Eingewöhnung goes on

Die Erzieherin des kleinen Mannes erzählte mir, dass es mit 2 Jahren oft schwieriger sei die Kinder einzugewöhnen als ich ich gestand, dass ich am liebsten mindestens bis er 2 Jahre alt ist Zuhause bleiben würde, aber ich glaube, dass es mir auch dann nicht leichter fallen würde.

Tag 3 – Dienstag:

Nach einem langen Wochenendegeht es heute wieder in die KiTa. Ich war selbst von mir überrascht, ich freute mich richtig auf die KiTa. Dem kleinen Mann hat es wohl auch gefehlt mit Kindern spielen zu können. Ich konnte ihm gerade so die Schuhe ausziehen, da flitzte er schon durch die Gegend.

Die Kinder freuten sich ihn zu sehen. Er spielte ganz selig in der Sandkiste und mischte beim Toben mit. Als die anderen Kinder anfingen zu frühstücken,zog es ihn natürlich sofort dazu, obwohl er gerade kaum essen möchte. Ein Schluck Wasser und etwas Banane verschwand dann doch in ihm und er spielte noch ein bisschen weiter. Er kam drei Mal zu mir, einmal wegen einer angedotzten Nase. Ich würde sagen, das lief wieder ganz toll.

Tag 4:

Es scheint als komme der Kleine immer mehr an. Wir zogen uns an der Garderobe um und als wir den Gruppenraum betraten, grinste er und wollte sofort spielen.

Es scheint als komme er immer mehr an. Er flitzt zwar weiterhin durch die Gegend, aber er wirkt nicht mehr wie aufgezogen. Er hat alle Ecken erkundet und weiß nun, was er wo finden kann, sodass er jetzt auch ab und zu Pausen einlegt und richtig spielt. Vorher war er so sehr mit erkunden und alldem Möglichen beschäftigt. Ich glaube, dass er sich richtig wohl fühlt.

Er kletterte das ein oder andere Mal auf den Schoß seiner Bezugserzieherin und wollte hochgenommen werden als es ihm zu viel wurde. Das freut mich so sehr! Es ist richtig toll zu sehen, wie da Stück für Stück das Vertrauen wächst und sie eine Bindung zueinander aufbauen.

Nach der Stunde war er wieder richtig müde. Zuhause schlief er innerhalb von 5 Minuten ein. Ganz schön anstrengend so ein Krippenalltag.

Morgen wagen wir den ersten Trennungsversuch. Ich bin sehr gespannt wie er reagieren wird, wenn ich den Raum wieder verlasse.

Tag 5 – erste Trennung:

Die Nacht existierte nicht. Der Kleine turnte 2,5 Stunden herum, dann klingelte das Bereitschaftshandy des Freundes, dann mein Wecker.

Ich packte zum ersten Mal den Rucksack und eine Brotdose. Wahrscheinlich bleibt er noch nicht bis zum Essen, aber sicher ist sicher. Nicht, dass er wieder hungernd daneben stehen muss. ;-)

Ich erklärte dem Kleinen schon gestern, dass er morgen ohne mich in der Gruppe bleiben und ich ihn wieder abholen würde. Das tat ich auch auf dem Weg zur KiTa und während ich ihn umzog.

Ich zog den kleinen Mann an der Garderobe um und brachte ihn in die Gruppe. Dort wurde er gleich begrüßt. Ich stellte seine Wasserflasche zu den anderen, verstaute seinen Rucksack und sagte seiner Erzieherin, dass ich ein Notfallkuscheltier eingepackt habe.

Den Kleinen hatte ich solange auf dem Arm. Dann sagte ich ihm, dass ich jetzt gehe, ihm ganz viel Spaß wünsche und dann wieder abholen komme. Ich gab ihm einen dicken Kuss und setzte ihn ab, von wo aus er auch loskrabbelte. Als er begriff, dass ich nun gehe, krabbelte er zu Tür.

Das fiel mir so schwer. Am liebsten wäre ich dort geblieben, hätte ihn nochmal gedrückt, aber das hätte es auch nicht leichter gemacht. Aus dem Augenwinkel sah ich aber, dass er dann gleich von den Rucksäcken abgelenkt war und gar nicht weinte. Meinen Kram in der Garderobe zusammenklaubend schluckte ich den Kloß in meinem Hals runter und blinzelte die Träne weg, die sich ihren Weg bahnen wollte.

Das ist das erste Mal in 13 Monaten, dass der Kleine nicht bei mir oder seinem Papa ist. Ein großer Schritt für uns alle.

Ich verbrachte die Zeit (ohne Handyempfang) im gemütlichen Nebenraum und horchte mit spitzen Ohren, ob ich mein Baby weinen höre. Aber nichts. Das Mamaradar schlug nicht aus.

Ich nutzte die Zwangsinternetpause, um vor mir hergeschobene Dinge für die Arbeit zu lesen.

Nach 30 Minuten kam eine Erzieherin vorbei. Ich dachte ja, sie holt mich ab, aber denkste. Der Kleine mache das so toll, ich solle einfach in 10 Minuten kommen, um ihn abzuholen. Ich platze ein bisschen vor Stolz und fühle mich sofort viel leichter. Ich weiß, dass es kein Garant dafür ist, dass es nun immer so läuft und doch erleichtert es mich so sehr, dass der erste Versuch gleich so gut lief.

