Der erste Geburtstag – wie der kleine Mann 1 wurde

Eigentlich wollte ich den Geburtstag ohne Motto bestreiten, je näher er rückte, desto falscher fühlte es sich aber an, einfach nur einen Kuchen auf eine weiße Tischdecke zu stellen. Also besorgte ich einen „Flugballon“, bunte Ballons, Luftschlangen sowie Pappteller (wir haben nicht genug Teller für alle Gäste) und Servietten in den Farben des Regebogens. Und Kerzen.
Das fühlte sich so sehr rund an. Unser kleiner Mann ist ein Regenbogenbaby und macht unser Leben so viel bunter. Was könnte da passender sein? Außerdem darf es gerne bunt sein, das mag er sehr gerne.

Der kleine Mann wurde nach einer sehr unruhigen Nacht ganz schlimm weinend wach. Hätte er gewusst, dass er Geburtstags hat, wäre das vielleicht anders gewesen. Es dauerte eine Weile bis er sich beruhigen ließ. Wir kuschelten dann noch ein bisschen im Bett. Die Männer blieben dort noch ein bisschen länger und ich hatte Zeit den Kuchen auf den Geburtstagstisch zu stellen und die Kerze anzuzünden. Alles andere hatten wir am Abend zuvor schon erledigt.

Dann schnappte sich der Freund das ahnungslose Kind und kam ins Wohnzimmer. Der kleine Mann machte ganz große Augen, zeigte mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf die Kerzen und den Luftballon (ja, das ist ganz große Liebe!) und kommentierte alles mit erstaunten „Oh!“s.
Bei dem Anblick, musste ich doch schon sehr an mich halten.
Ich kann es noch immer nicht fassen, dass es ein Jahr her sein soll, dass dieser wuderbare Stubbelkopf das Licht der Welt erblickte.

Wir sangen ein Geburstagsständchen, machten ein paar Fotos und dann durfte der kleine Mann den Kuchen probieren. Ich hatte einen einfachen Biskuitboden mit einer Mascarponecreme bestrichen und mit Heidelbeeren verziert (die bekam der Kleine nur zerteilt), kein Hexenwerk. Ich dachte ja, er würde sich da voll drauf stürzen, aber er schob den Kuchen angewidert aus dem Mund. Die Creme aß er aber voller Genuss.
Das Konzept „Geschenke“ hat er noch nicht so richtig verstanden und so packten wir für ihn seine Puppe aus, die er sofort fest an sich drückte. Gott, war das niedlich! Das interessanteste Geschenk war jedoch die Brotdose für die KiTa, die er sicher 15 Minuten lang auf und zu, auf und zu, auf und zu klappte.

Nach dem ersten Schläfchen packten wir unsere sieben Sachen und fuhren los zum Geburstagsausflug. Ich hatte ja schon öfter erwähnt, dass der kleine Mann eine ausgewachsene Wasserratte ist, so lag es auf der Hand, dass wir den Tag im Thermalbad verbringen würden. Es gibt hier in der Nähe eins, das super schön ist. Man fühlt sich zwischen Palmen ein bisschen wie in der Karibik, es lädt also auch zum Rumlümmeln ein. Perfekt!
Der kleine Mann fühlte sich so pudelwohl. Wenn er nackig sein kann, geht es ihm gut. Da saß er auf der Liege, mümmelte an seinem Brötchen herum und grinste so breit wie es nur ging. Ich glaube, wenn man ihn ließe, würde er im Wasser wohnen. Er hat ganz fasziniert im Blubberbad die aufsteigenden Blasen beobachtet, ganz wild geplantscht und sich manchmal eng an uns geschmiegt durchs Wasser tragen lassen. Es war ein wunderschöner, super entspannter Ausflug. Ganze 4 Stunden waren wir dort und obwohl er irgendwann sehr müde war, aber nicht schlafen wollte, war der Kleine wahnsinnig gut drauf. Auf dem Heimweg schlief er dann den Schlaf der Gerechten und zum Abschluss des Tages gab es Pizza.

Weil unsere Familien weiter weg wohnen, stieg die eigentliche Party erst am Samstag.
Dienstag besuchte uns meine Mama, weil sie am Wochenende nicht konnte. So hatte der kleine Mann noch eine Geburtstagsparty mehr. Auch hier verweigerte er die Schaumkusstorte meiner Mama (meine absolute Kindheitserinnerung!), was die Vermutung nahe legt, dass er die Konsistenz von Biskuitböden nicht mag. Der Kleine bekam ein Duplo Set mit Tieren geschenkt und spielte voller Begeisterung damit. Er kletterte auf seiner Oma herum, ließ sich die Tiere wieder zusammenbauen und deren Laute vormachen. Ich liebe es zu sehen, wie offen er im Umgang mit anderen ist, auch wenn er sie nicht oft sieht. Da ist so eine Leichtigkeit drin, das lässt es mir ganz warm ums Herz werden.

Und dann war da Samstag. Full house.
Es waren mein Papa mit seiner Frau, die Eltern des Freundes, mein Bruder samt Freundin und liebe Freund mit ihren Kindern zu Besuch. Wir hatten eigentlich gar nicht genug Platz, aber ich wollte auf niemanden verzichten. Alle wichtigen Leute sollten da sein. Es war so voll und laut und wuselig. Es war grandios! Der kleine Mann flitzte durch die Gegend, ließ sich auf den Arm nehmen, bespielen und bespaßen. Zwischendurch aß er ein Stückchen von meinem Karottenkuchen (der scheint geschmeckt zu haben). Es war wirklich ein ganz wunderbarer Tag. Die Kinder hatten super viel Spaß zusammen und der kleine Mann bekam das wohl grandioseste Geschenk – eine Kugelbahn! Ich glaube, mehr muss ich dazu nicht sagen. Er liebt sie! Ich könnte ewig schwärmen. Ich fand es so schön wie gut sich alle verstanden, obwohl sie sich teilweise gar nicht kannten. Die Eltern des Freundes spielten mit dem kleinen Wirbelwind unserer Freunde und ach, es war einfach so harmonisch. Es wurde viel geredet, gelacht. Nach und nach verabschiedete sich die Familie und es blieben noch unsere Freunde. Die Kinder spielten noch ein bisschen und gegen 17:30 Uhr brachen auch sie auf.

Das Wohnzimmer sah am Ende des Tages aus wie auf einem Handgranatenwurfstand, der Tisch war voller Krünel, wo kurz zuvor noch ein köstlicher Marmorkuchen stand. Mein Kopf brummter von der Geräuschkulisse und der kleine Mann war völlig erledigt. Wer den halben Tag wie aufgezogen durch die Gegend flitzt, spielt und klettert, ist am Abend auch platt. Innerhalb weniger Minuten schlief er tief und fest (und schenkte uns seit Wochen eine richtig gute Nacht!).

Genau so habe ich mir das gewünscht. Wir hätten den ersten Geburtstag des kleinen Mannes nicht schöner feiern können.

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