Back to normal

Der zweite Teil der Elternzeit des Freundes ist vorbei. 6 Wochen verbrachten wir drei den ganzen Tag miteinander, jetzt sind der kleine Mann und ich wieder allein.

Die Elternzeit war schön. Wir könnten ein paar Dinge angehen, für die sonst keine Zeit war. Wir sind zweimal verreist und verbrachten einfach eine schöne Zeit miteinander. Ich bin so glücklich, dass der Freund die Möglichkeit hatte und wahrgenommen hat. Es ist doch etwas anderes sein Kind den ganzen Tag zu sehen als morgens und abends ein paar Stunden. Die beiden Männer konnten sich noch ein bisschen besser kennenlernen.

Was ich allerdings bemerkt habe,ich bin alleine oft produktiver und sortierter als mit dem Freund. Da ich aber auch vorher nicht alles wie erhofft unter einen Hut bekam, will ich es nun anders angehen und mehr Struktur in unseren Tag bringen. Damit fing ich heute einfach an.

Nach dem Aufstehen, wickelte ich den Kleinen und zog ihn an. Während er spielte, konnte ich mich anziehen und meine Zähne putzen.  Ich bereitete das Frühstück vor und linste immer wieder ins Wohnzimmer. Ich weiß bereits aus meiner Babysitterzeit, dass Stille oft mit Blödsinn einhergeht. Er spielte aber einfach nur zufrieden vor sich hin.

Wir frühstückten Milchreisschnitten mit Banane und als der Hunger gestillt und das Chaos beseitigt war, beschloss ich noch kurz durchzusaugen. Der kleine Mann robbte dem Staubsauger hinterher und hatte großen Spaß dabei jeden Winkel der Wohnung zu erkunden. Im Anschluss war es dann auch schon Zeit für ein Schläfchen. Neuerdings nimmer er das mit dem Powernap etwas sehr genau und nach 30 Minuten war er wieder „wach“. Es hatte immerhin gereicht, um den Anruf bei der Krankenkasse bezüglich der Augenvorsorge anzurufen.

Das wache Kind ließ mich noch eine Überweisung machen. Ich wickelte ihn und dann gingen wir eine Runde spazieren. Das Wetter war einfach herrlich. Sonnige 20 Grad. Schönster Herbst! Für mich ist das das perfekte Wetter. Nicht zu warm, nicht zu kalt. Die Sonne knallt nicht mehr so, alles sieht so hübsch aus. Ja, so mag ich das.  Wir hielten am Spielplatz an, wo der kleine Mann ein bisschen in der Babyschaukel schaukelte und die Kinder im Kindergarten nebenan beobachtete.

Zuhause angekommen, ging es noch einmal ins Bett. Ich kuschelte mich dazu und sah mir Embrace an (ok, die Hälfte). Eine ganz tolle Doku!Ich finde, die sollte wirklich jeder gesehen haben. Ich habe ein paar Denkanstöße mitgenommen und musste öfter mal ein paar Tränchen verdrücken.

Nach einem recht kurzen Mittagsschlaf, gab es Mittagessen und dann wir spielten miteinander. Ich war einen Moment total versunken in den Aufbau des Stapelturms als ich mich über die Ruhe wunderte. Da hatte mir der Kleine doch tatsächlich das Fitbit von der Hose gemopst und lutschte darauf herum. Wenn man einmal nicht aufpasst, dieser kleine Schlawiner! Es war richtig schön, einfach nur da zu sein und mit ihm zu spielen und zu kuscheln. Das kam in letzter Zeit eher etwas kurz, weil ich die Zeit, in der er wach war, eher nutzte, um irgendwelchen Kram zu erledigen und der Freund dann mit ihm spielte.

Um halb 5 war dann der Freund auch schon wieder Zuhause. Der Kleine machte ganz große Augen, robbte auf seinen Papa zu und hing ihm am Bein wohin er auch ging. Das war zu niedlich!

Advertisements

7 Kommentare zu “Back to normal

  1. 6 Wochen ist aber nicht so lang… ich hoffe, meiner wird länger zu Hause sein. Aber dran gedacht, dass wir zu dritt zu Hause sein könnten, hab ich noch gar nicht. Mir fällt immer schon nach 1-2 Tagen die Decke auf den Kopf. Dein Tag hört sich so entspannt und von geringer Ereignisdichte an. Ich kann mir das gar nicht vorstellen. Ich muss immerzu irgendwas machen. Womit beschäftigst du dich, wenn der Junge pennt? Hast du irgendwelche Sachen am Start, die du für dich planst?

    • Er hatte einen Monat direkt nach der Geburt plus 2 Wochen Urlaub und jetzt nochmal.

      Verreist ihr dann? Wir waren viel hier unterwegs, draußen und nutzten die Zeit gemeinsam. Ich wäre gerne länger verreist, aber als es im Raum stand, wusste ich nicht, ob ich uns das mit dem Autofahrhassbaby zutraue.

      Ich hab nicht jedes kleine Detail notiert, aber ich freue mich sogar über das, was ich geschafft habe. Das mit dem Schlaf ist ja schon immer so ne Sache. Er schläft nur beim Stillen ein und dann warte ich noch ein paar Minuten ehe ich aufatehe. Zurzeit ist er morgens dann direkt wieder wach. Und zwischendurch wacht er auch oft nochmal auf. Also so richtig nutzen kann ich die Schlafenszeit leider meist nicht. Das frustriert mich tatsächlich auch, weil ich so zu kaum etwas komme.

