Vom Glück anderer

Es tut mir so leid, aber ich kann es grade sehr schwer ertragen glückliche Familien zu sehen.
Ich wünschen mir so sehr ein Kind, dass es mir immer wieder fiese Stiche versetzt, wenn ich von Schwangerschaften, Geburten und Familienglück lese, höre oder es sehe.

Ich möchte auch glücklich über meinen immer dicker werdenden Bauch streicheln dürfen. Ich möchte die Wärme meines Babys auf meiner Brust spüren. Es begleiten dürfen, wie es immer größere Schritte im Leben macht. Ich möchte auch an verregneten Sonntagen bei Kakao Brettspiele zocken. Ich will so viel und jetzt fühlt es sich soweit entfernt an, wie ein großer Lottogewinn.

Immer wieder muss ich daran denken, was hätte sein können, aber auch daran was noch sein kann. Es ist ein schwieriges Thema, um das ich kreise wie ein Adler um seine Beute. Ich kann es nicht einfach beiseite schieben und so tun als gehe es mich nichts an, auch wenn ich es gerne täte.

Kinderwunsch ist ein so großes Thema. Allumfassend, emotional, fordernd. Aber er baut auch Brücken, vertieft und intensiviert.
Manchmal oder mit bestimmten Menschen möchte ich darüber sprechen, aber ganz häufig kann ich es nicht und ich meide das Thema. Nicht nur deshalb, weil ich diesbezüglich unheimlich nah am Wasser gebaut bin. Immer wieder steigen mir die Tränen in die Augen. Es ist nicht leicht für mich damit zurecht zu kommen. Die Sehnsucht ist groß. Der Wunsch nach einem Happy End noch viel größer.

Ich hätte nie geglaubt, dass man etwas, das man nie selbst erfahren hat, so sehr vermissen kann.

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3 Kommentare zu “Vom Glück anderer

  1. :*
    Diese Sehnsucht ist die Hölle. Unerfüllter Kinderwunsch ist einfach grausam. Das schöne in deinem Fall ist, dass er nur temporär unerfüllt ist. Deswegen fühl dich fest umarmt. Ich verstehe deinen Schmerz, aber bald wird alles gut sein. ((()))

  2. Ich kenne dieses Gefühl haargenau (zwar andere Situation aber für mich auch steinig) und kann dich da absolut verstehen! Vor allem das schlechte Gewissen, dass ich mir selbst gEmacht habe, weil mir eigentlich bewusst war, dass das Glück anderer nichts mit meinem zu tun haben sollte, war zusätzlich nervig. Ich habe keinen guten Rat, kann dir aber nun retrospektiv versichern, dass es wieder weg geht!

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