihr die perfekte KiTa-Kind-Kombination ♥ Ich wünsche ihm ganz tolle Jahre dort! KiTa-Zeit ist toll.

    Bei P. haben wir länger gebraucht bis es ohne Tränen ging. Obwohl wir auch eine tolle KiTa und tolle Erzieher haben. Aber er ist anhänglich und schaut schon immer lieber erst mal aus der Ferne, analysiert und legt dann vorsichtig los.
    Bin gespannt wie es bei der kleinen Schwester wird.

    Ja das erste Verabschieden ist total komisch. Als ich damals heim geschickt wurde, hatte ich das Gefühl dass etwas großes fehlt.

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