Die Geschlechterfrage

[22. Schwangerschaftswoche]

Sobald jemand erfährt, dass ich schwanger bin, wird mir eigentlich fast immer direkt die Frage gestellt, ob wir das Geschlecht des Kindes kennen. Alle brennen sehr darauf es zu erfahren. Die Neugier darauf ist wirklich groß.
Aber nicht nur bei Außenstehenden, sondern auch bei uns. Ich habe zwar auch mal zwischendurch überlegt, ob es nicht schön wäre sich überraschen zu lassen, aber die Neugier siegte und so fragten wir den Arzt beim letzten Ultraschall, ob er denn schon was erkennen könne.
Unser Kind hielt allerdings nicht besonders viel von dieser Idee und klemmte sich die Nabelschnur zwischen die Beine. Wir bekamen zwar trotzdem eine Tendenz mit auf den Weg, die nehme ich aber erst mal nicht so ernst.

Mindestens genauso häufig werde ich aber auch gefragt, was ich mir wünsche. Ich war immer überzeugt mein erstes Kind würde ein Mädchen werden. Als ich erfuhr, dass ich schwanger bin, war das wie weggewischt. Ich hatte kein Gefühl und es war (und ist) mir vollkommen egal, denn alles was ich möchte, ist dieser kleine Mensch. Genau so wie er ist.
Und doch hat sich mittlerweile eine gewisse Überzeugung eingeschlichen.
Immer öfter ordne ich dem Baby ein eindeutiges Geschlecht zu, wenn ich über es oder mit ihm spreche. Ich merke es dann meistens doch und korrigiere mich, denn ich will mich gefühlsmäßig eigentlich nicht so festlegen, denn das andere Geschlecht wäre alles andere als unerwünscht. Ich fühle mich dann eigenartig, als wollte ich eben nur ein Mädchen oder ein Junge und nicht das andere Geschlecht und dem ist absolut nicht so. Ich bin so unfassbar glücklich über diesen kleinen Menschen in mir, dass es mir völlig schnuppe ist! Und trotzdem ist da eben dieses Gefühl, diese Sicherheit, dass es gar nicht anders sein kann.
Ich kann es gar nicht richtig erklären, aber ich fühle mich da schon ein bisschen hin und her gerissen zwischen eben dieser Sicherheit und dem Gefühl dem Baby zu vermitteln, dass es unter Umständen weniger erwünscht sein könnte. Und eben genau dieses Gefühl soll es auf gar keinen Fall bekommen!

Darum versuche ich mich neutral zu halten, wann immer es geht. Anderen gegenüber fällt mir das erstaunlich leicht. Tatsächlich reagiere ich sogar recht gereizt, wenn jemand anderes über mein Kind mit einem bestimmten Geschlecht spricht. Da kann ich schon mal etwas deutlicher werden, eben weil ich möchte, dass alle offen sind und sich über das Baby freuen und nicht über dessen Geschlecht. Das ist auch ein Grund weshalb ich überlege der Familie das Geschlecht vorzuenthalten, sofern wir es denn beim nächsten Termin erfahren sollten.

Aber ich selbst flippe fast aus vor Neugier. Ich hoffe wirklich sehr, dass unser Baby beim nächsten Termin etwas zeigefreudiger ist, schon alleine, weil ich doch gerne mal Kleidung kaufen möchte, die nicht nur grün, grau, beige und weiß ist. Und es wird dann doch noch ein Stückchen realer, wenn wir unserem Baby einen Namen geben können.

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7 Kommentare zu “Die Geschlechterfrage

  1. Auch wenn man es nicht wirklich zugibt, aber eine kleine Tendenz zu einem bestimmten Geschlecht hat man einfach. Meist ist es so, dass die Männer zum Jungen und die Frauen zum Mädchen tendieren. Auch wenn man immer sagt, dass es egal ist, Hauptsache es ist gesund. Ich sehe es auch bei meinem Mann. Er liebt seine Mädels und wenn nr. 3 jetzt auch wieder eins geworden wäre – ja mei – er hätte sich auch rießig gefreut. ABER es wird diesmal ein Junge und ich merke schon, dass es doch eine andere Freude ist.

    • Ich glaube auch, dass es völlig normal ist. Ich träume viel und da auch immer mit Geschlecht und solches Zeug eben. Ich möchte nur nicht enttäuscht sein, wenn es anders ist. Weils eben trotzdem schön ist. Ich glaube, alles Schwangeren und Mütter wissen was ich meine :)

  2. Aber wenn du nicht nur Babykleidung geschenkt bekommen möchtest, die „nur grün, grau, beige und weiß“ ist, empfehle ich das Geschlecht preiszugeben.
    Bzw. um zu vermeiden, dass, in der Hoffnung es würde ein Mädel, man plötzlich mit ganz vielen rosanen Klamöttchen dasteht aber einen kleinen Jungen bekommen hat.
    Natürlich könntest du die auch deinem Jungen anziehen, denn eigentlich ist es ja egal… aber irgendwie macht man das dann doch nicht… so, Hosen, an denen ein Röckchen angenäht wurde, verschwinden dann meist ganz nach unten im Stapel.

  3. Ich habe bewusst zwei Ü-Eier ausgetragen :). Und ich fand es immer sehr schön, wenn das Baby dieses Geheimnis für sich behalten durfte. Alles Gute weiterhin!

  4. Ich kann dir nur sagen, alle drei male war mein allererstes Bauchgefühl bzw. des Geschlechts immer das richtige!!! :-D Und ja ich habe bei Nr. 3 sogar ein weißes Kleidchen im Sommer-Sale 2015 gekauft, da hatte ich gerade mal den positiven Test ein paar Tage in der Hand. Haha. Der MK hat übrigens immer das Gegenteil getippt und damit verloren. ;-)

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