      • Autofahrhassbaby!! 😀 Bist du vor der Geburt viel Auto gefahren? Ich frage mich immer, ob sie sich die „gewohnten Bewegungen“ einprägen und dann nach der Geburt deshalb gern Auto fahren oder eben nicht. Wenn ja, würde meins ein Rad- und Bahn-Baby und Auto hassend…
        Also Verreisen weiß ich noch nicht. Ich bin kein Fan von „Familienzielen“ wie Österreich oder irgendwelche Bayerischen Seen… Ich mach ja am liebsten Urlaub mit Café und Museum in irgendwelchen Städten auf Couchsurfing. Das geht dann vmtl. eher nicht so. Fliegen vermeide ich auch sehr, da ich es verschwenderisch finde. 1000km Auto sind jetzt kein Problem für mich an einem Tag, aber ein Baby?! Vmtl. kriegt das nen Schreiflash des Todes.
        Wir planen auch, von zu Hause zu arbeiten. Für einige Bereiche geht das. Ich hoffe, dass mein Freund dann ca. 2 Tage pro Woche zu Hause sein kann. Wir haben auch eine Betriebskita, aber weiß nicht, wie die Situation dann ist. Ansonsten werde ich ein Sabbatical beantragen, das ist kein Problem, von 3-6 Monaten. Vmtl. eher so 5… Danach evtl. noch 2 Monate mitnehmen zur Arbeit. Ich kann eine halbe Stelle machen. Und für die Sachen, die ich noch an der Uni mache, würde ich auf „Angst vor der Gleichstellungsbeauftragten“ pochen. Da wird keiner was sagen, wenn ich einen Schreihals mitbringe. Die haben sogar Eltern-Kind-Zimmer. Ich denke, alles in allem sind die Bedingungen sehr gut und viel besser als an meiner alten Arbeit im Institut. Dort wäre das gar nicht gegangen. Allein schon, weil Arbeitsplatz und Labor-Arbeitsplatz ein und derselbe waren. – Und wenn alle Stricke reißen, dann würde ich auf die Krippe zurückgreifen müssen. Die nehmen Kinder ab 4 Monaten. Das möchte ich nicht, aber in meinem Beruf länger als ein paar Monate nicht arbeiten wäre für mich vmtl. das Ende der Karriere. Ich bin grad dabei, mir als Einsteigerin nen Namen zu machen in der Firma und an der Uni, womit wir kooperieren, läuft es auch gut… ich möchte dann da bleiben und ggf. bei der Uni den Fuß in der Tür behalten. – Mein Freund wollte das ursprünglich auch, aber da ich nun schon mehrere Dozentenjobs hatte und er gar keinen, sieht es eher so aus, als ob ich diese Idee weiter verfolgen werde. Stay-at-home-somethings werden wir aber beide nicht sein…
        Kannst du ihn nicht einfach umbinden und mitschleppen?

      • Ich bin täglich mit dem Auto zur Arbeit gefahren, daran sollte es also nicht liegen ;-) Es ist ja schon viel besser geworden. Irgendwann hat er keine Lust mehr und bei dem Bewegungsdrang ist es kein Wunder, dass er irgendwann anfängt zu meckern.

        Jetzt verstehe ich deinen vorherigen Kommentar!
        Ich bin gespannt, ob dein Plan aufgeht. Ich bewundere es, wenn Eltern schon nach kurzer Zeit wieder arbeiten gehen. In unserem Fall wäre das absolut undenkbar gewesen. Ok, vielleicht wären wir die Dinge dann anders angegangen, aber man weiß ja vorher doch nicht, wie das Baby so ist, das da kommt. Ich war die ersten Monate fast ständig am Stillen, dazu die komplett neue Situation. Ich glaube, ich hätte es nicht hinbekommen und bin auch sehr froh, dass ich es nicht muss. Die Minibabyzeit verging so rasend schnell, jetzt ist er schon fast 10 Monate alt. Ich genieße es wirklich sehr die Zeit mit ihm genießen zu können, auch wenn mir manchmal die Decke auf den Kopf fällt :D

      • Ja, länger als ein halbes Jahr würde wohl nicht gehen. Wollen würde ich das schon. Aber wir wollen ja noch eins und ich kann nicht 2 Jahre weg sein.

        Ich möchte auch stillen. Und ich denke, ich werde dann abpumpen und dann gibt es eben die Muttermilch aus der Flasche. Wenn ich es irgendwie vermeiden kann, will ich mir auf jeden Fall die Kita sparen, da ich kein Bock auf die vielen nicht geimpften Rotzbeulen habe, die hier schon mehrere Masern-Epidemien ausgelöst haben. Aber ab dem 11. Monat wäre dann dank Impfschutz Ende Gelände und das wäre auch ein Alter, mit dem ich leben kann.

        Ich war selbst sehr ungern im Kindergarten, weil ich ein sehr schüchternes Kind war und mir tut das Kind dann auch irgendwo leid. Aber andererseits wird es im Gegensatz zu unseren Eltern einen dermaßenen Wohlstand haben, dass ich es für ein vernachlässigbares Problem halte. Schade ist nur, dass die Omas und Opas alle woanders leben. Das bedauer ich wirklich.

  2. Kompliment für deine Struktur, klingt sehr gut! Ich finde es auch wertvoll, wenn man sich mal ausgiebig Zeit fürs Kind nimmt und eben nicht immer irgendwas “schafft“. Obwohl ich das natürlich auch kenne, aber ich versuche mich davon freizumachen. Je älter sie werden, kommt das dann wieder von ganz allein.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s