Das Eingewöhnungsgespräch

Unser Lotterleben hat nun bald ein Ende. Schon nächste Woche beginnt die Eingewöhnung des kleinen Mannes.
Es ist kein Geheimnis, dass mir das unheimlich schwer fällt. Aber ich sehe es auch mit einem lachenden Auge, denn es ist mehr als nur das Ende eines sehr intensiven Abschnitts unserer gemeinsamen Zeit. Es ist auch ein Anfang von etwas, das dem kleinen Mann mit Sicherheit sehr gefallen wird.

Letzte Woche hatten wir also das Eingewöhnungsgespräch. Es war super!
Ich würde lügen, würde ich behaupten, dass es mir jetzt total leicht fiele, aber ich fühle mich dort und mit der Bezugserzieherin des kleinen Mannes sehr wohl. Insgeheim hatte ich ja gehofft, dass sie es wird und nun ist es tatsächlich so. Ich freue mich darüber echt riesig. Denn nicht nur der erste Eindruck, sondern auch das Gespräch hinterlassen ein sehr positives Gefühl.

Der Freund hatte frei und so gingen wir alle 3 gemeinsam zum Gespräch. Der Kleine konnte so schon mal die Räumlichkeiten kennenlernen und seine Bezugserzieherin ganz ungestört beschnuppern.
Zuerst besprachen wir die vertraglichen Dinge. Den kleinen Mann hielt es nicht lange an Ort und Stelle und so machte er nach kürzester Zeit den Gruppenraum unsicher, während uns seine Bezugserziehherin viele Fragen stellte, um uns und ihn ein bisschen kennenzulernen. Sie wollte gerne wissen, was er schon kann, was er mag und was nicht. Sie stellte Fragen zu unserem Umfeld, ob er es kennt von anderen Personen als von uns betreut zu werden und solche Dinge. Sie erzählte vom Tagesablauf in der KiTa und besprach kurz, was wir für den Kleinen besorgen müssen. Wir sprachen über das Essen und ich konnte mir die Essenspläne des Caterers ansehen, der die KiTa beliefert.
Das ist nämlich auch ein Thema, das mir sehr wichtig ist. Da habe ich schon ganz furchtbare Pläne gesehen.
Am Anfang werde ich ihm noch Essen mitgeben, aber sobald er dort richtig angekommen ist, darf er gerne dort essen. Das Essenansgebot ist ausgewogen und klingt super lecker. Ob ich da wohl mittags mit essen darf? ;)

Eingewöhnt wird nach dem Berliner Modell.
Die ersten Tage wird der kleine Mann mit mir zusammen eine Stunde lang in der Krippe verbringen. In dieser Zeit werde ich mich zurückhalten, aber dabei sein, sodass er die Umgebung, die anderen Kinder und seine Bezugserzieherin kennenlernen und Vertrauen aufbauen kann. Nach ein paar Tagen unternehmen wir den ersten Trennungsversuch. Dazu soll ich ihn in die Krippe bringen, mich eindeutig verabschieden und dann gehen. Die Trennung dauert im Idealfall 30 Minuten, in denen in der Garderobe auf ihn warten werde. Sollte er weinen und sich nicht beruhigen lassen, werde ich wieder zurückgerufen.
Sie sagte auch gleich, dass sie da nicht lange herumexperimentieren. Nach 5, maximal 10 Minuten, je nachdem wie doll er weint, auch früher, würde ich spätestens angerufen werden. Das hat mich gleich sehr beruhigt. Natürlich sollen sie versuchen dürfen ihn zu beruhigen, aber ich möchte nicht, dass das auf biegen und brechen passiert.
Ich habe 6 Wochen für die Eingewöhnung eingeplant, da ist auch Platz für ein paar Rückschläge. Das fand auch die Erzieherin super.

Anhand dieses Trennungsversuches entscheidet sich dann das weitere Vorgehen. Scheitert der Versuch, findet ein erneuter Bindungsaufbau statt und die Eingewöhnung wird etwas langsamer vorgenommen. Klappt es, bleibt es ein paar Tage bei 30 Minuten und wird dann Schrittweise um 15-30 Minuten verlängert, solange bis er dann zum Mittagessen und zum Schluss zum Schlafen bleibt. Der erste Schlafversuch wird etwa in Woche 3 oder 4 stattfinden.

Das Schlafen war und ist ja mein persönlicher Bibberpunkt. Denn hier klappt das ohne zu stillen einfach nicht. Die Bezugserzieherin (ich muss mir dringend einen Namen ausdenken) reagierte sehr offen darauf, dass der Kleine ein Einschlafstiller ist. Wir würden es einfach probieren. Es wäre auch gar kein Problem die erste Zeit den Kinderwagen mitzubringen und ihn darin schlafen zu lassen, das klappe bei vielen Kindern. Ein Versuch wäre das eventuell wirklich wert. Ihre Erfahrung zeige aber, dass in der Krippe vieles klappt, was zuhause nicht geht. Auch das Schlafen. Wir lassen es also auf uns zukommen.
Da ich dank meines Arbeitgebers und der Möglichkeit von zuhause aus zu arbeiten sehr flexibel bin, wäre es auch kein Problem den Kleinen auch nach den 6 Wochen noch vor dem Schlafen abzuholen und dann Zuhause hinzulegen, sollte es bis dahin nicht klappen. Das nimmt auch nochmal viel Druck aus der Sache. So können wir das wirklich ganz entspannt angehen und ich bin mir sicher, dass auch das irgendwann klappen wird.

Nach jedem Tag besprechen wir die Lage und das Vorgehen, um ganz individuell auf den Kleinen eingehen zu können.

Ich glaube, wir haben eine wirklich tolle Einrichtung und eine noch tollere Erzieherin erwischt.
Die Erzieherin freute sich sehr als ich ihr sagte, dass sie gerne mit dem Kleinen kuscheln darf, wenn er es braucht und sie das auch möchte. Sie erzählte, dass es viele Eltern gebe, die das nicht wollen. Sie sagte uns wie schön sie es finde, dass wir so offen und unkompliziert seien. Diese Frau scheint ein echter Glücksgriff zu sein! Ich hatte nämlich schon befürchtet, dass wir ein bisschen in unserer Wünsche belächelt werden, weil wir doch schon sehr auf den Kleinen eingehen und das so vielleicht nicht umsetzbar ist. Aber ganz im Gegenteil, sie war sehr interessiert und ich habe den Eindruck, dass sie das von sich selbst aus eh machen würde. In der Zwischenzeit nahm der kleine Mann auch schon Kontakt zu ihr auf und kasperte mit ihr herum. Das machte mir das Herz auch gleich etwas leichter.

Ich erzählte auch ganz offen, dass mir dieser Schritt unheimlich schwer fällt, obwohl ich ein rundum gutes Gefühl habe. Sie war so verständnisvoll, sagte, dass das völlig normal sei und viele (meist) Mütter bei der Eingewöhnung ein paar Tränen vergießen. Das sei völlig in Ordnung, es ist eben ein großer Schritt. Es helfe da alles anzusprechen und sich mit anderen Eltern auszutauschen.

Sie erzählte uns ein bisschen von der Eingewöhnung anderer Kinder und betonte immer wieder wie offen, freundlich und lustig unser Kind sei. Und wie sehr sie sich schon auf ihn freut!

Ich glaube, mit ihrer liebevollen, offenen und albernen Art passt sie einfach perfekt zu unserem kleinen Mann. Das erleichtert mich doch sehr.

Bald geht es los. Mein Baby wird groß.

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Ein Kommentar zu “Das Eingewöhnungsgespräch

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