4. Vorsorgeuntersuchung

[14 Wochen & 3 Tage]

Es war mal wieder Zeit für eine Vorsorgeuntersuchung. Nach dem Standardprogramm, wurde zum ersten Mal über den Bauch geschallt.
Da fühlt man sich direkt ein kleines bisschen schwangerer. Der Vaginalultraschall erinnert ja dann doch mehr an die Krebsvorsorge.

Wir durften wieder ein wunderbar, zeitgerecht entwickeltes, kleines Menschlein bewundern. Anders als beim letzten Ultraschall war es relativ ruhig. Vielleicht schlief es gerade oder es ist einfach super entspannt. Es zuckte ab und an mit seinen kleinen Händchen oder hielt sich diese vor die Augen. Es ist wirklich verrückt, was man schon alles erkennen kann. Das da tatsächlich ein vollständiger Mensch in mir lebt. Irgendwann sagte mein Frauenarzt, ich solle ihn bremsen, wenn er mir zu enthusiastisch sei. Er erwähnte nämlich immer wieder, wie wunderbar es das finde und staunte selbst über dieses Wunder. Sehr sympathisch, wo der das doch immer wieder sieht!
Außerdem wagte er einen Blick zwischen die Beine des kleinen Wunders. Trotz Nabelschnur zwischen den Beinen, bekamen wir trotzdem eine grobe Geschlechtstendenz (der Arzt klang recht eindeutig, aber warten wir’s mal ab). Bis zum nächsten Termin, werden wir das aber eher als Randnotiz vermerken und weiter abwarten. Wir wollen zwar gerne wissen, welches Geschlecht unser Kind hat, aber letztlich spielt es für uns überhaupt keine Rolle.
Schön wäre es allerdings, weil es dadurch noch ein bisschen realer wird.

Mir selbst ging es heute nicht so toll. Mein Kreislauf lag keuchend auf dem Boden. Mein Arzt erklärte mir, dass das daran liegen könnte, dass das Baby durch die Plazenta nun einen eigenen Kreislauf aufbaue und mich das erst mal ein bisschen aus der Bahn bringen kann.

Nachmittags fuhr ich mit dem Freund dann ins Geburtshaus. Er sollte die Hebamme kennenlernen und den Ort sehen, an dem ich voraussichtlich mein Baby bekommen möchte.
Noch habe ich mich nicht ganz festgelegt, aber für den Freund wäre das Geburtshaus ein Kompromiss, den er eingehen könnte. Eine Hausgeburt bereitet ihm Unbehagen und auch ich weiß noch immer nicht so genau, ob ich das möchte. Aber noch ist ja Zeit. Sie nahm sich Zeit für ihn, führte ihn durch das Geburtshaus, beantwortete seine ersten Fragen und nahm ihn generell nicht nur als schmückendes Beiwerk wahr. Das fand ich sehr schön, denn nicht nur für mich ändert sich viel. Er ist davon auch betroffen und gerade, weil es für ihn keine körperliche Erfahrung ist, dürfte es noch schwerer zu (be-)greifen sein.
Wir fühlen uns beide gut aufgehoben und so wird ab August die Vorsoge im Wechsel mit meiner Hebamme stattfinden.

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