11. Vorsorgeuntersuchung } Hebamme & Gebutsplanung

[35 Wochen & 1 Tage]

Die letzte Vorsorgeuntersuchung stand ganz im Zeichen der Geburtsplanung. Grundsätzlich ist plane ich ja eine außerklinische Geburt und weil der Drops noch nicht gelutscht ist, haben wir bei diesem Termin über all das gesprochen. Der Freund war dieses Mal auch dabei und so wurden wir über mögliche Risiken einer Geburt (die überall dieselben sind) aufgeklärt und was passiert, wenn etwas nicht nach Plan laufen sollte. Ich weiß, dass sie uns aufklären muss, aber mir fiel es echt schwer nicht einfach auf Durchzug zu schalten und als sie davon sprach, was eben wäre, wenn mit dem Baby etwas nicht in Ordnung wäre, konnte ich mir die Tränen dann auch echt nicht mehr verkneifen. Hormone, diese fiesen, kleinen Scheißerchen! Ich möchte mir einfach nicht vorstellen von meinem Baby getrennt zu sein. Wer will das schon?!
Sie erklärte, wann die Geburt in eine Klinik verlegt wird und so weiter. Außerdem sprachen wir darüber, wann eine außerklinische Geburt nicht möglich ist.

Das ist ja gerade recht aktuell. Denn auch dieses Mal stellte sich beim Tasten heraus, dass unser Stubbs es sich mit dem Po im Becken bequem gemacht hat und ich einen hohen Muskeltonus aufweise, was es dem Baby möglicherweise erschweren könnte sich zu drehen. Sofern es denn möchte. Ich bin nach wie vor sehr angespannt, das merke ich selbst. Im Nachhinein ärgere ich mich selbst sehr, dass ich meinen Arzt nicht schon zwei Wochen vor Mutterschutz um eine Krankmeldung gebeten habe. Er hatte es mir sogar angeboten, aber mein wasauchimmer ließ mich die Zeit noch durchziehen. Vielleicht wäre dann jetzt alles anders. Vielleicht aber auch nicht.

Meine Hebamme nahm das Ganze dennoch recht entspannt. Das Baby sollte sich bald mal drehen, es gebe zwar immer ein paar Babys, die sich noch kurz vor der Geburt drehen, aber darauf würde sie nicht setzen. Allerdings sagt sie auch ganz klar, dass es sich eben dreht oder nicht und wenn nicht, hat es vielleicht seinen Grund. Sie riet mir mich zu entspannen, bei mir und dem Baby zu sein, mir das Baby in Schädellage vorzustellen und abzuwarten. Von solchen Sachen wie Moxen, Akupunktur und indischer Brücke sprach sie nicht und auch mein Hinweis auf die indische Brücke überging sie ein bisschen. Ich glaube, sie ist wirklich überzeugt, dass Ruhe der Schlüssel sein könnte und vielleicht liegt sie damit gar nicht falsch. Dennoch widerstrebt es mir so gar nichts zu tun, denn die Zeit läuft. Da bin ich wieder einmal im Zwiespalt.

In jedem Fall wäre bei einer Beckenendlage keine Geburt Zuhause oder im Geburtshaus möglich. Sie sagt aber klar, dass grundsätzlich erst mal nichts gegen eine Geburt aus Beckenendlage spreche. Ich habe ohnehin bald das Gespräch in der Klinik und dort wird dann geschaut, ob das Baby überhaupt durchs Becken passen würde (worüber ich mir gar keine Gedanken mache, ehrlich gesagt, sooooo zierlich bin ich nun wirklich nicht) und gegebenenfalls soll ich noch vorsorglich einen Termin für einen 2nd Look bei einer sehr erfahrenen Ärztin im deutlich weiter entfernten Krankenhaus vereinbaren. Meine Sorge bezüglich eines Kaiserschnitts konnte sie mir zumindest insofern nehmen, dass ich mich nicht auf einen geplanten Kaiserschnitt einlassen solle. Es reiche völlig aus, wenn ich mit Wehen in die Klinik fahre und dann alles in die Wege geleitet würde.

Tja, die Ruhe hätte ich auch gerne. Ich schwanke nämlich sehr zwischen völliger Verzweiflung, weil ich doch unbedingt spontan und am liebsten eben außerklinisch gebären möchte und völliger zen-hafter Ruhe bezüglich des Geburtswegs und dem Vertrauen, dass sich Stubbs noch dreht.
Jetzt gerade bin ich zum Beispiel völlig ruhig und optimistisch. Ich werde weiterhin ein bisschen versuchen das Baby zum Drehen zu motivieren, aber ich versuche auch die entsprechende Ruhe in mich zu bringen, denn die sehne ich schon seit Wochen herbei. Eigentlich gar nicht mal so überraschend, dass da auch das Baby nicht weiß, wo oben und unten ist.
Es sorgt so auf jeden Fall dafür, dass wir unseren Fokus überprüfen und uns intensiv mit ihm beschäftigen, was leider auch etwas untergegangen ist. Und natürlich zeigt es mir, sich nicht zu sehr auf eine Option zu versteifen. Das Baby ist also jetzt schon ein Lehrmeister erster Klasse!

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