Alles steht Kopf…

…außer das Baby.
Aber dank einer sehr ermutigenden E-Mail einer Ärztin, bin ich doch etwas beruhigt. Ich wünsche mir immer noch sehnlichst, dass sich Stubbs dreht, aber wenn nicht, weiß ich zumindest, dass eine natürliche Geburt nicht grundsätzlich ausgeschlossen ist und es auch Ärzte in meinem (weiteren) Umfeld gibt, die das genauso sehen. Diese Mail sorgte direkt für ein richtiges Hochgefühl bei mir. Das war mal nicht so eine typische Ärzteantwort voller statistischer Werte, sondern voller warmer Worte und Erfahrungswerte. Es war menschlich! Und das vermisse ich doch schon manchmal.

Aber auch, wenn die Lage und damit die Geburt ein Gedankenkreisel sind, der sich unentwegt dreht, sickert nun auch immer mehr durch, dass die Tage der Schwangerschaft gezählt sind. Es klingt verrückt, aber ich wäre echt nicht böse, würde ich übertragen. Die Vorstellung, dass diese besondere Zeit bald ein Ende haben soll… Es ist doch verrückt. Erst hofft man, dass man möglichst schnell das kleine Menschlein in den Bauch bekommt und einen Wimpernschlag später setzt man sich plötzlich mit der Geburt auseinander. Liest Bücher, übt Atemtechniken und überlegt sich wo und wie man den kleinen Menschen empfangen möchte.

Ich war so voller Sehnsucht ehe ich schwanger war. Ich habe auch schon oft gelesen, dass viele Schwangere es kaum erwarten können ihr Baby in den Armen zu halten. Das ist bei mir anders. Ich bin noch so voll in dieser Schwangerschaft. Ich habe so lange auf dieses Baby gewartet, dass mich die Schwangerschaft schon voll erfüllt. Ich spüre mein Baby in mir. Es kommt nicht erst, es ist schon da. Und das ist das abgefahrenste, unbeschreiblichste Gefühl, das ich jemals empfunden habe. Ich bin so unfassbar verliebt und könnte jedes Mal vor Verzückung laut losquietschen, wenn ich die kleinen Füßchen spüre. Da ist ein Mensch in mir dir! Sie sehen mich ungläubig staunen, immer noch!

Aber vielleicht kann ich auch einfach nicht loslassen, weil ich weiß, dass mein Baby dort wo es jetzt ist, sicher und beschützt ist. Es geht ihm gut. Vielleicht spüre ich aber auch einfach, dass es noch Zeit braucht und Sehnsucht deshalb nichts bringen würde. Aber auch wir brauche noch Zeit. Der Freund und ich. Für uns und er auch, um sich mit dem Gedanken intensiver auseinanderzusetzen. Die Zeit ist im Laufschritt an uns vorbei gezogen und plötzlich sind es nicht einmal mehr vier Wochen bis zum Termin. Da muss der Kopf erst einmal hinterher kommen, selbst wenn man sich täglich mit dem Thema beschäftigt ist.

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich mir nie Gedanken machen würde, ob ich die Geburt schaffe. Ich freue mich riesig darauf, aber dann und wann frage ich mich natürlich doch, ob ich den Schmerz aushalten werde. Wie unser Baby das Licht der Welt erblicken wird. Ob alles gut läuft und wie wir ins Wochenbett starten werden.
Das sind aber nur kurze Momente. Das Glück der Erstgebärenden ist ja, dass sie nicht wissen, was auf sie zukommt und ich bin eigentlich nur voller Vorfreude und Hoffnung, dass ich eine natürliche Geburt erleben darf. Ich übe schon seit einigen Wochen immer wieder die in Buch Hypnobirthing beschriebenen Atemtechniken und habe mit autogenem Training/progressiver Muskelentspannung sehr gute Erfahrungen gemacht, dass ich hoffe, das auch unter der Geburt anwenden zu können. Ich glaube zwar nicht daran, dass eine Geburt nur weh tut, weil man Schmerz erwartet, wie es in Hypnobirthing beschrieben ist, dennoch glaube ich, dass man mit dem Schmerz besser umgehen kann, wenn man in annimmt statt dagegen anzukämpfen.
Außerdem fand ich Die selbstbestimmte Geburt super interessant, das hat sogar der Freund gelesen. Ich fühle mich also nicht ganz unvorbereitet und würde das nun nur zu gerne anwenden. Also bitte Daumen drücken!

Eins ist gewiss: Unser Baby wird alles auf den Kopf stellen. Alles wird sich ändern. Im Grunde hat es das jetzt schon. Ich fühle Stubbs‘ Bewegungen, kann es aber immer noch nicht fassen, dass wir wirklich bald Eltern werden. Dieser Gedanke lässt sich nach wie vor noch nicht greifen. Ich habe mir immer ausgemalt wie es einmal mit Baby sein wird, viel fantasiert. Ich stelle mir natürlich immer wieder vor, dass in dem Bettchen bald ein Baby liegen wird. Aber es ist nur ein Bild, eine Vorstellung, die mir zwar ein Lächeln ins Gesicht zaubert, aber es fühlt sich noch immer irgendwie irreal an.

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