Piep.

Man sollte meinen im Wochenbett hätte man ziemlich viel Zeit. Schließlich heißt es in meinem Fall erst einmal mindestens 2 Wochen im Bett ausruhen. In Wahrheit ziehen die Tage nur so an mir vorbei.

Mittlerweile juckt es mich sehr in den Füßen, aber ich merke, dass es körperlich das einzig Sinnvolle ist. Mein Körper braucht noch Zeit zu heilen. Es sieht alles gut aus, fühlt sich aber nicht immer so an. Es ist und bleibt eine große OP, so ein Kaiserschnitt. In der Babyblase geht das manchmal ein bisschen unter und kommt mir erst dann wieder ins Bewusstsein, wenn die Narbe beim Versuch so zu tun als sei nichts gewesen, ordentlich zwickt. Außerdem hat mich der Freund im Auge. Beim kleinsten Anflug von „Ich mache jetzt dies und jenes.“ scheucht er mich zurück ins Bett. Er kennt mich ja, der Gute.

Ich bin leider keine dieser Mütter, die nach 3 Tagen den Kinderwagen perfekt gestylt durch die City schieben. Im Gegenteil, bin ich froh, wenn ich regelmäßig zum Zähneputzen komme. Verrückt, wenn man bedenkt, dass ich 80% meiner wachen Zeit nur im Bett rum liege. Andererseits ist das auch ganz gut so. Ich genieße die Zeit mit dem Freund und meinem Baby sehr. Wir kuscheln, stillen (großes Thema!) und liegen so rum. Der Freund umsorgt uns von A bis Z und wuppt den ganzen Laden alleine. Ich bin ehrlich überrascht! Nicht, dass ich ihm das nicht zugetraut hätte, aber er reißt sich wirklich ein Bein aus. Er kocht, putzt, kauft ein, wickelt, und und und. Ich muss ihn gelegentlich daran erinnern auch auf sich zu achten, so sehr ist er auf uns bedacht. Außerdem ist ja auch er im Wochenbett. Auch für ihn hat sich mit der Ankunft unseres Babys alles geändert. Ich bin so dankbar, dass er da ist und wir uns zu dritt Zeit nehmen können, um als kleine Familie anzukommen und uns kennenzulernen. Mir geht das Herz auf, wenn ich meine beiden Männer zusammen sehe. 

Der kleine Mann hat uns schon ordentlich um den Finger gewickelt. Wir kuscheln unheimlich viel, stillen noch mehr und wickeln. Ich hätte nicht gedacht, dass man wirklich so einen großen Verbrauch an Windeln hat! Die meiste Zeit liegt das Baby irgendwo an oder auf mir. Ist es satt, gerne auch Mal beim Papa. Das mit dem Sattsein ist aber so ein Thema. 

Das erklärt auch, wieso ich zu nichts komme (was auch gut so ist, denn nichts ist so wichtig als dass diese magische erste Zeit dafür unterbrochen werden müsste). Andererseits fehlt mir Bewegung und ich werde mit jedem Tag etwas unausgeglichener. Und Schlaf. Tagsüber bekomme ich das noch nicht hin mit diesem „Schlaf, wenn das Baby schläft!“, nachts bin ich oft wach durch das Stillen und manchmal dank wasauchimmer noch darüber hinaus.

Es ist so viel passiert und meine Gedanken fliegen wild hin und her. Der Freund und ich reden viel darüber, mittlerweile kann ich das auch wieder ohne mich in einen Tränenmeer aufzulösen. Es braucht, so schön es auch ist, dennoch Zeit, um das alles zu verarbeiten. Gerade die ersten Tage habe ich mir leichter vorgestellt, waren aber mit Sorgen und Tränen meinerseits verwebt  Ich habe es bisher nicht Mal geschafft die Ereignisse der letzten 2 Wochen im Tagebuch festzuhalten! Vom Bloggen ganz zu schweigen. Dabei habe ich so viel zu erzählen! Aber vielleicht ist da ja jetzt ein Anfang. 

Ich kann es noch immer nicht fassen, dass diese Schwangerschaft wirklich vorbei ist. Mein Bauch fehlt mir sehr. Und gleichzeitig komme ich aus dem Staunen über diesen kleinen, perfekten Menschen nicht heraus. Er hat uns wirklich ordentlich den Kopf verdreht! Er verändert sich jeden Tag und schon jetzt wirkt er so viel größer auf mich.

Jeden Tag sage ich ihm, dass er sich Zeit lassen soll. Ich fürchte, er wird nicht auf mich hören. Und genau deshalb ist es gut, dass unsere erste Zeit nicht von Haushalt oder anderen Pflichten unterbrochen wird. 

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2 Kommentare zu “Piep.

  1. :-)
    Das kann einem leider keiner so richtig rüber geben wie die ersten Tage im Wochen bett sind, bzw. die Erfahrung muss man wohl als Mutter einfach durch machen um „Mutter“ zu sein. Nicht immer rosarot nämlich! Ich habe die ersten Wochen immer noch so viel mit mir zu tun gehabt (Brustpflege, Milcheinschuss-Pflege, Wochenfluss-Pflege, Dammschnitt-Narben-Pflege, ständiges Schwitzen durch die Hormonumstellung, Schlafmangel usw), dass ich gefühlt diese ersten magischen Tage gar nicht so richtig genießen konnte. So sehe ich es jedenfalls jetzt rückblickend. Wenn es möglich wäre, würde ich gerne noch mal so ein Neugeborenes haben… den ganzen Tag Schnuffeln, Wickeln und Füttern ohne dieses „Wochenbett“, das wäre richtig cool, glaube ich. :-)

    • So war das bei mir auch. Die ersten 10 Tage sowas war ich auch gut mit mir selbst beschäftigt. Kaiserschnitt ist eben ne OP. Neben dem Drumherum ums Stillen.
      Und kaum war ich fit, bekam der Lütte die 3-Monats-Koliken. Inkl. Krankenhausaufenthalt.

      Sollte es bei uns noch ein zweites Kind geben, hoffe ich, dass da einiges deutlich entspannter laufen wird. Ich bin zumindest deutlich gelassener bei vielen Dingen. Dafür hab ich dann zusätzlich noch ein Kleinkind hier sitzen. Hmm….

      Kurzum. Du machst das schon genau richtig so. Der Haushalt kann auch mal warten. Die ersten Babywochen kommen nie wieder!

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