Als ich ihn abholen ging, stand er am Tisch und blätterte hochkonzentriert in einem Wohlfühlbuch. Er war so beschäftigt, dass er mich gar nicht richtig wahrnahm. Ich packte seine Sachen ein, ließ ihn noch ein bisschen spielen und dann kam er zu mir.

Während ich ihn anzog, tankte er ein paar Kuscheleinheiten und drückte mich immer wieder ganz doll. Hach. Der weiß,wie man Herzen schmilzen lässt. Seine Erzieherin erzählte mir, dass er nur einmal kurz nach mir suchend Mama vor sich hin murmelte, sich dann aber auf den Arm nehmen ließ und es sofort wieder ok war. Er saß kurz an der Tür und guckte mir nach, aber er hat keine Träne vergossen und dann einfach wie immer gespielt. Mein großer Junge! Ich bin so froh! Mit Tränen hätte ich wohl nicht einfach gehen können.

Morgen ist die Kita geschlossen wegen eines Konzeptionstages. Am Montag geht es weiter. Ich bin gespannt wie es nach nach ein paar Tagen ohne KiTa laufen wird.

Bevor wir gingen,gab es noch ein paar herzerwärmende Worte für mich und den Tipp den Kleinen nicht schon an der Tür abzusetzen, sondern im Raum, wo er direkt losspielen kann oder wenn er noch Zeit brauchen sollte, auf ihren Arm. Ihr wäre nur wichtig, dass ich ihn ihr gebe und nicht die ihn nimmt, damit er ein gutes Gefühl hat. Es sind die Feinheiten, die das hier ausmachen!

Erwähnte ich bereits wie toll diese KiTa ist?!

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2 Kommentare zu “Eingewöhnung goes on

  1. Super Tipps. Hätte ich so als Pädagogin und Mama nicht anders sagen können. Ganz wichtig ist bei der Mini-Prinzessin auch gerade das übergeben… oder Hand in Hand mit der TaMu in den Gruppenraum laufen. Niemals das Kind in der Garderobe oder im Flur stehen lassen. Auch das richtige Verabschieden (mit Worten und Küssen) ist ganz wichtig für die Kinder, auch wenn sie zu Beginn, wo alles noch ne und spannend ist, meist mit dem Kopf schon nicht mehr anwesend sind. ;-)

    Mit 2 Jahren ist es viel schwieriger ja!!! Ich kann von meinem letzten, bisher nahzu nicht fremdelnden Kind sagen: So ab 20 Monate wird es schwieriger. Denn aktuell haben wir eine sehr Mama-klammernde Phase. Das hatten wir dem Ausmaß noch nicht. Da gab es auch schon mal Tränen morgens beim Verabschieden. Aber diese Phasen werdet ihr auch noch erleben, auch wenn du denkst, die Eingewöhnung ist doch längt abgeschlossen. Das wird kommen. Meist nach den Ferien, oder Urlaub, wenn das Kind lange mit Mama zusammen war. Und so liebevolle Erzieherinnen sind da Gold wert!

    Ich glaube mittlerweile, dass sie so um den 20. Monat noch mal einen Sprung machen und kapieren, was das Verabschieden/Entfernen von der Bezugsperson wirklich bedeutet. Unsere Mini-Prinzessin hat jetzt z.b. Angst alleine im Raum zu schlafen (wir wanderten früher öfter mal vom Schlaf- ins Gästezimmer nebenan aus, weil sie sehr albtraum- und nachtschrecklastig schläft, um nicht bei jedem Mucks senkrecht daneben im Bett zu stehen), Angst im Dunkeln zu schlafen (eine Lichterkette auf dem Boden vor dem Babybett hat da geholfen), ja sogar Angst, wenn ich mal das Stockwerk verlasse. Manchmal ist es ganz schön so z.B. zu wissen, dass es eben doch nicht egal ist, ob Mama oder Tante/Oma auf sie aufpassen… und das angekuschelt einschlafen genieße ich gerade auch wieder sehr. ;-) Aber andererseits sind so sicher gebundene, vertrauensvolle und menschenfreundliche Kinder, die schnell Anschluss finden, auch toll! Ich hab drei davon und musste mir wegen dem Neuanfang durch unseren Umzug z.B. keine Sorgen machen! :-)

    • Ich bin so dankbar, dass wir in dieser KiTa einen Platz bekommen haben. Ich gehe da jeden Tag mit einem guten Gefühl hin und ich denke, das merkt auch der kleine Mann. Und natürlich spürt er ja auch, wie die Erzieherinnen mit ihm umgehen und das ist wirklich sehr herzlich.
      Mir wurde schon öfter erzählt, dass es immer mal Einbrüche geben kann und wird, aber das ist ja völlig in Ordnung. Wie sagte die Erzieherin:“Wir wollen auch nicht immer gerne ins Büro.“. Hat sie recht, aber wenn das erst nach der Eingewöhnung kommen sollte, weiß ich zumindest, dass er dort jemanden hat, der ihn dann auffängt und dem er vertraut. Ich glaube auch, dass es gerade sehr hilft, dass er alles so spannend findet.

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