Schlechte Tage

Manche Tage sind emotional furchtbar anstrengend. Ich bin unheimlich nah am Wasser gebaut. Weine ich sonst eher selten und für mich alleine, brechen nun schneller die Dämme und stürzen mich in eine echte Verzweiflung. Wäre ich nicht so vollgepackt mit Hormonen, würde ich das auch anders wegstecken, aber aktuell nehmen mich solche Dinge doch sehr mit. Es verändert sich grade viel in unserem Leben, in mir, in uns. Nicht alle diese Veränderungen laufen ganz so unbeschwert wie ich es mir gewünscht hatte.
Ich bin mir sicher, dass es manchmal einfach Zeit und Geduld braucht. Zweiteres wird von hohen Ansprüchen ein wenig erdrückt. Aber das Wissen um diesen Umstand hilft schon das Problem anzupacken. Auch das werden wir hinbekommen. Ich bin mir sicher. Morgen sieht die Welt wieder ganz anders aus. Aber heute dürfte sie doch etwas unbeschwerter sein.

Meine Nächte sind oft begleitet von sehr schlimmen Träumen, die mich den ganzen Tag verfolgen. Manche von ihnen sind so real, dass ich morgens einen kurzen Moment brauche, um zu realisieren, dass das alles nur ein Traum war.
Ich bin Großmeisterin im Verkopftsein. Ich möchte alles richtig machen und nur das Beste für mein Kind. Verrenne mich dabei aber in einer Tour. Denn auch wenn ich mir eigentlich relativ klar darüber bin, was ich möchte und was nicht, verlaufe ich mich immer wieder im Dschungel der Möglichkeiten. Das fängt manchmal schon bei einem einfachen Schlafsack an, geht weiter über Schnuller und endet irgendwo zwischen Stoffwindeln und normalen Windeln.
Es ist ein weites Feld und ein extrem großer Markt. Ich will es nicht übertreiben und trotzdem die richtigen Entscheidungen treffen. Wobei das vermutlich genau der Punkt ist, denn so viel wird man nicht falsch machen. Es muss nicht immer das High-End-Produkt sein und trotzdem kann ein Kind gut behütet aufwachsen. Und doch denke ich immer wieder darüber nach, ob das nicht doch besser oder sinnvoller wäre. Tja nun. Ist ja noch Zeit.

Die meisten dieser Dinge, stecke ich an guten Tagen leicht weg. Von denen gab es bisher zum Glück sehr viele. Aber manche Tage sind eben anders. Da schwingt etwas mit, das ich nicht greifen kann, das aber schwer auf mir liegt und mich ein kleines bisschen verzweifeln lässt. Mich fragend zurücklässt, ob ich das wirklich hinbekomme und ich diesem Wunder eine gute Mutter sein werde. Wo alles schwerer ist und jede Mücke sich in einen tonnenschweren Elefanten verwandelt.

Immerhin lichtet sich das Chaos bezüglich der Bürokratie, die das Kinderkriegen so mit sich bringt. Das ist nicht unerheblich. Vor allem, wenn es über die normalen Dinge wie Kindergeld und Elterngeld hinausgeht. Es türmte sich ein Berg an zu klärenden Fragen vor mir auf, der mich zu Beginn fast in den Wahnsinn trieb. Inzwischen ist nur noch eine Sache zu klären und dann habe ich alles erledigt, was ich bis heute eben erledigen kann. Es fühlt sich ziemlich gut an, zumindest daran einen Haken setzen zu können.

Es ist eben nicht immer alles rosa und glitzert.

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Ein Kommentar zu “Schlechte Tage

  1. Liebe Frau Mümmel,

    ich bin jetzt seit drei Jahren Mama und kann mich noch gut an die Unsicherheit in der Schwangerschaft erinnern. Diese unendliche Produktpallette, die vielen gut gemeinten (nicht immer gut angekommenen) Ratschläge, die ganzen „Mütterdogmen“, das Hin- und Hergerissensein zwischen Bauchgefühl und dem doofen „die anderen machen das aber so“.
    So ganz langsam habe ich begriffen, dass es nicht nur einen Weg zum gesunden, glücklichen Kind gibt, dass wir aber nur einen gehen können.
    Vor allem habe ich gelernt, dass selbst Dinge, von denen man im Nachhinein denkt, dass sie hätten besser laufen können/sollen, trotzdem meistens keine fürchterlichen Folgen haben. So ein Kind verzeiht auch echt viel :-).
    Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen eine möglichst entspannte Schwangerschaft und ein möglichst dickes Fell!

    Liebe Grüße,

    Katja

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